Wie ich wurde, wer ich bin

  • äh, ja :oops: Und dann wollt ich eigentlich noch gesagt haben: mehr Neues gibts dann morgen, weil ich grad aus der Kneipe gestolpert komm.
    Und unten drunter sollte natürlich noch:
    Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende allerseits!

  • Hallo ihr!

    Ein Wochenende voller neuer Selbsterkenntnis is vorbei :D

    Freitag trifft mich fast der Schlag: gibts ja gar nicht, Mister "Ich beantworte keine SMS" meldet sich per SMS!
    Ich habe NICHT gefragt, warum er sich nicht mehr gemeldet hat, gar nix in der Richtung. Und warum? War nett, ihn mal wieder zu sehn. Aber absolut nix weiter. (Im Übrigen hab ich später noch mitbekommen, dass er sich auch bei keinem seiner Kumpels bis zu dem Tag gemeldet hatte.)
    Ich glaube bald, mich hat da so ein "Dir laufen sie nicht in Scharen nach, wenn einer Interesse bekundet, solltest du dir den schon näher anschaun" geritten :shock: Und, was auch eine Bekannte mal zu mir gemeint hat: Mensch, so ein lieber Kerl, in den solltest du dich verlieben, der würde dir gut tun. Uah :shock: Nein, ihr braucht das nicht zu verstehen. Ich versuche das nur grade mal wieder durch das Schreiben in meinem Hirn zu sortieren - hier is es also noch vollends wirr ;) Aber oh mei, mir tun sich hier grade Abgründe auf...

    Äh, lassen wir das. Zurück zum Anfang: er hatte per SMS angefragt, ob ich den Abend in der Kneipe anzutreffen wäre. Ich dachte nur, hoi, der lebt auch noch!? Ich war eh mit Freundinnen verabredet und hab dementsprechend geantwortet, ja, ich wär auch da.
    Irgendwann is man sich dann übern Weg gelaufen, stand zusammen rum, hat sich über Belanglosigkeiten ausgetauscht, die Musik, die Kneipe, etc. Später saßen wir mit mehreren Leuten zusammen am Tisch, derjenige zwischen uns war kurz weggegangen, also los gehts mit dem privaten Teil der Unterhaltung (Haha, ich bin wirklich Meisterin der Konversation!): Und wie gehts? - Gut. - Studium läuft? - Jepp. - Also alles in Ordnung? - Richtig.
    Dabei war es nicht so, dass ich mich nicht unterhalten wollte. Aber es war so voll und so laut und mit so vielen anderen Leuten am Tisch, da wollte und konnte ich keine vernünftige Unterhaltung führen.
    "Naja, den Sommer hatt ichs so satt, ich wollt einfach alles hinschmeißen. Aber mittlerweile hab ich mich wieder gefangen. Ich denke grade viel über mich und meine Vergangenheit nach, arbeite an mir und freue mich, zu sehen, dass es vorwärts geht." - das is nix, was ich in Gegenwart fremder Menschen an meinem Kneipentisch loswerden müsste.
    :arrow: Aber weiß jemand, warum ich ihm so wunderbar ausführliche Antworten gebe? Nö! Woher auch? Ham wer wieder was gelernt. Alles kann man mir schließlich auch nicht an der Nasenspitze ansehn.

    Irgendwie war der Abend seltsam. Als wir los wollten, hat er uns davon überzeugt, noch ein Bier mit ihm zu trinken. Als das dann leer war, meinte er wieder, wir könnten doch nich jetzt schon gehen, was wir aber getan haben. Später war ich allein unterwegs, mach noch nen kurzen Abstecher vorbei bei ner anderen Kneipe - und wer kommt mir da wohl entgegen? Richtig. Er schon wieder, ebenfalls allein. Ich meinte, ich wollte noch aufn Bier in die Kneipe, war ja sonst nix los. Darauf er, er würde noch eines mittrinken, wenn ich ihn mitnehmen würde. Dort wieder Bekannte getroffen und sehr spaßigen Abend gehabt :) Vernünftig mit ihm geredet allerdings gar nicht. Ich bin ja nicht mal dazu gekommen, zu fragen, wies ihm geht, was es Praktikum macht und so weiter.
    Dabei war mir noch so, als hing da was Unausgesprochenes in der Luft. Aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein und es ist gar nicht so komisch. Vielleicht muss es aber auch komisch sein, wo er schonmal Interesse an mir angemeldet hatte, und seither wurde auch nicht wieder vernünftig geredet.

