Beiträge von Nayouk24

    Hallo Gaarder und herzlich willkommen auch von mir.

    Ich habe heimlich getrunken, aber heimlich abstinent werden, das kann ich mir gar nicht vorstellen und das hätte ich auch nicht gewollt.
    Zu lange zu oft habe ich gelogen und hinters Licht geführt. Mit dem ersten Tag meiner Abstinenz habe ich angefangen mein Leben aufzuräumen.

    Du siehst ja jetzt schon, zu was es führt. Du zögerst, dir ein alkoholfreies Zuhause zu schaffen.
    Im Moment hast du alle Hintertürchen offen, keiner weiss von deinem Vorhaben, nicht einmal deine Frau und der Alkohol ist auch noch im Keller. Bei mir hätte das so nicht funktioniert.

    Du musst dich ja nicht öffentlich outen, aber die Menschen mit denen du zusammenlebst sollten es wissen.
    Du hast die Verantwortung für deine Abstinenz, aber dein engstes Umfeld kann dich dabei unterstützen und sei es nur, dass sie dir nicht unbewusst Steine in den Weg legen.

    Wenn deine Frau wirklich nichts ahnt (?) dann wird sie es erstmal nicht verstehen, aber sie versteht deine Handlungen, z.B, dass ab jetzt kein Alkohol mehr im Haus ist.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Riesige Motivation vs. Angst vor dem „Überdrehen“ – Wie viel Veränderung verträgt der Anfang?

    Das ist eine gute und berechtigte Frage.
    Quasi alleinerziehend, mit 3 Kindern und im Pflegedienst tätig, das ist schon echt taff. Meinen Respekt hast du.

    Die Anfangseuphorie kann einerseits helfen, sie kann aber auch ein schlechter Ratgeber sein, gerade wenn es um weitreichende Entscheidungen geht. Ich hatte sie am Anfang auch und sie war ist auch nicht von Dauer. Im ersten JAhr habe ich Schritt für Schritt mein Leben neu strukturiert.

    Was aber angegangen werden muss, ist die Belastung die zum Risiko für deine Abstinenz werden kann.
    Du stehst ganz am Anfang und wirst feststellen, dass deine Kräfte wieder zurückkommen und du nun viel mehr Zeit zur Verfügung hast, die du für dich nutzen kannst.
    In deinem Körper und Geist ist momentan einiges los, beide müssen mit der neuen Situation "ohne Alkohol" klarkommen und das können sie auch.
    Für Körper und Gehirn ist die Entgiftung und Entwöhnung ein enormer Stress und dafür brauchst du Ruhephasen. Es hat schon einen Grund, warum du derzeit krankgeschrieben bist.

    Du setzt dich unter Druck, weil du das Risiko erkannt hast und beseitigen willst. Aber auch wenn du den Job wechselst, müsstest du noch eine Weile mit der aktuellen Situation klarkommen und da würde ich ansetzen. Erst das Jetzt verbessern und dann das Morgen vorbereiten, da läuft dir ja nichts weg und wenn doch Zeitdruck existiert, dann besteht die Gefahr, dass du wegen Zeitdruck entscheidest und nicht weil du es willst und für dich das Beste ist.

    Du kannst am besten beurteilen, ob du ein offenes Gespräch mit der PDL suchen kannst und ob du das notwendige Vertrauen dort finden wirst. Ob du dich nun gleich als Alkoholikerin outest oder nicht, ich finde alleine deine familiäre Situation ist schon Grund genug, etwas zu ändern, denn sie hat dazu beigetragen, dass du krank wurdest und deshalb kann es so nicht weitergehen.

    Alleine dadurch, dass du dein Problem und deine Überlegungen mitteilst, bist du mit deinem Problem nicht mehr alleine und es kann eine Lösung gefunden werden.
    Auch deine Ärztin kann dich von bestimmten Aufgaben befreien, das kannst du mit ihr besprechen.

    Egal was du tust, deine Abstinenz steht für dich an oberster Stelle, denn ohne sie wird alles nichts. Das gilt auch für die Verantwortung deinen Kindern gegenüber. Sie registrieren sehr genau, dass die Mama wieder da ist.

    Du wirst dabei sehen, welche Optionen sich für dich ergeben und wie es weitergeht. Alkohol ist keine Option.

    LG Nayouk

    Der Austausch mit euch ist mir unglaublich wichtig, weil es im privaten Umfeld einfach verdammt schwer ist, offen darüber zu reden. Da blockieren mich die Angst und die Scham im Moment noch viel zu sehr. Hier bei euch habe ich das Gefühl, dass ich einfach ehrlich sein kann, ohne dass jemand mit dem Zeigefinger auf mich zeigt.

    Hier geht es um dich, deine Ehrlichkeit zu dir selbst und auch die Offenheit und Ehrlichkeit hier im Forum zu den anderen Usern. Alle Betroffenen hier sind abstinente Alkoholiker. Wie du "Draussen" damit umgehst, ist momentan zweitrangig und alleine deine Entscheidung. Du wirst mit der Zeit merken, was dir gut tut, was dich unterstützt und wie du damit umgehen möchtest.

