Am Ende der Straße: Rechts oder links abbiegen?

  • Carl, die Statistik ist in der Tat interessant, aber mir auch total egal, nicht falsch verstehen...

    Sie zeigt einerseits, dass die Quoten mies sind. Sie ist aber nicht z. B. mit der 5-Jahres-Überlebensrate beim Krebs vergleichbar, die aussagt, wie viele Leute, die an Krebsart x erkrankt sind, nach 5 Jahren noch leben....

    Wenn ich Krebs hätte, hätte ich so gut wie keinen Einfluss drauf, ob ich nach 5 Jahren noch da bin oder in der Kiste liege. Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs liegt die Quote bei glaube ich 10%. Hier brauche ich eine Menge Glück, um nicht zu den 90% zu gehören. Groß machen kann ich nix... Selbiges gilt für ein Rezidiv beim Krebs. Wenn ich operiert wurde, kann ich so gut wie nix tun, dass der Krebs nicht wiederkommt.

    Gesund ernähren, trallalalala.... klar.... Siehe Steve Jobs etc....

    Die 81% Rückfall nach 72 Monaten beim Alkohol sind dann eben nicht Pech, wenn ich zu den 81% gehöre oder Glück, wenn ich nicht dazu gehöre. ICH SELBER entscheide, zu welcher Gruppe ich gehöre. Es gibt Fallstricke, sicher auch Momente, wo ich mich der 81er Gruppe nähere, aber wo ich nach 72 oder wie viel Monaten auch immer lande, entscheide ich selber.

    Ich mache mein Rezidiv wie auch das Trocken-Bleiben selber und bin eben nicht vom Glück abhängig, wie eben beim Krebs und eben auch nicht von Wahrscheinlichkeiten. Nur, weil 81% nach 72 Monaten wieder saufen, muss ich das noch lange nicht. Und umgekehrt bringt mir die Wahrscheinlichkeit, dass 60% nach 3 Monaten NICHT rückfällig geworden sind, auch nix, wenn morgen früh um 7 wieder mein sehr serviceorientierter Supermarkt öffnet und ich mir meine 4 Pullen Weißwein hole, wie ich dies gegen 07:00:01 Uhr morgens so oft getan habe... Niemand hindert mich dran und niemand zwingt mich...

    Ich denke nicht, dass die dortige Kassiererin diese Statistik kennt und mich darauf hinweist, dass die meisten, die zwei Monaten trocken sind, noch nicht wieder saufen und mich dann auffordert, eventuell mal in 6 Monaten wiederzukommen, da dann statistisch die Mehrheit wieder mit der Sauferei angefangen hat.

  • Hallo Tom

    Zitat

    Klar sind das alle kranke Menschen, aber die Notwendigkeit einer wie auch immer gearteten Veränderung der Tehrapie ergibt sich aus der miesen Quote.

    Die Krankheit bestimmt die Quote, nicht die Therapie.

    Zitat

    Die Krankheit? Klar ist es eine Krankheit, keine Frage... Aber wir sind doch an dem Punkt, wo diese nach Schema xyz behandelt wird und trotz der unzähligen Facetten der Krankheit jeder die selben Medikamente bekommt mit dem sensationell guten Ergebnis, dass 90% sterben....

    Nun handelt es sich ja um eine psychische Erkrankung. Psyche ist nun mal nicht greifbar. Bei einen Beinbruch kannst du die Knochen richten und wenn es gut geht, läufst auch wieder gerade.

    Nun leide ich auch noch an einer anderen chronische Krankheit (keine Psyche , nicht lebensbedrohlich) die zwar gelindert aber nicht geheilt werden kann. Nun ist das auch ein Rückfall in die Krankheit. Da reicht auch mein Wille nicht aus sie zu stoppen. Auch wenn es für dich „noch“ unverständlich erscheint, reicht der Wille alleine eben auch beim Alkoholiker nicht aus. Sonst bräuchtest ja kein Schutz Zaun um dich herum.

    Dein Frust oder Unverständnis gegenüber die Sinnlosigkeit der Behandlungsmöglichkeiten bringt dich immer weiter von dir selbst weg.

    Ist auch normal am Anfang. Das nenne ich „Weltrettsyndrom eines frisch Trockenen". Da gibt es auch ein Medikament (Spässle) Ist sehr oft zu beobachten. Oder hattest du schon immer diese Aktivität, etwas zu ändern was dir sinnlos erschien?

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Carl

    ich bin zwar kein Freund von Statistiken aber diese zeigt ganz deutlich auf das irgendetwas im Verlauf des Weges passiert sein muss.

    Je länger ich trocken bin, umso sicherer fühle ich mich und da neigt der eine oder andere dazu, die Ernsthaftigkeit der Krankheit außen vor zu lassen und geht Kompromisse ein, die er früher nicht gemacht hätte. Oder passieren Schicksalhafte äußere Einflüsse die das „eingeschlafene Suchtgedächtnis“ wieder zum Leben erweckt. Viel Rückfällige sagten mir das sie das Gefühl hatten wieder geheilt zu sein. Sie fielen in alte Verhaltensweisen zurück.

