Neu hier und im völligen Gefühlschaos und Gedankenwirrwarr

  • Ihr Lieben,

    Lindi & Miriel
    ich weiß auch nicht,warum ich gerade wieder dabei bin, vor allem meine Augen zu verschließen, was ich in den letzten Monaten endlich zu sehen begonnen habe. Ich vermisse ihn gerade einfach furchtbar, vermisse die liebevolle Seite an ihm, das Gefühl der Geborgenheit die er mir gegeben hat... das Gefühl der Leere in mir lässt mich wahrscheinlich grade alles verdrängen und durch die rosa Brille sehen...

    dachte eigentlich, dass das nun solangsam ein Ende gefunden hat...aber ich muss mich scheinbar damit abfinden, dass es solche Tage wie heute noch öfters geben wird...

    Ich habe gerade sehr lange mit einer Freundin telefoniert und sie sagte genau die gleichen Worte wie ihr...ICH konnte mit der Situation nicht mehr umgehen, es ging mir nicht mehr gut, was spielt es da für eine Rolle was er getrunken hat bzw wie stark seine Sucht ausgeprägt ist.....wie schnell ich das aber wieder vergessen bzw verdrängen kann, unglaublich....

    Lindi, Du triffst es mal wieder völlig auf den Punkt wenn Du schreibst, dass mein Wunsch einem schönen Märchen gleicht, das ich aber ganz schnell wieder vergessen muss, da es unrealistisch ist.....Danke Dir, dass Du mich wieder an die Realität erinnerst. Und dazu gehört de facto das Trinken, das Kiffen, Depression, Tatenlosigkeit, meine Hilflosigkeit und so weiter und so fort....
    DANKE LINDI!!!!
    DANKE MIRIEL!!!

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Der nächste Punkt ist ja auch, dass es derzeit so ist- also derzeit ist es schon ein Alkoholproblem, wenn es auch eher "milder" ausgeprägt ist, aber es ist da. Neben anderen Süchten.

    Halte dir vor Augen, dass sich eine Alkoholabhängigkeit niemals so hält, sondern immer verschlimmert. Möchtest du wissen, wie sie in 10 Jahren sein wird?
    Wahrscheinlich lieber nicht. Und deswegen ist es gut, dass du die Reißleine gezogen hast =)
    So hast du eine Chance, das alles nicht erleben zu müssen.
    Wahrscheinlich hätten sich die Süchte alle noch gegenseitig multipliziert... Da gibts ja nun Studien zu.
    Und er ist ja nun schon arbeitslos- im Laufe der Zeit ist es eher unwahrscheinlich, dass er von sich aus einen Job findet.

  • Zimttee
    danke Dir für Deine Worte.
    Eigentlich weiß ich ja, dass es gut ist, dass ich die Reißleine gezogen habe...und nun meinen Weg gehe.
    Ich denke, dass vielleicht einfach grad der Zeitpunkt mir grade so zu schaffen macht und ich so emotional und verunsichert bin. Mir kommen in den letzten Tage einfach so viele Erinnerungen hoch von meinem Geburtstag im letzten Jahr mit ihm zusammen. Es war einach einer der schönsten den ich hatte. Tagsüber mit ihm gemütlich und abends eine große Party mit vielen lieben Freunden...Ich erinnere mich an die Zuversicht die ich da noch hatte, an das Vertrauen, dass alles gut wird und an das Gefühl, dass das mit uns etwas für die Zukunft ist...es ist traurig, wie schnell sich doch alles ändern kann...vor einem Jahr hätte ich im Traum nicht daran gedacht, dass die Dinge sich so entwickeln...
    Und dieses Jahr habe ich meinen Geburtstag quasi ausfallen lassen....

    Aber Du hast Recht, ich muss bzw kann nun, passend zum neuen Lebensahr beginnen, mein Leben neu zu gestalten....und das werde ich auch wieder...heute zwar noch nicht, aber ich bin optimistisch, dass die nächsten Tage wieder besser werden.

    Etwas Schönes gibt es allerdings zu berichten :)
    habe mich fürn orientalischen Bauchtanzkurs angemeldet. Im Oktober gehts los und ich freu mich schon sehr drauf. Habe schon lange mit dem Gedanken gespielt, in die Richtung was zu tun, und nun mach ich es :)

    Liebe Grüße und eine gute Nacht euch allen
    Herze

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Hey Herze,

    das mit dem Kurs freut mich!

