Neu hier und im völligen Gefühlschaos und Gedankenwirrwarr

  • Hallo Herze,
    das ist aber genau der Knackpunkt! "Nur ich kann ihm zeigen, wie schoen die Welt ist, nur durch mich kann er erkennen, wie wertvoll er ist".....Aufwertung der eigenen Person ueber den anderen..."Co-Abhaengigkeit" ist eben nicht die "Opfer-Lamm-Rolle"...hat auch was mit (All-)Macht zu tun.
    Jedenfalls hat es auch "dunkle" Seiten, die man aber nicht so gerne sehen will. Lieber schaut man auf die Seite "Ich liebe ihn so und wenn es weh tut, dann bestimmt, weil unsere Liebe so gross ist, wenn bloss der Alkohol (Drogen, andere Frauen, Gott-und-die-Welt) nicht waere, waers PERFEKT!"
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    Dieses Beduerfnis nach "Aufwertung" das Suchen nach dem eigenen Wert in den Augen des Anderen ..... das ist es, was so weh tut, wenn es wegfaellt, sich so zerrissen anfuehlt, als waere eine Haelfte (die Bessere) aus dem Herz gerissen.....
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    Und genau deshalb ist es so schwer, sich aus solch einer Beziehung zu loesen....denn wenn Du keinen Wert hast (in seinen Augen) was bist Du dann wert?
    Und das ist im tieferen Sinn die Wurzel der (uebertriebenen) Eifersucht......
    Liebe Gruesse, Lindi

  • Lindi,

    das hast du sehr gut ausgedrückt in deinem letzten Beitrag.

    Auch bei mir war es in meiner letzten coabhängigen Beziehung so, dass ich ( ich kann fast schon sagen ) die Welt mit 4 Augen sah.

    Mit meinen, aber auch mit seinen.

    Das hört sich erst mal nett an, ist es aber nicht.

    Denn viele Dinge die ich tat, tat ich nur weil ich dachte, dass mich das für ihn attraktiv macht.

    Was er mir ja von Anfang an mit blumigen und glühenden Worten zu verstehen gegeben hatte.

    Er bewertete mich, mein Handeln, lobte mich dafür was ich tat, ich war abhängig von dieser Fremdwertung und wollte immer mehr davon.

    Dass er teilweise auch Dinge gelobt hatte an mir, die mir dann später (weiter ausgebaut) wirklich und nur für mich selbst viel Freude bringen würden, war ein schöner Nebeneffekt.

    Gleichzeitig war es aber im Umkehrschluss genau dasselbe, er bedurfte/bedarf der Anerkennung von mir für sein Selbstbewusstsein und ich gab es ihm mit offenen Händen und Herzen.
    Ich spürte wohl instinktiv was er braucht.

    Ich bewunderte und "verehrte" ihn, seine Fehler entschuldigte ich mit seiner schweren Kindheit und da ich ja instinktiv spürte, dass ganz vieles nicht stimmt, musste ich ihn immer mehr entschuldigen und mich immer mehr anstrengen für ihn toll zu sein.

    So hatte das alles ja vielleicht die Chance irgendwann richtig gut zu werden, wenn ich nur die richtige Einstellung, genügend Liebesfähigkeit, ausreichend Toleranz usw. an den Tag legen würde.

    Es WIRD langsam richtig gut aber nur in mir.
    Und dadurch sehe ich ihn mit klaren Augen, wie er ist.

    Weit davon entfernt von dem was er einmal für mich war.

    Aber trotz alledem.

    Ein liebenswerter(schwacher) Mensch. :)

    Marion

  • liebe Renate
    danke Dir für Deine Antwort. Vor allem danke ich Dir, dass Du Dir Zeit nimmst für mich, obwohl Du selbst gerade aufgewühlt bist....ich muss ehrlich sagen, dass ich in solchen Momenten keinen Kopf für andere Probleme hätte bzw es mir dann schwer fallen würde, darauf zu antworten...
    Ich denke beim Stichwort "betrügen" vorangig ans Fremdgehen. Ist mir vorhin beim Schreiben gar nicht in den Sinn gekommen, dass unter betrügen auch noch andere Dinge fallen können...da siehste mal: so eingeschränkt ticke ich in manchen Bereichen ;)
    Ich habe (so glaub ich) wirklich so gedacht, dass - wenn er mich braucht- würde er mich doch nicht betrügen...dann würde er sich doch selbst ins eigene Fleisch schneiden, da ich dann weg wäre...auf der einen Seite habe ich ihm oft vorgeworfen bzw hatte ich Angst davor, dass er mich ja nur lieben würde weil er durch mich diese und jene Vorteile hätte, aber im Nachhinein kann ich (glaub ich) auch sagen, dass mich eben diese Vorteile/dieses Gebraucht-werden/Macht vielleicht erst dazu gebracht haben, überhaupt eine Beziehung zu ihm aufzubauen... denn dadurch hatte ich nicht mehr solche Angst, dass ich eingetauscht werde durch etwas Besseres...denn ich hatte ja etwas was ich ihm bieten kann, und da es mir schwer fällt zu vertrauen, dass ich als Person allein schon genügen würde, so musste ich ihn vielleicht mit meinem "Retter-Dasein" an mich binden...ganz schön hart sich soetwas vor Augen zu führen...zu merken, wie verquer man selbst tickt...

