Rückfall, aber nicht ins Trinken

  • Guten Morgen Ihr Lieben,

    ich habe nicht so sehr viel geschrieben in den letzten Tagen. Und manchmal habe ich mich gefragt, warum nicht. Vielleicht, weil das Rückfall-Gefühl nicht sehr präsent war, vielleicht weil ich im „richtigen“ Leben eingespannt war. Eins ist mir aber bewusst geworden. Nämlich, dass mein Leben und die Art, wie es läuft, viel mit meiner eigenen Einstellung zu tun hat. Vielleicht muss ich einen neuen Thread eröffnen. Einen, in dem ich mir immer wieder bewusst mache, was mir Gutes am Tag passiert. Das hilft, den Blick auf das Schöne zu schärfen und es hilft, dort nachzulesen, wenn es mir mal nicht so gut geht. Aber da geh ich noch mal in mich.

    Ich habe auch bemerkt, dass mich schwere Schicksale, von denen ich hier lese, oftmals belasten. Sie machen mich hilflos und ich überlege dann, woher dieses Gefühl kommt. Ist es wieder mein „Helferlein“, das sich meldet oder ist es einfach nur die Machtlosigkeit einer Krankheit gegenüber, die sich oft hinter der Fassade einer heilen Welt versteckt und so alles andere als heil ist und macht. Deshalb habe ich auch nicht mehr so viel hier gelesen und mich mit anderen Dingen beschäftigt. Diesbezüglich bin ich mit mir aber noch nicht ganz im Reinen. Ich muss noch einmal genauer hingucken, warum ich so empfinde.

    Jetzt mache ich mich aber auf den Weg ins Büro. Wochen-Endspurt oder Wochenend-Spurt oder so, ist angesagt und ich freue mich auf zwei Tage ohne Kunden, Akten und Telefon.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Guten Abend,

    lang sind sie zur Zeit, die Abende. Und die Tage so kurz und grau. Heute Mittag auf dem Nachhauseweg hatte ich das Gefühl, die wild tschilpenden Spatzen wollen einfach den grauen November ignorieren und mit ihrem lauten Gezwitscher die hellere, wärmere Jahreszeit herbeirufen.

    Im Grunde bin ich trotz des trüben Wetters recht zufrieden. Ruhig mache ich mir die Zeit, in der ich nicht von meinem Kalender und den Kundenterminen strukturiert werde. Allerdings frage ich mich inzwischen doch ein wenig bang, wie ich die Weihnachtsfeiertage hinter mich bekomme. Dabei habe ich doch ein ängstliches Gefühl ums Herz. Letztes Jahr bin ich vor dem Feiertagsblues davongelaufen. In diesem Jahr werde ich wohl oder übel durch ihn hindurch gehen. Das hat den Vorteil, dass ich dann im nächsten Jahr weiß, dass ich es aushalten kann.

    Sehr müde bin ich. So, als ob ich ständig Schlaf verpassen würde. Dabei schlafe ich jede Nacht mindestens acht Stunden. Vielleicht zeigt sich die allgemeine Erschöpfung aufgrund der Tatsache, dass ich lange keinen Urlaub mehr hatte. Bald werde ich aber den letzten Arbeitstag für dieses Jahr haben und ich habe mir eine Menge Dinge vorgenommen, die ich dann machen möchte. Schöne Dinge und auch welche, die ich schon eine ganze Weile vor mir herschiebe, denn meine Energie hat sich scheinbar mit der hellen Zeit verflüchtigt. Wer weiß, vielleicht ist dies auch ein ganz archaisches Erbe, denn schließlich mussten die Menschen ganz, ganz früher mit ihrer Energie in der kalten Jahreszeit haushalten. Das Essen wurde spärlicher und so haben sie vielleicht mehr geschlafen, um dem Körper nicht unnötig Kalorien zu rauben.

