Schritte für die nächsten Wochen

  • Hallo Pleja,

    Zitat

    habe ich das mit einer Übungseinheit soziale Phobie: Bin ohne Verpackung zur Post, hab dort eine gekauft und dann in aller Ruhe an einem Nebentisch mein Päckchen gepackt, den Adresszettel ausgefüllt etc. Ein paar Leute, die in der Schlange anstanden haben mich angeglotzt, aber es war mir egal was die denken. So soll es sein!


    gute Sache das. :lol:

    Ich habe seit einiger Zeit Dauerstress mit einem Händler.
    In dem Fall habe ich es mir zur Aufgabe gemacht meine
    (berechtigten) Ansprüche an Qualität und Funktion durchzusetzen.

    Der Bursche ist ein aufbrausender kleiner Tyrann und lässt in
    seiner Fa. alle stramm stehen, inkl. seinem Bruder.
    Mir ist es gelungen ihn auf eine für beide Seiten erquickende
    Ebene zu ziehen. Das lässt mich hoffen, in Zukunft
    wieder mit meiner Umgebung in einem einverträglichen
    Maße zu kommunizieren.

    Jedenfalls bin ich dankbar für diese Lektion.
    Wie es mit ihm steht weiß ich nicht.
    Ob er auch Gefallen daran hat?
    Mir egal.

    LG
    Paolo

    Als ich auf einer Kaufhaus-Kundentoilette in meiner eigenen Kotze aufwachte, hätte ich aufhören müssen zu saufen.
    Da war ich gerade mal 20 Jahre alt.
    Es sollten aber noch 30 Jahre vergehen!

  • Hallo zusammen,

    ein sonniger, aber stürmischer Tag ist rum. Danke erstmal für die Antworten!

    Paolo : Das ist bei mir das Fernziel (oder vielleicht schon Nahziel?). Solche Leute zwar nicht zu ändern (geht auch gar nicht), aber dazu zu bringen, dass ich zumindest vernünftigen Umgang mit ihnen haben kann. Und ja, immer wieder: Es ist egal, was sie von mir denken und ob es ihnen passt, dass sie mir gegenüber ihren cholerischen Harry nicht ausspielen können.

    @currlinger: Danke für die Tipps, habe jetzt ein Notizbuch und einen Stift neben meinem Bett bereit gelegt. Das habe ich auch schon festgestellt: Wenn ich im Bett liege kann ich mich prima an alles erinnern, aber je länger die Minuten (!) fortschreiten, desto mehr verblasst der Traum. Die Schlagworte und Titel für die einzelnen Träume sind eine super Idee. Sozusagen als Gedächtnisstützen.

    So, nun denn. Ich bin um 8.30 Uhr aufgestanden (ungefähr) und hab gemütlich gefrühstückt. Danach bin ich ins Nachbarkaff aufgebrochen, um mir meine Belohnung zu kaufen, einen Kaktus. Letztendlich sind es zwei geworden, ein lebender Stein und so ein etwas bizzares Teil, das mit zunehmendem Alter immer verwachsener zu werden scheint. Dazu noch die Erde und drei Töpfe. Drei, weil Heinrich, der Schwiegermutterstuhl, auch umgetopft werden muss.
    Danach bin ich wieder zum Bus gelaufen und hatte damit meine 2 km Fußweg auch weg, bin wieder heimgefahren. Meine Eltern waren zum Glück nicht da (meine Mutter sieht es nicht gerne, wenn ich neue Pflanzen hole), ich hab mir einen Tee gemacht und wollte dann ans Umtopfen schreiten. Leider musste ich feststellen, dass das Substrat feucht war :evil: . Ist ja an sich auch richtig so, kann ich nur jetzt gar nicht gebrauchen, weil die Kakteen ja Winterruhe haben und deshalb trocken stehen müssen. Jetzt liegt eine Ladung Erde ausgebreitet auf dem Boden um zu trocknen, morgen werde ich mich dann mal ans Umtopfen machen... Arghs.
    Hab mich dann jedenfalls hingesetzt und angefangen eine neue Geschichte zu schreiben, die ich mit Zeichnungen illustrieren und meinem Freund zum Geburtstag schenken möchte. Bin recht weit gekommen. Danach habe ich ein wenig Oblivion gespielt, hab die Mainquest durch bekommen. Anschließend hab ich die Erde nochmal gewendet, hab mich geduscht und dann Fussball geguckt. Und jetzt, jetzt schreibe ich hier. Gleich kommt mein Bruder mit einem Freund vorbei und wir machen uns einen schönen Abend.