    Liebe Lindi,
    ich glaube, ich habe solangsam verstanden, was es mit der "dunklen" Seite des Cos auf sich hat...und ich bin mir sicher, dass sich diese Seite im Laufe der Beziehung auch in mir gebildet hat...
    Konntest Du diese Seite in Dir auch finden? Wie bist Du damit umgegangen? Wie bist Du sie wieder los geworden??

    Liebe Grüße und schlaft gut
    Herze


    P.S. kann man denn in eine SHG (v.a. Al Anon) gehen wenn man sich bereits getrennt hat...oder gilt diese Gruppe vorangig Menschen , die im direkten Bezug zu einem Schtigen stehen?

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Ach, Herze,
    wenn Du so direkt fragst......
    Ich bin in dem Sinne eigentlich wenig "Co", noch nie gewesen, von meinem ganzen Wesen her.....
    Was ich Dir so schreibe, ist eine "Mengelange" aus eigenen Erfahrungen und "allgemeinen Lebens-Einsichten". Nicht, dass ich das bei mir immer so klar haette, glaub das mal bloss nicht!
    ---
    Gerade bezueglich "Eifersucht" ... das war so in meiner ersten Alk-Beziehung. ER war fuer mich....weiss nicht....ein GOTT (im klassischen Sinne, also so wie Zeus oder so), so unglaublich schoen, maennlich...etc...wie konnte so eine Lichtgestalt sich nur mit mir abgeben?
    In dieser Beziehung habe ich mich seeeeehr so gefuehlt, wie Du jetzt. Deswegen kann ich es auch gut nachvollziehen, was Du schreibst.
    Wie bin ich "es" losgeworden....auf die einfachste und tragischste Weise. Er starb.
    Da all diese "Eigenschaften" nicht wirklich mein Charakter sind/waren, ging das dann zusammen mit dieser Beziehung irgendwie "unter".
    Dafuer gabs dann andere Baustellen....Beziehung Nr.2. Genau das Gegenteil von Nr. 1.......aber auch nicht "gesuender".
    Tja. Und da steh ich dann also.....und gebe schlaue Weisheiten von mir.
    Schoen, wenns Dir vielleicht etwas hilft....wenn ich schreibe, tu ich das aber auch, um mich selbst zu reflektieren. Also nicht nur, um anderen mit der Taschenlampe den Weg abzuleuchten....nicht nur.
    Lindi

  • Nachtrag:
    Zu den Selbsthilfegruppen.....ruf doch einfach an, und frag, ob Du dort "richtig" bist, selbst wenn Du Dich getrennt hast.
    AA....weiss nicht, ob Dir das so viel "bringen" wird, denn so wie ich es verstanden habe, wird dort nicht auf das Erzaehlte eingegangen....das waer so, als wuerdest Du hier posten und nie ein Feedback bekommen.
    Ist aber nur "meine" Ansicht dazu.
    Es gibt ja auch andere Gruppen. Eine, die sich nicht soooo ausschliesslich um die Alkohol-Problematik kuemmert, waer fuer Dich vielleicht besser? Denn "Co-Abhaengigkeit" ist sehr viel weitgefasster, als nur eine "Folge"-Erkrankung der Sucht (des Partners, Ex-Partners, wem auch immer).
    Vielleicht einfach mal bei der Suchtberatung reinschneien und fragen, welche Gruppen es ueberhaupt so gibt, in Deiner Naehe ......oder so was wie psychologischen Dienst oder den Hausarzt......einfach um zu erfahren, was es an Moeglichkeiten ueberhaupt gibt...
    Vielleicht schreibt ja noch Jemand mit konkreteren Erfahrungen...
    Gruesse, Lindi

  • In der SHG, in der ich war, waren auch Frauen, die waren schon jahrzehntelang verwitwet.
    Das ist also nicht schlimm.

    Naja, und du kannst ja auch als Beispiel andere unterstützen, dass eine Trennung machbar ist, wie man sich danach fühlt? Etc.

  • Hallo ihr Lieben,

    gerade geht es mir nicht so gut. keine ahnung warum sich an manchen tagen die rosarote brille einschleicht und man unfähig ist, sich die gründe vor augen zu führen, die einen dazu gebracht haben, sich zu trennen.
    im moment sehe ich mal wieder nur die dinge die ich verlore habe. ich vermisse ihn gerade furchtbar und muss mich zwingen, ihm nicht zu schreiben...deshalb schreibe ich lieber hier ein bischen, wies mir grad geht.

    letzte woche hat er seinen letzten kram abgeholt. wir haben noch ein bischen geredet, was ok für mich war. ich hatte vor dem treffen große angst, angst, dass ich wieder einknicke und meine ganzen gefühle wieder hochkommen...ich diese nicht kontrollieren könnte. aber so war es nicht. ich war relativ gefasst/ganz bei mir...nicht zuletzt aus dem grund, da er mit einer fahne und angetrunken hier aufgekreuzt ist. auf der einen seite fand ich es schade (für ihn, da er scheinbar immer noch nicht bereit ist was zu ändern)...auf der anderen seite war es für mich eigentlich gut, da ich wieder sehen konnte, was ich NICHT länger haben wollte. einen menschen, der sich bei jeder sich bietenden gelegenheit/bei jedem problem die kante gibt....dieser tag/dieses vorerst letzte treffen von uns verlief also ganz gut.

