Ich brauche hilfe!

  • Hallo Wibo,

    herzlich Willkommen hier bei uns im Forum!

    Zu allererst einmal, Du bist nicht Schuld!!!

    Keiner ist Schuld am Alkoholkonsum des Partners, also - zieh Dir diesen Schuh nicht an!

    Helfen kannst Du ihm leider auch nicht, das kann nur er selber!

    Doch bevor er seinen persönlichen Tierfpunkt nicht erreicht hat, wird er nicht aufhören!

    Du kannst es hier in vielen Geschichten lesen!

    Die Frage ist: Was möchtest Du für Dich und Deinen Sohn?

    Möchte ihr in Deutschland wirklich einen Neustart wagen, mit einem nassen Partner/Vater???

    Wäre jetzt nicht eine gute Gelegenheit, Dein Leben neu zu gestalten?

    Vielleicht liest Du Dich hier einmal ein wenig durch!

    Du wirst viele Geschichten finden, die Deiner sehr ähneln!

    Du findest hier auch viele Gleichgesinnte, die sich sicher gerne mit Dir austauschen werden!

    Ich wünsche Dir viel Glück und alles Gute!

    Lieben Gruß
    Speedy

  • hallo wibo,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier.

    du schreibst:

    Zitat

    Klar ist doch, daß unser Verhältnis zu bösen Worten und Gespächen geführt hat. Ich bin da ganz bestimmt nicht sehr oft nett und freundlich mit meinem Mann umgegangen. Und das treibt ihn ja tiefer in die Sucht hinein!

    das ist ganz großer quatsch :!:. kein alkoholiker trinkt, weil ein anderer "böse" ist. er trinkt, weil er trinken will und muss! im gegenteil: oft provozieren alkis streit, und benutzen diesen als vorwand, wieder zu trinken, so nach dem motto "ich kann ja garnicht anders bei so einer keifenden frau". das ist ein ganz gängiges muster, das muss man wissen. lass dir bloss keine schuldgefühle einreden!

    Zitat

    aber besteht die Möglichkeit daß ein "nasser Partner" auch ohne den besagten "tiefpunkt" den Weg zum normalen Umgang mit Alkohol finden kann? Er hat mir ja schon mal drei monate bewiesen daß es ohne geht. Kann er es in seinem "stadion" nicht auch noch alleine schaffen?

    die frage ist immer: ist er wirlich abhängig? wenn er das ist - und das hört sich sehr danach an :!:, wird er NIE "normal" trinken können, weil man eben als süchtiger nicht kontrollieren KANN: das ist SUCHT. ein kalter entzug (d.h. einfach nix mehr trinken) kann auch sehr gefährlich werden und tödlich sein - er sollte also unbedingt zum arzt gehen und dort EHRLICH über seinen konsum sprechen, der arzt kann das dann beurteilen und auch vorschläge machen, wie weiter verfahren werden könnte.

    viele grüße

    lavendel

  • hallo wibo,

    Zitat

    Ich glaube er nimmt mich nicht ernst und meint immer noch er kann es alleine schaffen!

    ich glaube, das ist eines der hauptprobleme. in gewisser weise scheint er ja zu wissen, DASS er ein problem hat - sonst würde er nicht heimlich flaschen umschütten. dann merkt er, dass du es merkst, versucht es zu relativieren "ist ja nicht so schlimm" und schafft es vielleicht auch, seine mutter zu überzeugen, dass es nicht so schlimm ist und du die böse.

    solange er meint, er schaffe das alleine, sehe ich kaum chancen. zum einen sehe ich euren umzug nach frankreich ein bisschen wie eine flucht - hier hats nicht geklappt, also versuchen wir es im traumland - und das ohne ausreichende sprachkenntnisse :!:. jetzt geht die flucht zurück nach deutschland - aber hat er da eine perspektive? weiss er, was er dort tun will, wie er sich sein leben vorstellt, wa er arbeiten will/kann und wo? alkis sind meister im weglaufen - und euer auswandern scheint mir ein extremes weglaufen gewesen zu sein.

