Hallo Krümel,
ich habe gerade deinen Faden von Anfang an gelesen und möchte dir einfach mal einen lieben Gruß dalassen und sagen: du bist damit nicht alleine.
Ich stecke tatsächlich in einer ähnlichen Situation wie du. Habe auch Depressionen und denke mittlerweile, dass ich nicht komplett gesund werden kann, wenn ich in meiner Ehe bleibe.
Vor kurzem ist es bei uns allerdings zu dem Punkt gekommen, dass wir beide entschieden haben, dass es so nicht weitergeht und wir uns auch räumlich trennen werden (Trennung war schon im Februar, aber irgendwie mit der Hoffnung, dass wir es noch hinbekommen und haben normal weiter zusammen gelebt und den Kindern noch nichts erzählt).
Mein Mann hat ein ähnliches Trinkverhalten wie deiner. Es gibt auch Phasen, in denen jedes Wochenende ein Vollrausch stattfindet (weil Dorffeste, Geburtstage usw stattfinden) und dann wird wieder eine Zeit lang nur ab und zu ein paar Bier getrunken. Es wurde auch schon mehrfach heimlich getrunken, was er zugegeben hat und auch aus Frust. Aber ein Alkoholproblem hätte er nicht. Alle anderen trinken ja auch. Ich hätte ein Problem wegen meiner Kindheit (Mutter Alkoholikerin) und übertreibe.
Er hat nun ganz klar und deutlich mehrfach zu mir gesagt: ich werde mir nichts mehr sagen lassen und will mein Verhalten nicht ändern.
Ich habe damit aber ein Problem. Ich kontrolliere ihn, zähle Flaschen, ekel mich mittlerweile vor ihm, wenn er betrunken ist oder sein Zimmer am nächsten Tag nach Ausdunstungen stinkt (Sorry für den Ausdruck, riechen finde ich aber auch nicht angemessen). Mir geht es schon sehr lange nicht mehr gut damit. Und auch ich frage mich oft genug, ob ICH das Problem bin. Zum Glück habe ich einen lieben Therapeuten, der mir dann regelmäßig den Kopf wäscht.
Mein Mann hat auch seine Gründe, die er vorschiebt, weshalb er die Ehe nicht mehr möchte. Sieht sein Problem aber nicht.
“Du lässt seit Jahren keine körperliche Nähe zu. Ich kann nicht mehr ein Bier aufmachen, ohne dass ich schief angeguckt werde. Ich möchte nicht mehr, dass du mir aufzählst, wieviel ich getrunken habe.“
Mittlerweile habe ich erkannt, dass es tatsächlich besser für mich und die Kinder ist, nicht mehr weiter um die Ehe zu kämpfen. Ich möchte wieder richtig gesund werden. Für mich und für meine Kinder.
Vielleicht schaffst du das auch bald .
Einen Satz meines Therapeuten von letzter Woche möchte ich hier noch anfügen:
Sie machen gerade das, was Sie in ihrer Kindheit gebraucht hätten. Sie schützen Ihre Kinder vor dem Alkohol.
Liebe Grüße und alles Gute für dich