Wie sind Eure Erfahrung als Mann in einer Co Abhängigkeit

  • Hallo Tom,

    herzlich willkommen hier im Forum.
    Ich wünsche dir einen hilfreichen Austausch, damit du deine Enttäuschung und Trauer besser bewältigen kannst.

    Ich bin trockener Alkoholiker und vermute mal, dass die Auswirkungen einer Alkoholkrankheit bei Männern und Frauen viele Gemeinsamkeiten haben.
    In meiner nassen Phase habe ich nicht nur mich, sondern logischerweise auch meine Umwelt belogen und beschwindelt.

    Das war für mich auch die reine Wahrheit: das ich trinken 'muss', weil äußere Umstände mich dazu quasi zwingen.
    Das ist natürlich völliger Unsinn.

    Und es ist für Außenstehende nicht möglich, in diese Fantasiewelt vorzudringen.

    Ich möchte dir Mut zu sprechen, deine Trauer und Enttäuschung zu bearbeiten und Stück für Stück hinter dir zu lassen.
    Du hast nicht's verkehrt gemacht.
    Du konntest/kannst deine Ex nicht retten, die Liebe, die du empfindest, wird in der Weise von der Ex nicht erwidert.
    Die Sucht hält die betroffenen Menschen gefangen und gestattet ihnen nicht, sich über das Leid klar zu werden, dass sie in ihrer Umgebung verbreiten.

    Ich habe viel Zeit damit verbracht, mich über das, was ich im Suff angerichtet habe zu schämen und mich bei einigen Menschen, die mir am Herzen liegen, zu entschuldigen.
    Das konnte ich erst als ich vor dem Alkhol kapituliert habe und meine Krankheit akzeptiert habe.

    Liebe Grüße
    Hans

  • Hallo Tom,

    herzlich Willkommen in unserem Forum.

    Es ist kein Wunder dass du deine Ex nicht verstehst, ich habe mich damals ja selbst nicht verstanden.

    Was die Sucht mit einem Menschen macht kann sich ein nicht Süchtiger nicht vorstellen.

    Wie oft wollte ich aufhören, wie oft habe ich Termine platzen lassen weil mir Alk wichtiger war....... :oops:

    Warum Alkoholker nicht aufhören zu trinken ist meiner Meinung nach die Angst vor einem Leben ohne Alk.

    Ich hatte ca. 20 Jahre gesoffen, ich konnte mir ein Leben ohne gar nicht mehr vorstellen :!:

    LG Martin

  • Möglicherweise ging es nur mir so, aber ich musste einige Male über das rustikale Verhalten dieser Dame schmunzeln.

    Das scheint wirklich ein feines Früchtchen zu sein, das zwar unentwegt allerlei Verwüstung verursacht, allerdings niemals selbst daran Schuld ist.

    Da ist nicht viel zu machen, abhaken, vergessen, mit Humor nehmen.

  • Hallo Tom,

    Deine Zeilen habe ich erstmal eine Weile wirken lassen...

    Lies Du Dir Deine Zeilen auch nochmal durch! Ist es nicht erschreckend, was der Alkohol mit Menschen anstellt?

    Ja, es ist eine Krankheit. Aber man kann dagegen angehen, wenn man will. D.h. das kann nur der Alkoholkranke.

    Und Deine Ex hat ja wirklich einige Kabriolen gebracht, das ist wirklich heftig!!!

    Sei froh, dass Du aus der Geschichte raus bist. Du wirst da nichts ändern können. Aber vielleicht setzt es etwas bei ihr in Gang.
    Aber eher unwahrscheinlich.

    Mir tut ihr Kind unwahrscheinlich leid, weil die Spirale wohl noch immer nicht schlimm genug ist...

    Sieh Du nach vorn und denke nicht zuviel darüber nach, wie Du hättest helfen können. Denn das kannst Du nicht.

    Du hast Dir am meisten geholfen, indem Du den Schlussstrich gezogen hast!

