Wenn ich Morgen mutig bin?

  • hallo tecki,

    du schreibst

    Zitat

    Ich wünsche mir, das ich Morgen die Kraft habe Ihm zu sagen das wir uns trennen. Hab ein bischen Angst davor. Ich weiß wie er reagiert. Er droht mit Selbstmord, verspricht alles, weint etc.. Eventuell verlässt mich dann wieder der Mut. Wie fange ich es nur an, damit ich genug Kraft habe.

    brich nichts übers knie, das ist mein rat. wenn du etwas androhst, musst du innerlich so weit sein, dich nicht einwickeln und erpressen zu lassen, und es auch durchzuziehen, sonst wirst du unglaubwürdig. und du solltest auf jeden fall nur mit ihm reden, wenn er nüchtern ist.

    ich hab mich auch lange mit dem gedanken an diese drohung getragen, bestimmt drei monate. aber ich habe sie mir für genau den moment "aufgehoben", bis ich mir 100%ig sicher war, dass er mich mit keiner anschuldigung, keiner träne und keinen versprechen mehr erreichen würde.

    ich hab es auch "zweistufig" gefahren: ich habe ihm ein ultimatum gesetzt, bis zu dem ich schritte erwarte (arztbesuch, shg, was auch immer, und den festen willen, nicht mehr zu trinken), und ihm angedroht, mich nach dem ablauf des ultimatums von ihm zu trennen, falls er nicht aufhören wird. diesen "text" habe ich vorab tagelang aufgeschrieben, geändert, umformuliert... bis ich meinte, dass er passt und dass ich keine angriffsfläche biete. ich hab nur von mir geredet, keine vorwürfe an ihn, nix. nur "ich will, ich erwarte, ich will nicht, ich werde nicht...". habe bei dem gespräch dann auf keine anschuldigung, nix reagiert, sondern immer nur wiederholt, was ich will, womit ich leben kann und womit ich nicht leben werde. danach bin ich gegangen. keine diskussion, bei der frau meistens den kürzeren zieht, weint, einknickt, wollte ich alles nicht.

    das ultimatum war mir die liebere variante, weil ich angst vor dem abrupten schnitt hatte und ausserdem auch die hoffnung, dass ich ihm wichtiger bin als der alk.

    was ich dir sagen will: sprich etwas endgültiges wirklich erst aus, wenn du stark genug bist es umzusetzen. lieber noch ne woche warten und kraft sammeln, als übermorgen wieder einzuknicken, denn bei jeder nicht umgesetzten drohung wird er dich weniger ernst nehmen, und du wirst jedes mal ein bisschen mehr mut verlieren...

    ...was aber alles natürlich KEIN plädoyer sein soll, im jetztigen zustand zu verharren, gelle, nur ein aufruf, deine derzeitige kraft kritisch zu überprüfen...

    lieben gruß

    lavendel

  • hallo tecke,

    Zitat

    woher man weiss, dass man genug kraft hat?

    hmmmhhh... ich hab ds einfach gespürt, bis hierher und nicht weiter... vorher hatte ich immer noch das gefühl "du hälst es noch aus". an besagten tag hatte ich dieses gefühl dann nicht mehr...

    hast du denn einen plan wie es weitergeht, wenn du die trennung aussprichst? so ein plan macht näcmlich stark. zu wissen, wo man hin kann, wie man sich finanziert, welche freundin ein offenes ohr hat, einfach ein notfallplan, den man dann in die wege leiten kann. denn sonst bist du doch ziemlich hilflos, oder? was machst du wenn du sagst "ich trenne mich" und er macht "haha" und trinkt weiter? wo gehst du hin, wo übernachtest du, was sind die nächsten schritte? mir hat solch ein vorab ausgedachter plkan geholfen, mich nicht hilflos und ausgeliefert, sondern stark zu fühlen...

    lieben gruß

    lavendel

  • Hallo,

    auch wenn wir nur die Schattenseiten „unseres“ Alkoholikers in den Fokus nehmen, nehmen wir trotzdem IHN in den Fokus. Ich glaube, der erste wichtige Schritt ist, uns und nur uns in den Fokus zu nehmen. Ihr, die ihr Kinder habt, müsst natürlich auch das Wohl der Kinder im Auge behalten, denn sie können sich am allerwenigsten wehren.