    Mein Co-Dasein wurde mir dieser Tage wieder mächtig vor Augen gehalten. Mir wurde bewusst, dass ich früher wohl ähnlich agierte wie eine Bekannte von mir. Nun weiß ich erst zu schätzen, wie geduldig meine Umwelt mit mir war. Traurig bin ich darüber, dass ich nicht helfen kann. Jedoch möchte ich nicht dergestalt helfen, dass ich zu jeder Tages- und Nachtzeit ansprechbar bin. Denn ich habe nicht den Eindruck, dass dies hilfreich ist. Es scheint, als würde ihr jegliche Selbstreflektion abhanden gekommen sein. Wie ein Kleinkind braucht sie ständig das Gefühl, dass jemand für sie da ist. Dies überfordert mich und ich muss für mich Grenzen ziehen. Trotzdem mache ich mir Sorgen um sie.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Guten Morgen allerseits,

    seltsam – gestern Nachmittag, als es draußen stürmte und der Regen gegen die Festerscheiben prasselte, fand ich es ganz gemütlich. Kerzen brannten, es duftete nach Zimt und eingekuschelt in meine Decke, saß ich auf der Couch und las. Ich freute mich an der Tatsache, dass ich warm und trocken sitzen konnte und habe das Wetter als Kulisse für die heimelige Stimmung wahrgenommen.

    Ganz anders heute morgen. Ich weiß, dass ich gleich ins Büro muss und folglich gezwungen bin, durch den Regen zu gehen. Es schaudert mich, wenn ich daran denke, vor die Tür zu müssen. Ich glaube, so ist es mit vielen Situationen. Ich kann mich erinnern, früher, als ich verheiratet war, hab ich es immer genossen, wenn mein Ehemann mit seinen Freunden mit dem Motorrad losfuhr und eine Woche „Herrentour“ machte. Ich hatte Zeit nur für mich und musste mich um niemanden kümmern als um mich.

    Später allerdings, als wir uns trennten, machte mir der Gedanke alleine leben zu müssen Panik und schnell hatte ich eine neue Beziehung, meinen „Alki“. Inzwischen habe ich gelernt, dass ich besser erst einmal eine Weile alleine hätte leben sollen. Das hole ich nun eben nach und ich muss dabei feststellen, wenn ich keine Angst davor habe und es genießen kann, ist es überhaupt nicht schlimm. Ich verstehe nicht mehr, was damals diese Panik in mir ausgelöst hat. Heute kann ich die Stille und die Entspannung eines Sonntagnachmittages, an dem ich nichts vorhabe, einfach nur schön finden. Mich daran freuen, dass keine Termine mich einengen und ich tun und lassen kann, was ich will.

    So wie mit dem Dauerregen ist es vielleicht auch mit anderen Situationen im Leben. Es ist immer eine Frage der Sichtweise und des Annehmens. Wenn ich mich gegen bestimmte Dinge wehre, brauche ich mehr Energie, als wenn ich die Situation annehme und die Energie dafür verwende, es mir gut gehen zu lassen und mein Leben so zu gestalten, wie es mir gut tut.

    @ Nicole: Vielen Dank für deine Wünsche zum Advent. Ich wünsche dir auch eine schöne Adventszeit.

    Und allen wünsche ich einen schönen Wochenanfang, trotz Dauerregen.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Ette,

    hast Du denn vor Deiner Ehe alleine gelebt?
    Bei mir war es so das ich ca. 9 Jahre alleine gelebt habe, bevor dann mein Mann zu mir gezogen ist.

    Viele Grüße von
    Ingane

  • Guten Morgen in die Runde,

    @Ingane: Nein, ich habe erst die letzten zwei Jahre alleine gelebt – zwangsläufig zuerst und inzwischen überzeugt. Von meiner Ursprungsfamilie zog ich seinerzeit gleich mit meinem damaligen künftigen Ehemann zusammen. Jedoch denke ich, dass das alleine leben keine Gewähr dafür ist, nicht co-abhängig zu werden. Denn ansonsten hättest du nach 9 Jahren Single-Leben sicherlich nicht das gleiche Problem bekommen.