    Fast alle der länger Trockenen, die rückfällig wurden, haben auch im Verlauf keinen Austausch mehr gebraucht. Ich nehme an, ich weiß es nicht, das ein immer wiederkehrendes beschäftigen der Krankheit ,eine größere Chance hat Trocken zu bleiben.

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hartmut, sehe ich ähnlich... Zauberwort Leichtsinn, der sich mit der Zeit einstellt, ich habe die Sache ja im Griff und bin x Jahre trocken... Dann kommt das erste Bier und Ende ist...

    Wir hatten heute ein kurioses Neumitglied in der Gruppe. Einer der gesoffen hat, dann exakt 7 Monate trocken war, dann mit den üblichen 2 Bier wieder angefangen hat, dann exzessiv gesoffen hat, dann zuhause alleine Entzug gemacht hat und wieder 7 Monate trocken war, dann wieder angefangen hat und dann wieder 7 Monate trocken war, und schließlich hat er Weihnachten wieder angefangen. Habe ihn dann nach der Gruppe draußen gefragt, wieso denn immer exakt 7 Monate und wieso denn wieder angefangen. Er ist alles andere als ein dummer Mensch, könnt ihr glauben.

    Er antwortete, dass er JEDES MAL (!) nach 7 Monaten das Gefühl hatte, dass er über den Berg sei und kurioserweise hat sich dieses Gefühl beim 2. und 3. Mal noch verstärkt, denn er hat ja selber wieder aufgehört und dann eben wieder 7 Monate durchgehalten, obwohl er zwei Rückfälle hatte, die exzessiv waren. Er hat dann nach Weihnachten nochmal alleine versucht, wieder trocken zu werden, diesmal hat es aber nicht geklappt und deswegen ist er dann in die Entgiftung....

    Für mich ein Beweis, wie abstrus man dann denkt,,,, Er hat nur die 7 Monate gesehen, die er mehrmals geschafft hat, nicht aber die Tatsache, dass er jedes Mal rückfällig wurde....

  • Hallo Vollwaise!
    Bin von deinen Posts total geflasht!!! Wenn mein Mann nur einen Bruchteil davon von sich gegeben hätte, hätten seine Versuche, trocken zu werden, vielleicht funktionieren können.
    Was machst du nach den 10 Sitzungen? Wie gehts dann für dich weiter?
    Ich hoffe, du findest eine richtig passende Gruppe, wo es auch Langzeittrockene gibt, und nicht nur Rückfallstatistiker!
    LG Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Guten Morgen zusammen,

    off-topic, aber ich hatte noch nicht darüber geschrieben:
    Seit ich nicht mehr trinke, schlafe ich wie ein Bär im Winter. Wunderbar tief und fest und meistens durch, ab und an meldet sich nachts die 49-jährige Prostata und fordert ihr Recht, nach der Toilette schlafe ich sofort wieder ein. Luxus: Wenn keine morgendlichen Auswärtstermine sind, bei denen ich über die schönen baufälligen Autobahnen NRWs kriechen darf, stelle ich mir keinen Wecker und schlafe eben so lange, wie ich schlafe. Ich wache total erholt auf und bin topfit, als Säufer hatte ich keinen Tiefschlaf, konnte nicht einschlafen etc.

    Auch wieder einer von tausend Gründen, abstinent zu bleiben. Dies nur mal deshalb, weil es eben auch wieder ein Baustein ist und eine klare Alternative Saufen oder nicht Saufen.

    Es macht irre Spaß, hier mit Euch zu diskutieren und mir tut das sehr gut, denn jedes Mal, wenn ich hier schreibe, habe ich wieder über meine Krankheit nachgedacht und neue Anregungen oder Warnungen aus dem gezogen, was Ihr so schreibt.

    Hartmut:
    Klar ist die Sache komplizierter als ein Armbruch. Die Krankheit ist nicht lokal greifbar, der Armbruch ist konkret am rechten Arm Handgelenk, mir anhand des Röbildes nachweisbar und ich käme ja nie auf die Idee, mir den Gips abzureißen. Der Gips ist lästig und ich will am besten gestern das Ding loswerden. Das gebrochene Handgelenk hat nix Gutes oder Positives und ich konstruiere mir im Kopf auch nichts, was denn am gebrochenen HG gut wäre...

    Mein Problem ist aber, dass es für mich absolut offensichtlich ist, dass die Sauferei einen umbringt und absolut NUR NEGATIVE Folgen hat. Jetzt könnte ich davon ausgehen, dass dies nur bei mir der Fall ist, aber in der Entgiftung und auch danach Dienstags habe ich ohne Ende Leute getroffen, bei denen die Sauferei dabei war, das Leben zu ruinieren oder aber die Sauferei dies bereits irreversibel geschafft hatte. Dies ist eine 100%-ige Tatsache, die in die Entscheidung Saufen Ja/Nein mit einfließen muss. Hier habe ich ein ganz klares S/W-Denken...

    Ab und an habe ich sogar eine vermessene und ungerechte Ungeduld und ein absolutes Unverständnis, wenn manche Leute Granatenfehler machen wie alkoholfreien Sekt trinken und und und... Wie blöde bist Du eigentlich, denke ich dann...

