Beiträge von Alex_aufdemweg

    überfällt mich hinterlistig und spontan wieder aus einem ganz anderem Rückhalt.

    Das Saufhirn ist genauso schlau wie du. Schließlich gehört der Teil zu deinem Hirn. Aus dem Grund diskutiere ich nicht mit ihm. Will ja eh nur saufen. Da ist ihm jede Begründung recht.

    und will mir im Nachhinein suggerieren, dass ich aus der oder der Emotion heraus trank.

    Das ist ein ganz wichtiger Ansatz.

    Mir ist aufgefallen (auch an mir), dass viele gerade am Anfang alle möglichen Gründe nennen. Wieso sie getrunken haben, oder noch trinken. Oder trinken wollen, bzw. Suchtdruck haben.

    Es gibt aber keinen Grund um sich ein Gift rein zu schütten. Schlauer hat es mich definitiv nicht gemacht.

    Bei mir war es auch mehr die Belohnungsecke. Wenn es gut läuft ist das doch ein super Grund sich weiter zu vergiften. ;)

    Da fällt mir ein Satz von mir ein. Habe versucht die schräge Denkweise der Sucht darzustellen. Sucht ist nicht logisch. Sonst würde man ja einfach aufhören.

    Der Satz geht so. Eine ehrliche Aussage des Suchthirns wäre:

    "Heute ist ein so schöner Tag, tu dir was Gutes und spring aus dem Fenster."

    Ergo. Egal was es mir erzählen will. Es will, dass ich saufe. Sonst nix. Hm, eigentlich gar nicht so schwer. Noch einfacher nicht hin zu hören, bzw. den "Mund" zu verbieten. Ich weiß ja schon was es will. Am Ende immer das Gleiche.

    Da es nicht mehr durchkam, hat es aufgegeben. Und wenn ich vorsichtig bleibe, passt das. Dann wurde die Trockenheit ein normaler Teil meines Lebens. Ein Selbstläufer sozusagen. Wie atmen. Ein guter Vergleich. Denn auch wenn es nebenher läuft ist beides unabdingbar für mich.

    das Gefühl der Überforderung

    Das ist doch schon sehr gut, dass Du den Auslöser kennst. Denn nur so kann er in Zukunft vermieden werden. Das am Anfang ganz besonders wichtig.

    Aus dem Grund ist ja Geduld so wichtig. Vor allem mit sich selbst.

    Einen Cut zu machen und einfach los zu malen, war dann genau das Richtige. :thumbup:

    Die Idee mit der Liste finde ich dennoch gut. Mach einen Punkt und dann schau wie es mit dem Nächsten aussieht. Ohne Dir vorher eine Zeitvorgabe zu machen. Dann kannst du ggf. auch flexibler sein und Dir die "Rosinen"-Punkte raus picken. ;)

    Nervös bin ich aber deshalb jetzt schon.

    Phu, ich hatte ordentlich Bammel. Dann saß ich davor und ein anderer Mann saß auf einer anderen Bank. Habe mich gefragt, ob der auch Alkoholiker ist. Er sah aber ganz "normal" aus. ;)

    Und ja, er ist es auch. Er war bald 30 Jahre trocken. D.h. inzwischen ist er es dann auch.

    Ich wusste man muss es gar nicht sagen. Aber es war mir sehr wichtig mich gleich richtig vorzustellen. Mit Namen und "ich bin Alkloholiker".

    War ein ganz großes Ding für mich. So etwas vor anderen Menschen (und dann noch so vielen) zu sagen.
    Für die anderen war das gar nichts großes und mich hat auch nicht der Blitz getroffen.
    Die ersten Male kamen mir öfters die Tränen. Hatte sich doch recht viel angehäuft. So als EKA und Alkoholiker.

    Immer wenn ich dort raus bin habe ich viel Energie und Zuversicht gespürt.

    Inzwischen ist mein neues Leben nicht mehr neu und ich gehe nur noch selten hin. Hier bin ich jeden Tag.

    erstmal laute Beschwerden … Verteidigung von ihm und unpassende Vergleiche…

    Wenn er mit seinem ersten Impuls durch ist, kannst du ihm auch genau das mitteilen. Erstens, dass es auch leiser geht und dann ggf. auch noch, dass die Vergleiche unpassend sind.