    Inzwischen kann ich sehr gut alleine leben, mit Freude und Zufriedenheit. Wenn ich mit Menschen Kontakt habe, dann aus dem Wunsch heraus, mit anderen Menschen zu sein und nicht mehr aus der Angst, alleine nicht existieren zu können. Wirtschaftlich war ich schon immer in der Lage, mich alleine zu erhalten. Und doch war es für mich lange Zeit unvorstellbar, ohne anderen Menschen in meiner Nähe zu leben. Wenn ich allein an die ersten Sonntage denke, in denen ich spazieren ging. Ich fühlte mich regelrecht stigmatisiert, weil ich an solch einem „Familientag“ ohne Anhang durch die Gegend lief.

    Auch jetzt kommen mir manchmal wehmütige Gedanken, weil ich es in meinem Leben nicht geschafft habe, eine „Bis-dass-der-Tod-euch-scheidet-Beziehung“ aufrecht zu erhalten. Ich finde es sehr anrührend, wenn ich alte Ehepaare sehe, die noch mit achtzig oder so Händchen haltend durch die Gegend gehen. Es war immer meine Vorstellung, einen Menschen zu finden, mit dem ich alt werden kann. Dass Vertrautheit und Verbundenheit irgendwann die Geilheit und Anziehungskraft der jüngeren Jahre ablöst. Aber das hätte vorausgesetzt, dass ich mich auf wahre Nähe eingelassen hätte, denn nur dann hätte ich auch einen Menschen finden können, der dies auch kann.

    So habe ich mich, mit sicherem Griff, immer mit jemandem zusammengetan, der zu solcher Nähe ebenfalls nicht fähig ist. Und fast habe ich das Empfinden, dass sich da noch nichts geändert hat. Scheinbar vergucke ich mich immer noch in Männer, die nicht dazu bereit sind, sich einzulassen. Aber inzwischen suche ich die Gründe nicht mehr bei mir, wenn sich jemand nicht auf eine Nähe mit mir einlassen kann, sondern kann akzeptieren, dass es mit seiner Geschichte zu tun hat. Wirkliche Nähe erzeugt schließlich auch Angst - Angst vor dem Verlassenwerden.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Guten Morgen,

    dieser Tage hat mich doch voll meine Co-Seite erwischt. In einem Gespräch, in dem es um Nähe ging, wurde mir gesagt, dass es meinem Ex nur deshalb gut gehe, weil wir uns nicht mehr räumlich nah sind. Mir ging es nach diesem Gespräch überhaupt nicht gut und ich lag abends im Bett und weinte. Dabei wusste ich erst gar nicht genau warum. Langsam tastete ich mich an dieses Gefühl. Schuldbewusstsein! Ich habe mir Vorwürfe gemacht, „ihm“ zu nah sein zu wollen.

    Vielleicht wäre dieses Nähebedürfnis jedoch in einer „gesunden“ Beziehung gar nicht zum Problem geworden. Er hat zu allem ja und amen gesagt und lieber getrunken, als seine Grenzen aufzuzeigen. Ich hatte vollkommen andere Vorstellungen unserer gemeinsamen Zukunft als er. Jedoch sagte er mir nie etwas von seinen Vorstellungen. Der Hochzeitstermin stand fest und er vermittelte den Eindruck, dass er sich darauf freut – und trank heimlich. Im nachhinein kommt es mir vor, als hätte er es darauf angelegt, erwischt zu werden, weil ich ihm gesagt hatte, wenn er wieder tränke, würde ich mich trennen.

    Trotzdem ging es mir in der letzten Woche nicht gut. Ich suchte die Schuld, dass es so gekommen war, erst einmal einzig bei mir. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich mich aus diesem Gefühl herausgedrößelt hatte und sehen konnte, dass wir beide nicht ehrlich miteinander umgegangen waren. Es holt mich immer wieder mal ein.....