    Ich nehme dann meine Sichtweise der Dinge als allgemein verbindlich an und kapiere nicht, wieso der andere nicht auch so denkt und handelt. Was gibt es daran zu verstehen, dass 2+2=4 sind? Was gibt es daran zu verstehen, wenn Du Freitags abends mit Deinem Kumpel in die Stadt gehst, dass Du dann zu 99% wieder säufst? Was gibt es daran zu verstehen, dass es DAS EINE BIER für uns nicht mehr geben wird?

    Diese Ungeduld und dieses Unverständnis hatte ich schon immer und es zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Ich war als Kind unter der Woche bei meiner Oma, da meine Eltern arbeiten waren. Die hat mir dann u. a. Lesen und Schreiben beigebracht, dann kam ich mit 6 Jahren in die Schule und wir lernten das "A", es gab tatsächlich Kinder, die das "A" noch nicht kannten... Für mich unerträglich, es war doch nur ein "A"! Was ist daran schwer? Die anderen Kinder waren aber vorher noch nie mit dem "A" in Berührung gekommen und hatten sich über das "A" keine Gedanken gemacht... Und das eine oder andere Kind hatte generelle Probleme mit dem "A", was dann beim "B" noch schlimmer wurde etc....

    Wie blöde waren die damals?

    Heute weiß ich, dass die anderen ganz normale Kinder waren und es ja auch der Sinn der Übung ist, im ersten Schuljahr langsam die Buchstaben zu lernen....

    Ich habe immer Fehler im System, egal welches System, angeprangert, wenn ich glaubte sie erkannt zu haben. Im konkreten Fall sind die Ergebnisse eben mies, warum auch immer.... Man kann nunmehr dazu übergehen, dass es eben so ist, wie es morgens eben hell wird und abends dunkel, machse nix dran...

    Man kann aber auch das System anschieben, kritisieren und selbst durch überspitzte und eventuell blödsinnige Ideen in Bewegung setzen. Auch dies habe ich immer getan und werde dies auch immer tun, das Thema Alkohol/Therapie ist nur eines von unzähligen Themen, in denen ich so handele oder gehandelt habe.

    Ich bin froh, dass ich so bin und will das auch nicht ändern. In der Entgiftung war ich ganz unten, es wurde aber jeden Tag besser und für beide (Klinik und mich) war es wohl am besten, dass ich Dienstags nach einer Woche da raus bin, ansonsten hätte es geknallt. 2 Badezimmer für etwa 25 Männer, die Badezimmer wurden Freitag morgen das letzte Mal gereinigt und dann erst wieder am Montag? Morgens Briefing, Tagesablauf. Therapie xy fällt aus, Frau z ist krank. Morgen findet abc nicht statt, weil in Remscheid Herr b in Urlaub ist und Frau h dann nach Remscheid muss, schade... Sie können ja in der Zeit was lesen...

    Visite im Arztzimmer, 30 Leute in der Schlange, Dauer Arztgespräch etwa 5 Minuten, man wird willkürlich nach Namen rein gerufen. 150 Minuten sind 2 1/2 Stunden, Du kannst der nächste sein, aber auch der letzte, der rein gerufen wird. Also lustig vor der Türe stehen, "Wachdienst" einrichten, der einen ruft, wenn man draußen eine Qualmen ist und die Verlosung im Arztzimmer meinen Namen ausgespuckt hätte...

    Ich bin dann nach einer Stunde abgehauen und am Ende der Visite zum Arzt spaziert und habe ihm eindeutig erklärt, dass dies inakzeptabel ist und wir, nur weil wir Alkoholiker sind, keine Vollidioten sind. War er nicht gewöhnt....

    Um es abzukürzen: Die Medaille hat zwei Seiten, mich und die Therapie. Ich bin im Rahmen meiner Möglichkeiten in der Pflicht, aktiv dazu beizutragen, trocken zu bleiben. Dies kann dann der eine besser und der andere gar nicht.

    Umgekehrt hat das System aber auch die Pflicht, die Alkoholkranken mit Respekt zu behandeln und so gut zu therapieren, wie es nur eben geht. Dies ist definitiv nicht der Fall...

    Die Denkweise bei den Therapeuten ist eine Erwartungshaltung, dass Herr x und Frau y absehbar eh wieder rückfällig werden. Das System kann dann aber sagen, es hätte versucht, dies zu verhindern.

    Die Schwäche bei jeder Behandlung, und sei es von mir aus ein Backenzahn oder eben der gebrochene Arm, aber dreimal die Alkoholtherapie ist aus Patientensicht, dass man alles akzeptiert und nicht hinterfragt oder anzweifelt oder einfordert. Ich sehe jeden Arztbesuch wie den Besuch in einem Restaurant, ich zahle, also kriege ich ein vernünftiges Essen.... Ich mache nicht auf dicke Hose, bin freundlich, aber wenn von der Gegenseite nichts kommt oder Defizite auftreten, wird reklamiert. Konnte ich in der Entgiftung nicht in dem Maße wie sonst, da ich anfangs total um war...

    Ich kann nur nochmal das Beispiel mit dem lustigen bunten Flyer ansprechen, den jeder bei der Entlassung bekam. Auf diesem Stand Einrichtung 1-7, bei der man sich dann melden konnte.

