• Zitat von Rhein

    Ich halte es dazu, dass eine Therapie spätestens dann angebracht ist, wenn die Situation/das eigene Leben/die letzte Beziehung was dazu geführt hat Leidensdruck erzeugt, der über einen zu langen Zeitraum anhält und aus dem man/ich keinen Ausweg sehe, keine Hoffnung auf Besserung habe

    Ja, das ist immer der Punkt, denke ich auch- Subjektiver Leidensdruck bewegt zu einer Therapie, genauso auch wie zu einer LZT....
    Und da ist nat. jeder verschieden, wie das Wort "subjektiv" ja schon ausdrückt.

    Daher schließe ich rück, dass Du, Renate, im großen und ganzen mit Deinem Leben glücklich und zufrieden bist....

    Dieses "falsch" zu definieren ist schwer, aber ich versuche es mal: Wir haben oft unseren eigenen Wünschen und Ideen in dieser Partnerschaft negiert und das aufgrund des Alkoholkonsum unseres Partners. Irgendwann haben wir dann wie auf Knopfdruck regiert und haben unser Verhalten genau nach dem Partner, bzw. seinen alkoholbedingten Phasen ausgerichtet. In einer normalen Partnerschaft hätten sicherlich schneller und öfter deutlich unsere Meinung vertreten, so aber nicht.

    Da habe ich eine ganz andere Betrachtungsart, die übrigens auch in der Fachliteratur vertreten wird:
    Wir sind nicht "krank/falsch/ oder wie auch immer, ich mag diese Bewertungen eig. nicht" geworden durch den falschen Partner!

    Und es war auch kein Zufall, dass wir an unsere XY geraten sind.
    Ein gesunder Partner zieht uns nicht an und wir ihn nicht.
    Um nicht zu verallgemeinern schreibe ich nun statt "wir" von mir.
    Ich war schon vor XY so, dass ich mir keinen Wert beigemessen habe.
    Dass ich meine Grenzen nicht kannte usw......usw.....
    Und das hatte nichts mit seinem Konsum zu tun, sondern ganz allein mit mir.

    LG
    Girasole

    PS:

    Nochmal: "Ich kenne keinen Anti-Alkoholiker (weder aus Überzeugung oder aus Notwendigkeit)".
    Ich kenne einige Menschen, die keinen Alkohol trinken. Einfach so :wink:

  • Zitat von Renate: "Mein Leben lang habe ich mir gewünscht, mit einem Partner zusammenzuleben"

    Yep, das geht mir genauso. Deswegen dachte ich auch bei meinem Ex, dass es "das" jetzt wäre - dass ich angekommen bin. Das machte es ja auch so bitter, dass ich diesem Wunsch-Traum, Traum dann doch wieder Abstand nehmen muss. Das alles wieder anders gekommen ist und es - mal wieder - noch nicht mal an mir gelegen hat.

    Renate, wenn du jetzt schlecht Nähe zulassen kannst und bei Annäherungen eher herbe reagierst - vielleicht verlangst du auch einfach momentan nur zu viel von dir? Es ist ja schließlich auch viel passiert, das einfach seine Zeit braucht, um zu heilen. Vielleicht muss man etwas mehr Geduld mit sich aufbringen?

    Ich muss sagen, mir geht es derzeit nicht anders. Derzeit möchte ich mal meine Ruhe haben - Dankeschön. Komischerweise scheint das niemanden abzuschrecken. Ganz im Gegenteil. Aber ich kann momentan nicht - ehrlich gesagt will ich auch nicht. Es ist ja auch nicht so, dass nur ein Liebeskummer zu bewältigen ist - der ja auch schlimm genug sein kann. Wir haben Gefühle, Zeit, Arbeit und jede Menge Energie in einen Menschen investiert, nur um auf den Bauch zu fallen. Um es einmal krass zu formulieren. Das kann einem schon ein bisschen den Glauben nehmen.

    Aber wie gesagt - ich denke, vielleicht muss alles nur erst einmal in Ruhe heilen.