    aber weglaufen vor der sucht klappt nicht - die ist immer schneller. also MUSS er hier was tun, sonst sehe ich keine perspektive - und auch für dich ist es doch auf dauer kein leben mit einem mann, vor dem du dich ekelst, weil er ne fahne hat :?:.

    du fragst, ob ich einen tipp habe. das einzige, was wir in solchen situationen immer nur raten können ist, das ernsthafte gespräch zu suchen (wenn er nüchtern ist :!:), ihm zu sagen, dass man unglücklich ist und sich sorgen macht und so nicht mehr weiterleben will. dass er letztlich die wahl zwischen dir und dem alkohol hat. wenn du soetwas sagst (und konsequenzen androhst) musst du diese aber auch durchziehen - sonst wirst du unglaubwürdig. du darfst dich dann nicht von schönen worten einlullen lassen, das können alkis nämlich auch gut. er muss schon was TUN, um dich zu überzeugen: suchtberatung, arzt, therapie, der möglichkeiten gibt es viele.

    naja, und dass man viel in sich hieneinfrisst und dann plötzlich alles rausbricht, das kennen wohl viele von uns, ich auch :oops:. dann ist eben das fass übergelaufen, weil man vorher nix gesagt hat. kein wunder, dass der andere dann verdattert ist. ein grund mehr, deinen mann jetzt anzusprechen, und nicht wieder zu warten, bis du innerlich und dann auch äußerlich platzt!

    lieben gruß

    lavendel

  • Hallo Wibo,

    Zitat

    Alles ist in Schieflage geraten. Wir brauchen eine Familientherapie und müssen uns von außen helfen lassen. Denke ich.


    Das stimmt so nicht! Jeder braucht seine eigene Therapie. Und du kannstnur für dich entscheiden, was dir gut tut. Dein Mann muss seinen eigenen Weg gehen. Entweder mit oder ohne Alkohol. Du kannst ihm nur deine Grenzen aufzeigen, und deine Konsequenzen ziehen, wenn er sich nicht daran hält!

    Ich denke, dass er nicht aufhören will.

    Zitat

    Ist es nicht er der somit die Familie aufs Spiel setzt! Aber ich bin die Böse?


    Dass du die "Böse" bist ist völlig normal! Das war bei mir auch nicht anders. Und es sieht auch heute noch so aus! Ist mir egal! Ich hab mir damals gesagt, du willst nicht so weiterleben! Punkt. Das war meine Entscheidung. Wenn er weitergeht, dann trennst du dich! Und so ist es dann auch gekommen. Er hat sich gegen die Familie und für den Alkohol entschieden. Und mir geht es seitdem weitaus besser als vorher! Es ist egal, was die anderen sagen, denken, tun. Mach du das, was du für richtig hältst! Und halte dein Wort gegenüber deinem Mann, wenn du ihm sagst du willst so nicht leben und du wirst etwas dagegen tun! Das ist das aller wichtigste.

  • Zitat

    Ich habe mein ganzes Leben gekämpft und bin vieleicht im Moment etwas müde und brauche eine Auszeit oder einfach nur Unterstützung, daß ich nicht alleine bin mit dem Problem hoffe durch Eure Hilfe neuen Mut zum "guten "Kampf zu finden!


    Ich hoffe, du kämpfst dieses mal für dich und nicht gegen den Alkohol! Den Kampf wirst du verlieren, denn da muss dein Mann etwas für tun - und es macht nicht den Anschein, als ob er das will.

    Zitat

    Vieleicht auch weil ich zuviel Druck gemacht habe? Nicht behutsam genug mit dem Problem Umgegangen bin?


    Niemals! Such bloß nicht die Schuld bei dir!! Dein Mann ist krank, und nur er kann seine Krankheit in den Griff kriegen. Sonst keiner!