    Keine Sorge, ich weiß, dass das wieder mal völlig wirr ist, erzählterweise wärs vielleicht etwas deutlicher :lol: Ich erreich grade meine beste Freundin nicht, deswegen muss das Forum vorübergehend als Ersatz herhalten ;)

    So long, die Loti

  • Hallo an jeden, der hier noch reinstolpert ;)

    Heute mal wieder etwas nachdenklichere Töne.
    Mir geht es um die Frage, weshalb man mit sich selbst so hart ins Gericht geht.
    Ich meine, es gibt ja echt Leute, die hauen manchmal Äußerungen raus, da denke ich mir, die sollten sich erstmal an der eigenen Nase fassen. Die praktisch Anderen Sachen ankreiden, die sie bei sich selbst nicht sehen.
    Und dann gibt es Leute wie mich, die sind Anderen gegenüber total tolerant, will sagen sehen ihnen ihre "Fehler" nach und drüber hinweg, is ja menschlich und gehört ja zu den Leuten dazu. Stellen aber an sich selbst unglaublich hohe Anforderungen. Warum? Warum zum Teufel ist das so? Wieso kann ich bei Anderen großmütig über was hinwegsehen, das ich mir selber ankreide? Warum denke ich, dass ich alles perfekt machen muss?
    Ist das auch Teil der Idee, in die ich mich verrannt und verbissen habe, nämlich dass man etwas leisten muss und irgendwie immer mehr bringen muss als die Anderen, um Anerkennung zu bekommen und gemocht zu werden? Wie kriegt man das weg?
    Ich tue all das, was ich bei der Beurteilung meiner Schüler später keinesfalls tun darf - meine Seminare lassen grüßen ;) Aber nicht Anderen gegenüber, sondern nur mir selbst gegenüber. Zu nennen wäre da zum Beispiel Produkt- statt Prozessorientierung. Klingt jetz komisch, damit soll aber gemeint sein, dass ich kaum sehe, was für Fortschritte ich mache, sondern mich immer gleich auf das stürze, was noch nicht rund läuft. Immer gucken, was am Ende dabei rausgekommen is, statt zu sehen, dass unterwegs schon vieles besser und richtig war. Auch ganz verkehrt in der Schule, lieber schauen, was kann jemand schon, anstatt direkt nach Defiziten Ausschau halten :?

    Gestern beispielsweise auf ner Party gewesen, eh klar, Halloween :D Sehr schön, kann ich gleich mal probieren, nicht sofort Reißaus zu nehmen bei Unterhaltungen, weil ich meine, dass ich eh kein intressanter Gesprächspartner bin. Ich geb mir also nen Schubs in den Hintern und wunder mich über mich selbst, dass ich tatsächlich nen entfernten Bekannten anquatsche und mich dann auch wirklich länger unterhalte.
    Mensch, denk ich, hast dich überwunden, hat hingehauen, super! Ne Weile später ärger ich mich aber schon wieder, dass ich in zwei Situationen nicht reagiert hab, wie ich vielleicht gewollt hätte :roll:

    Ich bin irgendwie immer noch auf: Oh Gott, was is das denn, weglaufen! gepolt, wenn etwas Unangenehmes auf mich zukommt. Das funktioniert automatisch, umdrehen und weg. Manchmal sag ich dann zu mir, nix, das tust du nicht schon wieder! Du drehst dich jetz wieder um und bringst das hinter dich. Ich kann ja schließlich nicht immer vor allem weglaufen :roll: Dann sehe ich es als Herausforderung und bin stolz auf mich, dass ich mich dem gestellt und es gemeistert hab. Aber kurz darauf ist wieder irgendwas, wo ichs nicht packe, und schon is da wieder ein schlechtes Gefühl :?

    lg Loti

    Ach, ein PS noch an summerdream, in der Hoffnung, dass sie mal reinguckt (PNs darf ich ja noch nicht): ich hab mich mal wieder in ein paar Themen auf den neuesten Stand lesen wollen, aber deines find ich nicht, bin ich doof?

  • hi loti

    grins... zu deiner erzählung von dem herrn, der keine sms beantwortet, hab i nix gschrieben, da ich den eindruck hatte, du wolltest das für dich selber sortieren :wink:

    Zitat

    Ich glaube bald, mich hat da so ein "Dir laufen sie nicht in Scharen nach, wenn einer Interesse bekundet, solltest du dir den schon näher anschaun" geritten Und, was auch eine Bekannte mal zu mir gemeint hat: Mensch, so ein lieber Kerl, in den solltest du dich verlieben, der würde dir gut tun. Uah Nein, ihr braucht das nicht zu verstehen.


    lol, ich verstehe dich da aber - kenn ich selber auch. bei mir is nur noch so, dass i gar net glauben kann, dass der herr wirklich interesse hat :roll: aber so sätze von bekannten kenn ich auch, das mim verlieben is halt net so einfach :wink: wenn ich so rechne wie oft freundinnen scho verliebt waren und meine menge des verliebtseins dagegen vergleiche, autsch da fällt des sehr mager aus...

