Veraenderung braucht Mut - Entscheidung zur Trennung getroffen und die Trauer damit

  • Hallo zusammen, ich bin neu hier und möchte Mut und Zuversicht bekommen, indem ich mit meinem Thema nicht allein bin. Ich bin Mitte 50 und seit 20 Jahren mit meinem Partner zusammen. Alkohol war bei ihm immer im Alltag, also nach der Arbeit ganz normal. In jungen Jahren hab ich mir schon immer wieder einmal gedacht, dass er viel trinkt. Aber unsere Beziehung funktionierte und wir hatten viele schöne gemeinsame Jahre. Er hat auch wenn er trinkt nicht wirklich betrunken gewirkt. Aber zunehmend gab es kaum mehr Interesse etwas zu unternehmen, Gemeinsamkeiten wurden immer weniger. Tägl 8-11 Bier sind mittlerweile die Norm. Trotz der enormen Menge funktioniert er und macht seinen Job gut. Aber die emotionale Kälte und das Fehlen jeglicher Nähe und Zärtlichkeit, so gut wie keine Kommunikation machen mich sehr einsam und traurig. Er schafft es auch immer wieder ein paar Wochen nicht zu trinken und ich liebe ihn in dieser Zeit und erkenne so einen Unterschied in so vielen kleinen Dingen des Alltags. Wenn ich ihm das rückmelde, meint er ich bilde mir das ein. Glücklich bin ich schon lange nicht mehr, Unternehmungen mache ich schon lange alleine. Mich macht jedes Plopp der nächsten Flasche die er öffnet mittlerweile aggressiv und wir, also ich, haben auch die Trennung beschlossen. Jetzt warte ich halt bis er etwas passendes gefunden hat. Und bin zerrissen zwischen ich kanns kaum abwarten und tiefer Trauer weil ich ihn als Mensch ja immer noch so gern habe! Wie war das bei Euch, habt ihr die Entscheidung zu gehen je bereut?

  • Hallo Veränderung braucht Mut,

    herzlich Willkommen. Es wird sich demnächst jemand vom Moderatoren-Team bei Dir melden. Habe bitte noch etwas Geduld.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

    Trocken seit 11.07.2025

  • Hallo Veraenderung braucht Mut,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!


    Aber zunehmend gab es kaum mehr Interesse etwas zu unternehmen, Gemeinsamkeiten wurden immer weniger.

    Das kenne ich, es ist ja auch sehr anstrengend für den Körper wenn jeden Tag soviel getrunken wird, kein Organismus steckt das einfach weg auch wenn es derjenige noch ein funktionales Leben führt. Mein Mann hat bis zur Rente gearbeitet und jeden Tag getrunken.

    Aber die emotionale Kälte und das Fehlen jeglicher Nähe und Zärtlichkeit, so gut wie keine Kommunikation machen mich sehr einsam und traurig.

    Das habe ich auch so empfunden, zum Schluß habe ich seinen Konsum einfach ertragen und fühlte mich einsam und nicht geliebt. Gute Zeiten hatten wir zum Schluß keine mehr auch wenn er mal Pause machte war in in einer ständigen Anspannung daß er wieder anfängt zu trinken.

    Mich macht jedes Plopp der nächsten Flasche die er öffnet mittlerweile aggressiv und wir, also ich, haben auch die Trennung beschlossen.

    Mich machte das alles aggressiv, traurig und depressiv, ich habe mich getrennt um mich zu retten, ich war seelisch total angeschlagen. Ich war auch traurig über die Trennung aber in erster Linie erleichtert. Ich konnte wieder anfangen zu leben!

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben.

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Marie04 20. September 2026 um 12:36

    Hat den Titel des Themas von „Entscheidung zur Trennung getroffen und die Trauer damit“ zu „Veraenderung braucht Mut - Entscheidung zur Trennung getroffen und die Trauer damit“ geändert.
  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Veraenderung braucht Mut.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Deine Beiträge sind hierhin verschoben worden, du kannst hier weiterschreiben.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Wie war das bei Euch, habt ihr die Entscheidung zu gehen je bereut?

    Was, wenn Du die Frage mal umdrehst und für Dich (!) schaust, wie sich da anfühlt: Bereust Du irgendwann, nicht früher gegangen zu sein?

