Beiträge von Kazik

    Hi JEB ,

    einmal in eine ganz andere Richtung gedacht. Vielleicht ist es ja für Dich eine Idee Sucht bezogene Mutter und Kind Reha zu machen, wenn es so etwas gibt. Oder eine Mutter und Kind Kur. Dann wärest Du erstmal raus aus Deinem Umfeld und hättest Zeit Deine Abstinenz zu stabilisieren.

    Hey Lebenskuenstler ,

    wenn ich von für mich befremdlich schreibe, dann meine ich auch genau nur das.

    Wenn das für Dich wichtig ist, dann schreibe hier über Deine nasse Zeit so viel Du möchtest.;)

    Mein Punkt ist das die Zeiten, in denen ich besoffen war, eigentlich völlig unspektakulär waren. Ich war halt besoffen. Es ging mir gut. Zumindest war das so wie ich geschrieben habe in den Jahrzehnten in der ich in Zeiten einen riskanten oder missbräuchlichen Konsum hatte.

    In der Zeit des abhängigen saufen war es nur noch auf Pegel kommen. Völlig unspektakulär und langweilig. Schön war da gar nichts mehr.

    Und die wenigen Geschichten die herausstachen in meiner Saufgeschichte. Waren eher traurig und gefährlich. Beispielsweise als ich besoffen mit dem Rennrad nach Hause gefahren bin. Gestürzt bin und weil ich keinerlei Schutzreflexe mehr hatte, voll auf die Fresse, das Gesicht geknallt bin. Ich hatte zum Glück nur tiefe Wunden und der Schädel ist heil geblieben. Daran war nichts lustig das war nur traurig und saugefährlich. Und auf mehr wollte ich eigentlich nicht hinaus.

    Und das schreibst Du ja auch selbst. Oder war das übernachten im tiefsten Winter in einer Schneewehe oder das Du über ein Balkongeländer gestiegen bist im Nachhinein wirklich lustig?

    Wie geschrieben ich habe im Suff auch okaye Dinge erlebt.

    Hi JEB ,

    hier mal meine Erfahrungen wie ich meine Abstinenz gestartet habe und inzwischen fast 20 Monate stabil abstinent bin. Ich habe, nachdem ich mich hier angemeldet habe zunächst die Grundbausteine umgesetzt.

    Und danach habe ich konsequente Risikominimierung betrieben und betreibe sie noch heute. Also ich gehe auf keine Feste, Feiern, Orte und Veranstaltungen, auf denen vor allem von meinem Umfeld in meinem Beisein hauptsächlich Alkohol konsumiert wird. Ich schreibe explizit mein Umfeld, weil dies nochmal ein größerer Trigger für mich ist.

    Mein privates und berufliches Umfeld weiß, dass ich jetzt abstinenter Alkoholiker bin. Und die Vereinbarung ist das, wenn ich mit Ihnen verabredet bin oder mit Ihnen Zeit verbringe das in meinem Beisein kein Alkohol getrunken wird. Wenn ich auf den oben genannten Dingen eingeladen war, habe ich bisher abgesagt und mich bei Bedarf extra und alkoholfrei getroffen. All das gab bisher überhaupt nicht das geringste Problem. Hätte es ein Problem gegeben, hätte ich die Konsequenzen gezogen.

    Das alles hat dazu geführt das ich innerhalb von gut sechs Monaten ziemlich stabil abstinent war. Saufdruck hatte ich in dieser Zeit selten. Und wenn habe ich diesen ignoriert und mich auf etwas anderes konzentriert. Davon gibt es ja genug.;)

    Auch ich habe noch andere zum Teil chronische psychische Erkrankungen. Beispielsweise chronische Depressionen. Aber diese Erkrankungen haben absolut nichts mit meiner Sucht zu tun. Und das trenne ich in meinem Kopf strikt und kappe dazu jede Verbindung, damit diese sich nicht gegenseitig begünstigen können.

