Beiträge von cailin

    Hallo Dani!

    Auch von mir ein ganz herzliches Willkommen!

    Deine Situation ist wirklich ganz mies, aber aussichtslos ist es trotzdem nicht!

    Ganz spontan kam mir beim Lesen Deines Beitrags der Gedanke, ob es nicht vielleicht möglich wäre, daß Du erstmal in eine psychosomatische Klinik gehst. Da wärst Du dann erstmal für 'ne Zeit aus dem krank machenden Umfeld raus und könntest was für Dich tun. Z.B. könntest Du ein psychiatrisches Gutachten anstreben, daß Dir bescheinigt, daß die Wohnsituation in Deiner "Bedarfsgemeinschaft" unzumutbar für Dich ist und daß Du da raus musst. Auf diesem Wege könntest Du auch in Deinem Alter schon einen Anspruch auf eine eigene Wohnung und finanzielle Unterstützung bekommen, soweit ich weiß. Und wenn Du da erstmal raus wärst, dann würden sich sicher schnell neue Perspektiven eröffnen.

    Viel konkretere Tips dazu kann ich Dir leider nicht geben, aber vielleicht ist es ja trotzdem ein ganz brauchbarer Denkanstoss für Dich.

    Liebe Grüße

    cailin

    Hallo Riona!

    Zitat von Riona79

    Aber wenn ich ne Chipstüte anbreche, dann gehts los, da kann ICH nicht aufhören. Schokolade muss auch sein. Nikotin ist wirkungslos, aber Nudeln mit Käse fress ich, bis mir schlecht ist.

    Zitat von Riona79

    Guck mich an, ich wiege genug für 2 und kann trotzdem nicht aufhören zu futtern. Warum? Ich kann es dir nicht sagen...


    Die Antwort auf diese Frage steht in Deinem eigenen Beitrag...

    Liebe Grüße

    cailin

    Hallo MrHardcore!

    Zitat

    netter versuch, leider daneben.


    :roll:

    Zitat

    ach ja, noch was: bei mir steht nie ein opfer als depp da - es sei denn, es bezeichnet sich selbst so.


    :roll:

    Hmm, weiß nicht, kann es vielleicht sein, daß wir im Grunde über unterschiedliche Arten von Wut und Hass reden? Vielleicht liegt's auch an unterschiedlichen Biographien?

    LG

    cailin

    Hallo tinkerbell!

    Hello Kitty ist doch voll süß! Sowas darf man auch als Erwachsene haben... :wink: Ich hab' z.B. ganz viele Kuscheltiere... :) Es ist doch super, wenn man sich so einfach selbst ein bisschen was von dem geben kann, was man früher nicht hatte.

    Und mit Deiner Schwester: Einfach machen!!!

    Liebe Grüße

    cailin

    MrHardcore :

    Zitat

    ich frage bewusst so provokativ, weil ich es sehr gut nachvollziehen kann. ich habe nur lernen dürfen, dass diese undefinierbare wut ausschließlich etwas mit mir zu tun hatte. mit mir, weil ich nicht adäquat abgenabelt hatte, keine ausreichende emotionale distanz zu meinen eltern aufgebaut hatte - und somit bis lange im erwachsenenalter von deren befindlichkeiten abhängig war. quasi ein selbstgewähltes ewiges kind blieb.


    Da frag' ich doch mal provokativ zurück: In welcher Eltern-Schonungs-Therapie hast Du das denn gelernt? BTVT? (Blame the victim therapy) Ich mein, falsch ist es ja nicht, man kann sich schon in der Wut verstricken und den Weg da raus muss man dann selber finden. Aber muss man das immer so formulieren, daß am Ende das Opfer als Depp dasteht? Und eins ist sicher: Es hat nicht ausschliesslich mit einem selber zu tun. Die Schei**e haben einem andere, die Eltern, eingebrockt. Nur, die Suppe auslöffeln, das muss man tatsächlich leider alleine...

    LG

    cailin

    Hallo zusammen!

    Gerade beim Loslassen können Hass und Wut sehr hilfreich sein... Ich versteh' auch ehrlich gesagt nicht, warum manche mit diesen völlig normalen, zum Leben dazu gehörenden Gefühlen solche Schwierigkeiten haben. Vielleicht, weil ihnen eingetrichtert wurde, daß das "böse" Gefühle sind, die man nicht haben darf, schon gar nicht gegenüber den Eltern? Dann sind da vielleicht doch noch ein paar Introjekte übrig geblieben???