    Es ist schwer, die Fixierung auf trinkende Angehörige aufzugeben, aber der einzige Weg, vorwärts zu kommen. Umzug, Auskommen, neuer Anfang, das alles findet sich, wenn wir den festen Willen dazu haben. Aber für mich war und ist der erste Schritt, loszulassen in meinem Bemühen, mein Gegenüber beeinflussen zu wollen. Ihn stehen zu lassen, so, wie er ist. Das heißt nicht, dass ich ihn hassen muss, ihm Vorwürfe machen oder zu sagen, er sei schuld. Es würde nichts ändern und nur unsere Energie fressen, die wir brauchen, um vorwärts, aus der Abhängigkeit heraus, zu gehen.

    Ich wünsche dir Kraft, Tecki, und vor allem den Mut, denn den braucht es auf jeden Fall. Nämlich den Mut, hinzugucken, wo unsere eigenen Anteile sind, die dazu beigetragen haben, dass es gekommen ist, wie es ist. Für mich war das stellenweise viel schmerzhafter als die Tatsache, dass ich „meinen“ Alkoholiker nicht trocken legen konnte. Das hat er irgendwann ganz alleine getan.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Tecki,
    meine Fraui trinkt seit ungefähr 16 Jahren, und genauso lange mache ich damit.Ich bin das Gegengewicht auf der Säuferwippe.

    Wenn du jetzt die Power hast zu gehen, die Wohnung auf zugeben und richtig ernst zu machen.Dann warte keine Minute, sonst werden sich die Tage, Wochen und schließlich die Jahre wiederholen wie in einer Feedbackschleife.Es wird solange, so bleiben wie es jetzt ist, bis du von der Wippe springst,-
    Aus deinen Beträgen konnte ich nicht entnehmen, wie stark deine Gefühle noch für ihn sind?
    Ich liebe meine Frau noch immer,trotz dem ganzen Mist, der da gelaufen ist.Ich kenne das Gefühl nicht mehr wie es ist nach Hause zukommen, ohne das ich auf dem Heimweg, darüber orakeln muss. wie hoch der Alk-Pegel heute ist.
    Also mach die Fliege,geh und lass ihn mit seiner einzigen lieb Alk allein.

  • hallo tecki,

    ich hab mal deinen neuen threat gelöscht und deine sätze hier reinkopiert, das ist besser, weil wir dann deine geschichte komplett verfolgen können, und auch besser raten.

    du schreibst:

    Zitat

    Ich habe es geschafft. Ich hab Ihm gesagt, das es besser ist wenn wir uns trennen. Kündigung der Wohnung ist geschreiben, neue Wohnung vorhanden und in ca. 2 Wochen kann der Umzug beginnen. Und doch fühle ich mich schlecht. Ich dachte das schwerste ist es ihm zu sagen das es aus ist. Ich habe mir eingebildet das dieses das schlimmste an dem langen Weg sein wird. Danach wird alles gut.

    Aber nichts da!! Wann geht es einen besser. Habe wieder einmal den Einduch das es mir schlechter geht als Ihm.

    Euch allen danke, ohne Eure Seite hätte ich den Mut nie aufgebracht. Ich hoffe es wird bald etwas ruhiger in meinem Leben.
    LG
    Tecki

    lieben gruß

    lavendel

  • liebe tecki,

    ja, man glaubt, dass der schritt des sagens der schwerste ist. oft ist das aber nicht so, sondern das aushalten danach. man leidet, fragt sich, ob man sich nicht doch alles eingebildet hat, ob es wirklich soooo schlimm war, dass die trennung sein musste uswusw... das ist uns allen so gegangen, kannst dich also schon mal drauf vorbereiten :wink:.

    aber auch das geht irgendwann vorüber, nämlich dann, wenn man plötzlich zum ersten mal zaghaft feststellt, dass es dir in manchen dingen glatt besser geht als vorher. auch das wird kommen. bei mir war es die erfahrung, nicht mehr unter dauerstrom zu stehen "was passiert als nächstes". bei anderen ist es die erfahrung, einfach mal wieder durchschlafen zu können, oder ohne sorge freunde einzuladen...

    kann dir nur raten, schreib dir alle deine gedanken, zweifel, gefühle hier von der seele, das hilft und du wirst sehen, dass du damit nicht alleine bist.