    Liebe Grüße
    HM

  • Zitat von Honeymaker


    Wir haben Gefühle, Zeit, Arbeit und jede Menge Energie in einen Menschen investiert, nur um auf den Bauch zu fallen. Um es einmal krass zu formulieren. Das kann einem schon ein bisschen den Glauben nehmen.

    Investieren, damit am Ende das von mir gewünschte Ergebnis herauskommt-
    also so sehe ich eine Beziehung überhaupt nicht...

    Und das klingt auch sehr nach "Co".... Ich tue dies und das, damit...

    In einer Beziehung gebe ich gern und ganz freiwillig und ohne Gegenerwartung.
    Und wenn es schief läuft, dann ist es so.
    Da sehe ich für meinen Teil keine Investitionen, die nix gebracht haben.
    Ich reflektiere meinen Teil, damit es beim nächsten Mal besser läuft.

    LG
    Girasole

  • Zitat

    Investieren, damit am Ende das von mir gewünschte Ergebnis herauskommt

    Das würde ja schon eine gewisse Berechnung vorraussetzen.

    Warum hilft man denn generell irgendjemandem? Damit es ihm / ihr besser geht. Damit er / sie wieder auf die Füße kommt.

    Nach deiner Auslegung wäre ja im Prinzip jede Hilfe "Co". Ich finde, das ist zu eng ausgelegt.

  • Es wäre schon gut, den gesamten Satz zu zitieren:

    Zitat von girasole

    Investieren, damit am Ende das von mir gewünschte Ergebnis herauskommt-
    also so sehe ich eine Beziehung überhaupt nicht...

    Hier geht es nicht um Hilfe, sondern um eine Beziehung.
    Und nochmal:
    Ich investiere nicht in eine Beziehung. Ich gebe, und zwar gerne und ohne Erwartung einer Gegenleistung.

    LG
    GIrasole

  • Hallo Girasole
    Die von dir vertretene These über Beziehung (Beziehungen) erscheint mir schon recht ,,heilig,, und in aller Konsequenz auch nicht real,jede zwischenmenschliche Beziehung besteht doch aus geben und nehmen.
    Ich möchte den Menschen erleben der immer (gerne!!) gibt ,was auch immer Zeit /Zuwendung/Verständnis/materielles oder was auch immer und der Rest der Welt incl. Partner geben nichts zurück.
    Du möchte ich dich erleben.
    Stell dir nur deinen Job vor ,selbst wenn er Berufung für dich ist ,würdest du ihn auch ausüben wenn du kein Geld dafür bekommen würdest?
    Jetzt Freundschaft:deine beste Freundin läd sich ständig bei dir ein ,leiht sich dein Auto ,Ißt deinen Kühlschrank leer und weint sich bei Liebeskummer bei dir aus,du tust und gibst jedes einzelne davon zum jeweiligen Zeitpunkt gerne ,möchtest du umgekehrt etwas von ihr und bekommt ein konsequentes ,,Nein,, na wie wäre das?
    Nun geh auf näher (deinen Partner) hast du eine Partnerschaft um dich auszuverkaufen (überspitzt gesagt)oder ist es nicht eher so was nix kostet , auch nix wert ist, man sich billig macht wenn man nur gibt und selbst keine Wünsche hat?
    Ich denke das Leben ist keine Einbahnstrasse und wenn der Deal auch ganz oft nicht so offensichtlich ist hat jeder Mensch etwas im Sinn wenn er eine Partnerschaft eingeht z.B. Zweisamkeit,nette Stunden, gemeinsame Zukunftspläne,zusammen lachen und weinen ,Kinder, sich gegenseitig unterstützen und noch viel mehr ,möchte die Person erleben die frei ist von Erwartungen an den anderen ,egal wie diese geartet sind ,denn hätte man die nicht könnte man doch getrost alleine bleiben und sich selbst geben was man im und beim anderen sucht.
    Aber da fängt es ja schon an ,ist irgendwie blöd sich selbst zu umarmen,von jemand anderen getröstet werden ist irgendwie auch viel netter.mit dem Partner über den blöden Tag reden oder am ende des Tages jemanden im Bett neben sich liegen zu haben ,nichtwahr?
    Es gibt ne menge Dinge die alleine nicht möglich oder nicht so schön sind ,also suche ich das bei anderen Menschen und zwar nicht nur weil ich den andere glücklich sehen möchte ,am liebsten wäre mir ,ich wäre dabei auch glücklich.(zufrieden)
    LG R..

