Ein bisschen von mir... Meni

  • Hallo meni,
    habe gerade erst gelesen, was Du geschrieben hast. Zum Thema Partnerschaft gibt es ein tolles Buch von Lukas Moeller-Liebe ist das Kind der Freiheit- und Prof Dr. Moeller (leider schon tot) hat das Buch "Zwiegespraeche" geschrieben. Das ist eine sehr gute Art mit dem Partner zu sprechen und dabei bei sich zu bleiben. Also zB. mir geht es nicht gut, ich fuehle mich nicht gesehen ... Das wichtigste dabei ist aber nie zu sagen ----weil Du gesagt hast... geht es mir schlecht oder wenn Du gestern dies oder jenes gemacht haettest .. Sonder immer nur bei Deiner eigenen Befindlichkeit bleiben.

    Ich weiss nicht ob ich mich klar genug ausdruecken kann und Du verstehst was ich meine.


    Ich finde es jedenfall toll, wenn Du erst mal was alleine fuer Dich hast.
    Ich bin uebrigendes auch ein Kind von suechtigen Eltern.
    Ganz liebe Gruesse

    Maria-Rita

  • Danke, Sophia. Hab gleich dann und sofort meinen Gefährten angewählt. Da ändert nichts, aber es festigt!!

    Danke für Deine Tipps, Marie-Rita , ich lese mich in den nächsen Tagen mal rein!!

    Und Dir, Heike, nochmal danke!

    LG, Meni

  • Zitat von Meni

    Ich bin seit Kindheit an quasi die Königin des Verdrängens, ...

    Hallo Meni...

    ... wenn Du so willst , war ich der KÖNIG des Verdrängens. Und mein ständiger Begleiter Alk stand mir sehr gut beiseite.

    ABER - ER ist nicht mehr mein Begleiter, und ich versuche, nichts zu verdrängen. Das klappt narürlich nicht immer. Ich merke dann auch, dass ich einen leichten Hang zu alten Mustern, Gewohnheiten habe - und da läuten bei mir natürlich die Alarm-Glocken... Denn wenn ich in diese blöde Phase bekommen - verspüre ich auch einen leichten Saufdruck. Dieses blöde Erinnern... *grummel...

    Aber dann geht bei mir ein Ruck durch, notfalls (fr)esse ich was Süßes oder Deftiges in mir rein - und dann is wieder gut. Letztlich besinne ich mich auch immer wieder, wie dreckig es mir sehr lange ging...

    Also, liebe Meni, ich hoffe Du hast so ne Art "Notfallkoffer", rufe jemanden an, der/die Deine Lage kennt - und quatsche einfach... das hilft bei mir auch... Oder lange Duschen/Baden... mit schöner Musik

    Ich schicke Dir viel Kraft in Gedanken...

    Alles wird gut
    8) Frank

  • Ich danke Euch, es ist schon wieder etwas besser, uff. Ich habe mich ins Bett verkrümelt. Was bei mir, abgesehen vom Laufen, hilft, ist Schlaf. Einkuscheln, einen Schmöker lesen, bis die olle Grübelei endlich aufhört, in in die Welt des Buches eintauchen und mich entspannen. Als Kind habe ich diese Form von Entspannung entdeckt, und ich habe vor, sie nun wieder vermehrt zu nutzen. Früher bin ich manchmal mit einem Buch oder einem Tagebuch auf den Kinderspielplatz geflüchtet, bin auf eine Eiche geklettert, wo mich - außer den anderen Kindern - niemand entdecken konnte. Dort habe ich auch meinen ersten Kuss bekommen ("richtig" Küssen konnte ich da schon, hatte ich von meinem Vater "gelernt" :( ) - ein Klassenkamerad hatte sich auch dort eingefunden, und nachdem wir eine Weile dort gesessen hatten, fragte er mich, ob ich einen Kuss haben möchte. Es war ein warmer Sommertag, das Licht fiel goldgesprenkelt durch die Blätter und ich hatte dieses Tagebuch in der Hand, das später bei der Scheidung als Beweismaterial verwendet wurde (dabei hatte ich schlimmen Sachen nicht mal hineingeschrieben; denn hätte ich das getan, wären sie noch realer geworden und ich hätte sie nicht mehr als Albtraum werten können - vermutlich war das der Beginn der Verdrängung nicht nur om Besonderen, sondern auch im Allgemeinen). Er hieß Frank und gab mir meinen ersten wirklichen Kuss mit großem Ernst und in wunderbarer Unschuld. Es war wunderschön, weich und warm, und ich erlaubte ihm willig einen zweiten. Danach saßen wir in zufriedenem Schweigen zusammen in diesem Baum und fühlten uns wohl. Komisch, was einem so in Erinnerung bleibt...

