Simsalabim - Raushexen... aus meiner Situation...

  • Hallo ihr lieben Kämpferinnen u. Kämpfer, ob Co- oder Alkoholiker,

    ich lese seit geraumer Zeit hier wieder mit, jetzt möchte ich mich getrauen, mich hier zu zeigen...

    Ich drehe mich auf dem Suchtkarussell als Coabhängige seit 40 Jahren...! Bin w, vh, 2 erw. Kinder, 2 Enkel,

    Ich habe die unterschiedlichste Phasen durch... die ihr Coabhängigen auch kennt, zu Beginn meiner CoKarriere das Wegschütten, Striche machen, ausflippen, Vorwürfe, mich noch mehr anstrengen, etc.,

    habe ambulante Einzelgesprächstherapie vor vielen Jahren bei Suchtberatung gemacht... und und und...

    Aktuell bin ich einfach körperlich u. mental immer wieder am Limit... meine eigene Strategie hilft mir nicht mehr, mein Körper reagiert immer wieder mit Beschwerden und ich hoffe, durch hier weiterlesen und schreiben, für mich mehr Kraft und mentale Unterstützung für meinen Weg, meine nächsten Schritte zu finden... ER macht aktuell eine ambulante Therapie, ER spricht darüber nicht... ich frage auch nicht... ER ist ein gut funktionierender Alkoholiker - ich eine gut funktionierende Co... wir haben uns irgendwie "eingegroovt"... lebendige Beziehung sieht sicherlich anders aus... die 40 Jahre haben viel Gewohnheit hinterlassen...

    innerhalb unserer Beziehung wird der unsichtbare Elefant nicht benannt... bei uns herrscht viel Schweigen... wir haben Parallelwelten fabriziert... mir wird meine soziale Isolation so heftig bewußt, mache/habe vieles alleine immer wieder unternommen, vor kurzem eine FreizeitApp entdeckt, wo man sich unkompliziert verabreden kann... das habe ich gemacht... hat mir sehr gut getan, einfach mal wieder etwas Neues für mich machen ausprobieren...

    Soweit mal von mir... Danke fürs Lesen...

  • Hallo Simsalabim!

    Willkommen hier im Forum es ist ja eine lange Zeit die du bereits co-abhängig bist. Ich selber war auch sehr lange in einer Beziehung mit einem Alkoholiker. Als ich hier ankam war mein grösster Wunsch mich von ihm zu trennen und wieder ein eigenständiges Leben zu führen.

    Wir sind hier ja ein Forum in dem man Hilfe zur Selbsthilfe erhalten kann. Du schilderst ja sehr eindrücklich wie dein Leben als Co. funktioniert. Hattest du noch nicht den Wunsch das alles hinter dir zu lassen und dir ein eigenes Leben aufzubauen? Ich verstehe nicht so richtig was du in diesem Forum für dich erreichen möchtest? Es geht ja nicht darum Strategien zu entwickeln damit du eine noch bessere Co. wirst sondern daß du Dinge machst damit es dir wieder besser geht. Das mit deiner Freizeit-App. ist schon mal ein guter Anfang.

    Wenn du dich hier austauschen möchtest klicke bitte auf folgenden Link:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Marie04 19. August 2025 um 13:03

    Hat den Titel des Themas von „Raushexen... aus meiner Situation...“ zu „Simsalabim - Raushexen... aus meiner Situation...“ geändert.
  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Simsalabim .

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Jetzt kannst du schreiben bis die Tastatur glüht, bestimmt hast du einiges auf dem Herzen.:)

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Ja, ich muss/will schauen, mit welchen Themen ich hier die Tasten zum Glühen bringe… alleine schon das Anmelden hier hat mich schon etwas durchgerüttelt und mir die Luft genommen…

    Bin sehr intuitiv… werde es hier auch so halten… und spüre, wie ich doch auch zögere, beim Schritt/Schreiten aus meiner Gewohnheit… sachte sachte…

  • Hallo Simsalabim,

    erstmal herzlich willkommen.

    ... vor kurzem eine FreizeitApp entdeckt, wo man sich unkompliziert verabreden kann... das habe ich gemacht... hat mir sehr gut getan, einfach mal wieder etwas Neues für mich machen ausprobieren...

    Das finde ich klasse. Du suchst dir eigene Wege, etwas, das dir guttut und Spaß macht. Das ist ein guter Anfang. Und dann die Anmeldung hier, das erfordert Mut und du hast es gemacht.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Danke liebe Aurora für dein willkommen für mich hier, im Forum…!

    Ja, war doch etwas über mich selbst erstaunt, was es in mir zum Zappeln gebracht hat, das hier anmelden…


    Womit ich selbst keine Problem habe, sind Zigaretten und Alkohol… so hin u wieder trinke ich mal ein alkfreies Bier… das war’s dann auch…


    Jedoch kann ich meine Gefühle leider sehr gut mit Essen in Schach halten… da hab ich immer wieder große Mühe, mich zu disziplinieren bzw es stimmt einfach die Menge vom Essen bezogen auf Körpergröße und sportlicher Betätigung nicht überein…

    Das hat mein Verständnis für süchtiges Verhalten gut genährt, so quasi: was verlangst denn von ihm, keinen Alk zu trinken, du schaffst es ja auch nicht dauerhaft deine Ernährung positiver/gesünder zu gestalten…


    Wer kennt‘s…?!?

