Kazik - Back to life

  • Nun bei mir läuft es Hand in Hand und deshalb werde ich hier etwas zu Depressionen schreiben.

    Solange du bei dir bleibst, ist alles gut, aber du bestimmst hier nicht, was geschrieben wird oder was wir als bedenklich ansehen.

    Zudem ist dieses Forum auch nicht explizit für Depressionen gedacht, auch wenn es hin und wieder Hand in Hand läuft.

    Alles andere bitte mit deinem Therapeuten oder Facharzt besprechen.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Verständnisfrage Hartmut,

    schreibst Du mir hier als Moderator oder als User. Oder ist das bei den Moderator*innen nie getrennt?

    LG

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

    ------------------------------

    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Oder ist das bei den Moderator*innen nie getrennt?

    LG

    Wenn es eine "Ansage" ist, dann immer in der Funktion des Moderators. Und ja, das war als Moderator.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hi Ihr,

    kurze Meldung. Ich habe diese Tage mein gelebt, weil das Leben manchmal die Angewohnheit hat gelebt werden zu wollen. ;) Ich hatte die Tage sehr gut zu tun. Ich habe versucht so gut ich konnte auf mich zu achten. Und hoffe nach diesem WE in ruhigere Fahrwasser ein zu laufen. Aber jetzt bin ich erschöpft und werde heute sehr low machen. Ich habe die Tage immer mal mit gelesen um innerlich auf dem "Laufen" zu bleiben. So weit so gut.

    Körperlich und seelisch erschöpft. Stimmung okay. Kein Blues. Kein Saufdruck.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

    ------------------------------

    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Koda! Ich habe mich vorhin über Deine Einleitung (!) und Deine Nachricht gefreut. Danke und Grüße zurück. Ich komme gerade von einer Baustelle zurück. Und nachdem ich festgestellt hatte das alles gut vorbereitet war und nachdem ich festgestellt hatte das nachdem die Leute eingewiesen warenalles sehr geschmeidig läuft, habe ich beschlossen den Leuten und mir etwas Gutes zu tun und nach Hause zu gehen. Ich bin zu ungeduldg und kann einfach nicht neben der Arbeit stehen. Dann werde ich unruhig und will die Arbeit selbst machen. Und weil ich die Leute nicht nerven will, tiger ich dann immer um sie rum und mache all die Sachen die kurzfristig liegen geblieben sind.:roll: Und nun bin ich zuhause und übe mich in Geduld.:oops:

    Ja die letzte Woche war mehr als einen Hauch turbulent. Und ich bin einfach noch nicht stabil. Aber jetzt habe ich tatsächlich für eine ganze Zeit nix Großes und eigentlich auch nichts Kleines vor mir liegen und es wird ruhiger.

    Liebe Grüße auch an Alle anderen

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

    ------------------------------

    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Hi Kazik,

    das hier hattest Du am 31.12.24 geschrieben

    Ist mein Wunsch Wille und Ziel das ich im Frühling hier schreiben kann das ich keinen Tropfen Alkohol getrunken habe und hoffentlich das ich einen oder mehrere Schritte weiter bin auf meinen Weg zu einem zufriedenen abstinenten Leben. Das wäre richtig gut.

    Zweifelsohne gönne ich Dir die Erfüllung dieser Wünsche.

    Das hier hast Du heute geschrieben:

    Und ich bin einfach noch nicht stabil.

    Was tust Du, um Dich zu stabilisieren? In Deinen Worten, welche Schritte gehst Du?
    Und mal eine Frage: ändert sich durch die Nüchternheit etwas an Deinen Depressionen?