    Es war also insgesamt ein fauler Tag. Hat mir richtig gut getan, ich fühle mich pudelwohl. Seit vielen Wochen endlich mal wieder ein Tag, wo ich machen konnte was ich wollte, ohne denken zu müssen "aah, jetzt musst du noch dies machen und das lernen..." Morgen werde ich auf jeden Fall wieder joggen gehen, mal sehen, vielleicht muss ich wieder ganz von vorne anfangen. Die Prüfungen haben einige Lücken geschlagen :oops: .

    LG
    Plejaden

  • Moin Plej,

    Zitat

    vielleicht muss ich wieder ganz von vorne anfangen. Die Prüfungen haben einige Lücken geschlagen .

    Man/frau,fängt nie wieder ganz von vorne an :wink:

    Gruß Andi

  • Guten Morgen,

    keine Bange, ist nichts wildes passiert. Mein Freund hatte gestern seinen letzten freien Tag, bevor er heute wieder auf zur Arbeit muss. Da haben wir uns noch einen schönen Abend zusammen gemacht. Da er etwas deprimiert war, habe ich mit Viva Pinata angefangen und siehe da: Nach ner halben Stunde hatte er wieder gute Laune 8) . Die Viecher machen eben fröhlich.

    Die Stunden davor waren auch wieder gut und befriedigend ausgefüllt: Bin um 9 Uhr aufgestanden und hab Tennis geguckt, das Finale der Herren. Anschließend, um 13 Uhr, hab ich mir meine Sportsachen angezogen und bin ohne groß nachzudenken losgezogen zum Joggen. Und ich kann Andi nur bestätigen: Ich musste tatsächlich nicht mehr von vorne anfangen ;) . Konnte da weitermachen, wo ich aufgehört habe, lief alles bestens, das Wetter war gut um Sport zu treiben, hat Spaß gemacht! Ich bin jetzt wieder motiviert, mein Sportprogramm die nächsten Wochen durchzuziehen.
    Wieder daheim ging es unter die Dusche, anschließend habe ich mich über die Kakteen her gemacht. Bei einem Exemplar habe ich eine böse Überraschung erlebt: Das arme Ding hatte fast keine Wurzeln mehr :? . Ich werde mich mal schlau machen, habe mal irgendwo gelesen, dass ich einfach die untere Hälfte komplett abschneiden, etwas antrocknen lassen und dann in feuchtes Substrat einpflanzen kann. Werd ich mal im März machen, sobald ich die Wachstumsperiode einläute *palim palim*. Ach ja, gestochen hat mich nur Heinrich, der SchwieMuStuhl 8) .
    Als ich damit durch war hab ich die Geschichte ein wenig weiter geschrieben, da war es auch kein Problem, dass mein Freund anwesend war. Er ließt es nicht, weil er weiß, dass er sich damit spoilern könnte.
    Gegen Abend hatte seine Laune dann einen historischen Tiefststand erreicht, ein Bekannter hatte ihm abgesagt und er hatte deswegen extra ein Fussball-Turnier ausfallen lassen. Da hab ich dann gesagt, lass uns einen schönen Abend machen und ich fange mit Viva Pinata an. Also haben wir lecker Tee getrunken und bunte Viecher betüddelt und er war nach ner halben Stunde hin und weg. So kann's gehen...

    Heute beim Joggen habe ich über einen Punkt nochmal nachgedacht: Am Mittwoch herrschte in der SHG eine erhitzte Diskussion darüber, ob es ungefährlich ist Lebensmittel mit Alkohol zu sich zu nehmen oder nicht. Einer war der Meinung, das sei ihm völlig egal, der Gruppenleiter ist diesbezüglich im Gegensatz dazu sehr sehr genau.
    Von mir kann ich nur sagen, ich nehme es in letzter Zeit auch immer genauer. Am Anfang war das ja nicht so, aber seit ich inzwischen gemerkt habe, dass ein Leben nach den Grundbausteinen mein Leben nicht nur ungefährlicher (in Bezug auf Alk) sondern auch entspannter und die geistige Distanz zum Alkohol wird immer größer und größer. Das übertrage ich auch auf Lebensmittel: Ich achte inzwischen darauf, was in den Sachen drin ist. Essen gehe ich nur noch in der Mensa, weil dort zumindest in den Hauptgerichten nie Alkohol verarbeitet wird (laut Auskunft des Personals). Das insbesondere, seit ich weiß, dass Alkohol als eines der wenigen Nervengifte in der Lage ist die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Das bedeutet, selbst kleinere Mengen kommen schnell dort an, wo sich nicht hingehören - Gehirn, Suchtgedächtnis.

    So, ich werde mich dann aufmachen zur Uni. Einen schönen, trockenen Tag wünsche ich :D .

