Beiträge von Wolfsfrau

    Hallo sunwalker,

    noch jemand "zu Hause" hier?

    Ich bin nach mehr oder weniger 'erfolgreichen' 5 Jahren wieder hier im Forum gelandet und habe erstmal alle damals (2011) aktuellen Themen und Beiträge nachgelesen.

    Mir wäre gerade nach Austausch (EKS). Ich sehe, dass Du seither auch nicht mehr so viel hier geschrieben hast ... ?

    Wie geht es Dir denn inzwischen?

    Ich habe gerade so ein "Gehen zurück auf Start (Gehen Sie nicht über Los und ziehen Sie auch keine X-tausend Dollar ein)"-Gefühl.

    ... muss mich nochmal neu für mich selbst mit Gefühlen und der Leere sortieren. Das ist gerade so paradox. Ich habe dank Therapie so vieles auch emotional greifen und zuordnen können. Und dann kam ein Bruch (Therapie-Ausfall für 1 Jahr) und seither bin ich am Eiern und finde nicht mehr zur Klarheit von vorher zurück.

    (Mist das, zumal dann mein Motor und alter Perfektionismus anspringt: Ich müsste aber, das schaffen. Und wenn nicht, ist 'Gefahr' im Anzug ... und das schlaucht irgendwie so völlig unnötig.)

    Meine Meetings sind seit einiger Zeit eher durchwachsen in Genesungs-Energie, aber Schreiben ging und geht für mich jederzeit und überall.

    Falls Du noch mitliest, mag ich hier - oder in meinem Faden - gern weiter teilen.

    Das gilt auch für alle anderen, die hier waren. Seid ihr noch dabei?

    fragt
    Wolfsfrau

    Hallo sunwalker,

    erstmal Danke für Deinen Beitrag in meinem Faden.

    Auch hier, in Deinem, finde ich so vieles, was 1:1 auch mein Erleben
    ausdrückt.

    Diese Schwere am Morgen - wie eine Anspannung, noch ehe ich selbst
    das erste mal da bin, froh über meine eigene Lebendigkeit und voll Freude.
    Das empfinde ich auch wie einen nachhängenden Schleier aus alter Zeit.

    Wir waren ja so gesehen nie frei, uns in unseren eigenen Gefühlen aufzu-
    halten. Es gab ja immer zu tun (im Blick zu behalten, wie das Umfeld ge-
    rade ist, die Stimmung, mögliche Reaktionen, von vollkommen unberechen-
    baren und eben gar nicht reifen und gelassenenen Erwachsenen).

    Die Arbeit mit dem inneren Kind beschäftigt mich auch schon länger.

    Ohne es zu wissen, habe ich immer wieder versucht, meine Eltern (!)
    "sehend" zu machen, für meine Nöte. Oder habe ihre Gültigkeit davon
    abhängig gemacht, dass SIE Verständnis für mein Dilemma (z.B. Weg-
    bleiben wollen von zu Hause) zeigen. Äh, ja, wie sollten sie das können?
    Meine Perspektive einnehmen, wo sie sich komplett deckeln?

    Irgendwo in einem Al-Anon Buch las ich mal ein Zitat von einer Frau:

    "Jahrelang bemühte ich mich, ihm zu beweisen, wie sehr mich sein
    Verhalten verletzte. Ich wollte, dass er mich versteht. - Dann begriff
    ich, dass allein ich es mir selbst glauben musste, wie sehr er mich
    verletzte." (Und dann konnte sie auf ihr Gefühl mit der entsprechen-
    den Tat reagieren, indem sie ihn verließ.)

    Mir und meinen Gefühlen, und ihrer Berechtigung selbst Glauben und
    ihren Stellenwert schenken, das ist mein Ziel, um mich selbst immer mehr
    in Empfang zu nehmen.

    Al-Anon ist ganz sicher eine tolle Begleitung auf diesem Weg.
    Obwohl ich einige Jahre weg blieb, weil es mich nervte, dass die da immer
    über trinkende Partner sprachen, und wie man für sich trotzdem frei bleiben
    konnte von seiner/ihrer Sucht.

    Es brauchte nochmal eine Weile, bis ich begriff, ich habe zwar keinen trin-
    kenden Menschen neben mir, aber eben doch mal vor mir gehabt. Und da-
    durch habe ich falsche Wahrheiten über Gefühle (gibt nur die guten, gefälligst)
    und über mich (bin nur in Ordnung, wenn ich nichts Eigenes will) gelernt.

    Aufgespürt habe ich diese Ferne von mir selbst (nur als Hülle von innen
    her da zu sein), nachdem ich eine tiefgehende Beziehung aufgeben musste.
    Da war ich so auf mich zurück geworfen, wie nie zuvor. Alle Strategien bra-
    chen zusammen, ich hatte ja vorher schon komplett aufgemacht. Und jetzt
    stand ich ohne Bauchfell da, das jammernde Elend ohne jeden eigenen Halt
    in MIR.

    Rückblckend kann ich jetzt sagen, das war mein Glücks-Fall (Sturz). Ich
    wäre nie auf die Idee gekommen, mir Hilfe zu holen, wegen dieser selt-
    samen Total-Leere in mir. Wie ausgeräumt, mit keiner eigenen Antwort
    auf irgendwas. Keiner einzigen Regung, die vor denen anderer da wäre.
    Es war gespenstisch.

    Puh, mal Pause machen. ...


    @ Grazia

    Ich glaube auch an eine Art Höhere Macht, einfach weil ich die Vorstellung
    tröstlich und stütztend erlebe, dass mich eine Quelle mit allen Schrammen
    liebt. So kann ich endlich aus der kompletten Kontrolle, sogar über mich
    und meine Gefühle oder meine Muster aussteigen. Das hat soviel Kraft ge-
    bunden, es immer "richtig" machen zu wollen, sogar in meiner Genesung.

    Danke, dass Du das hier mit ins Spiel gebracht hast!

    Auch die Vorstellung von einem Seelenplan, der einen Weg beschreibt,
    auf dem ich nie falsch bin, so wie ich real gerade irgendwo stehe, gibt
    mir die Zuversicht, dass ich nie falsch bin, auch wenn ich selbst mich
    oft sehr unsicher, da auf neuem Gelände, fühle. Auch Selbsterkenntnisse
    räumen ja ganz schon um, im Innern. Puh, da wackelt schonmal der Boden.

