Wie kann ich einen Rückfall vermeiden??

  • Hallo,

    Da hier immer wieder auch Ängste über einen Rückfall berichtet wird oder auch mal hier und da darüber gesprochen wird, ob der Rückfall zur Alkoholkrankheit gehört, habe ich diesen Thread zur Diskussion eröffnet.

    Das habe ich gemacht, weil es natürlich auch in der Klinik Thema ist, und ich da interessante Sachen erfahren habe und erfahre, über den Rückfall. Wie er zu stande kommt und wie ich dem Vorbeugen kann.

    Es wird gesagt mal soll das erste Glas stehen lassen. Ja aber was ist passiert, daß ich es bei einem Rückfall nicht getan habe und meine Nüchternheit aufs Spiel gesetzt habe? Ihr länger Trockenen sagt, der eigentliche Rückfall kündigt sich schon viel vorher an.

    Die in der Klinik sagen sogar: vor dem eigentlichen trink-Rückfall gibt es immer den Verhaltensrückfall.

    Das heißt:
    Ich erarbeite mir in der Trockenheitsarbeit ein anderes Denk- und Verhaltensmuster, welches mir zum positiven Lebenseinstellung ohne Alkohol verhelfen soll. Nun geht das nicht von heut auf morgen. Dafür muß ich alte Gewohnheiten/Verhaltensmuster ablegen und neu besetzen. Wenn ich das tue, sind die alten Verhaltensmuster aber nicht gelöscht, sie schlummern in einer Gehirnecke.

    Beispiel:
    Ich war beim Saufen eher der Typ der gerne allein getrunken hat und sich nicht gerne mitgeteilt hat, alles mit mir selbst ausgemacht habe. Jetzt habe ich mir in der Trockenheitsarbeit ein Netzwerk aufgebaut, wo ich immer in Kontakt mit mir und anderen Menschen bin. Aus irgend einem Grund, sagen wir mal ich hab ein neuen Job bekommen, der mich so in Anspruch nimmt, daß ich mein Netzwerk und Kontakte nicht mehr pflege. Und damit mich selbst auch nicht. Was passiert? ich würde wieder langsam immer mehr mit mir ausmachen, mich immer mehr zurück ziehen und den Kontakt verlieren. Da wäre der Verhaltensrückfall und das erste Glas der trink-Rückfall wäre nicht mehr weit entfernt.

    So habe ich das jetzt mit den Rückfällen verstanden.

    was sagt ihr dazu??

    gruß panther

    Kompromisse bedeuten ein Rückfall riskieren
    (vor dem trink - Rückfall geht ein Verhaltensrückfall vorraus)
    nicht Trinkende seid 04.03.07

  • Hallo panther,

    Job/Arbeit ist eigentlich ein "optimaler" Zeitvertreib, der dich fordert und auch aufbaut.
    Es kommt auf deine Einstellung dazu an.

    Bei mir war es wichtig, nach meiner täglichen Arbeit mein Belohnungsdenken umzustrukturieren, eben nicht nach alter Art, ob bei Streß oder Freude, Entspannungsbelohnung, egal -, Gründe gab es immer, zum Alk zu greifen ... sondern nüchtern und bewußt meine Freizeit zu gestalten.
    Meine Trockenheitsarbeit war mir immer zugegen.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Panther,

    hast du gut beschrieben und zusammengefasst finde ich. Gutes Thema.

    Ich meine, dass es sich bei vielen Rückfällen nicht eigentlich um Rückfälle handelt, sondern um die Beendigung einer Trinkpause. Das heißt, andere trockene Verhaltensweisen wurden gar nicht erst erlernt, sondern lediglich kein Alkohol konsumiert und Umfeld, Gewohnheiten und Verhaltensweisen sind unverändert geblieben oder nur unzulänglich verändert worden.

    So können sich dann die alten Verhaltensweisen dauerhaft durchsetzen. Und die schreien bei einem Alkoholiker nun mal nach Betäubung.

    Oder jemand hat seine Verhaltensweisen nur vorrübergehend abgeändert aber dies nicht dauerhaft verinnerlicht. Das führt dann auch wieder in die alten Muster.

    Deswegen ist es so wichtig dauerhaft am Ball zu bleiben und sich und sein Verhalten zu reflektieren und nicht nach wenigen Wochen oder Monaten zu meinen, man wäre nun trocken und könnte diesen Zustand völlig gedanken- und tatenlos für sich bis in die Ewigkeit beanspruchen.

