Beiträge von Iv395

    Zuerst vielen Dank für eure Begrüßung, Yvonne, kommal und Andi,

    als ich die Zeilen schrieb, habe ich vor lauter Freude, dass ich euch berichten konnte, dass ich bisher durchgehalten habe, gar nicht daran gedacht auch zu schreiben, dass es bisher viel Kraft gekostet hat wieder im normalen und schönen Leben angekommen zu sein.

    Tja nach dem totalen Absturz im März im vorigen Jahr habe ich 6 Wochen in der Psychiatrie verbracht. Es war eine furchtbare Zeit. Ich musste erkennen, so konnte und wollte ich nicht mehr weiterleben. Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich mich dann zu einer Langzeittherapie entschließen konnte.
    In den drei Monaten dort lernte ich mich selbst wieder kennen bzw. mir wurde dort erst klar, wie sehr ich mich in den letzten Jahren durch den Alkohol verändert hatte. Ich habe unendliche Tränen vergossen, da ich anfänglich keine Lösungen für mich sah und ich in meinen Kopf ein einziges Chaos hatte. Schritt für Schritt nur klein und langsam begann ich aufzuräumen. Dort begann ich wieder lebendig zu werden, mich an den kleinsten Dingen zu freuen. Schon ein kleines Lächeln kann so viel bewirken. Ich fuhr die Achterbahn meiner Gefühle. Eine ständige Berg- und Thalfahrt.
    Als ich wieder zu Haus war, habe und ich folgende Zeilen verfasst und an die Klinik geschickt.
    Ich glaube, das gibt am besten wieder, wie es mir ergangen ist.


    Einfach Mut machen! 31. August 2008

    Am 2. Juli 2008 habe ich schweren Herzens die Klinik in L. verlassen.
    Ich spüre noch heute auf dem Weg vom Haus D zum Parkplatz, meine aufsteigenden Tränen, die ich im Abschiedsschmerz versuchte, zu unterdrücken.
    Für Neuankömmlinge in L. wohl unvorstellbar. Die Reaktionen sehe ich, direkt vor meinen Augen. Ungläubiges Kopfschütteln und Worte, wie: „Was ist denn das für ein Blödsinn?“
    Hätte ich, an meinem Anreisetag, am 9. April 2008, so etwas gelesen, ganz ehrlich, ich hätte genauso reagiert.
    Wie kann es sein, dass eine ehemalige Patientin nach 3 Monaten solche Gefühle haben kann?
    Ich könnte jetzt sagen, ganz einfach. Doch einfach, war es keineswegs.
    Gekommen bin ich, als Alkoholtrinkende mit Depressionen und einem totalen Kopf-Wirrwarr . Meine Krankheit zwar wahrnehmend, jedoch nicht begreifend, was wirklich mit mir los war. Kraftlos, antriebslos, schlaflos, freudlos, gefühllos, unruhig, voller Schuldgefühle, problembeladen, zurückgezogen. Ich wollte alles mit mir allein ausmachen – es gab für mich keinen Ausweg mehr. Ich war physisch und psychisch am Ende.
    Ich hatte mich vergessen und hatte mich durch meine selbst verursachte Isolierung immer weiter nach unten gezogen.
    Gegangen bin ich, als abstinente Alkoholikerin, die es geschafft hatte, 4 Monate trocken zu bleiben. Mit einem klaren Konzept im Gepäck.
    Meine Tage habe ich für mich festgehalten, um zu sehen, wie war meine Zeit hier in L. Es war nicht geplant alles aufzuschreiben, es hat sich einfach so ergeben.
    Ich weiß, es ist für Jeden schwierig, sich völlig fremden Menschen zu öffnen. Doch mit jedem Tag fasste ich mehr Vertrauen und heute kann ich sagen, es ist möglich. Doch ohne eigene Mitarbeit über das Vergangene nachzudenken und dem Willen, Änderungen selbst herbeizuführen, geht es nicht.
    Ein einfaches Danke an die gesamten Mitarbeiter der Klinik kann nicht ausdrücken, wie sehr mir alle Vorträge und Therapien in L. geholfen haben, wieder die Frau zu werden, die ich vor meinem Absturz war.
    Mir wurde die Gelegenheit gegeben, zu erkennen, wie schön das Leben sein kann.
    Herrn S. und Frau H. gilt mein besonderer Dank. Sie waren gute Zuhörer und haben mir über so manches seelische Tief hinweggeholfen. Gaben mir Ratschläge, mit denen nicht immer gleich einverstanden war, doch später erkannte, wie wertvoll diese für mich waren und geworden sind.
    Als ich unter der Käseglocke an 30. Juni 2008 hervorkroch, hatte ich Angst. Vor meinem zu Hause. Vor dem Alleinsein. Vor den Verlockungen. Denn die Gedanken an den Alkohol haben sich in mir festgesetzt und sind allgegenwärtig. Und das wird bleiben.
    Ich bin erstaunt, will jedoch nicht verschweigen, die ersten 2 Wochen in der „normalen Welt“ waren schwer. Doch mit jedem Tag geht es besser.
    Unglaublich für mich, im Rückblick zu sehen, wie habe ich früher meine Tage verbracht? Mit Nichtstun und meinem Freund „Alkohol“!
    Heute reicht mir kaum die Zeit. Ich lese, höre Musik, treibe regelmäßig Sport, gehe zur ambulanten Nachsorge, meine Arbeit macht mir wieder Freude und das Wichtigste, ich mag selbst wieder. Ich nehme ab und mache was aus mir. Ich habe keinen Partner, für den ich das tue. Ich tu es einfach für mich und fühle mich gut dabei. Ich kann nach einer durchgeschlafenen Nacht, mein Spiegelbild wieder ohne Abscheu betrachten. Mein Inneres ist aufgeräumt. Meine Probleme sind noch immer da, aber ich packe sie wieder an und bleibe hartnäckig.
    In 6 Tagen werde ich 6 Monate trocken sein. Ein herrliches Gefühl.
    Ich wünsche meinen Nachfolgern, dass sie ebenso fühlen können, wie ich, wenn sie die Klinik verlassen.
    Glaubt mir, es lohnt sich!!!