    lieben gruß

    lavendel

  • Dein neues Leben hat schon begonnen. Klar werden die Dämonen kommen, meist dann wenn man sie nicht gebrauchen kann.Doch mit jedem Augenblick, jeder der Minute, trennst du dich mehr und gleitest vielleicht ohne es zumerken in ein neues Leben. Ohne den ganzen Scheiß.
    Ich habe eben folgendes Geschrieben:

    Es ging ihr wahrscheinlich nie um mich. Sondern immer nur um sie selber.
    ICH WILL SAUFEN. Punkt
    Ich habe sie gefälligst dabei zu unterstützen. Auch Punkt
    Das sind die Kernaussagen. Alles andere ist vorgeschoben und klein.
    Klein vor allem wenn es um meine Bedürfnisse geht .-schon klar oder?!
    Wir sind ein Vehikel des Suff` s, keine Symbiose von gegenseitiger Unterstützung in einer Einheit die man Beziehung oder Ehe oder was auch immer nennt.
    Es ist vielmehr eine Parasit,- und Wirtbeziehung.
    Sie saugen uns aus, wie kleine Vampire, mal nehmen sie unser Blut mal ein Teil unsere Lebensfreunde.
    Funktionieren sollen wir, -tun wir das nicht, bricht die Hölle los, tun wir es schwelgen wir in
    Erinnerungen und Hoffnungen besserer Tage.
    Mach Du weiter so!
    Wir sind alle, die hier sind auf der Reise. Haben unseren ersten Schritt schon getan und egal wie lang der Weg eines einzeln ist. Er wird uns zum Ziel führen. Wir werden ankommen ganz bestimmt.

  • Hallo Tecki,

    diese Selbstzweifel, die Du hegst, sind vollkommen normal.

    Klar hat man Angst vor dem, was kommt, aber es wird besser werden und Du wirst aufatmen und Dein neues Leben genießen.

    Dass Dein Mann eine gewisse Lethargie an den Tag legt, kommt vielleicht daher, dass er den Ernst der Lage noch nicht richtig erkannt hat.

    Und das er versucht, Dir ein schlechtes Gewissen einzureden, auch das ist typische Alkoholiker-Reaktion.

    Doch diesen Schuh brauchst Du Dir nicht anzuziehen!

    Mache Dir bitte keine Gedanken darüber, wie es ihm geht nach der Trennung. Er ist erwachsen und hat es in der Hand, sein Leben in den Griff zu kriegen.

    Konzentriere Du Dich nur auf Dich und auf Dein neues Leben.

    Ist nicht ganz einfach, ich weiß, aber es geht - Schritt für Schritt in eine neue, schönere Zukunft!

    Und hier sind viele, die an Dich denken und Dich gerne unterstützen.

    Also schreibe hier, wann immer Dir danach ist!

    Es tut gut und hilft dabei, die Gedanken zu sortieren.

    Wir sind für Dich da!

    Lieben Gruß
    Speedy

  • Hey Tecki,

    allein bist du nicht, hier sind wir und du bist eine von UNS.

    Viel Kraft und sag hurra zu deinem neuen Leben.
    Versuche deinen Tag zu sortieren, jede Stunde zu verplannen,.Auch Zeit für dich einzuplannen.
    UND DANN GEH RAUS!
    Gehe hin wo Menschen sind, jde Stunde, jedes Gespräch hilft dir dich von ihm zu trennen.
    Stell ihn dir nicht in seinem besten Anzug vor, sondern wenn er breit in der Ecke liegt.Das ist das Bild das du in dier manifestieren mußt, nicht den treusorgenden netten Mann, sondern den besoffenen der dich anmacht und dich belügt.
    In einem Jahr wirst du daran gereift sein und dir wird bewust werden, was du in diesen wilden Tagen geleistet hast.
    Bravo.
    Voller bewunderung
    Inncent

  • liebe tecki,

    ich nehm dich mal ganz feste in den arm.

    ja, natürlich spielt die seele mit, die dann auch den körper beeeinträchtigen kann, je nachdem wie man gestrickt ist. bei mir wars auch so, dass mich die trennung von meinem freund körperlich fast genauso mitgenommen hat wie psychisch, wie du schreibst, mit zittern, mit schlecht... ich hab dann auch immer ganz schnell ziemlich viel abgenommen, du solltest also zusehen, dass du genug isst, denn wenn der körper abbaut, hast du noch weniger seelenpower.

    natürlich ist es jetzt furchtbar, aber wenn du erst einmal in deiner eigenen wohnung sitzt, wird sich irgendwann auch das gefühl der entspannung einstellen: endlich ruhe. glaubs mir, ich weiss wovon ich rede :wink:. und dann wirst auch wieder die kraft zum weiterdenken haben.

    wünsche dir ganz viel kraft!

    lavendel

  • Hallo Tecki,

    du sitzt den ganzen Tag, und wahrscheinlich auch die ganze Nacht und zermürbst dir den Kopf, was er die ARMESEELE nun macht.

