Erstmal danke dass ich hier in diesem Forum sein darf ![]()
Ich bin mit meinem Partner seit rund 6 Monaten zusammen und ich wusste von Anfang an dass er schwer alkoholabhängig ist.
Er hat immer mit offenen Karten gespielt und mir gesagt dass ich mir sehr gut überlegen soll ob ich das WIRKLICH möchte. Das rechne ich ihm sehr hoch an.
Wir führen im Großen und Ganzen eine sehr harmonische Beziehung und reden beide ganz offen über alles.
Ihm ist bewusst dass er dringend mit dem Trinken aufhören muss, trinkt schon seit seiner frühesten Jugend und es stecken viele Probleme etc dahinter vor denen er sich mit dem Alkohol versteckt.
Wir hatten ein sehr intensives Gespräch darüber wie ich mich mit seinem Konsum fühle. Ich habe ihm gesagt dass ich sein Verhalten, wenn er alkoholisiert ist, nicht als Problem ansehe, denn er war zu keiner Sekunde auch nur ansatzweise gereizt oder zeigte Potential gewalttätig zu werden etc. Aber das Wissen, dass er nur mit dem Alkohol Glück empfinden kann und sich ohne selbst hasst, bricht mir das Herz. Er ist ein unglaublich toller Mensch und ich wünsche ihm einfach dass er irgendwann irgendwie einen Weg findet, auch ohne glücklich sein zu können.
Das war ein sehr sehr emotionales Gespräch für uns beide.
Kurz nach Weihnachten eröffnete er mir dann, dass er zum 1.1. aufhören möchte zu trinken (wir reden hier von +/- 1 Flasche Wodka täglich wenn er sich "zusammengerissen" hat). Ich habe natürlich versucht, mir nicht zu große Hoffnungen zu machen. Aber, seit 1.1. hat er tatsächlich nicht mehr getrunken, geht mittlerweile auch wieder arbeiten und ist im Grunde der "Alte" nur ohne diese Alkohol-Euphorie.
Einzig seine Stresstoleranz geht aktuell noch gegen 0. Heißt, es ist momentan fast unmöglich über irgendwelche Probleme zu sprechen. Da macht er sofort dicht, bekommt Kopfschmerzen etc. Aber ich vermute dass das normal ist, ich versuche ihm seinen Raum zu geben um zu sich zu finden und versuche gleichzeitig einfach gutes für mich selbst zu tun.
Aber natürlich ist da auch viel Angst. Sein Ziel ist es irgendwann ein "normales" Verhältnis zum Alkohol zu haben. Am Wochenende mal was zu trinken. Ob das klappt? Ich habe ehrlich gesagt meine Zweifel, aber er muss seinen Weg allein finden und wählen.
Ich hoffe, hier ein bisschen Austausch und Ratschläge zu finden.
Einen schönen Abend und ein schönes Wochenende wünsche ich euch allen.