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Guten Morgen,

    ja, gut ist er einigermaßen. Nachdem gestern ein ganz weltuntergangsmäßiger Tag war. Seltsam, ich dachte, ich wäre darüber hinweg, zu jammern. Aber nein, gestern, ganz plötzlich und unerwartet, hatte sie sich verflüchtigt, die Kraft und die Zuversicht. Weinend und mit dem Gefühl, nichts, aber auch gar nichts auf die Reihe zu bekommen, saß ich zuhause. Also ging ich raus in eine Gruppe. Jedoch, anstatt dass es besser wurde, fühlte ich mich danach erst recht von Gott und der Welt verlassen. So etwas wie "Co-Druck" vielleicht, das Pendant zum Saufdruck?

    Ich hatte wohl den falschen Radiosender gewählt, während ich am Nachmittag Kekse gebacken habe. Liebesschnulzen und Weihnachtslieder in geballter Form waren denn wohl doch zu viel für mich. Wie Ayki an anderer Stelle schreibt, diese Weihnachtsduselei macht nicht unbedingt ein gerades Denken. Jedenfalls bei mir. Plötzlich waren die Vorteile meines Lebens nur noch Makulatur. Er war wieder da, dieser Wunsch, jemanden zu haben, in dessen Arme ich mich flüchten kann an solchen Tagen und mich einfach nur halten lassen kann.

    In meiner Not griff ich zum Telefon und hatte Glück. Magische Worte schienen mich aus meinem Loch zu reden, dabei waren es letztendlich keine Beschwörungen, sondern ganz normale Dinge wie z. B. lange Unterhosen, um die sich das Gespräch drehte. Ich werde mal wühlen, irgendwo müssen solche Dinger bei mir auch noch herumliegen. Angebracht sind sie ja, bei diesen Temperaturen. Auf jeden Fall war es ein warmes Gespräch, ob mit oder ohne lange Unterhosen. Und gut einschlafen konnte ich danach. Ein wenig neidisch, ja, aber beruhigt.

    Es ist ein gutes Gefühl, nicht immer nur stark sein müssen, sondern auch jemandem, der mich für stark hält, meine schwache Seite zeigen, ohne meine Gesicht zu verlieren. Jemand, der mich „Regenbogenlächeln“ lässt. Ein Lächeln, das sich in mein Gesicht stiehlt, während die Tränen noch rinnen.

    Heut kann ich auch wieder nicht mehr verstehen, dass es gestern so schlimm war. Hätte ich auch gar keine Zeit zu. Es gibt viel zu tun. Schließlich weihnachtet es sehr ;)

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Guten Morgen, Ette, schön dass Du da bist.

    Lange Unterhosen, Ette, über den Kopf damit. Ich erinnere mich an die ersten Streichelmennomonate von Ette und dann, jeden Morgen gucken was es aufbauendes Gutes von Ette gibt. Wäre ich nur die Hälfte der Tage so ausgeglichen gewesen wie Du, könntest Du mir jetzt noch paar Päckchen mit Wäsche schicken, ich würde gleich waschen, bügeln, alles ordentlich sortiert vor Heiligabend zurücksenden und die langen Dinger auf dem Kopf tragen.

    Ette, immer mal drüber schlafen, alles wird gut, ist gar nicht so schlimm.

    Lieben Gruß, lange Co-Unterhosen, Wahnsinn Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Guten Morgen an alle,

    und heute habe ich nach bestimmt einer Woche mal endlich wieder das Gefühl, dass er gut ist. Es ging mir überhaupt nicht gut in der letzten Zeit. Im Fernsehen, aus dem Radio, in jedem Presseerzeugnis ständig und penetrant der Hinweis auf das Fest der Liebe, das mit all den Lieben zu feiern sei, die man so hat. Nur leider – hab ich diese Lieben nicht. Doch natürlich - mein Sohn wird mir morgen besuchen. Aber andere Verwandte habe ich nicht, mit denen ich Weihnachten feiern könnte.

