Beiträge von Kazik

    So klar war mir das nicht. Unter klar verstehe ich, der Zusammenhang zwischen Erkenntnis und Folge ist unausweichlich.

    Wie geschrieben, das ist meine Geschichte. Ich habe mit der Gleichen Menge angefangen wie ich aufgehört habe. Wahlweise acht 0,5 Pils oder eine halbe/zweidrittel Flasche Gin oder Wodka als Mixgetränk. Selten auch mal mehr. Aber fast nie weniger. Und das alle zwei oder drei Abende oder auch Tage, wenn ich freihatte. Da musste ich kein Atomphysiker sein um zu Wissen worauf das hinausläuft.;):(:)

    Ich war überzeugt davon, dass ich zu intelligent, zu stark und innerlich zu unabhängig wäre, um abhängig zu werden.

    Irren ist ja bekanntlich menschlich.;) Aber das ist ja das Tückische an einer Sucht, die hat mit allem, was Du aufzählst und noch viel mehr nix zu tun.

    Ich sage das mal mit meinen eigenen Worten. Meine Sucht ist eine Erinnerung, die sich unauslöschlich in mein Gehirn eingeschrieben hat. Die Erinnerung, dass Alkohol direkt auf mein Belohnungszentrum wirkt und ein schönes, angenehmes Gefühl auslöst.

    Und die direkte Verbindung mit dem Belohnungssystem macht meine Sucht so stark, gefährlich und tödlich. Denn das Belohnungssystem ist lebenswichtig. Es belohnt mich zum Beispiel, das ich esse, bevor ich verhungere.

    Aber diese direkte Verbindung macht es meiner Sucht eben sehr leicht diese Erinnerung in mein Bewusstsein zu schieben und dort kann sie es eben schaffen mein Handeln zu "übernehmen". Da kann ich noch so intelligent, stark, unabhängig, etc. sein.:(

    Danke übrigens für Deine Offenheit und Dein Vertrauen. Das meine ich ernst. Und gut, dass Du zu uns Idis gefunden hast.;)

    Der andere Mensch, um den es oft seitenlang geht, der Süchtige, der Alkoholiker, sitzt nicht daneben und erzählt seine Sicht.

    Aber auch das gibt es ja in beide Richtungen. Ich lese hier auch manchmal seitenlang über die nicht abhängigen Partner*innen. Ob Trennung oder nicht. Es wird detailreich über einen anderen Menschen geschrieben, ohne das die Person auch nur ansatzweise die Möglichkeit hat dazu etwas zu schreiben oder überhaupt zugestimmt hat das etwas über sie geschrieben wird.

    Und deshalb ist eben auch der Hinweis so wichtig, der gerne einmal untergeht. Dies ist eine Selbsthilfegruppe und hier geht es nur um uns selbst um keine andere Person sonst.

    nur möchte ich bezweifeln das es sehr schnell von statten geht. ich könnte absolut nicht sagen wann ich die rote linie überschritten hatte.

    Das habe ich ja zunächst vor dem Hintergrund meiner eigenen Geschichte geschrieben. Ich habe wie geschrieben erst relativ spät angefangen ernsthaft zu saufen und da war mir glasklar, dass ich abhängig werde.

    Ich hatte seit meiner Jugend in Zeiten einen sehr riskanten, missbräuchlichen Konsum. Nicht nur Alkohol. Und auch da wusste ich, das ich mit dem Feuer spiele, weil es eben Drogen sind. Zudem hatte ich einen weitestgehend trockenen Alkoholikervater und es gab reichlich Menschen aus meinem Umfeld die bereits auf Drogen waren. Ich bin Realist.

    Aber ich hatte diese Diskussion schon mit anderer Nutzer*innen hier. Und ich glaube gerne das Menschen mit einer anderen Geschichte auch einfach in eine Sucht rutschen können. Allerdings bleibe ich dabei das eine aktive Sucht, die Regelmäßigkeit, die Menge, die Folgen, etc. einem selbst nicht lange verborgen bleibt. Und die Sucht eben das tut, was sie am besten kann, einfach weiter zu konsumieren.

    Du weißt ja nicht, warum der Einzelne trinkt. Ob er nichts (mehr) zu verlieren hat.

    Ich weiß, dass ich ab dem Zeitpunkt, ab dem ich süchtig wurde, nur noch aus einem Grund getrunken habe. Weil ich süchtig war. Und ich bin mir sicher, das dies bei jedem Süchtigen so ist.

