Beiträge von stef2303

    Sie wohnt doch in Österreich. Da wird die Ehe noch schuldig oder unschuldig geschieden.

    Ja, aber neben der Scheidung aus Verschulden gibt es bei uns hier auch noch die Zerrüttungsscheidung (mind. 3 Jahre häusliche Trennung und das Eingeständnis des Scheiterns der Ehe) und natürlich auch die einvernehmliche Trennung (Trennung mit Scheidungsvergleich). In den letzten beiden Fällen ist das Verschulden irrelevant.

    Wie eine "lästige Gewohnheit", hmm?

    Du ziehst also ernsthaft eine Parallele zwischen Süßigkeiten essen und Alkoholismus? Selbiges bei körperlichen Betätigungen, Arbeit..?

    Also ich denke mal, von der täglichen Tafel Schokolade wegzukommen ist wohl doch nicht ganz damit zu vergleichen, trocken zu werden und zu bleiben.

    Noch spannender finde ich den Vergleich zwischen Alkohol und Arbeit. Wobei Arbeit als lästige Gewohnheit zu bezeichnen fast schon irgendwie wieder amüsant klingt...

    Wie dem auch sei. Ganz sicher bin ich mir jetzt zwar nicht, aber wie ich das verstanden habe, zählst Du nicht zur Gruppe der Alkoholiker. Das erklärt dann vielleicht aber auch diese skurrilen Vergleiche - und erstaunt mich, wie Alkoholismus in der Gesellschaft gesehen wird.

    Habe gerade in den Spiegel geschaut, verdammt, seh ich gut aus! Eigenlob stinkt, aber der Unterschied vor fast einem Monat ist enorm.

    Glänzende Augen, schöne Haut und keine Augenringe- Säcke. Herrlich!!!!!!

    Auf gehts, noch einen Tag, dann habe ich den ersten Monat voll 8o

    Warte einmal ab (und freu' Dich schon jetzt darauf), was sich noch so tut! In einem halben Jahr, in einem Jahr. Das wird noch viel besser kann ich Dir verraten. 😉

    Was gewesen ist, ist gewesen. Das ist mein Leben. Ich denke nun, ich habe mächtig Glück gehabt, das ich mein Leben durch den Alkohol nicht völlig in den Sand gesetzt habe.

    Ja, das ist bei mir auch der Fall. Rückblickend denke ich mir schon so ab und an mal, dass ich mir die eine oder andere Sache durch die Sauferei wohl hätte ersparen können. Bzw. wären Episoden in meinem Leben ziemlich sicher anders verlaufen (aber wie? - woher soll ich das wirklich wissen?) oder es hätte sie gar nicht erst gegeben.

    Insgesamt wäre es - ex post und nüchtern betrachtet - selbstverständlich besser gewesen, früher mit dem Trinken aufzuhören.

    Bloß: Damals sah ich die Dinge anders; da gehörte der Alkohol für mich zum Leben dazu. Inzwischen weiß ich, dass diese Ansicht grundfalsch ist. Es wäre selbstverständlich auch ohne gegangen. Nur fehlte der Wille.

    Dass ich trotz meiner Eskapaden im Grunde dennoch vieles erreicht habe, was ich mir in jungen Jahren so vorgestellt habe, erreichen zu müssen, war der Abstinenz natürlich auch nicht gerade zuträglich. Es ging ja auch so.

    Naja, Ansichten ändern sich und heute habe ich einfach kein Interesse mehr zu trinken. Gedankenspielchen, wie mein Leben verlaufen wäre, hätte ich ein, fünf, zehn, zwanzig Jahre früher aufgehört, treibe ich nicht. Weil ich das meiste ja doch nicht vorhersehen kann... und ich vermutlich auch nüchtern den einen oder anderen Vogel abgeschossen hätte etc.

    Wie meine Großmutter in leichter Abwandlung eines gängigen Spruches stets zu sagen pflegte: "Wer viel denkt, geht viel irr'!" - da ist schon was Wahres dran.

    Derartige Gedankenspiele lasse ich daher lieber.

    Knallhart war der gefühlte Fausthieb in die Magengegend morgens, wenn mir eingefallen ist, was ich Tags davor wieder für einen Mist fabriziert hatte, also schnell weitertrinken, um das zu verdrängen. Und das war oft der Fall.

    Das hatte ich auch zur Genüge, aber ich war bis kurz vor dem Ausstieg der Ansicht, nicht abhängig zu sein. Vor allem auch deshalb, da ich jedes Jahr Trinkpausen von 3 bis 6 Monaten einlegte und grundsätzlich mein Leben in geordneten Bahnen lief. Und das sicher um die 25 Jahre lang...