    Habe die Kritik von Andi angenommen und hoffe, dass es nun etwas mehr über meinen bisherigen Weg aussagt.

    Also ich bin gespannt.
    Einen schönen Abend an alle wünscht Iv.

    Zuerst einmal an alle ein liebes Hallo,

    ohje, wie schnell doch die zeit vergeht. vor 9 monaten war ich das letzte mal hier musste ich soeben feststellen. aber ich habe für mich so viel bewegt, dass ich sehr wenig zeit hatte und auch über eine ganze zeit keinen internetanschluss, da ich umgezogen bin.
    bisher kann ich zu meinen 2. ehrlichen einstieg bei euch, wie ich es mir selbst im vorigen jahr versprochen hatte auf 14 monate abstinenz zurückblicken.
    ich habe mich sehr verändert. bin ausgeglichen, selbstbewußter, mach mich nicht schon im vorfeld über meine probleme verrückt. alles ist anders. besser, denn wenns auch lange dauert, eine lösung gibt es irgenwie doch.
    ich bin egoistsich geworden. ich denke auch an mich und kann mich wehren und vorallem auch mal nein sagen.
    durch die unterstützung meiner nachsorgegruppe, den therapeuten und durch mich selbst, da ich deren hinweise annehmen und umsetzen kann, ist mir dies bisher gelungen.
    offenheit und ehrlichkeit sind dabei unbedingt notwendig. vorallem die ehrlichkeit sich selbst gegenüber.
    auch ihr habt einen anteil daran, auch wenn ich in letzter zeit das forum nicht so genutzt habe.
    den weg, den ich eingeschlagen habe, werde ich weiter gehen. Mir geht es so gut, wie lange nicht und das möchte ich mir erhalten.

    also ihr seht, mein versprechen habe ich nicht gebrochen und das soll auch so bleiben.

    Viele liebe grüße von Iv

    Ich nochmal,

    ich hatte noch vergessen, dass ich nur noch auf Arbeit funktionierte. Zu Haus fehlte mir jegliche Motivation. Ich war total antriebslos und lag den ganzen Tag bei laufendem Fernseher auf der Couch.