    Wenn ich von mir ausgehe, ich habe als geselliger Belohnungstrinker angefangen. Die Probleme kamen zu großen Teilen bei mir erst durchs trinken und durch die Drogen. Die Kindheit...andere hatten auch Probleme, deswegen hat nicht jeder gesoffen. War schon speziell ich, weil es mir auch gefallen hat.
    Als ich aufgehört habe, waren Belohnungen für mich sehr wichtig, damit mir der Alkohol nicht fehlte. Ich wurde zum Fan von richtig großen Eisbechern, die Kalorien spielten keine Rolle. Und von Schönheit der Natur, das war ich früher schon, hatte es aber vor Saufen fast vergessen.. Bis ich dann irgendwann so weit war, dass die Trockenheit zum Selbstläufer wurde und mich Alkohol ganz generell nicht mehr interessiert hat. Das kann ja bei Dir ganz anders sein.

    Für mich war es ein Riesenproblem abzuschalten, weil ich Verantwortung für Leute, Kunden und relativ viel Geld hatte (mein Traum war mal, dass ich mich nur noch mit meinen Datenbanken unterhalten muss, aber den Job gab es nicht für mich). Ich neigte dazu, dass mir das auch am Feierabend durch den Kopf ging. Und ich habe verschiedenes probiert, um dann nach dem Stress bei der Arbeit runterzukommen. Um müde zu werden, ohne mich zuvor betrinken zu müssen. Ich fing damit an, dass ich die 20 km zum Job mit dem Fahrrad gefahren bin und in der Mittagspause bin ich eine Stunde um den See vor der Firma gelaufen. Hab mich ausgepowert. Dann Yoga und Meditation angefangen. Anfangs bin ich beim Stillsitzen in der Meditation fast explodiert, so arbeitete das in mir. Einmal bin ich aufgesprungen und musste unbedingt raus. Dann hab ich locker gelassen, aber bei anderer Gelegenheit trotzdem weitergenmacht. Ich bin dazu übergegangen, mich nicht mehr so sehr zu zwingen und smarter und weicher mit mir selbst umzugehen. Den Kontrollfreak und Perfektionisten ab und an in die Pause zu schicken.

    Hältst Du Dich selbst aus, wenn Du nichts tust? Kannst Du Dich entspannen? Kriegst Du den Kopf leer?

    Es ist kein Verhör, das weisst Du.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hi LK,

    danke für Deine Nachricht. Es ist eigentlich egal ob ich weiß das es kein Verhör ist, weil ich mich im Zweifelsfall nicht verhören lasse. Ich bin sozu sagen Verhörresistent. Der Grund dafür ist das meine Eltern die Menschen denen ich am meisten vertrauen wollte mein Vertrauen gründlich missbraucht haben.

    Ich war und bin ein offener Mensch der auf Menschen zugeht weil ich Menschen mag. Aber meine Offenheit beruht auf meinem Selbstvertrauen was ich über die Jahre entwickelt habe. Heißt ich war immer nur so offen wie ich mit meinem Selbstvertrauen sein wollte und wo ich wusste das mich mein Gegenüber nicht verletzen kann. Und dann habe ich über die Jahrzehnte noch gelernt das mich eigentlich nichts verletzen kann und wenn doch dann kann ich das aushalten und mich wehren. Ich hatte gelernt das niemand die Macht meiner Eltern hat. Und wenn es heute etwas gibt was ich nicht erzählen möchte dann erzähle ich das auch nur wenn ich es erzählen möchte.;)

    Trinkerkategorien finde ich für mich schwierig aber ich war kein Belohnungstrinker. Mit Alkohol und Drogen wollte ich mich okay und gut fühlen. Das hat mir gereicht. Und als ich vor mehr als einem Jahrzehnt anfing ernsthaft zu saufen wollte ich meine Depressionen die latent immer da waren nicht mehr spüren. Obwohl ich wusste und spürte das dies niemals funktionieren wird. Das war auch der Grund warum ich die Menge mit der ich anfing nur in ganz seltenen Ausnahmefällen (z.B. Feier) veränderte. Und ich konnte als ich anfing ernsthaft zu saufen mein inneres Kind nicht sehen und deshalb keinen Kontakt zu Ihm aufnehmen. Das kann ich jetzt.

