Walk the line.

  • Einen wunderschöenen Guten Morgen :),


    nach über drei Jahren ohne Alkohol, Zigaretten oder irgendwelchen anderen Drogen, ist mein Hirn jetzt doch schon ziemlich trocken gelegt und ich erlaube mir hier mal ein Fädchen aufzumachen.


    Hauptsächlich geht es mir darum einen kleinen Beitrag zu leisten, im öffentlichen Bereich des Forums, das ja teilweise ganz schön ausgestorben erscheint.


    Aktuell bin ich ziemlich happy darüber, dass ich wieder lesen kann, habe mir das Buch "Tosende Stille" von Janice Jakait aus der Bücherei geholt ( Von Eni empfohlen ).....es ist wirklich toll !


    Danke Eni :) !


    Das trockene Leben hält immer wieder Überraschungen parat und wenn es nur ganz kleine sind.


    Sie wirken für mich, mit einer wesentlich sanfteren und bescheideneren Sicht auf viele Dinge ( als zu nassen Zeiten ), jedoch als ziemlich groß.


    Mein nächstes Ziel ist wieder etwas wagemutiger zu werden, das hat sich doch ziemlich gelegt beim Austrocknen.......mal sehen was noch so abgeht in Zukunft.


    Ein Tandemdrachenflug wäre toll und die richtige Dosis Abenteuer für mich kleine Schisserin. ;)


    Mal sehen, im Herbst ist ja Geburtstag.



    Liebe Grüße


    Slowly

  • glück auf slowly


    Zitat von Slowly

    Mein nächstes Ziel ist wieder etwas wagemutiger zu werden, das hat sich doch ziemlich gelegt beim Austrocknen.......mal sehen was noch so abgeht in Zukunft.

    trau dich ruhig - du weißt ja was s wichtigste is



    abstinenz is nich alles – aber ohne abstinenz is alles nischt




    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Liebe Slowly,


    da Besuch ich dich doch gleich mal hier an deiner neuen "Adresse".


    Ich habe kürzlich in Österreich zum ersten Mal einen Tandem Paragliding Flug gemacht, und es war einfach traumhaft toll. :)


    Jetzt wünsch ich erstmal einen schönen Tag und werde sicher öfter mal vorbeischauen.


    Viele Grüße
    Thalia

  • Hallo Slowly,

    Zitat

    Ein Tandemdrachenflug wäre toll und die richtige Dosis Abenteuer für mich kleine Schisserin. Winken


    das Gefühl kenne ich auch, es ergeben sich auf einmal ganz neue Perspektiven und Möglichkeiten, die man unter Alkohol niemals in Erwägung gezogen hätte.


    Ich wünsch dir weiterhin ganz viel Spaß bei all Deinen Unternehmungen.


    LG
    Cornelli

  • Hallo Matthias, Thalia und Cornelli,


    Danke für eure freundlichen Worte !


    Cornelli schrieb:


    Zitat

    das Gefühl kenne ich auch, es ergeben sich auf einmal ganz neue Perspektiven und Möglichkeiten, die man unter Alkohol niemals in Erwägung gezogen hätte.


    Bei mir war es eher so, dass ich mich ziemlich viel traute als ich noch Alkohol trank und manchmal dann Dinge, die ich mir fest vornahm, auch durchzog.


    In etwas als ob der Alkohol ein Turbolader war, der mich durch´s Leben katapultierte.


    Ganz wichtige Dinge, wie innere Ruhe, wirkliche seelische Stärke und das Festhalten an Werten und Idealen, kamen dabei allerdings zu kurz.


    Vielleicht brauchte ich diese drei trockenen Jahre um mich auf meine inneren Ressourcen zu konzentrieren.


    Auf jeden Fall fühle ich mich jetzt wieder stark genug Bäume auszureißen, was ich tagtäglich auch mache :lol: .


    Danke Thalia:


    Zitat

    Ich habe kürzlich in Österreich zum ersten Mal einen Tandem Paragliding Flug gemacht, und es war einfach traumhaft toll.


    Toll !


    Danke Matthias:


    Für´s Mutmachen !



