Ich wuensche mir, wieder frei zu sein.

  • Ich schreibe jetzt einfach mal ein paar Gedanken nieder, die ich mir eigentlich die ganze Zeit versuche zu verbieten, die aber trotz allem einfach da sind und doch zu mir gehoeren, auch wenn ich mich dagegen wehre...


    XY und Ich.

    Als wir uns kennenlernten. Ich fand ihn optisch nicht anziehend. Er war fuer mich ein richtiger Mann, mir im Grunde zu sehr Mann, als dass er fuer mich (kleines Maedchen) in Frage kaeme.
    Er war ganz lustig, aber irgendwie sehr ungreifbar, was ihn fuer mich interessant aber nicht im Sinne Liebesbeziehung machte.

    ... Ich weiss nicht, wann sich das veraendert hat. Unsere anfaengliche Freundschaft, ueber Gott und die Welt sprechen, da war keine sexuelle Anziehung. Jedenfalls nicht von meiner Seite aus.

    Und dann irgendwann aenderte sich das. Irgendwann, nach ein paar Wochen.

    ------

    Mit ihm fuehlte ich mich unglaublich stark. Manchmal kam ich mir vor wie in Bonny&Clyde, wenn wir so gemeinsam irgendetwas anstellten.

    Wir verbrachten Stunden in Supermaerkten und amuesierten uns ueber die "Schnaeppchen", die ja doch keine waren. Das war eine unserer Lieblingsbeschaeftigungen, wir vergassen immer, was wir eigentlich einkaufen wollten.
    Wir machten so viel Unsinn, wie 2 Teenager eben. Wir kannten keine Scham zusammen und keine Grenzen. Wir machten einfach das, was uns in den Momenten gefiel. Und wir fuehlten uns stark. Unglaublich stark.

    Oft wachten wir nachts gemeinsam auf und fingen an zu erzaehlen, Stunden manchmal, obwohl er morgens zur Arbeit musste, einfach erzaehlen, lachen, schweigen, und wieder schlafen.

    Ich machte ihm Kaffee wenn er aufstehen musste, er machte mir Kaffee, wenn ich rausmusste.

    Er kuemmerte sich sehr um mich, wenn ich krank war, kuemmerte sich um alles, waehrend ich im Bett lag, er brachte mich mitten in der Nacht zum Krankenhaus, als ich hinmusste.

    Wenn es ernst war, war er da.

    Er hatte immer ein offenes Ohr fuer meine Probleme, die ich an meiner damaligen Arbeitsstelle hatte, er stellte seine eigenen nie in den Vordergrund, er verstand mich. Er hoerte zu. Er troestete mich. Er ging mit mir nachts raus, wenn ich nicht schlafen konnte.

    Mit ihm zusammen vergass ich die Welt um mich herum. Es war mir egal, was andere Leute dachten. Es war einfach egal.

    Ich hatte das Gefuehl, in seiner Gegenwart kann ich sein, wie ich bin. Verrueckt, manchmal schwach, laut, und traurig, wenn es sein musste.

    Mit ihm zusammen schien alles einfacher. Und sinnvoll.

    Er bestaerkte mich. Immer, wenn ich es brauchte.

    Wenn wir erzaehlten, spannen wir herum, aber das ging. Mit ihm. Wir konnten uns die irrsinnigsten Dinge ausdenken und weiterspinnen, so dass wir es am Ende selbst glaubten.

    Dieses Phantasieren und herumspinnen, das kann ich sonst nur mit einer Person und das ist meine Schwester, und als wir mal zu dritt unterwegs waren. Es war fantastisch. Es passte einfach, genauso, wie es war. Einfach schoen.

    Der Mann hat eine Gabe, andere zum Lachen zu bringen, das ist unglaublich. Meine Familie mochte ihn sofort, jedenfalls das, was sie von ihm selbst erlebt haben.

    Seine Intelligenz. Sein Tiefgang. All das, etwas, was ich in vielen anderen Partnerschaften (bis auf eine) IMMER vermisst habe.

    Mit ihm dachte ich, koennte ich leben.


    Ich vermisse ihn sehr. Mit ihm zu reden, mich auszutauschen, zu fragen, zu lachen, zu erzaehlen. Das Koerperliche, ja in den Arm nehmen wuerde ich ihn gerne, aber das ist nicht das Vordergruendige.