    Für mich absolut kein Problem und selbst wenn, hatte ich ja noch meine Freundin, die das dann für mich eingetütet hätte.

    Andere waren aber komplett durch und nicht mal in der Lage, den Zettel zu lesen. Entlassungskriterium war Faktor Zeit, Du hast Deine 7 oder 10 Tage abgesessen, als raus.... Der Gips wurde also nach 4 Wochen entfernt, ohne dass dem Ergebnis des Röbildes irgendwie Rechnung getragen wurde...

    Ich glaube definitiv NICHT, dass die Krankheit die Quote bestimmt. Denn dann wäre dies ja ein Festwert und man könnte sich alles schenken, egal, ob Entgiftung oder dieses Forum hier.

    Es geht vielmehr darum, das bestehende System auf beiden Seiten Patient/Therapie kritisch zu hinterfragen und die Böcke zu beseitigen, um so die Quote zu steigern.

  • Hallo Thomas,

    ich hätte auch so ein paar Anmerkungen bzw. Fragen gehabt... aber Du hast sie bereits im letzen post von Dir bereits beantwortet.

    Zitat


    Ich nehme dann meine Sichtweise der Dinge als allgemein verbindlich an und kapiere nicht, wieso der andere nicht auch so denkt und handelt.

    Ich ticke da leider sehr ähnlich :wink:
    Denke mir mitunter, warum schafft der andere jetzt nicht das, was ich geschafft habe?
    Dabei halte ich mich keineswegs für ein Wunderkind, sondern eher für ganz normal.
    Und genau darum denke ich mir, das andere doch auch dieses oder jenes schaffen müßte, und zwar eher noch besser als ich.
    Ist aber oftmals nicht der Fall.
    Weil der andere eben NICHT ICH ist.
    Sondern anders tickt. Anders handelt. Andere Gedankenabläufe hat.
    Das muss ich mir dann wieder in Erinnerung rufen.
    Und der andere hat genau das gleiche Recht, so zu sein, wie er nun mal ist, so wie ich auch das Recht habe, so zu sein wie ich bin.

    Zitat

    Es macht irre Spaß, hier mit Euch zu diskutieren und mir tut das sehr gut, denn jedes Mal, wenn ich hier schreibe,
    habe ich wieder über meine Krankheit nachgedacht und neue Anregungen oder Warnungen aus dem gezogen, was Ihr so schreibt.

    Und so soll das auch sein ! :)
    Die Akzeptanz der Krankheit und das Nachdenken darüber und die absolute Ehrlichkeit gegenüber sich selbst, auch wenn das manchmal echt hart ist.
    Das hat mir viel dabei geholfen, trocken zu bleiben.

    Zitat


    Ich habe immer Fehler im System, egal welches System, angeprangert, wenn ich glaubte sie erkannt zu haben.
    Im konkreten Fall sind die Ergebnisse eben mies, warum auch immer....
    Man kann nunmehr dazu übergehen, dass es eben so ist, wie es morgens eben hell wird und abends dunkel, machse nix dran...

    Man kann aber auch das System anschieben, kritisieren und selbst durch überspitzte und eventuell blödsinnige Ideen in Bewegung setzen.
    Auch dies habe ich immer getan und werde dies auch immer tun, das Thema Alkohol/Therapie ist nur eines von unzähligen Themen,
    in denen ich so handele oder gehandelt habe.

    Ich bin froh, dass ich so bin und will das auch nicht ändern.

    An dieser Einstellung solltest Du auch nichts ändern !
    Wir würden immer noch in der Höhle wohnen und frieren, weil wir nicht mal Feuer hätten, wenn niemand mal was ändern wollte.
    Es ist GUT, das es Menschen wie Dich gibt !
    Aber schau auch, das es DIR noch dabei gut geht.
    Werde nicht zur Kerze, die an beiden Enden brennt und falls das schon so ist, dann lösche mal zwischendurch auch mal die eine Seite.

    Thomas, mir ist besonders bei Alkoholkranken aufgefallen, das sie nicht mit dem Denken aufhören können. Das tickert unaufhörlich da im Oberstübchen.
    Bis ihnen irgendwann mal die Sicherungen durchbrennen, weil dieser innerliche Denkstress zu viel wird.
    Und ich kenne auch jemanden, der genau dadurch auch mehrmals rückfällig wurde.
    Er war wirklich wie eine Kerze, die an beiden Enden brannte. Wollte alles und am besten gleich jetzt und sofort.
    Hatte tausend Verbesserungsideen für dieses und jenes.
    Startete dementsprechende Projekte, verzettelte sich immer mehr und hatte nebenbei noch einen ansopruchsvollen Job.
    Nun kann man ja das Denken nicht abstellen. Aber sich vielleicht auch mal genaz bewußte Ruhepausen gönnen, wo man es zumindest etwas runterfahren kann.

    Noch zu Deinen Therapievorschlägen:
    Ich muss mich da Ernest Worten anschließen:

    Zitat

    Alkoholismus ist eine Krankheit. Nicht alle MENSCHEN können gleich mit der Krankheit umgehen.


