Was ratet Ihr mir?

  • Hallo, ich habe da noch eine Frage, wie ich mich verhalten soll.

    Ich habe aus dem Internet verschieden Berichte ausgedruckt, über Co - Alkohliker, das Familienleben mit einem Alkoholiker, was Kinder eines Alkoholikers prägt usw. - Bringt es etwas wenn ich ihn die Berichte mal im nüchternen Zustand hinlege zum Lesen.

    Selbst wenn er nüchtern ist geht er uns an - wir sind für alles zu blöd, wenn er nicht wäre würden wir untergehen mit wehenden Fahnen ... und alles solchen Mist.

    Reden will er nicht mit uns: "Ihr braucht gar nicht glauben das ihr mir die Schuld für alles geben könnt, ich bin der einzige der hier noch was fertigbringt...."
    Unsere Tochter ( 22 )ist sowieso eine Cholerisch Zicke, es wird Zeit das die endlichmal auf eigenen Beinen steht und auszieht ( unsere Jüngste ( 20 ) ist schon geflüchtet ) Ich bin auch zu allem zu doof, das einzige ist der Gästebereich unserer Pension, da wäre ich noch halbwegs zu gebrauchen usw. usw.

    Was meint Ihr, bringt es was wenn ich ihm das Zeug mal zum lesen hinlege?? :?:
    Mir haben die Geschichten hier im Forum sehr geholfen - Jetzt merke ich, das ich doch nicht so blöd und untauglich bin - ich hab ja selbst schon geglaubt das es so ist. :oops:
    Als ich mich hier im Forum durchgelesen habe sind mit die Augen aufgegangen und mein Kopf kommt schon wieder 2 Zentimeter höher :) .

    Für Tipps wäre ich Euch sehr dankbar.

    LG Sternderl

  • Hallo stenderl!
    Wenn du das bedürfnis hast, so lege ihm die schreiben zum lesen vor.
    Denke aber daran, das er sofort wieder zum angriff übergehen wird, da du ihm damit einen spiegel vorhälst, in dem er sich wiedersieht.
    Es heisst nicht umsonst, das der spritkopf ein mann (frau) mit den 1000 masken ist und er für jede situation eine parat hat.

    edit Zitate bitte hier nicht einkopieren. Danke.

    Herzlichst heinrich

    Der Mensch muss sich verändern wollen.
    Sonst ist jedes Bemühen sinnlos, jedes Wort zuviel und jede Anstrengung vergebens.

  • Heinrich, das ist ein wunderschöner Text, der jedoch nicht nur auf Alkis zutrifft. Wir allen tragen unsere Masken, hinter denen wir unser wirkliches Sein aus Angst vor Verletzungen verstecken.

    Tobias Brocher hat in seinem Buch "Von der Schwierigkeit, zu lieben" dieses unser Verstecken mit diesem Text unvergleichlich zum Ausdruck gebracht.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Sternderl,

    willkommen hier im Forum, denn das ist oft schon der erste Schritte, etwas zu verändern. Du fragst nach Ratschlägen. Als erstes der Ratschlag, bitte in einem Thread zu bleiben, da es für uns dann deutlich einfacher ist, dir zu antworten. Zwischen verschiedenen Threads hin und her zu klicken, ist zeitaufwändig. Auch das gleiche Thema unter verschiedenen Überschriften zu posten, bringt nicht wirklich neue Ergebnisse.

    Zu raten, wie du mit deinem Mann bzw. deiner Situation umgehen sollst, nun, für mich war es in sehr wichtig, zu gucken, was ich selbst will und wie ich mein Leben für MICH so gestalten kann, dass meine Glückseligkeit nicht mehr von „seinem“ Verhalten abhängt.

    Wenn du denkst, du kannst dich aus wirtschaftlichen Gründen von deinem Mann nicht trennen, ist dies deine Entscheidung. Wobei ich zu bedenken gebe, dass auch diese wirtschaftliche Sicherheit nur eine Frage der Zeit sein kann. Ihr wärt nicht das erste Paar, bei dem sich die wirtschaftlichen Verhältnisse bei einem Vorschreiten der Krankheit deines Mannes drastisch verschlechtern könnten. Zudem nimmst du die wirtschaftliche Sicherheit als Argument dafür, dass du nicht wirklich etwas verändern musst, so empfinde ich es jedenfalls.