    Ich vermisse ihn als Mensch, mit dem ich Gedanken teilen kann.

    Er fehlt mir einfach.


    ----------------------------------------------

    Und ueber all dem schwebte und schwebt die schwarze Wolke "Alkohol".

    Leider.

    Und denoch fuehlt es sich fuer mich echt an.

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Liebe Miriel,

    es ist merkwürdig, dass ich beim Lesen deines letzten Eintrages heulen muss.
    Es ist EURE Geschichte, die Geschichte EURER Liebe und Verbundenheit und trotzdem spüre ich eine tiefe Traurigket dies zu lesen.
    Obwohl es wunderbare Dinge sind, die Du da beschreibst, Dinge die einen lebendig fühlen lassen wenn man soetwas erleben konnte, macht es mich unglaublich traurig.
    Sicherlich weil es mich auch so sehr an XY und mich erinnert. Aber auch weil mir bewusst wird, was der Alkohol alles zerstören kann...das macht traurig.....

    Liebe Grüße von Herze, die weiß wie es sich anfühlt...

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Miriel, auch ich musste mit deinem Text weinen...ich weiss, dass dieser Moment auch fuer mich kommen wird, wo ich alles Gute an ihm vermissen werde. Und manchmal moechte man NUR an die guten Momente zurueckdenken. Es ist einfach menschlich.

    Alles Gute auch weiterhin. Wir packen das schon! ;)

  • Danke ihr Lieben fuer eure Beitraege... ja.. jeder hat eben seine Geschichte und hier aehneln sich eben doch viele, deswegen ist es ja auch so schoen, dass wir hier sind und uns gemeinsam austauschen koennen.

    Hab grade 12 Stunden gearbeitet, bin voellig alle aber total froh, dass ich es gemacht hab. War wiedermal garnicht so schlimm, wie ich vorher dachte :) und 12 Stunden gibt natuerlich auch richtig Geld. Gut gemacht Miriel ;) Das darf ich an der Stelle ruhig mal sagen.

    Mein XY fehlt mir sehr. Einfach, dass er da ist.
    Vielleicht ist das auch grad eine typische Trennungsphase, in der man, wie du sagst Irini, sich NUR an die guten Momente zurueckerinnert?

    Nein, ich muss sagen, zwischendurch kommen oft ganz schlagartig irgendwelche Momente in meine Gedanken, die mich richtig erschrecken.

    Z.B. Situation, in der ich ihm das erste und letzte Mal waehrend der ganzen Zeit Bier abholte und es den Abfluss runterkippte und ihn anschrie, dass er mich einfach jedes Mal "verlaesst", wenn er das zu sich nimmt (im Sinne von mental alleine lassen, oder auch koerperlich unter Umstaenden)..... Ein einziger Moment, in dem ich das tat, und dann nie mehr. Das war ganz am Anfang. Da war ich schon verdammt verzweifelt....

    Oder auch Nachte, in denen ich (oder auch mal er) bei ihm zuhaus in der Kueche auf dem Boden schlief, weil es nicht mehr ging. Ich erinnere mich gut an eine Nacht, in der ich dort lag und fast Angst vor ihm hatte und vor dem, wie er sich verhielt.

    Bei meinem XY war es fast immer so, dass er von einem auf den anderen Moment (ca. nach dem 2. o. 3. Bier) eine andere Person wurde.
    Das war wie als wuerde sich ein Schalter umlegen auf "gefuehlte schwarze Hoelle" oder sowas.

    Ich habe ein paar wenige Versuche gestartet zu Anfang ihn aus dieser "schwarzen Welt" in der er dann war, heraus zu holen. Vergebens. Unfassbar, wie sich das anfuehlte.

    Er wurde nicht einfach muede und schlief ein, er wurde zum Irren. Der Alkohol hatte ihn dann voellig eingenommen, jede Zelle.

    Ich habe mir wirklich gedacht, so muss sich auch ein Partner von einem z.B. Heroinsuechtigen fuehlen, der auf einem Trip ist.

    Abartig war das. Und ich war teilweise in diesen Situationen am Rande des Wahnsinns, weil ich nicht mehr wusste irgendwann, wer er wirklich ist. Ich glaube das wusste er selbst auch manchmal nicht mehr, vor allem wenn ich ihm dann Aufnahmen gezeigt habe, die ich gemacht hatte..
    Das alles hat mir auch in kuerzester Zeit fast alle Nerven geraubt, soweit, dass ich wirklich Aengste entwickelt habe...

