Beiträge von Kazik

    Hey iwona-w ,

    herzlichen Glückwunsch und meinen aufrichtigen Respekt zu 17 trockenen Jahren.<3

    Auch ich habe zu Anfang Deine Geschichte und Deinen Weg gelesen. Und er hat mich sehr beeindruckt und ich habe davon einiges für meinen Weg mitgenommen. Du gehst Deinen Weg ehrlich, aufrecht, konsequent, ohne Schnörkel aber mit Herz und Humor.

    Und wenn ich eine Empfehlung an alle neuen Nutzer*innen geben würde, dann die Deine Geschichte einmal zu lesen.

    Hey Leonie80 ,

    das von Dir zu lesen freut mich wirklich sehr für Dich.<3

    Vielleicht magst Du ja irgendwann noch einmal ausführlicher schreiben wie Du das alles hinbekommen hast.;)Natürlich nur, wenn Du magst. Aber mich würde es schon interessieren und vielleicht kann ich ja etwas von Dir lernen.

    Lass es Dir weiter gut gehen und wir lesen uns.

    Hi Abstinenzler ,

    ich habe Dir ja schon einmal geschrieben das es in den Jahrzehnten missbräuchlichen und dem Jahrzehnt abhängigen Trinkens praktisch nichts gibt, an dem ich nicht schon getrunken habe. Keinen Tag, keine Nacht, keinen Gefühlszustand, keinen Gedanken, keine Orte, keine Anlässe, keine Zusammenkunft, Alleine, mit Mehreren, mit oder ohne Bollerwagen ........ Heißt, wenn ich trinken wollte oder ab dem Zeitpunkt wo ich trinken musste habe ich Wege gefunden zu trinken. Davon hätte ich mich durch nichts und niemanden abhalten lassen. Ich hätte ganz sicher einen Weg gefunden.

    Worauf ich hinaus will habe ich Dir auch schon geschrieben. Ich habe mich mit dem Vatertag weder im Vorfeld, noch am Tag, noch danach was Alkohol angeht beschäftigt. Weil Alkohol keine Option mehr für mich ist. Folglich hatte ich gestern einen normalen Tag ohne irgendeinen Saufdruck. Natürlich habe ich mich auch keiner Bollerwagentruppe angeschlossen oder irgendwo hingeben, wo solche Truppen im Minutentakt vorbeiziehen.;)Aber das sollte eh klar sein. Heißt, wenn ich Alkohol innerlich und äußerlich keine Bühne gebe dann hat mein Saufgedächtnis keine Möglichkeit einzuhaken und bleibt ruhig. Gebe ich Alkohol eine Bühne, hakt es ein und ich bekomme Saufdruck.

    Und ich weiß auch warum ich heute hier in dem Forum bin.

    Das mag jetzt hart klingen aber bei dem, was Du schreibst, weißt Du nicht, warum Du in einer Alkoholiker SHG bist. Denn Du schreibst die ganze Zeit so als wärest Du kein Alkoholiker.

    Und Du hast offenbar auch nicht verstanden, was der Sinn und Zweck einer SHG ist. Hier geht es um den Austausch von Erfahrungen. Sicheren Erfahrungen um stabil abstinent zu werden und zu bleiben.

    Und die Betonung liegt auf Austausch. Du tauschst Dich hier nicht aus, Du schreibst von Beginn an nur über die endlose Dauerschleife, in der Du Dich befindest, weil Du eine Depression hast. Und Du hast die völlig irrige Annahme das Du Dich mit Willen, Auseinandersetzung mit Dir selbst und Erkenntnis in einen Zustand versetzen kannst, in dem Du nicht mehr süchtig bist. Aber dieser Zustand wird ganz sicher nie mehr eintreten, weil eine Sucht eine unheilbare Krankheit ist. Aber das kannst und/oder willst Du offenbar nicht akzeptieren. Aber ohne Akzeptanz Deiner Sucht und ohne das Du bereit bist konsequent Dich selbst und Deine Abstinenz zu schützen sind die Aussichten das Du stabil abstinent bleibst gleich null. Und das meine ich nicht als Kritik oder Bewertung, sondern als Feststellung.