    Hass und Wut sind der erste Schritt zur Heilung. Mir jedenfalls hat's sehr geholfen... Seit ich mir selbst erlaubt habe, diese Blindgänger, die mich in diese Welt gesetzt haben und die mir diese miese Kindheit zugemutet haben, zu hassen und zu verachten, können die mich auch nicht mehr weiter verletzen.

    LG

    cailin

    Liebe tinkerbell,

    ich hab' das Gefühl, daß es Dir vielleicht ganz gut tun würde, wenn Du mit Deiner Schwester mal offen über Euer heutiges Verhältnis zueinander reden würdest. Ich mein, es belastet Dich ja doch ganz schön. Du könntest ihr ja sagen, daß Du Angst hast, daß es sie (und auch Dich!) zu sehr runterzieht, wenn ihr zu viel über die Vergangenheit redet. Und daß Du von Deinen Eltern nix mehr wissen willst, kannst Du auch ganz offen sagen. Vielleicht ist das für sie ja auch völlig ok so und Du hast Dir umsonst so viele Gedanken gemacht? Das klingt jetzt vielleicht blöd, aber manchmal ist es echt so, daß man sich wahnsinnig viele Gedanken über etwas macht und am Ende merkt, daß es eigentlich überflüssig gewesen wäre, wenn man mal offen miteinander geredet hätte...

    So wie jetzt ist die Situation doch irgendwie eher blöde, oder nicht? Ich mein, Deine Schwester sucht ja schon den Kontakt, Du würdest auch eigentlich gerne, aber irgendwie... Ich hab' jedenfalls das Gefühl, daß es sowohl Dir als auch Deiner Schwester ganz gut tun würde, wenn Ihr es schaffen könntet, ein gutes Verhältnis zueinander zu finden, am besten erstmal ganz ohne die Vergangenheit. Wär's nicht wenigstens einen Versuch wert?

    Ganz liebe Grüße

    cailin

    P.S.: Ok, mit dem Alter hab' ich voll daneben gelegen. Muss mal meine Glaskugel zur Inspektion schicken! :oops: :lol:

    Hab' noch was vergessen:

    Daß dieser Typ Deiner Schwester leid tut, ist so verwunderlich nicht. Das ist so 'ne Art psychische Notbremse, die einen vor dem völligen Zusammenbruch schützt. Identifikation mit dem Täter nennt man das...

    Hallo tinkerbell!

    Kann ich gut verstehen, daß Du Dir bei dem Verhalten Deiner Schwester Gedanken darüber machst, daß da auch Missbrauch im Spiel sein könnte. Aber es kann halt sein, daß sie sich wirklich nicht mehr bewusst daran erinnern kann, weil die Erinnerungen daran abgespalten sind. Dann sollte man da besser auch erstmal nicht weiter dran rühren, denn wenn solche Erinnerungen unkontrolliert kommen, dann ist das verdammt gefährlich, ganz egal, ob es bei den Erinnerungen um Missbrauch oder Gewalt geht. Das geht nur in einem sicheren Rahmen und stabil sollte man auch sein. Und das ist man nicht, wenn man ritzt...

    Bei Dir ist der Wunsch, Deiner Schwester zu helfen, sie zu retten, noch immer sehr groß, stimmt's? Ich wette, Du bist die ältere? Das Problem ist halt, daß Deine Schwester als Erwachsene alleine entscheiden muss, wie sie mit ihren Problemen umgehen will. Du kannst ein bisschen für sie da sein, versuchen, ihr ein bisschen Mut zu machen, damit sie sich Hilfe organisiert. Vielleicht kannst Du ihr im entscheidenden Moment auch einen kleinen Tritt in die richtige Richtung verpassen. Aber mehr kannst Du nicht tun und vor allem: Alles nur in einem Maße, das für Dich selber ok ist, Du hast selbst auch sauviel zu verarbeiten, denn Du hast auch wahnsinnig viel durchgemacht. Deswegen: Erst Du, dann Deine Schwester. Das klingt erstmal egoistisch, ist es aber nicht. Wenn Du selbst zerstört am Boden liegst, dann kannst Du auch für niemand anderen mehr da sein.