    Euch allen hier liebe Grüße,

    gemeinsam geht es sich auf diesem Weg wirklich leichter!

    findet
    die Wolfsfrau

    Hallo Akka,

    also Familienfeste haben bei mir einen eher herausfordernden Status,
    die würde ich nicht zu den Dingen, die mir GUT tun, zählen. Derzeit
    z.B. klinke ich mich da aus, ich ertrage die ewigen Wiederholungen
    unserer Rollen nicht mehr (bin leider Einzelkind).

    Ehe ich den Mut und die Kraft gesammelt hatte, wirklich wegzublei-
    ben, habe ich im Vorfeld, haargenau wie Du, mit Krankheit reagiert.
    Weil mein Innerstes sich bedroht und viel zu überfordert gefühlt hat,
    um da ungeschoren durchzukommen. (Mein Gefühl also, und das
    ist ja alles an Kompass, was ich habe.) Ich hatte auch totale Angst.
    Oder war bedrückt, tagelang vorher und erst recht nach dem Wie-
    derkommen.

    Jetzt faste ich seit letztem Sommer vom Nahkontakt mit meinen El-
    tern, und es bewährt sich. Schuldgefühle habe ich auch, würde ich
    aber lieber in einem anderen Faden genauer bschreiben. Die verlie-
    ren aber an Gewicht, je mehr ich mich innerlich mit Schönem, Le-
    bendigen befasse, das mir Freude macht.

    Für sowas möchte ich diesen Raum hier gern frei halten. Ich habe
    meine Lebendigkeit schon so oft beschneiden lassen, deshalb finde
    ich, meine Eltern, oder Deine, oder andere hemmende Personen,
    dürfen woanders spielen, derweil wir uns hier selbst Gutes tun.

    Ich verstehe aber vollkommen, was Du da beschreibst. Und mir
    geht es auch so, dass ich in allen möglichen Fäden auf Aspekte
    gestoßen werde, die dann eben auch raus wollen. Ich finde das
    völlig OK.

    Derzeit möchte ich meine Wohnung verschönern (Putzen und ir-
    gendwann auch streichen), aber durch meinen Tennisarm geht
    das eher in Pi**pott-Schritten, leider.

    Aber egal. Mir tut es gut, Kleinigkeiten direkt zu erledigen, He-
    rumliegendes wegzuwerfen, wenn es weg kann, etwas abzuwi-
    schen, wenn ich gerade denke "puh, ist aber grau geworden".
    Wie lauter kleine Wimpernschläge, und irgendwann lächelt die
    Wohnung mir hoffentlich zu!

    Liebe Grüße Euch allen,

    die Wolfsfrau

    Zitat von Ganymed28

    Aber ich, für mich, muss hier klar und deutlich sagen:
    Ohne Gott hätte ich das niemals geschafft sondern wäre schon längst tot geblieben.

    So genial, dieser Satz in sich! :-)))

    Danke dafür, lieber ... weiß jetzt nicht, wie Du gern angesprochen werden möchtest.
    Mir gefiel xy gut, weil der ohne Zahl hintendran ist.

    An eine Höhere Macht glaube ich auch, aber der Kontakt ist wackelig.
    Ich finde, das gehört zum Lernprozess (Vertrauen muss ich auch lernen) dazu.

    Und ich finde es macht Mut, wo immer jemand Kraft und Hoffnung teilt.

    Danke dafür!

    Und liebe Grüße
    von der Wolfsfrau

    Hallo Melinak,

    Danke für Dein Beispiel. Genau so meinte ich das auch. :D

    Die Intension existiert in mir als klare Richtung und Gefühl.
    "Es" schöner haben, für mich selbst. Kleidung betreffend,
    meine Wohnung betreffend, mein körperliches Wohlbefinden.

    Generell hilft mir Entschleunigen, weil ich sehr leistungs-
    orientiert aufgewachsen bin und dann meine Gefühle unter-
    wegs verliere. Ich möchte aber mit Gefühl und Begeisterung
    reisen, deshalb erfinde ich dann mein artgerechtes eigenes
    Tempo!

    Dazu gehören Teilziele, eine realistische Einschätzung mei-
    ner Kraft und Lust zu etwas, meiner Mittel (auch Geld) und
    der Praktikabilität der Schritte. (Wo brauche ich ggf. Hilfe?)

    Es macht mir Spaß, dass nur für mich gut zu planen.

    Und ich stimme Dir zu, nicht ergebnis-fixiert aber mit Richtung.
    Genau das versuchte ich zu sagen. Dass es fließen darf! :D

    Liebe Grüße, und Streichen kommt auch noch dran, übrigens.

    Wolfsfrau

    Hallo AKKA, :)

    Zitat von AKKA


    Ich koche Bspw. gerne. Leider fehlt mir die Zeit dazu...oder gebe ich sie mir nicht!? Könnte auch sein, denn eigentlich DARF es mir ja nicht gut gehen...
    Liebe Grüße, Akka

    Das hat mich gerade total angesprochen. Ich glaube fast, es gehört dazu,
    dass nach einem "guten Plan" (also etwas Schönes für mich selbst angehen),
    der schwarze Schnarchsack, dem ich nie viel Wert war (mein innerer Kritiker),
    ebenfalls munter wird und sein gewohntes Bleiberecht beansprucht.

    Ich merke das an totalem Energieverlust, Niedergeschlagenheit, wie eine Art
    Lähmung. Gerade am WE ist mir das so ergangen. Ich habe nichts vom Ge-
    planten umgesetzt (obwohl ich wusste, ich würde mich dran freuen, wenn
    es fertig wäre). Ging nicht. Bremse, Leere-Gefühl. Zuerst war ich über mich
    sauer. Das hat mir aber nichts gebracht.

    Vermutlich hat mich meine eigene Planung (zuviel, zu groß) erschlagen.
    Ein Eigentor.

    Jetzt versuche ich es mal mit ganz kleinen, konkreten Einzel-Zielen, so richtig
    "kindgerecht". Überschaubar, machbar, erreichbar. Dann fühle ich mich sicherer.
    (Vor allem vor dem Perfektionisten, der immer alles Unvollkommene ab-
    lehnt, demnach dürfte ich nie einfach nur beginnen, das wäre nie genug.)
    Ein kleines Ziel, das ich auch erreiche, und eine Häufigkeit, die ebenfalls passt.