    Auch ich will was machen zum neuen Semester.

    Spanisch :) Endlich wieder, nach Jahren.

    Ich finde es toll, solche Dinge zu machen und man macht es leider viel zu selten, vor allem, wenn man den Kopf immer fuer was anderes hinzuhalten hatte...

    Ich freue mich fuer dich, dass du deine kleinen Traeume beginnst, zu erfuellen :)

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Querida "el-tiempo-sana-todas-las-heridas",
    entonces te voy a escribir solo en castellano. Para que puedas practicar un poco...
    Lindi
    (Uebersetzung: Liebe Time-is-a-healer, dann werd ich Dir kuenftig nur noch in Spanisch schreiben, damit Du ein wenig ueben kannst)

  • Hayy que bien :)

    Tengo muchissimas ganas de practicar con tigo :)

    Me gusta mi nombre en castellano :)

    Vale, nos vemos en mi "Faden" :D :D

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Hallo ihr Lieben.

    auch wenn ich gerade mal vier Tage lang nichts mehr hier in meinem Fädchen geschrieben habe, so kommt es mir vor, als wäre ich wochenlang auf einer Reise gewesen und melde mich nun wieder zurück :)

    Nach meinem Gefühlsloch an den TAgen um meinen Geurtstag herum fühle ich mich wieder gut. Hatte schöne Tage auf der Arbeit, war auf Kunsthandwerkmärkten, hatte Besuch von einer ganz wunderbaren Freundin...habe es mir gut gehen lassen.

    Habe aber trotz der ganzen Abwechslung auch viel über mich nachgedacht....und natürlich war XY ein ganz großes Thema auch in Gesprächen mit Freunden...hin und wieder auch Tränen bei solchen Gesprächen und kurze Anflüge von Unsicherheit, das Richtige getan zu haben. Aber ich merke, dass sich solche Unsicherheiten nur noch in kurzen Momenten breitmachen und ich es immer öfter schaffe, mir wieder ganz schnell bewusst zu machen, dass ich genau das Richtige gemacht habe....dass es kein Zurück mehr gibt...

    Neu ist das Gefühl, das Ende der Beziehung als Chance zu sehen, MICH kennen zu lernen...mich an meine Ängste Stück für Stück heran zu wagen und diese anfange zu beseitigen.

    Eine für mich gewaltige Erkenntnis ist in mir gereift in den letzten Tagen bzw in langen Gesprächen mit guten Freunden:
    Mir ist bewusst geworden, dass ich in Wirklichkeit sehr lange an etwas festgehalten habe was eigentlich nicht mehr das war, was ich mir gewünscht habe. Mir ist bewusst geworden, warum ich solche Angst hatte, mich davon zu lösen:
    ich hatte vor einigen Jahren eine lange Beziehung, die ziemlich unschön auseinander ging. Dadurch, dass er fremdging und sich für die andere entschied war mein Selbstwert im Eimer, brauchte ungelogen Jahre, um wieder einigermaßen aufm Damm zu sein und so etwas wie Vertrauen zu entwickeln. Hatte das Vertrauen in die Männerwelt völlig verloren und war der Meinung, dass Beziehungen sowieso zum Scheitern verurteilt sind, da Männer früher oder später ohnehin fremd gehen werden...
    Da XY der erste war, bei dem ich mich langsam Stück für Stück öffnen konnte und mich irgendwann wirklich voll und ganz wieder einlassen konnte, hatte ich immer den Drang, dass er es doch sein muss. Ich wollte nie mehr solche Gefühle durchleben wie nach der vorherigen Beziehung. Ich denke, dass ich auf Grund dieser Angst, mich so sehr an diese Beziehung geklammert habe.
    Und nun ist mir aber bewusst geworden, dass diese Trennung gar nicht mit der vorherigen zu vergleichen ist. Die Umstände waren so grundverschieden...ich bin nicht ausgetauscht worden durch eine tollere frau, sondern ICH habe entschieden, dass mich die Beziehung auf Dauer nicht glücklich machen wird. Und die Erfahrung, dass mich diese Trennung zwar traurig macht, aber mich eben nicht in solch ein Loch stürzen lässt wie damals, ist grad sehr wichtig für mich zu erfahren und zu spüren....

