Alex_aufdemweg - Mein Briefkasten

  • Hi Alex_aufdemweg ,

    springe mal kurz in Deinen Faden.

    Glückwunsch. Das ist mein nächstes Ziel. Von der Logik her ist es mir klar. Aber diese Enttäuschung steckt einfach so tief drin.

    Mir hat der Gedanke geholfen, dass meine Eltern Ihr Leben auch zum ersten Mal gelebt haben und es nicht besser konnten. Jetzt liegt es in meiner Verantwortung (also eigentlich schon länger), mein Leben zu leben und es besser zu machen.

  • Gute Idee von Dir, mit dem Faden hier. Ich sollte einen im öffentlichen eröffnen, damit ich da erreichbar bin.

    Ich mache demnächst einen auf und schiebe es dann dahin.

    Jetzt liegt es in meiner Verantwortung (also eigentlich schon länger), mein Leben zu leben und es besser zu machen.

    Ja. Das sehe ich auch so. Absolut. Das habe ich auch gemacht.

    Inzwischen bin ich viel durch. Ich habe mich in meiner Trockenheit seit 3 1/2 Jahren innerlich sehr verändert. Oder ich bin, zum großen Teil, das geworden, was ich eigentlich bin.

    Jetzt fehlt es mir noch meiner Mutter zu vergeben. Also ein EKA-Thema. Anfangs konnte ich da gar nicht mitlesen. Mein Hauptaugenmerk lag auch auf der Trockenheit. Jetzt ist sie zur behüteten Normalität geworden. Also ist jetzt Raum dafür frei.

    Aber es ist nicht leicht. Mein Stiefvater hat mich misshandelt, um es hier kurz zu halten. Sie hat es nicht verhindert.

    Inzwischen weiß ich, "vergeben" heißt nicht "gutheißen". Probiere es z. B. mit Mediation. Mal sehen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Als kleines Weihnachtsgeschenk ein Beitrag über mich im offenen Bereich.

    Thema "Die Festplatte überschreiben"

    Das habe ich schon oft hier im Forum gelesen und ich finde das eine gute Analogie.

    In Anlehnung an den Namen dieses Bereiches möchte ich heute davon erzählen. Denn gerade ist mir wieder etwas aufgefallen.

    In einer Woche starte ich in mein fünftes trockenes Jahr und habe einige Veränderungen erlebt.
    Mein Leben, ja mein ganzes Umfeld hat sich verändert. Damit es dazu kommen konnte, musste zuerst ich mich verändern.

    Äußerlich ging das sehr schnell. Erst 20 kg abgenommen. Folge: Blutdrucktabletten, die ich sicher 25 Jahre genommen habe, konnten abgesetzt werden. Ich habe einen Blutdruck, von dem ich dachte, das gäbe es eben bei mir gar nicht.
    Dann ganz langsam (aber stetig) wieder 10 kg zugenommen. Jetzt passt es, bis auf die zwei Kilo weniger, die ich gerne hätte. Das ist normal so und hält mich von irgendwelchen Fressorgien ab.
    Ich habe gerade wieder ein ganz großes Blutbild machen lassen. Auch Vitamine und Mineralien usw. Läuft bei mir.

    Innerlich hat sich jedoch viel mehr verändert. Die Festplatte wurde neu beschrieben.
    An der Stelle möchte ich gleich festhalten, dass es keine "neue" Festplatte ist. Eine überschriebene Festplatte wird nie so sein wie eine ganz neue. Es sind Fragmente, aus meiner nassen Zeit vorhanden. Die vollständige Defragmentierung wurde für das menschliche Hirn noch nicht erfunden.

    Im ersten Jahr habe ich mir andere Abläufe zugelegt. Alte (schlechte) Rituale, durch neue ersetzt. Beim Heimkommen abends habe ich den Wasserkocher angeschmissen und mir Tee zubereitet. Anstatt Kühlschrank auf und das erste Bier raus.
    Oh ja, ich musste sehr viel trinken anfangs. Abends habe ich an die vier Liter getrunken. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis mein Hirn gemerkt hat, dass das nichts "bringt". Aber es wollte trinken, also habe ich Tee und Sprudel in mich hineingeschüttet, was das Zeug hielt.

    Hinnehmen, dass das Hirn noch feucht ist. Ganz nass war es ja nicht mehr.

    Ich habe immer mehr angepasst und danach gelebt. Und ganz ohne es selbst richtig zu bemerken, wurde ich immer trockener. Um beim "abends Trinken" zu bleiben. Irgendwann kam ich morgens in die Küche und da stand mein Teebecher. Der Teebeutel schwamm noch immer munter darin herum. Ich hatte ihn nach dem Abendessen (vor 18 Uhr wg. Intervallfasten) aufgesetzt und einfach vergessen.
    Es passierte immer häufiger und inzwischen versuche ich abends, bevor ich ins Bett gehe, noch einen Schluck Wasser zu trinken. Wegen der Dehydrierung über Nacht. Morgens trinke ich auch gleich ein großes Glas Wasser.
    Ich muss mich erinnern zu trinken. Wer hätte das gedacht?