    Das gute ist das ich bei allen diesen Erkrankungen schon vor Jahrzehnten im Rahmen von zwei abgeschlossenen Therapien gelernt habe mir selbst zu helfen. Beide Therapien waren Verhaltenstherapeutisch orientiert.

    In den letzten Jahren meiner Sauferei befand ich mich durchgehend in einer schweren Depression. Denn ich konnte mir saufend nicht mehr selbst helfen. Das ist unmöglich.

    Nachdem ich abstinent wurde, waren die Depressionen für ungefähr sechs Monate kein "größeres Problem" und dann konnte ich mir auch gut helfen. Hätten meine Depressionen früher ein Problem gemacht dann hätte ich mich trotzdem zunächst darauf konzentriert stabil abstinent zu werden.;)

    Warum schreibe ich Dir das alles? Du bist jetzt erneut abstinent und hast ein kleines Kind, für das es wichtig, ist das, die Mama clean ist und bleibt. Und mein Eindruck ist wie als Du Dich ursprünglich hier angemeldet hast das Du einige Baustellen aufmachst die aber meiner Meinung nach überhaupt noch nicht anstehen. Wie zum Beispiel das Verhältnis zu Deinem Partner oder Deiner Familie.

    Ohne eine stabile Abstinenz ist alles andere Nichts. Und aus diesem Grund würde ich mich wäre ich an Deiner Stelle, die nächsten Monate zunächst nur auf eine stabile Abstinenz konzentrieren. Heißt die Grundbausteine umsetzen und konsequente Risikominimierung betreiben. Damit stellst Du sicher das Du Dich nicht gefühlsmäßig, geistig aber vor allem körperlich nicht auf Armlänge Alkohol näherst. Jedenfalls nicht, wenn Du nicht musst z. B. beim Einkaufen. Und kaum Risiko bedeutet, dass Du safe bist.;)

    Vielleicht ist dieses Vorgehen ja eine gute Idee für Dich?

    Hi Ihr,

    ich habe wegen der Wirkung, wegen des Rausches getrunken. Aus Gründen konnte ich außer in meiner Jugend mir nicht komplett die Lichter ausschießen. Deshalb kann ich hier auch nicht das alte Polizeipferd geben und den ein oder anderen sturzbesoffenen Schwank zum Besten geben. Aber ich habe den Rausch gemocht, gesucht und es war gefühlt mein Recht zu saufen.

    In den Jahrzehnten in denen ich einen missbräuchlichen oder riskanten habe ich den Rausch auf jeden Fall gemocht. In den zehn Jahren des abhängigen Trinkens ging mir der Rausch zunehmend auf den Zeiger. Da war es eigentlich mehr Stress und "Arbeit" um auf Pegel zu kommen um dann am nächsten Tag noch irgendwie zum Tagwerk zu kommen.

    Ich habe meist jeden zweiten, öfters auch jeden dritten Abend gesoffen. Und der zweite oder wahlweise zweite und dritte Tag waren für mich trotz Entzugserscheinungen eine "Erholung".

    Der Punkt auf den ich hinaus will. Ich beschäftige mich weder positiv noch negativ mit meiner nassen Zeit. Ich trinke nicht mehr und kann aus dieser Zeit nichts lernen, was heute meine Abstinenz schützen würde. Aus diesem Grund finde ich, wenn einige über Ihre nasse Zeit schreiben auch eher befremdlich.

    Ich verdamme Alkohol nicht und ich hebe nicht auf irgendeinen Sockel. Ich betrachte ihn neutral. Meine Mission ist es nicht andere Menschen vom saufen abzuhalten. Ich hätte mich auch nicht vom saufen abhalten lassen. Und ich befürworte auch nicht repressive Maßnahmen die erwachsene Menschen vom Alkohol- und Drogenkonsum abhalten sollen. Repression ist bei einer Sucht das völlig falsche Mittel.

    Das richtige Mittel ist in meinen Augen einzig und allein Prävention und Aufklärung.

    Hey Rennschnecke ,

    Glückwunsch und Respekt zu zweieinhalb trockenen Jahren.

