Leben in Freiheit

  • Lange habe ich überlegt, ob ich wieder in einem eigenen Thread schreibe. Nun fange ich einfach mal an und warte ab, was daraus wird.


    Ich kann nur meinen Weg beschreiben, so wie ich ihn gesucht und gefunden habe, ihn gegangen bin und heute noch gehe, ihn immer wieder prüfe und notfalls korrigiere und dabei nur meine Gedanken denken und nur meine Gefühle fühlen.
    Heute vor 6 Jahren habe ich, völlig am Ende, dieses Forum gefunden. Leben wollte ich nicht mehr, sterben konnte ich nicht. Also habe ich mich für mein Leben entschieden. Erst einmal notgedrungen.
    Ohne jede reale Unterstützung, ganz allein, nur mit Hilfe dieses Forums habe ich mich durch meine ersten grässlichen Tage und Wochen ohne Alkohol gekämpft. Ich habe mir Schritt für Schritt meine Freiheit zurück erobert, in meinem Leben wieder Sinn erkannt und innere Ruhe und Frieden gefunden. Dafür bin ich diesem Forum und den Menschen, die es am Leben halten, sehr dankbar.
    Zufrieden bin ich nicht immer, aber ich bin zufrieden damit, ohne Alkohol zu leben und voller Demut und Dankbarkeit, nicht mehr trinken zu müssen.


    PB

    Nichts ist schlimmer als die Weltanschauung derer, die sich noch nie die Welt angeschaut haben.

  • Liebe Pellebär,


    danke für diesen Beitrag.


    Alles Gute auf Deinem weiteren Weg, tian

    Wir sollten nicht zu entdecken versuchen, wer wir sind, sondern was wir uns weigern zu sein.
    (Michel Focault)

  • Liebe Pellebär,


    schön Dich hier wieder zu lesen. Nach Deinem Anmeldedatum bist Du ja schon fast 2 Jahre wieder hier. Nicht zu fassen wie schnell die Zeit vergangen ist.


    Ich wünsche Dir auch weiterhin einen guten Weg, viel Sinn und innere Ruhe.


    Alles Gute auf Deinem Weg, wie lesen uns.


    Lieben Gruß Karl

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo Pellebär!


    Schön Dich hier zu treffen. Die Pellebär-Station!


    Ich finde Deine Einführung in Deinen Thread sehr gut.


    Und ich freue mich dass es Dir jetzt besser geht als damals,ganz am Anfang :wink:


    Liebe Grüsse
    Yvonne

  • Moin liebe Yvonne,


    ich freue mich sehr über deine Worte.


    Oft denke ich an meine erste Zeit hier im Forum zurück. Ich werde nie erklären können warum, aber es waren deine leisen, ruhigen Töne, die ich damals brauchte, um meine wirre Seele zu sortieren. Die lauten, aggressiven haben mich eher erschreckt, noch mehr verwirrt, zum Widerstand gereizt und Trotz in mir ausgelöst. Heute weiß ich, auch die waren wichtig, haben sie mich doch meine Sichtweise immer wieder sorgfältig überdenken lassen.


    Inzwischen kann ich gelassen darüber lächeln.



    Liebe Grüße aus der Pellebär-Station

    Nichts ist schlimmer als die Weltanschauung derer, die sich noch nie die Welt angeschaut haben.

  • Moin liebe Sonnenblume,


    danke für deine Worte. Bei mir klickt es leider nicht? Hattest du damals einen anderen Nick?


    Gib mir doch mal einen Tipp, bitte.


    LG


    PB

    Nichts ist schlimmer als die Weltanschauung derer, die sich noch nie die Welt angeschaut haben.

  • Dieses Glücksgefühl, das ich immer wieder empfinde, wenn mir meine Freiheit bewusst wird, möchte ich nie mehr missen. Ich bestimme mein Leben, ich komme und gehe, wann ich will, denn ich bin nüchtern, kann mich frei bewegen, entscheide selbst, wo will ich wann hin und wie lange will ich bleiben. Trinkend hat der Alkohol für mich gedacht, über mich bestimmt, gehandelt, ich war die Marionette meiner Sucht. Wie viele Filme habe ich nicht gesehen, Konzerte nicht gehört, Einladungen ausgeschlagen, weil ich mich mit der Flasche eingeigelt habe.


    Da will ich nie wieder hin.