    Wir hatten einen Todesfall in der nahen Familie.
    Ich bin sehr froh darüber, dass alles so wie es war für alle Beteiligten in Anbetracht der Tatsache, dass wir über den Tod keine Kontrolle haben, wohl aber wie wir damit umgehen, gut war.


    Ich bin froh trocken zu sein und dadurch meinen Angehörigen hilfreich zur Seite stehen konnte.


    Die Rückmeldungen die ich dabei erhielt machen mich froh und zufrieden, den richtigen Weg gewählt zu haben.



    Schöne Zeit


    Slowly

  • Hallo Slowly,


    Du und einen eigenen Thread. Ich glaubs ja nicht... ;-)
    Ich finde es auf jeden Fall sehr gut,
    dass Du damit eine offizielle Adresse hast.
    Vermutlich wirst Du das Herumhüpfen
    in andere Threads nicht unterlassen.
    Und das ist sehr gut!


    Viele Grüße
    Correns

  • Hallo Correns,


    schön, dass du mich besucht hast. :)


    Dieses Wochenende war ich in einer europäischen Großstadt unterwegs.


    Unter den vielen Straßekünstlern dort spielte ein junger Mann einen Hang, so schön und berührend, dass ich mich sofort total mit meinem verstorbenen Familienangehörigen verbunden fühlte und mir die Tränchen in die Augen stiegen.


    Ich machte einen kleinen Film mit dem handy und schickte ihn einer guten Bekannten ( bei der ich mich lange nicht mehr gemeldet hatte ), die dieses Instrument auch besitzt und spielt.


    In der Nacht hatte ich auch von ihr geträumt, ihr dies aber nicht erzählt.


    Sie schrieb mir, dass sie es ganz verrückt fände, dass ich mich mal wieder gemeldet hätte, da sie in dieser Nacht seit langer Zeit mal wieder von mir geträumt hätte.


    :shock:


    Ich denke es gibt Verbindungen zwischen Menschen, Schicksalen und Leben, die mit dem Bewusstsein nicht erklärbar sind. :)


    Und die ich auch gar nicht erklärt haben möchte ;), ich freue mich einfach darüber.


    Liebe Grüße


    Slowly

  • Hallo Matthias,


    Danke.


    Ich denke meine angenehme Ausstrahlung auf die Menschen in meiner Umgebung in den letzten Wochen, liegt natürlich auch daran, dass ich nun doch schon eine Weile trocken bin und mich dadurch mit einer Menge Dingen auseinandergesetzt habe und dazu gehört auch der Tod.


    War ich früher, in nassen Tagen eine begeisterte Medizin Atlas Leserin, die für jedes Zipperlein gleich eine passende, am besten noch tödlich verlaufende ;), Diagnose zur Hand hatte, was nat. mit der Angst vor dem Tod Hand in Hand ging, lebe ich jetzt einfach.


    Manchmal ödet mein Leben mich ein bisschen an, manchmal ist es richtig klasse und meist ist es einfach ok.


    Angst vor dem Sterben habe ich nicht mehr.
    Irgendwie habe ich gar keine Zeit mehr dazu vor lauter Leben. ;)


    Wenn es soweit sein sollte, dann hoffe ich alles was hier so "anlag" zu meiner vollsten Zufriedenheit erledigt zu haben, keine "Leichen" mehr im Keller zu besitzen und möglichst angst- und schmerzfrei diese Welt verlassen zu können.


    Wer weiß, vielleicht kommt ja danach noch was Spannendes und wenn nicht, dann habe ich wenigstens meine Ruh´.


    Dir auch eine schöne Zeit.


    Slowly

  • Hallo Slowly,


    Ich lese deine durchweg optimistischem Texte immer sehr gerne und freue mich, dich an dieser Stelle öfter besuchen zu können.


    Auch wenn die mir verbleibende Lebenszeit nur noch eine kurze Zeitspanne wäre (was ich nicht hoffe), so wären die Jahre meiner Trockenheit die glücklichsten von allen.


    Liebe Grüße
    Hans

  • Hallo Hans,


    also dass die Jahre, seit dem trocken werden die glücklichsten waren, das kann ich dick unterstreichen.