    Iv

    Hallo sokid,

    auch ich begrüße dich im Forum herzlich. Wenn du meine Geschichte gelesen hast, wirst du merken, es ist mein 2. Versuch hier und ich bin auch noch ein "Neuling". Bisher habe ich nur von mir berichtet und mit Spannung, die Meinungen und Erfahrungen von anderen gelesen.
    Ich habe lange Zeit nicht wahr haben wollen, was mit mir los ist. Und genau die Symptome, die du aufzählst kenne ich zur Genüge. Schlafen, nur mit dem bestimmten Quantum Alkohol. Aber nach 2 Stunden war es schon wieder damit vorbei. Also weiter damit? Ging nicht. Dann. Innere Unruhe. Zigaretten, Eine nach der Anderen, obwohl ich schon längst genug hatte. Trinken ging nicht mehr, musste ja arbeiten. Der Rest der Nacht war jedesmal grausam. Und sie nahm kein Ende. Zwiegespräche mit mir selbst. Schuldgefühle. Endloses Grübeln. Verzweiflung.
    Am 6.3.2008 hatte ich dann den totalen Zusammenbruch, psychisch und physisch. Was das kam, war wohl das Schrecklichste, was mir im Leben bisher passiert ist. Ich wurde eingewiesen.
    Und dann musste ich erkennen, dass ich depressiv bin und der Alkohol alles noch viel schlimmer machte. Ja, ich habe immer gedacht, na ich doch nicht. Ixch musste mich eines Besseren belehren lassen.
    So schlimm, wie alles war. Heute weiss ich, mit Hilfe der Ärzte und Therapeuten habe ich die richtige Entscheidung für mich getroffen. Ich habe eine Langzeittherapie hinter mir und das war das Beste, was mir passieren konnte. Nein, es ist nicht passiert. Ich wollte es so. Es war ein langer, harter und tränenreicher Weg.
    Mein Chaos im Kopf ist nun wieder aufgeräumt. Meine Probleme sind noch immer da. Ich sehe sie aber heute ruhiger und gelassener. In der Therapie habe ich gelernt, damit umzugehen. Ich lasse mir Zeit. An den Tagen, an denen es mir nicht so gut geht, schreibe ich alles auf, was mir durch den Kopf geht. So kann ich wieder Ordnung in meine Grübeleien und Gefühle bringen. Kann nachdenken und eine Lösung oder einen Ansatz dazu finden.
    Sprich mit deiner Ärztin über alles, was dir zu schaffen macht. Offenheit ist wichtig. Ich habe den Fehler gemacht und eine Fassade aufgebaut. Auch ein Merkmal der Krankheit. Habe mich im Privatbereich total selbst isoliert und zurückgezogen. Das war das Verkehrteste, was ich machen konnte, wie ich heute weiss. Nimm dir ein Fachbuch über Depressionen und lies darin. Vielleicht kannst du dort Antworten finden.
    Wie gesagt, ob du Depressionen hast oder nicht, kann nur ein Mediziner oder Psychologe feststellen.
    Geh den Weg, den du begonnen hast weiter. Wenn du den Willen hast, wirklich etwas für deine Trockenheit zu tun, dann bist schon einen großen Schritt vorangekommen.
    Ich wünsche dir für deinen Weg alles Gute und viel Kraft.
    Es lohnt sich. Meine letzten 5 Monate haben mir wieder gezeigt, wie schön das Leben sein kann. Ich hatte es fast schon vergessen.
    Einen schönen Sonntag wünscht
    Iv

    Hallo Claudia, Roberto, Jürgen und Andreas,

    erst einma vielen Dank, dass ihr euch so für meine Person und meinen Weg in die Trockenheit interessiert.
    Ich war ein wenig vor den Kopf gestoßen als ich von kommal las:

    "Ich weiß nicht, was so ein Fitnessstudio für einen Reiz ausübt, außer, dass noch andere Menschen da sind..."

    Da habe ich mich etwas zurückgehalten und nur im Forum gelesen.
    Meine Wochenende war ganz i.O. War bei meinen Eltern und wir haben viel geredet. Eine Sache, die ich in der Zeit vor der LZT nicht mehr gemacht habe. Zur Zeit bin ich damit beschäftigt, mir eine kleinere Wohnung zu suchen. Bis jetzt hab ich aber das Richtige noch nicht gefunden. Auch muss ich Anwälte konsultieren, um mir mein Eigentum (Wohnwagen) wieder zurück zu holen. Ich will alles gut überlegen, um es auch richtig zu machen. Es sind so viele Dinge einfach liegen geblieben, weil ja mit dem Alkohol immer noch einen nächsten Tag gab. Zur Schuldnerberatung muss ich auch. Habe mich verschuldet, weil ich verliebt war und helfen wollte. Nun stehe ich allein damit da, denn es läuft alles auf meinen Namen. Es ist nicht einfach, wie ihr sicher wisst, wenn alle Probleme, Punkt für Punkt abgearbeitet werden wollen. Da werde ich schoni mmer mal etwas unruhig.
    Gestern war ich wieder in der SHG. Ich habe schon letzte Woche bemerkt, dass ich danach ruhiger werde. Jeder berichtet, wie die Woche war und bekommt durch die Therapeutin gezielte Fragen gestellt. Ich dachte zu Beginn, ich hab nicht viel zu erzählen. Aber die Therapeutin ließ nicht locker und hinterfragte alles. Und das tut richtig gut, wenn man Aufmerksamkeit und Unterstützung bekommt und einem auch Einzelgespräche angeboten werden, um die vorhanden Probleme zur Lösung auf den Weg zu bringen.
    Ich bin froh, dass ich mein Arbeitsgebiet wieder übernehmen konnte. Ich finde mich langsam wieder hinein und darüber kann ich mich endlich wieder freuen.
    Ja, Andreas du hast recht. Ich habe bereits 10 kg abgenommen und kann mich wieder selbst leiden. Ich habe wieder Freude daran, mich zurecht zu machen und hübsch anzuziehen. Das war bis vor Kurzem nicht so. Aber das werdet ihr ja sicher auch kennen.
    So eh ich mich wiederhole, verabschiede ich mich für heute und wünsche Euch allen einen schönen Abend.
    Ganz liebe Grüße
    Iv

