Hallo,
die Sonne scheint (wie herrlich!), meine Tasse Vanilletee steht vor mir (lecker!) und ich lasse meine Gedanken kreisen.
Mir wird immer bewusster, dass ich mich tatsächlich auf dem Weg zu neuen Ufern befinde.
In den ersten Tagen meines Nichttrinkens hatte ich gar nicht so sehr im Sinn, mein Leben grundlegend zu verändern. Ich merkte nur, dass es mir durch Alkohol immer schlechter ging und wollte diesen Zustand beenden.
Nach Absetzen des Alkohols machten sich bei mir zunächst globale physische und psychische Veränderungen bemerkbar. Ich konnte endlich wieder essen und trinken, ohne direkt wieder alles auszuk*****. Und ich konnte endlich wieder schlafen, ohne in der Nacht mit unerträglichen Angstgefühlen wach zu liegen. Allein diese Veränderungen wären für mich Grund genug gewesen, weiter abstinent zu leben.
Was meine Gefühle angeht, waren die ersten Wochen deutlich geprägt durch Wut und Hass meinem Ex-Freund gegenüber aber auch indirekt gegenüber dem Alkohol. Weil mir klar war, dass so vieles nicht geschehen wäre, wenn ich nicht ständig einen benebelten Kopf gehabt hätte.
Seit wenigen Tagen spüre ich diese Gefühle kaum noch. Ich fühle mich eher sehr traurig. Traurig vor allem, weil mir bewusst wird, dass ich über viele Jahre mein eigenes Ich nicht wertgeschätzt, nicht beachtet, sondern weggetrunken habe. Ich spüre das kleine Mädchen in mir, das sich nach Liebe und Anerkennung sehnt, aber von mir selbst verleugnet wurde.
Es ist eine Entdeckungsreise zu mir selbst auf der ich mich im Moment befinde. Die Reise wird sicherlich länger dauern, häufig mühsam sein. Aber ich weiß, ich werde Ufer finden.
Liebe Grüße
Gitta