    Ich sagte ich unterstütze das nicht!

    Ein "nein", das Bestand hat, sorgt auch dafür, dass du ernster genommen wirst.

    Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel (innerlich wie äußerlich) verändert, wenn man keinen Alkohol trinkt!

    Das ging mir auch so.

    Ich dachte ich trinke einfach nicht mehr und dann hat sich einfach alles Verändert. Weil ich mich verändert habe.

    Übrigens hatte ich auch einen Brief vor. Habe tagelang im Kopf formuliert. Ihn aber nicht geschrieben, weil ich nicht wusste wie ich anfangen soll.

    Und dann kam das Telefongespräch. Das Thema entwickelte sich sozusagen in meinen Brief im Kopf hinein. Dann ist praktisch der Inhalt des Briefes in einem Kopf, in das Gespräch geflossen.
    Als ich auflegt, wusste ich, dass ich jetzt "geprungen" bin. Köpfer vom Dreier. Es gibt kein Zurück.

    Und so war es dann auch.

    Hallo Herzblatt,

    schön, dass du in ein abstinentes Leben gestartet bist. Bei mir hat es sich sehr gelohnt.

    Anfangs dauerte es eine Weile bis ich mich neu gefunden habe.

    Es hilft sehr einige Dinge im Leben zu ändern.

    Hier unsere Grundbausteine. Die haben mir schon sehr geholfen.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Hast du, außer nicht zu trinken, schon Dinge in deinem Leben verändert?

    Was machst du denn so, wenn du frei hast?

    Ich bin aufs Dampfen gewechselt und habe schrittweise das Nikotin bis auf 0 runterdosiert

    Ich war bis auf 3 mg runter. Das war mir dann aber zu wenig und ich bin wieder auf 6 rauf. Zum Schluss hat dann nur ein richtiger Cut geholfen. Wie beim Alkohol eben.
    Ich hatte kein neues Liquid mehr gekauft und als es dann leer war, war es das dann auch. Das ganze Equipment direkt in den Müll.
    Das ist jetzt über 2 Jahr her. Hab mir das genaue Datum nicht so gemerkt.

    Aber ich habe das erst nach zwei Jahren Trockenheit durchgezogen. Und das war auch gut so. Denn die ersten zwei Wochen bin ich von Trigger zu Trigger gehüpft, bis es schlagartig weg war.

    dass die Gefühle der Grund dafür waren, wieder zu saufen.

    mein Grund zu saufen war die Weigerung und das Unvermögen, mich mit meinen Gefühlen auseinanderzusetzen

    Also eben doch Gefühle.

    Gefühle haben oder nicht haben wollen.

    Ich habe jetzt darüber nachgedacht. Im Endeffekt habe ich getrunken um meine Gefühlswelt zu verändern.
    Etwas nicht fühlen. Anderes stärker fühlen, "dumpf" werden, usw.

    Also ist Sucht eigentlich die Sucht nach Veränderung meiner Gefühle. Am Ende habe ich nur noch gesoffen um mich "normal" zu fühlen. Was aber auch eine Veränderung war, da ich mich ja ohne zu trinken nicht so gefühlt habe.

    Ich habe akzeptiert, dass ich Alkoholiker bin.

    Habe kapituliert und weiß, dass ich nicht mehr trinken kann. Mit fortschreitender Trockenheit wurde mir noch viel mehr klar und bald wollte ich auch wirklich nicht mehr trinken. Nicht in Form von "ich wehre mich dagegen" sondern "ich möchte es nicht". Das Gefühl betrunken zu sein, dieses Gefühl wenn ich Gift in meinen Körper schütte.

    Wieviele Anläufe habt ihr gebraucht

    Nun ja. Mein erster Anlauf läuft jetzt seit bald 5 Jahren. ;)

    Der Plan ist, dass er erst endet wenn ich die Radieschen von unten sehe.

    Und bis dahin lebe ich mein Leben so glücklich wie es mir möglich ist.
    Denn das klappt jetzt sehr viel besser.

    ich werde das Thema jetzt loslassen und mich kurz vor Weihnachten mit einer weißen Lüge entschuldigen.