    So ist es.
    Und diese Krankheit ist auch oft (oder sogar immer) auch psychischer Natur.
    Dazu kommen bei vielen Alkoholikern noch andere Krankheiten dazu, Depressionen beispielsweise, wo Alkohol sozusagen als "Medikament" eingesetzt wurde.
    Manchmal stehen hinter unserer Krankeit Schicksale, die wir gar nicht kennen.
    Und die die Menschen auch psychisch krank gemacht haben.
    Du kannst hier nicht nur von Dir und Deiner Power ausgehen.
    Denn die hat nun mal wirklich nicht jeder.
    Sei froh, das Du sie hast.
    Aber schau bitte nicht auf Menschen runter, die nicht über diese Kraft verfügen.
    Und das hat auch oft Gründe, warum es so ist.

    Zitat

    Es geht vielmehr darum, das bestehende System auf beiden Seiten Patient/Therapie kritisch zu hinterfragen und die Böcke zu beseitigen, um so die Quote zu steigern.


    Es ist immer gut, lang bestehende Systeme kritisch zu hinterfragen.
    Das ist sogar notwendig.
    Aber das muss man auch immer unter der Berücksichtigung der speziellen Krankheit und der Persönlichkeit des jeweiligen Menschen sehen.
    Es gibt nicht DIE Therapie oder DAS Allheilmittel für alle.

    Weißt Du, was ich manchmal mache, auch wenn mir das anfangs widerstrebt?
    Ich gehe manchmal einfach meiner Wege... ohne alles in Frage zu stellen oder verändern zu wollen.
    Denn ich neige auch dazu.
    Mir sagte dazu mal ein Freundin ganz klipp und klar:
    "DU bist nicht die Retterin der Welt !"
    Ich habe mir das gut gemerkt und kann dann auch Sachen gut sein lassen, die vielleicht auch nicht gut sind.
    Nicht nur jetzt die Alkoholkrankheit betreffend...
    Weil ich nicht die Retterin der Welt bin :wink:
    Das mag bequem erscheinen, ist aber für mich auch eine Art Selbstschutz, damit mir mal nicht die Sicherungen durchbrennen.
    Denn erstmal muss es mir gut gehen, ehe ich überhaupt was anderes angehen kann.
    Anderen helfen, das System verändern wollen oder was auch immer.... denn dazu braucht es auch Kraft.

    LG Sunshine

  • Ihr Lieben,

    heute ist im Gegensatz zu den ersten beiden Tagen der Woche und vor allem im Gegensatz zur letzten Woche ein geschmeidiger, bislang entspannter Bürotag. Die Zeit nutze ich gerne, um hier ausgiebig zu schreiben und freue mich auf Eure Postings.

    Im Hintergrund laufen Nachrichten, ich interessiere mich seit jeher für Politik und selbst die Groko-Verhandlungen haben es nicht geschafft, mich in einen Rückfall zu treiben. Ich will hier auch nicht mit Politik anfangen, denn dann ist hier alles zu Ende, unser lieber Karsten hat sicher eine Maximalkapazität auf seinem Forenserver und die wäre ruckzuck voll, wenn ich einmal angefangen habe, über Politik zu diskutieren....

    Der Übersichtlichkeit halber poste ich einzeln zu Euren Beiträgen, für die ich wie gesagt sehr dankbar bin!

  • Liebe Gotti,

    meiner Meinung nach ist es essentiell für einen Alkoholiker, der trocken werden will, die Hose komplett runter zu lassen. Sprich Ehrlichkeit allen möglichen Leuten gegenüber, aber vor allem auch sich selbst. Wenn Dein Mann diese Ehrlichkeit (anderes Wort für Offenheit) nicht hatte, war die Sache von Anfang an aussichtslos. Leute, die nicht ehrlich mit dem Thema umgehen, neigen zur Bagatellisierung und rutschen dann wieder ab.

    Wie ist den der jetzige Stand bei Deinem Mann?

    Zu mir:
    Ich werde nach den 10 Sitzungen, die ich in jedem Fall durchziehen werde, definitiv hier im Forum bleiben, denn mir tut das hier sehr gut und auch, wenn der Anfang ein wenig holprig war (war sicher auch meine Mitschuld), bin ich gerne hier und sicher, dass mir das hier hilft und ich ggf. auch anderen ein kleines bisschen helfen kann.

    Weitere Sitzungen wird es nicht geben, auch wenn meine KK diese bis zum Weltuntergang bezahlen würde.

    Akupunktur bringt mir viel, die werde ich Stand jetzt bis zum Weltuntergang weitermachen, mal sehen, wann die KK versucht auszusteigen, wird aber schwer, denn ich bin ja topfit...

    Eine SHG werde ich mir nicht suchen, denn ich glaube da nicht daran, dass mir diese weiterhilft. Ähnlich wie Hartmut würde ich über kurz oder lang die Gruppe aufmischen, was nicht Sinn der Übung ist.

    Wir brauchen eine lebenslange Wachsamkeit. Diese muss sich aber nicht zwangsläufig darin äußern, dass ich nach den 10 Sitzungen eine SHG suche, nochmal 10 Sitzungen mache oder oder oder... Ich kann auch mit dem, was ich hier genannt habe, trocken bleiben....