    Ich empfinde dich auch als sehr positiven Menschen ( kenne ja auch deine Texte innerhalb der geschützten Forums).


    Bei dir hätte ich glaube ich das Gefühl, würde ich dich persönlich kennen, dass ich dir vertrauen kann.


    Danke für deinen Beitrag.




    Es ist zwar richtig dass die letzten drei Jahre mit die glücklichsten meines Lebens waren, jedoch ist der Überschwang und die glückseelige Euphorie der der ersten beiden Jahre, einer ruhigeren und zufriedeneren Gelassenheit gewichen.


    Es gab eine große Enttäuschung im letzten Jahr, woran ich merke, dass es eben manchmal nicht ausreicht, wenn Menschen ihr Bestes geben, sich mögen ( vielleicht sogar lieben ) und sehr schätzen.


    Ich habe erkannt, dass es Konstellationen zwischen Menschen gibt, die sich zwar anziehen und ergänzen, gleichzeitig aber durch persönliche Defizite wieder voneinander entfernen.


    Aber vielleicht waren es auch gar nicht nur die Defizite, die uns wieder auseinander steuern ließen, sondern es existierte bei mir ( und meiner damligen Freundin ) einfach auch sehr hohe Ansprüche an unsere Freundschaft, die keine von uns beiden erfüllen konnte und dadurch zu einer Beendigung der Freundschaft führte.


    Tief verbunden sind wir allerdings immer noch :).


    Allen einen schönen trockenen Tag.


    Slowly

  • Guten Morgen,


    ich freue mich gerade sehr.


    Wir ( Familie ) werden bald über eine kurzes Wochenede in meine alte Heimat fahren.


    Dort mit zwei meiner Kindern, zwei Freundinnen und meinen Eltern ein kleines Schloss besichtigen, einen Kletterpark erklimmen und auch noch gut essen.


    Mein Kleiner wird das sicherlich alles in sich aufsaugen und hat dann richtig etwas zu erzählen in der Schule, da meine Mutter dort im Krieg evakuiert war und die Burgfroileins ;) noch persönlich kennen lernen durfte.


    So wird Geschichte erst richtig lebendig !


    Als ich trocken wurde gab es einige Probleme mit meiner Mutter, da sie das nicht so richtig akzeptieren wollte.


    Daher hat sich unser Freizeitverhalten miteinander stark verändert.


    Da ich aber trotzdem weiter gerne ein Stückchen Familientradition ( gemeinsame Ausflüge zB. ) weiter pflegen möchte, reisen wir eben nur kurz an und packen dafür die vorhandene Zeit ein kleines bisschen voller.


    In der Kürze liegt die Würze. :D


    Liebe Grüße


    Slowly

  • Hallo Matthias,


    viiiiiiiiielen Dank ! :D


    Gestern hatte ich ein Gespräch mit einem Familienmitglied über ein anderes.


    Das Andere hat ein offensichtliches Alkohol Problem und schon einiges an Therapie durch, wegen (anderer) seelischer Probleme.


    Ich bemerkte, dass der wichtigste Schritt sein sollte den Alkohol weg zu lassen, da die ganze Therapie sonst unter Umständen wenig ausrichten kann.


    Ansonsten werde ich aber nichts weiter unternehmen.


    Alle wissen ja, dass ich seit Jahren trocken bin und haben meine Veränderung mitbekommen.


    Aufgedrängte Gespräche über süchtigen Alkoholkonsum kommen oft nicht so gut an :) , wie die Vergangenheit gezeigt hat.


    Vor allem wenn die Sucht schon vorhanden ist, ist es ja meist leichter halt noch mal ein Gläschen d´rauf zu schütten, als sich auseinanderzusetzen.


    Das ging mir ja früher nicht anders.


    Bei meinem großen Sohn scheinen die Gespräche jedoch Wirkung gezeigt zu haben, wie es scheint hält sich sein Konsum ( anders als von der ängstlichen Mutti befürchtet :) ) doch sehr in Grenzen.


    Ich hoffe natürlich, dass das so bleibt.