    Zitat

    Wieso kann ich bei Anderen großmütig über was hinwegsehen, das ich mir selber ankreide?


    ich glaub, das hängt mit dem thema "das jeder uns mögen soll" zusammen. klar, gibt es öfters sachen, die uns an anderen stören, sehn wir nicht darüber hinweg, dann sagen wir es den betreffenden oder ziehn uns zurück - beides hat zur folge, dass man uns evtl. nicht mehr so lieb hat. also lieber den leichteren weg gehn und darüber hinwegsehn...
    und umgekehrt verhält es sich wahrscheinlich genauso, liegt bestimmt auch mit an der anerkennung, die man von seinen eltern bekommt bzw. nicht bekommt...

    Zitat

    Dann sehe ich es als Herausforderung und bin stolz auf mich, dass ich mich dem gestellt und es gemeistert hab. Aber kurz darauf ist wieder irgendwas, wo ichs nicht packe, und schon is da wieder ein schlechtes Gefühl


    liebe loti, ein schritt nach dem anderen :lol: das alles net auf einmal klappt is zu erwarten. haste dir jahrelang so angewöhnt, da geht des net von heut auf morgen - egal wie sehr du willst. denk an die kleinen hürden die du gemeistert hast, die sind auch net ohne und anzuerkennen! wie des aber in dein kopf kriegst, weiß i leider au net :(

    liebe grüße

    p.s. sorry, eigentli wollt i des alles bissi anders formulieren, krieg i aber im moment net hin - hoff du verstehst auch so, wie ich das mein :wink:

  • Grüß dich summerdream :D

    Zitat

    ich glaub, das hängt mit dem thema "das jeder uns mögen soll" zusammen. klar, gibt es öfters sachen, die uns an anderen stören, sehn wir nicht darüber hinweg, dann sagen wir es den betreffenden oder ziehn uns zurück - beides hat zur folge, dass man uns evtl. nicht mehr so lieb hat. also lieber den leichteren weg gehn und darüber hinwegsehn...

    Auch ein guter Gedanke - aber nein, das trifft es nicht. Es ist nicht so, dass ich anderen nicht sagen mag, was mich an ihnen stört, weil ich Angst habe, dass sie mich dann weniger mögen.
    Ich meine, dass mich die gleichen negative Eigenschaften an mir viel, also wirklich VIEL mehr stören als an Anderen. Wobei das vermutlich gar nich so abwegig is, weil ich meine ja öfter präsent hab als die der anderen *denk* Wobei ich auch die Konsequenzen ausbaden muss von meiner Verplanung und meiner Unpünktlichkeit beispielsweise, und mich das gleiche von Freunden ja nur betrifft, wenn sie mal zu spät bei mir auftauchen oder vergessen, was mitzubringen. Und darüber lässt sich schließlich einfacher hinwegsehen. Hmmm.

    Zitat


    wie des aber in dein kopf kriegst, weiß i leider au net

    Doch, jetz weiß ichs: ich brauch ein Mantra! :lol:
    "Immer einen Schritt nach dem anderen, Loti, immer einen Schritt nach dem anderen." :D
    Wer bietet mehr? *gg*

    Schönes Wochenende allerseits!

  • hallo mal wieder ;)

    mein anti-perfektionismus spruch:

    Lieber etwas nur zu 80% tun
    als zu 100% gar nicht.

    (Nachzulesen in: marco münchhausen, so überwinden Sie Ihren inneren Schweinehund)

  • ja, Mensch, da klick ich mich immer extra in deinen Thread und NIX passiert mehr :D

    geht's dir gut? im Prüfungsstress?

  • Hi phoenix,

    oh, wie schön dass noch jemand da is :D

    Nein, noch kein Prüfungsstress, aber trotzdem im Studium einiges zu tun - und sonst passiert tatsächlich nicht viel.

    Mir gehts in letzter Zeit ziemlich gut. Ab und an gibts kleine Ausreißer, aber insgesamt geht die Kurve nach oben :)

    Der geneigte Leser mag sich über die merkwürdige Uhrzeit dieses Eintrags wundern. Ich weiß auch nich, was da los war, aber seit ich Freitagnacht heimgekommen bin, hab ich nur geschlafen. Kopfweh, Bauchweh, Erbrechen, Schüttelfrost, das volle Programm. Jetzt weile ich so langsam wieder unter den Lebenden, auch wenn mir immer noch nich so richtig wohl ist.

