Alkoholiker...sich outen?...

  • Hallo Kirsi,

    ich finde, Du hast bewundernswert reagiert. Dieser Wirt (dessen Café ich nie wieder betreten würde) ist in meinen Augen ein selbstsüchtiger Mistkerl - bei allem Verständnis dafür, dass er Umsatz machen will, so hat er rücksichtslos versucht, Dir zu schaden!! Toll, dass Du diese Situation so souverän gemeistert hast - und dazu noch den Mut hattest, Dich zu outen. Ich finde, Du kannst superstolz auf Dich sein! Pfeif auf die Reaktion dieses Vogels, klopf Dir lieber ausgiebig auf die Schulter!!!

    LG, Meni

  • Hallo Kirsi,

    Ich hatte mir im Vorfeld genau überlegt wenn ich es alles erzähle. Von allein wäre ich allerdings nicht darauf gekommen. Trotzdem bin ich in eine ähnliche Situation gekommen, gerade eben erst, und es hat mich auch ziemlich runter gezogen. Nur eins ist mir jetzt klar geworden. Es liegt an mir selbst wie ich mit der Situation umgehe und was ich daraus mache. Es wird nicht noch mal passieren das mein Selbst darunter leidet egal was die anderen sagen oder auch über mich denken.

  • Kirsi, dass es Dir nicht egal ist, wie andere darüber denken, finde ich normal, das geht den meisten von uns wohl so. Was ich klasse fand: Du hast einen anderen, fremden Menschen nicht wichtiger als Dich selbst genommen, Du hast Dich selber beschützt.

    LG, Meni

  • Hallo Kirsi,

    die Situation die du da beschreibst - genau davor habe ich auch einigen schiss. Wenn auf einmal irgendwer, der mir nicht nahe genug steht, um mich bei einem offenen Gespräch auch richtig beurteilen zu können, meint mir Alkohol andrehen zu wollen und mit Sprüchen wie 'ach komm, einer geht doch immer...' oder so einem Blödsinn kommt. Auch darum meide ich im Moment Kneipen, Discos, Partys. In Cafes hatte ich solche Sachen bislang zum Glück noch nicht.

    Hm. Es ist dann richtig zu sagen, das war ja nur ein "Fremder", aber runterziehen würde mich das auch, weil ich mich total unverstanden fühlen würde und auch noch nicht ernst genommen (bei einer Krankheit, die ich tot-ernst nehme) - ganz, ganz üble Mischung das. Sowas nagt am Selbstbewusstsein. Ich hoffe aber, dass du weißt, das DU richtig und der Wirt wirklich völlig falsch gehandelt hat.

    Vor deiner Handlungsweise habe ich daher gehörigen Respekt! Finde ich toll, wie du das gemacht hast - auch wenns weh tat. Ich wünsche dir viel Kraft.

    Viele liebe Grüße,

    Timster

  • Am Anfang meiner Trockenheit stellte ich eher unbewußt die Frage, was
    wohl wäre wenn jemand sooo überzeugend ist und ich kann möglicherweise
    situationsbedingt nicht Nein zum Alkohol sagen?

    Die Antwort war: Bitte entschuldige Hermann, Du läßt Dir da wohl ein Hintertürchen offen! Gebongt, das hat zwar erstmal ordentlich gesessen, da
    ich mit dieser Antwort so nicht gerechnet habe, aber es stimmte!

    Aus Hintertürchen können Scheunentore werden.

    Der Alkohol ist verschlagen, trügerisch und mächtig!

    Gruß Hermann

  • Hallo Kirsi,
    ich finde Du hast mächtig viel Mut bewiesen indem Du Dich geoutet hast. Ich wär sicher einfach aufgestanden und gegangen und hätte mich dann mächtig blöd gefühlt!
    Du hast Dein Prblem "öffentlich" gemacht und so auch Dich selbst "unter Druck" gesetzt, daß es jetzt kein zurück mehr gibt!
    SEI STOLZ AUF DICH!
    LG
    paula

  • servus kirsi,

    erstmal möchte ich sagen, dass du ganz toll reagiert hast. und die entscheidung das restaurant zu verlassen war, meiner meinung nach, hundert pro richtig.

    natürlich fühlt man sich unwohl in solch situationen und es ist doch wichtig genau hinzusehen was mit einem passiert. und ich für mich habe entschieden, dass ich mich überhaupt zu nichts zwingen lasse. sich in der situation zu outen ist unheimlich schwierig. trotzdem hast du es gemacht!
    lerne daraus und fühl dich nicht verpflichtet JEDEM sagen zu müssen, dass du alkoholiker bist. ich mach es so, dass die wichtigen menschen in meinem leben wissen was los ist. der rest interessiert mich nicht.