  • hallo
    Zitat girasole:
    Investieren, damit am Ende das von mir gewünschte Ergebnis herauskommt-
    also so sehe ich eine Beziehung überhaupt nicht...

    Und das klingt auch sehr nach "Co".... Ich tue dies und das, damit...

    In einer Beziehung gebe ich gern und ganz freiwillig und ohne Gegenerwartung.
    Und wenn es schief läuft, dann ist es so.
    Da sehe ich für meinen Teil keine Investitionen, die nix gebracht haben.
    Ich reflektiere meinen Teil, damit es beim nächsten Mal besser läuft.
    ..---------------------------------------Zitatende


    Da habe ich nun ne Frage, wo ist denn deine Grenze?
    Beispiel:
    Du gehst also eine Beziehung ein, bist nett freundlich ,respektvoll,pflegst dich,kochst für den liebsten, bist aufmerksam und vieles mehr ...
    dein Partner wird stoffelig ,launig ,ungepflegt,trinkt ,spielt , schaut anderen Frauen nach und stell dir vor was du möchtest,also reflektiert girasole weil erwarten tust du ja nichts ,richtig?
    (ich weiß ist jetzt provokant von mir)
    Du reflektierst also ,aber wie lange würdest du das mitmachen,ehrlich und Hand aufs Herz würdest du dem Herrn mitteilen das du dir das sooo nicht vorstellst oder still und heimlich weiter reflektieren (und ggf dein Verhalten ändern in der Hoffnung das sich was ändert?)um ihn dann wenn ersteres nicht fruchtet,irgendwann gegen ein anderes Exemplar aus zu tauschen.
    Ich habe das jetzt absichtlich so krass formuliert,aber horch mal tief in dich rein und sag dann ob du frei von Wünschen bist die du in das ,,Wir,, (die Beziehung) mit einbringst.
    Ich unterstelle jeder Mensch der eine Beziehung eingeht hat auch Wünsche die er dort gerne erfüllt bekäme, natürlich nicht mit dem geschriebenen Wunschzettel oder gar einer Strichliste.
    Aber wären sich die Menschen dessen bewußter (bzw ehrlicher mit sich und dem anderen)dann könnte das mit den Beziehungen durchaus klappen ,davon bin ich fest überzeugt.
    An dieser Stelle ist Reflektion sicher sehr angebracht ,denn weiß ich was ich möchte kann ich das auch formulieren und kann mein Gegenüber das auch ,ist schon die halbe Miete drin.
    in diesem Sinn

    LG R..

  • Neben aller Liebe die ich natürlich vorher vorrausetze ist so sicher eine Beziehung auf Augenhöhe möglich .....
    Ja wenn..............................
    siehe vorherigem Eintrag.

    Achso ich vergaß, natürlich hätte ich auch gerne eine Beziehung und nicht erst ,,im Alter,, und als so eine Art Versorgung.
    Mein Wunsch war es immer ,mit einem Menschen zusammen alt zu werden und im Alter auf das gemeinsame Leben zurückzublicken und sagen zu können ,,weißt du noch.....,,
    Gut meine Lebensgeschichte habe ich so oder so aber um gemeinsam erlebtes zu erinnern müßte ich auf der ,,gedachten Bank als alter Pärchen ,, mehrere Herren (Lebensabschnittsgefährten) bemühen.
    Vielleicht blockiere ich mich deshalb auch selbst was Beziehung angeht,wie lang soll denn diese Bank sein damit alle draufpassen?
    Vielleicht bin ich auch nur ein bischen spät dran damit die rosa romantische Brille abzusetzen??

    LG R..