    Und zu dem nichts zu verlieren. Wenn ich in einer Depression stecke, habe ich, wenn ich es zulasse durchgängig das Gefühl nichts mehr verlieren zu können. Das ist bei mir das Wesen der Depression. Aus diesem Grund war es für mich auch so wichtig, dass ich hier noch einmal gelernt habe, dass ich meine Sucht strikt von meiner Depression trenne. Denn, wenn ich das nicht trenne dann würde eine gute Wahrscheinlichkeit bestehen, dass ich wieder saufe. Weil ich ja nichts mehr zu verlieren habe.;):(:)

    Alkoholiker sind oft hart zu sich selbst. Also ICH war es. Und da war und ist mir meine Bequemlichkeit sch***egal.

    Wie geschrieben, ich habe Dich hier nicht anders kennengelernt.

    Aber wie dorothea gerade geschrieben hat die meisten Alkoholiker*innen bleiben lieber in der IAS Ecke. Und nicht nur die.;)

    Es gibt auch Trennungen ohne irgendeine Suchtgeschichte.

    Das ist unbestritten so. Aber wie schreibst Du immer so schön wir sind hier ein Suchtforum und hier geht es vorrangig um Sucht.;)

    Und nur damit keine Missverständnisse aufkommen. In einer Beziehung zwischen einer, einem Süchtigen kann es aus allen möglichen Gründen zur Trennung kommen und kommt es meiner Meinung nach auch. Aber das ändert nichts an der Tatsache, das meiner Meinung nach eine aktive Sucht nicht besonders Beziehungskompatibel ist.

    Aber sie handelt nicht an meiner Stelle und übernimmt hinterher auch nicht die Rechnung.

    Aber ist nicht das genau das Kennzeichen von Sucht, das ich etwas tue, was ich nicht süchtig gar nicht tun würde. Das die Sucht das Heft des Handelns übernommen hat.

    Und natürlich übernimmt die Sucht niemals die Rechnung für irgendwas.

    Und nur zum Verständnis, meine Überzeugung ist das ich immer Eigenverantwortung habe. Egal ob ich süchtig bin, besoffen bin oder in einer schweren Depression stecke.;) Nur das diesbezüglich kein Missverständnis entsteht.

    Und unbequemer ist es doch, wenn ich nicht "ungestört" trinken kann?

    Hi Hera,

    zunächst einmal finde ich es super, dass Du Dich zum Schutz Deiner Familie getrennt hättest. Und gleichzeitig überrascht es mich nicht, weil ich Dich bis jetzt nicht anders hier gelesen habe.;)

    Aber gleichzeitig ändert das nichts daran, das die wenigsten Alkoholiker*innen, die ich in meinem Leben kennengelernt habe und auch wenn ich hier in allen Bereichen lese dies tun. Und meine Erklärung dafür ist das es eben wesentlich unbequemer sich zu trennen, sich eine neue Bleibe zu suchen, etc. und letztendlich auch insgesamt in die Gänge zu kommen, um die eigene Sucht zu stoppen. Das wäre ja das aller unbequemste.

    Mein Punkt ist, dass ich mir relativ sicher bin das alle Abhängigen relativ schnell schnallen, dass sie abhängig sind. Das lässt sich ja gar nicht, nicht merken. Oder anders gesagt so dumm kann kein Mensch sein. Aber es ändert sich eben auch überhaupt nichts in allen Lebensbereichen einer Alkoholiker*in, wenn aus dem merken nicht eine wirkliche Krankheitseinsicht, die Übernahme von Eigenverantwortung und das eigene Handeln resultiert.

    Aber nun ist es ja nicht so, dass ich Alkoholiker oder Alkoholismus reinwaschen will.

    Irritierende Formulierung, wo doch Alkoholsucht eine Krankheit ist. Mein Punkt ist, ich habe getrunken und bin davon abhängig geworden, mehr nicht. In meinem Fall da ich erst relativ spät (Mitte 40) ernsthaft mit dem Saufen angefangen habe, war mir sogar völlig klar, dass ich abhängig werden würde. Und ich bin es geworden. Das entschuldigt nichts macht mich aber auch nicht schuldiger. Es bleibt eine Krankheit.