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plejaden,

    klingt ja wie immer sehr optimistisch bei Dir :D . Gerade auch die Situation mit Deinem Freund: Die Gefühle eines Menschen wahrnehmen und darauf auch angemessen reagieren zu können, das schafft man nur mit einem klaren Geist! Eine ähnliche Erfahrung habe ich ja kürzlich auch hinter mich bringen können (oder besser gesagt müssen :cry: ).

    Wüsche Dir einen entspannten und erfolgreichen Tag an der Uni.

    LG

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo zusammen,

    heute morgen hatte ich ja sowas von keinen Bock auf Uni... Unbeschreiblich. Kann mich nicht wirklich erinnern, jemals so demotiviert zu sein. Ich denke, dass liegt daran, dass seit den Prüfungen letzten Montag der Alltag - zwangsläufig - einfach weiter gegangen ist und jetzt die Abschlussarbeit ins Haus steht. Irgendwie hatte ich einfach die Nase voll heute. Aber so einen Tag muss es scheinbar auch geben :roll: .
    Bin jedenfalls um 7 Uhr aufgestanden, hab gefrühstückt, hier im Forum geschrieben und bin dann auf zur Uni. Dort habe ich ein wenig für die Abschlussarbeit bibliografiert, hatte letztendlich aber keine Lust auf gar nichts. Hab mich durchgequält, bin dann gegen Mittag für einen Dozenten das Präsentationsequimpent aufbauen und danach essen gegangen. Den Professor, mit dem ich heute meine Abschlussarbeit anmelden wollte, ward weit und breit nicht zu sehen. Ich hab noch mit einer anderen Kommilitonin gequatscht, die musste sich einiges vom Herzen reden, Zukunftsängste weil das Studium bald um ist. Hat ihr und mir gut getan ein bisschen zu plaudern. Danach hab ich versucht noch was zu lesen, bin dabei aber ständig eingeschlafen. Endlich war es 16 Uhr und ich bin zur Vorlesung gegangen, nur um festzustellen, dass sie ausfällt und ich 5 Stunden umsonst gewartet hab. Ich hab versucht es positiv zu sehen, zwei Stunden eher daheim, und mit nach Hause gefahren ;) .
    Hier habe ich dann ein bisschen XBox gespielt mit meinem Freund zusammen, als er dann weg war hab ich die Geschichte weiter geschrieben und nun schreib ich hier.

    So, ich mach mal nen neuen Post auf, das liest sich glaub ich angenehmer. Könnte länger werden. Keine Bange, nichts Schlimmes.

  • Als ich heute Nachmittag beim Tee ein wenig im Forum gestöbert habe, bin ich über einen Post von Micha gestolpert. Ich konnte mich darin wiederfinden: Es ging um Probleme, vor denen man den Kopf in den Sand steckt und lieber versucht sie wegzusaufen, wegen fehlender Lösungsstrategien. Das trifft in hohem Maße auch auf mich zu. Wenn mir etwas zu schwierig erscheint, dann verdränge ich es erstmal, "Morgen ist auch noch ein Tag.". Klar, dadurch baut sich Druck auf, Schuldgefühle, Ängste und dergleichen. Die hab ich dann weggesoffen, daraus resultierend dann einen Kater bekommen, der mich für ein oder zwei Tage umgehauen hat.
    Das ist jetzt zwar grundsätzlich besser geworden, aber ich merke, dieses Verdrängungsverhalten schwehlt noch ganz dicht unter der Oberfläche. Ich kann nur versuchen, die neuen Verhaltensweisen immer mehr zu festigen, um dem Mechanismus Vermeiden -> Saufen keine Chance mehr zu geben.

    Ich merke einfach, dass ich an einem Punkt angelangt bin, an dem ich mich weiterentwickeln möchte. Charakterlich, menschlich, wie auch immer. Früher habe ich, bedingt durch die Ängste und Depressionen, in einem Käfig gelebt. Ich war unfrei. Bei fast allen Dingen habe ich mir gedacht "Nein, das kannst du nicht machen. Das würde dich überfordern." Als die Therapie vor einem Jahr endlich angeschlagen hat, da war es, als würde sich eine neue Welt eröffnen: So viele Wege. So viele Möglichkeiten. Die Welt schien endlos zu sein. Ich hatte einige Zeit Angst vor dieser Freiheit, vor den Möglichkeiten. Ich konnte mich einfach nicht mehr hinter Depris und Phobien verstecken.
    Ich war einige Jahre lang in einem anderen Selbsthilfe-Forum, aber inzwischen merke ich, dass ich dort keine Antworten mehr finde. Es wird um Mitleid geheischt, der Zweckpessimismus verehrt und überhaupt, die Gesellschaft ist an allem Schuld. Kreisel um Kreisel, Runde um Runde. All das WAR ich einmal, aber bin es heute nicht mehr. Eins habe ich hier gemerkt: Mitleid bekomme ich keins, höchstens Mitgefühl. Mitleidheischende Aussagen werden konsequent ignoriert. Zuerst war ich total überrascht. Jetzt denke ich, das ist die Art von Austausch, die mich in Zukunft weiter bringt. Der Grund, warum ich diese Überlegungen anstelle ist der, dass ich nur noch eine Therapiestunde habe. Danach möchte ich gerne irgendwo einen Anschluss finden, der mich persönlich weiter bringt. Ein Anschluss ist meine reale SHG; der andere ist dieses Forum. Dritte Säule ist die Wirklichkeit, die reale Welt - nicht nur über Dinge philosophieren, sondern ausprobieren, machen, tun, raus aus dem Wolkenkuckuksheim. Nicht mit einem Mal, sondern Schritt für Schritt, stetig raus.

