Hallo Zusammen,
Es ist ein schweres Thema und ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll.
Mein Vater ist für meine Geschwister und mich immer ein sehr guter Vater gewesen, der immer alles für uns getan hat und versucht hat, uns jeden Wunsch zu erfüllen und ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen. Gerade deshalb, wollen wir ihm irgendwie helfen.
Er hat einen sehr stressigen Job, arbeitet sehr viel und hat (soweit man das als Kind einschätzen kann) aus der eigenen Kindheit und Vergangenheit viele Päckchen zu tragen. Die heutige Generation würde zum Therapeuten gehen und das aufarbeiten aber da ist er eine völlig andere Generation.
Irgendwann - so vor 20 Jahren - fing es an, dass er mehr getrunken hat. In der Regel Wein (keinen harten Alkohol) aber meistens auch alleine nach der Arbeit im Sessel. Über die Jahre wurde von nur am Wochenende auch unter der Woche.
Er braucht bisher nicht täglich Alkohol aber alle paar Tage sollte es schon sein. Wenn er sich eine Woche zusammenreißt, dann ist er am Ende unausstehlich. Manchmal reicht dann eine Flasche in der Woche, manchmal sind es drei Flaschen in der Woche, manchmal (aber selten) auch mehr. Auch wenn er am Abend getrunken hat, funktioniert er am nächsten Tag, steht pünktlich auf, geht zur Arbeit usw.
Auf den ersten Blick, sieht man die Sucht also nicht aber wenn man über mehrere Tage sein Verhalten beobachtet sieht man, wie ihm der Alkohol fehlt.
Er sieht natürlich das Problem nicht, sagt es sei nicht so viel, lügt sich in die Tasche usw.
Vor ca zwei Jahren haben meine Geschwister und ich schonmal das Gespräch zu ihm gesucht und ihm in einem ernsten Gespräch unsere Sicht erklärt. Wir hatten damals mit ihm gemeinsam Regeln aufgestellt, dass zb dieses trinken alleine endlich aufhören soll, dass mehr als ein Glas pro Woche nicht notwendig ist und er erklärt damals noch in großen Tönen, er würde jetzt gar nichts mehr trinken, weil es ihm nervt, dass immer Stress ist, wenn er was trinkt. Das alles hat natürlich nichts gebracht und wenige Woche später waren alle alten Muster wieder eingerissen.
Er ist auch relativ übergewichtig, weil er mit dem Alkohol viel zu viele Kalorien zu sich nimmt. Da sieht er auch nicht ein, dass er abnehmen könnte, wenn er einfach mal den Alkohol weglassen würde. Stattdessen isst er zum Abendessen lieber nur Bohnen, damit er genug Kalorien übrig hat, um einen Flasche Wein trinken zu können…
Er geht regelmäßig zum Arzt und macht dort diese jährlichen Checks aber irgendwie ist der Arzt auch keine Hilfe. Angeblich sind alle Werte gut und der Arzt sagt auch nie was wegen dem Gewicht.
An jedem Punkt, haben wir jedes Mal gedacht, es könnte nicht noch schlimmer werden - er könnte nicht noch dicker werden und nicht noch mehr Alkohol trinken. Fakt ist aber, es wird von Jahr zu Jahr schlimmer und wir sind der Meinung, dass er es alleine nicht schafft da rauszukommen und eigentlich in eine Klinik müsste.
Wir haben jetzt überlegt (nachdem das persönliche Gespräch damals nichts gebracht hat), einen Brief zu schreiben und auch Flyer von ausgewählte klinken beizulegen, die zur Situation passen.
Wir möchten erst beschreiben warum wir den Brief schreiben (dass er immer für uns da war und wir nun auch für ihn), dann die ist Situation mit dem Alkohol beschreiben, dann die Risiken aus dem Alkoholkonsum und dann die Maßnahmen mit den klinken.
Was meint ihr dazu? Haltet ihr das für eine gute Idee? Habt ihr andere Ideen? Denkt ihr irgendwas anderes wäre vielversprechender?