    Ich würde ja jedem und jeder empfehlen Dein Tagebuch einmal zu lesen. Ich habe es damals gemacht und war nachhaltig beeindruckt.

    Du hast Dich länger bevor Du abstinent wurdest hier angemeldet und hattest einen Plan wie Du dauerhaft abstinent wirst. Und den hast Du durchgezogen. Bis heute. Hut ab.

    Du bist die Einzige, bei der ich das hier so gelesen habe. Und ich bin mir relativ sicher, wenn ich das so versucht hätte, hätte ich das so nicht geschafft. Dafür braucht es eine Menge Entschlossenheit.

    Freut mich zu lesen, dass es Dir im Offenen gut geht. Wir lesen uns.

    Hi lenvan ,

    zunächst einmal von mir verspätet hallo und herzlich willkommen hier in Deiner/Unserer SHG.;)

    Ich komme von der Alkoholikerseite bin aber auch EKA, auch wenn ich hier noch keinen Faden eröffnet habe und hier auch eher nur selten schreibe.

    Du schreibst das Du sehr schüchtern bist und trotzdem warst Du mutig und hast Dich hier angemeldet. Das finde ich sehr gut. Und Du wirst sehen das hier alle freundlich sind und Dir Hilfe in Form von eigenen Erfahrung für Deine eigene Selbsthilfe geben wollen. Dir will hier niemand etwas Böses. Vielleicht hilft Dir das etwas also nur Mut.

    Zu Deiner Schüchternheit. Ich hatte in meinem Leben schon einige meist schwere Depressionen. Mir hat dann vor einigen Jahrzehnten eine abgeschlossene Verhaltenstherapie geholfen das ich mir in einer Depression selbst helfen kann. Das Gute an einer Verhaltenstherapie war für mich, das diese sich kaum mit den Gründen für die Depression auseinandergesetzt hat, sondern sich darauf konzentriert hat wie ich mein Verhalten so ändere, dass ich aus der Depression herauskomme. Denn das ist ja das wichtigste.

    Vielleicht ist es ja auch für Dich eine Idee, das Du Dir eine Therapeut*in suchst, mit der zusammen Du Dich in der ganzen Therapie, hauptsächlich darauf konzentrierst, dass Du praktische Wege findest und lernst, wie Du aus Deiner Schüchternheit herauskommst. Das geht denn Deine Schüchternheit ist erlerntes Verhalten, die ist nicht in Stein gemeißelt.;)

    Nun zu Deinem EKA sein. Mir scheint das grundsätzliche Problem zu sein, das Du viel zu dicht an Deinem Alkoholikervater dran bist. Ihr seid zu dicht und es fehlt die Abgrenzung. Und da Du so schüchtern bist fällt es Dir eben auch schwer Deinem Vater zu sagen das er Abstand von Dir und Deinen Kindern halten soll und das auch durchzusetzen. Das Recht dazu hast Du.

    Aus diesem Grund ist es für Dich vielleicht wirklich eine gute Idee das Du praktischen Weg findest wie Du räumlich Distanz zwischen Dir und Deinen Vater/Eltern herstellst. Egal ob das Haus Dir gehört. Oder anders gesagt lieber eine Wohnung weiter weg als das Du weiter die ganze Zeit in den Alkoholikersumpf Deines trinkenden Vaters hineingezogen wirst.

    Ich glaube, das würde in einem Angang eine Reihe von Problemen von Dir, Deinen Kindern und Deiner eigenen Familie lösen oder entschärfen. Du bist schon lange erwachsen. Und es ist sehr wichtig, das Kinder sich irgendwann von Ihren Eltern lösen und Ihr eigenes Ding machen. Sehr wichtig.