    So erschaffe ich mir hoffentlich Erfolge, die mir noch mehr Vertrauen geben,
    dass es auch mit etwas Neuem klappt. Dass ich es schaffe. So wie ich wollte.

    Nächstes Projekt: Jeans flicken. Weil ich dann sicher sein kann, die überleben
    diese Saison, und ich muss nicht ständig bangen, dass sie unvorteilhaft reißen. :wink:

    Am WE habe ich mein Bett neu bezogen, ich liebe diesen frischen Duft!
    ... und sowas geht ganz schnell.

    Ich freue mich, dass ihr hier so viele seid, die mitmachen! :D

    Absolut! Alle, wie wir da sind!! 8):D:wink:

    Ich habe mich heute allerliebst bekocht, mit frischem Spargel,
    gedünsteten (!) Kartoffeln - extra einen Dünsteinsatz gekauft -
    und fettfreiem (!) Kassler. "Spargeltarzan" in der Küche gespielt.
    Hat Spaß gemacht!

    Außerdem Recherchen nach Spaß-Trampolin für daheim betrie-
    ben (Mini-Format und man sinkt mehr ein, als dass man hoch
    springt). Das ist gut für Ausdauer, Lymphe, Knochen, Gelenke,
    schlicht eine Wunderwaffe, und geht auch bei Nieselregen. Ich
    liebe dieses Federn, und abnehmen soll man damit auch noch.
    Ratenkauf geht auch, habe ich schon in Erfahrung gebracht.

    Das waren meine guten Werke für heute.

    Hallo zusammen,

    Bewegung (Sport) hat bei mir auch total vieles verändert.

    Erst seit einer Woche gehe ich regelmäßig Walken. Und ir-
    gendwie fühle ich mich kraftvoller, auch von innen stärker.
    Und mein ganzer Tagesablauf hat mehr Struktur bekommen.
    (Bin derzeit arbeitslos und da weicht die schnell mal auf.)

    Mich liebevoll kleiden, unabhängig von meinem Gewicht.

    Zwar bestelle ich mir gerade fürstliche Größen (Queensize),
    aber ich überlege schon, wie ich die mir-gerecht verzieren
    und miteinander kombinieren kann. Damit ich mich darin
    auch wieder erkenne.
    Schuhe? Derzeit nur gesunde, aber auch da: Trotzdem chic,
    nicht Oma's beige-weiße Lochmuster Keilabsätze. Dank Google
    finde ich alles. Das macht richtig Spaß, so für mich zu sorgen.

    Gewicht abnehmen? Aus Fürsorge, nicht mit der Brechstange.

    Ich mag nicht mehr mein Feind sein, mein Kontroll-Objekt.
    Früher habe ich umgehend gefastet, das garantierte mir den
    Gewichtsverlust, umschiffte aber das Thema bewusstes Essen.
    Jetzt beherzige ich einige wenige Dinge, die rmir diesen Rah-
    men geben: Abstände zwischen den Mahlzeiten, Auswahl der
    Lebensmittel (Häufigkeit pro Woche), Zeigrenze fürs Abendbrot,
    damit mein Körper seine Nahrungspause über Nacht bekommt.

    Diese Entscheidungen alle zu treffen, gibt mir soviel Wohlgefühl!
    Jetzt heißt es: Ich bin es mir Wert, und meinem Wohlbefinden,
    auf dieses oder jenes zu achten. Früher war es: Ich kann's!

    Jemanden anrufen, wenn ich mich einsam fühle!

    Oft genug ein Stolperstein, aber jetzt geht das schon ganz gut.
    Viele Depressionen waren selbst verschuldet, weil ich mir das
    Gefühl gab, zu unwichtig und störend zu sein, um in so unauf-
    geräumtem Zustand j-m unter die Augen zu treten. Und ich
    war mir selbst oft "zu ..." oder "zu ...". Sind andere aber auch!
    Und dann ist wieder alles normal, erfährt man aber nur durchs
    Teilen.

    Spontan mal fremde Menschen ansprechen.

    Danach fühle ich mich auch wieder mit der Welt verbunden,
    und wenn's nur übers Wetter oder die Kassenschlange war.
    Einfach mehr mitmischen und weniger "verschwinden", das
    macht so viel locker.

    Blümchen kaufen und eine schöne Tisch-Deko entwerfen,
    das mache ich auch gern!

    Überhaupt Farben! Ich habe Aufkleber im Bad angebracht,
    und geblümten Plüschrasen an einer Stelle, eine echte Kitsch-
    ecke, die mich total zum Strahlen bringt. Nur für mich! :)

    .. und hier und da mal Glitzer fürs kleine Mädchen, einen
    Ring (kleiner Finger) oder Sticker (Blumen) für Briefe, oder
    roas Dekosand fürs Windlicht, einfach weil's mich anzieht.
    Das Lustige ist, das fällt niemandem als "kindisch" auf, dient
    aber einzig meiner eigenen Freude. Irgendwie machen alle mit.

    ... und Düfte! Duftkerzen, eine schöne Creme, Alltagsfreuden.

    Und mehr fällt mir dazu für heute nicht mehr ein. Toll, dass ihr
    so viele seid, die mitmachen! Und Danke, für Euer liebes Feed-
    back.

    Lieben Gruß

    Wolfsfrau.

    Hallo anima, :D

    genau wie Dir geht's mir auch. Ich finde auch gerade erst heraus,
    was schon genügt, um mir mehr Wohlbehagen zu schenken.

    Meine Ängste in einem vertrauensvollen Umfeld aussprechen gehört
    auch dazu. Habe ich heute mit einem guten Freund von mir entdeckt.
    Das schafft soviel inneren Raum und neues, tieferes Vertrauen, wenn
    ich damit dann angenommen werde. In Respekt, nicht in Mitleid.

    Bin gerade ganz begeistert von all diesen kleinen Entdeckungen.

    Bitte schreibt eifrig weiter mit, mir macht das auch Spaß, hier neue
    Anregungen zu finden, und es schenkt soviel gute, bewegliche Energie.

    Liebe Grüße von der
    Wolfsfrau

    Hallo, ihr beiden, :D

    bin gerade nochmal da. Mir ist heute auch noch etwas eingefallen.