    dieses wochenende dagegen ist nicht so gut. gestern war ich auf einem flohmarkt. eigentlich etwas, was mir große freude bereitet und etwas, auf das ich mich schon sehr lange gefreut habe. als ich aber so alleine über den markt lief, überkam mich eine traurigkeit. nicht zuletzt wegen der erinnerungen, da wir dies als immer gerne zusammen gemacht haben. ich habe mich furchtbar alleine gefühlt...
    gedanken wie "es hätte alles so wunderbar sein können"....ich hatte auch eine riesige wut in mir....wut auf den alkohol und die drogen, gegen die ich keinen einfluss hatte und die mir etwas genommen hatten, was mir doch so wichtig war.

    abnds war ich dann mit einer freundin in der stadt unterwegs. es war eigentlich ein sehr schöner abend. haben bis drei uhr morgens gequascht, gelacht, rumdiskutiert...aber mir wurde an diesem abend irgendwie bewusst, dass ich von nun an single bin. hört sich komisch an, ich weiß. aber in den letzten wochen war ich so mit mir und der trennung beschäftigt, dass ich mir über alles einen kopf gemacht habe, außer darum, dass die suche nun weitergeht. die suche nach dem menschen, auf den ich mich irgendwann mal einlassen möchte. und das macht mir angst. bzw hatte ich das gefühl, dass es diesen einen nicht mehr geben wird. dass mich gar keiner interessiert....oder wenn ich einen mann interessant finden würde, ich bei diesem eh keine chance hätte. der gedanke, wieder tausend frösche küssen zu müssen bis ich endlich auf DEN treffe, mit dem es passt macht mir angst....das alleinsein macht mir angst...dass ich nie mehr auf einen menschen treffe, der mich so liebt wie ich bin....

    kein guter tag heute...und dieser scheint kein enden nehmen zu wollen...
    aber morgen ist ein neuer tag. und am dienstag beginnt mein bauchtanzkurs. eine sache auf die ich mich freue. auch wenn ich diese freude im moment nicht spüre...ich denke, sie kommt wieder zurück...
    liebe grüße an euch alle
    herze

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Hallo Herze

    Wie gut ich dich verstehe ,gerade dieses Alleinsein unter Menschen ,wenn man etwas macht was man vorher gemeinsam gemacht hat.Bei uns waren es auch regelmäßig die Trödelmärkte......
    Wenn man teilweise nebeneinander(händchenhaltend) ging oder getrennt schaute und sich am Ende der Reihe wieder traf und später zuhause die ,Beute ,,stolz präsentiert hat.
    Ein Ritual was über unsere gesammte Beziehung bestand ,eben bis zum Kauf des Gartens.

    Heute war ich auch auf einem Trödelmarkt mit meinem Sohn und Schwiegertochter und anschliessend in meinem Garten Kaffee trinken
    Als ich nach Hause fuhr dachte ich ,ein schöner Tag war das ...Punkt
    Und dann bemerkte ich das es seit der Trennung heute vor 9 Wochen,immer mehr dieser schönen Tage gibt.
    Also Kopf hoch ,das wird schon.
    Ja auch ich altes Haus bin nun wieder Single und das wo ich doch schon,,Probeliegen ,,geübt habe.
    Sprich wenn ich so zurückdenke gab es viele Gespräche mit meinem Ex die begannen mit ,,mir kribbeln die Schienbeine ,,(er) dann ,,ich habe schon wieder Rücken,,(ich) ,, mir grummelt es im Bauch,hast du das auch,, (er)...weißt du was ich meine ?
    Gut wir beide sind mitte 50.
    Heute ,wenn ich morgens wach werde und es zwick was ,denk ich ,,mach dir nichts daus ,steh auf ,es wird gleich besser und es wird wirklich besser,ich spüre wieder das Leben und hab das ,,Probeliegen ,, erstmal auf unbestimmte Zeit verlegt...lach!
    Ich schaue sogar schon was noch gehen könnte (männermäßig) Teste den Markt ,aber vorstellen kann ich mir zur Zeit wirklich noch nicht ,wieder jemanden nah an mich ranzulassen, muß ja auch nicht.
    Aber mal ehrlich,ich war doch sehr bescheiden in meinen Ansprüchen ihm gegenüber,sehr tolerant was seinen Alkoholmißbrauch anging nur zuletzt hat er es wirklich übertrieben und damit auch mich eingeschränkt (runtergezogen)
    Mit seiner gesundheitlichen Vorgeschichte fährt der doch mit Vollgas bin den Tod, das konnte und wollte ich nichtmehr kommentarlos hinnehmen.
    Das ich darauf mal wieder ,,beurlaubt ,, wurde ist vielleicht mein Glück gewesen so bleibt mir dieses bittere Ende erspart.
    Klar denke ich manchmal an ihn,aber es tut nichtmehr so weh,ich wende mich dann anderen Dingen (Tätigkeiten ) zu und dann geht das.
    Heute hab ich auch mit den Kindern darüber gesprochen und hätte mir eigentlich gewünscht das daß Ende der Beziehung anders gelaufen wäre,hätte gerne so eine Art Frieden mit ihm geschlossen.
    Eine Bilanz gezogen und ruhig gesagt ok ,du willst die Todsaufen ich möchte noch leben ,lass uns grüßen wenn wir uns mal zufällig treffen und gut ist.
    Leider war das mit ihm so nicht möglich,er mußte mich erst Verletzen (beurlauben) und ich hab mich diesmal massiv gewehrt..
    Er antwortet nichtmal auf meine Mail ,was nun mit seinem blöden Grill passieren soll.
    Von der 2 Wochen Frist die ich ihm gesetzt habe ist heute die erste Woche rum.Meldet er sich bis nächsten Sonntag nicht kommt das teure Teil ins Ebay,fertig.
    Wenn er dieses menschenunwürdige Beziehungende so braucht ,ich werde drüber hinwegkommen,möglicherweise schafft er sich damit die Entschuldung weiter zu saufen?
    Seine Sache.