    Und noch (m)ein „beliebtes Suchtmittel“… mein Handy… oh weia, ich gestehe, da ist auch noch viel Luft nach oben was die Nutzungsdauer anbelangt… diese zu verringern…

    Einmal editiert, zuletzt von Simsalabim (19. August 2025 um 15:29)

  • Hallo Simsalabim! Ich finde es sehr mutig und einen großen Schritt nach vorne, dass Du Dich hier angemeldet hast. Ich bin auch erst sehr kurz hier angemeldet ( habe vorher zwei Jahre mitgelesen ) und es hilft mir sehr!

    Ich wünsche Dir, dass es Dir hilft, Stück für Stück zu Dir selbst zu finden und immer mehr Kraft zu entwickeln zu Dir zu stehen.


    Liebe Grüße, hiiumaa

  • Danke liebe hiiumaa auch für dein willkommen und deinen Zuspruch… ja, ich erhoffe mir Rückenwind für meine Schritte von den Profis hier… um weiter zu kommen… ich habe, noch nie alleingesamtverantwortlich gelebt… mein Mann auch nicht, wir sind vom Elternhaus direkt in den Hafen der Ehe eingefahren… vor fast 40 Jahren… einen „Ausbruchversuch“ habe ich nach 9 Monaten abgebrochen… Ich war so in einer lähmenden Angst und in meiner „Blase“ gefangen… dass ich wieder in mein/unser gemeinsames zuhause zurück bin… ist mittlerweile auch schon wieder paar Jahre her… ich bewundere wirklich die, ob Co oder Suchtmittel abhängig die es zufrieden für sich aus diesem Teufelskreis rausgeschafft haben…

    Grüße, Simsalabim

  • …ich konnte das Klicken vom Feuerzeug, unsere/seine/meine eingefahrene Routine, das Schweigen, nicht mehr ertragen… es war eine komplette Mischung, die mich dazu gebracht hat…und ein Vortrag von einem Sabatical, das hat mich inspiriert, raus aus unserem Ehealltagsberufstrott zu fliehen…

    in meiner Gegenwart trinkt ER nur Saftschorle… in seltenen Begegnungen gemeinsam mit mir und mit anderen trinkt ER alkoholfreies Bier… jedoch auch Bier mit alk… was ER hinter meinem Rücken trinkt, das entzieht sich meiner Kenntnis…

    Schockstarre kenne ich auch, wenn ich lange Zeit nix mitbekommen habe, was ER „alktechnisch“ macht/konsumiert… und wenn es dann plötzlich für mich eindeutig ist, dass ER konsumiert hat… da fall ich auch immer mal wieder noch in Schockstarre, weil meine Hoffnung/Glauben das Problem hätte sich in Luft aufgelöst- leider nicht stimmt…🙄

  • Hallo Simsalabim, ja, ich kenne dieses Gefühl. Es fühlt sich bei mir manchmal wie eine Art Lähmungszustand an.

    Als Du ausgebrochen bist, wo hast Du denn zu der Zeit gewohnt? Eigentlich hört sich das ja richtig gut an... inspiriert durch Sabatical und so...

    Ich glaube Dir, dass es extrem schwer ist, alleine zu sein, wenn man praktisch sein Leben lang mit jemandem zusammengewohnt hat. Du bist ja praktisch wirklich nie alleine gewesen. Bist Du schon mal alleine in den Urlaub gefahren, oder hast alleine einen Tagesausflug gemacht? Zumindest mit einer Freundin vielleicht?

  • Hallo hiiumaa…

    Ja, ich unternehme auch immer wieder was alleine oder bin ohne Ehemann in Kurzurlaub … während meiner zuhause/AlltagsAuszeit habe ich in Fewo, WG und Wohnungshüten gewohnt… am besten hat mir die Rauch- und alkfreie WG gefallen…

    Ich bin gerne immer wieder alleine, da kann ich besser nach innen lauschen, unangenehm finde ich zu zweit allein…

    Ich lass jetzt einfach den Hänger zu… schön dass du in mein „Hexenhäusle“ gekommen bist…👍

  • Ja, das mache ich auch so, dass ich die Hänger. zulasse. Meistens sind es nur kurze Phasen - ein, zwei Tage. Ich versuche dafür die wachen, aktiven Tage zu nutzen, um mir Gutes zu tun.

    Ich finde es super, dass Du alleine auf Tour gehst.

    Du hast zu anfang beschrieben, wie sehr ihr in euren Gewohnheiten hängt und ihr Parallelwelten geschaffen habt, aber die wichtigen Dinge totgeschwiegen werden.