    Organisier Dir erstmal selber die richtige Hilfe. Wer weiss, vielleicht hat das dann ja auch 'ne ansteckende Wirkung auf Deine Schwester, wenn sie mitbekommt, daß es Dir dadurch besser geht. Ich wünsch' Euch jedenfalls beiden, daß Ihr es schafft, daß Eure Vergangenheit nicht mehr die Gegenwart und die Zukunft vergiftet.

    Liebe Grüße

    cailin

    Hallo tinkerbell!

    Ich hab' mir in dem anderen Thread mal Deine Geschichte durchgelesen... Da kam mir vieles sehr bekannt vor. Eine Traumatherapie wäre da schon eine ziemlich gute Idee, denke ich, übrigens auch für Deine Schwester. Ihr habt beide als Kinder die Hölle erlebt, ich kann das nachempfinden und es tut mir so unendlich leid für Euch.

    Die Zukunft kann aber viel, viel besser werden, denn man kann lernen, all diese Gefühle, die einen heute noch so heftig überfluten - Wut, Angst, Panik usw. - zu kontrollieren. Das könnte man zwar theoretisch auch in einer normalen Verhaltenstherapie, aber da fehlt dann halt die Aufarbeitung des Traumas und dadurch besteht eben immer wieder die Gefahr, daß man erneut in den Teufelskreis zurückfällt.

    Liebe Grüße und alles Gute für Dich und Deine Schwester!

    cailin

    Hallo tinkerbell!

    Was Du gelesen hast, stimmt. Das Ritzen gehört nicht zwangsläufig zu Borderline dazu. Genau so wenig hat jeder, der sich ritzt, Borderline... Es gibt ja bei Borderline auch ganz verschiedene Ausprägungen, sog. "Symptomniveaus".

    Die Frage, ob Du nun Borderline hast oder doch "nur" ein EKA bist, kann man so eigentlich gar nicht stellen. Borderline ist, wie ich ja oben schon geschrieben habe, in vielen Fällen eine Traumafolgeerkrankung. Das Leben als Kind in einer Alkoholikerfamilie ist ein Trauma (ein sog. Typ-III-Trauma), ein chronisches noch dazu. Häufig kommt dann ja auch noch häusliche Gewalt dazu, die man zumindest miterlebt hat. Auch das ist ein Trauma. Wenn Du also ein EKA bist und viele Merkmale von Borderline auf Dich zutreffen, dann kann es durchaus sein, daß Du Borderline hast, weil Du ein EKA bist...

    Wichtig ist, daß Du Dich durch dieses ganze Diagnose-Tamtam und den vielen Unsinn, der im Laufe der Jahre über Borderline so geschrieben worden ist, nicht verunsichern oder runterziehen lässt. Eigentlich ist es nämlich völlig egal, welchen Namen man dem, worunter Du heute leidest, gibt. Entscheidend ist, daß Du die richtige Hilfe bekommst. Und die kann eigentlich nur ein Therapeut leisten, der viel Erfahrung im Umgang mit traumatisierten Menschen hat.

    Liebe Grüße

    cailin

    Hallo Rollo!

    Borderline ist in vielen Fällen eine Traumafolgeerkrankung, bei der die Traumatisierung in der frühen Kindheit gelegen hat und meist chronisch war. Insofern wäre es nicht unpassend, wenn Deine Lebensgefährtin als Tochter von suchtkranken Eltern Borderline hat. "EKA" ist ja auch kein offizieller psychiatrischer Begriff, da passt dann eher komplexe posttraumatische Belastungsstörung. Und als chronische komplexe posttraumatische Belastungsstörung sehen viele Experten Borderline heute.

    Wirklich schlimm bei Borderline ist, daß da so unglaublich viele miese Vorurteile existieren, durch die die Betroffenen in die hinterletzte Ecke gestopft werden, obwohl es sehr oft Menschen sind, die wahnsinnig viel durchmachen mussten.

    Liebe Grüße

    cailin

    Hallo Sonnenstrahl!