    Wie hieß noch der Spruch, wenn du dich selbst änderst, ändern sich auch die Leute um dich rum? Scheint zu funktionieren.
    Freitag hab ich mal was nur für mich gemacht. Erst war ich beim Friseur und dann beim Shoppen (oder sollt ich sagen im Kaufrausch :lol:).
    Brachte mir später die anerkennende Feststellung ein, dass ich mich aufgebrezelt hätte - und das nur, weil ich mal nen (frischgekauften ;)) Rock anhatte :lol:
    Als ich grade wieder auf dem Weg zurück in die Wohnung war, sind bei mir schon zwei SMS eingetrudelt, ob ich abends wieder dabei wäre hier bei uns in der Studentenkneipe. Schönes Gefühl, dass einen jemand dabeihaben will :D

    Ich weiß nicht mehr, wers war, aber irgendwer hat ja hier den Begriff SHP kreiert. Das kenn ich selbst zu gut. Mit einer Person kann ich mich gut unterhalten, in kleinen Gruppen komm ich auch gut zurecht, wenn ich die Leute schon lange kenne, aber dann hörts echt auf. Sind da zuviele Leute auf einem Haufen, die ich nicht oder kaum kenne, dann will ich mich am liebsten dünn machen, dann sitz ich zwar noch dabei, dann kommt aber nix mehr von mir.

    Nun denn, Freitagabend. Ich würds ja nicht glauben, wenn ich nicht dabeigewesen wäre. Aber da saß ich doch tatsächlich in einer Gruppe von 8 Leuten bis in die frühen Morgenstunden, hier geplaudert, da unterhalten, und hab mich bestens amüsiert :D

    Es ist in der Tat verrückt. Erst hat mich die Tage ein Bekannter als schnucklig bezeichnet - und auch wenn ich kein Fan dieser Bezeichnung bin, hat er doch gemeint, das wär ein Kompliment :) Und Mann hat sich schon erkundigt, ob ich nur zum Feiern oder als Single auf einer Singleparty die Tage erscheine, huiuiui.

    Oha, jetz is doch wieder spät geworden. Und das bisschen Geschreibsel hat mich auch schon wieder geschafft, ich gönn mir dann noch ne Mütze voll Schlaf und versuch vollends gesund zu werden.

    Ich hoffe euch gehts gut?

    So long, beste Grüße!
    Die Loti

  • schön von dir zu hören! :)
    geht's dir besser?

    Ich finde es toll, daß du was für dich machst :)
    und ein bißchen shoppen hat noch keiner geschadet hihi.

    Finde es auch schön, daß du mehr aus dir raus gehst und neue KOntakte knüpfen kannst. Es stimmt definitiv: wenn du dich bewegst, bewegt sich alles wie miteinander verzahnt mit.

    Diesen Effekt kann man für sich nutzen. Und noch besser: ich habe manchmal das gefühl, die anfängliche Anstrengung, das Rad zum Laufen zu bringen, wird weniger, wenn etwas Schwung drinne ist.

    bis bald ;)

  • Huhu phoenix!

    Schön von dir Antwort zu bekommen :)

    Danke der Nachfrage, nachdem ich auch noch den ganzen Sonntag durchgeschlafen habe, bin ich jetzt fast wieder auf der Höhe :D Wird auch höchste Zeit, so völlig nichtstunkönnend im Bett rumliegen verträgt sich nur schlecht mit meiner Machernatur ;)

    Danke nochmal für deinen Antiperfektionismusspruch! Den hab ich heute nämlich auch direkt weitergereicht - hängt jetzt wahrscheinlich über einem Schreibtisch mehr ;)

    Hast Recht, das Rad anschubsen ist bestimmt mit der größten Mühe verbunden. Jetz muss es "nur noch" am Laufen gehalten werden...und bloß nich zuviel Zeit damit vergeuden, sich umzugucken, wie schnell die anderen Räder rollen.

    Hat jemand das Buch "Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück" von Francois Lelord gelesen? Darin stellt Hector unter anderem fest, dass es auch Vergleiche sind, die uns vom Glücklichsein abhalten.