    Ich wusste schon lange bevor ich aufgehört habe zu saufen das ich einige fundamentale Dinge in meinem Leben und Verhalten ändern muss. Und der Zeitpunkt wo ich mit dem saufen aufgehört habe war der Zeitpunkt wo meine Leidensfähigkeit mit Alkohol am Ende war. Und ich habe im Laufe meines Lebens gelernt wann das Ende meiner Leidensfähigkeit erreicht ist und das war nie freiwillig.

    Anders als Du habe ich mir nicht die Frage gestellt wie lange ich es maximal ohne Alkohol aushalten kann. Mir hatt es gereicht das ich weiß das ich es nicht weiter mit Alkohol aushalten will. Und in den zwei Monaten seit ich trocken bin habe ich zwei fundamentale Dinge über die ich hier auch schon geschrieben habe entweder beendet oder sie sind zeitnah beendet. Ich habe ganz entgegengesetzt zu meiner Art keinen Plan A und mache mir bestimmt keine Gedanken um einen Plan B, den da sind wir möglicherweise gleich das habe ich bis jetzt gemacht. Und ich bin auch gut darin. Aber es war nicht gut für mich. Aber ich bin noch ganz am Anfang meines Weges und deshalb noch nicht stabil.

    Ich lese bei Dir und anderen mit was Sie in Ihrem Leben verändern oder verändert haben damit Sie zufrieden oder glücklich sind. Und davon nehme ich mit was für mich passt. Und ich habe auch vor darüber hier zu schreiben um Hilfe zu bekommen wie ich das was passt umsetzen kann.

    Zu der Frage ob ich mich alleine aushalten kann. Ja. Das kann ich sogar am allerbesten von allen Dingen die ich kann.;) Und das kann ich jetzt nüchtern sogar noch besser. Weil ich mich jetzt eben nüchtern allein mit all den Dingen die mir wichtig sind beschäftigen kann. Mir sind allerdings meine sozialen Kontakte auch genauso wichtig.Und es geht jetzt um eine gute Balance für mich.

    Zu meinen Depressionen. Nachdem ich aufgehört zu saufen sind Depressionen in meiner Welt zu vernachlässigen. Was auch meine Annahme bestätigt das ich speziell in den letzten zwei, drei Jahren nicht sicher war das ich eine "echte" Depression habe. Und falls ich tatsächlich wieder eine Depression bekommen sollte kann dieser nüchtern besser wiederstehen und kann mir effektiver selbst helfen.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

    ------------------------------

    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Der Grund dafür ist das meine Eltern die Menschen denen ich am meisten vertrauen wollte mein Vertrauen gründlich missbraucht haben.

    Ich weiss nicht, ob Deine Eltern noch leben.

    Bei uns war das Verhältnis absolut zerrüttet. Es hatte auch einiges mit diversen Machtspielchen und Enttäuschungen und Ausnützen meiner kindlichen Schwäche zu tun. Ich war auch Spielball in ihren Konflikten und das habe ich erst viel später begriffen. Aber als ich dann trocken war, führte ich mit beiden getrennt, da sie geschieden waren und auch keinerlei Kontakt mehr zwischen ihnen bestand, verschiedene Gespräche.

    Im Endeffekt konnte ich beide dazu zwingen, mich zu akzeptieren, wie ich bin, weil ich den Kontaktabbruch aufrecht erhalten konnte, was sie beide sehr schmerzte. Also ich bin nicht prinzipiell lieb, wer das glaubt, kann sich wundern.
    Mein Vater ist gestorben, und hatte mir die Entscheidungen über sein Leben schriftlich und komplett übertragen (was er nur zuliess, weil ich keine Angst vor ihm hatte UND weil ich keine Rechnungen mit ihm mehr offen hatte), und meine Mutter handelt heute absolut in meinem Sinne und steht mir heute näher, als ich mich je erinnern konnte.