    Ich umarme dich ....
    Liebe Grüße R..

  • Hallo ihr Lieben,


    zuerstmal lieben Dank an Dich Renate für Deine letzte Antwort!!!!!

    Die letzte Woche war ein ständiges Auf und Ab bei mir bzw meiner Gefühlslage. Ich war zwar viel unterwegs, hatte viel Freude (Freunde getroffen, Konzerte, Partys und Märkte)...aber dennoch hatte bzw habe ich das Gefühl, dass ich noch lange nicht soweit bin, dass ich über xy, über mein co oder über die Beziehung hinweg bin.
    Hatte kürzlich auch einen fiesen Rückfall....habe ihm eine sms geschrieben, dass ich ihn sehr vermisse und er trotz allem, was passiert ist, einer der wichtigsten Menschen für mich bleibt.
    Und nun sitze ich hier...lese dauernd seine Antwort, dass er mich auch sehr vermisst...ich habe wieder das Gefühl, dass er mir wieder nahe ist...und in mir fängt es wieder an zu rattern....war es die richtige Entscheidung, mich zu trennen? Hätte ich nicht doch noch seinen Entzug abwarten sollen, den er ja nun macht (für die dazugestoßenen Lesern: cannabis entzug....alkoholentzug steht danach hoffentlich noch an)...obwohl; wenn ich mir bewusst mache, dass er den Alkoholentzug bzw eine LZT noch vor sich hat, weiß ich im Grunde, dass er noch einen sehr langen Weg vor sich hat....und die Gefahr bzw die Chance dass er das alles wirklich schafft, kann natürlich keiner vorhersagen...aber in mir keimt wieder der Gedanke bzw die Vorstellung "Nun soll er mal seinen Entzug machen, sein Leben auf die Reihe bekommen und dann wird alles gut". Der Gedanke, dass das mit uns wirklich ein für alle mal vorbei ist, dass jeder früher oder später einen neuen Partner findet, finde ich grade unvorstellbar. Ich habe wieder das Gefühl in mir "entweder er oder keiner"

    Ich habe so sehr gehofft, dass das Schlimmste rum ist...aber ich merke, dass ich immer noch sehr schwankend bin, dass in mir immer noch Zweifel sind...dass ich ihn noch immer vermisse...oder vermisse ich wirklich IHN oder das Gefühl, dass ich jemanden an meiner Seite habe, mit dem ich mich so verbunden fühle?? Ich weiß grad wieder gar nichts..
    Ich habe im Moment Angst vor der Zeit, wenn er vom THC Entzug zurück kommt. Ich habe Angst, dass ich dann wieder Hoffnung schöpfe, dass alles wieder gut wird

    Ich merke grade, dass ich wieder weit von MIR weg bin....statt dass ich mehr zu mir finde, werden die Zwefel wieder größer...wasn sch****

    Liebe Grüße an Euch alle

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Hallo Herze
    Ich hatte jetzt auch 2 Tage wo ich überwiegend unten war,schlimm ist sowas.
    Seine Frist für den Grill ist gestern abgelaufen.Er hat sich nicht gemeldet,scheinbar ist es ihm egal?
    Denke oft was war ich (unsere Zeit) überhaupt für ihn?
    Scheinbar kann man mit genügend Alkohol vieles wegtrinken ,nun ja ich muß´es klar aushalten.
    Seit der Trennung vor nun 10 Wochen ,habe ich auch Tiefs ,dann wieder geht es usw.

    Ein auf und ab....
    Das schlaucht ganz schön.
    Ich hoffe es kommt mal die Zeit wo ich dauerhaft ,,stabil,, bin in den Gefühlen ,denn die sind es ja die uns so zusetzen.Der Verstand weiß doch das es keinen anderen Weg gibt!
    Ich umarme dich und schicke liebe Grüße R..

  • Hallo ihr Lieben,

    Renate : du sagst es, das ständige Auf und Ab schlaucht ganz schön. Ich wünsche Dir, dass für Dich bald die Zeit anbricht, wo Du stabil in Deinen Gefühlen bist....ich bin mir sicher, dass diese Zeit kommen wird. Langsam und allmälich wirst Du diesem Ziel ein Stück näher kommen.


    Wie geht es mir gerade?
    Ich kann sagen, dass ich heute nach dem ständigen Auf und Ab und meinem gefühlten bzw auch in die Tat umgesetzten Rückschritt (SMS an ihn) wieder etwas klarer bin.
    Das Gefühl der innerlichen Leere; das Gefühl das Wichtigste in meinem Leben verloren zu haben, ist nicht mehr so akut da.
    Mich überkommt keine Panik mehr beim Gedaken, dass die Trennung vielleicht oder sogar wahrscheinlich für immer sein wird.
    Mir ist irgendwie bewusst geworden, dass in den Momenten des Trennungsschmerzes auch ganz viel Unsicherheit meinerseits eine Rolle spielt. Die Angst, dass mich keiner mehr so lieben wird wie er es getan hat. Dass mir keiner mehr solch ein Gefühl geben wird, dass ich etwas Besonderes bin...dass sogar meine Schwächen, Ecken und Kanten liebenswert sind....ja, davor habe ich Angst.
    Mir ist mittlerweile bewusst geworden, dass dies nun meine eigene Aufgabe sein wird, unabhängiger von der Meinung anderer zu werden; dass ich mich selbst anfangen muss zu lieben, dass ich aufhören muss, mich über die Zuneigung anderer zu definieren....