    Ich schweife zu sehr aus... Ja, aber damit wollte ich eigentlich nur sagen, dass ich nicht wirklich in der Phase bin, dass ich mich nur noch an die guten Dinge erinnern kann/will.

    Die schlechten sind selbst wenn ich es nicht wollte gespeichert und sitzen tief.

    Ich weiss, welchen Horrortrip ich nicht mehr erleben will.

    Gleichzeitig weiss ich aber auch, dass der Alkohol der Grund dafuer war/ist und ich hasse meinen XY dafuer nicht.

    Und ich weiss, wie unglaublich viel ich mit ihm sein konnte und durfte... Kind, Schwester, Freund, Geliebte, Partnerin, Frau und auch einfach nur Ich.

    ...........................................................................


    Es ist wie es ist, sagte die Liebe.


    Gute Nacht ihr Lieben

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Oh liebe Miriel,

    das klingt schlimm, was du von der Persönlichkeitswandlung deines XY unter Alkoholeinfluss erzählst.
    Bei meinem Freund kam auch manchmal so etwas zum Vorschein, allerdings nicht so regelmäßig und absehbar, wie du das beschreibst. Aber es stimmt: das ist kein Leben, das ist ein Horrortrip, auch wenn alles andere noch so schön war. Der Preis wäre zu hoch.
    Und die Dinge, die du beschrieben hast und in seiner Gegenwart „sein konntest“ – das BIST alles du. Nach wie vor. Und vielleicht wird es einmal wieder jemanden geben, der dich auch so lassen kann, wie du bist – und der nicht trinkt.
    Oder noch besser: du fängst an, dich immer und überall selbst so zu lassen, wie du bist – und lässt nur für dich bzw. deine kleinen Spinnereien die Leute Leute sein und hast Freude an dir selbst, wohin der Moment dich eben gerade trägt.

    Ganz liebe Grüße von
    Lea

    If you know where you stand
    then you know where to land ...

  • ich haette dir eine Frage gestellt, aber schliesslich bist du von alleine darauf eingegangen. Diese waere: gab es denn keine schlechten Seiten und Momente? (Natuerlich, sonst waeren wir jetzt nicht in diesem Forum und in der Situation bereits getrennt zu sein.)

  • Hallo ihr Lieben!

    Vielen Dank fuer eure Beitraege.

    Gestern habe ich ihn angerufen.

    Es war ein sehr schoenes Gespraech mit zwischenzeitlich kurzer Diskussion ueber irgendwas.

    Wir haben kein einziges Mal ueber den Alkohol gesprochen.

    Es war angenehm und schoen dennoch merke ich, wie vorsichtig ich war und bin, irgendwas zu sagen.

    Wir haben uns dann irgendwann wieder auf unbestimmte Zeit verabschiedet.

    Heute Morgen rief er an, vor der Arbeit, so wie er das frueher ganz oft gemacht hat. Einfach nur Guten Morgen und einen schoenen Tag wuenschen.

    Einerseits schoen, andererseits weiss ich, dass ich durch meinen Anruf sicher Hoffnung in ihm geweckt habe, was ich nicht wollte. Ich will es nicht bereuen ihn angerufen zu haben, aber ich muss natuerlich erkennen, dass es vielleicht nicht das Beste war.

    Ich war einen Moment schwach und rief an. Ich wollte doch einfach nur gerne wissen, wie es ihm geht. Ich weiss, voellig absurd vielleicht und auch nur ein Versuch, einen Grund zu finden...

    War das also jetzt ein Rueckfall??
    War es vollkommen falsch das zu tun?
    Muss ich es wirklich so sehen, als haette ich das erste Glas gestern nicht stehen lassen?

    Was meint ihr?

    Mit vielen Gruessen

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Und ich erwische mich dabei, wie ich doch wieder Bilder im Kopf habe, ihn wieder zu sehen, usw....

    Hab ich nichts verinnerlicht von den letzten 3 Wochen Wochen??

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • glück auf miriel

    is dein xy inzwischen trocken?

    Zitat von TimeIsAHealer

    War das also jetzt ein Rueckfall??
    War es vollkommen falsch das zu tun?
    Muss ich es wirklich so sehen, als haette ich das erste Glas gestern nicht stehen lassen?

    ja

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Ob es eine Trinkpause oder der Beginn einer Trockenheit ist kann ich nicht beurteilen, da ich ihn auch nichts danach gefragt habe.