    Nur nicht trinken reicht nicht. Ich, der ganze Mensch, muss sich verändern. Meine alten Denkweisen, meine alten Ängste und Depressionen, meine Verdrängung und Vermeidung haben dazu geführt, dass ich alkoholkrank geworden bin. Wenn ich das alles endlich hinter mir lassen kann, werde ich nur zufrieden trocken, sondern auch allgemein ein zufriedener Mensch sein. Ich fühle mich zumindest auf dem besten Weg.

    So, langer Text, vielleicht verworren. Das tut mich sorry, ich weiß grad nicht, wie ich das besser erklären kann :roll: . Ich hatte heute ein Erlebnis, das den meisten anderen Menschen völlig banal vorgekommen wäre, aber mir persönlich gezeigt hat, wieviel weiter ich bin, wie weit ich schon aus dem Sumpf raus bin. Das gab Anlass zur allgemeinen Richtungs- und Positionsbestimmung ;) .

    LG
    Plejaden

  • Errata: "Wenn ich das alles endlich hinter mir lassen kann, werde ich nicht nur zufrieden trocken, sondern auch allgemein ein zufriedener Mensch sein."

    Wie heißt es doch so schön: Irren ist menschlich. (aber auf dem Fehler zu beharren ist ein Zeichen von Dummheit.)

  • Guten Abend,

    heute war ein ruhiger Tag. Bin wie gewohnt um 6 Uhr aufgestanden, dann um 8 Uhr zur Uni gefahren. Dort habe ich für meine Arbeit fertig bibliografiert und bin danach zwei Stunden arbeiten gegangen. Zwischendurch habe ich alles in die Wege geleitet, damit ich nächste Woche mit meiner Abschlussarbeit beginnen kann. Jetzt geht das Gerenne nach Stempeln und Unterschriften wieder von vorne los :x . Aber gut, was sein muss, muss sein...

    Wieder daheim habe ich Mittag gegessen, ein wenig gelesen und war danach joggen. Habe jetzt den 3/1-Rhythmus probiert und es funktionierte super. Einziger Wehrmutstropfen war ein Sport-ist-Mord-Opa, der mich beim Dehnen "erwischt" hat :twisted: . Ich mache Fortschritte, und wehe am Freitag ist so ein Sauwetter, dass ich nicht laufen kann... Damit ihr mich recht versteht, ich bin durchaus keine Schönwetter-Sportlerin, aber wenn es wirklich schneit und stürmt... Mal sehen.
    Danach hab ich geduscht und Viva Pinata gespielt, noch ein wenig gelesen und nun schreibe ich hier.

    Heute beim Laufen kam mir irgendwie das Gefühl, dass meine Abstinenzentscheidung langsam in den Bauch zu rutschen beginnt. Bis vor ein paar Wochen hatte ich auch immer das Gefühl "für wen mache ich das eigentlich?". Das war eindeutig auf meinen Freund gemünzt, der meine Alkoholkrankheit nur schwer akzeptieren kann und den meine neuen Verhaltensweisen nerven. In der SHG wird er wie selbstverständlich in die Co-Schublade gesteckt, nur Co war er eigentlich ganz und gar nicht. Eher war ich früher abhängig von ihm, aber das ist eine andere Geschichte.
    Natürlich, ich mache das für mich. Dieses Warten auf Lob von außen, für gute Leistungen, das ist auch etwas, was ich abschaffen will. Das habe ich aus meiner Kindheit hinübergerettet (meiner Mutter war selbst eine zwei plus zu wenig - sie war ja selbst in der Schule soooo schlau und fleißig, hat immer nur einsen nach Hause gebracht; yeah, whatever) Ich weiß selbst was ich leiste. Selbstverständlich ist es schön gelobt zu werden. Aber im Zweifelsfall muss es auch ohne gehen. Die Jagd nach Lob kann auch zu einer Sucht werden...