    Ich werde grade durch ständige Familienplanungen um mich rum - in meinem Studiengang grade sehr populär :roll: - laufend daran erinnert, dass ganz viele um mich rum was haben und was können, was ich nicht habe. Hier Zusammenziehen, da Heiratsantrag, hauptsächlich die Überlegung, wann der rechte Termin für Nachwuchs ist.
    Manchmal bewundere ich die Leute um mich rum, manchmal beneide ich sie, manchmal bin ich deswegen genervt und manchmal frustriert.
    Manchmal denk ich mir aber auch, ja gut, bei denen ist das eben anders als bei dir. Du bist noch nicht so weit, aber muss ja nix Schlechtes sein, is ja schließlich nicht jeder Mensch gleich.

    Es ist nicht so, dass ich mir mit meinen 22 Lenzen grade Gedanken darum machen würde, Kinder in die Welt zu setzen. Es ist mehr, dass sie in meinem Alter schon mehrjährige Partnerschaften hinter sich haben, mit ihrem Partner zusammenwohnen und schon so weit zu sein glauben, gemeinsam Kinder zu bekommen.
    Da kommt es mir dann vor, als würde mir irgendwas fehlen, weil ich es nach wie vor für unmöglich halte, jemand überhaupt näher an mich ran zu lassen.

    Wenn ich aber dann abends losziehe in unsere Studentenkneipe, dort mit Kumpels zocke und schäker, dann weiß ich doch, dass meine Variante gerade die richtige für mich ist. Dass ich erstmal machen muss, wonach MIR der Sinn steht.

    Ich dachte ja immer, ich wäre selbstständig. Tatsächlich war ich aber immer in der Nähe, wachsam und auf dem Sprung, immer bereit, nach meiner Familie zu gucken, einzuspringen, man weiß ja nie.
    Kaum war die letzte Vorlesung der Woche vorbei, bin ich nach Hause, immer mit einem beklemmenden Gefühl. Jetzt habe ich meinen Wohnort hier in meiner Studierstadt. Ich statte meinen Eltern jedes Wochenende einen kurzen Besuch ab, frage, was es Neues gibt, erzähle vom Studium, betreibe Smalltalk. Aber das wars auch.
    Nachdem ich die Verantwortung jetzt endlich größtenteils abgelegt habe, kann ich mich jetzt erstmal um mich selbst kümmern. Und DANN irgendwann weitersehen. Jawoll.

    Ich mag Foren, hab ich das schonmal erwähnt? Jetzt, wos aufgeschrieben is, brauch ichs nicht länger im Kopf rumwälzen :D

    Liebe Grüße, die Loti

  • hallo Loti!

    Schön, daß es dir besser geht!!!
    Habe auch den halben Sonntag im Bett verbracht und mal so richtig ausgeruht, war nötig.

    Zitat

    und bloß nich zuviel Zeit damit vergeuden, sich umzugucken, wie schnell die anderen Räder rollen.

    GANZ GANZ wichtig. Seit mir das klarer ist, seit ich mich von den Wünschen und Erwartungen anderer an mich freier machen kann (ganz frei wird man wohl da nie sein) und nicht mehr ständig vergleiche, geht es mir viel besser.
    Mein TH gab mir zum Arbeiten ein Bild in den Kopf. Für mich ist das so ein kleiner grüner SProß aus total verkohlter Erde. Das ist MEINE Pflanze, mit MEINEM Wachstum. Und alles was ich tun muß/will, ist diese Pflanze zu schützen und zu nähren.

    Das ist mein Bild, um mich gut um mich zu kümmern (und das gerade, wo ich im realen Leben mit realen Pflanzen SOWAS von keinen grünen Daumen habe :D ).

    Zitat

    Aber das wars auch.
    Nachdem ich die Verantwortung jetzt endlich größtenteils abgelegt habe, kann ich mich jetzt erstmal um mich selbst kümmern. Und DANN irgendwann weitersehen. Jawoll.

    genau so geht das. Das ist irre befreiend. Bei den AAs sagt man auch: BEI SICH bleiben.
    Man ist nicht für die Lösung der Probleme der gesamten Menschheit verantwortlich, sondern nur erstmal für sich.
    Und witzigerweise erweist man damit der Menschheit und sich selbst den größten Dienst.

    Ich freue mich ehrlich für dich, daß du schon so gut sortieren konntest und dein Leben leichter wrid. Du erwähnst auch deine Eltern viel weniger (ist bei mir immer ein gutes Zeichen).

    ganz schön abgeklärt! *kicher*

    fühl dich gedrückt

  • hi loti

    na aber hallo, da is bei deinen bekannten wohl voll die familienplanung in.
    bei mir sind die leute in meinem engeren freundeskreis noch nicht beim thema heirat und kinder angelangt (ausnahme mandy :lol: ), aber zam wohnen tun scho einige.
    aber ganz ehrlich, also ich würd des etz no net wollen, mir gefällts niemanden rechenschaft ablegen zu müssen. seh ich etz vielleicht von der falschen seite, aber is halt meine meinung :wink:

    also sollen die anderen ruhig planen und tun, das is mir auch egal - für mich wärs definitiv noch nix!

    und du weißt doch auch, nur weil andere was machen, deswegen müss mers doch net gleich nach machen - wir ham doch unser eigenes leben!

    und wie du scho sagst, etz warste so lange für deine eltern da, etz is erst mal zeit für dich angesagt! und ich hab den eindruck, das kriegste auch ganz gut hin :lol:

    liebe grüße

  • Hallo ihr Lieben!