    Deine Frage wuerde ich gerne mit "ja" beantworten.

    Meines Wissens nach hat er seit 3 Wochen nicht getrunken.

    Und ich habe den Rueckfall. Na klasse

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Zitat von TimeIsAHealer

    Und ich habe den Rueckfall. Na klasse

    in meiner (überzogenen) "wuschvorstellung" läuft das ganze so ab: ihr habt ne klare vereinbarung! er wird trocken (tippeltappeltour laut "grundbausteine") nach 1-2 jahren (je nach eurer vereinbarung) ruft er an: "ich bin trocken, wolln wir s nochmal versuchen?"
    dann könntest du sagen: "nö - ich bin verheiratet" oder "ja - wenn du trocken bleibst!!!!!!!!!"
    ich kann wieder gut klugscheißen - stimmts?

    schöne zeit - n kraftpäckl und ne umärmelung

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Deine Vorstellung ist 1 A.

    Klugscheisse wuerde ich es nicht nennen :D Es trifft's eigentlich auf'n Punkt aber das Wort "Wunsch" vor dem Wort "Vorstellung" triffts halt irgendwie auch :)

    Ich darf glaube ich sagen, ich bin auch jetzt schon ein wenig froh, dass es so "weit" ist. Damit meine ich nicht, dass er evtl aufhoert, damit meine ich meine Distanz dazu.

    Auch wenn der Weg holprig ist und ich z.B. gestern ueber einen Stein gefallen bin. Es wird mich nicht hindern aufzustehen und weiterzugehen. Und was er macht, bleibt weiterhin seine Sache.

    Ich fuehle mich grade mehr abhaengig als ich es vom ihm glaube. Aber das ist auch mal gut so und ich glaube, auch das hab ich mal gebraucht um zu sehen, dass ich eben auch NICHT von jetzt auf gleich "trocken" bin.

    Deine Vorstellung ist perfekt und sie so umzusetzen mh, ob umsetzbar, weiss ich nicht.

    Ich denke, man kann sich auch gemeinsam entscheiden, was zu tun und muss nicht fuer die Zeit des "an sich arbeitens" voellig von der Bildflaeche verschwinden.

    Oder meinst du das braucht es zur Genesung beiderseits zwangslaeufig?

    Mit vielen Gruessen

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Hallo Miriel,

    schau´mal auf deine Gefühle, dann weisst du glaube ich ganz genau ob es sich um einen Rückfall handelt oder nicht.

    Bei meiner ersten Ehe, ich war extrem abhängig, konnte ich mich nur befreien als er endgültig weg war, ausgewiesen in ein weiter entferntes Land.

    Weil ich mich hatte scheiden lassen, abhängig war ich trotzdem noch. :(

    Sogar als er ausgewiesen war, bin ich ihm noch einmal hinterher gefahren um ihn dort zu besuchen.

    Ein verrückter Zufall ( oder die Höhere Macht ? ) ließen mich auf dem Weg zu ihm ( er lebte in einer Millionenstadt ), im Bus einen jungen Mann treffen, der mich einfach so ansprach und genau IHN KANNTE !!!!

    Er erzählte mir dann einiges über meinen Exmann und ab diesem Moment war es dann vorbei !!!

    Ich besuchte ihn zwar noch, aber die Sehnsucht war endgültig erloschen.

    Ich schreibe das nur, weil ich dir sagen will, dass es lange dauern kann bis man sich befreit, wenn man es aber wirklich will, dann schafft man es auch.

    Früher oder später.

    Du auch !

    Silberkralle hat Recht in meinen Augen.
    Und:
    Dasselbe hat mir meine Therapeutin auch erzählt.

    Marion

  • Danke Marion fuer deine Gedanken dazu.

    Ja du hast Recht.
    Wenn ich auf meine Gefuehle hoere, weiss ich dass ich wohl dem Drang nachgegangen bin, mich zu melden. Also eben in der Abhaengigkeit.

    Aber dennoch war das Gespraech so ueberraschend "frei", dass ich es nicht bereuen moechte.