    Hallo kommal und jürgen,

    vielen Dank für eure Antworten.
    Ich habe nun meine 1. 2 Tage Arbeit nach fast 5 Monaten des Nichtarbeitens hinter mir und ich muss sagen, es hat mir gut getan. Schön zu wissen, dass ich vermisst wurde und dass ich eigentlich nichts vergessen habe. Ich hatte solche Angst davor, doch es war unbegründet. Natürlich muss ich mich wieder hineinfinden aber ich werde mir Zeit dafür nehmen. Im Moment stehen keine Termine an und somit kann ich es wirklich langsam angehen. Meine Unruhe ist immer noch da. Ich denke aber, es ist die Angst vor den Wochenenden, die ja sonst mit Alkohol begannen und über die ganzen 3 Tage damit nicht aufhörten. Jetzt habe ich Alternativen gefunden. Zum einen, hier im Forum zu schreiben und ins Fitnessstudio zu gehen. Hab ich auch gestern gemacht, um mich abzulenken und nicht allein, stundenlang zu Haus zu sitzen.
    Momentan habe ich noch ein Problem mit meiner neuen Medikation mit edit.:xxxxxxx gegen meine Depressionen. Nach über 4 Wochen habe ich noch immer Kopfschmerzen und nehme ziemlich stark ab, da ich keinen Appetit habe. Hat Jemand Erfahrungen, wie lange diese Nebenwirkungen anhalten können?
    Ich freue mich über neue Antworten und wünsche Allen einen schönen Freitagabend.
    Tschüß
    Iv

    edit.: speedy53//bitte keine Medikamentennamen nennen - Danke!

    Hallo Claudia und Jürgen,

    vielen Dank für das Interesse, was ihr mir entgegenbringt. Tja wie ist es mir ergangen? Mal so und mal so. Aber das wisst ihr ja selbst, wie das so ist, wenn man wieder zu Hause ist und versucht im Alltag wieder klar zukommen. Manche Tage denke ich, Sorgen und Ängste und unvorhersehbare Situationen werfen mich doch noch sehr aus der Bahn. Aber neuerdings mit Kaffee und einer Zigarette kann ich mir darüber hinweg helfen und natürlich mit Schreiben.
    Mit meiner Nachsorge habe ich vorigen Mittwoch begonnen. Naja war ein wenig von meiner Bezugsgruppe verwöhnt in der LZT. Da stimmte die Chemie halt eben ziemlich. Hier zu Haus muss ich erst mal abwarten. Vom 1. Eindruck bin ich geheilt. Soll heißen, ich hab mich da schon so manches Mal vertan und musste später feststellen, dass meine 1. Einschätzung falsch war.
    Wichtig ist für mich, dass ich es trotz einiger Schwierigkeiten geschafft habe, mein Vorhaben, nämlich nicht zu trinken, einzuhalten. Auch wenn ich oft diesen unruhigen Zustand habe und daran denken muss, wie gut es doch immer tat, wenn ich diese Unruhe mit Alkohol bekämpfen konnte. Ihr werdet jetzt denken, was ist das denn? Ich weiss aber ich muss ehrlich zu mir selbst sein und auch zu Euch, denn diese Gedanken sind noch immer da. Sie machen mir auch Angst. Doch ich will mir einfach die letzten 4 Monate nicht kaputt machen. Sagt sich leicht, ist es aber nicht.
    Vielleicht könnt Ihr mir berichten, wie Ihr die innere Unruhe bekämpft. Wenn Ihr diese kennen solltet.
    Für heute wars das erst mal wieder
    liebe Grüße
    Iv