    Die Abhängigkeit gestand ich mir übrigens erst dann ein, als ich eines Tages um sechs Uhr morgens in die Arbeit kam, noch an der Eingangstür wieder umdrehte, zu meinem Auto ging und drei Bier hinunterkippte (im Kofferraum war immer ein Vorrat vorhanden). Ich hatte weder körperliche Entzugssymptome noch einen mentalen Druck - irgendwie war ich einfach wie ferngesteuert. Das empfand ich damals (später) irgendwie als sonderbar und da realisierte ich dann meiner Erinnerung nach das erste Mal auch so richtig, dass es jetzt ernst wurde und dieses mein Verhalten definitiv nicht normal ist.

    Unser gemeinsames Haus ist ja noch in unserem Besitz und in einer Nacht und Nebel Aktion ist mein Mann in Wohnung gezogen und hat hinter meinem Rücken angefangen, das Haus auszuräumen. Bis ich es gemerkt habe, weil mich alte Nachbarn abgerufen haben, hat er schon das wertvollste mitgenommen. Es gab eine riesen Streit und selbst ein Telefonat mit den Rechtsanwälten hat ihn nicht aufgehalten weiterzumachen.

    An diesem Abend konnte ich nicht mehr. Ich bin total zusammengebrochen, total reset meinerseits. Mein Leben in Trümmern zu sehen und nun auch noch mein geliebtes Zuhause, das war zu viel.

    Ich finde es schlimm, dass nach einer Trennung, gerade auch was das frühere gemeinsame und lieb gewonnene Zuhause angeht, die Sache zuletzt oft so dermaßen eskaliert. Dass ein faires Auseinandersetzen mit der Wohnsituation, mit den gemeinsamen Dingen (wem gehört was, wer braucht was, wer nimmt was mit, was bleibt) oft so schwer möglich ist... Schade, ist die Situation nicht ohnehin schwierig genug, weshalb auch noch solche (v.a. mental) kräftezehrende Aktionen.!? Dieses dem anderen/der anderen noch zum Schluss so richtig eines draufgeben... Erklärbar ist dies vielleicht, aber verstehen tue ich es nicht. Muss das tatsächlich sein? Was soll das wirklich jemandem bringen?

    Vielleicht hatte ich bei mir bloß Glück, aber meine Ex-Frau und ich (wir lebten viele Jahre zusammen) hatten im Zuge der Trennung klar vereinbart, wer wie lange in der gemeinsamen Wohnung wohnen bleiben kann und wer schließlich welche Sachen bekommt bzw. mitnehmen darf. Mein Auszug aus der alten und Einzug in die neue Wohnung konnte dann auch geordnet erfolgen, ohne Druck und Stress, aber doch mit einem Zeithorizont im Hintergrund. Meine Ex-Frau, die vorübergehend woanders wohnte (das war, glaube ich inzwischen, auch sehr gut), löste schließlich, als ich draußen war, die gemeinsame Wohnung komplett auf und zog in unser Haus. In der alten Wohnung wollte niemand mehr bleiben. Die Situation war insgesamt natürlich unangenehm (das stückchenweise Ausräumen der gemeinsamen Wohnung, jeden Tag fehlte wieder das eine oder andere Ding, die Wohnung wurde immer leerer und leerer, Erinnerungen blieben), aber im Nachhinein bin ich froh, dass es so gelaufen ist. Ohne Ärger, ohne Streit. Das hätte alles nur noch schlimmer gemacht. Für beide, schätze ich. Für mich vor allem deshalb, da ich zu dieser Zeit noch nicht so lange abstinent war und ich mich in einer "gefährlichen" Phase befand. Da hätte ein Rückfall schnell passieren können.

    Persönlich würde ich versuchen, so rasch als möglich Abstand vom alten Zuhause zu nehmen. Ansonsten wirst Du vermutlich immer wieder mit den Erinnerungen an das schöne Früher konfrontiert. Nur kommt dieses halt - so wie ich das bei Dir herauszulesen glaube - nicht mehr wieder. Distanz hilft da. Immer! Vielleicht nicht sofort, aber die Zeit regelt den Rest.

    LG, Stef.