    Aber da mein Vorbild ja auch weiterhin da sein wird, er ansonsten ein ganz zufriedenes Bürschchen ist und ich die Augen weiterhin offen halten werde.......sehe ich gute Chancen, dass er es anders machen wird als ich.


    Da er in einigen Monaten sein Auslandsjahr beginnen wird, hat er außerdem mit der Organisation ( der Sprachreise ) einen Vertrag geschlossen, der unter anderem beinhaltet, dass er keinen Alkohol und Drogen konsumieren wird, da das sonst zu einem Abbruch der Reise führen kann.


    Ich hoffe, er bekommt das hin. :roll:


    Liebe Grüße


    Slowly

  • Hallo Slowly,


    was ich nicht ganz verstanden habe: hast du mit dem Familienmitglied gesprochen, welches ein Alkoholproblem hat, oder über das Familienmitglied mit einem anderen? (Frage verständlich? ;))


    Du schreibst, dass du es ansonsten dabei belässt und keinem Gespräche über Sucht aufzwängst. Diese Verstandesentscheidung kann ich gut nachvollziehen. Wie ist es mit deinem Gefühl? Kommst du gut mit der Situation klar, kannst du dich ebenso auch innerlich ausreichend abgrenzen?


    Dass dein Sohn ein Auslandsjahr macht, finde ich klasse. Das habe ich auch gemacht, und es hat mich sehr bereichert. Wie siehst du der langen Trennung entgegen? Gefühlsmäßig?


    (Mit den Gefühlsfragen hab ich es heute scheinbar ;))


    Das dosierte Familienwochenende klingt wie eine gute Idee. Ich brauche sowas auch in dosierter Form und kann das dann auch positiv erleben, was mir bei längerer Exponiertheit nicht so möglich ist. Viel Spaß dabei wünsch ich dir schon mal.


    Viele Grüße
    Thalia

  • Hallo Thalia,


    Guten Morgen :).


    Nachdem ich in der letzten Zeit ein längeres Gespräch ( mit dem trinkenden Familienmitglied ) über ganz viel Persönliches außer den Alkohol hatte ( ich berührte den Punkt leicht, es wurde aber nicht daruaf eingegangen ), sprach mich das andere Familienmitglied auf den Konsum des ersten an.


    Weiß du, ich habe mich in den letzten Jahren zweimal ganz weit in Familienleben eingemischt, um den Kindern dort zu helfen.


    Die eine der Familien, war die meiner damaligen besten Freundin, die andere waren sehr gute Bekannte.


    Beides Mal sprachen die Kinder/Jugendlichen mich an, dass ich ihnen helfe.
    Das habe ich dann auch gemacht, so gut es mir möglich war.
    Es hat geholfen :) und beiden geht es inzwischen wieder richtig gut, sogar mit ihren Familien zusammen.


    Darüber freue ich mich natürlich sehr, was mich immer noch traurig macht und es ist schon Jahre her, dass ich diese Freundin dadurch verloren habe.


    Da spielt aber auch ihr Mann bzw. der Vater des einen Kindes eine Rolle, was hier zu erzählen aber zu weit führen würde.


    Bei den guten Bekannten gab es auch seitens eines Elternteils ganz wüste Reaktionen auf mich, inzwischen bekam ich aber eine ernst gemeinte Entschuldigung, womit ich echt gut leben kann.


    Wir sind weiterhin in Kontakt.


    Das nur zu Erklärung, warum ich mich inzwischen von Problemen erwachsener Menschen, sehr gut abgrenzen kann.


    Meine Co-Abhängigkeit habe ich, so glaube ich, völlig verlernt.


    Meinen Sohn lasse ich gerne ziehen, ebenso wie meine Tochter vor 2 Jahren.


    So umsorgend und empathisch ich hier sein kann, wenn sie weg sind sind sie weg und dann vertraue ich darauf, was sie in den Jahren mit uns lernen durften.


    Wobei ich mir bei meiner Tochter ein klein wenig sicherer wahr als bei meinem Sohn, dass sie das super wuppen wird.


    Aber auch er hat inzwischen eine recht stabile Persönlichkeit und auch seine Lehrer waren alle dafür, dass er mal aus dem Nest geschmissen wird !