    Meni

  • Hallo Meni, habe mich ein bißchen durch Deine Geschichte gelesen, weil Du mir immer so lieb antwortest. Zu dem letzten Beitrag kann ich auch nur sagen, es gab viele schöne und auch schlechte Kindheitserinnerungen, aber ich sehe nur die Schönen und möchte diese auch wieder bewußt lernen zu leben, soviel von meiner Gefühlswelt ist verlorengegangen. Glaubst Du, dass es jemals wieder so wird. Dann könnte ich wahrscheinlich auch wieder stark werden und Selbstvertrauen finden. Bin übrigens gut in Bielefeld angekommen, um hier Arzttermine usw. wahrzunehmen. Dir wünsche ich ein schönes Wochenende mit viel Mut und Kraft so weiterzumachen. Kannst stolz sein.

    Liebe Grüsse

    Teichlinchen

    Wenn ich mir überlege, als welches Tier ich gerne wiedergeboren werden würde, dann als Bär. Sie sind nachdenkliche, liebevolle Geschöpfe.
    Jean-Charles de Castelbajac)

  • Hallo Meni,
    schoen, dass es Dir besser geht. Kennst Du das neues Buche von der Ulla Hahn? l Koennte mir vorstellen, dass es Dir gefallen koennte. Ich bin naemlich auch so eine Leseratte und bei diesem Buch habe ich mich immer den ganzen Tag gefreut Nachhause zu kommen um endlich weiter zu lesen. Ich wuensche Dir ein ganz schoenes Wochenende.
    Herzlichs

    Maria-Rita

  • Liebes Teichlinchen (ich hoffe, Du lässt es Dir in Bielefeld gut gehen!),

    auf jeden Fall glaube ich, dass es wieder besser wird, ich spüre die Veränderungen zum Guten hin, seit ich mir die Dinge hier von der Seele schreiben kann. Dass mir die Sache mit dem Tagebuch eingefallen ist, war ganz wichtig, weil ich nun weiß, warum ich manche Dinge so tu und nicht anders (nun kann ich da für mich wieder etwas erarbeiten, und das ist ein ganz wunderbares und befreiendes Gefühl, versichere ich Dir). Ich will, ja ich muss, die guten und schlechten Erinnerungen vereinen für ein Leben im Heute, will das Gute daraus für mich schöpfen. Das wird noch ein langer Weg mit Kurven und Kreuzungen, aber ich bin nicht mehr so verzweifelt, eher wirklich guten Mutes (ohne jede Euphorie) und freue mich auf meine seelische Gesundung. Ich habe mich durch meine kranke Seele immer im Kreis gedreht, konnte andere nicht gut wahrnehmen, dazu das Selbstmitleid durch das Trinken. Ich merke jetzt schon, wie sich meine Geduld und Einstellung zu machen Dingen ändern... Meine dünne Haut kam sicher auch daher, weil ich ganz vieles nicht ertragen konnte, weil ich damit nicht umgehen konnte. Ich sehe eine echte Chance durch die Psychotherapie, es lohnt sich ja jetzt schon, und bin froh, dass mein Freund und Dante da nicht locker gelassen haben.

    So sind die Themen tatsächlich nicht immer schön, liebe Astrid, aber wenn ich es nicht aufschreibe, vergesse ich es vielleicht und würde mir damit womöglich einen kleinen Schritt nach vorne nehmen. Du merkst ja selbst wie es ist, alles geht nach und nach.

    Danke nochmal für die Buchtipps, Maria-Rita, ich habe einen Gutschein für Amazon bekommen, mal sehen, wie weit er reicht. "Zwiegespräch" würde ich mir gern holen. Ulla Hahn kenne ich gar nicht, ich hab mir den Namen der Autorin aber mal aufgeschrieben.