    Soviel zum theoretischen Wissen :)....die Umsetzung wird ein langer Weg sein....

    Gestern war ein kleiner Schritt in Richtung Selbstfindung oder gesunde Selbstwahrnehmung.
    Ich hatte gestern meine zweite Stunde im orientalischen Bauchtanz. War ehrlich gesagt kurz davor, gar nicht hinzugehen, da ich von der Arbeit so geschafft war und irgendwie Angst davor hatte, als einzigste nicht alles gleich zu können.....bin aber trotzdem hin und bin sehr froh darüber. Ich habe mich danach richtig gut gefühlt, ausgepowert und stolz :)

    Vor allem hatte ich gestern eine "Erkenntnis" beim Bauchtanzen, welche für mich sehr wichtig war und ist. Und zwar habe ich zum ersten Mal in meinem Leben richtig verstanden, was meine Freundinnen bzw meine Mutter mit dem Satz als meinen "Du hast eine völlig verzerrte Wahrnehmung von Deinem Körper".
    Dadurch, dass wir gestern vor einem riesgen Spiegel getanzt haben, war ich quasi gezwungen, mich und meinen Körper im Vergleich zu anderen Frauen zu betrachten. Und ich glaube, dass ich mich dort zum ersten mal richtig wahrgenommen habe...hört sich krass an....aber so habe ich es empfunden.
    Ich hatte immer den Eindruck von mir und meinem Körper, dass ich unangenehm bzw plump auffallen könnte mit meiner doch weiblichen Figur.
    Gestern habe ich zum ersten mal direkt vor Augen geführt bekommen, dass meine Figur völlig normal ist...weder auffällig, noch abstoßend...einfach ganz NORMAL.....Ich stand beispielsweise neben einer Frau, deren Figur ich als normal bezeichnen würde. Hätte mich jemand gefragt, ob sie schlanker sei als ich, hätte ich wahrscheinlich gedacht "was soll denn diese blöde Frage...willst Du mich veräppeln...natürlich ist sie schmäler als ich"
    Zu sehen, dass ich eben nicht doppelt so breit bin wie diese Frau, hat mich richtig geflasht :)
    Soviel zu meiner neuen "Erkenntnis"....und ich hoffe, es kommen noch ganz viele hinzu.


    Ganz liebe Grüße und alles Liebe Euch allen
    Herze

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Hallo Herze,
    das hoert sich wirklich gut an, was Du schreibst ...... was Du unter "Theorie" verbuchst, wenn Du langsam, in kleinen Schritten anfaengst das wirklich umzusetzen, zu leben und auch wirklich "zu fuehlen" ...... dann wirst Du bereit sein, eine wirklich freie Liebe zu leben. Weil Du die Bestaetigung in dem Sinn nicht mehr "brauchst". Mit wem dann auch immer. Vielleicht sogar mit ihm.....Das ist Dein Part jetzt.
    Lindi

  • Hallo liebe Herzeloyde,

    es ist schoen, solche Zeilen von dir zu lesen.

    Es freut mich, dass es dir gut geht und dass du dich wegen vermeintlicher Rueckfaelle nicht aus der Ruhe bringen laesst.

    Diese Panikgefuehle und Endzeitstimmungen nach der Trennung kann ich so gut nachvollziehen und es ist harte Arbeit, das eben nicht mehr so zu empfinden, oder eben "normal" zu empfinden, also eben "normaler" Trennungsschmerz anstatt den, den wir fuehlen.......

    Deine Theorie klingt sehr gut. Und Umsetzen wirst du sie sicher.. Eben Schritt fuer Schritt und kleine Rueckfaelle oder schlechtere Tage gibt es immer, das Wichtigste ist, dass man diese "Schlaege" nicht Ausloeser werden laesst fuer das Aufgeben.

    Deine Beschreibung vom Bauchtanz laesst mich laecheln, denn im Grunde hatte ich gestern beim Sport (Zumba) aehnliche Gefuehle.

    War seit Jahren das erste Mal wieder bei so etwas dabei gestern und stand auch neben vielen Anderen vorm Spiegel und hatte einfach wirklich sehr aehnliche Gedanken. Witzig :)

    Wir sind wohl einfach gut so, wie wir sind, oder?

    Und ja, wir duerfen anfangen uns selbst zu lieben!

    Mit ganz vielen Gruessen und ganz viel Kraft fuer deinen Weg!

    Miriel

    Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Hallo zusammen,

    Miriel : Danke für Deine Worte....schön, dass Du wieder da bist :)


    gestern habe ich mich in den Schlaf geweint und auch heute habe ich mir die Tränen verdrücken müssen beim Gedanken an ihn. Aber ich merke, dass es mir immer besser gelingt, mich da wieder rauszuholen aus diesem loch....das ist gut.