    @ liebe Linde,

    um meine Finanzen (Dispo zurückführen) habe ich mich auch
    kürzlich erst gekümmert, also Raten vereinbart. War ein sehr
    gutes, aufgeräumtes Gefühl.

    Und ich habe mir eine Hausratversicherung zugelegt, auch wenn
    ich davon ausgehe, die nie beanspruchen zu müssen. Aber es
    fühlte sich gut versorgt an, diesen Rahmen für mich zu schaffen.

    Vor Geld hatte ich lange Zeit richtig Angst. Das hat sich vor ca.
    2 Jahren verändert, als ich mich mit dem Thema nicht mehr allein
    fühlte. Ich bat einfach um einen guten Fluss auf meinem Konto.
    Naja, es ist nie prall, aber reicht immer für die nötigen Ausgaben.
    Das habe ich jetzt durch längere Erfahrung beobachtet und erlebt.

    Einen Garten habe ich leider nicht, aber ich bin schnell im Grünen,
    das ist echt schön.


    @ liebe Melinak,

    ein Moped hätte ich auch gerne! Das klingt ja schön, gerade jetzt
    in der milder werdenden Luft, und überall riecht es so gut.


    ******


    Heute fiel mir ein: Hunde streicheln ist die beste Medizin für mich.
    Im Handumdrehen (fast buchstäblich) verändert sich meine Laune,
    wenn ich vorher bedrückt war.

    Und abends ganz bewusst und entspannt auf den Tag zurück blicken,
    mich für alles bedanken, was schön lief, und beruhigt das zurück ge-
    ben, was "nicht so" lief. Es ist immer nur der heutige Tag, und morgen
    bekomme ich einen neuen geschenkt.

    Diese spirituellen Zwischen-Stops in Muße kann ich gar nicht zulassen,
    wenn ich so sehr im Sorge- und Kontroll-Modus "beschäftigt" bin (un-
    produktiv betriebsam).

    Gerade bin ich einfach dankbar, dass ich auf so einiges schon Gewusste
    und Genossene zurück greifen kann. Das kann alles ICH für mich tun,
    immer wieder eine echte Offenbarung, mit wie kleinen Dingen sich da
    Weichen umstellen.

    Liebe Grüße Euch zweien, und jedem, der noch mitmachen mag,

    von Wolfsfrau :D

    Hallo, ihr lieben Leute,

    ich bin nach einigen Wochen auch mal wieder hier
    und stehe jetzt schon etwas woanders, als zuvor.

    Gerade ist es mir seit einer Weile gelungen, mich
    wieder mehr um meine eigenen Angelegenheiten
    zu kümmern. Das beginnt bei meiner Gesundheit
    (Check-ups), dem Aushalten meiner Gefühle, und
    der Wiederentdeckung, dass ich durchaus Dinge
    selbst gestalten kann, nicht überall machtlos bin.
    (Wie z.B. dem Alkohol und dem Trinkenden gegen-
    über.)

    Ich möchte in diesem neuen Faden mehr auf mich
    selbst schauen, und auf das, was ich für mich tun
    kann.

    Oder überhaupt darauf, was wir EKS anstelle der
    übermäßigen Sorge noch so mit unserer Zeit und
    Energie anfangen können.

    Ich muss ehrlich sagen, es ist mir total fremd, als
    erstes bei mir anzusetzen, wirklich etwas durch-
    zu ziehen (z.B. Sport), statt zu "denken", es sei
    längst nicht so wichtig wie ... die Rundumlösung
    für alles.

    Ich entdecke immer mehr die "Krankheit" in mei-
    nem Kopf, die Sachen, mit denen ich mich da so
    fertig mache. (Perfektionismus, Kontrolle, Zwang,
    das übliche eben.)

    Wer Lust hat, sich auch auf Schönes zu konzentrie-
    ren, das dem eigenen Wohlgefühl dient, von dem
    würde ich gern lesen, was das in Eurem Fall ist.

    Vielleicht mal ein Mut-mach-Faden? :D

    Also, mir tut es gut, mich mehr um meinen Körper
    zu kümmern. Ich habe mir ein solides Übergewicht
    angefuttert und bin wild entschlossen, mir trotzdem
    schöne Sommersachen zu kaufen. Und ich nehme
    meine alte Gewohnheit, das Walken, wieder auf.

    Und ihr? Was tut ihr Euch Gutes?
    Vielleicht kriege ich noch mehr Anregungen?

    Liebe Grüße,

    Wolfsfrau

    Liebe Melanie,

    ich merke gerade auch, wie ich innen drin total hungrig, getrieben und leer bleibe,
    wenn ich immer nur versuche, zu "verstehen", zu verbessern, auch mich selbst.
    Das macht mich gerade total betroffen. Zugleich fällt eine Menge Druck ab, stimmt.

    Ich schreibe einfach wieder, wenn ich dabei auch fühlen kann, worum es geht.

    Liebe Grüße, auch an alle, die hier sonst mitlesen,

    von der Wolfsfrau.

    Hallo Mada,

    ich habe Deinen ganzen Faden gelesen, und diese drei Sätze treffen einfach so genau,
    was auch ich an innerer Berechtigung brauche, um mich vom kranken System zu lösen.
    Vielen Dank, dass Du Dich durch die Bücher gekämpft hast und das hier jetzt so zusammenfasst:

    Zitat von Mada


    Unsere Wut ist berechtigt! Unsere Schuldgefühle sind unberechtigt! Wir haben das Recht auf ein eigenes Leben!
    Wir brauchen die Verantwortung für die Taten und Entscheidungen unserer Eltern nicht übernehmen!

    Es ist normal, daß wir uns nach dieser Erkenntnis voller Zweifel wiederfinden.


    Ich bin auch EKA (beide Eltern haben getrunken, jetzt nur noch meine Mutter).

    Mein Vater hat sehr zwanghafte Züge und keinen Umgang mit seinen Gefühlen gelernt.
    Als Einzelkind erlebte ich seine Starre und Leblosigkeit (bei totaler Forderung
    von Perfektion und schnellem "Verstehen"), die schon ohne ausgeübte Gewalt
    sehr angst-einflößend und unberechenbar war. Ich habe gelernt, zu funktionieren.