    Im letzten Jahr war ich geflüchtet und hatte mich von einer Bekannten mit zu einer Feier nehmen lassen, die lange und feucht-fröhlich war. Für dies Jahr hatte ich beschlossen, dass ich auch lernen muss, mit solchen Feiertagen alleine klarzukommen. Schwer, stelle ich fest. Wie ein Alki unter absolutem Saufdruck fühle ich mich mit der Tatsache, dass es keinen Mann oder eine Familie gibt, mit denen ich Weihnachten feiern kann. Ein Gefühl, etwas ganz Elementares im Leben nicht geschafft zu haben, nämlich eine beständige Beziehung zu erarbeiten. Manchen Abend machte sich Klein-Ette tränenreich bemerkbar.

    Selbst gestern, als sich die Welt strahlend und Puderzucker überstäubt zeigte, konnte ich nicht so recht froh werden. Weder ein Frisörbesuch noch neue Schuhe hatten mich die letzten Tage aus meinem Loch holen können und auch die Schönheit des strahlenden Tages prallte an mir ab. Ich fühlte mich erstarrt wie der Teich, der unter einer Eisschicht bewegungslos und fahl schimmernd vor meinem Fenster liegt. Ich hatte das Gefühl, dass mich nur ein anderer Mensch aus meiner Erstarrung und meiner Trauer lösen kann.

    Gestern morgen dann, brachte der Briefträger ein Päckchen, dessen Inhalt mich zu einem lauthalsen Lachen verführte. Und gegen Abend hab ich mich dann in den Hintern getreten, dass es so ja wohl nicht ginge. Hab mir aufgeschrieben, was ich alles für Vorteile eines ruhigen Weihnachtsfestes ohne den Druck, es für Andere zu einem schönen Fest werden lassen, habe. Denn mehr ist es ja im Grunde nicht. Wir machen ein schönes Fest, versammeln unsere Lieben um uns, damit sie uns sagen, wie toll wir wieder alles gemacht haben, währenddessen wir gestresst und ermattet im Sessel hängen und in der Küche der Abwasch wartet.

    Noch ist das Zuversichtseis dünn, auf dem ich mich bewege. Aber ich muss nicht auf dem Eis bleiben. Ich kann mir Wege suchen, die festen Untergrund bieten. Aber das ist ganz allein meine Entscheidung. Ich kann mich in meinem „Jammertal“ festdenken und nur das sehen, was ich nicht habe, was mir fehlt. Oder aber ich kann meine Aufmerksamkeit dahin lenken, wo es für mich gut ist. Es ist ganz allein meine Entscheidung, ob ich in dem „Loch“ bleiben möchte oder ob ich mich daraus befreien will. Heraus krabbeln, vielleicht mit zerschrammten Händen, aber stolz, dass ich es geschafft habe, meiner Art „Saufdruck“ standgehalten zu haben.

    Gesund werden, heil werden, ist immer wieder mit Rückfällen verbunden. Die letzten Tage hatte ich einen ziemlich heftigen. Nun hoffe ich, dass ich mit neuer Kraft vorwärts gehen kann. Na ja, Silvester steht noch vor der Tür. Die Fortsetzung des Experimentes „Wie ertrage ich Feiertage alleine“. Ich werde es feststellen.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Ette,
    du hast es genau auf den Punkt gebracht. Mir ging es in den letzten Tagen auch nicht prickelnd, aber man muss wirklich das Beste draus machen und kann nicht ständig nur noch Trübsaal blasen... Das bringt einen ja auch nicht weiter! Werde hier heute mal die Wohnung auf Vordermann bringen und mich nicht mehr inigeln, sondern vielleicht auch mal ein wenig an die Luft gehen. Mal sehen, was mir sonst noch so einfällt. So kann es ja echt nicht weitergehen! LG und einen schönen 4. Advent!!!

  • Video....

    Ich habe es mir gestern abend auch angesehen, dieses Video. Leider kann ich dort, wo darüber geschrieben wird, nicht schreiben. Aber Gedanken sind mir dazu schon durch den Kopf gegangen.