    Aber noch einmal zurück zu Dir, uns und diese SHG. Was Du schreibst, kann uns nicht erreichen, weil Du Dich in einer inneren Welt befindest, in der sich außer Dir niemand anderes hier befindet. Und wir können Dich nicht erreichen und Dir hilfreiche (praktische) Erfahrungen mitteilen, weil Du das in Deiner inneren Welt nicht zulassen kannst und/oder willst. Damit sind die Grenzen dieser SHG nicht nur erreicht, sondern weit überschritten. Und das wird sich nicht ändern so lange Du nicht einen Weg findest das zu ändern. Und deshalb bist Du hier in dieser SHG nicht richtig, sondern in meinen Augen völlig falsch.

    Wie geschrieben das mag sich für Dich hart anhören, aber Alkoholsucht ist eine sehr schwere Erkrankung die ungestoppt zu massiven Leiden und einem grauenhaften Tod führen. Und solange das bei Dir und vielleicht auch anderen nicht in aller Konsequenz eingeschlagen ist, bist Du hier völlig falsch. Du bist hier sogar eine Gefahr, weil Andere auf die Idee kommen könnten es Dir nachzumachen. Mit der gleichen Konsequenz das Ihre Aussichten stabil abstinent zu bleiben gen Null gehen.

    Und ganz zum Schluss. Das Thema Eigenverantwortung ist beim Stoppen der eigenen Sucht zentral und unabdingbar. Und so leid es mir tut ich kann bei Dir noch nicht einmal im Ansatz erkennen, dass Du Verantwortung für Deine Sucht übernommen hast. Und deshalb macht ein weiterer Austausch für mich tatsächlich keinen Sinn.

    In diesem Sinne alles Gute Dir.

    Hey Angler ,

    hast Du dieses Fremdheitsgefühl mal bei Deinem Therapeuten oder Ärzten angesprochen?

    In meiner letzten schweren Depression habe ich über Monate nix gefühlt und in gewisser weise gedacht. Absolut nix. Mir wurde aber von Ärzten und Therapeuten gleich zu Beginn eines Klinikaufenthaltes erklärt und versichert das dies eine Schutzfunktion der Psyche ist und das sich das wieder gibt. Die Psyche hat einfach abgeschaltet, weil überladen. Ich hätte in diesem Zustand vor ein fahrendes Auto laufen können. Aber nach ein paar Monaten als die Depression langsam ging, kamen auch die Gefühle und Gedanken zurück.:)

    Warum schreibe ich Dir das? Ich habe schon vor Jahrzehnten in einer abgeschlossenen Verhaltenstherapie gelernt das ich die Gedanken und Gefühle in einer Depression nicht für bare Münze nehmen sollte. Und deshalb konnte ich dieses Fremdheitsgefühl auch als Teil der Depression einordnen. Eben als nicht bare Münze.

    Worauf ich hinaus will. Du schreibst die ganze Zeit es das Dir als Alkoholiker nichts ausmacht, wenn Du mit Alkohol konfrontiert bist. Dass Du eigentlich jedes Risiko eingehen kannst. Das ist aber faktisch für einen Alkoholiker unmöglich.

    Gleichzeitig beschreibst Du das Du in einer ziemlich heftigen Depression befindest und Du Deinen eigenen Gedanken und Gefühlen nicht trauen kannst. Weil sie eben keine bare Münze sind. Und deshalb wäre ich an Deiner Stelle sehr, sehr vorsichtig mit Konfrontationen und Risiken bezüglich Alkohol.

    Weil es nämlich eine sehr, sehr gute Wahrscheinlichkeit gibt das, wenn Deine Depression sich lichtet oder auch das, wenn diese noch eine Weile andauert, dass Du wieder säufst egal, was Du jetzt denkst oder fühlst.