    Du schreibst, dass Dir Deine Mitmenschen wichtig sind. Ich hatte aufgrund meiner ganzen Konfikte und auch, weil ich alleine auf niemanden Rücksicht nehmen musste, mir angewöhnt, vieles alleine zu machen und nur, wenn es unbedingt notwendig war, auch mal was mit Anderen.
    Aber die Bereinigung der Konflikte mit meinen Eltern und mit meiner Frau, und im Laufe der Zeit auch noch mit ein paar anderen Leuten, haben mein Leben deutlich entspannnt und meine Sicht auf dieses Alleinseinwollen verändert. Heute mache ich aktiv und bewusst auch was mit Anderen, aber nicht immer. Unabhängigkeit ist für mich immer noch das Gegenteil von Abhängigkeit.

    Planbar war das für mich nicht, es war oft Versuch und Irrtum, und auch was Trockenheit anging, habe ich mir angewöhnt, dass ich meinen Standpunkt auch ändern kann, wenn ich merke, ich sollte was ändern. Ich musste mir dazu eine gewisse Fehlertoleranz und Fehlernmanagement angewöhnen und habe gelernt, dass ein Fehler nicht gleich ein Weltuntergag ist. Im Grund sehe ich das wie meinen Nick, ich habe einiges erlebt und ein buntes Leben gelebt und ich werde am Ende meines Lebens kaum vor der Frage stehen, ob ich viel verpasst habe, was ich aus falscher Rücksichtnahme oder mangels Traute vor mir hergeschoben hätte. Ich bin nach wie vor ein neugieriger Mensch und fahre immer noch gerne wo hin, wo ich noch nie war. Ich kann mich aber auch bescheiden, selbstgenügsam sein und weiss, dasss ich nicht alles haben kann, das lässt mich trotzdem ruhig schlafen. Und Langeweile ist mir inzwischen ziemlich fremd.

    Das wollte ich Dir grade mal erzählen. Frag mich nicht, warum8)

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hi LK,

    danke für Deine Nachricht und vielleicht werde ich dazu noch mal was schreiben.

    Meine Eltern sind beide tot. Meine Mutter ist gestorben als ich Ende Zwanzig war. Zu dieser Zeit lebte ich schon lange mein eigenes Leben. Ich bin dann in den letzten Monaten Ihres Lebens für längere Zeiten nach Hause zurückgekehrt um sie zusammen mit meinem Vater zu pflegen. Ich stand in dem Moment wo sie gestorben ist an Ihrem Bett und war sehr erleichtert das sie es hinter sich hat. Traurig war ich nicht so sehr. Die Zeiten wo ich wieder zu Hause waren nicht nur wegen Pflege sehr schlimm sondern eigentlich die Hölle weil das Verhältnis mit meinem Vater in dieser Zeit ein erbitterter Kampf war. Der letzte erbitterte Kampf zwei Männchen um das gleiche Weibchen. Und mir ist leider erst danach klargeworden das dies die letzte Inszenierung ihres familiären Kontrollsystems war. Das hätte ich mir nachhinein gerne erspart. Meine Mutter hatte als ich ungefähr 12 war versucht ihre Kontrolle nicht mehr mit Gewalt sondern mit "subtileren" Methoden aus zu üben. Doch nach der ganzen Gewalt war ich dagegen immun. Sie wusste das sie keine Macht mehr über mich hatte und das hat Ihr bis zu Ihrem Tod überhaupt nicht gefallen. Das wirkliche Problem zwischen uns war das sie sich nie bei mir entschuldigt hat noch das sie glaubhaft gemacht hat das sie Ihr Verhalten niemals wiederholen würde. Sie hat in meinen Augen nie Ihre Strafe erhalten. Ich habe Ihr nie verziehen. Und auch das wusste sie vor Ihrem Tod.