    Aber die emotionale Kälte und das Fehlen jeglicher Nähe und Zärtlichkeit, so gut wie keine Kommunikation machen mich sehr einsam und traurig.

    Ich wünsche Dir viel Kraft!

  • Es ist schwer zu verstehen, dass das offensichtlich Richtige, nämlich zu gehen so schwer fällt. Unsere erste Trennung war vor ein paar Jahren, damals habe ich eingefordert über unsere Beziehung zu sprechen und das ich so "tonlos" die Beziehung nicht möchte. Seine Antwort war, dann ziehe ich aus. Das war wie ein Schlag ins Gesicht, soviel war ihm unsere Beziehung wert - nicht einmal eine Diskusion. Nach dem Auszug habe ich mir Sorgen um ihn und seine Gesundheit gemacht, gelitten, denn ich wollte eigentlich keine Trennung. Wir sind in Paartherapie gegangen, es wurde dabei jedoch das Alkoholproblem nicht angesprochen weil Tabu. Ich wurde depressiv und krank in dieser Zeit, mein Selbstwert war im Keller. Weil wir uns immer noch gern hatten und ja eigentlich gut zueinander passen, haben wir es noch einmal probiert. sind dann wieder zusammen gezogen. Es hat nicht lange gedauert und die Muster wurden schnell wieder die gleichen. Wieder Trennung und wieder zusammen gezogen, diesesmal mit meiner klaren Bedingung kein Alkohol mehr. War eine Zeit lang richtig gut und ich habe daran geglaubt. Mich wieder frisch verliebt....! Dann fing alles wieder schleichend an... ich wieder im selben Muster, ich darf halt nicht so kleinlich sein. Dann passierte eine Tragödie mit meinem erwachsenen Sohn (nicht sein Kind), in dieser Zeit habe ich ihn angefleht, nüchtern zu sein, für mich da zu sein, er schaffte es ja auch früher immer wieder einmal nicht zu trinken, sage ihm wie sehr ich ihn gerade nüchtern brauche. Er konnte oder wollte mir diesen Wunsch nicht erfüllen. Ich bekam auch in dieser schweren Zeit, keine Umarmung, kein gehalten werden nur einen stark betrunkenen lallenden Mann wenn ich spät abends vom KH nach Hause kam. Seitdem weiß ich, dass auch wenn es um Tod und Leben geht er nicht für mich da sein kann. Und dass es keine Zukunft für uns beide mehr gibt. Und trotzdem fällt es mir immer noch so schwer.... was stimmt nicht mit mir?

  • Gegen die Sucht hast Du aber keine Chance - wenn er keine Krankheitseinsicht hat und die Sucht nicht aus ganzem Herzen und zuallererst für sich selbst stoppen möchte.

    Bist Du evtl. mit Angehörigen mit einer Suchtproblematik aufgewachsen? Das könnte erklären, weshalb Du es bei ihm so lange mitgemacht hast.

  • Nein, bin recht behütet und ohne Süchte der Eltern aufgewachsen. Ich glaub, es liegt daran dass er so "unauffällig" trotz seiner Sucht ist. Er sehr gebildet ist, meinen Humor hat und mich im positiven geprägt und wachsen hat lassen.

    Die Beziehung hatte Anfangs auch schwierige Zeiten, da ich immer sehr unternehmungslustig war und er kaum was mit anderen unternehmen wollte. Da gab es oft Streit, wir haben uns dann zusammengerauft. Aber eigentlich merke ich selber wenn ich das schreibe, einfach war es noch nie. Vielleicht hab ich das auch ein wenig gebraucht, die Herausforderung. Obwohl ich mich immer wieder ertappt habe, dass ich mich bei anderen Paaren die das Gemeinsame lebten leid gesehen habe. Z.b. das gemeinsame Frühstück bei dem man den Tag plant, oder mal ins Kino, ein Konzert, eine Ausstellung, Essen geht. Eigentlich recht banale Dinge.

    Ich war davor lange Single und alleinerziehend, ich denke der Wunsch nach Beziehung war groß, dass ich meine Bedürfnisse immer stark zurück genommen habe, bzw. halt ohne ihn diese Dinge gemacht habe.

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