Ich schreibe jetzt einfach mal ein paar Gedanken nieder, die ich mir eigentlich die ganze Zeit versuche zu verbieten, die aber trotz allem einfach da sind und doch zu mir gehoeren, auch wenn ich mich dagegen wehre...
XY und Ich.
Als wir uns kennenlernten. Ich fand ihn optisch nicht anziehend. Er war fuer mich ein richtiger Mann, mir im Grunde zu sehr Mann, als dass er fuer mich (kleines Maedchen) in Frage kaeme.
Er war ganz lustig, aber irgendwie sehr ungreifbar, was ihn fuer mich interessant aber nicht im Sinne Liebesbeziehung machte.
... Ich weiss nicht, wann sich das veraendert hat. Unsere anfaengliche Freundschaft, ueber Gott und die Welt sprechen, da war keine sexuelle Anziehung. Jedenfalls nicht von meiner Seite aus.
Und dann irgendwann aenderte sich das. Irgendwann, nach ein paar Wochen.
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Mit ihm fuehlte ich mich unglaublich stark. Manchmal kam ich mir vor wie in Bonny&Clyde, wenn wir so gemeinsam irgendetwas anstellten.
Wir verbrachten Stunden in Supermaerkten und amuesierten uns ueber die "Schnaeppchen", die ja doch keine waren. Das war eine unserer Lieblingsbeschaeftigungen, wir vergassen immer, was wir eigentlich einkaufen wollten.
Wir machten so viel Unsinn, wie 2 Teenager eben. Wir kannten keine Scham zusammen und keine Grenzen. Wir machten einfach das, was uns in den Momenten gefiel. Und wir fuehlten uns stark. Unglaublich stark.
Oft wachten wir nachts gemeinsam auf und fingen an zu erzaehlen, Stunden manchmal, obwohl er morgens zur Arbeit musste, einfach erzaehlen, lachen, schweigen, und wieder schlafen.
Ich machte ihm Kaffee wenn er aufstehen musste, er machte mir Kaffee, wenn ich rausmusste.
Er kuemmerte sich sehr um mich, wenn ich krank war, kuemmerte sich um alles, waehrend ich im Bett lag, er brachte mich mitten in der Nacht zum Krankenhaus, als ich hinmusste.
Wenn es ernst war, war er da.
Er hatte immer ein offenes Ohr fuer meine Probleme, die ich an meiner damaligen Arbeitsstelle hatte, er stellte seine eigenen nie in den Vordergrund, er verstand mich. Er hoerte zu. Er troestete mich. Er ging mit mir nachts raus, wenn ich nicht schlafen konnte.
Mit ihm zusammen vergass ich die Welt um mich herum. Es war mir egal, was andere Leute dachten. Es war einfach egal.
Ich hatte das Gefuehl, in seiner Gegenwart kann ich sein, wie ich bin. Verrueckt, manchmal schwach, laut, und traurig, wenn es sein musste.
Mit ihm zusammen schien alles einfacher. Und sinnvoll.
Er bestaerkte mich. Immer, wenn ich es brauchte.
Wenn wir erzaehlten, spannen wir herum, aber das ging. Mit ihm. Wir konnten uns die irrsinnigsten Dinge ausdenken und weiterspinnen, so dass wir es am Ende selbst glaubten.
Dieses Phantasieren und herumspinnen, das kann ich sonst nur mit einer Person und das ist meine Schwester, und als wir mal zu dritt unterwegs waren. Es war fantastisch. Es passte einfach, genauso, wie es war. Einfach schoen.
Der Mann hat eine Gabe, andere zum Lachen zu bringen, das ist unglaublich. Meine Familie mochte ihn sofort, jedenfalls das, was sie von ihm selbst erlebt haben.
Seine Intelligenz. Sein Tiefgang. All das, etwas, was ich in vielen anderen Partnerschaften (bis auf eine) IMMER vermisst habe.
Mit ihm dachte ich, koennte ich leben.
Ich vermisse ihn sehr. Mit ihm zu reden, mich auszutauschen, zu fragen, zu lachen, zu erzaehlen. Das Koerperliche, ja in den Arm nehmen wuerde ich ihn gerne, aber das ist nicht das Vordergruendige.
Ich vermisse ihn als Mensch, mit dem ich Gedanken teilen kann.
Er fehlt mir einfach.
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Und ueber all dem schwebte und schwebt die schwarze Wolke "Alkohol".
Leider.
Und denoch fuehlt es sich fuer mich echt an.