    Für meinem Vater der vor 15 Jahren gestorben ist gilt was das Verzeihen angeht das Gleiche auch er wusste das ich ihm nicht verziehen habe. Und da mein Vater abgesehen von seiner Körperkraft ein schwacher Mensch war. Habe ich nachdem ich ausgezogen bin jedes Mal den Kontakt sofort abgebrochen wenn er versuchte seine Autorität durchzusetzen. Körperlich bedrohen konnte er mich seit ich 14 war nicht mehr. In den letzten 10 Jahren seines Lebens versuchte er friedlich mit mir im Kontakt zu bleiben. Und er hatte auch den Wunsch das ich verzeihen könnte. Das wollte ich aus den oben genannten Gründen nicht. Wenn er in dieser Zeit nicht friedlich blieb bin ich ohne grosse Diskussion gegangen. Und ich habe Ihm auch auf seine Frage hin gesagt das ich Ihn niemals pflegen würde.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

    ------------------------------

    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Ich schreibe Dir noch mal zwei Punkte. Wenn Dich das nervt, sage es, ich werde mich dran halten.
    Du hast eine Menge Therapieerfahrung mehr als ich, kennst Du vielleicht schon alles.

    Das eine ist das innere Kind. Ich bin irgendwann drauf gekommen, dass ich mich bzw. mein inneres Kind selbst beeltern muss, wenn das bei mir versäumt wurde. Und nicht zu rücksichtsvoll, sondern auch mit Grenzen setzen. Aus erwachsener Sicht, was braucht der Kleine, um zu gedeihen. Ich kann mir das heute selbst geben.Ich beeltere mich selbst, ich identifiziere mich nicht mit meinem inneren Kind. Ich war das Kind mal, aber ich bin es nicht mehr.

    Das andere ist die Wut. Weil ich auf gar keinen Fall werden wollte wie mein gewalttätiger und angsteinflößender Vater, wurde ich als Jugendlicher prinzipieller Pazifist, halt die andere Backe hin (und ich konnte auch zuschlagen, wollte das aber nicht). Agression ist aber eine grundlegende menschliche Eigenschaft, die verschwindet nicht einfach so, weil man das will.
    Ich wurde letztendlich autoaggressiv und habe das als Ursache meiner damaligen Depression irgendwann begriffen.
    Irgendwann liess ich die Wut raus, und das tat mir gut. Meine Wut hätte für echte Ausflipper gereicht, aber der Gedanke, dass mir irgendein anderer Mensch es nicht wert wäre, für das Auslassen meiner Wut viele Jahre hinter Gittern zu verbringen, bewahrte mich davor, zu große Fehler zu begehen. Aber die Wut musste raus, sonst hätte sie sich gegen mich selbst gerichtet, bzw das hat sie ja auch, als ich extrem gesoffen habe.

    Inzwischen verwende ich die Wut, um meinen inneren Schweinehund zu überwinden und mir was Gutes zu tun. Ich habe ja schon mal angedeutet, dass ich inzwischen eine größere körperliche Behinderung habe, war knapp vor dem Rollstuhl. Die Wut, alles mögliche nicht mehr zu können, trieb mich zu umfangreichem Training. Und das ermöglicht es mir heute, eben doch wieder vieles zu tun, auch wenn es nie wieder so wird, wie es schon mal war. Vieles ist eine Frage der Perspektive für mich.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Das wirkliche Problem zwischen uns war das sie sich nie bei mir entschuldigt hat noch das sie glaubhaft gemacht hat das sie Ihr Verhalten niemals wiederholen würde

    Meine Mutter hatte bis vor ca. 15 Jahren grundsätzlich recht. Sie hatte in ihrem Leben noch nie einen Fehler gemacht, warf mir da noch vor, was ich als kleines Kind angestellt hatte und wollte mich zwingen, mich so zu ändern wie sie das wollte, sonst wollte sie mich den Rest ihres Lebens nicht mehr sehen. Und ich, kannst du haben, ich mach nicht, was Du sagst. Dann gab es ersthafte Gespräche, über mehrere hundert Kilometer nur per Telefon, dass sie nicht über ihren Schatten springen kann, und genau dieses Argument habe ich dafür verwendet, dass auch ich nicht über meinen Schatten springe. Irgendwann lud sie mich ein, und ich sagte, ich habe mich nicht geändert, ob sie das will.
    Ja, und inzwischen entschuldigt sie sich. Er hatte es auch getan.