    Du hast sozusagen ein doppeltes Risiko. Denn, obwohl meine Depressionen überhaupt nichts mit meiner Sucht zu tun haben. Haben sich Depressionen und Saufen auch vor meiner Abhängigkeit gegenseitig begünstigt. Und aus diesem Grund war es auch für mich so wichtig, dass ich hier auch nochmal gelernt habe das dies zwei unterschiedliche, schwere Erkrankungen von mir sind, die ich strikt auseinander halten muss.

    Vielleicht kannst Du ja mit dem, was ich schreibe irgendetwas anfangen.

    Wie geht das? Drogen sind Teil deines Umfelds aber du betreibst Risikominimierung?

    Mein Umfeld besteht doch weiter aus ganz "normalen" Menschen. Es gibt einige trockene Alkoholiker*innen, auch welche die von anderen Drogen weg sind und auch welche die schlicht Alk oder Drogen nicht vertragen. Aber der Rest ist eben nicht süchtig.

    Heißt die trinken oder nehmen auch mal etwas anderes, wenn Ihnen danach ist. Nur das machen sie eben, wenn wir verabredet sind nicht in meiner Gegenwart. So die Absprache (Regel). Und natürlich treffe ich mich nicht mit Ihnen an Orten, Veranstaltungen, Feiern, etc. bei denen Saufen oder konsumieren im Vordergrund steht oder dazu gehört. Aber ich denke, das sollte klar sein.

    Heißt, ich bekomme nicht unmittelbar mit, wenn sie saufen oder konsumieren. Und damit bin ich safe. Die Welt ist ja nicht trockener geworden dadurch das ich nicht mehr trinke. Und es wäre für mich auch ein Risiko, wenn ich mir das einreden würde. Also ändere oder beeinflusse ich nur das, was ich tatsächlich in der Hand habe. Denn das ist Selbstschutz.

    Ich genauso aber die Gefühle triggern und schwierig Gefühlen aus dem Weg zu gehen.

    Wie geschrieben ich verknüpfe nix mehr mit Saufen (Sucht). Keine Gefühle, keine Situationen, keine Gedanken, keine Handlungen, keine Umgebung, etc.. Und wenn ich doch feststelle das irgendetwas dieser Dinge ein Problem (Risiko) darstellt dann ändere ich mein Verhalten so lange bis es kein Problem mehr darstellt.

    Ich muss mit meiner Sucht den Rest meines Lebens leben. Also muss ich jetzt abstinent mein Leben so ändern, dass ich gut den Rest meines Lebens abstinent leben kann. Und zwar ganz konkret und praktisch und nicht nur in meinem Kopf. Weil es eine Notwendigkeit ist. Und weil ich mich im Zweifelsfall eben nicht darauf verlassen kann das mein Kopf immer mitspielt, denn ich bin ja weiter süchtig.

    Nehme es dir nicht übel. Richtig, bei Langeweile, Stress, Erschöpfung, Streit, schlechte Laune, Bombenwetter, Sonne, gute Laune, Geburtsatg, Weihnachten, Wochenende, Feierabend, Urlaub

    Hi Absti,

    bei mir gab es vor den 10 Jahren abhängigen Trinkens, ja Jahrzehnte in denen ich in Zeiten schwer missbräuchlich und riskant getrunken und mir auch manchmal alles Mögliche andere gegeben habe. Meinen ersten Vollrausch hatte ich mit 14. Alkohol und Drogen waren und sind bis heute Teil meines Umfelds.

    Heißt, wenn ich mich mit meiner Vergangenheit was trinken angeht beschäftigen würde dann gibt es wahrscheinlich kaum eine Situation, einen Gefühlszustand, einen äußeren Umstand oder einen Ort an dem ich noch nicht getrunken habe.;)

    Aber seit ich abstinent bin, beschäftige ich mich nicht mit meiner Trinkgeschichte. Nicht im Negativen und auch nicht im Positiven. Die blende ich komplett aus. Jetzt bin ich abstinent, weil das eine Notwendigkeit ist. Deshalb beschäftige ich nur mit dem Hier und Jetzt und dem was vor mir liegt. Und da ist Alkohol schlicht keine Option mehr. Niemals. Egal was ist oder kommt.