    @lea211: Ja, diese Verdrängungsmechanismen sind eine sehr starke Angelegenheit und es ist leicht sich vom Alkohol einlullen zu lassen. Aber es ist natürlich klar, dass 1. dein Wert als Mensch durch ein Besäufnis nicht steigt - denn wir sind alle gleich viel wert, keiner ist mehr und keiner ist weniger wertvoll, auch wenn wir das bisweilen nicht bemerken oder wahrhaben wollen. Und 2. ist es natürlich auch klar, dass der Griff zur Flasche Gift für dein Selbstbewusstsein sein wird. War bei mir zumindest so. Mal abgesehen von der tödlichen Gefahr, nach einem Rückfall nicht wieder auf die Beine zu kommen.

    So, ich mache mir jetzt einen gemütlichen Abend.

    LG
    Plejaden

  • Hallo zusammen,

    mann war ich heute morgen fertig. Bin beinahe nicht aus dem Bett gekommen... hab mich dann trotzdem aufgerafft und bin um 6.30 Uhr aus den Federn, hab gefrühstückt und bin dann auf zur Uni. Dort hab ich geguckt, was von der Literatur für meine Arbeit an meiner Uni vorhanden ist und wie das mit der Fernleihe funktioniert. Ich werde voraussichtlich drei Zeitschriftenartikel bestellen müssen, das ist ok.
    Danach ging es in eine Vorlesung, anschließend anderthalb Stunden arbeiten. Dann war Mittagessen dran, anschließend ging es in die Bibliothek, Tranksaktionnummern für die Fernleihe kaufen. Ich bestelle die Sachen lieber zeitig, nicht dass ich drei Tage vor dem Abgabetermin auf dem Schlauch stehe oder so :roll: . Hab da schon Geschichten gehört...
    Naja, danach bin ich noch in die Stadt gefahren und hab mir ein Italienisch-Wörterbuch gekauft, das werd ich bitter nötig haben. Danach ging es in ein letztes Seminar und dann zur SHG. Die war ziemlich karnevalsgeschwächt, es waren nur vier Leute da :roll: . Der Gruppenleiter hat meine Einstellung zum Karneval begrüßt, er hält es für gefährlich sich auf irgendwelchen Umzügen rumzutreiben. Darauf meinte dann ein anderer Langzeittrockener, das sei doch kein Problem, ich müsse halt nur nichts trinken, worauf die Diskussion losbrach. Zu einem Konsens sind wir nicht gekommen - aber das hat meine Therapeutin ja schon mit mir durchgesprochen, bei Diskussionen muss es keinen Gewinner oder Verlierer geben. War ein sehr wertvoller Abend für mich.
    Danach ging es nur noch in den Bus und heim.

    Eine Sache bereitet mir noch Sorgen: Heute morgen habe ich plötzlich Schmerzen im Nacken gekriegt. Als ich da nachgefühlt habe, habe ich eine kirschgroße Beule unter der Haut entdeckt, die auf Druck schmerzt. Keine Ahnung was das ist, ich bin auf jeden Fall beunruhigt :( . Wenn das morgen immer noch da sein sollte, werde ich wohl zum Arzt gehen, was ich ziemlich kacke finde. Ich hab wieder einen langen Tag bis 21 Uhr und wollte am Vormittag eigentlich was anderes machen als beim Arzt abzuhängen... aber sicher ist sicher.
    Naja, drückt mir die Daumen, dass es nichts Ernstes ist.

    LG
    Plejaden

  • Bevor ich mich zur Uni verziehe und erst spät abends wieder hier aufschlage schonmal die erste positive Nachricht des Tages: Das Ding in meinem Nacken ist tatsächlich ein geschwollener Lymphknoten (Lymphknoten? Im Genick? Frau lernt nie aus...), nichts ernstes, wenn er in drei Wochen immer noch so dick ist soll ich allerdings wieder kommen. Naja. Immerhin.

    Schönen Tag wünsche ich euch allen!

  • Ein kurzes Hallo an alle, ich bin kaputt und gehe gleich ins Bett. Heute war ein recht ruhiger, aber langer Tag. Ich hab alles wegen meiner Arbeit geregelt gekriegt und muss morgen nur noch das Formular abgeben. Jetzt kann der nächste Stress losgehen, auch wenn der weniger stressig ist als der MüPrü-Stress :lol: .

  • Hi!

    wollte nur mal kurz die Rückmeldung geben, daß ich es sehr gut finde, was du so schreibst. ZB das mit dem Lob und viele andere Sachen.