    Aber gleichzeitig ist mir bewusst, dass ich den Kontakt nicht aufleben lassen willdarf, da ich weiss, dass ich wieder in der Spirale drin waere und spaetestens bei einem Rueckschlag im Bezug auf Alkohol waere ich wieder am Boden.

    Deshalb ist es besser, wenn ich auch in Zukunft die Finger von seiner Nummer lasse.

    Ich weiss das. Es umzusetzen kostet Kraft. Aber den Kontakt taeglich zu haben kostet viel mehr Kraft.

    Deshalb versuche ich einfach mich jetzt weiter auf meinen Weg zu konzentrieren ohne nun reumuetig zurueckzublicken auf den "Rueckfall"

    Ich glaube, alles andere hielte mich auf.
    Ich kann nur versuchen daraus lernen und es in Zukunft anders zu machen.

    Danke fuer eure Worte.

    Liebste Gruesse

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Danke :)

    Mh.

    Jetzt hab ich mir ihren Thread mal komplett durchgelesen.

    Tut gut. Aber macht auch sehr nachdenklich.

    Jetzt wuerde ich ihn am liebsten sofort anrufen und ihm sagen, dass wir beide erstmal genesen muessen bevor wir ueberhaupt drueber nachdenken koennen, evtl nochmal gemeinsam einen Weg zu finden... da macht sich grad Panik breit.

    Ich geh mal raus und versuche den Kopf frei zu kriegen.

    Euch einen schoenen Tag!

    Mit vielen Gruessen
    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Zitat von TimeIsAHealer

    Jetzt wuerde ich ihn am liebsten sofort anrufen und ihm sagen, dass wir beide erstmal genesen muessen bevor wir ueberhaupt drueber nachdenken koennen, evtl nochmal gemeinsam einen Weg zu finden...

    kompliziert (da gehts schon loß)
    wenn du anrufst, dann um zu klären ob ein "gemeinsames genesen" möglich und gewünscht is - und das bei beibehaltung der trennung (räumlich und emotional).
    anschliesen is ne "denkpause" fällig [(2 tage könnte reichen) (aufschreiben hilft gedanken sortieren)].
    dann stellt sich die frage wie soll das von statten gehn. spätestens jetzt könnten konkrete vorschläge von ihm kommen (sonnst hat das alles keinen sinn).

    jeder für sich gemeinsam (kompliziert - sag ich ja :wink: )

    glück auf

    :D
    matthias
    ahhhhhhja - das wort "müssen" löst bei mir "inneren wiederstand" aus (is n reflechs)

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Mh..

    Aber ich mein, in dem Moment, in dem ich vorschlage "gemeinsam zu genesen" impliziert das ja wiederum den moeglichen Gedanken eines Zusammenkommens nach dem Genesen, was ja wiederum volle Hoffnung fuer ihn heissen wuerde.

    Gemeinsam genesen, jeder fuer sich, aber eben beide gleichzeitig. So ungefaehr ist das ja im Grunde oder?

    Und ja, wir muessen nicht genesen. Wenn ueberhaupt wollen wir. Will ICH jedenfalls.

    Mh. Eigentlich find ich das einen ziemlich schoenen Gedanken, das Genesen irgendwie auch zu "teilen" andererseits weiss ich, dass es auch erneuten Druck bedeuten koennte, fuer beide Seiten..

    Vielleicht belass ichs einfach so.

    Ist einfach so schwierig. Ich moechte einfach keine falschen Entscheidungen treffen und ihn gestern zu hoeren, so klar und ich hab mich selbst ueberhaupt nicht klar gefuehlt. Das war angenehm und ueberraschend.

    Ich war diejenige die zwischendurch mal pampig wurde oder laut, nicht er. Ich hatte meine Gefuehle einfach hier oder da nicht unter Kontrolle, konnte garnichts dagegen tun und hab teilweise ueberreagiert auf banale Fragen von ihm.

    Ich bin der Meinung, dass das alles in dem Muster liegt, in dem ich noch immer drinstecke..

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Liebe Miriel,

    Ich kann Deinen Gedanken/Wunsch des gemeinsamen (jeder für sich) Genesen gut nachempfinden. Es gibt einem ein beruhigendes Gefühl die Vorstellung, dass man dann... irgendwann... wieder zusammen kommt auf dem Weg....aber Du siehst ja auch selber, dass es auch gefährlich sein kann. Gefährlich in dem Sinne, dass es Druck auf Beide ausüben kann.....und der Wunsch beinhaltet auch halt wieder, dass man sich an den anderen doch in gewisser Weise festklammert....schwierig....ich glaube, der schwierigste Teil des Weges beginnt.....aber ich denke, so wie ich Dich hier lese, dass Du Deinen Weg gehen wirst, und dass es der richtige für Dich sein wird!!!