    Mein ehemaliger Chef, Inhaber eines kleineren Betriebes, hatte unter Alkohol jemanden tot gefahren. Er kannte als Geschäftsmann die örtliche Polizei sehr gut. Die Strafe...bitte hinsetzen! Eine etwas höhere Geldstrafe und 8 Monate Führerscheinentzug. Heutzutage so eigentlich, zum Glück, nicht mehr vorstellbar, oder mit den richtigen Anwälten vielleicht doch!??:/ Was ist dann passiert? Mein Chef ist nach den 8 Monaten wieder Auto gefahren und hat da weitergemacht,wo er aufgehört hat. Er ist weiter unter Alk Auto gefahren.8|X/

    Hmm... Das Verwaltungsstrafrecht (Geldstrafe und Führerscheinentzug) ist eine Sache.

    Wenn ich das aber richtig verstehe, wurde Dein Chef vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen oder es wurde überhaupt erst keine Anklage erhoben... Anders geht es ja gar nicht. Finde ich seltsam... Bei einem Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss mit Todesfolge...


    Kann man denn auch 100% einsichtig sein und trotzdem nichts ändern wollen?

    Meine kurze Meinung (bzw. aus meinem Leben): Ich denke ja, aber vermutlich nur so lange wie die - sagen wir es mal so - individuelle "Schmerzgrenze" nicht erreicht ist.

    Ich trank über viele Jahre immer wieder viel zu viel. Oh ja, dabei war es mir vollkommen bewusst, das ist schädlich, das ist ungesund, Du hast ein Problem, das andere nicht haben. Habe ich deshalb aufgehört? Nein. Weil ja alles - aus meiner nassen Sicht - bestens lief. Warum sollte ich dann wirklich etwas ändern wollen?

    Meine vielen Trinkpausen habe ich stets dann eingelegt, als es für mich in irgendeiner Form "unangenehm" wurde. Ich wurde während meiner Trinkphasen immer fauler, nahm an Gewicht zu, vernachlässigte Beruf, Partnerschaft, Freunde und Bekannte, die eine oder andere Peinlichkeit gab es auch - also mal die Stopp-Taste drücken war dann angesagt. Machte ich auch. Das ziemlich konsequent.

    Bloß: In der Phase des Trinkens, wenn es mir noch (gefühlt) so einigermaßen gut ging, war der Änderungswunsch - trotz Wissen und Einsicht, dass ich ein Alkoholproblem hatte - ich sage es, wie es ist: gleich null! Lieber bei allen anderen Dingen zurückstecken als mit dem Trinken aufzuhören...

    Bis die Trinkerei dann aber irgendwann auch für mich selbst nicht mehr tragbar war. Das dauerte allerdings oft eine Weile.

    Dazu noch abschließend ein kleines banales Beispiel aus meinen Trink-Zeiten: In guten Zeiten hatte (habe) ich Konfektionsgröße 48. Als ich trank nahm ich natürlich zu. Als Größe 48 zwickte und zwackte, trug ich halt die 50er Größe. Für mich aus meiner Sicht kein Problem, die Sachen passten ja auch gut. Gefühlt sah man das nicht wirklich. Stimmt übrigens nicht. Ich wollte es bloß nicht sehen. Ich trug dann auch keine hellgrauen oder beigen Anzüge oder andere helle Klamotten mehr (weiß war sowieso tabu), sondern ging ins Dunklere. Marineblau, anthrazit - je dunkler, desto besser, weil das macht ja schlank. Warum also nur deswegen, weil man in seine Sachen nicht mehr rein passt, mit dem Trinken aufhören? Dann irgendwann Größe 52. Auch die Gürtel mussten länger werden. Es wurde also zunehmend unangenehm. Aber nach wie vor keine Einsicht. Bei Größe 54 sagte ich dann meist Stopp. Da ward es dann auch für mich so dermaßen offensichtlich und untragbar geworden, dass wieder mal die Notbremse gezogen wurde (und ich nach einem halben Jahr oder so wieder bei Grüße 48 war).

    Bloß grüßte mich das Murmeltier dann wieder recht schnell und der ganze Irrsinn ging von vorne los.

    LG, Stef.

    Jetzt nochmal zu deiner Arbeitssitouation. Du willst deinen Job kündigen bzw. Du wirst wahrscheinlich gekündigt. So, oder so wird es dann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine 3'monatige Sperre geben. Lass dir ein Attest ausstellen, das du aus gesundheitlichen Gründen kündigst( Sucht ist eine Krankheit!! mit dem Hinweis Arbeitsüberforderung, Mobbing??.