    Von daher.....werde ich auch bei ihm einfach mal vertrauen und mich für ihn freuen.


    Ich habe eins der sichersten Länder für ihn ausgesucht, mit einem etwas strengeren Schulsystem aber trotzdem lockeren Freizeitgewohnheiten und einer Bevölkerung, die für ihre Herzlichkeit bekannt ist.


    Die USA ( als Auslandsjahrland ), wie bei meiner Tochter ( sie wollte unbedingt da hin ), habe ich für ihn ausgeschlossen.


    Ich wünsche dir und allen die das lesen einen wunderschönen Sonntag.


    Slowly

  • Guten Morgen,


    nun bin ich wieder zurück von meinem Familienausflug und ich kann sagen, dass der Plan, kurz zu gehen und dadurch ein Anecken aneinander ( das oft vor allem durch die komplizierte Persönlichkeit meines Vaters hervorgerufen wird ), gar nicht erst stattgefunden hat.


    Wobei es seitens meines Vaters leider doch wieder viel zu bemängeln gab, an unserer Art und Weise zu sein, was mir ( und allen anderen ) oft unverständlich ist.


    Dieses Mal konnte ich jedoch die Kirche gut im Dorf lassen und habe mich nicht profozieren lassen, was von Seiten meiner besten Freundin und einer anderen Freundin zu Ver- und auch etwas Bewunderung ;) führte.


    Sie kennen mich seit Jahrzehnten doch etwas rabiater in solchen Situationen.


    Durch meine neue Art zu sein ( es handelt sich wohl um funktionierende innere Abgrenzung ), konnte ich den kurzen Aufenthalt wirklich genießen, worüber ich sehr froh bin, auch im Hinblick auf die Gefühle meiner Mutter.


    Zu dem was ich in einem anderen Thread geschrieben habe von schlechtem
    bzw. gutem Alkoholiker in unserer Gesellschaft, möchte ich noch sagen, dass ich damit nicht gemeint habe, dass das Wort Alkoholiker durch Mensch ersetzt werden kann.


    Ich empfinde die Gesellschaft von Menschen, ( in meinem kleinen Kreis, der ja wieder überlappt in den nächsten Kreis, was dann alles zusammen einen großen gibt, Deutschland, Europa, die Welt, ) die Verantwortung für ihr Tun und ihre Wirkung ( am besten eine friedliche ), auf die anderen Teile der Gesellschaft übernehmen, als erleichternd.


    Ich empfinde Menschen die den Anderen genau so wichtig nehmen wie sich selbst als förderlich und beruhigend, dass es auch anders geht als egoistisch und egozentrisch.


    Ein nasser Alkoholiker oder auch ein Mensch der anderweitig seine eigenen Gefühle und Taten nicht mehr steuern kann, weil er sich bewusst irgend etwas reinpfeifft, der ist für mich desshalb kein schlechter Mensch aber er ist für mich ein schlechterer Alkoholiker oder Drogenabhängiger als ein trockener, denn ich glaube wirklich, dass zu einem großen Prozentsatz ein drogenfreier Mensch förderlicher für das Zusammenleben sein kann.


    ( Außer vielleicht mein Vater :( ).


    Ich weiß nicht mehr genau wie Andreas Frage war aber ich habe schon den Wunsch für die Gesellschaft ein gutes Mitglied darzustellen und zwar darum weil ich gerne friedlich und zufrieden mit meinen Mitmenschen leben möchte, ebenso wünsche ich mir, dass es meinen Mitmenschen mit mir so geht.


    Letztes Wochenende habe ich durch meine Trockenheit, mal wieder einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, finde ich.......


    Eine schöne Woche wünscht


    Slowly :)

  • Guten Morgen ;),


    durch den letzten Besuch bei meinen Eltern, habe ich einige Dinge erkannt.


    Welche die Auswirkungen der Ehe meiner Eltern, ihrer Art und Weise miteinander und mit mir und meinem Bruder umzugehen, sind.


    Jahrzehntelang war Alkohol eine Möglichkeit für uns alle mit unseren Gefühlen umzugehen, bzw. nicht umzugehen.