    Liebe Grüße
    Herze


    P.S.wie würdest Du dieses Muster beschreiben, in dem Du noch immer steckst?

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Witzig, grade habe ich bei dir geschrieben :)

    Ich habs mir nochmal durchgelesen, ist ziemlich wirr, ich hoffe man versteht was, sorry dafuer ;)

    Ja.... es ist echt schwierig und momentan fuehlen wir uns beide glaube ich trotz Schmerz recht frei und ich glaube, das tut uns gut.
    Ich habe nicht mehr so sehr das Beduerfnis ihn nach seiner Trinkerei zu fragen, jedenfalls ist das grade so, aber ich gehe natuerlich auch grade davon aus, dass er nicht trinkt, aber letztendlich hatten wir jetzt insgesamt 2 1/2 Wochen (mit 2 Unterbrechungen) garkeinen Kontakt, das heisst, wirklich wissen tue ich es nicht, aber das gibt mir ueberhaupt kein schlechtes Gefuehl, im Gegenteil, es ist gut, NICHTS zu wissen. Er ist mir ja nicht verpflichtet etc..

    Die Muster in denen ich noch stecke...

    Also z.B. gestern als ich ihn anrief. Das Gespraech an sich war ja superschoen, aber zwischendurch gab es eine kurze heftige Diskussion. Entfacht wurde sie wg einer banalen Frage, die er mir stellte. Er wollte wissen, ob er sich ein Handykabel(PC) kaufen solle, um mir dann dadurch Bilder zukommen zu lassen.
    Ich habe gemerkt, wie ich sofort pampig wurde und dass er selbst wissen muss, was er tut.
    Ich habe damit eben jegliche "Verantwortung" von mir geschoben.

    Ja ich finde auch, dass seine Frage ein wenig unnoetig war, weil ich es schon so sehe, dass er mich garnicht fragen sollte.
    Aber ich hab dann halt voellig ueberreagiert und eben gesagt, dass er nicht in der Lage ist, eine Entscheidung alleine zu treffen und dass ich keine Verantwortung mehr fuer NICHTS uebernehmen will.

    Das z.B. war fuer mich ein klassisches Beispiel, dass ich einfach noch voellig in dieser Angst drin bin, fuer irgendwas verantwortlich zu sein, was er tut. Dabei gings eben nur um ein Kabel. Naja..

    Danach hoerte ich ihn dann wieder ein Glas abstellen und ZACK! waren die Gedanken im Kopf Ach ja, wg der Diskussion trinkt er jetzt vielleicht..."

    Unkontrollierte Gedanken, wg denen ich mich sehr zusammenreissen musste ab und an. Ich habe ihn zwar nicht gefragt und auch nicht gefragt, wie denn eigentlich sein "Plan" aufzuhoeren, so vorangeht. Aber ich merke einfach, dass da 100 Aengste, Gedanken und Zweifel, Aggressionen und nicht Verarbeitetes ist, was noch im Argen liegt.

    Und da wird er mir auch nicht helfen, selbst wenn er aufhoert.

    Die Muster, die ich auch vorher schon hatte sind solche, dass ich einfach sehr oft meine Emotionen von anderen abhaengig gemacht habe, also eigentlich nur durch andere gefuehlt habe. Ich hatte immer viele (zu viele!) Menschen um mich herum und wenn keine vielen Menschen, dann ein Partner. Irgendwie wurden die Luecken gefuellt und wenns mit den Menschen und mit dem Partner nicht klappte, dann griff ich auch schon mal zur Flasche im Alleingang. Ich habe mich immer um "Beduerftige" gekummert, obwohl ich selbst beduerftig war/bin. Das konnte/kann ich aber immer sehr gut verstecken.

    Meine Rolle ist "die Starke" und das schon seit ich ein Kind bin. Die Muster, die zu der Rolle passen, die habe ich jahrelang gelebt, zu meinem eigenen Schaden.

    Heute bin ich mir dessen bewusst und will es gern veraendern, um frei und selbstliebend leben zu koennen.

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

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