    Es war die Wiederholung eines Dramas vor über 40 jahren. Sie drohte mir mehrmals, sich umzubringen, bis ich gesagt habe, sie soll es tun, dann ist Ruhe.

    Irgendwann habe ich ihr (und meinem Vater) klargemacht, dass wir alle doch so nicht auseinander gehen wollen. Da war so viel Mist auch in deren Leben, Kindheit im Krieg, beide ohne Väter aufgewachsen, Not, etc,

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hi LK,

    ich mach es für heute ganz kurz. Nein es nervt mich überhaupt nicht Du schreibst von Dir und deshalb bin ich hier. Ich will von anderen über sie lesen.

    Und zu Therapieerfahrung ich habe dort im Prinzip nur gelernt wie ich es machen könnte wenn ich komplett gesund und ausgeglichen wäre. Und ich habe dann geschaut was ich mit meinen jeweiligen Möglichkeiten anders machen kann und behalten was ich später noch umsetzen kann wenn ich andere Möglichkeiten habe.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

    ------------------------------

    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Ich setz mich mal für einen Moment hier dazu.
    Die Gefühle, die ich meinen Eltern entgegenbringe, haben sich über die Jahre verändert. Die Wut aus der Kindheit, als ich mich ihrer unseligen Konstellation so ausgesetzt sah, wurde aber über die Jahre immer tiefer vergraben. Als Erwachsene musste ich feststellen, daß ich sehr schlecht dran kam an die Wut. Manchmal denke ich, es gab wie so eine Art Kippunkt in der Kindheit. Als hätte ich es selbst in der Hand gehabt, und mich gegen bestimmte Anlagen entschieden, die eigentlich in mir hätten weiterwachsen sollen. Stattdessen bin ich eine andere ruhigere Version geworden, aber eher aus dem tiefen Wunsch heraus, anders zu sein, als sie. In Träumen kam die Wut dann manchmal wieder. Da hab ich geschrien, völlig entgrenzt. Weiß auch nicht ob das wirklich sinn macht, wie soll man als Kind entscheiden, wer man sein will. Vielleicht ist das auch nur die Geschichte, die ich mir über mich selbst erzähle. Aber das sind so Gedanken die mir gerade kamen, als ich die obigen Zeilen las.

  • Hallo Ihr,

    ich werde zu einem anderen Zeitpunkt etwas zu dem oben geschriebenen schreiben. Und ich danke Euch für das teilen. Aber ich habe gestern Abend gemerkt das ich mich dazu mit Menschen, Ereignissen und Zeiten auseinandersetzen muss für die ich Kraft brauche. Und diese Kraft will ich im Moment nicht aufwenden weil ich diese für anderes brauche.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

    ------------------------------

    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Hallo Ihr,

    ich werde zu einem anderen Zeitpunkt etwas zu dem oben geschriebenen schreiben...

    Liebe Grüße

    Kazik

    Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber auf diesen Satz, den ich schon oft (von Anderen) gehört habe, kam bisher nie wieder etwas.

    Es ist auch völlig Ok, wenn nichts mehr kommt. Du musst ja nicht. Und ich bin kein Mensch, der darauf wartet.

    Ja, und Du hast vermutlich tatsächlich Anderes zu tun. Nix von dem alten Zeug legt Dich heute trocken und es schafft Dir auch nicht die Butter aufs Brot. Absolut OK.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Nur eine kleine Ergänzung mit den Menschen mit denen ich mich nicht auseinandersetzen will meine ich niemanden aus dieser SHG. Damit meine ich eigentlich meine Eltern und andere Menschen aus meiner Vergangenheit.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

    ------------------------------

    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!