  • Hallo Renate,

    nirgendwo hab ich geschrieben, dass ich zulasse, dass mein Grenzen überschritten werden :!:
    Und auch nicht, das ich perfekt und frei von Wünschen bin :wink:
    Und ich finde auch, dass Geben und Nehmen in einer Beziehung herrschen sollte.
    Es geht mir um den Punkt der Erwartung.
    Ich "Investiere" nicht, ich gebe gern und wenn die Beziehung zuende geht, ist da bei mir nicht das Gefühl, "umsonst" gegeben zu haben oder "auf den Bauch gefallen" zu sein (So auch nicht bei Ex-XY).
    Und ja der Anspruch mag "heilig" erscheinen und auch in der Realität nicht immer zu 100% erreichbar, aber ich finde, so ein Fixpunkt, den man im Auge behält, wo man "hinstrebt" kann nicht schaden.

    LG
    Girasole

  • Hallo Girasole
    Ich habe gestern noch in deinem Faden zurückgelesen..................
    Du hast es bei xy sehr wohl zugelassen das Grenzen überschritten wurden.............
    Manchmal wird geschriebenes auch ,,unbeholfen,, formuliert ,setze wünschen statt erwarten und fordern ein und es ist am Ende dasselbe.
    Genauso wenn man zurückschaut und enttäuscht ist weil gemeinsame Zukunftspläne sich nicht erfüllt haben.
    Ich denke frei von Wünschen oder Erwartungen ist kein Mensch ,per realem Wort und von Gesicht zu Gesicht verliert geschriebenes vielleicht seine Härte.
    LG R....

  • Hallo Renate,

    Zitat von RenateO

    Hallo Girasole
    Ich habe gestern noch in deinem Faden zurückgelesen..................
    Du hast es bei xy sehr wohl zugelassen das Grenzen überschritten wurden.............

    Das stimmt natürlich! Sonst wäre ich ja gar nicht hier im Co-Forum.
    Aber ich lebe ja vorwärts! Und bin schwer motiviert, darauf zu achten, dass dies nicht mehr vorkommt.

    Mir ist klar, dass hier beim Schreiben viel "verloren" geht. Und ich bin auch niemand, die dann gleich "loshackt".
    Dennoch finde ich gerade dieses "Investieren-Denken" eine Co-Falle und habe daher darauf hinweisen wollen.
    Dass hier einige diese Meinung nicht teilen wollen, ist ja ok.
    Nun lassen wir es eben so stehen. :D

    LG
    Girasole

  • Hallo Renate,
    Erwartungen und sogenannte Wünsche an andere und mich selbst sind schon sehr lange auch mein Thema, deshalb finde ich sehr interessant, was du gerade schreibst.

    Zitat

    Ich denke frei von Wünschen oder Erwartungen ist kein Mensch


    Das zeigt mir meine Erfahrung auch. Und dabei kommt es gar nicht darauf an, ob ich die Erwartungen gewaltfrei "Wünsche" nenne oder aus Wünschen harte verbale "Erwartungen" oder "Forderungen" mache.
    Für mich macht es nur einen Unterschied, welche Erwartungen ich habe, wie deren Erfüllung geschehen soll und was mit mir im Falle der Nichterfüllung "passiert"
    Ich halte es für das Normalste der Welt, nicht gern immer allein sein zu wollen oder zu "erwarten", dass sich jemand freut, wenn ich ihm etwas schenke oder zu erwarten, dass jemandem das Essen schmeckt, das ich ihm zubereite.
    Allerdings wird auch ein noch so friedlich geäußerter "Wunsch" ganz schnell zur Manipulation, wenn er bedeutet, dass jemand in seiner eigenen Entscheidung eingeschränkt wird, wenn z.B. jemand nicht mehr sagen oder tun darf, was er selbst möchte.
    Die kleinste der Erwartungen, die ich inzwischen an andere habe, ist, dass sie sind wie sie sind. Deshalb bedeutet, jemanden oder etwas loslassen für mich auch nicht, ihn oder es fallen zu lassen oder weg zu stoßen, sondern sein lassen. Und selbst das ist nicht immer unproblematisch.
    Für mich sind diese Erwartungen immer wieder auch sehr großes Thema gewesen. Die Lösung für mich war nicht, sie mir komplett zu versagen nach dem Motto: Meine Erwartungen sind nicht stimmig, also weg damit! So einfach funktionierte es bei mir nicht.
    Da gibt es wohl ganz unterschiedliche Strategien. Ich freu mich aber immer, wenn jemand zu seinen Erwartungen "steht" und da ansetzt. So oder so ähnlich hab ich es auch gemacht. Mir hat es geholfen und sicher trug es auch dazu bei, dass ich nun mein fünftes Jahr trocken genieße. Danke, dass du deine Gedanken hier aufschreibst.
    Gruß, Penta