    Ich beginne auch zu begreifen, dass ich die Beziehung in gewisser Weise auch GEBRAUCHT habe...um mich gut zu fühlen. Um irgendwas in mir zu reparieren bzw reparieren zu lassen, was in mir kaputt gegangen ist.
    Ich beginne mich auf den Weg zu machen, meine kaputten Stellen in mir zu finden....
    Mir ist klar geworden, dass dieser Weg MEINER ist und nicht in die Verantwortung eines anderen gelegt werden kann.


    Ich grüß Euch alle ganz herzlich und wünsch Euch einen schönen Tag....die Sonne scheint hier :)


    Herze

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Hallo Herze
    Das klingt doch alles stimmig und sinnvoll und es scheint dir damit gut zu gehen,dann mach weiter so .
    Ich hab mal nen schönen Text gelesen der ging ungefähr so..

    ,,Die Liebe zu sich selbst ,ist der Beginn einer lebenslangen Romanze,,

    Alles gute .
    R...

  • Hallo ihr Lieben,

    Renate : ein sehr treffender Satz....dorthin zhu gelangen ist aber leider ein noch sehr weiter Weg...

    Hatte ich vorgestern einen sehr guten Tag, so hat sich die Euphorie "jetzt schau ich nur noch auf mich" wieder etwas gelegt. Ich merke, dass ich mir wieder Gedanken mache...um IHN...

    Aufgewühlt bin ich durch einen Traum...er hat mir gestanden, dass er bereits eine neue Partnerin hat. Das Seltsame ist, dass mich die Tatsache, dass sie kein Wort Deutsch könne, völlig ausflippen hat lassen. Ich habe ihn angeschrieen, dass diese Frau ihm dann doch nicht helfen könne, seine Probleme auf die Reihe zu bekommen. Seltsamerweise hatte ich vor allem das Problem "regelmäßiger Kontakt zu seinen Kindern" im Kopf. Im Traum hatte ich die Angst, dass die andere ihn eben nicht darin unterstützen könne, Kontakt zu seinen Kindern aufzubauen....seltsam...

    hier wird mir klar, dass ich auch diese Baustelle von ihm zu MEINER gemacht habe. Ich habe mich so reingehängt, ihm sein schlechtes Gewissen kein guter Vater zu sein, zu nehmen. Habe ihn dazu ermutigt, den Kontakt wieder aufzubauen, ihm klar gemacht, dass es Kindern nicht darum geht, dass der Vater finanziell gut dasteht...sondern einfach nur für sie DA ist...Der Traum zeigt mir, dass ich Angst habe, dass er das wieder aus den Augen verliert....bzw dass seine nächste Partnerin keine solche Notwendigkeit darin sieht, dass er eine gute Beziehung zu den Kindern hat. Und am Ende sind seine Kinder die Leidtragenden...ein Gedanke, der mir weh tut....

    Und auch wenn es nur ein Traum war, so rattert es in mir wieder.....Erinnerungen kommen hoch....auch an seine Kinder. Das schlechte Gefühl, dass durch unsere Trennung nun auch bei den Kindern wieder etwas weggebrochen ist, nagt an mir. Ich fühle mich schlecht, dass die Kinder, die auch zu mir eine gewisse Beziehung aufgebaut haben, nun damit klarkommen müssen, dass sie früher oder später sich wieder auf eine neue Frau an der Seite ihres Papas einstellen müssen....wenn ich an die Kinder denke, so habe ich ein schlechtes Gewissen...