  • Zitat

    Aber wie eben schon gesagt bei mir hat erstmal die familie vorang. aber es ist mir klar( und das fällt mir schwer weil es ein einsamer weg ist) daß ich alleine nicht den kampf gegen den alkohol gewinnen kann und ich dann nach mir schauen muß.
    Klar ist mir auch daß er alleine die krankheit in den Griff bekommen muß aber ich kann ihm doch behilflich dabei sein!
    Ich bin nicht der meinung daß jeder durch das Tal durchmuß und bin immer noch der hoffnung daß es einen einfacheren Weg gibt für UNS.


    Denkst du, nur weil ich schreibe, du sollst dich trennen, hat bei mir die Familie keinen Vorrang??? So wie du habe ich auch lange Zeit lang gedacht. Es waren verschwendete, sinnlose Jahre - wenn ich darauf hinaus zurück blicke. Du zögerst die Situation nur hinaus, du bist ihm nicht dabei behilflich, wenn du bei ihm bleibst! Doch, es muss JEDER durch das Tal, ansonsten wird er weiterhin trinken - und auch wenn er im Tal angekommen ist, heißt das noch lange nicht, dass er wirklich damit aufhört!

    Dieser Weg wird keinesfalls einfach - ob so oder so - aber du kannst dir aussuchen, ob du weiterhin "kämpfst" für nichts und wieder nichts. Oder ob du dir dein eigenes Leben aufbaust und wieder glücklich wirst... Das ist deine Entscheidung! Für Liebe muss man nicht kämpfen...

  • hallo wibo,

    es mag sein, dass dir hier manches hart erscheint, aber der umgang mit der sucht und die (eventuelle) abnabelung von einem uneinsichtigen, nassen alkoholiker ist auch hart, das ist einfach so, und diese erfahrungen haben wir dir (leider!) voraus.

    trotzdem kann ich deine einwände verstehen. mir ging es auch am anfang so, dass mich manche harten worte verletzt haben, und manches mal hatte (und habe ich auch immer noch!) ein problem mit manchen tonfällen hier. ich suche mir dann aus dem gesagten heraus, was jetzt gerade auf mich passt - und ich nehme mir die freitheit zu sagen "er oder sie spinnt jetzt aber". keiner erwartet hier von dir, dass du unsere ratschläge liest, und zackzack eins zu eins umsetzt, das hab ich auch nicht getan. ich hab das in MEINEM tempo gemacht, und das war für mich gut so. dabei hab ich zwar auch die eine oder andere schleife gedreht, die objektiv nicht nötig gewesen wäre, aber ICH hab sie gebraucht - damit ich mit MEINEM weg im reinen bin.

    auch ich wollte und will nicht hart und verbittert werden - damit schade ich mir nur selbst. ich will auch meinen partner nicht als miststück sehen und mich als opfer: er ist krank, und ich habe mitgemacht. aber irgendwann eben nicht mehr. und dieses "irgendwann" herauszufinden - das ist deine aufgabe. lies, was wir dir schreiben, sei ehrlich zu dir, versuch nicht zu beschönigen, sondern schau dir ganz genau an, wie es läuft, und hör auf dein bauchgefühl. DAS ist wichtig. und dass du nicht aus angst vor konsequenzen in einer dir unerträglichen situation verharrst - das ist auch wichtig.

    also: bring erstmal den umzug hinter dich, aber dann ist irgendwann wirklich konsequenz angesagt, damit aus den fünf jahren nicht ganz schnell sechs, sieben oder zehn werden. denn das willst du doch hoffentlich nicht?!

    lieben gruß

    lavendel

  • Hallo Wibo,
    es ist richtig, erst einmal zu planen und sich selber einen Weg in den Kopf zu setzen, den man gehen möchte. Gerade auch in deiner Situation, wo du zurück nach Deutschland möchtest. Aber plane nicht für ihn, sondern für dich! Du denkst viel zu weit: Arzt, Therapie usw. Wenn er das wirklich machen möchte, dann muss dein Mann das selbst in die Wege leiten. Du kannst dir für dich einen Plan zurecht legen... Aber nicht für ihn! Das wird so nichts!