    Soweit ich gelesen habe, ist NIKA. aus Ö. Hier gelten andere Regelungen. Sperrfrist insbesondere bei Selbstkündigung: 4 Wochen.

    Nur am Rande: Eine Kündigung wegen Mobbings würde ich mir gut überlegen, das kann (wenn nicht oder nicht aussagekräftig und schlüssig dokumentiert) schnell nach hinten losgehen.

    Ich als Personaler formuliere es jetzt mal komplett überzogen (zur Veranschaulichung, bitte keine persönlichen Rückschlüsse ziehen) so: Die Mitarbeiterin trinkt trotz Alkoholverbotes, fällt in der Arbeit negativ auf, lässt womöglich auch in der Leistungsfähigkeit nach, rückt das Unternehmen vielleicht auch in ein schiefes Licht, kündigt dann aus eigenem Entschluss (kommt der Kündigung / Entlassung dadurch vermutlich zuvor) und gibt dabei als Grund an, gemobbt zu werden. Vom Trinken keine Rede. Aber Mobbing.

    Hmm... also, wenn hier ein tatsächliches Mobbing nicht bewiesen werden kann, dann kann Übles drohen. Derartiges kann sich ein Unternehmen so nicht gefallen lassen.

    Würde ich bei mir auch nicht.

    LG, Stef.

    Ich lese gerade, dass das auch eine Entzugserscheinung ist.

    Ich hatte dies beim ersten Mal auch, vielleicht hab ichs nur vergessen.

    Hallo NIKA.

    Ich denke, das kommt oft vor. Sah es auch bei mir. In den ersten Tagen einer jeden Trinkpause bzw. eines jeden Entzugs (Trinkpausen sind ja bei den meisten auch nur gescheiterte Entzüge, oder?) schlief ich schlecht, es kamen immer wieder Gedanken über dieses und jenes. Natürlich auch so etwas wie: Was hast Du dem/der xy nochmal erzählt..? Wie hast Du Dich benommen? Sagt der das weiter? Kann ich morgen überhaupt noch zur Arbeit gehen? Und und und. Die Erinnerungslücken machten die Sache dann natürlich noch viel unangenehmer. Also: Noch mehr denken, noch weniger Schlaf. Wie wir - glaube ich - alle wissen: Eine schlaflose Nacht kann sehr lang sein. Und fördert auch nicht gerade das Wohlbefinden.

    Rückblickend (oder wie es sich später herausstellte) war das Ganze - ich kann natürlich nur von mir berichten - schließlich mehr Befürchtung als Realität. So manche(-r) hat gewisse Äußerungen oder Verhaltensweisen, die mich plötzlich so sehr beschäftigten, gar nicht so recht wahrgenommen. Oder so interpretiert, wie ich es befürchtet hatte. Gut, ich könnte auch sagen: Weil manche ohnehin wussten, wie ich gelegentlich "ticke" und dass so manches nicht so ganz ernst genommen werden braucht. Bei der Arbeit ist das wohl anders, aber auch hier liegen Selbst- und Fremdwahrnehmung oft Meilen auseinander.

    Als ich mir damals nicht sicher war, ob ich etwas Falsches gemacht oder gesagt habe, bin ich morgens einfach wie immer ins Büro, habe nett und freundlich gegrüßt. Den üblichen Smalltalk gemacht und als ich gemerkt hatte, da sagt niemand was, war das Gröbste schon mal geschafft (mental, für mich).

    Ich denke, gerade im Entzug spielt einem - was eben diese Gedanken betrifft - die eigene Psyche den einen oder anderen Streich. Oder es wird der sprichwörtliche Teufel an die Wand gemalt.

    Natürlich kenne ich Deine konkrete Situation nicht, aber war es wirklich so schlimm, was Du gesagt oder getan hast, dass Du meinst, die Grenzen überschritten zu haben (irgendwie lese ich Deine Beiträge so)?

    LG, Stef.

    Ruhe zum saufen?

    quasi nur solange interessant, solange der andere mittrinkt und nichts hinterfragt?

    Es klingt zwar schlimm, aber auch das kommt vor. Bei mir und meiner Ex-Partnerin war es irgendwie eine beiderseitige Kapitulation vor der bestehenden Situation. Für beide war es kein wirkliches Miteinander und Leben mehr. Die Trennung hat dann zwar sie ausgesprochen, aber ich hätte - wäre sie mir nicht zuvorgekommen - über kurz oder lang ebenso gehandelt. Sie vermisste das partnerschaftliche Zusammenleben (wie es früher war), ich fühlte mich überwacht, bevormundet und auch "gestört" in meinem Leben... Keine gute Grundlage für den Fortbestand einer Beziehung...