    Es hat mich erschreckt, wie viel sich ein Mensch antun kann. Der, der trinkt und der bzw. die Person, die mit ihm lebt. Warum sollte dieser Mann denn aufhören zu trinken? Da ist doch schließlich jemand, der es als seine Lebensaufgabe ansieht, die versch...... Matratze zu reinigen, die Kotze aufzuwischen und ihn mitfühlend zu streicheln, wenn er in seinem Alk-Selbstmitleid versinkt. Da wird der Schnaps ans Bett serviert und wenn der gnädige Herr wieder mal zu früh aus der Entgiftung nach hause geht, wird er fürsorglich abgeholt. Sorry, aber da fällt mir nix mehr zu ein. Welche Veranlassung sollte dieser Mensch haben, mit dem Trinken aufzuhören?

    Hier wurde mir einmal mehr wieder UNSERE Rolle bewusst. Ich finde, die Frau in dem Film ist mindestens genauso krank wie ihr Freund. Ich meine nicht, dass man die Alkoholkrankheit zum Stillstand bringt, wenn man den Trinkenden rund um Uhr pflegt, so wie diese Frau das tat. Ihm die Verantwortung selbst dafür abzunehmen, dass er genug zu trinken hat. WARUM SOLLTE ER AUFHÖREN? Es läuft für ihn doch alles prima.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Ette !

    Wollte Dir nur mal kurz was zum Thema Partnerbörse schreiben. Ich bin jemand, der gern unter Menschen ist und glücklicherweise verfüge ich über einen großen Bekanntenkreis der mich regelmäßig von Sofa hochzieht.
    Du schriebst, das mit der Partnerbörse wäre den Teufel mit dem Belzebub austreiben..
    Sicher. Aber warum nicht ? Man muß ja seine Erwartungen auch nicht allzu hoch schrauben.
    Meine Freundin hat dort den Mann ihrer Träume kennengelernt. Sie hat in Ihrem Leben noch nie Alkohol getrunken und sehr feine Antennen für "Flaschenklappern" und "Wick-blau-lutschen". Und die hast Du ja auch aufgrund Deiner Erfahrungen. Das da pauschal nur Idioten, Fremdgänger, Alkoholiker und Perverse unterwegs sind, kann weder meine Freundin noch ich selbst bestätigen.
    Ich würde das einfach beizeiten nochmal versuchen. Nicht um die große Liebe zu finden, sondern einfach um nette Leute kennenzulernen. Bei mir hat das damals sehr gut geklappt.


    Liebe Grüße

    Emma

    In every heart, there ist room - A sanctuary safe and strong
    To heal the wounds of lovers past - Until a new one comes along

    (Billy Joel)

  • Guten Morgen,

    @ Emma. Danke für den Tipp, aber ich habe für mich beschlossen, dass dies halt nicht der richtige Weg ist. Zumal ich im Grunde gar keine Zeit habe, mich in eine neue Partnerschaft zu begeben. Und ansonsten habe ich auch genug Dinge und Menschen, die mich vom Sofa hochziehen, wenn ich es möchte. Jedoch möchte ich für mich lernen, alleine klarzukommen. Das geht meistens recht gut, jedoch kommen manchmal Rückfälle in meine „Alleinseins-Angst“.

    Weihnachten war dann doch gar nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte. Plötzlich war Besuch da und ich war nachts noch in der Stadt. Eigentlich, wie oft bei unerwarteten Aktionen, war es richtig gut. Also, wieder mal umsonst gebibbert. Kommen lassen – dann wird es schon. Nur leider kommen immer wieder meine Co-Anteile – die „Macher-Mechanismen“ – durch.

    So, und jetzt will ich mich mal anziehen. Schließlich kann ich im Bademantel nicht vor die Tür.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Ette,

    ein Gutes neues Jahr. Hast Du einen Weihnachtsbaum abbekommen, die, die da in der Werbung aus dem Fenster geworfen werden oder ist winterurlaubsschlaf angesagt?