    Du findest es hart und erschreckst vor meiner Offenheit? Naja, ich möchte dir einfach die Augen öffnen - alle hier wissen, dass es aussichtslos ist, was du da vor hast... Die Sucht ist stärker als alles andere. Das siehst du schon daran, dass so viele hier für den Alkohol ihre Familien im Stich lassen. Man kann es nicht verstehen, denn "normale" Menschen würden anders reagieren. Aber Alkoholiker sind nicht normal! Und das wirst auch du einsehen müssen...

  • https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…80-0-asc-0.html

    Das ist mein Thread und mein Weg, den ich in dem knappen letzten halben Jahr gegangen bin. Weiß nicht, ob du da schon ein wenig von gelesen hast... Vielleicht können dir diese Zeilen ja die Augen öffnen (aber es ist sehr lang). Ich habe meinen Mann in den letzten Jahren auch nicht einfach so fallen gelassen, habe gekämpft, was das Zeug hielt. Aber am Ende hatte ich absolut keine Kraft mehr, meine Grenzen waren gnadenlos überschritten und ich war völlig ausgelaugt... Da musst du nicht erst hinkommen, finde ich...

  • Du hast total recht: Du bist irgendwie auch schuld daran, da mitgespielt zu haben! Schließlich kannst du selbst die Entscheidung fällen, auszuscheiden aus dem Spielchen! Und der Satz, dass du nicht an einer Trennung interessiert bist... ich weiß nicht, was in dich gefahren ist. Du weißt, was zu tun ist. Was also möchtest du jetzt noch von uns hören :?::?::?:

  • Hallo Wibo,

    hier wird keiner getreten und schon garnicht, wenn er am Boden liegt!!!

    Wir wollen Dir helfen, nicht die gleichen Fehler zu machen, die wir jahrelang gemacht haben!

    Auch wenn die Worte manchmal etwas härter ausfallen, so möchte Dir keiner etwas Böses!

    Wir verstehen uns als virtuelle SHG, also wir versuchen im Austausch, Erfahrungen weiterzugeben!

    Das heisst, es können alles nur Anregungen sein, was Du daraus machst, liegt in Deiner Hand!

    Liebe Wibo, wir können versuchen, Dir einen Weg zu weisen, aber gehen musst Du ihn selbst!

    Lieben Gruß an Dich
    Speedy

  • Wenn du dich hier anmeldest, dann möchtest du Erfahrungen der anderen hören, Hilfe. Oder? Wenn du jedoch keine Kritik vertragen kannst und eigentlich gar keine Hilfe möchtest, dann frag ich mich, was du hier willst... Denk mal drüber nach... Du verstehst alles falsch, was ich schreibe - weil du es schlicht und ergreifend gar nicht hören willst! Aber ich kann dir leider nichts anderes raten, als dich zu trennen. Wenn du meinst, es geht dir besser, wenn du bei ihm bleibst und dieses Theater und Spielchen dein Leben lang weitermachen möchtest - bitte schön! Das ist selbstverständlich deine Sache und deine eigene Entscheidung. Aber dann beschwer dich auch nicht darüber, dass es dir schlecht geht!

  • Zitat

    Eine trennung ist für mich die aller aller letzte Wahl!
    Es muß ander wege geben!


    In deinem Fall gibt es keine andere Möglichkeit.

    Zitat

    wie man es als Paar GEMEINSAM schaffen kann wieder aus dem dilemma zu kommen.


    Doch, den Weg gibt es auch - aber dein Partner will doch überhaupt nicht aufhören. Also...

    Zitat

    Und reagiere ich nicht so und mache fehler, weil ich ja auch noch sehr frisch und neu im auseinandersetzen mi der Thematik bin und nicht gleich so spure wie ihr denkt , darf man dann mit dreck schmeißen.
    Nein Danke!


