Hi @ºAvalonº,
dies ist eine, Deine und Unsere SHG. Es ist der offene Bereich und der Faden eines Nutzers, der seit seiner Anmeldung bereits Rückfälle hatte.
Wenn ich hier Erfahrungen Teile wie ich stabil abstinent geworden bin und bleibe, die ich im Übrigen alle hier gelernt habe, dann sind diese vor allem sicher. Sicher in dem Sinne da ich sie ja als Hilfe für die Selbsthilfe von anderen Nutzer*innen schreibe.
Wie bereits geschrieben weiß ich genau wie stark, gefährlich und letztlich tödlich meine Sucht ist. Und sie verzeiht keine Fehler bei meinem Weg. Deshalb ist es in meinem eigenen Interesse, das mein Weg sicher ist. Bei meinem Weg mache ich keine Experimente. Nicht wenn es um meine Sucht geht.
Er berichtete anschliessend, dass dabei ein dermassen hoher Saufdruck aufkam, dass er erschrak und die Finger davon liess.
Wenn ich dann das obige Zitat lese, frage ich mich, was Dir durch den Kopf gegangen ist als Du die von Dir beschriebene Methode hier im offenen Bereich geteilt hast?
Urge Surfing
Zur Methode selbst. Ich musste selbst erstmal nachschauen, was das ist. Und eine der ersten Einträge rät dazu diese nur in einem therapeutischen Setting einzuüben. Hier ist kein therapeutisches Setting.
Meine Sucht ist nicht meine einzige schwere psychische Erkrankung. Ich habe eine komplexe PTBS, hatte mehre meist schwere Depressionen, die inzwischen mit unterschiedlichen Schweregraden chronifiziert ist und ich hatte eine Angsterkrankung.
Und wie bei meiner Sucht habe, ich viel Energie und Zeit darauf verwendet, um meine Krankheiten zu verstehen aber vor allem, um Wege zu finden und zu lernen, wie ich mir selbst helfen kann. Ich hatte auch mehrfach therapeutische Hilfe. Geholfen hat mir bei den Depressionen und der Angsterkrankung schließlich eine Verhaltenstherapie.
Das war auch der Grund, warum ich, nachdem ich mich hier angemeldet habe, mir zugetraut habe nur mithilfe dieser SHG abstinent zu werden und zu bleiben. Denn der Weg also die praktische Umsetzung der Grundbausteine und eine vernünftige Risikominimierung ist ein verhaltenstherapeutischer Weg. Er ist einfach und funktioniert ohne jede weitere Ergänzung tadellos. Das ist meine Erfahrung seit 22 Monaten.
Deshalb noch einmal zurück zu der von Dir beschriebenen Methode. Ich halte sie aus meiner Erfahrung für gefährlich, weil riskant das habe ich ja bereits geschrieben. Jede Beschäftigung oder ein stellen wie Du schreibst mit dem Impuls (besser gesagt Zwang) zu trinken kann wenn ich nicht gut aufgestellt bin zu einem Rückfall führen. Also warum das Risiko eingehen?
Und ich halte diese Methode auch für Wirkungslos. Wie geschrieben ich habe nur ein Suchtgedächtnis. Und dieses Suchtgedächtnis ist nicht Teil meines Bewusstseins. Nur die Verknüpfung mit dem Belohnungssystem macht es ihm möglich die Gedanken oder Impulse zu saufen in mein Bewusstsein zu schieben. Heißt ich kann mich mit diesen Gedanken oder Impulsen so oft ich will beschäftigen (aka stellen) ich bin danach genauso süchtig wie zu vor. Und es wäre ein Riesenfehler etwas anderes anzunehmen.
Und ganz zum Schluss. Ich habe keine Angst vor meiner Sucht und Alkohol aber den notwendigen Respekt. Und ich kämpfe auch nicht gegen meine Sucht oder Alkohol, denn das wäre sinnlos.
Nichts für ungut Avalon.