    Gruß
    Herze

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Hallo Herze.
    Meiner hat 6 Kinder aus 2 Ehen,die letzten 4 lebten noch bei Ihm als ich dazukam.(Mutter war 1 1/2 Jahre zuvor an Alk/Tabletten gestorben)
    Was hab ich alles gemacht und getan.............
    es würde hier den Rahmen sprengen.
    Was ich viel wichtiger finde und was mir beim lesen deines Eintrags eingefallen ist .
    Als ich ihn kennenlernte waren es seine Augen,
    ich weiß nicht wie ich das erklären soll.
    Ich sah etwas in ihm was er schon lange nichtmehr sah.
    Es gab mal ein Gespräch wo er mich fragte ,warum hast du mich genommen? Und ich beantwortete es genauso wie oben beschrieben.
    Ich sah ihn mit den Augen der Liebe und sah etwas woran er schon lange nichtmehr glaubte,,IHN,,den Menschen wie er vielleicht einmal war und vielleicht wieder hätte werden können??Manchmal war er auch wirklich so (diesen Teil liebte ich besonders),konnte es aber nicht halten.
    Natürlich ging ich mit meinen Wertvorstellungen an die ,,Sache,, auch was seine Kinder betraf.
    3 verließen ihn (eine volljährig blieb einfach über nacht weg und 2 minderjährig mit fremder Hilfe) einzig der behinderte Sohn ist heute noch da.
    Aber auch da geht es eigentlich um Grenzen.
    Hilfe zu Selbsthilfe ist ok und wichtig,eigene Wertvorstellungen aufzudrücken und sogar die Verantwortung für den Anderen zu übernehmen ,Dinge die er nicht schafft vielleicht auch garnicht will (weil er andere Werte hat)das ist eindeutig ein überschreiten von Grenzen .
    Ich habe diese Grenzen überschritten auch wenn ich dabei nie was böses im Sinn hatte oder gar Lob oder ähnliches erwartete.
    Ich habe falsch gehandelt.
    Und zu guter letzt noch den Zorn der Kinder auf mich gezogen. Es wäre eine Sache zwischen Vater und Kindern gewesen.
    Ich hab das auch zu spät erkannt.
    Sieh du wo die Grenzen sein müssen.

    LG R...

  • In einer Beziehung mit einem Alkoholiker ist man scheinbar ,,vielmehr drin,, als es sein sollte!!
    In der guten Zeit fühlt sich das auch toll an,so nah und vertraut.
    Er ist dafür zuständig was er seinen Kindern so bietet und vorsetzt(evtl. neue Freundin und was auch immer)
    Du brauchst kein schlechtes Gwewissen zu haben.

  • glück auf herzl

    Zitat von herzeloyde

    am Ende sind seine Kinder die Leidtragenden...ein Gedanke, der mir weh tut....

    stöber doch nochmal bissl im bereich der EKA.
    da steht genau vieviel leid die kinder von nassen eltern zu tragen hatten(haben).
    ach-jaa ? seine kinder?

    nachdenkliche zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Matthias
    Du schon wieder ...freu
    Bringst es mal wieder auf den Punkt

    Ja wenn Frau in einen Haushalt kommt wie ich bei meinem Ex,4 Kinder wie die Orgelpfeifen auf der Treppe stehen und die ein Bild gemalt haben mit ,,Herzlich Willkommen,,drauf,geht einer wie mir das Herz bis zum Anschlag auf.
    Du siehst die Defizite und möchtest nur Liebe geben und Normalität............böse Falle!!!!
    Sowas liegt sicher an den Hormonen und Muttergenen?
    Ich hätte mich nicht umdrehen und sie stehenlassen
    können,obwohl genau das vielleicht das richtige gewesen wäre, bedenkt man die gesamten Umstände dort (Haus verkommen ,Mann nasser Alkoholiker etc) heute so zurückschauend?!.
    Aber hinterher ist man immer schlauer.

    LG R..