    Mensch, was ein langer Tag *uff* Aber morgen is frei, und da nutz ich doch die Gelegenheit und guck hier mal wieder vorbei. Und ich bin wieder gesund :D Hab auch genug zu tun...aber das wird schon - tschakka! :lol:

    Vielen lieben Dank für eure netten Antworten erstmal vorneweg!!

    Tja wisst ihr, Lehrämtler sind da ziemlich pragmatisch - mit Mann und Kind darfste dann wohl mal in der Gegend bleiben. Und die Langzeitplaner machen sich eben Gedanken, wo man am besten die Babypause unterbringt, Studium - Vorbereitungsdienst - Lehrerdasein.

    @Nelly: Ne, zwei Jahre reichen da nicht, ich glaube, da hink ich weiter hinterher - die für mich typische ausgedehnte Kennenlernphase nicht vergessen ;) Aber gerechnet wird hier nicht mehr - das hab ich einmal getan, und ich mach mich grade echt wegen diesem *piep* Studium schon wahnsinnig genug.
    Man stelle sich vor: knapp 23 Jahre jung, Frauenarztanraten: nicht länger warten als Ende 20. Rechne dann noch, du hättest schon gern mehr als 1 Kind. Abstand dazwischen. Klappt ja auch nich sofort. Davor willst du den netten Herrn ja auch schon n Weilchen kennen. Bisschen was gemeinsam aufbauen wär ja auch nicht verkehrt. Rechne dann noch die bis Loti endlich Vertrauen fasst-Kennenlernzeit dazu, und wo kommst du raus? Eben. Ich kann natürlich jetz panisch in der Gegend rumrennen und denken, das haut nie hin mit der Bilderbuchfamilie und dem Häuschen mit dem schönen weißen Gartenzaun. Ich finde, ich bin wirklich zu jung, um mich mit sowas zu quälen. Und eigentlich liegt mir das auch gar nicht. Ich bin nicht son durchorganisierter Mensch, ich mag nich alles planen.
    Natürlich weiß ich nicht, wie ich das in 10 Jahren sehe, aber im Moment denk ich, ich hab noch soviele andere...Pläne kann mans nicht nennen, eher Vorhaben, Sachen, die ich mal machen will - und egal, wies kommt, es wird gut - Optimismus pur :)

    Phoenix : so, das haste jetz davon, dein Arbeitskopfbild hab ich mir jetz auch gemopst - gefällt mir nämlich sehr gut :D
    Meine Eltern erwähn ich schon deswegen weniger, weil es einfach nichts zu erwähnen gibt. Keine Ahnung, was aus dem Trinkverhalten meines Vaters geworden ist. Wenn ich dort bin, sehe ich, dass er Bier trinkt, vielleicht zwei Flaschen. Ich hab ihn nicht betrunken gesehen und meine Mutter hat sich nicht drüber beklagt, dass er betrunken gewesen wäre. Man würde meinen, man sieht eine ganz "normale" (also nicht Alkoholiker-) Familie. Klar, wir wissen alle, der FFE-Modus - da is immer irgendwie ein Beigeschmack. Aber ich werde nicht sofort in irgendwelche Alkoholgeschichten reingezogen, wenn ich bei meinen Eltern bin, is grade nicht präsent. Und so sind die beiden Menschen, mit denen man recht gut auskommen kann. Alles kein Problem, solange ich mich schnell genug wieder aus dem Staub mache, das hab ich schon gelernt.

    summerdream :

    Zitat

    mir gefällts niemanden rechenschaft ablegen zu müssen

    dito :D Auch wenn ich zu hören kriege, wenn ich das mal äußere, dass "das in guten Beziehungen gar nicht so wäre" - äh, genau, was auch immer ;)

    Zitat


    nur weil andere was machen, deswegen müss mers doch net gleich nach machen

    Oh ja, an den Spruch erinner ich mich noch aus meiner Kindheit: wenn alle Andern von ner Brücke springen ... ;) Natürlich weiß ich das.
    Aber wenn man dann mal nen schlechten Tag hat und dann hört man, wies bei den Andern läuft und dann vergleicht man sich halt doch und dann :roll:

    Ich halte mir mal weiter die von phoenix erwähnten 80% vor Augen und versuche, nicht immer sofort mit dem Kopf durch die Wand zu wollen - guter Plan 8)

    Abgeklärt Grüße *glucks* :lol:
    von der Loti

  • Guten Morgen liebe Loti,

    Hectors Suche nach dem Glück hat ihm ja eine ganze Menge Erkenntnisse gebracht. Nicht alle finde ich jetzt unbedingt toll, aber hilfreich können sie schon sein. Die Sache mit dem Vergleichen kann frau ja schließlich auch andersherum sehen. Es kommt halt immer darauf an in welche Richtung du vergleichst.

    Freu dich an der Zeit, in der du unabhängig bist. Auch wenn um dich herum Heirats- und Kinderpläne geschmiedet werden. Ich habe meinen Sohn bekommen, als ich so alt war wie du. Geplant, gewollt und sehr geliebt. Trotzdem weiß ich im nachhinein, dass mir dadurch eine Menge an Zeit verloren gegangen ist, die ich für meine Entwicklung noch gebraucht hätte. Ach und – spätestens wenn deine Mitkommilitonen verzweifelt nach einem Babysitter suchen oder sich nicht aus dem Haus wagen können, weil der kleine Schreihals krank ist, wirst du auch mal wieder anders über die Geschichte denken.

    Genieße es, nur für dich verantwortlich zu sein. Mir hat dieser Entwicklungsschritt immer gefehlt, ich muss ihn jetzt, als alte Schildkröte, nachholen. Was auch ein schönes Gefühl ist, allerdings mit einem Tropfen Wehmut, denn die Endlichkeit von Kraft und Zeit wird mir dann doch schon manchmal bewusst. Du hast noch so viel Leben vor dir und Möglichkeiten, dich aus den Verstrickungen, die du in deinem Elternhaus durch den Alkohol mitbekommen hast, zu befreien. Du hast jetzt auch schon ein Kind, für das du sorgen kannst und es lieben, nämlich dein „inneres Kind“. Das wird deinen eigenen Kindern auch zugute kommen, wenn dann irgendwann die Zeit reif ist für die „Rama-Familie“.

    Ich finde es übrigens schön, dass du dir Kinder wünschst. Die Freundin meines Sohnes möchte keine und darüber bin ich ganz schön traurig.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Ette

    "Du hast jetzt auch schon ein Kind, für das du sorgen kannst und es lieben, nämlich dein „inneres Kind“."

    Finde ich einen sehr schönen GEdanken. Es gibt Frauen, die sich selbst nicht lieben können und aus diesem Vakuum heraus, ein Kind bekommen.
    So ist es sicherlich besser und man kann dem Kind mehr mitgeben.

    Loti
    das leben kommt ohnehin immer anders als geplant, bzw. Planung ist nicht verkehrt, aber immer nur relativ.

    Mit dem Mann, den ich kennen gelernt habe, habe ich z.b. das Gefühl SOFORT gehabt: ja, mit dem könntest du ein Kind haben.
    Es kann sich alles ganz schnell ändern.

    Wie Ette sagt: genieße diese Zeit, in der du ganz viel für dich tun kannst. Alles was du für dich tust, investierst du in dein zukünftiges Leben.

  • Hallo ihr! :D

    @Nelly: nein, nein, das war kein universales "ab 30 Kinder kriegen is doch nix", das war ein persönlicher Rat an mich. Genau genommen hieß der sogar: je länger Sie warten, umso schwerer werden Sies haben, aber länger als Ende 20 sollten Sie auf keinen Fall warten.

    Ette : ein paar nette Gedanken hatte er schon, der Hector :) Dass ich auch sagen kann, im Vergleich zu XY bin ich verdammt gut dran, das steht natürlich außer Frage.
    Die Sache ist auch nicht die, dass ich jetzt Kinder möchte- also wirklich nicht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, ein Kind zu bekommen, solange ich mit mir selbst noch nicht im Reinen bin. Und die frisch gewonnene Unabhängigkeit soll mir ja erstmal erhalten bleiben ;) Ein befreundetes Pärchen hat auch vor kurzem Nachwuchs bekommen, und ich habe vorhin erst erlebt, wie froh die sind, den mal übers Wochenende an die Oma abtreten zu können.
    Es is eher das gute alte Unzulänglichkeitsgefühl. Die arbeiten grade an was, was von mir denkbar weit entfernt ist, die können was, das ich nicht kann. Blödsinn aber auch, ich gesteh allen Anderen ihr eigenes Tempo zu, dann sollt ich das bei mir auch mal machen. Funktioniert ja mittlerweile auch meistens, aber ab und an kommt halt doch ein :? - Gefühl durch.