    Wenn mir wieder Gedanken kommen wie "vielleicht wird es ja doch wieder etwas mit uns" rufe ich mir besonders das wieder ins Gedächtnis, was ich kürzlich von Aurora in einem anderen Fädchen gelesen habe. (ich weiß nicht ob sie hier mitliest und ich hoffe es ist in Ordnung wenn ich schreibe, was mich daran so berührt/beschäftigt hat?)

    mir ist dadurch zum ersten mal so richtig bewusst geworden, was es heißt wenn ein mensch trocken werden möchte. dass es nicht allein damit getan ist, einfach nichts mehr zu trinken...dass dazu viel mehr gehört....eine enorme innere stärke, den mut genau auf sich zu schauen, achtsamkeit und auch, dass derjenige es sich wert ist, eben ein leben ohne Alkohol zu führen....

    wenn ich mir dessen bewusst werde, so verschwinden bei mir gerade eben solche Gedanken wie "vielleicht schafft er es ja nun doch" und ich merke, dass ich mich (noch) an etwas klammere, an was ich, wenn ich ehrlich bin, nicht mehr glaube...und zwar dass XY diese innere Stärke, Achtsamkeit und Selbstliebe erlangt hat. Es stimmt mich natürlich traurig, aber es hilft mir, der Realität ins Auge zu sehen und mir bewusst zu werden, dass meine Träumereien "alles wird gut" naiv sind....naives Träumen fühlt sich zwar besser an, aber geträumt habe ich nun lange genug....

    Gute NAcht zusammen
    Herze

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • ich merke grade, dass ich aufpassen muss auf mich...mir wird grade bewusst, wie zäh dieses Co doch sein kann. Ich dachte echt, nach der Trennung ist auch der Co weg....ich merke, dass das nicht der Fall ist. So leicht scheint es nicht zu sein....

    Hatten per SMS Kontakt und ich merke, dass das nicht gut ist....merke wie mein Herz n Sprung macht wenn ich lese, dass ich ihm fehle, dass er gerne die Zeit zurück drehen möchte und alles besser machen würde....merke, dass ich alles andere als frei von ihm bin....

    Bin froh, dass er noch ne Zeit auf Entzug ist....aber die Zeit rückt näher, in der er wieder zurück kommt...davor habe ich Bammel...mir wird bewusst, dass ich noch lange nicht so weit bin, dass ich ihn wieder treffen könnte ohne die Gefahr im Nacken, wieder schwach zu werden....aber das zu wissen ist ja immerhin auch schon n kleiner Schritt

    Alles Liebe Euch allen
    Herze

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Hallo Herze
    Ich lese schön bei dir mit.
    Ich habe ein Wochenende hinter mir,eine Reise in die Vergangenheit.
    Nachzulesen bei mir im Faden.....
    Das war alles sehr hilfreich für mich und ich konnte wieder Dinge für mich klären.
    Bei deinen Berichten über deine eigene Wahrnehmung mußte ich schmunzeln....ich hab am Tag des Schlussmachens, Fotos mit dem Selbstauslöser der Kamera gemacht und war erstaunt wie gut ich aussah!!!!
    Will sagen ich pflege und kleide mich sorgfältig,bin eine große stabile Frau ,aber über schön ,nichtschön,attraktiv oder mich ins Verhältnis zu anderen setzen ,hab ich mir auch vorher keine großen Gedanken gemacht, hab doch auf ihn geschaut, auf den Alltag,die Beziehung eben auf alles mögliche.
    Nun mit diesen frischen Bildern (sonst fotografierte mich ja keiner) suchte ich mir die letzten Aufnahmen von ihm raus und fand mich nur noch schön!!!!
    Und ich war erschrocken,so im direkten Vergleich wie schlecht (mager,krank, ungepflegt)er inzwischen aussieht.
    Also wieder was dazugelernt,prima.

    Zu deinem Thema rate ich dir ,sei gut zu dir ,setze dich nicht unter Druck,je gelassener du bist desto eher kannst du dein Bauchgefühl spüren und das zeigt dir den Weg.
    Vertrau auf dich....
    Liebe Grüße R..

  • Hallo ihr Lieben,

    nach einer kängeren Zeit des nicht-schreibens melde ich mich mal wieder.

    Mir ging es im Großen und Ganzen eigentlich ganz gut in den letzten Wochen...an manchen Tagen weniger...an machen wieder ganz gut...
    Nun komme ich gerade vom Urlaub mit einer Freundin zurück. Es war sehr schön und ich habe es mir gut gehen lassen...aber auch hier hatte ich Tage, in denen ich ihn unheimlich vermisst habe. Aber ich denke das gehört nunmal dazu.

    Nun sitze ich aber hier und merke, dass das Gefühl, das ich gerade empfinde, eben nicht dazu gehört...nicht zu einem normalen Liebeskummer. Und dieses Gefühl lähmt mich wieder und macht mir Angst.
    Aber mal von vorne: habe heute xy getroffen. Er hat mir gestanden, dass er seinen Entzug abgebrochen hat.
    Bäääng...ich hatte soetwas schon irgendwie geahnt aber das zu hören tat mir weh. Es macht mich traurig, dass er doch noch nicht so weit ist, sein Leben von Grund auf zu ändern...ich habe es mir sehr gewünscht....wenn ich ehrlich bin, im Hinterköpfchen vielleicht mit dem Wunsch, dass wir dann doch irgendwann wieder zusammen finden....