    LG Elly

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Tom,

    Glückwunsch für Deinen Mut hier zu schreiben und dass Du auf dem Weg bist, die Geschichte zu verarbeiten.

    Ja, ich habe das genauso erlebt. Eine never ending Story und da meine Frau einen Infarkt erlitt, nicht aufhören konnte zu saufen, nur noch ein scheinbar kurzes Leben hatte und ich ohne sie nicht leben wollte, entschied ich mich dazu, mich mit kaputt zu saufen. Die Unfähigkeit ein selbstständiges Leben zu leben ist Coabhängigkeit. Davon habe ich hier im Forum gelesen. Irgendwann was es nicht mehr zu stoppen und ich musste da raus, wieder rein und wieder raus und wieder rein.

    Meine Ehe wurde letztendlich geschieden, aber das Fass, das im Laufe der Zeit aufging hat vieles in mir Bewegung gebracht. Es muss etwas passieren, bevor sich etwas in Bewegung setzt, bei mir zumindest. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse und vollzogenen Änderungen in meinem Leben sind unbezahlbar und ich möchte für mich nichts davon missen, das gehörte zu meiner Entwicklung. So etwas ist nicht impfbar, aber erlernbar. Natürlich gehören der überflüssige Sumpf, die unmöglichen Situationen und Auseinandersetzungen auch dazu, darauf hätte ich gerne verzichtet.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo Tom,

    wie geht es Dir?

    LG Elly

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Tom,

    so ähnlich dachte ich mir das schon! :wink: Aber immerhin willst Du nicht wieder zurück!

    Weisst Du, ich denke sie ist wirklich richtig krank. Da kann nur sie selbst sich helfen,
    bzw. sich selbst Hilfe suchen...

    Und Du hilfst Dir, in dem Du die Zeit vergehen lässt, und vielleicht irgendwann eine andere,
    nette Frau kennenlernst...

    LG Elly

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Tom,

    das kann ich verstehen, dass Du Dich fragst wie es ihr geht. Aber um zur Ruhe zu kommen,
    ist es besser, wenn Du gar nichts von ihr mitbekommst! Du kannst sowieso nichts ändern... so traurig es ist!

    Für Dich ist es auf jeden Fall besser, keine Berührungspunkte zu haben!

    Wie habe ich den Ausstieg geschafft? Tja, mir ging es körperlich und seelisch derart schlecht.
    Ich konnte einfach nicht mehr. Meine Aussetzer wurden immer schlimmer, und ich konnte
    das alles einfach nicht mehr ertragen!

    Nach 2 vorherigen Anläufen habe ich es dann doch geschafft, trocken zu werden, und bin sehr glücklich darüber!

    Aber es muss erstmal bei einem selbst der Punkt kommen, an dem es "Klick" macht...

    LG Elly

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Und da geht es den Alkoholikern genauso wie den Co - Abhängigen.
    Erst wenn man richtig tief am Boden liegt, es gar nichts anderes mehr gibt, als liegenbleiben oder aufstehen, dann wird man etwas ändern.
    Gut, wenn die Entscheidung für Aufstehen und Leben ändern fällt. :!:
    Aber es ist nicht leicht, den Punkt zu erreichen, wenn ringsum immer wieder "falsche Hilfen" sind, Päppeleien, Ausreden, Verschönerungen..., wenn man immer wieder nur "Aufgefangen" wird. Letzteres braucht freilich jeder, denn keiner möchte "verloren gehen", aber hier ist es für das Endresultat keine Hilfe. So traurig es klingt.
    Harte Tatsachen, aber ich denke, diejenigen, die durch die Hölle zum Licht gekommen sind, werden mir zustimmen.
    Leider musste ich das erst sehr lange lernen. :roll::roll::roll: Umso mehr bin ich jetzt stolz, es geschafft zu haben! Das sage nicht ich, sondern diejenigen, die mich jetzt "auffangen"! :!::D

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

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