    Dies ist aber individuell und nicht die allgemein gültige Wahrheit für jeden Alkoholiker.

  • Hallo Thomas,

    Zitat

    Ich werde nach den 10 Sitzungen, die ich in jedem Fall durchziehen werde, definitiv hier im Forum bleiben, denn mir tut das hier sehr gut und auch, wenn der Anfang ein wenig holprig war (war sicher auch meine Mitschuld), bin ich gerne hier und sicher, dass mir das hier hilft und ich ggf. auch anderen ein kleines bisschen helfen kann.

    das freut mich zu hören, haben wir doch nicht alles falsch gemacht :lol:

    Mir reicht unser Forum auch, so viel Erfahrung gibt es in einer realen Gruppe wohl nicht :lol:

    LG Martin

  • Liebe Sunshine,

    ich sehe jeden Alkoholiker individuell und mir tun die hoffnungslosen Fälle sehr leid. Ich frage mich dann, wie es bei denen so weit kommen konnte. Geschmacklos frage ich mich dann, ob die sich nicht auch besser mal wie ich in die Wanne gelegt hätten, um so oder so unumstößliche Tatsachen zu schaffen.

    Entweder kann man diese Leute abschreiben und verrecken lassen, oder aber man greift ein, wobei es wie gesagt sehr schwer ist zu definieren, wieso Herr Meier an dem Punkt ist, wo der Staat eingreift und ihn zwangsweise einweist und Frau Müller noch nicht. Soll aber hier nicht das Thema sein, wenn man die hoffnungslosen Fälle weiter treiben lässt, endet das im Untergang derjenigen. Es werden dann aber sinnlose Kosten produziert, die anderweitig wo auch immer im System besser aufgehoben wären.

    Wir werden über kurz oder lang durch den demographischen Wandel ohnehin eine Diskussion im Gesundheitswesen bekommen, was wie lange bezahlt wird und wie hoch die Beiträge sind, die wir alle zahlen. Dem gegenüber kann man die Augen verschließen oder das Thema auf Basis von Grundschulmathematik akzeptieren, wie es ist.

    Mein Gehirn war immer aktiv und das Denken war mit der Ausnahme der Zeit, in der ich 24/7 voll war, immer permanent auf "AN". Liegt vielleicht in der Familie, ich habe mehrfach geerbt, wenn auch kein Geld. Fast alle meiner Ahnen waren Alkis, aber eben auch Denker :)

    Die Welt kann ich nicht retten und will es auch nicht, aber ich kann in meinem Mikrokosmos dazu beitragen, dass sie ein kleines bisschen besser wird. Dies ist heutzutage umso wichtiger, wo immer mehr Leute sich vom Doofenfernsehen berieseln lassen, Trump und AfD wählen, sich das eigenständige Denken haben aberziehen lassen. Leider gibt es für das Denken (noch) keine App....

    Was mich sehr umtreibt ist die Frage, wieso ich wirklich total problemlos zwei Monate trocken geblieben bin und rechts und links die Leute rückfällig wurden. Wieso Ihr hier weit mehr als ein Jahrzehnt trocken seid und andere nicht mal 10 Tage schaffen. Dies muss doch einen substantiellen Grund haben...

    Weder bei Dir noch bei Hartmut wird in den Jahren immer die Sonne geschienen haben, aber dennoch seid ihr trocken geblieben. Andere kriegen einen Brief von irgendeinem Amt und saufen wieder... Ich habe auch Leute kennengelernt, die wieder angefangen haben, weil sie jemanden durch die erneute Sauferei bestrafen wollten. Oder weil.....

    Wie immer im Leben, und nicht nur beim Alkohol, macht die Dosis das Gift. Man muss in unserer Gesellschaft Leuten helfen, die (woran auch immer) erkrankt sind, alles andere ist inhuman. Die Frage ist nur, wie oft....

    Umgekehrt haben wir in unserem Land eine Gleichmacherei in allen Bereichen. Man kann mit x Jahren in Rente gehen, ist für alle gleich. Es ist aber ein Unterschied, ob einer Fliesenleger gelernt hat und knappe 50 Jahre den Knochenjob gemacht hat oder meinen Job als Schreibtischtäter und Außendienstler ausübt... Der Fliesenleger ist mit spätestens 45 Jahren am Ende, ich (wenn ich nicht wieder saufe) kann meinen Job bis 75 machen...

    Und genauso funktioniert eben die Therapie. Alle haben Schuhgröße 44,5. Wer kleinere Füße hat, fliegt auf die Schnauze, wer größere hat, hat Schmerzen.....

    Ich habe selber erlebt, wie von unserer Psychologin in der Dienstagsrunde ein Teilnehmer darauf hingewiesen wurde, dass er evtl. Depressionen hat. Ihm wurde angeraten, "sich mal drum zu kümmern".... Danke für den Hinweis. Aktive Hilfe wurde nicht geleistet, der TN wurde nicht an die Hand genommen, war aber in einem Zustand, in dem er nicht mal in der Lage gewesen wäre, eine Briefmarke auf einen Umschlag zu kleben. Eventuell hat sich der TN verarscht oder im Stich gelassen gefühlt, vorausgesetzt, er war dazu noch in der Lage.