    Kannst Du das genauer beschreiben?

    Du beschreibst auch Deine soziale Isolation, was sich sicher auch belastend anfühlt. Wie ist sie entstanden?

  • Oh weh, hab heute n totalen Hänger… wer kennt’s…?!?

    Kann mich bis für nix aufraffen…

    Hallo Simsalabim!

    Das kenne ich auch, es ist einfach unheimlich anstrengend in so einer Beziehung zu leben. Als ich noch mit meinem Mann zusammen war habe ich so manches vor lauter Erschöpfung gar nicht mehr geschafft. Es drehte sich mehr oder weniger alles um den Alkohol und seine Folgen, manchmal wäre ich am liebsten gar nicht aufgestanden.

    Ich habe mich zwar mit allen möglichen Dingen versucht abzulenken aber das Übel an der Wurzel zu packen schaffte ich viele Jahre nicht.Irgendwann war ich so weit unten daß ich dachte wenn ich jetzt nichts unternehme und mir selber helfe passiert etwas Schlimmes.

    Ich habe ein halbes Jahr meinen Auszug geplant und es ihm dann einfach mitgeteilt. Ich hatte ja schon öfter damit gedroht aber nie in die Tat umgesetzt. Ich machte dann Nägel mit Köpfen und habe es durchgezogen. Die Angst zu bleiben war größer als die Angst zu gehen.

    Es hat lange gedauert bis ich wieder sagen konnte es geht mir gut und ich einigermaße stabil war. Aber ich habe nur nach vorne geguckt und zurückgehen wäre nie in Frage gekommen. Die Erschöpfung ist mir in leichter Form geblieben aber ich bin nicht mehr depressiv, bin meine Ängste losgeworden und führe ein gutes Leben. Das ist für mich die Hauptsache, natürlich habe ich auch schlechte Tage oder unerfreuliche Dinge die ich erlebe, aber das sind normale Sachen.

    Als ich mich trennte war ich 32 Jahre verheiratet.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • hiiumaa und @Marie04…

    vielen Dank für eure Fragen/Beiträge… tut/tun gut…👍

    soziale Isolation wenn ich permanent mich abgrenze, angefangen irgendwann vor vielen Jahren, in der Gemeinschaft wo wir uns bewegt haben, habe ich irgendwann realisiert warum es meinem Mann dort so gefiel, mir auch, dort wurde von den meisten Anwesenden beim gemütlichen Treffen ganz zivil viel getrunken, jedoch kein Wasser… also habe ich mich aus diesen „Veranstaltungen“ pö a pö zurückgezogen… ein kleines Beispiel…


    Als gute weibliche Co, die überwiegend die Beziehungspflege innerhalb Familie und „Außenwelt“ organisiert/pflegt, terminiert, habe ich auch Treffen gemieden, bei denen ganz „nett und normal“ getrunken wurde/wird… man entwickelt als Co eine Antenne, wer zu meinem Wasser-/Saftschorletrinkenden Wesen besser passt… dadurch bin ich vielen Fam-/und anderen Feiern, gemeinsam mit ihm, ferngeblieben …

    Bei mir/uns ist/war es so, habe sämtliche CoVerhaltensvarianten durch… Coverhalten „perfektioniert“… mit der Folge, dass ich jetzt merke , dass meine Kraft zum kompensieren und dem Aufrechterhalten meiner „Strategie“ aufgebraucht ist und mein Körper mir eine Bremse nach der anderen präsentiert…🫣

  • Das verstehe ich sehr gut, Simsalabim. Es ist immer wieder spannend, dass der Körper irgendwann nicht mehr mitmacht. Der Verstand und der Geist wissen ja oft schon recht lange, dass es so nicht weitergehen kann. Und man übergeht das … und übergeht das… und dann sagt aber irgendwann der Körper STOP.

    Du machst den Eindruck, als wäre Dir ziemlich bewusst, wie Du Dich Stück für Stück selbst verloren hast.

    Jetzt bist Du dabei, wieder zu Dir zurückzukehren.

  • Oh ja, leider…

    Bist Du wieder aus deiner Schockstarre raus…?!? Liebe hiiumaa…?!?


    Gibt es hier eine Liste von Symptomen die Coabhängige entwickeln…?! ?

    Und DIE Liste der „trockenen Coabhängigen“… wie sich das neue Leben anfühlt…?!?

    Ich/wir haben uns auf unserer Insel eingerichtet… eingelebt… eingewöhnt…

    Das Festland mit seinen Möglichkeiten liegt im Nebel NOCH verborgen… mit Begleitschutz würde ich die Überfahrt wagen… 🫣… ich hoffe, es gelingt mir, das Gewand der Erschöpfung, Ausweglosigkeit, Bequemlichkeit abzulegen…

    Coabhängig fühlt sich wahrscheinlich ähnlich krank an wie sonstwie abhängig…


    Konnte doch noch ne Kleinigkeit heute für MICH tun…👍👏🙏

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