    Meine Mutter ist eher warm und fließend in ihrem Wesen, wurde von meinem
    Vater aber für seine eigenen Zwecke (sollte ihm Fürsorge schenken) eingespannt.
    Ich war Konkurrentin um ihre Liebe, habe ihre Gefühle nur als "verhindert" erlebt,
    obwohl sie für mich existierten. Sie liebt mich, und das kann ich heute noch fühlen.
    Zu meinem Vater habe ich hingegen keine von innen lebende Beziehung, da ist nichts.

    Außer der "familiär" bedingten Kiste: Wir gehören zusammen. Aus der bin ich aber
    emotional raus gefallen, seit ich mich um meine vollständigen Gefühle bemühe.
    Seither ringe ich um eine halbwegs normale Art von Kontakt mit meinen Eltern,
    merke aber, dass selbst der mir nicht gut tut, weil die Gefühle zwischen uns fehlen.


    Zu Deiner Ausgangsfrage vielleicht dies:

    Mein Therapeut (ehemals Suchtarbeit) erklärte mir mal, dass die "Droge" egal ist,
    selbst übertriebenes Umsorgen (Co-Abhängigkeit als Form von Zwanghaftem Verhalten)
    sei eine, und sie dienten alle einem selben Zweck: Die schwierigen eigenen Gefühle
    zu umschiffen, wie ein Bypass. Nur dass damit die innere Verbindung blutleer wird,
    auch die unter den Familienmitgliedern selbst. Ist ja keiner mehr emotional "am Platz".

    Darum ist es für uns "Kinder" fast egal, aus welchem Grund unsere Eltern
    emotional abwesend waren. Ob durch Substanz oder besessenes Verhalten.
    Wir haben alle keinen offenen, aufrichtigen, wertschätzenden Umgang mit unseren
    Gefühlen gelernt. Und dass wir immer, egal mit welchem, völlig "in Ordnung" sind.

    Für mich ist ein gesundes Selbstwertgefühl heute noch ein echtes Stück harte Arbeit.
    Soviele Unwahrheiten habe ich dazu "gelernt", wie die Dinge "sind", und wie man zu
    sein hat.

    Gar nicht so leicht, mit den Trümmern fertig zu werden, die sich offenbaren,
    wenn mir dann erstmals klar wird, wo ich völlig unnötig "Verantwortung" akzeptiert
    habe, innerhalb und für ein System, das zutiefst lebensfeindlich ist, und das sich
    vermutlich nicht einmal meine Eltern freiwillig ausgesucht haben. Es war ihr
    Bypass für wiederum abwesende Vorbilder. Das macht es für mich so tragisch.
    Dass niemand dem Nächsten wirklich gern und aus der Fülle der inneren Wahl heraus
    Leid weiter geben würde. Dass vielmehr die eigenen inneren Abläufe schon so verstört
    und pervertiert
    wurden, dass sie jetzt tatsächlich fahrlässig bis gezielt bösartig (wie Du aus den Büchern
    zusammenfasst) ausfallen.

    Langsam komme ich dahin, mir eine Loslösung von ihren Problemen erlauben zu können.
    Indem ich anerkenne(n muss), dass sie ihre Wahl getroffen haben, wie sie jetzt ist.
    Dass sie es also für sich so wollen und meiner "Hilfe" gar nicht bedürfen. Das ist ein Relikt,
    mein Glaube, dass ich "machen kann, dass" (auch) sie glücklicher wären. Im Irrtum,
    dass sie dann auch für mich anders da wären, und ich dann "echte" Eltern hätte.

    Das war mir bislang gar nicht so klar, dass ICH da was VON ihnen will, nicht "für" sie,
    wie ich immer dachte, wegen meiner Traurigkeit und meinem Erlösungs-Trip.

    Ich finde es toll, dass Du Dich auf den Weg gemacht hast, Dir Dein Leben und Deine
    Gefühle zurück zu holen. Ich habe auch so eine mehrwöchige Therapie hinter mir,
    vor 2 Jahren gemacht, "verliere" aber vieles davon leicht wieder im Alltag,
    oder in Nahkontakt mit meinem Elternhaus.

    Dein Beitrag hat mich aber wieder in Kontakt mit dieser kraftvollen Energie von damals
    in Kontakt gebracht.

    Danke dafür!

    Liebe Grüße
    von der Wolfsfrau

    Hallo Melanie,
    und Hallo Skye,

    vielen Dank für Eure Gedanken und eigenen Erfahrungen zum "kümmern".
    Ich merke, dass einiges sofort auch für mich "stimmt", einiges andere nicht
    auf dieselbe Weise.

    Aber es tut mir sehr gut, dass ihr versteht und kennt, wovon ich schreibe.

    Gestern in meiner Therapie konnte ich erstmals seit November wieder mich
    selbst und meinen eigenen Schmerz (über meine Mutter und ihr Gefangensein
    in der Spirale) fühlen, ohne dabei verzweifelt oder verloren zu sein.

    Ich weiß, wieviel fließender und besser es sich anfühlt, meine eigenen Gefühle
    zu durchleben, statt im Kopf wie besessen um eine Lösung (Kontrolle) zu ringen.

    Bin gerade froh, den Fühl-Modus zumindest in mir zu tragen, selbst wenn ich
    gelegentlich dann doch eher der Besessenheit (und ihrem "Erfolg") zu vertrauen
    scheine, als schön bei mir selbst zu bleiben. Später nochmal mehr dazu, auch
    zu Euren Anregungen. Danke, dass ihr mich seht.

    Liebe Grüße,

    von der Wolfsfrau.

    Hallo zusammen,

    nochmal ein Update von mir. Ich war jetzt einige Tage nur am Mitlesen, hier im Forum.

    Also, am Sonntag hielt ich meine Sorge/Schuldgefühle meiner Mutter gegenüber nicht mehr aus,
    ich wollte auch dem "gesunden" Kontakt und meiner Offenheit für sie Ausdruck geben.
    Also rief ich bei ihr an. (Seit dem Brief vor 3 Wochen gab's keinen Kontakt mehr.)

    Da ich den Brief knapp vor ihrem Geburtstag (und dem Päckchen an sie) losgeschickt habe,
    wollte ich sichergehen, dass ihr Schweigen (zum Päckchen) nicht auf Scham oder "zu große
    Verunsicherung" mir und unserem Kontakt gegenüber zurück ging. Ich hatte Sorge,
    sie "umgeschmissen" zu haben. Es belastete mich, nicht zu wissen, wie es ihr jetzt geht.