    PB

    Nichts ist schlimmer als die Weltanschauung derer, die sich noch nie die Welt angeschaut haben.

  • Moin Karsten,


    danke für deinen Stopp an der Pellebärstation.


    Wichtig für meine Freiheit ist mein alkoholfreier Kopf. Da findet meine alkoholfreie Zone statt. In dieser pitschnassen Welt begegnet mir überall Alkohol. In jeder Fernsehsendung, jedem Film, jedem Buch, jedem Theaterstück, in jedem Laden, in der Werbung, egal wo ich hinschaue, hinhöre, hingehe, er ist immer gegenwärtig, doch er belastet mich nicht mehr. Ich weiß, es gibt ihn, ich akzeptiere ihn, kann hinschauen, ohne Verzichtsgedanken, toleriere ihn in meinem Umfeld, er schränkt mich nicht ein, denn mein Kopf ist alkoholfrei. Ich muss nicht mehr trinken!!! Ich darf und kann mein Leben trocken genießen.


    PB

    Nichts ist schlimmer als die Weltanschauung derer, die sich noch nie die Welt angeschaut haben.

  • Hallo Pellebär,


    Zitat

    Ich muss nicht mehr trinken!!!


    Genau diesen Satz habe ich mir in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder vorgesagt:
    Es ist dies ein wunderschöner Tag, weil ich heute keinen ALK trinken muß.


    Mein Mantra am Morgen, dann lache ich und freue mich auf den neuen Tag.


    Liebe Grüße
    Hans

  • Moin


    Ich habe gerade bei Katha gelesen, ihre Frage - wie frei bist du? Ich bin so frei, meine Sucht voll und ganz zu akzeptieren, mit ihr zu leben, ich muss sie nicht mehr bekämpfen, ich suche mir aus, welchen Menschen ich sie mitteilte. Ich bestellte mir mein alkoholfreies Getränk, auf Fragen antworte ich stets - ich trinke keinen Alkohol - fertig.
    Aufgehört zu trinken habe ich allein, da war Schluss, ich konnte nicht mehr und wollte dann auch nicht mehr. Von tödlichen Krämpfen wusste ich nichts, es wäre mir auch egal
    gewesen. Heute weiß ich, es war mein Weg, für mich und nur für mich war er richtig. Noch einmal werde ich diese grässlichen ersten Tage nicht überstehen. Die Erinnerung daran gibt mir die Stärke nüchtern zu bleiben, meine Freiheit zu leben und zu genießen.


    PB

    Nichts ist schlimmer als die Weltanschauung derer, die sich noch nie die Welt angeschaut haben.

  • Moin



    Kürzlich wurde ich in einem Thread daran erinnert, wie es am Anfang war, an die Zeit, die plötzlich da war, als ich nicht mehr trank, die nüchternen Stunden, die gefüllt sein wollten.


    Mein Arbeitsleben war vorüber. Ich fing an, mein Leben neu zu strukturieren. Jeden Tag eine feste Verabredung, eine ehrenamtliche Tätigkeit, viel lesen und schreiben hier im Forum, Gedanken sortieren auf langen Spaziergängen, das gab mir erst einmal Halt, zunehmend Sicherheit und Bestätigung.


    Das war ein Prozess, der Geduld erforderte, Durchhaltevermögen und den festen Willen nicht mehr zu trinken, aber auch Mut, dem Leben nüchtern zu begegnen, mich nüchtern auszuhalten, mich zu akzeptieren und endlich zu lernen, das Leben nüchtern zu genießen.


    Es lohnt sich!!!


    PB

    Nichts ist schlimmer als die Weltanschauung derer, die sich noch nie die Welt angeschaut haben.

  • Hallo PB,


    dabei fällt mir noch ein, dass man die Gedankengänge, die man sich im Suff macht, getrost in die Tonne treten kann.


    Erstens kann man sich am nächsten Tag meist gar nicht mehr an die 'hochphilosophischen' Gedanken erinnern und zweitens sind sie bei fortschreitender Trunkenheit eh nur noch von Selbstmitleid und Weinerlichkeit getragen - jedenfalls bei mir.


    Und das, was man sich in dem Zustand vornimmt: z.B. 'das muß ich demjenigen aber jetzt mal deutlich sagen!' Sollte man nüchtern betrachtet, tunlichst vermeiden.


    In diesem Sinne denke ich auch lieber unvernebelt.


    Liebe Grüße
    und schönen Advent


    Hans

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