    Trotzdem kannst du natürlich auch versuchen, dich insoweit in deiner Situation einzurichten, dass du dein Leben im Familienverbund soweit als möglich autonom gestaltest, d. h. dich nicht mehr vom Verhalten deines Partners abhängig machst. Dazu gehört natürlich auch, sich nicht auf Diskussion bezüglich der Trinkerei einzulassen. Hast du denn deinem Mann schon einmal ein Ultimatum gesetzt, das ihn vor die Alternative stellt, Alk oder Menschen? Natürlich würde dies von dir eine große Konsequenz erfordern, die für die Umsetzung dieses Ultimatums notwendig ist. Und es gäbe auch keine Garantie, dass dein Partner sich dann zu deinen Gunsten und gegen den Alk entscheidet.

    Du schreibst, du bist 51 Jahre alt und weißt nicht, ob du noch Arbeit bekommst. Ich habe vor einiger Zeit eine Frau kennengelernt, die sich mit Eintritt ins Rentenalter von ihrem Ehemann getrennt hat, weil sie seine Trinkerei einfach nicht mehr ertragen wollte. Er hat trotzdem nicht aufgehört zu trinken. Sie hielt sich mit ziemlich wenig Geld über Wasser, sagte mir jedoch, dass sie so zufrieden sei wie noch nie in ihrem Leben. Das hat mich sehr angerührt, denn sie hat Haus und Hof und gesicherte wirtschaftliche Verhältnisse aufgegeben um ihre Zufriedenheit und Ruhe zu finden.

    Du siehst, dass Ratschläge schlecht zu geben sind, da die Entscheidung, wie du die Situation verändern kannst, ganz alleine von dir zu treffen ist. Du musst entscheiden, ob du deine Zufriedenheit verkaufst gegen eine finanzielle Sicherheit, die sich auch jederzeit verändern kann.

    Ich wünsche dir die Kraft und den Mut, eine für dich akzeptablen Weg zu finden.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Sternderl,

    Zitat von Ette


    Wobei ich zu bedenken gebe, dass auch diese wirtschaftliche Sicherheit nur eine Frage der Zeit sein kann. Ihr wärt nicht das erste Paar, bei dem sich die wirtschaftlichen Verhältnisse bei einem Vorschreiten der Krankheit deines Mannes drastisch verschlechtern könnten.

    Das kann ich leider nur bestätigen. Mein Mann hatte sich bei allen die ihm Geld geliehen haben Schulden gemacht, ohne meines Wissens. Trotz dem geliehenem Geld fehlte es im Haushalt an allen Ecken und Kanten. Es gab Zeiten wo wir nicht mal Brot oder Margarine hatten.
    Kurz bevor er zugab Alkoholiker zu sein konnten wir auch die Miete nicht mehr bezahlen. Dadurch und durch andere Gründe wurde mir klar das ich handeln muss, weil das für meine Begriffe zu weit ging. Ich hatte Angst davor auf der Straße zu sitzen.

    Irgendwann beginnt die Zeit beim nassen Alkoholiker wo nur noch der Alkohol wichtig ist. Alles andere, wirklich alles andere ist dann völlig unwichtig und uninteressant!

    Es wird noch einige Zeit dauern bis alle Schulden aus dieser Zeit abgezahlt sein werden..................

    Viele Grüße von
    Ingane

  • Hallo zusammen,

    Heinrich, Danke für den schönen Text, er hat mich sehr nachdenklich gemacht.
    :wink:
    Es ist halt alles so schwierig zu Zeit.
    Die vielen Fragen - was mache ich - ist es auch richtig - kommt er wieder zu sich - ist es schon zu spät???
    Tausend Frage.
    Die sicher Exisstenz ist zwar beruhigend aber nicht alles, wenn es nicht anders geht, gehe ich, irgendwo kommt ja bekanntlich immer ein Lichtlein her. Ich wurde schon als Kind sparsam erzogen, meine Eltern hatten nie viel übrig, jetzt geht es uns finanziell relativ gut, zwar keine Reichtümer aber wir kommen gut klar. Und sparen kann ich immer noch....
    Nur weiß ich auch, das er vollkommen abstürzt wenn ich gehe.

    Es halt alles so schwer zu bewältigen, da wird man wirr und irr.
    Machmal kann mein Kopf garnicht so schnell alles verarbeiten, was mir an Fragen so durch den Kopf geht.