    Ich persönlich bekomme ständig mehr Respekt vor einem Rückfall, weil ich mir in den vergangenen elf Monaten eine Lebensqualität erarbeitet habe, die mir sehr lieb geworden ist und die ich nicht wieder aufs Spiel setzen würde, sondern darauf weiter aufbauen möchte.
    Aber meine Angst davor, einem Rückfall fatal ausgeliefert zu sein, nimmt im gleinen Maße stetig ab, weil ich spüre, dass es möglich ist, sich ein stabiles Fundament zu bauen und ein Lebenqualität zu erschaffen, wo Betäubung nicht nur nicht mehr erforderlich ist, sondern alles kaputtmachen würde.


    Micha

    Das Schönste kommt noch

  • Hallo Panther,

    ich finde du hast es ganz gut auf den "Punkt" gebracht.

    Ob man es nun alte Verhaltensmuster nennt oder,wie in deiner Thera, Verhaltensrückfall.

    ICH finde sobald ich in alte Verhaltensmuster zurück falle ist der Rückfall vorprogramiert.
    Deshalb empfinde ich auch die Ehrlichkeit,mir gegenüber, als das A und O
    auf meinem Weg.

    Sobald ich merke ich vernachlässige MICH muß ich sofort was ändern.
    Stress,Unzufriedenheit,Wut,Trauer,Freude.........ich habe alle Gefühle "ertränkt" ob nun alleine zu Hause oder mit "Freunden".

    Im Forum bin ich täglich um zu reflektieren..... um meinen Weg weiter zu gehen/finden.
    Ich habe mir ein lebenswertes Leben "erarbeitet" das ich nicht mehr hergeben will und der Respekt vor einem Rückfall sitzt gaaaanz tief.


    Lieben Gruß
    Kijara

    Ohne Alkohol seit 20.08.06

  • Hallo Panther,

    auch ich habe immer wieder nur Trinkpausen gehabt,von unterschiedlicher Dauer!

    Bis dato,habe ich mir immer wieder beweisen wollen,daß es auch funktionieren kann.Dieses war natürlich eine erneute Legitimation,mir meine Alkoholkrankheit nicht einzugestehen,und nach einiger Zeit,war ich wieder dort,wovon ich mich eigentlich gar nicht entfernt habe!

    Als ich mich dann entschloss,dem Alkohol gänzlich zu entsagen,tat ich dieses auch in meinen Gedankengut!

    Ich begann,mich von meinen alten "Freunden"zu lösen,und kam zu der Erkenntniss,daß ich lediglich,eigentlich nur Saufkumpanen hatte,denen wiederrum nur etwas an meiner Gegenwart lag,solange wir zusammen tranken,und unserer Sucht fröhnten!

    Ich outete mich,bei denen,die mir nahe stehen,und auf meiner Arbeitsstelle,obwohl es ja schon eigentlich alle wussten,tat ich es trotz alledem noch einmal,mit meinen Worten!Dieses war für mich persönlich,ausserordentlich wichtig,somit baute ich mir auch eine Art Selbstschutz auf!

    Ich lernte andere Menschen kennen,bei deren Gesellschaft,nicht der Alkohol,im Gesllschaftlichen Sinne im Vordergrund steht,diese Handvoll Menschen,bezeichne ich,heute als meine Freunde!

    Heute bestimme ich selbst,in welchem Umfeld ich mich bewege,denn in meinem heutigen Leben,haben diese alten Verhaltensmuster,keinen Platz mehr.Ich habe mich neu orientiert!

    Bis heute,halte ich mich von Plätzen fern,wo Vordergründig Alkohol konsumiert wird,und das werde ich auch weiterhin so beibehalten,den einen Rückfall,will ich nicht bauen,daß passt nicht mehr zu meiner heutigen Lebenseinstellung,dafür,habe ich zu großen Respekt vor der Droge Alkohol,und diesen möchte ich mir bewahren :!:

    Ich kämpfe nicht mehr,habe das Kriegsbeil begraben,und dort wo es begraben ist,soll es auch bleiben!

    Gruß Andi

  • Hallo,

    Wie kann ich einen Rückfall vermeiden??

    Indem ich das 1. Glas stehen lasse!!!!


    Wen es doch zu einem Rückfall käme???

    Dann will/wollte ich trinken!!!!!!!


    So einfach ist das für mich.


    Keep it simple

    Gruß Hermann
    seit Januar 1995 Trocken ohne Rückfall

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