    Gab es bestimmte einschlägige Vorkommnisse bei euch bzw ein Aha-Erlebnis oder ist das eher ein schleichender Prozess?
    Eher gesundheitlich, beziehungstechnisch oder beruflich? Oder die Summe aus allem?


    Würde mich wirklich mal brennend interessieren :)

    Bei mir war es der Umstand, dass es 2024 an allen Ecken und Enden immer mehr schiefzulaufen begann. Die Fehlentscheidungen im Beruf häuften sich (ein Mitarbeiter drohte mir zuletzt eine Klage an), auch die Auseinandersetzungen in der Familie, in der Beziehung verabschiedete sich das Miteinander Stück für Stück, eine finanzielle Fehlinvestition größeren Ausmaßes kam auch dazu (betrunken sollte man die Finger von finanziellen Dingen lassen), im Sportlichen waren keine Erfolgserlebnisse mehr da, manche Freundinnen und Freunde schränkten den Kontakt ein... und und und.

    Tendenz steigend.

    Ich bekam das natürlich alles mit, doch war anfangs die Einsicht, etwas ändern zu müssen, nicht da.

    Einzeln betrachtet waren die Veränderungen - gefühlt nicht - nicht schlimm gewesen, aber das Gesamtpaket zeigte mir schließlich dann deutlich auf, dass sich jetzt dauerhaft etwas ändern muss, weil ich sonst in ein paar Jahren vor die Hunde gehen würde.

    Und schon wieder sind wir dann beim loslassen. Vielleicht hat meine Frau schon losgelassen (irgendwie bin ich mir sicher), nur ich bin noch nicht so weit.

    Vielleicht gibt es da ja auch jemand anderen? Hast Du diese Möglichkeit schon mal in Erwägung gezogen?

    Mir wurde während und nach der Trennung auch so einiges an den Kopf geworfen - bis ich dann erfahren durfte, was da wirklich lief.

    Mir hilft sehr gut, wenn ich mich beschäftige, da ich nicht gern allein bin.

    Wie geht Ihr mit plötzlichen Freiräumen um?

    Liebe Kathrin Antje !

    Irgendwo habe ich mal geschrieben: "Die Langeweile ist der größte Feind der Trockenheit." Daran halte ich nach wie vor fest.

    Bin ich beschäftigt, denke ich nicht an Alkohol. Weiß ich nichts mit mir anzufangen, dann kommen hingegen doch schon mal wieder die gefährlichen Gedanken. Ich denke aber, das ist normal. Bei der HALT-Regel übersetze ich das L daher auch für mich eher mit "Langeweile" als mit "Einsamkeit".

    Welche Beschäftigung es ist, um sich abzulenken, ist wahrscheinlich irrelevant. Im Rahmen des mir derzeit Möglichen mache ich eigeschränkt Bewegung oder bin in der Arbeit. Gehe oft auch eine Runde durch den Ort, einkaufen, spazieren; da treffe ich auch immer mal jemanden, den ich kenne und plaudere dann mit diesem - auch wenn es Belanglosigkeiten sind. Aber das hilft ungemein.

    Abends hilft mir aber genauso gut ein Buch oder ein Hörbuch bzw. Hörspiel. Gestern am Abend wusste ich auch nicht so recht etwas mit mir anzufangen, und deshalb bin ich zur 19 Uhr-Messe im Nachbarort gefahren. War auch schön.

    Im Grunde musst Du selber wissen, was Du gerne tust oder magst, aber ich denke, fast jede Form der Ablenkung (ob noch so produktiv oder auch völlig unproduktiv, wichtig und sinnvoll oder auch gänzlich sinnlos) hilft hier. Und gerade die vermeintlich sinnlosesten Aktivitäten lenken mehr ab als gedacht, habe ich für mich zumindest festgestellt.

    Irgendwas findest Du sicher für Dich!

    LG, Stef.

    Beitrag 1:

    Liebe Leute, danke erstmal für eure Nachrichten.

    Es war etwas anders: Ich hatte irgendwann schon mal geschrieben (voriges Jahr vor oder kurz nach Weihnachten), dass ich nicht mehr in der Lage war, ein paar Schriftstücke zu unterfertigen, weil meine rechte Hand so derart zitterte, dass es mir unmöglich war, eine korrekte Unterschrift auf ein Blatt Papier zu bekommen. Tatsächlich tat sie es - und zwar so richtig; als ob man einen Schüttelfrost hätte... Das kann nun die Überlastung in der Arbeit sein, es kann aber auch vom Alkohol bzw. dem früheren Konsum (bzw. dem damit zusammenhängenden psychischen Konnex) herrühren (wobei ich bereits damals über ein Jahr nichts mehr trank).