    Ich selbst bin sehr früh zu Hause ausgezogen. Ich war gerade 19. Dafür gab es einige Gründe aber der Hauptgrund war das meine beiden Eltern in meiner Kindheit mir gegenüber gewalttätig waren. Das war dann zwar mit 14 vorbei, weil ich dann zuletzt meinem Vater klargemacht habe das ich mir das nicht mehr gefallen lasse und mich wehren werde. Aber nichtsdestotrotz war das ausziehen und wegziehen eine der besten Entscheidungen meines Lebens.;)

    Und noch kurz zum Fremdschämen. Heißt im Wortsinn das Du Dich für das Verhalten Deines Vaters schämst. Dein Vater ist erwachsen und für sein Verhalten einzig und alleine selbst verantwortlich. Eigenverantwortung nennt sich das. Und die kann kein erwachsener Mensch abgeben. Eigenverantwortung lässt sich auch nicht übertragen es sei denn Dein Vater wäre im gesetzlichen Sinne unmündig. Aber das ist vermutlich nicht der Fall.

    So vielleicht kannst Du mit dem was ich geschrieben habe ja etwas anfangen. Ich möchte Dich nur ermutigen hier weiterzuschreiben. Dies ist Deine SHG. Schreibe über das was Dich bewegt/beschäftigt. Habe ich auch gemacht und mache ich auch heute noch. Leicht, schwer, wichtig, unwichtig, egal, wenn es hier steht, ist es schonmal raus und damit ist schon viel getan.

    Hey iwona-w ,

    herzlichen Glückwunsch und meinen aufrichtigen Respekt zu 17 trockenen Jahren.<3

    Auch ich habe zu Anfang Deine Geschichte und Deinen Weg gelesen. Und er hat mich sehr beeindruckt und ich habe davon einiges für meinen Weg mitgenommen. Du gehst Deinen Weg ehrlich, aufrecht, konsequent, ohne Schnörkel aber mit Herz und Humor.

    Und wenn ich eine Empfehlung an alle neuen Nutzer*innen geben würde, dann die Deine Geschichte einmal zu lesen.

    Hey Leonie80 ,

    das von Dir zu lesen freut mich wirklich sehr für Dich.<3

    Vielleicht magst Du ja irgendwann noch einmal ausführlicher schreiben wie Du das alles hinbekommen hast.;)Natürlich nur, wenn Du magst. Aber mich würde es schon interessieren und vielleicht kann ich ja etwas von Dir lernen.

    Lass es Dir weiter gut gehen und wir lesen uns.

    Hi Abstinenzler ,

    ich habe Dir ja schon einmal geschrieben das es in den Jahrzehnten missbräuchlichen und dem Jahrzehnt abhängigen Trinkens praktisch nichts gibt, an dem ich nicht schon getrunken habe. Keinen Tag, keine Nacht, keinen Gefühlszustand, keinen Gedanken, keine Orte, keine Anlässe, keine Zusammenkunft, Alleine, mit Mehreren, mit oder ohne Bollerwagen ........ Heißt, wenn ich trinken wollte oder ab dem Zeitpunkt wo ich trinken musste habe ich Wege gefunden zu trinken. Davon hätte ich mich durch nichts und niemanden abhalten lassen. Ich hätte ganz sicher einen Weg gefunden.

    Worauf ich hinaus will habe ich Dir auch schon geschrieben. Ich habe mich mit dem Vatertag weder im Vorfeld, noch am Tag, noch danach was Alkohol angeht beschäftigt. Weil Alkohol keine Option mehr für mich ist. Folglich hatte ich gestern einen normalen Tag ohne irgendeinen Saufdruck. Natürlich habe ich mich auch keiner Bollerwagentruppe angeschlossen oder irgendwo hingeben, wo solche Truppen im Minutentakt vorbeiziehen.;)Aber das sollte eh klar sein. Heißt, wenn ich Alkohol innerlich und äußerlich keine Bühne gebe dann hat mein Saufgedächtnis keine Möglichkeit einzuhaken und bleibt ruhig. Gebe ich Alkohol eine Bühne, hakt es ein und ich bekomme Saufdruck.

    Und ich weiß auch warum ich heute hier in dem Forum bin.