    Wir schmeißen nicht mit Dreck! Setz dich einfach weiterhin mit der Thematik auseinander (Alkoholabhängigkeit und Co-Abhängigkeit). Ich kann dir zwei Bücher sehr empfehlen:
    "Ich befreie mich von deiner Sucht"

    und "Wenn Frauen zu sehr lieben"


    Vielleicht helfen sie dir ja weiter... Geh den Weg, den du für richtig hältst. Ich habe das Gefühl, du hast deine persönliche Grenze noch nicht erreicht. Und dir geht es noch nicht schlecht genug, um diesen Schritt zu machen. Ich frage mich nur, was soll noch alles passieren - möchtest du wirklich weiterhin so unter der Abhängigkeit deines Mannes leiden? Wenn deine Grenze da ist, wirst du es merken, und dann wirst du auch gehen und dich trennen... Da bin ich mir ganz sicher!

  • Hallo Wibo,

    nein - dies ist kein Trennungsforum!

    Doch leider ist es so, dass es sehr oft darauf hinaus läuft!

    Liebe hat noch keinen Alkoholiker trocken gelegt!

    Der erste Schritt muss immer von ihm kommen!

    Dann kannst Du versuchen, ihn zu unterstützen!

    Solange Du aber, oft auch unbewusst, immer für ihn da bist, ihm den Rücken freihälst, warum sollte er etwas unternehmen?

    Ihm geht es doch gut!

    Er wird Dir viel versprechen und nichts halten! Alkoholiker sind Weltmeister im Verdrängen, Lügen und Verharmlosen!

    Und Schuld sind sowieso immer die Anderen!

    Sorry, aber ich kann Dir nichts positiveres schreiben!

    Ich kenne dieses Dilemma nur zu gut! Auch ich habe mich sehr schwer getan loszulassen! Und doch muste es sein! Für ihn und für mich!!

    Bitte, denke nochmal darüber nach!

    Gruß Speedy

  • Hallo Wibo,

    trennungsforum würde ich das auch nicht nennen. viele haben durch das forum gelernt, grenzen zu setzen. und wenn die grenzen überschritten wurden, haben sie ihre konsequenzen daraus gezogen.

    eine trennung muß auch nichts endgültiges sein. vielleicht beginnt der partner sich zu besinnen und ein neuanfang ist möglich (aber das können wir nicht beeinflussen).

    gruß apfel

  • Hallo Wibo,

    ich verstehe Deine Not, Deine Wut und Deine Hilflosigkeit. Was Du erlebst ist das, was mir hier und im realen Leben immer wieder begegnet. So geht es auf die eine oder andere Art allen Angehörigen. Der einzige Weg daraus ist erstmal an sich zu Denken, an die eigenen Bedürfnisse. Ein anderer Weg führt nicht aus diesem Dilemma. Das muß nicht automatisch Trennung bedeuten. Du suchts Lösungsansätze, nun überlege was Du für Dich tun kannst ohne vorher zu überlegen was das für Deinen Mann bedeuten könnte. Er ist erwachsen und kann für sich selbst sorgen.

    Du schreibst:

    wie man es als Paar GEMEINSAM schaffen kann wieder aus dem dilemma zu kommen.

    Nun ich sehe bei Euch kein GEMEINSAM. Du machst und er lässt geschehen. Solange er den Alkohol hat, ist seine Welt in Ordnung, also lässt er Dich machen. Wo ist da Gemeinsamkeit? Das ist nicht an einem Strang ziehen. Das ist zwar das, was Du Dir wünscht, aber das ist nicht die Realität. Das einzige Paar was ich in Eurer Geschichte entdecken kann, ist Dein Mann und sein Alkohl. Ich sehe keine Gemeinsamkeit zwischen Dir und Deinem Mann.
    Sein Bestreben wieder in Deutschland Fuß zu fassen ist in meinen Augen nichts anderes als eine Flucht. Frei nach dem Motto: "Ich ändere die Umstände, dann muß nicht über mich nachdenken und nichts an mir ändern." In Deutschland scheint er ja auch den "sicheren" Hafen des Verständnisses zu haben, den er bei Dir nicht mehr hat. Seine Mutter sieht sein Trinkverhalten als unbedenklich an, während Du ihm auch die letzte Freude nehmen willst.