  • Liebe Herze,
    soso.....Du fuehlst Dich also verantwortlich dafuer, dass "er" einen normalen Umgang mit seinen Kindern sucht?
    Schau mal genau hin, woher das eventuell kommen koennte.
    Vielleicht, wegen Deinem eigenen Kinderwunsch (mit ihm)? Dass Du sozusagen Dir selbst zeigen willst (wolltest): schau, geht doch, er ist DOCH ein prima Vater, auch wenn ich da ein bisschen nachhelfen muss?
    -----
    Diese Kinder haben ja schliesslich noch eine Mutter. Wenn diese Mutter (also die EX Deines XY) halbwegs in der Spur ist, wird sie den Kontakt IHRER Kinder zum Vater nach bestem Wissen und Gewissen regeln. Und eventuell zum Schluss kommen, dass ein Kontakt unter den gegenwaertigen Umstaenden nicht foerderlich ist..... sie wird das "Theater" ja nun auch kennen, es war vielleicht sogar der Trennungsgrund.
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    Das ist, wie Du sagst, nicht Deine Baustelle.
    Deine Baustelle ist, auseinanderzuklamuesern, welche Motive Dich treiben, da wie eine Art "Sozialberaterin" zu agieren.
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    Ja, sicher ist es bloed, wenn die Kinder Dich kennen, akzeptieren und in ihr Leben eingeschlossen hatten.......und dann gehst Du.
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    Ich will Dir mal ein Beispiel aus meinem Leben erzaehlen.
    Ich bin nicht unbedingt besonders "Kinderlieb". Auch kein "Kinderhasser", das nicht. Sie regen mich im normalfall eigentlich eher auf....
    Naja. Ich war also im Ausland, in einer grossen Stadt, und musste mir eine Au-Pair-Stelle suchen, weil das so ziemlich die Einzige Moeglichkeit war, an eine Bleibe zu kommen.
    Der Zufall wollte es, dass ich an eine Familie mit einem 8-Jaehrigen Sohn geriet. Beide Eltern berufstaetig, sie sogar Psychologin, er auch irgendwie Arzt. Und der Bengel launisch, kaprizioes, verwoehnt......von den gestressten Eltern materiell "ruhiggestellt", soll heissen, er bekam immer alles, was er wollte. Nur eines nicht. Zeit und Zuwendung.
    Ich war dann also dort und nach einer Weile gabs dann "Zoff" mit dem Knaeblein, weil ich eben auf seine kaprizioesen Ansinnen nicht eingegangen bin. Ende vom Lied war, er hat mich geliebt und, noch wichtiger, respektiert. Als mein Jahr dann rum war, fragten mich die Eltern, ob ich verlaengern wollte. Ich hatte den Impuls "Ja" zu sagen. Was sollte nur aus dem Kleinen werden, jetzt, wo er Vertrauen in mich gefasst hatte, das naechste Au-Pair,usw...
    Dann habe ich mir ueberlegt, dass es wichtiger ist, meine Berufsausbildung zu beginnnen. Dass andere Leute Kinder haben und nachher keine Zeit fuer sie....war letztendlich .....nicht mein Problem. Ich haette dort ja nicht bleiben koennen, bis der Knabe ausgewachsen war. Also mein Leben wegschmeissen, bloss damit.....
    verstehst Du den Vergleich?
    Gruesse, Lindi

  • liebe Renate, lieber Matthias, liebe Lindi

    vielen Dank für Eure Antworten!!!

    Im Grunde weiß ich, dass ihr Recht habt...es sind SEINE Kinder...er bzw die Mutter der Kinder werden den Kontakt zueinander regeln...da habe ich keine Verantwortung mehr...bzw ich hatte sie ja eigentlich nie....

    Das was Du, liebe Lindi, geschrieben hast, hat einen wunden Punkt bei mir getroffen....
    Natürlich spielte bei diesem Thema mein eigener Kinderwunsch mit ihm eine sehr große Rolle...in guten Phasen unserer Beziehung habe ich (teilweise wir beide zusammen) das Luftschloss "große glückliche Patchworkfamilie" ...er mit seinen Kinder plus gemeinsame Kinder aufgebaut....vor allem habe ICH mir diese Vorstellungen bis ins kleinste Detail ausgemalt...aber auch hier vielleicht Selbstüberschätzung? Alles etwas anders als gewohnt, alles etwas komplizierter als bei anderen, aber WIR bekommen das natürlich hin...?

    mich an diese Träume zu erinnern tut gerade weh...habe gerade das Gefühl, dass das Gefühl wieder Oberhand gewinnt...der Verstand, der in letzter Zeit das Sagen hatte, schweigt...

    Das was Du schreibst Renate lässt mich auch wieder an unsere schöne Anfangszeit erinnern. So wie Dein XY Dich fragte, "warum hast Du Dich für MICH entschieden", hat XY mich gefragt "Warum willst Du MICH an Deiner Seite?". Und genau wie Du, habe ich in ihm etwas gesehen, das er (nicht mehr?) gesehen hat. Ich war anfangs so voller Zuversicht, dass ich ihm genau DAS wieder zeigen kann...ihn von all seinen Selbstzweifeln und Selbstvorwürfen zu "befreien" und er anfängt, sich so zu sehen wie ich ihn gesehen habe...oder im Grunde eigentlich immer noch sehe....als einen Menschen, der es auf den ersten Blick nicht geschafft hat, sein Leben auf die Reihe zu bekommen, da er so voller Zweifel ist und sich als Versager sieht... aber im Innern ein wunderbarer Mensch ist, der die Fähigkeit besitzt, in anderen das Gute zu sehen, der jeden Menschen so annimmt wie er ist ohne zu verurteilen (das habe ich an ihm besonders bewundert)...nur leider nicht bei sich...ich dachte lange Zeit, dass ich ihm durch meine Liebe zu ihm helfen kann, seine komplizierte (Familien)-Vergangenheit zu verarbeiten und beginnt sich irgendwann selbst zu lieben, sich wieder etwas zutraut...