    Ich kann es dir sagen,Er denkt an sich. Kein gedanke an dich, nichts was man mit ehrlicher Zuneigung erklären könnte. NICHTS.

    Ich habe mal gesagt, liebe ist es dann, wenn der andere sein wohl unter meines stellt. -also mich wichtiger nimmt als sich selber.

    Glaubst du er sieht dein Wohl? Stellt er seine interssen hinten an, damit es dir gut geht?
    Ich glaube nicht.

  • hallo tecke,

    na das geht ja schnell mit dem umzug, schön :D. du wirst sehen, dass es dir danach besser geht. denn sag ehrlich: es ist doch keine freunde, sich einen betrunkenen und selbstmitleidigen mann anzusehen, oder? und pass auf, dass er dich mit seiner mitleidstour nicht um den finger wickelt, so nach dem moto "du bist doch das einzge, was ich noch habe. du kannst mich doch jetzt nicht im stich lassen." oder so. sei gewappnet, dass sowas kommen könnte.

    naja, und vielleicht gibt es bei dir in der nähe ja ein internet-café, damit du die zeit überbrücken kannst, ehe du zuhause wieder einen netzanschluss hast.

    ich wünsche dir ganz viel stärke, und denk immer dran: DU kannst nur gewinnen, sei es dass dein mann kapiert und aufhört, oder dass du eben endlich wieder ein eigenes leben leben kannst. denn schlimmer wirds auf keinen fall werden für dich, sondern besser.

    lieben gruß

    lavendel

  • Hallo Tecki,

    ich habe gerade deinen threat gelesen. Deine Gefühle kann ich sehr gut verstehen, denn vor nicht allzu langer Zeit war ich in genau der selben Situation. Als es bei mir konkret wurde mit dem Auszug aus der Wohnung hat mein Mann nochmal voll aufgedreht und ist garnicht mehr aus dem Suff zu sich gekommen. Und dann hat er einen auf hilflos getan...

    Zum Glück habe ich aber dieses Mal nicht wieder klein beigegeben, sondern endlich in die Tat umgesetzt, was ich schon viele Male angekündigt hatte! Es hat mich teilweise schier zerrissen, Angst, Hilflosigkeit, Wut, Hass...die ganze Palette! Ich habe mir dann immer vor Augen gehalten, was ich bekommen werde, in meiner eigenen Wohnung: Ruhe, Freiheit, angstfreies Leben! Ich wusste, es hat keinen Sinn, ich kann nicht sein Leben leben oder ihn ändern, ich kann nur mich ändern. Es ist sicherlich nicht einfach, diesen Weg zu gehen, aber es lohnt sich allemal!

    Ich wünsch dir ganz viel Kraft und Mut

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Tecki,

    sicherlich versucht dein Mann jetzt, dich mit allen Mittel zu halten und drückt genau die Knöpfe bei dir, die immer funktioniert haben, wieder die Zweifel in dir wecken. Ich kenne das zu gut, mein Mann hat so ähnlich reagiert, als es hart auf hart kam...

    Gerade einfach wird es dir ja wirklich nicht gemacht, soviel Widrigkeiten, da kann man schon mal den Mut verlieren. Ich schick dir mal ein riesengroßes Paket Kraft und Sonnenstrahlen rüber, auch wenn es schier unmöglich scheint, du wirst es schaffen!

    Viele Grüße

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Guten Morgen Tecki,

    Kopf hoch das wird schon, glaub mir.
    Ich weiß wie es ist wenn man denkt, es ist doch schon alles so schwer warum kommt immer mehr dazu. Aber es wird klappen und du wirst zur Ruhe kommen.

    Kopf hoch und durch dir Wand.

    LG
    Elocin

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