Nanni1001 - Mutter eines Alkoholikers

  • Guten Abend,

    Ich bin Mutter eines 37-jährigen Alkoholikers und erhoffe mir in diesem Forum Tipps.

    Mein Sohn war vor 3 Jahren ausgezogen zur Freundin. Letzten Sommer ist unerwartet seine Freundin verstorben und seitdem wohnt er wieder bei uns, weil er sich mit seinem kleinen Gehalt keine eigene Wohnung leisten kann und natürlichlässt man als Eltern seinen Sohn in so einer Situation nicht im Stich. Seit die Freundin gestorben ist,lässt er sich gänzlich gehen, trinkt noch regelmäßiger, als er es vorher schon getan hat. Immer einen über den anderen Tag. Immer Wodka mit Energydrinks. Sein Zimmer sieht schlimm aus, er wäscht sich nur noch unregelmäßig. Ist launisch.

    Bisher habe ich alle paar Wochen das Zimmer sauber gemacht. Jedes Mal gelobt er Besserung. Und nach einigen Tagen sieht es wieder genauso aus.

    Vor einigen Wochen brachte ihn ein Freund spät abends nach Hause. Er konnte nicht mehr alleine gehen, konnte nicht mehr sprechen. Lallte nur noch. Während der Freund bei uns klingelte, fiel er aus dem Auto und lag auf dem Bordstein.

    Mein Mann und der Freund haben ihn dann in sein Zimmer gehieft. Warum ich keinen Notarzt gerufen habe? Wahrscheinlich weils peinlich war, peinlich wie er da lag, peinlich wie das Zimmer aussah. Alle paar Minuten bin ich ins Zimmer und habe nach ihm geschaut bis ich merkte, das alles in Ordnung war. Am nächsten Tag war es ihm auch peinlich, aber hat ihn nicht davon abgehalten, am übernächsten Tag wieder zu trinken. Lag ja nur daran, weil er durcheinander getrunken hatte! Der Vater vom Freund hat Schnaps ausgegeben. Der Freund trinkt auch gerne und regelmäßig.

    Wenn wir versuchen mit ihm zu sprechen, egal worüber, bekommen wir nur kurze genervte, abweisend Antworten und weg ist er.

    Es geht uns langsam richtig an die Substanz. Ich brauche täglich Baldrian. Bin mittlerweile total nah am Wasser gebaut, heule sofort bei Kleinigkeiten los. Meinem Mann, eigentlich ein starker Kerl, geht es nicht viel besser.

    Nun suche ich nach Ratschlägen, für uns, für unseren Sohn. Dabei bin ich auf dieses Forum gestoßen. Vielleicht tut es ja gut, sich mal auszutauschen.

    Danke fürs lesen

    LG nanni1001

  • Hallo nanni,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe.

    Mit Deinem Problem bist Du bedauerlicherweise nicht allein. Es gibt hier einige Angehörige die dein Problem gut kennen. Ich finde es besonders schlimm wenn die eigenen Kinder betroffen sind.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben. Dann wirst Du freigeschaltet und Dein Thema in den Bereich "Erste Schritte für Angehörige" verschoben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Marie04 12. Januar 2026 um 21:05

    Hat den Titel des Themas von „Mutter eines Alkoholikers“ zu „Nanni1001 - Mutter eines Alkoholikers“ geändert.
  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Nanni1001.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Heute war ein sehr bescheidener Tag. Ich komme von der Arbeit nach Hause und finde einen angetrunkenen Ehemann vor. Ja, er trinkt auch gelegentlich. Nicht täglich, aber schon relativ regelmäßig. Ich habe mich sehr darüber geärgert. Er wird dann zwar nicht agressiv, aber bekommt eine für mich unangenehme Art. Er findet sich dann besonders lustig... Er weiß auch, dass ich das gar nicht mag. Ich gehe ihm dann aus dem Weg. Ob er auch Alkoholiker ist? Habe schon öfter drüber nachgedacht, aber kann es nicht einschätzen ab wann jemand als Alkoholiker gilt.

    Mein Sohn trinkt teilweise schon mittags. Er kapselt sich immer mehr von uns ab. Er hat auch Probleme mit Depressionen. Vielleicht trinkt er deshalb? Vielleicht hat er die Depressionen durch Alkohol? Keine Ahnung. Er möchte sich aber nicht helfen lassen. Es tut mir so weh, ihn so zu sehen. Keine Ahnung wie das noch weiter gehen soll.

    Ich habe kein gutes Gefühl...

    Danke fürs Lesen und euch noch eine gute Nacht.

  • Hallo Nanni,

    Vielleicht hat er die Depressionen durch Alkohol?

    In der Regel verschlimmert Alkohol die Depressionen. Erst wenn er trocken ist, kann er für sich beurteilen, ob sich bei den Depressionen eine Veränderung zeigt.

    aber kann es nicht einschätzen ab wann jemand als Alkoholiker gilt.

    Du siehst die Anzeichen, die in diese Richtung deuten könnten. Eine Einschätzung brauchst du nicht, dafür braucht es die Krankheitseinsicht des nassen Alkoholikers. Du kannst nichts ändern.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Ob diese Einsicht jemals kommt kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Weder beim Vater noch beim Sohn.

    Mein ganzes Leben lang schon war Alkohol Thema. Früher waren es meine Eltern, jetzt Mann und Sohn.

    Ich hasse dieses Teufelszeug.

  • …Nanni1001, ja, das ist eine große Herausforderung… gleich 2 „Kandidaten“ um sich zu haben und man/ich kann „nur“ etwas für MICH tun… ich hoffe/wünsche, du findest Kraft, dich abzugrenzen und für dich, auch auf kleine Art u Weise, gut zu sorgen…

    Liebe Grüße, Simsalabim

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