    Du hast einen Punkt erreicht und zugleich erkannt, dass du jetzt handeln musst und du hast konsequent gehandelt.
    Den schwierigen ersten Schritt hast du gemacht und die Entgiftung sollte weitestgehend durch sein.

    Es gibt hier einen Spruch, der da heisst "Nur nicht trinken reicht nicht!". Du hast die Grundbausteine erhalten und hier im Forum kannst du viele Geschichten lesen, wie es war und wie es gehen kann und glaube mir, es geht und zwar sowas von gut;)

    Viele Grüße

    Nayouk

    Herzlich willkommen auch von mir, Hannah

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet.

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

    Mit 14 Tagen ist der Anfang gemacht, der Körper ist entgiftet:thumbup:
    Das hast du schon mal geschafft, jetzt beginnt die (Trocken-)Arbeit im Kopf.

    ist eben alles auch individuell

    Genau so ist es und deswegen gibt es auch kein "typischerweise".
    Ich habe mit der Zeit gelernt zu unterscheiden, wer da an Alkohol denkt oder Verlangen hat. Bin ich das oder mein Suchthirn.
    Gedanken an Alkohol kamen immer mal wieder auf, auch heute noch und das wird auch so bleiben.
    Aber ich kann es einordnen und weiss, woher es kommt. Das Suchthirn ist ja nicht weg, diese Konditionierung bleibt mir ein Leben lang erhalten, aber ich kann lernen, sie sicher zu kontrollieren.
    Dazu musste ich mich aber erst nüchtern wieder kennenlernen und auch das, was mir aus der nassen Zeit erhalten gebleiben ist, richtig einzuschätzen.
    Solange ich nicht weiss, wie ich reagiere und ob ich mich auf mich verlassen kann, gibt es keine Kontrolle und da heisst die Strategie Risikominimierung, gerade in der Anfangszeit, in der ich noch labil und unerfahren bin.

    Eine Party überstanden zu haben, bei der kräftig gebechert wurde, besagt nichts über die Stabilität meiner Abstinenz. Das Suchthirn war mit auf der Party und hat kräftig Erfahrung gesammelt. Erfahrungen, die mich irgendwann das erste Glas nehmen lassen, dann wenn ich denke, ich habe das alles im Griff, oder noch schlimmer wenn ich es gar nicht merke.

    Du wirst auch erst erfahren, wie sich Suchtdruck bei dir äußert und wie er sich ankündigt, damit du schnell reagieren kannst.
    Suchtdruck , wenn er dann kommt, wird von jedem anders erlebt.

    Ein Nichtschwimmer geht nicht ins Tiefe, am Besten gar nicht in den See, denn auch der Glaube an den festen Untergrund, auf dem er steht, kann tödlich sein. Er lernt Schwimmen und dabei lernt er sich immer besser kennen und weiss, wieviel er sich zutrauen kann. Diese Gefühl für die eigenen Fähigkeiten hat er am Anfang nicht und deshalb betreibt er Risikominimierung und lernt da schwimmen, wo er nicht ertrinken kann. Und so wird er immer sicherer und stabiler und kann sich irgendwann unter vernünftigen Umständen ins Tiefe begeben.
    Schwimmen kannst du in ein paar Wochen lernen. Um stabil abstinent zu werden habe ich die Monate des ersten Jahres gebraucht. Es kam immer etwas dazu, was mir mehr Sicherheit gab, schwimmen um einfach oben zu bleiben, Schwimmen bei Strömung oder Wellen, Schwimmen bei unvorhergesehenen Ereignissen und auch heute noch weiss ich, dass es auf dem Wasser Situationen geben kann, bei denen ich unter gehen könnte.

    Stabil abstinent zu werden ist ein Lernprozess über eine Mindestzeit, deine Mindestzeit, die du nicht durch Willen verkürzen kannst. Nimm dir die Zeit und lerne dich kennen, dann kommt auch dein Kopf mit.

    Hallo Bibi,

    Das erste Jahr - jetzt hast du alles einmal durch, Weihnachten, Silvester und Geburtstage.
    Aber es gibt noch die Events, die sich nicht an den Jahresrhythmus halten.
    Hochzeiten, Trauerfeiern, Jubiläen. Nach einem Jahr weißt du sie einzuschätzen und sie stellen keine Gefahr mehr dar, wenn du auf deine innere Stimme hörst und unterscheiden kannst, ob du auf die "Feier" willst, oder etwa jemand ANDERES!

    Nach dem ersten Jahr waren die Erfahrungen und Erkenntnisse seltener, aber sie kamen und sie waren wertvoll und haben mich wieder weitergebracht.