    Um nochmal zum Thema Kinder zu kommen: natürlich war es nicht meine Aufgabe, den Kontakt zwischen Vater und Kinder zu regeln. Aber ich wurde in meinem Verhalten insofern bestätigt, dass sich während unserer Beziehung eben auch der Kontakt zwischen XY und seinen Kindern verändert hat. Hatte er Anfangs unserer Beziehung kaum bis keinen Kontakt zu ihnen, so wurde der Kontakt intensiver...und ich würde schon sagen, dass es auch daran lag, dass ich ihm immer und immer wieder versucht habe bewusst zu machen, dass er an der Vergangenheit nichts mehr ändern kann. In ihm nagte das schlechte Gewissen, seine Kinder damals im Stich gelassen zu haben (die Ex trennte sich aus den gleichen Gründen wie ich) und er fühlte sich als Versager und auf Grund des schlechten Gewissens hat er sich davor gescheut, den Kontakt wieder aufzubauen...ich weiß nicht ob es anmaßen klingt, aber ich hatte schon das Gefühl, dass er unter anderem auch durch mich diese negativen Gefühle ein Stück weit ablegen konnte und sich seiner Aufgabe (den Kindern wieder nahe zu kommen) gestellt hat...Besuche, regelmäßige Telefonate, dadurch dass er dann bei mir wohnte (sprich: in keinem Loch mehr) durften ihn seine Kinder dann irgendwann besuchen kommen...

    Ich merke selbst, dass ich mir wieder n Kopp um alten Kram mache...
    Aber durch das Schreiben versuche ich gerade für mich selbst etwas Klarheit in mich zu bringen...auch wenn sich alles noch sehr konfus und unproduktiv anhört.

    Ich stelle mir auch die Frage, warum mir seine Kinder so wichtig waren bzw dass ER einen guten Kontakt zu ihnen hat. Ich erinnere mich an mehrere Situationen, in denen ich mal wieder auf ihn einredete, dass er sich doch endlich mal bei seinen Kindern melden soll. Ich weiß noch genau, wie ich mich gefühlt habe....als sei ich selbst ein kleines Kind, das um die Liebe des Vaters bittet. ich hatte Tränen in den Augen, als ich ihm versucht habe begreiflich zu machen, dass Kinder doch seinen Vater brauchen...dass es Kindern doch erstmal egal ist, ob der Papa sein Leben auf die Reihe bekommt oder nicht...dass Kinder doch einfach nur die Gewissheit haben wollen, dass der Papa an sie denkt und für sie da ist....ich glaube da kommen gerade ein paar Knackpunkte in mir zum Vorschein....

    Das Gefühl des schlechten Gewissens den Kindern kommt glaube ich auch daher, da ich mich sebst so unter Druck gesetzt habe am Anfang. Die erste Zeit habe ich darauf bestanden, dass er mich als gute Bekannte vorstellen soll und nicht als seine neue Partnerin. Ich wollte erst als eine Partnerin vorgestellt werden, als ich für kich sagen konnte "a, das ist etwas für dei zukunft"...Ich glaube, ich habe mich (selbst) zu sehr in die Kinder reingefühlt....habe aus meiner eignen Sicht auf die Kinder geschaut...wahrscheinlich kommen die mit der Tatsache viel besser klar als ich denke....wahrscheinlich hatte/habe ich den Gedanken in mir "ich als Kind würde unter Trennungen/Veränderungen leiden" und projeziere MEIN Gefühl in sie hinein...

    Ohhjjjeee, in mir kommen gerade so viele Gefühle/Gedanken/Unsicherheiten/Verdrängtes zum Vorschein....weiß gar nicht wo ich anfangen soll....wo zuerst hinschauen....was zuerst im Angriff nehmen...vor allem WIE??

