So, jetzt bin ich wieder "auf Kurs" um meinen Faden ein bisschen zu pflegen. Der Dezember ist ja immer ein sehr emotionaler Monat und ich musste mich die letzten Wochen oft sammeln um nicht wieder in einen Wutstrudel zu gelangen. Es hat sich herausgestellt, dass die Blutwerte meines Vaters für jahrzehnte langes saufen gar nicht so schlecht sind... ich habe also eine Woche gebangt, dass mein Vater zeitnah sterben wird, nur im letztendlich zu erfahren, dass mein Vater sterben wird, aber eben nicht zeitnah (oder doch?) und eben nicht an einer Leberzirrhose (oder doch?).
Nun ist die ganze Situation wieder eine tickende Zeitbombe und ich hoffe ehrlich gesagt, dass ich nicht der jemand bin, der ihn irgendwann findet.
Unser Verhältnis ist aktuell nicht schlecht... ich bin arbeitsbedingt oft in der Nähe und besuche ihn momentan ca. 1x die Woche. Ich bin eines der glücklichere EKAs, denn mein Vater war im Grunde immer ein liebenswürdiger Mensch und manchmal ist da noch ein kleines Licht seiner Persönlichkeit von früher doch immer mit einer riesigen schweren Wolke drumherum. Es ist schwer für mich nachzuvollziehen, das jemand keinen anderen Ausweg mehr anstrebt.
Ein kleiner Lichtblick ist die erhaltene Pflegestufe. Bringt jedoch auf dauer voraussichtlich wenig, da mein Vater sich jetzt doch nicht pflegen lassen will und erst recht nicht von irgendeiner fremden Person. Da muss ich mich wieder etwas besser zurückhalten und das ganze akzeptieren wie es ist.
Ich habe die letzten Wochen viel gelesen hier im Forum und habe mich gedanklich so sehr in die alkoholabhänigkeit meines Vaters verstrickt, dass es nicht mehr gesund für mich war. Aber ich bin wirklich stolz auf mich, dass ich mich u. a. mit diesem Forum doch ein ganzes Stück weiterentwickeln konnte, insbesondere im Vergleich zu meinen Gedankengängen vor und während des Kontaktabbruchs.
Jetzt bin ich erstmal wieder einen Schwall los! ![]()