    Herzlichen Glückwunsch zum ersten Jahr! :thumbup:

    Liebe Grüße
    Nayouk

    2,5-Jahre

    Na sowas, doch schon so lange her;)

    Herzlichen Glückwunsch liebe Rennschnecke .

    Ich hatte immer mal wieder den Gedanken, nachzufragen wie es dir geht. Da ich aber weiß, dass du auf solche Nachfragen nicht besonderen Wert legst, habe ich es hinausgeschoben, aber es wäre demnächst passiert;)

    So freut es mich umso mehr, von dir wieder in deinem TB zu hören.
    Ich finde du machst das genau richtig, nämlich so wie es dir gefällt und wie es dir gut tut. Du warst schon hier, als ich hier ankam und für mich bist du eine feste Größe in diesem Forum und etwas angegraute Junghasen braucht das Forum genauso, wie die alten Hasen, besonders im offenen Bereich.
    Zum Ungleichgewicht: das gibt es hier nicht. Du hast deinen Faden und den kann jeder nachlesen und auch ich finde deinen Anfang bemerkenswert. Du bist täglich, so meine Wahrnehmung, hier im Forum und teilst deine Erfahrungen mit den noch nicht so Erfahrenen und dieses Engagement hält dich an deinem Thema, deiner Sucht.
    Nach 2,5 Jahren darf es auch hier in deinem TB ruhiger zugehen, ich finde das ganz normal.
    Und mal ehrlich, es gibt nur ganz wenige, die nach dieser Zeit noch regelmäßig im offenen Bereich aktiv sind.
    Du gehörst auf jeden Fall dazu und dafür ein Dankeschön an dich.

    Nun wünsche ich dir einen weiteren schönen Urlaub und genieße den Sommer.

    Liebe Grüße
    Nayouk

    Heute hat er zumindestens 4 Bier innerhalb von 10h getrunken, anstatt 8 Bier in 6h…

    Wenn er das macht um zu reduzieren, dann ist das kontrolliertes Trinken. Wenn er Alkoholiker ist, wird das nach aller Wahrscheinlichkeit nicht lange anhalten und er könnte sogar anfangen heimlich zu trinken um sich keine Blöße vor dir zu geben.
    Du wirst sehen was passiert, aber anstatt darauf zu warten und zu hoffen schau auf deine Abstinenz, sie ist Prio 1 für dich, mit oder ohne ihn. Kümmere dich um dich und die Stabilisierung deiner Abstinenz.

    Hallo Steve und herzlich willkommen auch von mir.

    So ganz habe ich dich noch nicht verstanden.

    Ja, ich sehe mich als Alkoholiker.

    und

    Von der Substanz Alkohol bin ich wohl nicht abhängig, da ich schon häufiger mehrere Wochen nichts getrunken habe.


    Ein Alkoholiker ist ein Mensch mit einer krankhaften Alkoholabhängigkeit und damit süchtig nach Alkohol und dabei können Trinkmenge und Häufigkeit ganz unterschiedlich sein.
    Die betroffenen User in diesem Forum sind alle Alkoholiker/innen die dauerhaft abstinent leben wollen.
    Damit ist eine gemeinsame Basis und Verständnis für den weiteren Austausch gegeben. Deshalb nochmal die konkrete Frage,
    bist du Alkoholiker und was bewegt dich zu dieser Einschätzung.

    Vele Grüsse
    Nayouk

    Hallo Steevie, gut dass du wieder zurückgefunden hast.

    Auch wenn es anonym ist, wollte ich mich nicht mit Vorwürfen auseinandersetzen, es war mir peinlich und ich hatte das Gefühl, dass es respektlos ist gegenüber allen anderen hier, die es so erfolgreich schaffen…

    Wenn überhaupt von fehlendem Respekt gesprochen werden kann, dann war es der fehlende Respekt vor dir selbst und deiner Abstinenz.

    Dies ist deine SHG und sie ist für dich da wenn du sie brauchst und wenn du sie brauchst musst du sie dir nehmen.
    Es gibt hier auch einen SOS Thread für akute Fälle, wenn ich spüre, dass etwas ganz verquer läuft. Dann gibt es schnell einen Austausch und alleine das Schreiben und die Beschäftigung mit mir selbst kann mich vom Irrweg wieder abbringen.

    Ich hab irgendwie das Gefühl, dass es den bei mir gar nicht so gab. Klick gemacht hat es,

    Hallo sunnypug,

    Ich habe lange gebraucht um meinen persönlichen Tiefpunkt zu erreichen. An dem Punkt konnte ich nicht mehr anders, ich war physisch und psychisch am Ende und ab da ging es aufwärts.

    Das Entscheidende ist doch, dass es bei dir Klick gemacht hat und du dich für ein abstinentes Leben entschieden hast.
    Ein Tiefpunkt zeichnet sich dadurch aus, dass es noch nie so tief war und was "tief" ist und ob es noch tiefer geht, das bestimmst du ganz alleine.

    Viele Grüße

    Nayouk