    Und noch ein Gedanke zu Beziehungen. Bekanntermaßen wird eine Alkoholiker*in nicht mit dem Saufen aufhören, wenn keine Krankheitseinsicht und keine eigene Entscheidung vorhanden ist. Und ebenso wird eine Alkoholiker*in sich in den seltensten Fällen freiwillig aus einer Beziehung (mit oder ohne Kinder) lösen, wenn das eigene Saufen fremd schädigend wird, weil das ja wieder Krankheitseinsicht voraussetzen würde. Außerdem wäre das ja unbequem denn im Grunde geht es ja darum, ungestört der Sucht nachzugehen.

    Bei mir gab es in der Zeit des abhängigen Trinkens keine CO. Und das war kein Zufall, ich habe in der Zeit des abhängigen Trinkens keinen Menschen so dicht an mich herangelassen, das dadurch mein Saufen gestört worden wäre.

    Und ich schreibe das es kein Zufall war, aufgrund meiner Vorgeschichte. Als es bei mir mit meinen meist schweren Depressionen losging, merkte ich relativ schnell das mein Umfeld (auch meine Beziehung) nicht verstand was mit mir los war. Und dass das die Beziehungen belastete und eine Gefahr bestand, dass ich mein Umfeld in meinen depressiven Sumpf mit reinziehe.

    Kommt dazu das mir meine Unabhängigkeit sehr, sehr wichtig ist. Und aus diesem Grund habe ich mich bezüglich meiner Depressionen auch professionelle Hilfe gesucht oder bin, wenn ich zu instabil war in eine Klinik gegangen. Auch wenn das mein Umfeld und auch meine Beziehungen manchmal nicht verstanden haben. Und meinten, dass ich das mit Ihrer Unterstützung auch hinbekommen würde. Aber ich bin und war mir nach wie vor sicher, dass ich mit einer (schweren) Depression in professionelle Hände gehöre.;)

    Und das war eben auch der, vielleicht auch unterbewusste Grund, warum ich als ich ernsthaft mit dem Saufen begonnen habe am besten niemand dabei haben wollte.

    Hi Hannah ,

    meine Sucht oder mein Suchtgedächtnis versucht jedes Gefühl, ob gut oder schlecht zu nutzen, um mich zum Saufen zu bringen. :( Je stärker das/die Gefühle sind desto mehr sieht es eine Chance. Wenn ich ihm diese Chance gebe. Deshalb gibt es hier auch den Rat möglichst dafür zu sorgen, dass es einem so gut wie möglich geht.

    Ich benutze nicht den Begriff Suchthirn oder andere Begriffe. Denn dann würde ich Alkohol zu viel Raum und Macht geben. Das reduziere ich auf ein absolutes Minimum. Und ich betrachte Alkohol auch ganz neutral und lade ihn weder positiv noch negativ auf. Also bei mir ist er kein Wolf.;)

    Letztendlich ist es die fest verankerte Erinnerung, dass Alkohol unmittelbar auf das Belohnungszentrum wirkt und schnell ein angenehmes und gutes Gefühl auslöst. Und diese Erinnerung lässt sich nicht mehr überschreiben. Das ist eben Sucht.

    Zu den Momenten wo Suchtdruck aufkommt. Kennst Du die HALT Regel? Das sind Gefühlszustände, die Du vermeiden solltest. Hungry = hungrig, Angry= wütend, Lonely = einsam, Tired = müde.

    Deshalb hat mir immer bei Suchtdruck gut geholfen ordentlich zu trinken und/oder ordentlich zu Essen. Und ordentlich meint dann richtig vollstopfen.;)

    Ansonsten habe ich am Anfang und teilweise auch heute noch wahlweise richtig scharfe Pfefferzinsbonbons, eine kleine Flasche reinen Zitronensaft oder einen kleinen Plastikigelball dabei gehabt. Irgendetwas was einen scharfen Reiz auslöst, um mich aus der Suchtdruckschleife zu holen und mich in Bewegung zu bringen. Und ich meine in Bewegung also tatsächlich irgendetwas tun.

    Ich habe allerdings auch selten Suchtdruck gehabt, weil ich die Grundbausteine umgesetzt habe und konsequente Risikominimierung betreibe.

    Vielleicht ist ja bei dem, was ich schreibe irgendetwas für Dich dabei.