    Zu Karneval: ich mach es für mich so, daß ich im ersten Jahr jegliches Risiko ausschließen will. Einmal war ich mit einem Kumpel in der Kneipe, er trinkt sein Weizenbier, ich meinen Kaffee. Dann ist er aufs Klo gegangen. Und dann saßen wir uns "Auge in Auge" gegenüber, ich und das Bier. Hätte nur zugreifen müssen! Hab ich natürlich nicht gemacht, aber so eine Situation will ich nicht mehr. Das sag ich dem Kumpel auch, daß ich keine Lust mehr auf Kneipen hab. Was soll ich da?

    Vor allem muß ich mir nichts beweisen, denn der Alkohol ist stärker als ich.

    Viele Grüße und gute 24 Stunden,
    Meinolf

  • Endlich Wochenende! Ich habe heute bewusst einen Gang rausgenommen und mir ein verlängertes Wochenende eingeleitet. Wenn ich schon keine richtigen Semsterferien haben werde, wegen der Abschlussarbeit, dann möchte ich wenigstens vorher nochmal ein paar ruhige Tage haben. Also bin ich um 6 Uhr aufgestanden, um 8 zur Uni gefahren und hab alles in die Wege geleitet für die Arbeit. Ab jetzt läuft die Zeit...
    Bin auf jeden Fall um 11 Uhr wieder nach Hause, hab ein bisschen aufgeräumt (endlich mal wieder :roll: ), dann gabs Mittagessen und danach bin ich mit meinen Eltern einkaufen gefahren. Anschließend hab ich noch ein bisschen an der Geschichte weitergeschrieben und hab Viva Pinata gespielt. Und jetzt schreib ich hier.

    @Meinolf: Danke für deine Antwort! Karneval kann ich gelassen entgegen sehen, weil es mich überhaupt nicht tangiert. Ich habe das einmal vor Jaaaahren mitgemacht, war bei so nem Umzug und es war nicht meine Welt. Aber der Gedanke, sich keiner Gefahr auszusetzen ist natürlich absolut richtig und wichtig.
    Und solche Situationen zu vermeiden habe ich zu meinem obersten Ziel erklärt.

    Ich habe heute im Bus nochmal eine kleine Rückschau gehalten, auf mein Gefühlleben bisher. Musste feststellen, dass ich sogar noch vor meiner nassen Zeit für mich die völlige Unmöglichkeit festgestellt hatte, jemals glücklich und zufrieden leben zu können. Ich fühlte mich durch meine Vergangenheit stigmatisiert, die Schatten menschlicher Bösartigkeit hatten mich gestriffen, und die Erinnerung, so dachte ich, machte es mir unmöglich jemals ein normales Leben zu führen. Durch diese Erlebnisse war ich schwach geworden, bin unheilbar verletzt worden und dadurch zu schwach, um in der Welt bestehen zu können. Ich war sehr pathetisch drauf, dachte voll düsterer Inbrunst, dass es halt Menschen gibt, die die Welt auf die Verliererseite gestellt hat und die so ohne weiteres niemals zufrieden werden können. Sie müssen dafür ewig und drei Tage kämpfen, die Welt gönnt solchen Menschen kein Quentchen Glück. Diese Gedanken, in einen ewigen, nie enden wollenden Kampf verstrickt zu sein gegen eine höhere Macht, die ich nicht besiegen kann und die mir immer wieder auf ihre gleichgültige und stoische Art Steine in den Weg wirft, hat mir alle Kraft geraubt. Ich denke, vor diesem Hintergrund habe ich dann auch angefangen Alkohol zu missbrauchen.

    Natürlich ist dieses Denken völlig irrational und Anzeichen eines fortgeschrittenen IaS-Syndroms. Die Lösung wäre einfach gewesen: Ich hätte einfach um Hilfe bitten müssen. Statt dessen habe ich erstmal mit Büchern und Selbsthilfe-Unterstützung rumgemurkst, und mir dabei dieses verquere Weltbild zurechtgelegt. Dahin möchte ich nie wieder zurück. Mit dem Alkohol hatte ich mir alle Chancen auf Besserung erstmal entgültig verbaut :oops: .

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plejaden,

    wie bekannt mir deine Worte vorkommen, bin erstaunt und irgendwie auch nicht...
    Freut mich zu hören, dass dieses Denken nun hinter dir liegt!

    Ich wünsche dir viel Kraft für deine Abschlussarbeit
    und weniger weitläufig zunächst einmal ein ruhiges Wochenende!