    Das mag jetzt hart klingen aber bei dem, was Du schreibst, weißt Du nicht, warum Du in einer Alkoholiker SHG bist. Denn Du schreibst die ganze Zeit so als wärest Du kein Alkoholiker.

    Und Du hast offenbar auch nicht verstanden, was der Sinn und Zweck einer SHG ist. Hier geht es um den Austausch von Erfahrungen. Sicheren Erfahrungen um stabil abstinent zu werden und zu bleiben.

    Und die Betonung liegt auf Austausch. Du tauschst Dich hier nicht aus, Du schreibst von Beginn an nur über die endlose Dauerschleife, in der Du Dich befindest, weil Du eine Depression hast. Und Du hast die völlig irrige Annahme das Du Dich mit Willen, Auseinandersetzung mit Dir selbst und Erkenntnis in einen Zustand versetzen kannst, in dem Du nicht mehr süchtig bist. Aber dieser Zustand wird ganz sicher nie mehr eintreten, weil eine Sucht eine unheilbare Krankheit ist. Aber das kannst und/oder willst Du offenbar nicht akzeptieren. Aber ohne Akzeptanz Deiner Sucht und ohne das Du bereit bist konsequent Dich selbst und Deine Abstinenz zu schützen sind die Aussichten das Du stabil abstinent bleibst gleich null. Und das meine ich nicht als Kritik oder Bewertung, sondern als Feststellung.

    Aber noch einmal zurück zu Dir, uns und diese SHG. Was Du schreibst, kann uns nicht erreichen, weil Du Dich in einer inneren Welt befindest, in der sich außer Dir niemand anderes hier befindet. Und wir können Dich nicht erreichen und Dir hilfreiche (praktische) Erfahrungen mitteilen, weil Du das in Deiner inneren Welt nicht zulassen kannst und/oder willst. Damit sind die Grenzen dieser SHG nicht nur erreicht, sondern weit überschritten. Und das wird sich nicht ändern so lange Du nicht einen Weg findest das zu ändern. Und deshalb bist Du hier in dieser SHG nicht richtig, sondern in meinen Augen völlig falsch.

    Wie geschrieben das mag sich für Dich hart anhören, aber Alkoholsucht ist eine sehr schwere Erkrankung die ungestoppt zu massiven Leiden und einem grauenhaften Tod führen. Und solange das bei Dir und vielleicht auch anderen nicht in aller Konsequenz eingeschlagen ist, bist Du hier völlig falsch. Du bist hier sogar eine Gefahr, weil Andere auf die Idee kommen könnten es Dir nachzumachen. Mit der gleichen Konsequenz das Ihre Aussichten stabil abstinent zu bleiben gen Null gehen.

    Und ganz zum Schluss. Das Thema Eigenverantwortung ist beim Stoppen der eigenen Sucht zentral und unabdingbar. Und so leid es mir tut ich kann bei Dir noch nicht einmal im Ansatz erkennen, dass Du Verantwortung für Deine Sucht übernommen hast. Und deshalb macht ein weiterer Austausch für mich tatsächlich keinen Sinn.

    In diesem Sinne alles Gute Dir.

    Hey Angler ,

    hast Du dieses Fremdheitsgefühl mal bei Deinem Therapeuten oder Ärzten angesprochen?

    In meiner letzten schweren Depression habe ich über Monate nix gefühlt und in gewisser weise gedacht. Absolut nix. Mir wurde aber von Ärzten und Therapeuten gleich zu Beginn eines Klinikaufenthaltes erklärt und versichert das dies eine Schutzfunktion der Psyche ist und das sich das wieder gibt. Die Psyche hat einfach abgeschaltet, weil überladen. Ich hätte in diesem Zustand vor ein fahrendes Auto laufen können. Aber nach ein paar Monaten als die Depression langsam ging, kamen auch die Gefühle und Gedanken zurück.:)

    Warum schreibe ich Dir das? Ich habe schon vor Jahrzehnten in einer abgeschlossenen Verhaltenstherapie gelernt das ich die Gedanken und Gefühle in einer Depression nicht für bare Münze nehmen sollte. Und deshalb konnte ich dieses Fremdheitsgefühl auch als Teil der Depression einordnen. Eben als nicht bare Münze.