    Zitat

    Genieße es, nur für dich verantwortlich zu sein.


    Ja, ich bin grade fleißig dabei :D Ich weiß ja, dass ich nie mehr so viel Zeit für mich hab, wie jetz während des Studiums. Weil die 1,5 Jahre nach dem Studium werden erstmal nur aus Arbeit bestehen. Und Verantwortung. Die hab ich derzeit nur meinen Haustieren gegenüber, weswegen ich ja schon etwas ruhiger geworden bin ;) Noch kann ich mir meine Zeit einteilen, wie ich will. Es is zwar nicht so prickelnd, aber auch kein Problem, wenn ich mal eine Vorlesung versäume, das is allein mein Problem. Ich kann am Wochenende bis in die frühen Morgenstunden mit Bekannten in der Kneipe verhocken und nachts noch durch die halbe Stadt laufen, um bei wem daheim spontan noch was zu kochen, auch wenn ich dann erst morgens um acht nach Hause komme.
    Daran erinnere ich mich auch am liebsten: seltsame spontane Aktionen, für die man, wenn man später berichtet, lächelnd als verrückt bezeichnet wird.
    An all das denke ich dann, wenn mir wieder jemand was von seinen Babyplänen erzählt. Und sage: "Wie schön! Für mich wär das aber noch nix, ich hab in meinem Leben einfach noch nicht genug Verantwortungsloses gemacht, da würde mir was fehlen :)"

    Phoenix :

    Zitat

    das leben kommt ohnehin immer anders als geplant, bzw. Planung ist nicht verkehrt, aber immer nur relativ.


    nach meiner Erfahrung ist auch alles Ungeplante immer am spaßigsten.

    Oder falls jemand den Film Einsam, zweisam, dreisam kennt, da sagt der gute Mensch am Ende in etwa: Das ist wie bei einem Urlaub, bei dem man sich verirrt. Und am Ende der Reise stellt man fest, dass das der beste Teil der ganzen Reise war.

    Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende!
    Liebe Grüße, die Loti

  • Hallo ihr!

    Etz muss ich mal eben was ein klein wenig ab vom Thema loswerden.
    Kennt ihr das auch, dass man was träumt, was einem den ganzen Tag hinterher hängt? Heut gings mir mal wieder so, ganz seltsame Stimmung.

    Ich hab so gut geschlafen wie lange nicht, zwischendurch mal wach geworden und gefreut, dass ich noch so lang schlafen kann, und weiterträumen. War also kein böser Traum, nur seltsam irgendwie.

    Ich weiß gar nich, wie ich das aufschreiben soll, ohne dass es völlig daneben klingt. Aber klein Loti mit ihrem bloß keinen zu nah an sich ranlassen - Schutzschild hat von sich und wem aus ihrer jüngeren Vergangenheit geträumt - deswegen seltsam, von so einem Vertrautheits- und Zusammengehörigkeitsgefühl - deswegen schön.

    Das klang auch den ganzen Tag noch nach - und Klein-Loti dachte bei sich: ja, das möchtest du mal - hach, wie schön. Aber wie passt denn der andere Mensch da bloß rein? Weil das Gefühl mit dem Mensch gegeben hat es nie. Son Unterbewusstsein tut manchmal seltsame Dinge.

    Ich hau mich dann mal wieder hin, mal sehn, was mich morgen so verfolgt :lol:

    Liebe Grüße, Loti

  • hi loti

    ne, also ich find des klingt gar net daneben - gebs zu, kenn ich auch :oops:

    bin etz kein traumdeuter oder so, hab mich mit dem thema au no gar net näher befasst, kann daher nur mutmaßen :lol:
    ich tipp drauf, dass es im traum gar nicht um die andere person ging, sondern eher um das zusammengehörigkeitsgefühl (und des ganze zeugs halt was ne beziehung mit sich bringen sollte :wink: )

    und ich bin mir sicher, das wünscht sich jeder, egal ob glücklicher single oder allseits auf der suche. bin ja selber au net auf der suche, eigentlich momentan froh, dass ich solo bin - wüßte momentan net wo ich momentan gedanklich und auch zeitlich nen mann unterbringen sollte - aber manchmal denk ich mir auch "ach wär des etz schön, wenn da etz einer an deiner seite wär" :roll:

    liebe grüße

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