    Ich habe die Grundbausteine verinnerlicht und vor allem praktisch umgesetzt. Und betreibe konsequente Risikominimierung.

    Um nur ein Beispiel für Risikominimierung von mir zu nennen. Ich habe mich meinem Umfeld privat und beruflich als jetzt abstinenter Alkoholiker zu erkennen gegeben.

    Heißt bei mir auf der Arbeit und bei berufsbedingten Treffen wir in meiner Gegenwart kein Alkohol getrunken das ist die Vereinbarung.

    Und wenn ich mit Menschen aus meinem privaten verabredet bin bei Ihnen, auswärts oder bei mir ist die Vereinbarung das in meiner Gegenwart kein Alkohol getrunken wird.

    Wenn ich von meinem Umfeld eingeladen werde und dort wird Alkohol getrunken (Menge ist egal) dann habe ich abgesagt, weil ich keinen Alkohol trinke.

    All das gab bisher mit meinem Umfeld überhaupt keine Probleme. Hätte es die gegeben, hätte ich die Konsequenzen gezogen.

    Heißt ich nähere mich weder in meinem Kopf noch tatsächlich auf Armlänge oder näher Alkohol. Deshalb gibt es auch keine Trigger. Heißt, wenn ich sonst im Alltag auf Alkohol stoße, trinkende Menschen, Alkregal, Kneipen, Außengastro dann blende ich das aus. Und wenn das nicht ausreicht, entferne ich mich. Und damit bin ich da Alkohol mich nicht anspringt safe. ;)

    All das führt dazu, das ich den 16 Monaten bisher kaum jemals Saufdruck hatte. Wenn dann hatte ich die HALT Regel nicht beachtet. Und wenn Saufgedanken kamen, dann ignoriere ich diese konsequent und konzentriere mich wie oben geschrieben auf das Hier und Jetzt und das was vor mir liegt. Und dann verschwinden die schnell, weil ich Ihnen keine Bühne gebe. Niemals.

    Vielleicht kannst Du mit den Erfahrungen und meinen Weg ja etwas anfangen?

    Hi Steevie ,

    dies ist jetzt Deine und unsere SHG und Du kannst Dir sicher sein ich denke nichts über Dich, vor allem nichts Schlechtes. Und Du kannst Dir auch sehr sicher sein das ich Dich nicht verurteile. Aber vor allem solltest Du auch nicht das Gefühl haben Du müsstest Dich rechtfertigen oder erklären. Du bist so wie Du bist okay.;)

    Wenn ich Dir meine Erfahrungen schreibe oder wie ich etwas machen würde dann ist das ein Angebot. Ein Angebot von dem Du Dir etwas für Deine Selbsthilfe mitnehmen kannst. Denn dazu sind wir hier. Und wie geschrieben ich bin überhaupt nicht in Deiner Situation.

    Und zum Schluss noch zwei Gedanken von mir. Du bist noch relativ jung, das ist in sich selbst schon etwas Gutes.;) Aber woraus ich hinaus will ist, das Du jetzt schon erkannt, hast das, Du Alkoholikerin bist. Und nicht erst nach 40 Jahren abhängigen Trinkens. Und zweitens bist Du in einem Alter in dem viele Menschen lernen Selbstständig zu werden. Es braucht nur ein bisschen Mut. Und ich kann Dir verraten es ist gar nicht so schwer. Und Du könntest Dir, falls benötigt auch Hilfe dafür holen.;)

    Hi Steevie ,

    ich bin jetzt seit 16 Monaten stabil abstinent. Ohne größere Probleme. Ich habe einfach die Grundbausteine praktisch umgesetzt und im Kopf verinnerlicht. Und ansonsten betreibe ich konsequente Risikominimierung/Vermeidung. Allerdings lebe ich alleine. Heißt, ich treffe nicht auf Menschen aus meinem Umfeld die in meiner Gegenwart Alkohol trinken (schon gar nicht in meiner Wohnung). Denn meine Regel ist das, wenn ich mich Menschen aus meinem Umfeld treffe, egal wo, das diese in meiner Gegenwart keinen Alk trinken.