    Das Thema Therapie und Mitwirkung der Patienten und wie beides sein sollte ist extrem umfangreich und wie immer gibt es hier keine Wahrheit. Es ist aber meiner Meinung nach so, dass es so, wie es ist, nicht bleiben kann!

  • Martin,

    hier bekommt man im Gegensatz zu der Gruppe zielgerichtet und punktuell Hilfe, Anregungen etc., dies ist mir extrem wertvoll und dies kann keine Gruppe leisten. Das ist auch ein Grund, warum ich kein SHG besuchen werden, wenn meine 10 Sitzungen vorbei sind.

  • Zitat

    Weder bei Dir noch bei Hartmut wird in den Jahren immer die Sonne geschienen haben, aber dennoch seid ihr trocken geblieben. Andere kriegen einen Brief von irgendeinem Amt und saufen wieder...


    Nein, da war sicher nicht immer Sonnenschein.
    Im Gegenteil, es gab auch schwere Schicksalsschläge. Gerade in den letzten Jahren.
    Ich kann nur für mich sprechen:
    Ich habe meine Abstinenz von Anfang an zur Prio 1 gemacht.
    Da kannte ich weder Grundbausteine noch sonstwas.
    Mir war aber klar, das es ohne das nichts wird.
    Meine Abstinenz stand und steht immer an erster Stelle. Und das meine ich wirklich so.
    Das kann auch gar nicht anders sein, denn ansonsten verliere ich wieder alles, was ich mir in vielen Jahren aufgebaut habe.
    Und das will ich nicht.
    Ich fühle mich sehr wohl und bin wirklich zufrieden in meinem trockenen Leben, es fehlt mir an nichts.

    Warum wurde ich auch in schwierigen Situationen nicht rückfällig?
    Ganz schlicht und ergreifend: Weil ich leben wollte.
    Und weil ich wußte, das ich das mit Alk nicht schaffe.
    Außerdem war ich in solchen Situationen immer ganz klar bei Verstand und machte mir klar, das Alk ganz sicher keine Alternative ist.
    Auch wenn noch gar keinen Gedanken an Alk aufgekommen waren.

    Und last but not least hatte ich nur in ganz wenigen Situationen Saufdruck.
    Meine Ärztin sprach mich nach einigen Wochen nach meiner Entgiftung darauf an, ob ich Saufdruck habe? Sie nannte das auch wirklich so!
    Ich antwortete ihr, das es bisher nicht so gewesen sei.
    Daraufhin sagte sie mir, das ich dann Glück hätte, und das es nicht bei jedem so wäre.
    Sie hat viel Erfahrung mit unserer Krankheit und darum nehme ich das auch mal einfach so hin, wenn sie sowas sagt.
    Ich habe mir das sicher auch einen Teil weit erarbeitet, aber es hat eben auch etwas mit Glück zu tun.

    Zitat

    hier bekommt man im Gegensatz zu der Gruppe zielgerichtet und punktuell Hilfe, Anregungen etc., dies ist mir extrem wertvoll und dies kann keine Gruppe leisten.


    Es gibt auch sehr gute reale Gruppen. Ich hatte eine, die war im Grunde wie unsere hier, und auch recht erfolgreich.
    Rückfälle gab es aber auch dort.
    Und ich finde, es ist eine andere Sache, wenn einem jemand von seinem Rückfall erzählt und einem dabei gegenüber sitzt, als es "nur" zu lesen.
    Ich habe dort angefangen, zu begreifen, warum Rückfälle passieren können und wie schnell das in einer Ausnahmesituation geschehen kann.
    Ich konnte mich jedes Mal in die verschiedenen Situationen hineinversetzen.
    Und ich habe auch für mich daraus viel lernen können.

    Aber hier ist es für mich besser, weil ich nicht zum Adventsbasteln erscheinen muss und auch kein Interesse an Modelleisenbahnen heucheln muss
    und auch den Chatroom nicht putzen muss :lol:
    Ja, und auch, weil hier jeder zu Wort kommt, gezielte Fragen stellen kann und auch zeitnah Antworten erhält.
    In der Gruppe kamen viele oftmals gar nicht zu Wort, weil andere Selbstdarsteller zum 125 mal ihre Geschichte erzählen wollten, die eh schon alle auswendig singen konnten.
    Das fand ich nicht gut und auch der Gruppenleiter war nicht in der Lage, das mal abzustellen, weil er selbst zu denen gehörte.
    Naja...

    LG Sunshine

  • Hallo Thomas,

    Zitat

    Weder bei Dir noch bei Hartmut wird in den Jahren immer die Sonne geschienen haben, aber dennoch seid ihr trocken geblieben. Andere kriegen einen Brief von irgendeinem Amt und saufen wieder...

    wie weit waren die, die nach einem Brief wieder gesoffen haben, unten :?:

    Wenn ich meine Erfahrungen nehme, die ich mit den Freischaltungen machte, macht es einen großen Unterschied.