    wenn der standart-absacker kommt (ouzo beim grieche etc.) sag ich, wenn dort nicht regelmäßig bin, dass ich von alkohol kotzen muss und ihm das hier in seinem restaurant ersparen will. ruck-zuck hast deine ruhe.

    was ich damit sagen will ist eigentlich nur, dass man sich nicht zusätzlich unter druck setzen MUSS. DU entscheidest wem, wann und wie du es sagst. ganz ohne zwang!

    eins möchte ich noch loswerden. ich habe gemerkt, dass es unheimlich wichtig für mich geworden ist "druckfrei" irgendwas zu unternehmen um eben nicht aus "hilflosigkeit" zum alk zu greifen. wäre fatal und ist absolut unnötig. somit lieber der gefahr nicht aussetzen.

    gruß
    carnel

    7. Juni 2005

  • Hallo kirsi,

    Du hast diese Situation sehr gut gemeistert, hättest nur vielleicht eher gehen sollen, wenn es möglich gewesen wäre, schon als die Plauderei begann.

    Ansonsten hast Du alles richtig gemacht. Sei Dir mal sicher, der Kneipier hat selber ein Alkoholproblem, das zeigt sein Verhalten recht eindeutig. Und Du hast ihm "frecherweise" den Spiegel vorgehalten, wie er sein könne, wenn er nicht mehr saufen müßte, dieser Blick hat ihm Angst gemacht und er hat versucht, das mit Lachen zu überspielen. Auch dieses: Ach, Du doch nicht ! sollte die Sache etwas abwiegeln, aber für ihn, nicht für Dich.

    Später, falls Du nochmal in so eine wirklich blöde Situation kommst, kannst du dann auch ganz eindeutig sagen: Ich trinke keinen Alkohol, weil er für mich lebensgefährlich ist und Sie bringen mich gerade in Gefahr. Das schockt dann vielleicht und es ist Ruhe im Karton.

    Ich persönlich habe so eine krasse Situation noch nicht erlebt und Du hast sie hervorragend gemeistert. Aber versuche in nächster Zunkunft zu Deiner eigenen Sicherheit, solche Situationen dringend zu meiden. Manche sind allerdings auch nicht vorhersehbar...

    LG an Dich
    Lilly

  • Hallo Kirsi,

    ich nochmal kurz.

    Es hätte mich sehr gewundert, wenn Deine Kollegen jetzt im Nachhinein anders reagiert hätten, denn dann wären sie keine guten Kollegen. Sie waren wohl in dem Moment selber etwas überfordert und wußten nicht angemessen zu reagieren.

    Wenn ich mit meinen Kollegen beim Griechen essen war, haben die dort gleich von vorn herein zum Wirt gesagt, das wir keinen Ouzo möchten, obwohl der ja umsonst gewesen wäre. Sie haben mir zuliebe darauf verzichtet, weil sie einfach nicht wollten, das ich daneben sitze, wenn sie sich datt Zeuch reinkippen. Fand ich immer ganz lieb von denen.

    Du hast jetzt in einer wirklich schwierigen Situation richtig gehandelt, umso einfacher fällt es Dir in einer leichteren Situation. Sozusagen eine Bewährungsprobe bestanden.

    LG an Dich
    Lilly

  • Hallo Kirsi,

    als Angehörige eines Alkoholokers, der es nicht schafft sich zu outen bewundere ich den Mut eines jeden, der dasschafft.

    Ich finde Dein Verhalten hat größten Respekt verdient. EIn Wirt, der ja davon lebt Umsatz mit alkoholischen Getränken zu machen sollte wohl auch nicht Maßstab sein oder?

    Gruß

    Marjel

  • Hallo Kirsi,
    eigentlich müßte man so einem aufdringlichen Zeitgenossen gegenüber viel robuster auftreten, aber in der Trockenphase ist man ja oft ganz schön "dünnhäutig". Ich als Neuling in diesem Forum kann Dir nur empfehlen den Vorfall abzuhaken und weiter Deinen Trockenen Weg zu gehen. Mir waren Unbekannte die "einen ausgeben" wollen, selbst zu nassen Zeiten schon immer suspekt.

    Schmusebombe
    20 Tage

    Als ich auf einer Kaufhaus-Kundentoilette in meiner eigenen Kotze aufwachte, hätte ich aufhören müssen zu saufen.
    Da war ich gerade mal 20 Jahre alt.
    Es sollten aber noch 30 Jahre vergehen!

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