    Andere Dinge waren hartnäckiger. Dazu das Beispiel, was mir vorhin aufgefallen ist und mich auf die Idee gebracht hat hier zu schreiben.

    Wenn ich mir Kaffee mache, dann mehr als eine Tasse. Habe eine oldschool Kaffeemaschine. Nix Knopfdruck und Kaffee sprudelt raus.

    Ich schenke mir die erste Tasse ein und den Rest schütte ich in eine zylinderförmige Thermoskanne. Wenn ich die Kanne einfach abstelle und den Kaffee hineinschütte, fängt dieser (durch die entstehende kinetische Energie) an ein wenig zu schäumen an und ich bekomme nicht den ganzen Kaffee hinein. Also halte ich die Kanne in der einen Hand und etwas schräg. Das funktioniert ganz gut.

    Aber an dieser Stelle hat mein Suchthirn regelmäßig angeschlagen. Große Preisfrage: Wieso?

    Die früheren Weizentrinker unter uns, wissen die Antwort wahrscheinlich, wie aus der Pistole geschossen.

    Es war kein "richtiger" Gedanke. Aber ein "ah, da war doch noch was". Selbst nach drei Jahren. Mein innerer Kritiker war etwas enttäuscht von mir. Aber auch hier galt, hinnehmen. Gedanken nicht weiter spinnen. Schraub' die Kanne zu Alex und weiter geht der Tagesablauf.

    Als ich eben aus der Küche kam. In einer Woche, vier Jahre nachdem ich den letzten Schluck aus der billigen PET-Bierflasche genommen habe. Da ist es mir aufgefallen.

    Da war nichts. Wahrscheinlich schon etwas länger. Das macht mir sehr froh. Es hat Jahre gedauert.

    Ich habe mir eben selbst ein schönes Weihnachtsgeschenk gemacht.

    Und euch da draußen auch ein frohes Weihnachten.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Vorhin habe ich mich, nach längerer Zeit, bei meinem alten Handy angemeldet. Weil ich dort ein paar Apps habe, die ich nicht auf meinem Geschäftshandy habe.

    Eine davon ist meine "Nüchtern"-App. Und die Zahlen wollte ich hier teilen.

    • Mein Schlaganfallrisiko ist jetzt um über 80 gesenkt. Nach fünf Jahren wird es auf "normalen" Lebel sein.
    • Bis gestern habe ich mir 11.111 Standart-Bier gespart. Das waren die, um meinen Pegel zu erreichen. Da ist keine Feier eingerechnet.
    • Damit habe ich mir über 2,5 Millionen k/cal gespart. Ein PET-Bier hatte 210 k/cal.

    Über 5.550 Liter Bier nicht getrunken. Das kann man dann mal in Badewannen umrechnen.

    Standartwanne ca. 160 Liter. 5.550 : 160 = 34 Wannen.

    Ich habe mal gehört, dass der Durschnittsdeutsche eine ganze Wanne Bier im Jahr trinkt. Also in der Zeit 4.

    So. Mathestunde beendet. 8)

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

    Einmal editiert, zuletzt von Alex_aufdemweg (5. Februar 2026 um 18:43)

  • Lieber Alex_aufdemweg !

    Wir beide (wie ich inzwischen weiß) sind Rechner...

    Das von Dir (die Anzahl der Wannen zu kommentieren, möchte ich hier nicht, aber ich hatte, in den Zeiten im Jahr, in denen ich auch entsprechend getrunken hatte, ähnliches) ist doch aber auch eine super Motivation nichts mehr zu trinken, oder? Pro Jahr hunderttausende Kalorien nicht mehr zu sich zu nehmen, das kann doch was, oder?

    LG, Stef.

  • Pro Jahr hunderttausende Kalorien nicht mehr zu sich zu nehmen, das kann doch was, oder?

    Das kann eine Menge. Vor allem weil ich stattdessen Nahrungsmittel zu mir nehmen kann, die auch etwas enthalten was der Körper braucht. Das war ja vorher extrem einseitig.

    Diese Berechnung der Wannen mache ich nicht um mich zu motivieren. Das muss ich nicht. Ich finde es einfach erstaunlich zu sehen, was für unglaubliche Mengen mein Körper alle die Jahre verkraften musste. Ein wahres Wunderwerk.

    Mir war nicht bewusst, wie viel es dann doch ist. Habe nur diese paar Flaschen gesehen und war froh, wenn die leeren wieder weg waren.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

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