    Auf jeden Fall ist es gut und richtig, wenn eine schwierige Situation entsteht sofort die Biege zu machen. Nicht aushalten. Das ist mein und auch mein einziger Plan B.;)

    Hi JEB ,

    einmal in eine ganz andere Richtung gedacht. Vielleicht ist es ja für Dich eine Idee Sucht bezogene Mutter und Kind Reha zu machen, wenn es so etwas gibt. Oder eine Mutter und Kind Kur. Dann wärest Du erstmal raus aus Deinem Umfeld und hättest Zeit Deine Abstinenz zu stabilisieren.

    Hey Lebenskuenstler ,

    wenn ich von für mich befremdlich schreibe, dann meine ich auch genau nur das.

    Wenn das für Dich wichtig ist, dann schreibe hier über Deine nasse Zeit so viel Du möchtest.;)

    Mein Punkt ist das die Zeiten, in denen ich besoffen war, eigentlich völlig unspektakulär waren. Ich war halt besoffen. Es ging mir gut. Zumindest war das so wie ich geschrieben habe in den Jahrzehnten in der ich in Zeiten einen riskanten oder missbräuchlichen Konsum hatte.

    In der Zeit des abhängigen saufen war es nur noch auf Pegel kommen. Völlig unspektakulär und langweilig. Schön war da gar nichts mehr.

    Und die wenigen Geschichten die herausstachen in meiner Saufgeschichte. Waren eher traurig und gefährlich. Beispielsweise als ich besoffen mit dem Rennrad nach Hause gefahren bin. Gestürzt bin und weil ich keinerlei Schutzreflexe mehr hatte, voll auf die Fresse, das Gesicht geknallt bin. Ich hatte zum Glück nur tiefe Wunden und der Schädel ist heil geblieben. Daran war nichts lustig das war nur traurig und saugefährlich. Und auf mehr wollte ich eigentlich nicht hinaus.

    Und das schreibst Du ja auch selbst. Oder war das übernachten im tiefsten Winter in einer Schneewehe oder das Du über ein Balkongeländer gestiegen bist im Nachhinein wirklich lustig?

    Wie geschrieben ich habe im Suff auch okaye Dinge erlebt.

    Hi JEB ,

    hier mal meine Erfahrungen wie ich meine Abstinenz gestartet habe und inzwischen fast 20 Monate stabil abstinent bin. Ich habe, nachdem ich mich hier angemeldet habe zunächst die Grundbausteine umgesetzt.

    Und danach habe ich konsequente Risikominimierung betrieben und betreibe sie noch heute. Also ich gehe auf keine Feste, Feiern, Orte und Veranstaltungen, auf denen vor allem von meinem Umfeld in meinem Beisein hauptsächlich Alkohol konsumiert wird. Ich schreibe explizit mein Umfeld, weil dies nochmal ein größerer Trigger für mich ist.

    Mein privates und berufliches Umfeld weiß, dass ich jetzt abstinenter Alkoholiker bin. Und die Vereinbarung ist das, wenn ich mit Ihnen verabredet bin oder mit Ihnen Zeit verbringe das in meinem Beisein kein Alkohol getrunken wird. Wenn ich auf den oben genannten Dingen eingeladen war, habe ich bisher abgesagt und mich bei Bedarf extra und alkoholfrei getroffen. All das gab bisher überhaupt nicht das geringste Problem. Hätte es ein Problem gegeben, hätte ich die Konsequenzen gezogen.

    Das alles hat dazu geführt das ich innerhalb von gut sechs Monaten ziemlich stabil abstinent war. Saufdruck hatte ich in dieser Zeit selten. Und wenn habe ich diesen ignoriert und mich auf etwas anderes konzentriert. Davon gibt es ja genug.;)

    Auch ich habe noch andere zum Teil chronische psychische Erkrankungen. Beispielsweise chronische Depressionen. Aber diese Erkrankungen haben absolut nichts mit meiner Sucht zu tun. Und das trenne ich in meinem Kopf strikt und kappe dazu jede Verbindung, damit diese sich nicht gegenseitig begünstigen können.

    Das gute ist das ich bei allen diesen Erkrankungen schon vor Jahrzehnten im Rahmen von zwei abgeschlossenen Therapien gelernt habe mir selbst zu helfen. Beide Therapien waren Verhaltenstherapeutisch orientiert.

    In den letzten Jahren meiner Sauferei befand ich mich durchgehend in einer schweren Depression. Denn ich konnte mir saufend nicht mehr selbst helfen. Das ist unmöglich.