    Ich frage mich jetzt gerade, was aus psychologischer Sicht daran schlimm sein soll, wenn ein Bedürfnis, das man hat, "nur" der EKA-Kindheit entspringt. Es ist doch trotzdem ein eigenes Bedürfnis. Wichtig ist doch eigentlich nur, daß ein solches Bedürfnis auch erfüllbar ist und man dadurch nicht anderen Menschen Aufgaben zuteilt, die diese dann überfordern. So kann man z.B. von einem Partner nicht verlangen, daß er auch gleichzeitig Ersatz für den liebevollen Vater ist, den man als Kind nie hatte. Und wenn es um Zuwendung von anderen Menschen geht, dann sollte man sich darüber klar sein, daß die Zuwendung, die man bekommt, vielleicht nicht ausreicht, um das alte "kindliche" Bedürfnis vollends zu befriedigen. Deswegen muss man aber meiner Meinung nach nicht unbedingt das ganze Bedürfnis gleich über Bord werfen. Eine realistische Sicht auf das, was man bekommen kann (und was nicht), reicht doch eigentlich aus, damit ein solches "kindliches" Bedürfnis nicht zum Problem wird.

    Psychotherapeuten können, wenn sie wollen (und der entsprechenden "Glaubensrichtung" angehören), so ziemlich jedes Bedürfnis auf eine schwierige Kindheit zurückführen. Wenn sie das dann auch noch einigermassen unsensibel tun, dann kann beim Patienten schnell der Eindruck entstehen, daß solche Bedürfnisse nicht "richtig" sind. Irgendwann steht man dann mit völlig leeren Händen und total zerfleddert da und weiß gar nicht mehr, was nun gut oder schlecht, richtig oder falsch ist. Man fühlt sich dann nur noch völlig "demontiert". Ich habe das selbst in einer "Therapie" vor einiger Zeit erlebt und fand das ziemlich kontraproduktiv (gelinde ausgedrückt). Entsprechend hoch ist heute auch meine Hemmschwelle, mich nochmal an solche "Fachleute" zu wenden, obwohl ich es eigentlich gerne tun würde.

    An Deiner Stelle würde ich die Psychologin auf jeden Fall nochmal auf dieses Gespräch ansprechen und vor allem auch schildern, wie unsicher Du Dich danach gefühlt hast. Richte Dich um Gottes Willen bloß nicht nach dem, was die Psychologin scheinbar von Dir erwarten könnte. Damit wärst Du wieder im alten Muster, nur daß die Psychologin dann die Funktion der Eltern übernommen hätte. Und nicht alle "Psychos" sind sensibel genug, das früh genug zu bemerken, das weiß ich aus eigener, sehr schmerzlicher Erfahrung.

    In Bezug auf meine Bedürfnisse und deren Umsetzung gestatte ich mir heute eine Freiheit, die ich mir früher nie erlaubt hätte: Ich probiere einfach mal was aus... Fühlt es sich gut an, dann mache ich weiter, fühlt es sich schlecht an, dann höre ich auf. Niemand kann von mir erwarten, daß ich immer auf Anhieb alles "richtig" mache und "richtig" einschätzen kann, auch nicht ich selbst. Fehler und Fettnäpfchen gehören zum Leben dazu und die früheren Versuche, sie zu vermeiden, haben nur dazu geführt, daß ich mein Leben mit angezogener Handbremse gelebt habe. Das mag ich heute nicht mehr... Es gibt nur noch eins, worauf ich wirklich sehr achte: Darauf, daß ich nichts mehr tue, nur weil andere es von mir erwarten oder weil ich mir von anderen eine bestimmte Reaktion erhoffe.

    Fehler machen, in Fettnäpfchen treten, anderen Menschen mal auf die Füße treten... Das sind alles Dinge, von denen die Welt nicht untergeht. Leider haben wir das als EKAs nicht gelernt, denn bei einem "Fehler" war in der Suchtfamilie ganz schnell die Hölle los und die eigene Rolle wechselte schnell von der "Heldin" zum "Sündenbock". So haben wir gelernt alles, was wir wollen, vorher akribisch auf das "Gefahrenpotential" hin zu analysieren. In der Welt ausserhalb der Suchtfamilie ist das aber nicht mehr nötig und wird sogar zum Hemmschuh beim Erkennen der wirklich eigenen Bedürfnisse. Meiner Meinung nach kann man die wirklich eigenen Bedürfnisse nicht vorher im Kopf durch Analysieren und Nachdenken erkennen. Deswegen denke ich mir heute: Einfach machen und schauen, wie sich das anfühlt.