    Solange er nicht von sich aus zur Einsicht gelangt, stehst auf verlorenen Posten, hast Du keine Chance gegen den Alkohol. Du wirst ihn weder trockenlieben noch trockenlegen können.

    Du willst Dich nicht trennen, nach meiner Meinung verlängerst Du damit Euer aller Leiden. Was soll er denn dann für Konsequenzen fürchten? Doch gut, es ist Deine Entscheidung, also musst Du auch damit klarkommen. Wenn Du bei ihm bleiben willst, solltest Du allerdings anfangen Dir ein eigens Leben aufzubauen. Sein ganzes Sein auf einen Menschen auszurichten, ihn zur Mitte des eigenen Universums zu machen ist ungesund, unabhängig davon ob man in einer Beziehung mit einem Abhängigen lebt oder in einer "normalen".

    Ich wünsche Dir Glück

    Skye

  • Hallo Wibo

    ich kann gut verstehen was du meinst. Ich habe eine liebste Freundin, die weiß, wovon sie spricht, Vater war Alkoholiker, 1 Schwester ist trockene, eine andere nasse Alkoholikerin.
    Seit ca. 3 Jahren heule ich ihr die Ohren voll über meine Situation und sie sagt, wenn du nicht kaputt gehen willst, trenne dich. Ich war schon richtig wütend über sie, jedesmal sagte sie das, ich wurde schon fast komisch! Aber sie sagte auch: du entscheidest das und kein Anderer, du musst deinen Weg gehen. Und wenn es so ist, wirst du schon das Richtige tun. Sie hatte recht, genauso wie die anderen hier, keiner will dir was böses, es sollen Denkanstöße sein, die Entscheidung kann dir und soll dir keiner abnehmen. Für mich ist jetzt der Zeitpunkt wo ich sage, wo ist eigentlich meine Würde geblieben :( und das war mein Zeichen, was zu ändern.
    Ich wünsch dir noch einen schönen Tag
    die Muddi

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • hallo wibo,

    in ganz vielem was du schreibst erkenne ich mich vor einem jahr wieder. damals wollte ich auch noch um jeden preis meine beziehung retten, und ich hab ähnliches kassiert wie du. ich war empört, hab mich geärgert über die anmaßung, mit der "fremde" über meine doch ganz individuelle und völlig anders als andere seiende beziehung "gerichtet" haben. manches mal wäre ich gerne gegangen.

    warum ich das nicht getan habe: ich bin gleichzeitig in eine selbsthilfegruppe des kreuzbundes gegangen. theoretisch sind diese gruppen für alkis und angehörige, in meinem fall saßen da nur trockene alkis. wenn ich denen dann das gleiche erzählt habe wie hier, habe ich letztlich den gleichen rat bekommen, nämlich "trenn dich", der wurde mir aber ganz anders nähergebracht. da haben mir die alkis nämlich aus ihrer sicht meinen freund "erklärt" - und wer konnte sich besser in ihn reindenken als sie - die sie alle genau dieselben dinge gemacht haben - die frau angemault, wenn die über den alk geschimpft hat, alles bagatellisiert haben, die tatsachen verdreht, den buhmann immer woanders gesucht uswusw.

    jedes argument, das ich von meinem freund kassiert habe, und mit dem er mir beweisen wollte, dass ich unrecht habe und dass ich ihm böses tue, wurde in der gruppe mit einem schmunzeln quittiert, weil nämlich alle ganz genauso getickt haben - nix mit meiner ach so individuellen beziehung mit einem mann, der ach so anders ist als alle anderen männer. mich hat das sehr irritiert und zum nachdenken gebracht. wenn mir schon ein alki sagt, er hätte nie aufgehört zu trinken, wenn seine frau ihm nicht ernsthaft mit trennung gedroht hätte (sie war schon auf dem sprung aus der gemeinsamen wohnung), und dass mein freund ebenfalls so lange weitertrinken werde, bis er richtig harte konsequenzen spürt, da - und erst da habe ich das akzeptiert, gegen das ich mich so lange vorher gewehrt habe - so wie du dich jetzt gegen unsere kommentare wehrst.