    Nachdenkliche und aufgewühlte Grüße
    Herze

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Hallo Herze
    Sich in andere Menschen reindenken zu können ist doch eine schöne Gabe.
    Heut zu Tage ist es modern geworden egoistischer zu sein.(aber auch kälter!)
    Sicher sollte man auch da wie überall Grenzen einhalten und auch auf sich achten damit nichts durcheinander gerät.
    Aber immer erst zu fragen was willst du ,was brauchst du gerade etc, können viele Menschen (besonders Kinder) garnicht beantworten.
    Das Leben ist nicht nur Kopf /Verstand und Egoismus sondern auch Herz ,das in gesunder Mischung sollte das Miteinander doch gestalten können?
    LG R...

  • Hallo ihr Lieben,

    wollte mich mal wieder melden.
    XY hat gerade angerufen, um sich zu entschuldigen, dass er am WE seinen letzten Kram nicht abgeholt hat.

    Ich bin gerade etwas durcheinander....auf der einen Seite komme ich mir gerade so stark vor, dass ich relativ souverän reagiert habe...auf die Art, ich wäre eh nicht daheim gewesen...habe ihn dann gefragt wie es ihm geht usw....er hat dann damit angefangen, dass er mich vermisst und mich lieb hätte und dass er weiß, dass er selbst alles kaputt gemacht hat...

    mir ist klar, dass ich kein Zurück mehr möchte....zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt und unter solchen Voraussetzungen...aber mir ist auch bewusst, dass es DIE Voraussetzungen, die es für einen Neustart bräuchte bei uns nicht geben wird.
    Von demher ist eigentlich alles geschwätzt....

    Trotzdem merke ich, dass mich das Telefonat aufwühlt...ich merke meine Reaktion in mir, meinen innerlichen Drang, ihn am liebsten in meine Arme zu nehmen...ihm wieder aufzuzeigen, was das Leben alles Schöne zu bieten hat...

    Und im Grunde weiß ich, dass hier meine eigene Arbeit anfangen müsste. Warum ticke ich so...warum habe/hatte ich das Gefühl, dass ICH diejenige bin, die ihn von all seinem Kummer erlösen kann??Ziemlich anmaßend von mir wenn ich mir das selbst so eingestehe...woher kommt dieses Gefühl??
    Darüber mache ich mir in der letzten Zeit viele Gedanken...habe nun auch einen ganzen Stapel an Büchern zum Thema Co gekauft und hoff, ich komme irgendwann mal weiter....

    Eine Frage an Euch Frauen: seid/wart ihr ebenfalls extrem misstrauisch und eifersüchtig in der Beziehung? Da in meiner nahen Familie Alkoholsucht kein Thema war/ist muss der Grund für mein Verhalten irgendwo anders liegen und ich habe irgendwie den Verdacht, dass mein Verhalten in meinem Misstrauen Männern gegenüber liegt. Da ich schon als kleines Kind mitbekommen habe, wie unsicher Beziehungen sein können, sitzt in mir irgendwie die Angst, dass man verletzt wird, wenn man sich emotional auf einen Mann einlässt. Bei XY hatte ich das Gefühl, dass er mich nicht betrügen würde, da er mich ja ein Stück weit ja auch braucht....was man braucht betrügt man doch nicht....soviel zu meinen ersten Gedankengängen warum ich so bin wie ich bin....was meint ihr, könnte das ein Grund dafür sein, warum man sich coabhängig verhalten hat/verhält??

    Noch eine Frage: kann man eigentlich auch zu einer SHG wenn man sich getrennt hat; sprich ja eigentlich gar kein Angehöriger in dem Sinne mehr ist?

    Danke schon im Voraus für Eure Antworten

    Liebe Grüße
    Herze

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Hallo Herze
    Dieses Aufgewühltsein ist mir heute auch passiert,scheint nach so kurzer Zeit auch normal zu sein.
    Deine Gedanken finde ich interessant
    Also du meinst wenn man keine Nähe zuläßt erfährt man auch keinen Schmerz(wird nicht verletzt) und wenn man gebraucht wird ,wird man nicht betrogen,hab ich dich soweit richtig verstanden?
    Wenn ja halte ich diese Thesen für abenteuerlich.
    Aber beides trifft doch auf unsere XY nicht zu.
    Wir sind verletzt sonst wären wir nicht hier und betrogen werden ,meinst du da andere Frauen? denn in anderen Bereichen wurden wir doch belogen und betrogen mh ...
    LG R...

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