    Danke für Eure Tipps, es tut gut mit jemandem darüber zu reden.

    LG Sternderl

  • Zitat von Sternderl


    Nur weiß ich auch, das er vollkommen abstürzt wenn ich gehe.

    Das ist genau die Situation, wo du als Co-Abhängige suchtbegünstigend tätig wirst. Indem du nämlich das System aufrecht erhältst. Wenn es heißt, dass jeder Abhängige seinen persönlichen Tiefpunkt erreichen muss, um eventuell etwas gegen seine Sucht zu tun, dann unterstützt du hiermit sein Verharren in der Sucht. Du übernimmst die Verantwortung dafür, dass er nicht vollends unter die Räder kommt. Verständlich - jedoch im Hinblick auf Sucht genau das Gegenteil von dem, was hilfreich ist. Hilfe durch Nichthilfe ist der Satz, den ich lernen musste, damit ich loslassen und meine Machtlosigkeit der Sucht gegenüber akzeptieren konnte.

    Inzwischen trinkt "mein Alki" seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Nachdem ich ihm in einem Kraftakt all seine Sachen vor die Tür gestellt habe.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Sternderl,

    auch ich bin die Frau eines, inzwischen trockenen, Alkoholikers.

    Und ich kenne Deine Gedanken genau.

    Auch ich dachte, wenn ich bei ihm bleibe, ihn nur genug liebe, dann wird alles gut.

    Genau das Gegenteil ist der Fall.

    Solange wir unseren "Alkis" den Rücken freihalten, sie unterstützen - ja sogar für sie lügen, warum sollten sie etwas ändern?

    Es läuft doch alles wunderbar! Sie haben ihr warmes Nest, eine liebende Frau an ihrer Seite und den besten Freund, den Alkohol.


    Zitat von Sternderl


    Nur weiß ich auch, das er vollkommen abstürzt wenn ich gehe.

    Ein sehr kluger Satz, der mal in meinem Thread stand, als ich noch genauso gedacht habe, wie Du:

    Der Absturz kommt bestimmt, auch wenn wir bleiben!
    Er kommt später, aber dann für Beide!!!

    Wenn er abstürzt ist es sicher nicht Deine Schuld, denn er hat sein Leben in der Hand.

    Du musst für Dich wissen, wie lange Du das mitmachen willst.

    Wenn Du bleibst, ihm weiterhin den Rücken stärkst, wirst Du mit ihm zusammen untergehen.

    Zieh die Notbremse, bevor es zu spät ist!

    Lieben Gruß
    Speedy

  • hallo heinrich!

    ich muß nun mal zu diesen masken was loswerden.

    genau das finde ich wichtig für uns co`s eben nicht weiter auf diese ollen masken zu schauen und damit alles zu entschuldigen.

    wir haben uns lange genug nach masken und launen gerichtet. ich möchte in die maskenlosen gesichter sehen können, auch wenn sie hässlich, faltig und zitterig sind.

    das hilft sterndel nun vieleicht nicht unbedingt weiter aber ich bekomme immer einen dicken hals wenn ich den maskentext lese weil er mir viel zu oft über den weg läuft und damit viele unzulänglichkeiten im psychischen bereich entschuldigt werden.
    mir erscheint der text zu verlogen und zu salbungsvoll. er ist für mich nicht echt. eben auch wieder nur eine "maske".

    liebe grüße frau
    ______________

    Nicht weil es schwer ist, tun wir es nicht
    sondern es ist schwer, weil wir es nicht tun

  • Hallo zusammen,

    wie war es denn bei Euch, hat sich die Nachbarschaft und die Verwandschaft nicht den Mund zerrissen - Der arme Mann, jetzt geht es ihm so schlecht und sie kümmert sich nicht um ihn.

    Mir ist es egal was sie sagen, es interessiert mich nur wie die Leute so reagieren.

    LG Sternderl

  • Hallo Sternderl,

    ich habe meine Nachbarn ganz offen gesagt was da so abgeht bei uns hinter der verschlossenen Tür. Wie ich mich fühle und das ich das so nicht mehr kann. Ich habe ihnen auch erklärt das nur er sich helfen kann.Die Reaktionen waren durch weg positiv.