    Dadurch, dass ich mich ja irgendwann aufmachte und in ein anderes Bundeslang zog, zur Familie meines Mannes und dort eine eigene Familie gründete, veränderte sich langsam über die vielen Jahre auch vieles zum Guten hin und ich konnte erkennen und erleben was Familie bedeuten kann.


    Dafür bin ich wirklich dankbar.


    Klar ist bei uns auch nicht alles Friedefreudeeierkuchen aber der Respekt vor dem anderen und die Zuneigung, die ist immer vorhanden.


    Dieses Gruselkabinett das sich mein Elternhaus nennt, kann ich nun ohne innere Abneigung besuchen, weil ich inzwischen weg bin ( innerlich ), irgendwie können sie mir nichts mehr anhaben.......ich empfinde jedoch noch Mitleid und auch hin und wieder leichte Zuneigung, trotz allem.


    Nun möchte ich gerne auf die Suche gehen, (nicht andauernd und ohne Therapie aber mit der Liebe und Zuneigung im Gepäck, die ich inzwischen doch von einigen Menschen bekomme), was auf der Strecke blieb an inneren Resourcen, in den vielen Jahren, in denen ich von meiner Ursprungsfamilie geprägt wurde.



    Mir ist es auch wichtig wieder träumen zu lernen und mir für die Zeit, wenn die Familie mal nicht mehr an erster Stelle stehen sollte, zu überlegen, was ich tun könnte.


    Da ich in meinen alten Beruf auf keinen Fall tagtäglich wieder zurück möchte, habe ich mir überlegt, vielleicht dann auf einem Bauernhof zu arbeiten.


    Ich sehen mich nach einem einfachen Leben, nach Tagen die von einem sinnvollen Rythmus geprägt sind und im Einklang mit der Natur zu leben.



    Wer weiß was aus diesem Traum wird, vielleicht ja auch nur ein 4-wöchiger Aufenthalt auf einem Bauernhof, nachdem ich dann wieder superfroh bin, in meinem alten Leben sein zu dürfen. ;)


    Wichtig ist doch nur, das Träumen nicht zu verlernen.


    Darin war ich eigentlich immer ganz gut und oft erfüllte ich mir auch meine Träume.
    Daran möchte ich gerne anknüpfen und als kleine Traumerfüllung habe ich nun mal ein paar Termine für einen Drachenflug angefragt. :)
    Ist zwar nur ein Traum aus zweiter Hand aber auch ok für´s Erste.


    Ich war heute beim hinterbliebenen Familienmitglied unseres Verstorbenen und mir wurden einige der unendlich vielen Beileisbekundungen vorgelesen.


    Ich habe mich sehr über diese Geste der Verbundenheit gefreut und möchte dieses Treffen gerne noch einmal wiederholen.


    Unser Verstorbener war ein ganz besonderer Mensch, nicht immer einfach aber schlussendlich meist freundlich und wirklich interessiert am Anderen.


    Ich hatte meist das Gefühl, dass er wirklich auch Interesse an mir hatte, mich mochte und sein Engagement und kraftvolle Lebensbejahung haben nicht nur mich begeistert und geprägt. :)


    Seine Fehler und Versäumnisse wurden ihm am Sterbebett verziehen.


    Ein schönes und würdevolles Leben ging friedlich zu Ende.



    Liebe Grüße


    Slowly ( dankbar trocken :) )

  • glück auf slowly


    Zitat von Slowly

    Mir ist es auch wichtig wieder träumen zu lernen

    ja :wink:



    und

    Zitat von Slowly

    Slowly ( dankbar trocken :) )

    gefällt mir sehr gut



    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo Slowly,


    Der Alkohol scheint eine Lücke zu füllen, zumindest anfangs. Etwas zu ersetzen, was fehlt. Ein Glücksgefühl, vielleicht das Gefühl von Geborgenheit im Rausch. Das Hintersich lassen von negativen Emotionen, die weggespült werden. Über die wir uns vielleicht gar nicht so klar sind.


    Bis wir gar nicht mehr wissen, was eigentlich fehlt.
    Aber dann ist die Suchtspirale schon voll im Gange.


    Liebe Grüße
    Hans

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