    LG
    Clare

  • Hallo zusammen,

    sorry, dass ich mich nicht gemeldet hab. Ich hab gestern nachmittag Kopfschmerzen gekriegt, die mich auch heute verfolgt haben. War ab und zu mal im Forum, hab dann aber gemerkt, dass mir das Computern gar nicht gut tut. Zwischendurch war ich noch ne Stunde spazieren und danach heiß duschen, das hat jedoch auch nicht geholfen. Jetzt hab ich eine Aspirin genommen, damit ich heute nacht wenigstens gut schlafen kann und morgen ausgeruht bin. Ich denke das Kopfweh kommt von einer leichten Erkältung und der Tatsache, dass mein Nacken wegen des geschwollenen Lymphknotens ein steifes Muskelkorsett ist...

    Eigentlich wollte ich das Thema von gestern aufgreifen, weil ich mir dazu noch einige Gedanken gemacht habe. Das mache ich dann morgen. Jetzt mache ich mir noch einen gemütlichen Abend, soweit das möglich ist.

    Danke auf jeden Fall für die Antworten zilli und clare.

    LG
    Plejaden

  • Guten Morgen zusammen. Da es mir nun etwas besser geht, hole ich das Wochenende heute nach, damit ich heute abend schreiben kann, wie mein Tag 1 der Arbeit an der Arbeit so gelaufen ist.

    Wie geschrieben, der Freitag war noch ok, am Samstag bekam ich allerdings leichte Kopfschmerzen. War noch auszuhalten, bis zum Abend, da wurden sie schlimmer. Und am Sonntag dann ganz schlimm. Mh, naja, bin froh den Freitag frei gemacht zu haben, so hatte ich unterm Strich doch noch ein gutes WoEn gehabt... Habe das gemacht, worauf ich gerade Lust hatte, einzige Bedinung war wie immer, keine destruktive Langeweile aufkommen lassen!

    Dann noch das, worüber ich gestern beim Spazierengehen nachgedacht habe: Es knüpfte an meinen Sermon vom Freitag an, damit war ich innerlich noch nicht durch ;) . Ich hatte da von meiner Vergangenheit geschrieben, wie ich früher gefühlt habe. Inzwischen habe ich einige Beiträge hier im Forum gelesen, in denen eine gewisse Verbitterung über eine verlorene Kindheit aufkam. Wieso hatte ausgerechnet ich so eine fürchterliche Kindheit? Musste so schnell erwachsen werden? Durfte nicht so unbeschwert und sorgenfrei sein, wie meine Mitschülerinnen und Freundinnen? Musste immer aufpassen, Angst haben, mich verstecken, durfte mein Ich nicht frei entwickeln, weil anscheinend alle was dagegen hatten? Doro hatte mal geschrieben "Ich bin nicht auf die Welt gekommen damit ich so bin, wie alle mich haben wollen!" Aber genau das wurde mir jahrelang vorgegaukelt.
    Ich finde es unglaublich schwierig, mit dieser Verbitterung, mit diesem Verlust der Kindheit umzugehen, dem, was unwiederbringlich verloren ist. Schlimmer noch: Eine Zeit lang habe ich geglaubt, sobald ich wirklich Frieden mit meiner Vergangenheit schließe, sie ruhen lasse und nicht weiter darum nachgrübele und trauere, dass ich dann Verrat an mir selbst üben würde. Ich wollte das Stigma nicht ablegen, ich wollte meine Sonderstellung als tief verletztes Wesen behalten. Als tragische Figur, die dazu verdammt ist ewig unglücklich zu sein.

    Es hat lange gedauert bis ich endlich begriffen hatte, dass ich mich gerade durch diese Einstellung selbst verrate. Ich lebe im Heute, was vergangen ist, kann ich nicht mehr ändern. Natürlich, es hat Spuren hinterlassen. Jemand, der meine Erinnerungen nicht hat, wird anders, unbelastet mit bestimmten Situationen umgehen. Aber damit kann ich leben lernen. Ich darf meiner Vergangenheit ruhig den Rücken zukehren und auf die Gegenwart und die Zukunft schauen, ohne Angst zu haben, dass mich irgendwas von hinten anfällt und umreisst. Klar, das kann passieren. Wenn ich z.B. jemandem aus meiner alten Klasse begegne. Aber ernsthaft: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sowas passiert? Lohnt es sich dafür, ein Leben lang rückwärts gewandt durchs Leben zu gehen? Nein.
    Heute bin ich kein Kind mehr. Viele Menschen glauben, dass ihr Leben fremdgesteuert sei, irgendwie. Immer sind die anderen Schuld daran, dass es ihnen schlecht geht. Der Staat, weil sie kein Geld haben, die Nachbarn, weil sie ihnen den letzten Nerv rauben, der Ehemann, weil er nur am Malochen ist und deshalb abends nie zuhört wenn man ihm sagen will, wie schrecklich der Staat und die Nachbarn sind...
    Ich habe inzwischen gelernt, dass ich für so viel Gutes in meinem Leben selbst verantwortlich bin. Dass ich viel mehr machen kann, als ich noch vor zwei Jahren gedacht hätte. Klar, alles hab ich nicht in der Hand. Aber vieles. Für sich selbst verantwortlich zu sein, dass ist eine harte Lektion, gerade wenn man wie ich eigentlich autoritätshörig ist. Aber es lohnt sich diese Lektion zu lernen!