    Heißt, ich bin niemals in Deiner Situation. Wäre ich in Deiner Situation, würde ich mir ganz schnell etwas überlegen und dann auch durchziehen, weil mir das ein viel zu großes Risiko wäre. In einem ersten Schritt würde ich mir eine eigene Unterkunft suchen. Dort wäre ich dann jedenfalls erstmal sicher und könnte mit Abstand überlegen wie und ob es mit der Beziehung weiter gehen kann. Das mag sich für Dich vielleicht etwas hart anhören. Aber ich habe von Anfang an meine Abstinenz an die erste Stelle gestellt. Und deshalb steht für mich Selbstschutz auch an erster Stelle. Keine Kompromisse, die meine Abstinenz gefährden.:)

    Hallo Stern,als ich zum zweiten mal abstinent war (ca 3,5 Jahre lang) hatte ich fast durchgängig mit Depression zu tun. Ich war so entsätzlich müde,da keine Medis und Therapie half.

    Ja,ich habe dann ganz bewusst wieder das erste Glas eingegossen. Habe ganz gezielt die Wirkung haben wollen.

    Hi Fruechtetee ,

    hier mal ein paar Gedanken/ Erfahrungen von mir zu den obigen Zitaten.

    Ich hatte in meinem Leben mehrere meist schwere Depressionen. Sie sind die Folge einer komplexen PTBS aufgrund von körperlicher und seelischer Gewalt durch meine Eltern. Das heißt, sie sind nicht anlassbezogen z. B. durch einen schweren Verlust oder Überforderung. Deshalb haben mir auch zwei tiefenpsychologische Therapien (eine Einzel- und eine Gruppentherapie) nicht geholfen. Ich habe die Therapien lange Zeit durchgehalten aber dann abgebrochen, weil sie mir entweder nicht geholfen haben oder im ersten Fall ich mich dann zum ersten Mal in eine Klinik hab einweisen lassen, weil ich zu instabil war.

    Nach meiner zweiten schweren Depression hatte ich dann Glück und kam an eine für mich sehr gute Therapeutin. Bei Ihr habe ich im Rahmen einer abgeschlossenen Verhaltenstherapie gelernt wie ich mir in einer Depression selbst helfen kann und ich diese bewältigen kann. Allerdings kann ich das nicht, wenn ich gleichzeitig saufe. Unmöglich.

    Bei mir haben die Depressionen das Saufen begünstigt und verstärkt. Aber das galt eben auch umgekehrt. Als ich vor gut 12 Jahren ernsthaft mit dem Saufen begonnen habe, war dies ein untauglicher Versuch der Selbstmedikation, ich wollte meine Depressionen wegsaufen. Ich wusste, das wird nicht funktionieren und es hat nicht funktioniert. Überhaupt nicht. Ich wusste das ich vom Saufen abhängig werde und ich bin abhängig geworden. Die letzten Jahre aus abhängigen Trinken und Depressionen waren meine eigene selbstgemachte Hölle.