    Liebe Grüße

    cailin

    Hallo Chrissi!

    Ich antworte Dir mal hier in Deinem Thread:

    Zitat

    das ist nicht so einfach mit der Hilfe. Ich war vor kurzem in der Situation und habe mir Hilfe geholt. Ich wollte nicht gleich die Polizei holen und habe deswegen die Hausärztin alarmiert. Das war der Wunsch meiner Mutter, das war aber auch ein Fehler. Als die Ärztin kam hat meine Mutter mit zwei Tellern nach ihr geworfen und somit die Flucht aus unserem Haus ergriffen. Ich musste die ganze Zeit danach die Ärztin beruhige, dass sie keine Anzeige macht. Danach habe ich meine Mutter fast eine ganze Nacht gesuch und sie nach Hause gebracht. Sie lag auf einer Parkbank und hat geschlafen, bei diesen Temperaturen, ich hatte solche Angst, dass sie erfriert. Also dass mit der offiziellen Hilfe wird immer schwieriger.


    Hmmm, na ja... Polizei und Krankenwagen wären in der Situation ja vielleicht doch nicht so übertrieben gewesen, oder? Sei mal ehrlich...

    Zuerst hast Du Dem Wunsch Deiner Mutter entsprochen und nur die Hausärztin gerufen. Damit hast Du sie vor der Peinlichkeit des großen Brimboriums mit Polizei und Krankenwagen beschützt. Dann hast Du die Ärztin beruhigt, damit sie keine Anzeige erstattet. Damit hast Du Deine Mutter vor den Konsequenzen ihres Handelns beschützt. Zuletzt hast Du sie dann noch von der Parkbank aufgesammelt und sie damit vor gesundheitlichen Schäden beschützt. Fällt Dir denn da gar nichts auf?

    Deine Mutter braucht sich gar nicht zu ändern, sie hat ja Dich, ihren Beschützer, der sie immer vor den unangenehmen Konsequenzen ihrer Sucht bewahrt!

    Nur: DU bleibst dabei total auf der Strecke, DU wirst irgendwann total ausgebrannt und erschöpft sein, DU lässt Dir von Deiner Mutter DEINE Jugend versauen.

    Bitte Chrissi, denk an DICH! Du kannst Deine Mutter nicht retten!

    Liebe Grüße

    cailin

    Hallo Sonnenstrahl!

    Diese "Fallen", in die man doch noch immer wieder tappt, können einen ganz schön zermürben, das kenne ich von mir selber nur zu gut. Es sind die uralten Muster, die man von Kindesbeinen an in der giftigen Familie eingeimpft bekommen hat, die da noch immer wirksam sind. Und es ist sehr schwer, sich aus diesen Mustern zu befreien, das braucht schon ein wenig Zeit. Ich glaube, man muss da auch etwas Geduld mit sich selber haben.

    Der schwierigste, aber auch wichtigste Schritt ist der, daß man die Hoffnung darauf, daß von den "Eltern" doch noch irgendeine positive Reaktion kommt, aufgibt. Verständnis, Mitgefühl, Einfühlungsvermögen, Liebe... Das sind Fremdworte in einer giftigen Familie. Sowas gab es nie, gibt es jetzt nicht und wird es auch in Zukunft nie geben, so schmerzhaft und traurig das auch ist. Giftige Eltern sind zu so etwas nicht in der Lage und man schadet sich letztlich nur selbst, wenn man immer weiter hofft, daß sie vielleicht doch irgendwann dazu in der Lage sein könnten. Bei mir gab es gerade kürzlich eine Diskussion mit den "Eltern" über meine berufliche Zukunft (etwas anderes wichtiges in meinem Leben existiert für die "Eltern" eh nicht), in der ich sie zum x-ten mal darüber aufgeklärt habe, daß ich momentan gar nichts sagen kann und will, weil ich Depressionen habe. Die Antwort kannte ich schon: "Du hast keine Depressionen. Und wenn das irgendein Arzt behauptet, dann spinnt der." Ja klar, danke auch...