    Euch allen einen schönen Sonntag, trocken und mit vielen schönen Stunden,

    LG, Meni

  • Für diese Woche habe ich im Rahmen meines Anti-Stress-Programmes eine Aufgabe bekommen, die irgendwie wie ein kleiner Berg vor mir steht: Ich "darf" die ganze Woche nicht wütend werden, soll bei jedem Anflug auf die Sachebene gehen und jegliche Ich-Bezogenheit meiden.

    Ich habe das gestern schon den ganzen Tag versucht, aber letztendlich habe ich mich abends mit total mieser Laune ins Bett verzogen. Ich habe mich innerlich total zugemacht. Mein Gefährte hatte über Stunden schlechte Laune, motzte über alles und jeden, hatte sowieso den ganzen Tag Recht und war mit nichts zufrieden. Das kam bei mir erst abends durch, bis dahin hatte ich das meiste geschluckt und versucht, ihm keine Angriffsfläche zu bieten. Es begann schon morgens mit einem kleinen Disput, bei der er mir nicht direkt den Mund verbot, aber mit ständiger und immer lauterer Wiederholung seiner Meinung zeigte, dass nur er anzuhören ist. Es gelang mir zwar, ruhig zu bleiben, aber das sind eben die Dinge, die dann so langsam in mir köcheln, bis irgendwann eine Kleinigkeit dazukommt, die mich zum Explodieren bringt.

    Einerseits wird die Welt nicht untergehen, wenn ich mich selbst nicht so wichtig nehme, andererseits hab ich da mein inneres Schnauben nicht im Griff.

    Meni

  • Hallo Meni,

    hmm, das Anti-Stress-Programm wär aber nix für mich. Ne ganze Woche nicht wütend werden dürfen ? Darf man denn wenigstens heimlich wütend werden ? Und nur nicht rumschreien ? Gibts auch dann für zu Hause so einen Sandsack zum Boxen mit ? Ich würde gern ein bisschen mehr über diese Therapie erfahren, wenn Du mal erzählen möchtest.

    Bist Du denn auch auf der Arbeit wütend oder bezieht sich diese Wut nur hauptsächlich auf Deinen Partner ?

    Ich neige ja auch mal zu einem plötzlichen Wutanfall, weil ich nicht gern was in mich reinfresse, allerdings ist mir sowas auf der Arbeit in 29 Jahren noch nie passiert, angeschrien hab ich dort nie jemanden, auch wenn ich mal Bock dazu gehabt hätte.

    Ich mein es so, wenn Deine Wut sich hauptsächlich immer auf Deinen Partner beziehen würde, dann ist er vielleicht einfach nicht der "Richtige" für Dich ? Hast Du da schonmal drüber nachgedacht. Du schriebst ja, das ihr eine kleine Wohnung für Dich sucht, das wäre sicher gut, sich mal probehalber für ein paar Wochen zu trennen. Man kann sich ja ab und zu mal sehen, und wenns wieder Ärger gibt, geht man einfach.
    Manchmal ist es ja wirklich so, das der Partner eigentlich gar nicht zu einem passt und man hält trotzdem verzweifelt an der Beziehung fest ?

    Ist nur mal so ein Gedankengang von mir, vielleicht lieg ich aber auch völlig falsch.

    Lieben Gruß an Dich
    Lilly

  • Huch, hab im falschen Thread geantwortet, deshalb kopiere ich es hier einfach nochmal rein:

    Hallo Lilly,

    auf dem Arbeitsplatz habe ich meines Wissens nach noch nie jemanden angeschrieen, auch meine Tochter wundert sich sehr und kann kaum glauben, dass ich schreie und mit den Türen (kaputtmachend) knalle, das kennt auch langfristig niemand innerhalb meiner Familie.

    Meine Wutanfälle, die ich seit etwa zwei Jahren habe, habe ich eigentlich dem Alkohol zugeschrieben, aber auch nüchtern passieren sie leider weiterhin, deshalb habe ich mich im Dezember (also einen Monat nach meinem Entschluss, nüchtern zu werden) doch zur Psychotherapie entschlossen und bin zu meiner Hausärztin gegangen und habe mich in die PIA überweisen lassen. Ich habe übrigens als Kind zu Jähzorn geneigt. Ich habe mir dann im Laufe der Zeit angewöhnt, meine Gefühle zu unterdrücken, nichts mehr wirklich an mich rangelassen, das klappte gut, ich schluckte alles herunter und war immer und überall anpassungsfähig.