    Beim Chinesen neulich beschlich mich so ein derartig ungutes Gefühl - vielleicht in Erinnerung an Weihnachten - dass ich das Glas, wenn ich es denn versuche aufzuheben, fallen lassen würde. Daher traute ich es mich wirklich nicht anzufassen. Weil ich wusste, es würde passieren. Rein innerlich begann nämlich schon meine rechte Hand zu zittern. Nicht äußerlich, aber ich wusste es: Das geht schief. Dann fällt das Glas auf den Boden und alle drehen sich nach Dir um. Das ist wirklich unangenehm, kann ich sagen. Wieso mir das alle paar Monate mal passiert, ist mir auch unerklärlich. Ja, es kann durchaus die Erinnerung an die früheren "großen" Sommerspritzer (also Weißwein mit Soda auf 0,5 l) oder die großen Biere gewesen sein; wissen tue ich dies nicht. Die Gläser hätte schon gestimmt. Aber zu anderen Zeiten ist das auch wieder kein Problem. Eine seltsame Situation (ich bringe dazu auch etwas in meinem Beitrag 2) - etwas später.

    Es ist leider schwer abzuschätzen, wann diese seltsamen Gedanken kommen; deshalb bestelle ich mir beim Essen meistens nur noch ein kleines Mineralwasser im Glas oder eine Cola Zero in der Flasche - dabei ist noch nie etwas passiert... Und ich fasse jedes Glas auch sicherheitshalber mit meiner linken Hand an, weil mit der gab es dieses Problem auch nie... naja... (bin Rechtshänder)... Monk lässt grüßen...

    LG, Stef.

    Hallo miteinander!

    Ich bringe dies hier, um zu zeigen, was die Sucht mit einem macht:

    Zu Beginn: Seit 17 Monaten trinke ich nichts mehr. Doch das Suchthirn bzw. die Abhängigkeit spielen hier anscheinend nicht so richtig mit.

    Ich war heute mit einem ehemaligen Arbeitskollegen zu Mittag essen. Buffet beim Chinesen. Als Getränke gab es 2x Apfelschorle (0,5 l). Schon als mir das Getränk hingestellt wurde, merkte ich innerlich: Das Glas kannst Du nicht halten. Lass es! Wir gingen dann zum Buffet; das Glas griff ich nicht an. Derartige Situationen sind echt schlimm, möchte ich sagen.

    Ich bezahlte dann nach einer Stunde; das Essen war kein Problem, aber das Glas griff ich nicht an. Es blieb voll. Mein Gesprächspartner sagte nichts, aber ich denke, er dachte sich schon so das eine oder andere.

    Derartige Situationen kommen bei mir sehr selten (alle paar Monate mal) vor, aber wenn dann doch, dann merke ich schon, was los ist...

    So viel zur Sucht... auch wenn man nichts trinkt, man wird sie nicht los!

    LG, Stef.

    Liebe Rennschnecke !

    Seit ich hier im Forum "aufgeschlagen" bin, warst Du immer mit an Bord. Bei mir, da danke ich Dir dafür!

    Trübe Tage hat doch jede(r) mal, oder? Wichtig ist es wohl vielmehr, dass man dann letztlich doch mit sich im Reinen ist.

    Ich kenne das von mir. Da gibt es Tage, wo ich mir denke: So kann es nicht sein; was treibst Du eigentlich? Im Grunde sind es wohl nur Stunden (oder gar Minuten).

    Sie gehen vorbei! 😉

    LG, Stef.

    Die selbe Strategie wurde mit Alkohol gemacht. Jeder kennt das Becks-Schiff von Freiheit und Abenteuer. Der harte Kommissar, der im Dienst schon das Dosenbier wegknallt und mega erfolgreich ist.

    Bier wurde schon im alten Ägypten gebraut...

    In Mitteleuropa ist Bier bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. nachgewiesen.

    Von den Kelten und dem Mittelalter ganz zu sprechen.

    Das Reinheitsgebot gibt es seit 1516.

    Naja, ganz so neu (und populär) ist der Biergenuss wohl nicht... Alkohol gab es auch schon weit vor unserem geschätzten Dr. Brinkmann, denke ich...