  • Hallo Renate!

    Zitat

    Ich denke frei von Wünschen oder Erwartungen ist kein Mensch ,

    Das sehe ich auch so jeder Mensch hat Wünsche und Erwartungen, hätte ich keine müsste mir ja alles gleichgültig sein. Natürlich freue ich mich auch wenn ich gelobt werde weil ich gute Arbeit geleistet habe wobei ich dann immer aufpassen muss ob da nicht eine Bedingung daran geknüpft ist, zum Beispiel: "Wenn wir dich nicht hätten du bist so fleissig, könntest du nicht einen Zusatzdienst übernehmen?". In dem Falle freue ich mich nicht sondern bin verärgert :evil:

    Die Frage ist - wie gehe ich mit meinen Wünschen und Erwartungen um? Bin ich enttäuscht wenn meine Wünsche und Erwartungen nicht in Erfüllung gehen oder kann ich es für mich akzeptieren? Versuche ich den anderen Menschen soweit zu manipulieren in der Hoffnung meine Erwartungen erfüllen sich doch noch?

    Das ist für mich das Problem bei uns Co-Abhängigen, wir erwarten oft wenn wir Gutes tun eine entsprechende Gegenleistung oder wir erwarten dass unser Gegenüber auch so reagiert wie wir.

    Genauso haben wir ja jahrelang mit unseren alkoholkranken Partnern gelebt. Wir haben erwartet dass wir zu unserem Ziel kommen ihn trocken zu legen wenn wir uns nur genug anstrengen.

    Ich versuche gerade das zu unterscheiden, habe wohl Erwartungen aber wenn der andere ganz verschieden von mir tickt investiere ich nicht mehr sondern sage mir einfach, es passt nicht.

    Für mich ist es auch noch schwierig die Grenzen einzuhalten, ich kann mir momentan auch nicht vorstellen mich auf einen neuen Partner einzulassen weil ich Angst habe wieder Vertrauen aufzubauen.

    Die lange Beziehung hat mich doch sehr geprägt obwohl ich nach wie vor glücklich bin den Weg da raus geschafft zu haben.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Penta
    ich war gerne Teil eines Ganzen ,Familie etc auch Freundinnen sind mir wichtig.
    In den letzten 20 Jahren ungefähr sind viele Verbindungen im Sand verlaufen /eingeschlafen.
    Erst nach der Scheidung allein mit den Kindern reagierte mein Umfeld ,,merkwürdig,, tagsüber gab es reichlich Kontakte ,abends ,am Wochenende und bei Feiern wurde es problematisch ,ich als alleinstehende Frau war ein potentieller ,,Männerdieb,, es dauerte eine Weile ich bis diesen Zusammenhang überhaupt kapierte.
    Meine finanziellen Mittel waren mehr als bescheiden ,also Vereine /Ausgehen etc fand kaum statt.
    Hinzu kam dann meine Berufsänderung,ich ging in einen Pflegeberuf mit Wechselschichten und Wochenenddiensten,das war auch nicht nicht förderlich für regelmäßige Beziehungspflege,oft war ich Zuhause wenn die anderen arbeiteten und umgekehrt,später kamen Fernbeziehungen dazu ,so das ich meine Freizeit überwiegend mit dem Partner verbrachte und zuletzt die Beziehung zu meinem ex(alki) tat seins dazu.
    Ich bin also in eine Art Einbahnstrasse gelaufen und habs nichtmal gemerkt,klar so ein Alki beschäftigt einen ja auch ganz gut.
    Dazu habe ich ein Hobby was allein und zuhause stattfindet,einzig der Garten den ich seit 2 jahren habe bringt mir wieder neue Außenkontakte, so nette unverbindliche Gespräche ,was ich vielleicht ausbauen kann.
    Ich hätte gerne mehr Kontakte ,gehe offen auf Menschen zu etc.Bin im Rahmen meiner Möglichkeiten großzügig und hilfsbereit.
    Allerdings möchte ich nicht sonstwas machen müssen /ausgenutzt werden um wieder Anschluß zu bekommen.
    Ich biege auch nicht an anderen Menschen rum, möchte aber auch nicht verbogen werden.
    Immerhin habe ich rechtzeitig erkannt das ich bei meiner Schwester schon wieder das ,,Helferlein,, sein sollte
    (sie ist seit Monaten in einer Psychoklinik)
    und ich bin kein Gebrauchsgegenstand der für alle möglichen ,,Dienstleistungen,,(sie wohinfahren ,zuhören, Dinge besorgen etc) zur Verfügung steht und wenn etwas verabredet ist was mir auch Freude macht ,stehengelassen wird,schlimmer noch angebrüllt wird weil ich was zu diesem Vorfall gesagt habe.
    Hab ich denn so einen Denkfehler?
    Einen falschen Anspruch /Wunsch
    Helft mir auf die Sprünge bitte.
    LG R..