    Tja, und das ergab dann folgenden Ablauf:


    ********

    (Ab hier nur weiter lesen, wenn das auch Euer Thema ist. Unten geht's dann weiter, nach den Sternchen ***.)

    Ich eröffnete das Gespräch (wolle ihr nochmal mündlich alles Gute fürs Neue Lebensjahr
    wünschen, nachdem das jetzt alles nur per Post ging.) Sie nahm es froh auf.

    Dann mein Zugeständnis, dass ich den Brief jetzt vielleicht noch wieder anders schreiben würde,
    es mir aber wichtig war, alles Genannte auszudrücken, und zwar vor ihrem Geburtstag.
    Und dass ich das schon seit Januar in mir ausbrüte - daher dann der "Schnellschuss".
    "Naja, wenn es gut für Dich war, ist es ja OK." (Aha. Diese Ebene klappt übrigens immer,
    seit sie von meinen inneren Unwuchten / Therapie etc. weiß. Verständnis ist immer da, aufrichtiges.)

    Mehr wollte ich inhaltlich nicht thematisieren, brauchte ich ja auch nicht, der Brief existiert ja.
    Sie räumte ein, dass sie schon wütend gewesen sei und den anmaßend empfunden hat,
    dass ihre erste Wut dann aber wieder verraucht ist. Und dass ihr Schweigen (aufs Päckchen hin)
    eher allgemeine "Schlampigkeit" (auch anderen gegenüber) gewesen sei, also nicht persönlich.
    (Hm. Ich begann, skeptisch zu werden und die Natur meines Anrufs zu hinterfragen.
    Alles lief auf die "alten Rollen" hinaus. Ich bekümmert, sie "braucht nichts". Mein Klärungsbedürfnis
    ist also einseitig. Sie kommt augenscheinlich prima klar, auch ohne "gelösten" Kontakt.)

    Ich spürte meinen Ärger aufsteigen (Wenn nichts "ist", warum hat sie dann nicht wie üblich reagiert,
    also Rückmeldung zum Päckchen gegeben, diese Kontakt-Ebene lebendig gehalten?)
    Und ich sagte dann, dass das wieder typisch sei (für mich), mir Sorgen zu machen,
    ohne dass "am anderen Ende" Grund oder Anlass dafür bestehe. Dass ich mir also ihren Kopf
    (oder den eines anderen) mache, und das völlig ohne "Not" (für den anderen).

    Dann kam: Wieso? Du kannst Dich doch regen ?!? (Um mir Klarheit zu verschaffen.)
    Und dann ist es für mich gekippt, wie ein Andocken an die "alten Rollen": Melde Du Dich eben.

    Untertitel: Ich pflege derweil meine Laune, und ich "brauche" Dich für mein Wohl nicht. (Aber Du mich als Kind.)

    **************


    Das hatte was Altes, Unverfügbares, das mich schon seit Jahren oft geschockt hat.
    Ich nahm ein Leid wahr, bezog mich drauf, und wurde in meiner Wahrnehmung "neutralisiert"
    (verwirrt) mit einem plötzlichen Stimmungsumschwung ihrerseits in Richtung "Unbekümmertheit"
    (vor allem nach Alkohol), und damit verschwand meine Mutter aus dem inneren Zweierkontakt,
    egal ob wir noch im selben Raum waren oder zusammen Spazieren gingen.

    Nach dem Telefonat dachte ich so: Warum fühle ICH mich verantwortlich für den Kontakt,
    also für den sucht-unabhängigen Teil, dass wir überhaupt miteinander sprechen können,
    während sie wieder ihrer eigenen Stimmugskurve folgt. Scheiße, ich habe mich geärgert!

    Auch wenn es für meinen Seelenfrieden hilfreich war, zu erfahren, sie macht ihren Alltag weiter,
    ist nicht total abgerutscht (durch den Brief). Das konnte ich vorher nicht wissen,
    und ich kann mir selbst gut gestatten, dass ich diese Sorge entschärfen wollte.

    Aber ich merke, dass ich ihr genau DA wieder abgenommen habe, was sie selst gut tun kann:
    Auf sich aufpassen. - Ich traue es ihr einfach nicht zu, sich gut schützen zu können.
    Dabei fährt sie ja alle verfügbaren Defensiven auf, kann das also augenscheinlich ganz gut. ??!??

    Diese Ambivalenz macht mich echt fertig, heute noch. Dass immer (nur) ich Vorhandenes "spüre".
    mich drauf beziehe, im Sinne von Lebendigkeit (Gefühle eben beachten), und dann erlebe,
    ... ist nicht erwünscht. Also, irgendwie laufe ich auch da immer wieder gegen eine Wand.

    Naja, langsam erkenne ich sie.

    Und ich kann mir jetzt besser gestatten, ihre "Unnahbarkeit" bei ihr selbst zu belassen,
    als ihren Anteil, der sich eben nicht weiter auf Kontakt einlassen mag, sondern lieber
    unsichtbar (und dadurch "geschützt") bleiben will. Das wollte ich lange "heilen" (durchbrechen),
    weil MIR ein authentischer Kontakt, auch bei inneren Nöten, wichtig war.
    OK, bei uns geht nur "grüner-Bereich-Kommunikation", das darf ich einfach mal stehen lassen.

    Ich glaube, geschockt bin ich über die Erkenntnis, dass das immer nur ICH war, die auf echte
    Nähe (also Selbstoffenbarung) als "gesunden" Kontakt hingearbeitet hat. Mir tat Aussparen weh,
    ich bin für mich ja auch da ausgestiegen, indem ich mich meiner emotionalen Arbeit zugewandt habe.

    Aber Fakt ist: Meine Mutter (und mein Vater ebenso) haben für sich einen anderen Weg genommen.

    Ich möchte lernen, sie wirklich wie "Erwachsene" zu betrachten, auch wenn sie mir auf dem Gebiet
    keinerlei Rückhalt gegebeben haben oder das konnten. Das klingt vielleicht arrogant, aber ich denke,
    ich habe da viel Arbeit übernommen, die die beiden für sich selbst nie tun wollen würden.
    ... und das war / ist der ungesunde Teil unseres Kontakts, auf meiner Seite.
    Dieses "Umsorgen" im Glauben, so Gefühle zugänglich zu machen.
    Aufhören damit!, denke ich gerade. Es ist unerwünscht, übergriffig und nutzlos.