    LG kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Guten Morgen,

    über Rückfälle denke ich im Moment wenig nach. Mir geht es recht gut. Allerdings habe ich ein Problem damit, zur Arbeit zu gehen. So viel Fremdbestimmung! Gerne würde ich meine Zeit einfach so einteilen, wie es mir gut tut. Aber – der Rubel muss nun mal rollen und da ist es erforderlich, sich in bestimmte Strukturen zu begeben. Vielleicht klappt es ja am kommenden Samstag mit dem großen Lottogewinn ;-)!

    In meiner realen SHG ist mir dieser Tage wieder aufgefallen, wie tief die Co-Strukturen sitzen und wie selbst lange nach dem Trockensein Ängste, Misstrauen , Wut und Schuldzuweisungen immer wieder auftauchen. Für mich ein Zeichen, dass die Co-Abhängigkeit nur äußerlich bearbeitet wurde. Über den Verstand bestimmte Verhaltensweisen gesteuert wurden, um dem Abhängigen das Trockenwerden zu ermöglichen. Für sich selbst haben die Frauen oft wenig getan. Ihre selbst nach 9, 10 Jahren präsenten Gefühle aus der nassen Zeit zeigen es mir. Aber das ist etwas, was ich nicht ändern kann. Nur wahrnehmen und vielleicht anmerken, dass es mir auffällt.

    Die Illusion, dass alles gut ist, wenn der Andere nicht mehr trinkt, kann ich ihnen nicht nehmen, wenn sie die Realität selbst nicht wahrnehmen wollen. Illusionen – nicht nur während der nassen Zeit ein Thema.

    Vielen Dank übrigens für die guten Wünsche zum neuen Jahr! Ich wünsche allen ebenso ein zufriedenes 2008!

    kaltblut : Ne, Weihnachtsbaum gabs nicht. Wozu auch? Erst die Schlepperei, dass ich ihn in die Wohnung bekomme und dann das Theater, ihn wieder loszuwerden. Ne! Und Knut hab ich genutzt, um nach einem kostengünstigen Elchfrühstück einige Teile für die Umgestaltung meiner Wohnung zu erwerben. Blickdicht ist schließlich nicht nur bei Strümpfen manchmal ganz angenehm, sondern auch bei Fenstern.

    LG Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • L ast auf den Schultern
    E in Schildkrötenpanzergefühl
    B leischwer die Glieder
    E rgeb ich mich dem Grau
    N icht ein Sonnenstrahl
    S chmerzen regieren
    K rank fühl ich mich
    L ieblos allein
    E rscheint alles
    P lagend schwer
    T rübselig
    O hne Glanz
    M att und schwach
    A lles scheint
    N ur gegen mich verschworen
    I nnig wünschte ich
    E in wenig Freude mir

    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Ette,

    was ist denn los? Ist was passiert, Jahresrückblick oder so?

    L ast auf den Schultern - weg damit
    E in Schildkrötenpanzergefühl - in die Suppe
    B leischwer die Glieder - Du warst lange nicht mehr joggen oder?
    E rgeb ich mich dem Grau - Regenklamotten, dann macht der Regen nix
    N icht ein Sonnenstrahl - im Herzen, da hast Du Sonne
    S chmerzen regieren - wo?
    K rank fühl ich mich - waum?
    L ieblos allein - wieso?
    E rscheint alles - was für Erscheinungen hast Du denn?
    P lagend schwer - hau mal in die Tasten geht ganz leicht
    T rübselig - trübteeig, frischen Tee aufsetzen
    O hne Glanz - der Frühling bring den Glanz
    M att und schwach - vom putzen?
    A lles scheint - der Schein trügt oft
    N ur gegen mich verschworen - bei den ersten Sonnenstrahlen liegen Wärme und kalte Nässe dicht beieinander
    I nnig wünschte ich
    E in wenig Freude mir - Blumen - Osterglocken?

    Ette, Wünsche werden wahr - die Zahnfee macht das schon.

    Lebenskleptomanie? Können wir uns wirklich bestehlen?

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

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