  • Hallo Speranza
    Ich denke das ich bei meiner Schwester wieder auf dem Weg in die Cofalle war,habs ja rechtzeitig erkannt aber wehgetan hats trotzdem,denn spätestens seit sie das gemeinsam genutzte Konto(Passwort) geändert hat ist ja klar welche Funktion ich haben sollte,mach schön wie ich möchte sonst hat das Folgen.................
    kommt mir irgendwie bekannt vor!
    Solche Verbindunge möchte ich nichtmehr.
    LG R..

  • Hallo Renate,

    niemand ist frei von Erwartungen. Du nicht und offensichtlich auch deine Schwester nicht.
    Allerdings bringen verschiedene Menschen ihre Enttäuschung über nicht erfüllte Erwartungen auch unterschiedlich zum Ausdruck, der eine beginnt zu fordern, der nächste macht Vorwürfe, wieder ein anderer zieht sich vielleicht schmollend zurück oder ein anderer beherrscht die große Kunst der Akzeptanz.
    Einen Denkfehler kann ich nirgends erkennen. Aufgewühlte Emotionen schon eher.
    Ich bin nun in der Co-Bearbeitung nicht so sehr bewandert, halte aber Enttäuschungen oder Trauer über nicht erfüllte Erwartungen nicht für außergewöhnlich.
    Und das betrifft in dem Beispiel mit deiner Schwester offensichtlich ja euch beide.
    So wie du nun enttäuscht über ihre Reaktion oder ihr Fernbleiben bist, war sie es vielleicht auch über deine Äußerungen.
    Es menschelt.
    Grenzen zu ziehen ist enorm wichtig. Es gibt keinen Grund (auch keine aufgebrachte Schwester) an deiner Entscheidung zu eurem zukünftigen Umgang, die nun gefallen ist, etwas zu ändern. Deine Schwester bleibt sie ja trotzdem. Und das ist auch gut so!
    Wie sich deine Zukunft allerdings entwickelt, ob und mit wem du zukünftig auf ner Bank sitzt und vielleicht nicht über die letzten hundert Jahre sinnierst, sondern mit dem du das eine oder andere Erlebnis aus verschiedenen Leben austauschst, kann ich dir auch nicht sagen. Ich wünsch dir etwas, was ohne Großzügigkeit oder Hilfsbereitschaft als Pflicht und Geben und Nehmen als Geschäft auskommt. Das soll es durchaus geben. Ich glaub da fest dran. :wink:
    Viele Grüße, Penta

  • Hallo Renate!

    Das kann ich voll und ganz verstehen dass du enttäuscht bist, solche Aktionen lassen oft die Vergangenheit hochkochen. Ich reagiere auf Dinge die mich an frühere Situationen erinnern manchmal auch nicht besonders cool.