    ich bin weiter zur gruppe gegangen und habe hier weiter gelesen - und langsam, ganz langsam kam bei mir die erkenntnis, dass die ja alle recht haben, und ich unrecht. denn ich hab ja gesehen, wie es bei uns weiterging: unverändert. er trinkt und macht sich über mich lustig, und ich gehe dabei psychisch vor die hunde. was ihm egal ist, er hat ja seinen lover nr. 1, den alk. irgendwann war es dann bei mir soweit - aber das hat gedauert, dass ich gesagt habe "ich glaube deinen beteuerungen nicht mehr, ich sehe so keine gemeinsame zukunft mehr, überleg dir, was du willst, mich oder den alk". das war nicht einfach so eine trennung - er hatte ja eine wahl. tja, und wie sich das anfühlt, wenn der andere die geliebte nimmt, muss ich dir wohl nicht sagen. da war dann für mich klar, dass ich DAS nicht mehr will.

    aber es hat eben gedauert, diese erkenntnis, und du bist ja noch ziemlich frisch hier. ich kann dich nur ermuntern, hier zu lesen und zu schreiben und mit offenen augen zu schauen, was andere erlebt haben, und was du erlebst - und dann irgendwann, wenn die zeit reif ist für dich, für dich zu handeln.

    lieben gruß

    lavendel

  • hey wibo

    hier ist niemand, der eine trennung dem anderen wünscht, aber oft ist es wohl der letzte weg. wir lesen gerne, mein partner hatte ein alkoholproblem, wir haben es gelöst und etz is wieder alles bestens (mal ganz vereinfacht ausgedrückt). leider sieht die realität nun mal anders aus und märchenstunde halten wir nun mal nicht ab.

    du sprichst von einem gemeinsamen weg. der ist auch theoretisch super, aber dazu gehören nun mal zwei leute um diesen gehen zu können. du sammelst infos aus dem netz in der hoffnung dass sie deinem mann die augen öffnen, was macht er? er piekt sich die kleinigkeiten heraus, welche er gegen dich verwenden könnte. wo ist da der gemeinsame weg, sorry ich kann ihn nirgends entdecken.

    es ist klar, dass alles schwer für dich is und das du hoffst, dass alles wieder zum guten kommt. so gehts/gings hier jedem hier mal. das ist auch dein gutes recht.

    ich rate dir etz erstmal dich selbst nicht zu vergessen. versuch in deiner freien zeit, dir gutes zu tun, hock dich einfach mal hin, unternimm etwas mit freundinnen und entspanne. vielleicht hast du ein hobby, dass du inzwischen nicht mehr so pflegst, laß es wieder aufleben. versuche zu dir selbst zu finden, dann kannst du immer noch entscheidungen treffen...

    liebe grüße

  • Hallo und guten Morgen Wibo,

    Du fragst, ob es keine Geschichten gibt, die gut ausgegangen sind!

    Doch, es gibt sie! Unter anderem meine Geschichte ist, bis heute jedenfalls, gut ausgegangen.

    Wenn Du magst, kannst Du die Zusammenfassung ja mal hier lesen:

    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…ftopic7030.html

    Ein wenig mehr zu lesen, wäre meine gesamte "Laufbahn" unter:

    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…ftopic4168.html

    Ich weiss nicht, ob Du Lust hast und Dir die Zeit nimmst, aber vielleicht könnte es Dir ein wenig weiterhelfen, wenn Du siehst, wie es mir ergangen ist!

    Lieben Gruß
    Speedy

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