    Mein Gefährte ist der erste Mensch, der mir unter die Haut gegangen ist, und ausgerechnet ihn schreie ich an... Vielleicht gerade deswegen, weil ich anfing mich zu öffnen, da kam dann nicht nur das Gute dabei heraus, sondern gleich der ganze Rest. Das kann ein weiterer Grund sein, ihn zu lieben, aber davor tummeln sich ganz viele weitere, das kann sowohl ein Grund sein, dass entweder er oder ich derzeit total überlastet sind. Vielleicht ist da ein glatter Schnitt einfach besser als sich gegenseitig solange weh zu tun, bis alle guten Gefühle weg sind... So haben wir zumindest unser letztes Gespräch beendet...

    Nun ist es so, dass eben auch mir Dinge auffallen, die ich betäubt habe, Dinge, gegen die ich mich mittlerweile wehre. Ich fühle mich ganz schlecht, wenn ich bevormundet oder gegängelt werde. Ich fühle mich nicht ernst genommen, wenn mir der Mund verboten wird oder sich quasi jemand die Finger in die Ohren steckt oder man mich nicht ausreden lässt. Wenn jemand die gleichen Fehler macht wie ich und mich dafür verurteilt, empfinde ich das als ungerecht. Ich rege mich dann furchtbar auf. Aber leider erstmal nur innerlich, und der blöde Kessel platzt dann meistens nicht mehr verhältnisgemäß... Ich meine, es gibt Dinge, die ich in meinem Leben nicht hinbekommen habe, und wo ich auch Rat annehme (oder es zumindest tun sollte), aber ganz vieles habe ich auch alllein bewältigt. Dennoch kann ich immer noch allein über die Straße gehen oder meine Schuhe putzen.

    Möglich ist es selbstverständlich, dass mein Gefährte und ich nicht zusammenpassen, wir behalten uns diesen Gedanken auf jeden Fall vor. Es hatte anfangs den Anschein, als wären wir füreinander geschaffen.

    Eine räumliche Trennung wäre zunächst vermutlich die beste Lösung, meine Gedanken kreiseln allerdings derzeit eher darum, ob das evtl. (vor allem für ihn) mit möglichst wenig Kosten sein könnte (z.B. vorübergehende Appartmentmietung oder bei Freunden unterschlüpfen- wobei mir hier in meiner neuen Heimat leider noch ein bisschen das soziale Netzwerk fehlt).

    Also, das Anti-Stress-Programm bei meiner Krankenkasse ist ehrlich, aber ich habe (nach einer Woche) davon noch nicht profitiert, weil ich wohl ein echter Klappskalli bin). Eigentlich wurde mir alles bestätigt, wass ich selbst schon wusste: dass ich ein unvollkommener Mensch bin. Ich denke, dass das nur für Menschen mit ganz normalem Stress geeignet ist.Die Beurteilung durch den Pschologen war erstaunlich klar, aber aber die Wege sind ohne LZT nicht zu schaffen. Für Leute, die vorbeugen oder sich sortieren wollen, in meinen Augen ausreichend. Für mich eher nicht.