    Ich hinterfrage mich aber dann bin ich jetzt enttäuscht und sauer weil in mir etwas getriggert hat oder ist die Situation wirklich so?

    Das hat jetzt nichts mit Selbstzweifeln zu tun sondern ich versuche die Sache mit Ruhe zu betrachten und zu verarbeiten.

    Denkfehler begehst du keinen wenn du Gutes tun möchtest der andere das annimmt und dich dann abserviert, wer möchte schon Mittel zum Zweck sein? Aber leider sind viele Menschen so und sehen nur ihren Vorteil.

    Vielleicht hilft ja doch ein Gespräch in aller Ruhe oder du machst dich rar und wartest einfach mal ab.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Speranza
    Ich werde erstmal nichts unternehmen.
    Nach einem Gespräch mit meiner Tante vor einigen Tagen ist mir allerdings ein Verhaltensmuster aufgefallen das ich noch aus meiner Kindheit kenne,so eine Familienstruktur.
    Als ich beschreib das mal ,es gab da 2 Lager ,die hilfbereiten /netten/gutmütigen und die welche sich wie die Axt im Wald benahmen,letztere wurden kaum bis garnicht gemaßregelt und den Netten wurde erklärt:nimms nicht persönlich /die sind eben so /hatten einen schlechten Tag/haben es nicht so gemeint uvm egal was sie machten und wie sie andere verletzten ,die hatten fast Narrenfreiheit
    Ich gehörte ins Lager der ,,netten,, große Schwester mußte teilen,hat für alles Verständnis etc
    Ich wuchs bei Oma auf /Schwester bei unserer Mutter.
    Kleine Schwester mußte nicht teilen etc.
    möchte nicht in die Tiefe gehen und trotzdem war sie ein Leben lang eifersüchtig auf mich!
    Als letztes Jahr unser Vater starb entstand eine Nähe die ich sehr schön fand und auch gute Gespräche,vorher hatten wir viele Jahre kaum Kontakt .
    Sie hat noch eine Mutter(unsere) meine Oma starb da war ich 32 und seitdem mußte ich sehen wie ich und meine Kinder klarkommen ,ich war die verstoßene ungewollte Tochter(Grund weshalb meine Mutter heiraten mußte!)Meine Schwester geniest bis heute die (auch finanziellen )Vorteile einer Mutter und ihr Kind hat eine Oma (entsprechende Zuwendung).
    Verkehrte Welt oder ist sie nur ne verwöhnte Zicke?
    Ich will diese Rolle jedenfalls nichtmehr ,hey hier gehts inzwischen um erwachsene Menschen(Alterunterschied weniger als 2 Jahre)

    LG R..

  • P.S.
    Ich habe vor 7 Jahren ,nach vielen gescheiterten Gesprächsversuchen den Kontakt zu meiner Mutter entgültig abgebrochen,da war einfach kein gemeinsamer Nenner zu finden ,sie hatte den Anspruch an mich die Vergangenheit ruhen zu lassen (vieles sei sowieso nur Einbildung oder von mir erfunden) gleichzeitig setzte sie dieses verletzende Verhalten was sie schon mir entgegebrachte bei meinen Kindern fort (ohne das Alkohol oder sowas je eine Rolle gespielt hat)
    Da war der Kontaktabbruch für mich das kleinere Übel.
    Durch die Annäherung zwischen meiner Schwester und mir und da es einige klärende Gespräche gab dachte ich doch wirklich sie hätte in all den Jahren was dazugelernt.Hat sie scheinbar nicht! Und ich lasse mir meine Empfindungen nichtmehr kleinreden,sie ist für ihr Verhalten genauso verantwortlich wie jeder andere erwachsene Mensch auch und wenn ich ihr sage wo sie mich verletzt hat und dann so eine Reaktion kommt ist die gewünschte Rollenverteilung doch klar.
    Mit mir nichtmehr.
    War dumm von mir überhaupt anzunehmen sie hätte sich geändert.
    LG R..

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