    Es war ganz einfach, ich musste nur offen und ehrlich sein und nicht mehr lügen und mir die berühmte Maske aufsetzen.

    Es liegt ganz allein bei dir wie du damit umgehst, aber ich denke wir haben genug vertuscht und gelogen.

    Liebe Grüsse
    Elocin

  • Hallo Elocin,

    Danke!! ich glaube das offen darüber reden muß ich noch erst lernen.
    Er hat mich in den letzten Jahren immer niedriger gehalten, da muß ich das aufstehen erst wieder lernen.
    Mein Selbstbewustsein war schon gannz tief unten - aber ich bin auf dem Weg wieder aus der Versenkung aufzusteigen.
    Es ist alles so schwer aber ich werde und will es schaffen.
    Nicht immer nur ER, jetzt auch mal ICH.
    Liebe Grüße
    Sternderl

  • Hallo,

    du musst daran denken du bist nicht Schuld, er handelt so und du bist für sein Handeln nicht verantwortlich.

    Er ist Erwachsen und für sein Leben verantwortlich, genauso wie du für deines.
    Man kann nie die Verantwortung für sein Handeln und tun an andere abgeben, das bringen wir ja auch unseren Kindern bei.

    LG
    Elocin

  • Jetzt sind schon einige Tage vergangen.
    Ich bin noch bei meinen Überlegegungen über das Was und das Wie tun.
    Ich lasse ihn zur Zeit links liegen.
    Wenn er mich anspricht antworte ich normal, mehr nicht - er gehört zur Zeit nicht zu unserer Gemeinschaft - die meiner Tochter und mir - das stinkt ihm glaube ich ungemein.
    Gestern hat er sich nach Feierabend ein Bier aufgemacht, danach dann plötzlich cola und ist um 22.30 Uhr ins Bett.
    Unsere Tochter war schon ganz happy, das er normal geredet hat, garnicht agressiv - ich hab sie gleich runtergeholt " mach Dir nicht zuviel Hoffnung, das bleibt nicht so "
    Ich warte mal die weitere Entwicklung ab, vielleicht tut sich ja was bei Ihm - wahrscheinlich ist er doch schon am Nachdenken - denn das ich den großen Meister so behandel ist er ja nicht gewohnt.

    LG Sternderl

  • gestern hat er wieder bier getrunken, zwar nicht soviel wie sonst, aber so 4-6 Halbe liter waren es bestimmt.
    Ich war nicht den ganzen Abend da - daher weiß ich es nicht so genau.
    Heute hat er einen Termin beim Neurologen - ich weiß nicht warum, werde ihn aber auch nicht fragen, soll er doch selber damit klarkommen.

    Mein Gesundheitszustand ändert sich auch schon wieder, so wie vor einem Jahr - Herzbeklemmungen, Herzrasen. Panikattaken und der ganze Mist.
    Vor nem Jahr dachte ich es sind die Wechseljahre, oder der Tod meiner Mutter und meines Bruders - jetzt komme ich so langsam zu der Überzeugung das er daran schuld ist.

    Na ja, wird schon werden.

    LG Sternderl

  • ich sitzte hier und bin am heulen, auch wenn mir das nicht weiter hilft.
    Was mache ich, gehe ich weiter weg oder bleibe ich zuerst noch in der Nähe??

    ach er ist alles so verfahren.........

  • Hallo Sternel,

    Kopf hoch auch jede verfahrene Situation lösst sich wieder auf.
    Mir ging es wie dir. Ich bin weit weg gezogen und mir geht es jetzt gut auch wenn noch nicht alles gut ist.
    Es geht weiter.

    Liebe Grüsse
    Elocin

  • Guten Morgen Sternderl,

    ja, die Situation ist verfahren, ich kenne das. Oft waren die Tränen mein Ventil, um mit allem klarzukommen. Hin- und hergerissen war ich, weil ich ihn gern hatte und auch noch habe, und weil ich andererseits so nicht mehr leben wollte. Ich konnte mir ganz schlecht vorstellen, wie es ohne ihn gehen sollte. Nicht wirtschaftlich, aber emotional. Keiner abends da, der sich mit mir über den Tag unterhält, der sich mit mir freut. Aber auch Keiner da, der mich nach anstrengenden Tagen in Therapiegespräche verwickelt. Gespräche, in denen ich mir das selbstmitleidige Gerede eines „Nassen“ anhören musste und in meinem Willen, dass alles gut werden sollte, stundenlang versuchte, ihn aufzubauen. Versuchte, ihm Suizidgedanken auszureden, ihm Lebensmut zu geben, ihn auf seine positiven Seiten hinwies, die er selbst für sich scheinbar nicht mehr wahrnahm. Das Alles, weil ich Angst davor hatte, den Schritt zu gehen, der mich von seiner Krankheit wegbringen konnte.