    LG, Meni

  • Wie ich heute feststellen musste, hat dieses Anti-Stress-Programm auch sein Gutes (obwohl ich den Satz "Fehler sind in dieser Woche nicht erlaubt" (mit Verlaub) ziemlich blöde finde und noch gar nicht weiß, ob ich das überhaupt umsetzen kann: Es ist mir heute tatsächlich zweimal gelungen, ziemlich schnell auf die Sachebene zu gelangen, nachdem ich mit ziemlicher Unhöflichkeit behandelt worden war. Zwar rauschte mein Blutdruck jeweils spontan nach oben, aber das Herzbummern ließ dann fix nach, als ich mir sagte, dass offenbar nicht nur ich schlechte Manieren an den Tag legen kann... Ich denke, ich versuche das jetzt immer mit der Sachebene, das ist gar nicht so übel - aber Fehler will ich mir verzeihen, ich bin schließlich auch nur ein Mensch.
    Ich glaube, ich muss lernen, was ich an mich heranlassen darf und was nicht. Da ich mich immer mehr in mich selber verkroch, verlor ich die Sensibilität für andere. Ich wünsche mir sehr, dass ich diese Rüstung irgendwann ablegen kann. Vor ein paar Jahren hatte ich nach der Trennung von meinem Ex-Mann für eine Weile eine zauberhafte Affäre. Dieser Mann sagte mir einmal, ihm sei, als hätte ich mich in einen Turm eingemauert und würde nur durch einen kleinen Schlitz nach draußen gucken. Wenn ich jemandem vertrauen würde, würde die Mauer langsam bröckeln, Stein für Stein, aber wenn mich jemand verletzen würde, würde ich die Maurerkelle schneller benutzen, als jemand piep sagen kann. Er wünschte mir jemanden, dem es gelänge, das Stein für Stein abzubauen. Ich glaube, dieser Jemand bin ich selbst. Mein Gefährte kann das natürlich nicht für mich tun, aber er hat den Stein ins Rollen gebracht. Ich weiß jetzt gerade nicht, wer von Euch mir bei diesen guten Gedanken auf die Sprünge geholfen hat - dafür danke.

  • Uff, ich war eben ganz schnell am Müllcontainer, hab beim Suchen nach einem Umschlag im Schrank noch eine angebrochene Flasche Wodka gefunden :shock: Hoffentlich entdecke ich nicht noch mehr :oops: Falls ich noch mehr Beweise gebraucht haben sollte, dass ich abhängig bin - da sind sie.

  • Hallo liebe Meni,
    hatte Dir zwar gestern schon eine ganz lange Antwort geschrieben die aber im "Universum" verschwunden ist Jetzt will ich nur kurz antworten (bin auf der Arbeit). Ich finde, Du gehst die Dinge sehr, sehr gut an. Das mit der Mauer ist ein sehr schön bildhaft dargestellt. Vergiß nicht, es hat ja sicher Jahre gebraucht sie hochzumauern und ich denke, dass Du in der Therapie langsam lernen wirst sie abzubauen. Es braucht verdammt viel Zeit um "heil" zu werden. Heute bist Du erwachsen und kannst Dein inneres Kind schützen was damals niemand getan hat. Meine Therapeutin hat mir für mich einen guten Tipp gegeben und zwar, das ich mir ein Kinderbild hinstelle und jeden Morgen frage, was ich dem Kind heute, als erwachsene Frau, gutes tun kann. Habe gerade am Montag mein KInderbild wieder aufgestellt und mir fällt beim Schreiben gerade ein, dass Kinder ganz bestimmt auch keinen Alkohol mögen .
    Ganz liebe Grüße

    Maria-Rita

  • Liebe Maria-Rita,

    das ist eine ungewöhnliche Idee, aber ein schöner Gedanke! Da ich erstmal alle vier Wochen zur Therapie gehen kann, versuche ich im Moment alles aufzugreifen, was mir seelisch weiterhelfen kann, ich kann mir vorstellen, dass das sogar leichter fällt, als sich selbst etwas Gutes zu tun.

    Lieber Franki,

    der Schrecken war trotzdem da, ich bin richtig rot geworden!

    LG, Meni

    P.S.: Wie schade, wenn man schreibt und alles plötzlich weg ist, das passiert leider manchmal... :( Ich vermeide das inzwischen, indem ich bei längerem Schreiben den Text kopiere und mit der rechten Maustaste zwischenspeichere. Das klappt auch bei E-Mails ganz gut, wenn ich nicht so schnell die richtigen Worte finde oder zwischendurch zu lange vom Weiterschreiben abgehalten werde.