    Aber was mich völlig verunsichert: als er vor mir saß und mir das erzählte, mir auch immer wieder sagte, dass er mich vermisse, habe ich nichts mehr von der Liebe und der Sehnsucht ihm gegenüber gespürt, von der ich dachte bzw auch in den letzten Wochen noch gespürt habe....das verwirrt mich.....ich habe gemerkt, dass er etwas getrunken und gekifft hatte und dieses Verplante hat mich irgendwie abgestoßen...ich frage mich, warum ich mir an manchen Tagen die Augen aus dem Kopf heule und das Gefühl habe, ihn am Liebsten zurück zu haben und heute dies gar nicht so empfunden habe??? Ich versteh meine eignen Gefühle nicht mehr...

    und was mich noch mehr verwirrt ist, dass ich beim Abschied dann doch geheult habe, als wir uns zum Abschied fest in die Arme genommen haben. Das passt doch alles nicht zusammen...??? Ich hätte ihn am Liebsten gar nihct mehr losgelassen...als ich merkte, wie ich auf diese Umarmung reagiere habe ich ihn aber dann doch halb aus der Wohnung geschoben, weil ich dieses Gefühl nicht mehr ertrage habe

    Das Gefühl, ihn im Stich zu lassen, fängt wieder an, in mir zu nagen. Im Grunde weiß ich, dass ICH ihm nicht helfen kann, aber es fühlt sich trotzdem besch**** an. Und ganz wegschieben kann ich dieses Gefühl nicht, dass ich ihm helfen kann. Auch wenn mein Verstand eigentlich weiß, dass das mein Co ist...Er sitzt vor mir und gibt mir das Gefühl, wenn ich da bin, geht es ihm gut.
    Wie gesagt auf der einen Seite frage ich mich, ob da noch Gefühle von meiner Seite aus da sind....aber wenn nicht, warum macht mir das Ganze doch noch so zu schaffen?
    Er sieht selber ein, dass er im Grunde erstmal alle seine Sozialkontakte von Grund auf ändern müsste, um nach dem Entzug nicht wieder bei alten Bekannten aufzuschlagen, wo der ganze Sch**** wieder von vorne anfängt....und wenn ich das höre, fängt es wieder an zu tickern bei mir "der Arme ist auf der Welt alleine, ich bin doch die Einzigste, der er vertraut und bei der er ehrlich seine Gefühle, Ängste und Schwächen rauslassen kann"

    Oh mann...ich dachte ehrlich, dass ich schon das meiste des Weges geschafft habe...aber heute sieht es alles andere so aus...

    Verwirre Grüße
    Herze

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Hallo Herze
    Ich umarme dich jetzt mal ganz fest,denn das brauchst Du auch mal.
    Ich kenne dieses auf und ab der Gefühle auch sehr genau und vor ein paar wochen als es besonders schlimm war, erinnerte ich mich an etwas was mir in einer anderen Situation wo ich auch nicht weiter wußte ,geholfen hat.
    Ich habe abends im Bett gebetet und ihn an Gott abgegeben mit der Bitte :,, kümmere du dich um ihn ,ich kann und schaff es nichtmehr,,Ich habe die Verantwortung für ihn abgegeben und das war sehr befreiend!!

    Jetzt habe ich nur noch die Verantwortung für mich und die kann ich tragen.
    Vielleicht hilft dir das auch?
    Ich habe dir übrigens auch in meinem Faden geantwortet ,schau doch mal rein wenn du magst.

    Ganz liebe Grüße R...

  • liebe Renate
    danke Dir für Deine Worte!!!
    ich muss bzw ich darf ihn abgeben...vor allem dieses "dürfen" muss ich verinnerlichen.
    Darauf zu vertrauen, dass es in seiner und in der Macht eines Höheren liegt....nicht bei mir.

    Heute geht es mir wieder etwas besser. Bin zwar sehr faul, liege aufm Sofa und denke hin und wieder "wäre schön, diesen ungemütlichen kalten TAg mit jemanden zu teilen, an den man sich heran kuscheln kann"....aber der Gedanke bzw das Alleinsein schmerzt nicht...es ist ok wie es gerade ist.

    Ich erinnere mich gerade wieder an die Trennung. Ich habe mich damals kurz vor seinem geplanten Entzug getrennt...ich hatte damals ein sehr schlechtes Gewissen, da ich das Gefühl hatte, ihn im Stich zu lassen.
    Aber heute weiß ich, dass ich einfach mal auf MICH gehört habe und MEINEM Gefühl gefolgt bin. Ich hatte Angst bzw den Verdacht, dass er im Grunde noch nicht wirklich an dem Punkt gelangt ist, sein Leben von Grund auf zu ändern. Ich hatte Angst, mich (mal wieder) voll und ganz auf ihn einzulassen mit der Hoffnung, dass er es dieses Mal schafft.
    Ich hatte Angst davor, dass meine Hoffnungen wieder zerstört werden. Und mein Gefühl war richtig. Er hat die Therapie vorzeitig abgebrochen und ich bin froh, dass ich damals die Notleine gezogen habe...nicht auf Besserung gewartet habe, denn sonst würde ich jetzt sicherlich noch geknickter dastehen.

    Gestern noch dachte ich in meiner verwirrten Stimmung, dass er es vielleicht geschafft hätte, wäre ich bei ihm geblieben. Denn er erzählte, dass es ihn runter gezogen hat, dass am Wochenende Besuchstag war und ihn halt keiner besucht hat. Aber heute wird mir wieder bewusst, dass es ihn oberflächlich vielleicht unterstützt hätte, wäre ich für ihn da gewesen, aber eben nur oberflächlich. Wahrscheinlich wäre es so gelaufen wie letztes Jahr, dass er ein halbes Jahr durchgehalten hätte, aber eben nicht auf Dauer.