    Mehr Argumente brauche ich wirklich nicht, um endlich meine Finger da raus zu lassen.

    So, das musste mal alles raus. Vielen Dank fürs Lesen, und liebe Grüße,

    von der Wolfsfrau.

    Hallo Melanie,

    ich dachte mir, dass hier jede/r für sich sorgen darf. Es ist eher mein Ding, zu denken,
    ein langer Text schreckt ab. Oder dass ich damit zuviel Raum nehme, andere erschlage.
    (Obwohl ich weiß, dass das niemanden zwingt, mich auch wahrzunehmen.
    Übungsfeld eben: Trennen lernen, was ist meins und wo sorgt der andere für sich.)

    Damit bin ich wieder mitten im Co-Thema. Schreibe gleich nochmal ein Update, hier.

    Liebe Grüße erst einmal,

    Wolfsfrau

    Hallo nochmal, liebe Lissi,

    ich kann gut verstehen, dass Du gerade Deine persönliche Schmerz- und Leidensgrenze fühlst (und ziehst).

    Das hier, der Vorschlag Deiner Mutter (der auch in Al-Anon gilt) ...

    Zitat von Lisken

    Gestern äusserte meine Mutter einen Gedanken, der mich wieder ins Nachdenken gebracht hat: Was wenn du einfach gesagt hättest, das ginge dich nichts an. Dich einfach rausgehalten hättest.

    ... das erfordert glaube ich schon ein inneres Annehmen der Situation. DASS ein Elternteil suchtkrank ist,
    DASS es eine Krankheit, kein böser Wille ist, und DASS die Krankheit Leugnen beinhaltet.
    Und DASS wir als co-abhängig mitgelaufene Kinder selbst Hilfe brauchen,
    dafür auch unsere ganze eigene Kraft.

    Ein heftiger Vierer-Pack an Einsichten, die das erstmal durch Kopf, Gemüt und Bauch durch müssen,
    ehe "man" (also ich kann nur von mir reden) wirklich bereit ist, zu sagen:
    Packe ich nicht (an der Sucht was zu verändern), liegt nicht in meiner realen Macht.

    Und ich glaube, die Suchtkrankheit meiner Mutter als Krankheit anzuerkennen,
    diesen ersten Schritt also zu tun (meine Machtlosigkeit darüber einzugestehen),
    das habe ich mir jetzt erstmals - nach Jahren in Al-Anon - durch meinen Brief und ihre Reaktion "abgeholt".

    Jetzt kann ich es wirklich greifen und innen Fuß fassen lassen, dass es so ist.
    Dafür musste ich es aber erleben. Indem ich die Broschüren zurück bekam, eine ganz klare Geste,
    dass meine Macht (über sie, den Alkohol oder das, was sie damit will) begrenzt ist,
    auf meine Welt, was ich darin will, und was ich für meine Erholung und Stärkung tun kann.

    Diesen Satz Deiner Mutter kann man glaube ich erst dann gelassen vorbringen, geschweige denn fühlen,
    wenn der eigene Aufruhr bis zur Erschöpfung hochgestiegen ist, um dann in sich zusammen zu fallen.

    So habe ich es jedenfalls erlebt (Brief, Angst um meine Mutter vorher, klare Worte deswegen,
    ihre "Absage" an meine Sorge ihrerseits - alles hatte seinen Platz auf diesem Weg).
    Anders hätte ich nicht locker lassen können. Ok, jetzt klemmt es auf anderem Gebiet (s. meinen anderen Faden),
    aber es geht eigentlich wieder ums selbe, Kontrolle. Ich will sicherstellen, dass ... - und wieder gegen Unkalkulierbares.

    Das ist so ein verflixt hartnäckiges Ding, die Kontrolle (sie behalten wollen), und immer wieder sitze ich ihr auf.
    Inzwischen habe ich eine Ahnung, dass genau darin meine eigene Erkrankung als Co-Abhängige liegt.

    Hoffnung ist gegeben! Ich darf mich um meine Genesung kümmern, eine andere habe ich nicht. ;)
    Das sage ich mir jetzt eher selbst. Ich wünsche Dir viel Kraft beim Erkennen und Vertreten Deiner eigenen Grenzen und Bedürfnisse.

    Liebe Grüße von der Wolfsfrau

    Hallo Melinak,

    ich werde das in einem ruhigen Moment mal selbst nach-basteln, das Zitieren.
    Danke für Deine Tipps!

    ... und Durchlesen oder -arbeiten musst Du mein Geschriebenes nicht automatisch,
    nur weil ich meine Gedanken hinter Deine schreibe. Das hat auch schon viel Klärendes,
    einfach so, indem ich das für mich in Worte packe (niederschreibe).

    Da ich so viel schreibe, erwarte ich gar nicht, dass das jeder "mitmacht"
    und sich dann seinerseits auch da durch wühlt. ;)

    Ich freue mich einfach, wenn Du hier Deine Wahrnehmung und eigene Erfahrung teilst,
    mit mir, so wie es Dich eben anspricht. Wichtig ist mir, dass es fließt, im Dialog,
    und ich würde mich unwohl fühlen, wenn für Dich oder jemanden Druck entsteht.
    (War mir jetzt einfach mal wichtig, zu sagen, weil meine Beiträge immer ziemlich lang ausfallen.)

    Lieben Gruß

    von der Wolfsfrau

    Liebe Melinak,

    Danke nochmal für Deinen ausführlichen Beitrag. Der hat mir sehr gut getan.
    So, jetzt habe ich meinen Beitrag nochmal überarbeitet (ent-färbt). ;)
    Da ich wieder gern zu verschiedenen Gedanken von Dir schreiben möchte,
    setze ich meine eigenen Antworten mit Sternchen optisch ab, ok?


    Zitate Deines letzten Beitrags:

    du schreibst von erwartungen die du an dich selbst stellst. sind die vielleicht etwas zu hoch? warum erwartest du überhaupt und läss da nicht los?Winken


    *****
    mir sind gar keine Erwartungen bewusst ... ? Ich merke es immer erst hinterher,
    an meiner Enttäuschung (über mich oder über mein Gefühl), dass ich anders sein will,
    oder woanders, als ich innerlich gerade bin. Das ist glaube ich ein Ding aus Urzeiten.
    Aber früher war mir nicht klar, dass ICH mich mit diesen Vorstellungen selbst überfordere.
    Ich "durfte" eigentlich nie anhalten und einfach gut finden, wer ich gerade war.
    Immer "musste" ich irgendwie sein, mir nichts anmerken lassen, oder im Kopf schon weiter,
    als mein Vater, während er mir einen Auftrag gab (Einkaufen o.a.). Nur damit ich
    schneller merken würde, wo ich rechtzeitig nachfragen muss, um keinen Fehler zu machen.