  • Also, ich muss heute mal etwas erzählen (eigentlich wollte ich Post und Müll wegbringen, aber hier gießt es, daher müsst Ihr eben herhalten *liebfrechgrins*):

    Dieses Antistressprogramm scheint tatsächlich zu wirken. Ich habe ernsthaft versucht, es mitzumachen und merke, dass es nützt, dass ich feststellen konnte, dass das, was hier bei uns geschieht, nämlich dem anderen zu helfen, privat ganz oft an mir vorübergegangen ist. Ich fühlte mich angegriffen, nicht angenommen, nicht wichtig genug genommen, gecancelt. Vielleicht war es das eine oder andere Mal ja auch so, aber in der Regel haben sich Menschen, die mich lieb haben, versucht, sich mit mir auseinanderzusetzen. Ich habe geblockt, agressiv reagiert, geschrien, mit den Türen geknallt. Zugehört habe ich eigentlich nicht, selbst dann nicht, wenn ich nichts getrunken hatte. Eher so getan, als würde ich zuhören und innerlich gegrummelt, mir gesagt, der andere ist schließlich auch nicht besser, und was hat der für Fehler und überhaupt. Trocken gefalle ich mir übrigens immer besser, nebenbei gesagt... :oops:

    Der Unterschied liegt natürlich darin, dass es hier ausschließlich darum geht, nüchtern leben zu lernen.

    Im Privatleben geht es um ganz andere Dinge, die einen wie eine V8 hochgehen lassen können. Aber das, was ich hier annehme, und wie ich mit dem, was mir hier gesagt wird, vor allem, wenn es mich gefühlsmäßig trifft, umgehe (nämlich ggf. 24 Stunden darüber nachzudenken), zu versuchen, auf der Sachebene zu bleiben, das funktioniert irgendwie.
    Es hat ja nicht jeder, der mir etwas sagt, automatisch Recht. Aber er hat das Recht, dass ich ihm zuhöre und darüber nachdenke. Das ist zumindest das, was ich mir von anderen wünsche, und daher sollte ich es selbst erfüllen. Ich glaube, man nennt das Respekt. Und das nehme ich mir auch für den privaten Bereich immer mehr an.

    Je mehr ich mir wünsche, dass mich andere repektieren (mir also ihre Meinung wichtig ist), desto mehr versuche ich, ihnen zuzuhören, auf sie zu achten und sie gut zu behandeln. Damit fange ich also am besten bei mir an. Dazu noch die "Ich-Botschaften", dann habe ich erstmal eine Weile zu tun mit mir.

    So, der Regen lässt nach, fix die Haushaltspflichten erfüllen!

    LG, Meni

  • Hallo Meni,

    du liest dich wirklich gut. Ich glaube es bewegt sich langsam etwas ganz grundlegendes und generelles in dir. Was du über Rechte und gegenseitigen Respekt gesagt hast finde ich sehr gut. Ich muss darüber erstmal nachdenken. Ich wünsche dir, dass du dein Selbstvertrauen weiter wachsen lässt.

    Viele liebe Grüße,

    Timster

  • Da sind wir wohl schon zwei, Timster, und sehe für mich noch ganz viel Lernen und Lesen hier vor mir - aber heute nicht mehr, der verdiente Schlaf ruft! Wie geht es Dir überhaupt?!? Erzähl ruhig in Deinem Thread, ich guck auf jeden Fall rein!

    LG, Meni

  • Mir ist gerade komisch. Letzte Woche habe ich mich im Net bei hiesigen Wohnungsanbietern wegen einer kleinen Wohnung umgesehen. Unter anderem ist ganz um die Ecke eine frei (was echt praktisch wäre, so hätte ich die gleichen Wege wie bisher).
    Eben war ich Laufen und dachte auf dem Rückweg, mach doch einfach mal einen Bogen und sieh Dir die Wohnung von draußen an. Alles ganz ordentlich, mit schönem Balkon und so, aber zwischen der Entscheidung, in zwei getrennten Wohnungen zu leben und es dann tatsächlich anzugehen - das ist schon ein mulmiges Gefühl... Wird unsere Beziehung daran gesunden oder ist sie bereits unwiderbringlich zerstört? Fühlen wir uns ohne einander wohler? Oder sind wir bloß so verschroben, dass es einfach besser ist, sich nur dann zu sehen, wenn man gut drauf ist? Es gibt ja viele Möglichkeiten, eine Beziehung zu führen, aber als ich heute da stand und auf die leeren Fenster blickte, da stand eben diese ganze Ungewissheit vor mir.
    Ich kann gerade nicht besonders gut aufhören zu weinen, daher werde ich mir mal besser die Schnute waschen und mich auf den Haushalt stürzen.

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