btzla - Vorstellungsrunde eines erwachsenen Kindes

  • Hallo zusammen,

    ich bin 25 Jahre alt und habe mich hier angemeldet, weil ich nicht mehr weiß, wohin mit meinen Gedanken.

    Meine Mutter ist alkoholabhängig. Als ich noch ein Kind war, wollte ich das lange nicht wahrhaben. Erst als ich den Alkohol bei ihr selbst gefunden habe, konnte ich nicht mehr verdrängen, was los ist.

    Mit der Zeit wurde alles immer schlimmer. Sie hat mir die Schuld für ihre Probleme gegeben und wenn in ihrem Leben etwas nicht gut lief, griff sie zur Flasche. Im Vollrausch hat sie mich sogar einmal so schwer geschlagen, dass ich ins Krankenhaus musste. Trotzdem habe ich immer wieder gehofft, dass sich alles zum Guten wendet.

    Vor einiger Zeit ist es mir gelungen, den Kontakt für über ein Jahr komplett abzubrechen. Das hat mir damals gutgetan. Nach der Trennung von meinem Ex-Partner bin ich jedoch wieder emotional abhängig von meiner Mutter geworden und habe den Kontakt wieder zugelassen.

    Seitdem wiederholt sich immer das gleiche Muster: Es gibt Wochen oder manchmal sogar Monate, in denen sie kaum oder gar nicht trinkt und ich anfange zu hoffen, dass sie sich endlich verändert hat. Doch irgendwann kommt der Rückfall, und alles beginnt von vorne. Die Vorwürfe, die Schuldzuweisungen und das Chaos sind wieder da.

    Ich merke, dass ich mich an dieser Hoffnung festhalte, obwohl ich schon so oft enttäuscht wurde. Gleichzeitig fällt es mir unglaublich schwer, loszulassen, weil sie eben meine Mutter ist und ich das Gefühl habe, dass sie ohne mich nicht mehr lange leben wird.

    Ich hoffe, hier Menschen zu finden, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und verstehen, wie sich das anfühlt.

    Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, meine Geschichte zu lesen.

  • Hallo btzla,

    herzlich Willkommen hier bei uns im Forum.

    Ja, hier gibts so einige Menschen, die ähnliche Erfahrungen haben und sich einfühlen können.

    Damit wir dich freischalten können, folge bitte diesem Link und schreibe einen Satz, das genügt.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Linde66 14. Juli 2026 um 22:24

    Hat den Titel des Themas von „Vorstellungsrunde eines erwachsenen Kindes“ zu „btzla - Vorstellungsrunde eines erwachsenen Kindes“ geändert.
  • Hallo btzla,

    du bist jetzt fürs Forum freigeschaltet und kannst dich überall beteiligen, nur bitte in den ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern mit den orangeroten Namen.

    Ich wünsche dir erst einmal ein gutes Ankommen hier und einen hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo btzla,

    schön, dass du hierher gefunden hast.

    Wie eng ist denn der Kontakt mit deiner Mutter aktuell? Lebt ihr getrennt? Ich kann mir gut vorstellen, dass das ein großes Auf und Ab ist emotional. Der Wechsel von fast abstinenten Phasen hin zum massiveren Trinken. Die Hoffnung, die Enttäuschung.

    Bei mir war der Vater alkoholabhängig. Ich habe das auch lange nicht ganz wahrhaben wollen. Mir war klar, dass er zu viel trinkt. Aber die volle Tragweite kam glaube ich erst so mit 18 Jahren bei mir an, als er selbst mir gegenüber ausgesprochen hat, dass er ein Problem hat.

    Ich hatte mit Anfang 20 auch mal ein Jahr keinen Kontakt zu meinem Vater. Das hat mir sehr gut getan. Wir sind dann langsam wieder in einen oberflächlichen Kontakt eingestiegen. Wir hatten das Agreement, dass er mich nicht kontaktiert, wenn er betrunken/rückfällig ist. Soweit ich das beurteilen kann, hat er sich dran gehalten, also hat zumindest nie mehr sturzbetrunken angerufen. Ich hatte räumlich und emotional eine ausreichende Distanz, um nicht zu mitgenommen zu sein davon.

    Lies dich hier gerne ein im Forum und teil dich mit. Du bist nicht alleine!

    Herzliche Grüße,

    Seepandarine

  • Hallo Seepandarine,

    vielen Dank für deine liebe Nachricht und dass du deine eigene Geschichte mit mir geteilt hast. Es tut gut zu lesen, dass man mit solchen Erfahrungen nicht alleine ist.

    Ich wohne alleine, daher habe ich zum Glück etwas räumliche Distanz. Das Verhältnis zu meiner Mama war in den letzten Wochen eigentlich wieder recht gut und ich hatte mal wieder die Hoffnung, dass es langsam besser wird.

    Leider ist sie seit etwas mehr als einer Woche wieder jeden Tag am Trinken. Seitdem fängt auch der ganze Teufelskreis wieder von vorne an. Man weiß nie, welche Version von ihr einem begegnet. Das macht mich emotional ziemlich fertig und ich merke, wie angespannt ich dadurch bin.

    Es fällt mir schwer, mich davon abzugrenzen, weil es eben meine Mama ist. Gleichzeitig weiß ich, dass ich ihre Krankheit nicht kontrollieren oder lösen kann. Das ist etwas, was ich mir immer wieder bewusst machen muss.

    Danke, dass du mir Mut gemacht hast und deine Erfahrungen geteilt hast. Das bedeutet mir wirklich viel.

    Liebe Grüße
    btzla

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