    Heute fällt es mir sehr schwer, Niedergeschlagenheit oder Antriebslosigkeit auszuhalten.
    Ich fühle mich automatisch schlecht dafür, weil ich denke, irgendwas kriege ich ja nicht hin,
    sonst würde ich mich besser fühlen. Das gilt sogar manchmal fürs Schritte-Programm,
    das ich durch Al-Anon und CoDA kennen gelernt habe und sehr mag.
    Ich denke dann ernsthaft: Wenn ich es besser/doller machen würde, wäre ich schon glücklicher.
    Stimmt, da steckt immer Druck, immer Beschleuniger drin, die totale Anspannung.

    Kennst Du das Schritte-Programm?
    ****


    es ist etwas besonderes, so ein körper ist ein wunder. es spielt alles irgendwie miteinander, verstand, bewusstsein unterbewusstsein, gefühlswelt ist komplex. dazu noch der körper.

    körper geist und seele bilden eine einheit, macht uns zum menschen. schon in der schule habe ich das gelernt, wärend der ausbildung, es war extrem viel stoff der vermittelt wurde. ich kann michh immer wieder daran erinnern. doch wie das zusammenspiel bei jedem einzelnen abläuft ist ja so unterscheidlich. es gibt dann die blockaden, es gibt die körperlichen zipperleins die auf die seelische psychische verfassung einfluss nimmt.es gibt andersrum die seelischen verletzungen die zu körperlichen beschwerden führen können. komplex halt!


    *****
    Das klingt schonmal so beruhigend, dass nicht ICH das alles hinkriegen muss,
    dass da vieles von selbst passiert und sich auch wieder verändern kann.
    Dieses Vertrauen in die Dinge (auch meine Genesung von der Co-Abhängigkeit),
    das möchte ich noch viel mehr haben ! - Ich will immer noch viel zu viel selbst "schaffen",
    und merke das nichtmal, weil es mein normaler innerer Betriebs-Modus ist.
    *****


    was nun passieren könnte wäre folgendes: erste erleichterung, freude wohlgefühl. dann kommt unsicherheit mit schlechtem gewissen vorbei, was dieses wohlgefühl in frage stellt. damit fühlt sich das nicht mehr wohl an, sondern zweifel kommen hoch.

    gelernt hast du zu reageiern, nämlich so zu reagieren, wie es jetzt läuft, es sind die alten muster, die sich gefestigt haben.

    das ist das sich im kreis drehen und wieder da ankommen wo du hergekommen bist.


    *****
    Du meinst, selbst wieder den schon erworbenen Mustern folgen?
    Schuldgefühle statt Selbstbehauptung, Selbstzweifel statt reiner Freude ...
    Puh, das fühlt sich an, als hätte ich schon immer genau so getickt
    und nie das Positive (mich einfach gut fühlen) ungestört ausleben dürfen.
    (Früher, meine ich. Als hätte ich schon immer im Schatten gelebt, gedeckelt eben.)

    Nach dieser Intensiv-Therapie war ich sowas von durchgepustet und am Punkt mit mir selbst,
    da hatte ich gar keinen Raum für "Fremdes" (Zweifel, Aushebeln, Hinterfragen),
    diesen Zustand hatte ich mir erhofft, indem ich alles aus mir raus tue (Brief),
    was nicht mein Eigenes ist, was von außen eingedrungen ist (Suchtschwingung, sozusagen).
    Aber ich konnte die Befreiung, buchstäblich freieres, tiefes Atmen, nicht lange genießen.
    Und das hat mich so perplex gemacht.
    *****


    du kannst heute glücklich sein, ohne dabei auf dein gefühlswelt deiner mutter rücksicht nehmen zu müssen.
    gib dir doch die freude und nimm dir nicht mit dem zweifel den du hast dieses wohlgefühl!


    *****
    So, das habe ich mir mal schön eingerahmt! Sehr glücklich

    Mein Therapeut meinte etwas von "gesunder" Schuld, da, wo man emotional geben möchte,
    und "krankmachender" Schuld, wenn es unfreiwillige Abhängigkeit ist, die einen hindert.
    Ganz habe ich das noch nicht verstanden, aber ich fühle Schmerz, meine Mutter "zurücklassen"
    zu müssen, um für mich selbst die Kraft aufzubringen, überhaupt stehen zu bleiben.
    Weil sie ja nich wissen kann, dass das nichts mit nachlassender Liebe für sie zu tun hat.

    Ich kreisele da um irgendwas, das ich selbst gar nicht auflösen kann, soviel merke ich.
    Dieses Liebe-ZEIGEN-müssen, das könnte auch ein altes Ding sein (Leistung vs. Vertrauen),
    wie bei uns zu Hause "Kontakt" und das Wissen, einander zu meinen, funktioniert hat.
    Bah, soviel Hülle, hektisches Getriebe, Leere im Innern, und das hielt 40 Jahre lang?
    Ich komme mir immer mehr wie eine leere Erbsenschote vor, ein Wunder, dass ich da bin,
    wo ich bin, und doch relativ viele Gefühle mitbekomme, in mir, zwischen anderen, und überhaupt.
    *****


    es geht nur langsam vorwärts, ich kenn diese ungeduld und das nicht verstehen warum das alles soooo lange dauert. ich hab so hart gearbeitet an mir, mein verstand hats doch drauf. na aber meine gefühlswelt hinkte halt hundert meter weit hinter mir her.......... Winken


    *****
    Ja, das ist es. Wieder mal die Gefühle so lassen, wie sie sind, und vertrauen.
    Sooo ungewohnt, oder? Und hat wieder was mit Selbstvertrauen zu tun, irgendwie.
    Dass ich richtig bin, so wie ich bin. Darauf kommt es bei mir immer wieder raus.
    *****

    einen lieben gruß melanie :wink:


    Dir auch liebe Grüße! - Ich werde gleich nochmal schreiben, zum Thema.

    Wolfsrau