    Es ist sehr schade um ihn und ich möchte mir nicht vorstellen, wie es sich anfühlt was er empfindet, wenn er sich in klaren Momente vor Augen führt, wie er sein Leben sinnlos vergeudet...und ich bin mir sicher, dass er diese Momente hat...aber ich möchte mich nicht länger dafür verantwortlich fühlen, dass er zu solchen Momenten gelangt und auch nicht mehr dafür, was er daraus dann macht.

    So wie es Renate geschrieben hat, gebe ich diese Verantwortung ab...an etwas an was ich glaube, und vertraue darauf, dass es gut wird wie es kommt...für ihn und für mich


    Ich grüß euch alle ganz herzlich und wünsche euch einen schönen Abend...seidd geduldig und gut zu euch selbst
    Herze

    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es einen Sinn hat - egal wie es ausgeht.

  • Hallo Herze
    Heute nachmittag habe ich auch etwas geschwächelt,das mit der Kuschelsehnsucht....
    Hole mir dann gedanklich hervor wie es zuletzt war und da wurde nichtmehr gekuschelt,er war schon eine Weile in seiner eigenen Welt,ich hatte es nur nicht gemerkt.
    Vor 2 Wochen war ich ja in der alten Heimat,ich beschrieb es in meinem Faden..
    da hatte ich gute Gespräche mit meinem Ex Ehemann (Scheidung vor 23 jahren er ist immernoch nasser Alkoholiker)
    Er ist körperlich fertig,sieht uralt aus und er hat durchgehend getrunken(inzwischen jahrzehnte)
    Ich hatte soviele Fragen den Suff betreffend ,ich wollte verstehen etc...
    Ich bekam die Antworten auch was unsere Vergangenheit(Ehe, 2 Kinder) betraf.

    Das hat mir jetzt bei der Trennung vom Xy geholfen.
    Ich hab begriffen das es nichts mit der Beziehung (mir) zu tun hat,das es nichts mit Liebe /oder nicht Liebe zu tun hat.
    Es ist was ,,Eigenes,, irgendwann ,,Krankes,, das die Führung im Leben des Trinkers übernimmt und ja ,sie sehen es zwischendurch und trinken es weg.
    Sie verlieren alles und trinken trotzdem weiter.
    Der Alkohol ist viel stärker als wir uns überhaupt nur vorstellen können.
    Er bricht den Menschen und weil das schleichend passiert müssen die trinkenden ja immer nur ,,kleine ,, Entscheidungen treffen
    z.B.
    Führerschein weg= na und!
    Job weg = na und
    Frau/kinder weg= na und
    Verwahrlosung= na und
    Gesundheit =na und
    Tod= ist jetzt auch egal!
    Viele andere Stationen dazwischen,
    stell dir mal vor das ging auf einmal
    so Alkohol /Tod dann würde keiner das Zeug anfassen!!!
    Sowie sich nur Selbstmörder auf die Gleise stellen.
    Aber der Alkohol ist gemein und tückisch er gaukelt ja erstmal was anderes vor
    Party/Feiern
    Entspannung,
    Gute Laune,
    Problemlösung...etc.
    Ich schreib das jetzt mal so drastisch.
    Sicher gibt es bei jeder Station ,Versuche das Lebenslevel zu halten aber müssen Alkoholkranke entscheiden,fällt die Entscheidung oft zugunsten des Alkohols aus weil man ja aufkommende Schwierigkeiten erstmal wegtrinken kann(oder es zumindest versucht)
    So hab ich das verstanden.
    Meinem jetzigen Xy hab ich unterstellt keine Gefühle zu haben(für mich) dieses ständige von mir gefühlte ,,sehr nah,, zu ,,geh weg,, mich ausschliessen z.B über seinen Geburtstag,es bereitete mir wirklich Schmerzen,ich litt sehr.
    Ich denke das in diesen Zeiten er seinen eigenen Kampf mit /gegen /für den Alkohol führte.
    Dem Ganzen hab ich nun eine Grenze gesetzt,
    habe aus seinem mir verordneten ,,Urlaub,, ein Schluss gemacht.
    Aus Selbstschutz und der Einsicht er wird es immerwieder machen und ich ertrage es nichtmehr.
    Zeitgleich hat sich offenbar sein Alkoholkonsum in den letzten 2 Jahren so erhöht das es nur noch eine Frage der Zeit ist bis er das körperlich nichtmehr schafft.
    Dann hat der Alkohol ihn geholt.
    Das wollte ich mir ersparen,verhindern können hätte ich es sowieso nicht.
    Das alles halte ich mir vor Augen ,wenn ich meine ich wollte ihn zurückhaben und glaube mir das hilft mir weiter auf meinem Weg zu bleiben.

    Meinen Exmann fragte ich ,wie er handeln würde ,wenn er die Zeit zurückdrehen könnte,das war ein sehr berührender Moment denn mit dem einen Auge das er noch hat ,weinte er.........
    Somit glaube ich das kein Alkoholiker gerne abhängig ist.Ich bin dem Kindesvater immernoch sehr verbunden und weiß das er mich bis zum heutigen Tage liebt,es ist also ein liebevolles klärendes Gespräch gewesen.
    Damals mit 2 kleinen Kindern zu gehen war der einzigste Weg für mich!!!
    Sie sind krank,schwer krank!
    LG R..

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