    Nachdem ich abstinent wurde, waren die Depressionen für ungefähr sechs Monate kein "größeres Problem" und dann konnte ich mir auch gut helfen. Hätten meine Depressionen früher ein Problem gemacht dann hätte ich mich trotzdem zunächst darauf konzentriert stabil abstinent zu werden.;)

    Warum schreibe ich Dir das alles? Du bist jetzt erneut abstinent und hast ein kleines Kind, für das es wichtig, ist das, die Mama clean ist und bleibt. Und mein Eindruck ist wie als Du Dich ursprünglich hier angemeldet hast das Du einige Baustellen aufmachst die aber meiner Meinung nach überhaupt noch nicht anstehen. Wie zum Beispiel das Verhältnis zu Deinem Partner oder Deiner Familie.

    Ohne eine stabile Abstinenz ist alles andere Nichts. Und aus diesem Grund würde ich mich wäre ich an Deiner Stelle, die nächsten Monate zunächst nur auf eine stabile Abstinenz konzentrieren. Heißt die Grundbausteine umsetzen und konsequente Risikominimierung betreiben. Damit stellst Du sicher das Du Dich nicht gefühlsmäßig, geistig aber vor allem körperlich nicht auf Armlänge Alkohol näherst. Jedenfalls nicht, wenn Du nicht musst z. B. beim Einkaufen. Und kaum Risiko bedeutet, dass Du safe bist.;)

    Vielleicht ist dieses Vorgehen ja eine gute Idee für Dich?

    Hi Ihr,

    ich habe wegen der Wirkung, wegen des Rausches getrunken. Aus Gründen konnte ich außer in meiner Jugend mir nicht komplett die Lichter ausschießen. Deshalb kann ich hier auch nicht das alte Polizeipferd geben und den ein oder anderen sturzbesoffenen Schwank zum Besten geben. Aber ich habe den Rausch gemocht, gesucht und es war gefühlt mein Recht zu saufen.

    In den Jahrzehnten in denen ich einen missbräuchlichen oder riskanten habe ich den Rausch auf jeden Fall gemocht. In den zehn Jahren des abhängigen Trinkens ging mir der Rausch zunehmend auf den Zeiger. Da war es eigentlich mehr Stress und "Arbeit" um auf Pegel zu kommen um dann am nächsten Tag noch irgendwie zum Tagwerk zu kommen.

    Ich habe meist jeden zweiten, öfters auch jeden dritten Abend gesoffen. Und der zweite oder wahlweise zweite und dritte Tag waren für mich trotz Entzugserscheinungen eine "Erholung".

    Der Punkt auf den ich hinaus will. Ich beschäftige mich weder positiv noch negativ mit meiner nassen Zeit. Ich trinke nicht mehr und kann aus dieser Zeit nichts lernen, was heute meine Abstinenz schützen würde. Aus diesem Grund finde ich, wenn einige über Ihre nasse Zeit schreiben auch eher befremdlich.

    Ich verdamme Alkohol nicht und ich hebe nicht auf irgendeinen Sockel. Ich betrachte ihn neutral. Meine Mission ist es nicht andere Menschen vom saufen abzuhalten. Ich hätte mich auch nicht vom saufen abhalten lassen. Und ich befürworte auch nicht repressive Maßnahmen die erwachsene Menschen vom Alkohol- und Drogenkonsum abhalten sollen. Repression ist bei einer Sucht das völlig falsche Mittel.

    Das richtige Mittel ist in meinen Augen einzig und allein Prävention und Aufklärung.

    Hey Rennschnecke ,

    Glückwunsch und Respekt zu zweieinhalb trockenen Jahren.

    Ich würde ja jedem und jeder empfehlen Dein Tagebuch einmal zu lesen. Ich habe es damals gemacht und war nachhaltig beeindruckt.

    Du hast Dich länger bevor Du abstinent wurdest hier angemeldet und hattest einen Plan wie Du dauerhaft abstinent wirst. Und den hast Du durchgezogen. Bis heute. Hut ab.

    Du bist die Einzige, bei der ich das hier so gelesen habe. Und ich bin mir relativ sicher, wenn ich das so versucht hätte, hätte ich das so nicht geschafft. Dafür braucht es eine Menge Entschlossenheit.

    Freut mich zu lesen, dass es Dir im Offenen gut geht. Wir lesen uns.