    Von einer Konfrontation würde ich Dir ehrlich gesagt zum jetzigen Zeitpunkt noch abraten. So lange Du noch die Hoffnung hast, bei Deiner Mutter Verständnis oder Einsicht zu erreichen, gibst Du ihr auf dem Weg nur wieder Macht über Dich. Sie hat dann durch ihre Reaktion wieder perfekte Kontrolle über Deine Gefühle: Reagiert sie gar nicht, wirst Du Dich schlecht fühlen, reagiert sie missbilligend, wirst Du Dich auch schlecht fühlen und die Chance, daß sie verständnisvoll reagiert, existiert im Grunde eigentlich nicht. Das heisst aber nicht, daß Du keinen Brief schreiben sollst. Schreib ihn einfach, das alleine hilft schon sehr. Nur abschicken solltest Du ihn erst, wenn Dir die Reaktion Deiner Mutter auf diesen Brief völlig schnurzpiepegal ist. Ich hab da auch so ein paar Zettel in der Schublade liegen...

    Tja, und was die "Freunde" betrifft... Da bin ich momentan genau in der gleichen Situation wie Du. Alle lösen sich langsam aber sicher immer mehr in Luft auf. Ich weiß auch nicht, was ich davon halten soll, mag eigentlich gar nicht glauben, daß ich mich so lange mit solchen emotionalen Krüppeln umgeben habe. Mir konnten sie stundenlang die Ohren mit all ihren Problemen volljammern, aber jetzt, wo ich sie mal bräuchte, da verschwinden sie alle. Vielleicht sucht man sich ja auch seine Freunde irgendwie nach dem selben Muster aus, das man von der giftigen Familie her kennt: Aus mitgefühlsfreien Eltern folgen mitgefühlsfreie Freunde? Ich weiß es nicht.

    Liebe Grüße

    cailin

    Liebe Sonnenstrahl,

    all die Gefühle, die heute so schmerzhaft aus Dir herausbrechen, sind auch ein Teil der Lebendigkeit, nach der Du Dich sehnst. Auch wenn Dir das heute vielleicht merkwürdig vorkommt (tut es das wirklich?) und Du Dich übermannt fühlst, es ist gut so, Du bist auf dem richtigen Weg!!!

    Liebe Grüße

    cailin

    Hallo Chrissi!

    Tut mir leid, aber ich bin gerade etwas sprachlos... Du fesselst Dich mit Handschellen an Deine Mutter, um sie zum Nichttrinken zu zwingen? Sorry, aber das ist nicht nur nicht der beste Weg, das ist gar kein Weg, damit gehst Du eindeutig zu weit. Zu weit für Deine Mutter, aber vor allem auch zu weit für DICH!!! Da löst sich ja jede Grenze zwischen Dir und Deiner Mutter in Luft auf! Wenn Deine Mutter körperlich gewalttätig wird, wenn sie was getrunken hat, dann ruf den Notarzt und ggf. die Polizei! Ob man sie nun zwangseinweisen kann oder nicht spielt dabei gar keine Rolle. Die plötzlich auftretende Unterbrechung durch das Erscheinen von fremden, “offiziellen” Personen wirkt in ganz fiesen Situationen oft wie eine Stop-Taste, die zumindest eine weitere Eskalation verhindert. Das ist jedenfalls die Erfahrung, die ich gemacht habe.

    Liebe Grüße

    cailin

    Hi Kim!

    Ich kann mich meinen Vorschreiberinnen nur anschliessen: Bei der Art, wie Du mit Deiner Mutter jetzt umgehst, gibt es kein richtig oder falsch, kein gut oder schlecht. Es ist ein sinnloses Unterfangen, bei dem Du nur verlieren kannst. Deshalb tu einfach das, was sich für Dich (und nur für Dich!) gut anfühlt.

    Was das mit dem ganz unten ankommen betrifft: Dieses ganz unten kann noch viel, viel tiefer sein, als wir uns das vorstellen können. Und selbst wenn sie da angekommen sind, heißt das noch lange nicht, daß sie etwas merken. Ich habe bei meiner Mutter so viele Momente erlebt, in denen ich dachte, daß sie doch jetzt endlich mal was merken muss. Nee, Pustekuchen, war nix... Es ging immer und immer wieder von vorne los. Und mein Vater behauptet noch heute, daß er seinen Alkoholkonsum im Griff hat. Na klar... Es fällt zwar sehr schwer, aber ich denke, daß man selbst die Hoffnung darauf, daß ein Alkoholiker etwas merkt, wenn er ganz unten angekommen ist, aufgeben muss...

    Ganz liebe Grüße

    cailin