    Bis dahin ist ja auch noch eine Weile hin. Da wird sich im Kopf durch die andauernde Nüchternheit noch einiges ändern.
    Ich denke es ist eine gute Idee etwas Zeit ins Land gehen zu lassen.

    Gerade noch mal auf Seite 1 bei dir geschaut. Du bist gerade im zweiten Monat? Das bedeutet, dass du bis dahin ja bald doppelt so lange nüchtern sein wirst.

    Im ersten halben Jahr ging bei mir im Hirn der Punk ab. ^^ Ich wurde, besonders von Leuten aus der realen SHG, immer sehr zur Geduld angehalten. Besonders im ersten Jahr sollten nicht zu weitreichende Entscheidungen getroffen werden.
    Na ja. Habe mich nicht immer daran gehalten. :saint:

    deren Söhne und ihr Mann trinken ganz ordentlich... das wird hart für mich... oder ich gehe nicht hin oder ich informiere vorab meine Schwester und bitte um Zurückhaltung...

    "Ich gehe nicht hin" ist natürlich die beste/einfachste Lösung.

    Zurückhaltung wird nicht so wirklich viel nützen. Wenn Dir jemand mit einem Glas Alkohol vor der Nase sitzt ist es der Sucht nicht so wichtig ob das jetzt das zweite oder vierte Glas ist. Vor Dir trinkt jemand. Verstehst du?

    Was funktioniert wäre Zurückhaltung, in Form von z. B. keiner trinkt was bis nach dem Essen und danach gehst Du.
    Sollte das nicht gehen, ist den Personen wohl der Alkohol wichtiger als Du. Dann kannst Du der Schwester auch kommunizieren, dass Du nicht kommst, da sie sich gegen Dich und für den Alkohol entschieden haben. :)

    Es ist ja so, dass Du ein gutes Leben ohne Alkohol führen möchtest. Deswegen muss das sowieso irgendwann mal geklärt werden.

    Leute die kein Alkoholproblem haben, haben auch kein Problem wenn sie mal keinen trinken. Deswegen ist deine Bitte gar nichts besonders für sie. ;)

    Wenn das erst mal mit allen Menschen geklärt ist, die Dir nahe stehen, wird das Leben gleich viel weniger stressig. Ich weiß auch wovon ich reden. Bei mir sind es demnächst 5 Jahre. Alle die es betrifft wissen Bescheid.

    Ich muss wirklich lernen Grenzen zu setzen,

    Vor allem Dir selbst. In der ersten Zeit ist es extrem wichtig genau das zu meiden, was Du erlebt hast.
    Du kannst Deinen Freunden (denen ein Trinkkumpane sehr wichtig erscheint) das Trinken nicht verbieten. Aber Du kannst weg bleiben.

    da gab es dann im Restaurant schon fast sowas wie einen kleinen Konflikt, weil ich gehen wollte.

    "Ich will jetzt gehen". Fertig. Da gibt es nichts zu diskutieren. Richtige Freunde nehmen Rücksicht auf das was ein Freund möchte. Und wenn es hier einen Konflikt gibt, stimmt da etwas nicht.

    Nur nicht trinken reicht nicht.

    Ich lebe ein glückliches und trockenes Leben. Dafür habe ich meine (Trink-) Freunde in den Wind geschossen.
    Dabei bleiben dann automatisch die Menschen übrig denen etwas an Dir liegt.

    Dass mein Zuhause nicht Alkoholfrei ist, ist ja kein Geheimnis, aber das ist kein trigger für mich gewesen bis jetzt.

    Dann wird es Zeit jetzt etwas daran zu ändern.

    Notfallkoffer und Finger wund schreiben sind eben doch keine Endlösung.

    Damit rettest Du Dich von Tag zu Tag. Zufriedene Abstinenz auf Dauer, fühlt sich anders an.

    Du musst jetzt nicht gleich in Hektik verfallen. Aber es wäre gut, wenn Dir das klar wird. Bzw. soweit ich das lese bist Du da bereits auf dem Weg.