    So, jetzt muss ich gleich los. Wer sich durch meinen Sermon durchgelesen hat: Respekt ;) .

    LG
    Plejaden

  • Da bin ich wieder. Die Aspirin hab ich zum Glück nicht gebraucht. Allerdings ist mir heute irgendwie schlecht, also hab ich wieder eine Pfefferminztee-Kur gestartet und es hilft schon ein wenig.

    Ich war auf jeden Fall um 10 Uhr an der Uni, hab erstmal geguckt ob der Dozent da ist, für den ich das Präsentationsequipment aufbauen muss. Der kommt aus einer Karnevalshochburg und es hätte gut sein können, dass er es nicht bis zur Uni geschafft hat. Aber, er hat es doch, also musste ich ran. Danach hab ich noch vier Stunden für meine Arbeit gelesen - habe mir vorgenommen, mir in der ersten Woche nur Literatur reinzuknallen - und danach einen neuen Mitarbeiter eingewiesen. Anschließend bin ich wieder heim gefahren und hab ein wenig aufgeräumt, danach, also jetzt gerade, schaue ich mit meinem Freund Fussball.

    Ich fühle mich im Augenblick sehr wohl. Merke zwar, dass ich einiges dafür tun muss, dass es so bleibt - die Verpeilerin in mir ziept immer noch kräftig und will mal fünf gerade sein lassen. Das lasse ich jedoch nicht zu. Was ich noch in den Griff kriegen muss ist, dass schnell Lebensbereiche in Disbalance geraten: Wenn es an einem Punkt gut läuft (z.B. der Uni) bleiben andere Sachen liegen (z.B. das Aufräumen, Wohnung in Schuss halten). Da muss ich noch ein Workaround finden. Was das Aufräumen angeht, werde ich mal wieder die Fünf-Minuten-Methode aufleben lassen. Das bedeutet, jedem Zimmer jeden Tag fünf Minuten aufräumen widmen. Das hat mir schon einmal geholfen, mal sehen, ob es nochmal klappt ;) . Als Zeit dafür habe ich mir den Morgen ausgeguckt. Ich stehe immer früh auf und hab dadurch mehr Zeit. Mal sehen.
    Ich glaube, ich habe nun auch die längste alkfreie Zeit der letzten Jahre hinter mir. Damit meine ich nicht nur meine Trockenheit, sondern auch generell den Kontakt mit Alk. Durch meine vorausschaunde Tagesplanung ist es mir gelungen, seit Neujahr keine Alkpulle mehr in meiner Nähe gehabt zu haben. Das tut unheimlich gut, ich merke, wie der geistige Abstand wächst, und zwar mit jedem Tag, an dem ich physisch keinen Alk vor der Nase habe. Tut richtig gut. Sogar heute habe ich es geschafft keinem besoffenen Jecken zu begegnen, weil ich die An- und Abreise zur Uni in Zeiten gelegt hab, wo die große Reisewelle schon vorbei war. Es gefällt mir wirklich so, kann so weitergehen - und dafür bin ich allein verantwortlich.

    LG
    Plejaden

  • Ich bins nochmal. Es hat mich eben gepackt und ich habe das Schlafzimmer rund um mein Bett aufgeräumt. Ich studiere zwar Ärchäologie und die Stratigraphie menschlicher Hinterlassenschaften lässt sich auch auf Unratstapel anwenden, aber das ging zu weit. Dabei habe ich ein wenig philosophiert und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich eine sehr sehr infantile Einstellung zur Ordnung habe.

    1. Ich lasse viele Dinge (ähm... die meisten Dinge :oops: ?) einfach da stehen und liegen, wo ich sie benutzt habe. Geht gar nicht.
    2. Sachen, die ich täglich brauche, räume ich gar nicht erst weg. Mein Begriff von "Sachen, die ich täglich brauche" ist jedoch dehnbar.

    Beides erhöht die Entropie in meinen Räumlichkeiten in solchen Ausmaßen, dass ein Physiker mit Freuden eine Doktorarbeit darüber schreiben könnte. Wie ich das geregelt kriege? Darüber philosophiere ich weiter nach, vielleicht morgen im Bus. Ich schreib dann, zu welcher Erkenntnis ich gekommen bin ;) . Eins steht fest: So will ich das nicht haben, es macht mich unzufrieden und unzufrieden ist ein Weg zur dunklen Seite der Macht.

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