    Wenn ich tägl. 2 Bier trinke und dann aufhöre ist die Hemmschwelle, wieder zu trinken eine andere

    als wenn ich 20 Bier gesoffen habe und halb tot in die Entgiftung kam :!:

    Wenn ich die dann auch nur mit Glück überlebe überlege ich mir sehr genau ob ich wieder trinke :!:

    LG Martin

  • Lieber Martin,

    mein Reden.... für mich war der Aufenthalt in der Badewanne DAS Schlüsselerlebnis im wahrsten Sinne des Wortes.

    Allerdings waren die 20 Bier keine Zahl für mich, die habe ich an dem Samstag vor der Entgiftung weggezogen und abends kam dann noch das Pizzataxi... Und in der Entgiftung habe ich dann Leute kennengelernt, die dann nochmal ganz andere Mengen (3 oder 4 Flaschen Wodka) vernichtet haben und denen man das dann auch ansah.

    Die Überlegung, wo ich mal war und ob ich da wieder hin will (Antwort: NEIN!) ist bei mir auch eine sehr starke Triebfeder, trocken zu bleiben. Und die oben genannten Leute aus der Entgiftung eben auch...

  • Hallo Tom

    solange ich mir Gründe erschaffe oder irgendwelche in meinen Lebensumstände noch sehe die mich rückfällig werden lassen könnten, bin ich schon auf dem besten Weg dahin. Für meinen Teil gibt es nur einen Grund . Ich will wieder Saufen. Das verursacht von der Sucht und von nichts Anderem. Tiefpunkte sind individuell, jedoch nicht jeder Tiefpunkt ist ein absoluter.

    Wenn ich jemanden helfe mit der Alkoholkrankheit umzugehen, dann helfe ich grundsätzlich erstmal mir. Es freut mich wenn es jemand dadurch schafft aber es macht mich nun auch nicht fertig, sollte es nicht klappen. Die Erwartungen die ich an mir selbst stelle sind nicht übertagbar.

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Zitat

    Was sind denn Deine Ideen?

    Guten Abend Vollwaise

    Über unsere (west-)europäische liberale Gesellschaftsform mit all den dazugehörigen Risiken mag ich hier nicht diskutieren. Ist auch der falsche Ort.

    Nein, ich habe keine Sofortmaßnahme Idee. Langfristig hilft nur die frühstmögliche Aufklärung, stete Informationen und eben auch Begleitung.

    Verbote/Zwangsmaßnahmen sind nicht abgrenzbar, da irgendwie irgendwo alle das Gesundheitswesen beanspruchen (Zuckerverbot für Adipositas-Dicke; Rauchverbot für Raucher; Bewegungszwang für Bewegungsfaule; Sportverbot für Extremsportler etc etc ).

    Der Solidaritätsgedanke ist ein Pfeiler unserer Gesellschaft.
    Und bevor hier irgendwas vom Zaun bricht: Nein, Freiheit heißt nicht Laissez-faire.

    Ich wünsche Dir einen angenehmen Abend
    Ernest

  • Ernest, sorry, aber mit dem Statement könntest Du direkt nach Berlin und Mitglied der Groko werden. Nix konkretes, kein wie auch immer gearteter Ansatz zur Veränderung.

    Schade!

  • Hallo an Euch,

    ich habe gerade mal nachgeschaut, ich bin erst gute 2 Wochen hier an Bord... kam mir erheblich länger vor, ich denke mal, dies spricht für dieses Forum und die Menge der Dinge, die ich hier gelernt habe etc.

    Ich habe nachgesehen, seit wann ich denn hier bin, weil ich das Gefühl habe, dass wir zwei Mitleser und -schreiber gerade verloren haben und dies wären dann die ersten in meiner hiesigen Zeit . Ich wünsche mich sehr, dass ich mich irre, aber mein Gefühl sagt mir, dass es so ist.

    Ich habe ja in der Dienstagsgruppe unzählige Rückfälle gesehen (und danach diejenigen Leute nicht mehr), aber bei mir will sich einfach keine Routine oder Gleichgültigkeit einstellen. Einfach nur traurig....

  • Hallo Tom,

    wenn du das Gefühl hast das jemand abhanden oder rückfällig geworden ist frage doch in seinen Thread nach. Das erspart uns das Glaskugel lesen.

    Abgesehen davon kommen viele die hier oder woanders in Gruppen aufschlagen zwar mit einen großen Leidensdruck und einer Menge Motivation rein, um etwas für sich zu tun. Hoffen, wollen ,glauben , das dann eine Trocknung in wenigen Minuten, Stunden, Tagen sich einstellt.

    Deswegen, schreibe ich des Öfteren. Der Weg ist kein Sprint sondern ein Marathon. Lebensumstände zu verändern die sich in den nassen Jahren manifestiert hatten sind ja nicht von jetzt auf Nachher verschwunden. Da muss ich schon was tun.

    Ich finde es verkehrt, mir nur Informationen zu holen, ohne meinem Weg offen zu legen. Da könnte ich mir auch ein Buch kaufen. Was für mich banal erscheint und ich es deswegen nicht schreibe, sind für viele wichtige Informationen um Fallstricke aufzuzeigen . Ich muss im Vorfeld dafür Sorge tragen nicht rückfällig zu werden und nicht im Nachhinein ankommen und davon berichten.

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

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