    Dann hab ich angefangen, mir zu überlegen, was alles zu verändern wäre. Viele Dinge waren es, wie mir schien. Ein unüberwindbarer Berg. Aber in kleinen Häppchen habe ich ihn gemeistert. Und heute bin ich über diesen Berg, fühle mich wohl. Nicht jeden Tag gleich, aber ich denke, das ist normal. Niemand ist jeden Tag gut drauf und zuversichtlich. Ich kann die schwere Zeit ohne Groll sehen, denn ich weiß, er hat nur so gehandelt, wie er zu diesem Zeitpunkt konnte. Ich habe mich all die Zeit viel um mich gekümmert. Und ich habe gelernt, ihn mit seinen Ecken und Kanten zu akzeptieren, versuche nicht mehr, ihn zu verbiegen, damit er so ist, wie ich ihn gesehen habe. Ich lasse ihn, wie er ist. Er ist nun über zwei Jahre trocken, wir verstehen uns gut, sind allerdings kein Paar mehr.

    Vielleicht hilft es dir, zu überlegen, was du alles verändern müsstest, vielleicht eine Liste zu machen. Oftmals sind die Veränderungen nur so schlimm, weil wir uns nur das Schlimmste ausmalen. Schritt für Schritt gegangen, ist der Weg jedoch machbar. Gestern zum Beispiel, ging mir abends durch den Kopf, dass ich zufrieden bin. Ohne Reichtümer, ohne dicke Urlaubsreisen, aber mit dem Gefühl, mein Leben zu meistern. Dinge zu tun, die mir gut tun und die zu lassen, bei denen ich ein schlechtes Gefühl habe. Wenn es mir nicht so gut geht, mache ich es wie die AA´s. Versuche über die nächsten 24 Stunden zu kommen, weil ich weiß, dass auch wieder andere Tage kommen.

    Dein Weg hat angefangen. Die Tatsache, dass du dich im täglichen Zusammenleben distanzierst und ihn nicht mehr auf sein Trinken ansprichst, ist ein guter Anfang. Vielleicht reicht es schon aus, dass er über sich und seine Krankheit nachdenkt. Vielleicht aber musst du weitere Maßnahmen ergreifen. Mir hat es mein Leben lang geholfen, wenn ich mir vorgestellt habe, was das Schlimmste ist, was passieren kann und mich darauf eingestellt habe. Mach dich schlau, wo du Unterstützung bekommen kannst. Guck dir Stellenanzeigen an und bewirb dich, dann kannst du feststellen, ob du die Möglichkeit hast, Arbeit zu finden. Wer jahrelang eine Pension geführt hat, hat Fähigkeiten, die auch andernorts gefragt sind. Trau dich einfach....

    Du wirst sehen, es kommt eines zum anderen und es macht dich sicherer, wenn du selbst agierst, als wenn du auf den großen Knall wartest. Jedenfalls kenne ich das so von mir.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Ette,

    Danke, das mit den kleinen Schritten ist eine gute Idee - ich wollte in Gedanken schon Koffer packen, überlegen wann ich ihm das Auto nehmen kann und dann auf und davon.
    Dann die Überlegung wo gehe ich zum Anwalt, hier oder an meinem neuen Ort.
    Suche ich hier eine Wohnung oder weiter weg.
    Breche ich alle Brücken ab, oder bleibe ich in der Nähe und gebe ihm eine Chance wenn er trocken wird.
    Meine Tochter ( 22 ) darf ich mit ihm nicht alleine lassen - aber ihre Arbeit gefällt ihr ( endliche mal ) und sie will sie nicht aufgeben.
    Allerdings sind Wohnungen hier im Allgäu extrem teuer.
    Und so kommen Fragen zu Fragen - und es tut sich nichts :(

    Aber Deine Worte werde ich mir durch den Kopf gehen lassen - Danke dafür.

    Liebe Grüße
    Sternderl

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