    Worauf ich hinaus will. Du schreibst die ganze Zeit es das Dir als Alkoholiker nichts ausmacht, wenn Du mit Alkohol konfrontiert bist. Dass Du eigentlich jedes Risiko eingehen kannst. Das ist aber faktisch für einen Alkoholiker unmöglich.

    Gleichzeitig beschreibst Du das Du in einer ziemlich heftigen Depression befindest und Du Deinen eigenen Gedanken und Gefühlen nicht trauen kannst. Weil sie eben keine bare Münze sind. Und deshalb wäre ich an Deiner Stelle sehr, sehr vorsichtig mit Konfrontationen und Risiken bezüglich Alkohol.

    Weil es nämlich eine sehr, sehr gute Wahrscheinlichkeit gibt das, wenn Deine Depression sich lichtet oder auch das, wenn diese noch eine Weile andauert, dass Du wieder säufst egal, was Du jetzt denkst oder fühlst.

    Du hast sozusagen ein doppeltes Risiko. Denn, obwohl meine Depressionen überhaupt nichts mit meiner Sucht zu tun haben. Haben sich Depressionen und Saufen auch vor meiner Abhängigkeit gegenseitig begünstigt. Und aus diesem Grund war es auch für mich so wichtig, dass ich hier auch nochmal gelernt habe das dies zwei unterschiedliche, schwere Erkrankungen von mir sind, die ich strikt auseinander halten muss.

    Vielleicht kannst Du ja mit dem, was ich schreibe irgendetwas anfangen.

    Wie geht das? Drogen sind Teil deines Umfelds aber du betreibst Risikominimierung?

    Mein Umfeld besteht doch weiter aus ganz "normalen" Menschen. Es gibt einige trockene Alkoholiker*innen, auch welche die von anderen Drogen weg sind und auch welche die schlicht Alk oder Drogen nicht vertragen. Aber der Rest ist eben nicht süchtig.

    Heißt die trinken oder nehmen auch mal etwas anderes, wenn Ihnen danach ist. Nur das machen sie eben, wenn wir verabredet sind nicht in meiner Gegenwart. So die Absprache (Regel). Und natürlich treffe ich mich nicht mit Ihnen an Orten, Veranstaltungen, Feiern, etc. bei denen Saufen oder konsumieren im Vordergrund steht oder dazu gehört. Aber ich denke, das sollte klar sein.

    Heißt, ich bekomme nicht unmittelbar mit, wenn sie saufen oder konsumieren. Und damit bin ich safe. Die Welt ist ja nicht trockener geworden dadurch das ich nicht mehr trinke. Und es wäre für mich auch ein Risiko, wenn ich mir das einreden würde. Also ändere oder beeinflusse ich nur das, was ich tatsächlich in der Hand habe. Denn das ist Selbstschutz.

    Ich genauso aber die Gefühle triggern und schwierig Gefühlen aus dem Weg zu gehen.

    Wie geschrieben ich verknüpfe nix mehr mit Saufen (Sucht). Keine Gefühle, keine Situationen, keine Gedanken, keine Handlungen, keine Umgebung, etc.. Und wenn ich doch feststelle das irgendetwas dieser Dinge ein Problem (Risiko) darstellt dann ändere ich mein Verhalten so lange bis es kein Problem mehr darstellt.

    Ich muss mit meiner Sucht den Rest meines Lebens leben. Also muss ich jetzt abstinent mein Leben so ändern, dass ich gut den Rest meines Lebens abstinent leben kann. Und zwar ganz konkret und praktisch und nicht nur in meinem Kopf. Weil es eine Notwendigkeit ist. Und weil ich mich im Zweifelsfall eben nicht darauf verlassen kann das mein Kopf immer mitspielt, denn ich bin ja weiter süchtig.