    Diese SHG ist mit Abstand der wichtigste Teil meines Hilfesystems, ich habe mich hier kurz nachdem ich abstinent wurde angemeldet. Ich habe die Grundbausteine praktisch und vom Mindset einfach nur umgesetzt. Außerdem betreibe ich konsequent Risikominimierung. Damit bin ich jetzt seit 16 Monaten stabil abstinent und hatte keine wirklichen Schwierigkeiten.;)

    Eine der wichtigsten Dinge, die ich hier gelernt habe, obwohl ich sie im Grunde schon wusste ist das meine Sucht und meine Depressionen zwei getrennte schwere Erkrankungen von mir sind. Die haben nichts miteinander zu tun. Absolut nichts. Das muss ich in meinem Kopf strikt trennen, weil sie wie oben beschrieben eine Wechselwirkung aufeinander haben können, wenn ich das zulasse. Und ich muss diese Erkrankungen auch getrennt angehen. Und die Reihenfolge ist zunächst stabil abstinent werden und dann die Depression angehen. Ich bin einige Monate nachdem ich abstinent wurde auch noch einmal in eine Depression gerutscht aber da ich wie oben schon geschrieben schon vor Jahrzehnten gelernt habe wie ich mir selbst helfen kann, konnte ich diese nach einigen Wochen bewältigen. ;)

    Vielleicht helfen Dir und anderen die das hier lesen ja meine Erfahrungen im Umgang mit meiner Sucht und meinen Depressionen irgendwie weiter? Denn Depressionen und Sucht kommen eben gerne Mal im Doppelpack.

    Zum Schluss. Du schreibst das Du bisher kein Antidepressivum (AD) gefunden hast, was Dir geholfen hat. Dazu drei Gedanken von mir.

    Ich nehme das gleiche AD in gleicher Dosierung seit mehr als 20 Jahren. Ich hatte vorher auch andere verschrieben bekommen, die aber aus unterschiedlichen Gründen wieder abgesetzt wurden. Aber ein AD alleine reicht bei Depressionen ab einem bestimmten Schweregrad nicht aus, um diese zu bewältigen. Mein AD bereitet nur den Boden und macht mich entweder therapiefähig oder versetzt mich in die Lage mir selbst zu helfen. Wie meine Therapeutin gerne zu sagen pflegte.;)

    Der Goldstandard bei der Behandlung einer Depression ist ein AD und eine Psychotherapie. Insofern ist es vielleicht für Dich eine Idee nochmal eine Therapie zu beginnen? Wie geschrieben mir hat eine Verhaltenstherapie gut geholfen.

    Letzter Punkt. Es gibt auch noch mindestens eine weitere Behandlungsmethode zur Behandlung von schweren Depressionen. EKT (Elektrokonvulsionstherapie). Und ich weiß von einer Klinik hier in der Großstadt, in der ich lebe, die eine modular aufgebaute Therapie für therapieresistente Depressionen anbietet. Worauf ich hinaus will es gibt den eigenen Willen vorausgesetzt viele Möglichkeiten sich in einer Depression helfen zu lassen.;) Aber Voraussetzung ist eben der eigene Wille.

    Hi Sunflower ,

    ich hatte schon mehrere meist schwere Depressionen in meinem Leben. Ich habe dann allerdings vor Jahrzehnten im Rahmen einer Verhaltenstherapie bei einer für mich sehr guten Therapeutin gelernt wie ich mir in einer Depression selber helfen kann und diese bewältigen kann. Ein Antidepressivum nehme ich in der gleichen Dosierung auch seit Jahrzehnten. Allerdings konnte ich mir in den zehn Jahren abhängigen Trinkens nicht mehr selbst helfen und eine Depression bewältigen. Das ist unmöglich. Deshalb waren die letzten Jahre des Saufens auch meine eigene selbstgemachte Hölle aus Saufen und Depressionen.

    Ich bin nach dann nach dem ich abstinent geworden bin nach einigen Monaten noch einmal in eine Depression gerutscht. Aber da ich nun nüchtern war, konnte ich mir innerhalb einiger Wochen selbst helfen.

    Worauf ich hinaus will. Das Dein Antidepressivum hochgesetzt wurde, ist schon einmal gut. Aber hast Du mit professioneller Hilfe schon einmal gelernt wie Du Dir in einer Depression selbst helfen kannst und diese bewältigen kannst?