    Hallo kammal,

    ich bin beeindruckt und habe mich in einigen Deiner Schilderungen wiedererkannt.
    Wie ich bereits berichtete, habe ich schon während meiner LZT Tagebuch geführt. Erst alles handschriftlich und nach ca. 4 Wochen hab ich mir einen Laptop zugelegt. Ständig fiel mir noch etwas ein und durch meine Einfügungen fand ich mich auf dem Papier bald nicht mehr zurecht. In erster Linie tat und tu ich es für mich. Aber auch meine Kinder sollen sehen, was vor der Therapie, in der Therapie und nach der Therapie so in mir vor sich ging und geht. Mein Therapeut hat mir dann zum Schluss der Therapie die Aufgabe gegeben, einen Abschiedsbrief an den Alkohol zu schreiben. Eine Woche habe ich daran gesessen und meine Geschichte zusammengefasst aufgeschrieben. So habe ich mich auch in der letzten Gruppensitzung verabschiedet. Die Reaktionen meiner Mitstreiter hat mich sehr berührt.
    Ich habe noch so viel zu schreiben, da ich noch ne Menge aufarbeiten muss. Und das ist für die jetzige Zeit, wieder zu Hause, unheimlich wichtig für mich.
    Bis bald
    Iv

    Hallo Sabine, Andreas und kommal,

    danke für Euer Interesse und guten Hinweise.
    Ja das erste Mal, dass ich mich hier im Forum meldete ist fast 2 Jahre her. Fadenscheinig, aus meiner Sicht heute, habe ich um Hilfe gebeten. Aber nichts Richtiges unternommen. Ich hab mich noch 2 Jahre selbst betrogen. Wie sehr, hab ich aber erst in der Klinik bemerkt. Psychisch und physisch war ich Anfang März dieses Jahres ein Wrack. Ich sah dann audch so aus. Ich konnte mich selbst nicht mehr leiden. Der Akkohol hat in den letzten beiden Jahren ganze Arbeit geleistet und ich hab mir dabei zugesehen. Meine Familie hat mich aufgefangen, sonst könnte ich heute nicht mehr über mich berichten. Ich bin froh, wieder ins reale Leben zurückgekommen zu sein. Meine Probleme sind immer da. Doch aus meiner heutigen Sicht, sieht es nicht mehr so schlimm, wie vor Monaten aus. Es wird alles langsam gehen. Egal. Irgendwie krieg ich das schon hin. Ich hoffe, mein Optimismus bleibt.

    Liebe Grüße
    Iv

    Hallo kommal,

    im Moment habe ich noch Urlaub. Wollte zwar gleich wieder voll einsteigen, doch durch Mitpatienten, mit denen ich noch in Kontakt stehe, haben mir aus eigener Erfahrung abgeraten. Sie haben schon nach wenigen Tagen schlapp gemacht und mussten zu Haus bleiben.
    Ich versuche erstmal für mich einen Tagesrhythmus zu finden. Ich hatte ja keinen mehr. Die Wochenenden früher, fanden berauscht auf meinem Sofa statt. Ich ging nicht mehr aus dem Haus. Sollte mich ja keiner so sehen.
    Heute gehe ich das erste mal zur ambulanten Nachsorge in eine SHG. In der Langzeittherapie war ich in einer sehr guten Gruppe. Die vielen Gespräche haben mir dort viel gebracht.
    Ich taste mich langsam wieder ins normale Leben. Ich bin da eher zurückhaltend, denn allzugroße Euphorien können auch gefährlich sein. Ich geh´s langsam an. Und ich glaub, dass es so funktionieren kann. Ich will mich nicht gleich wieder überfordern. Ich weiss jetzt, was auch dann passieren kann.
    Ich schau mal, was ich alles so über Dich finde, damit ich auch etwas über Dich erfahre.
    Also bis bald
    Iv

    Mein 2. aber diesmal ehrlicher Anlauf

    Ich habe gestern 1 1/2 Stunde geschrieben und als ich den ganzen Text losschicken wollte, kam die Nachricht ich wäre nicht berechtig und solle mich einloggen. Hab ich zwar nicht verstanden, da ich schon eingeloggt hatte, doch ich bin der Anweisung gefolgt. Mit dem Ergebnis, mein ganzer Text war weg. Also auf ein Neues.
    Ich möchte von meiner ersten Woche zu Haus nach der Langzeittherapie berichten.
    Die letzten 3 Monate lebte ich unter einer „Käseglocke“. Behütet von den Therapeuten und es war immer jemand zum Reden da. Ich habe in dieser Zeit angefangen zu schreiben. Ca. täglich 2 bis 3 Stunden. War nicht geplant, ist einfach so passiert. Das Wunderbare daran, ich konnte, das durch den Alkohol und meine Depressionen verursachte Chaos in meinem Kopf aufräumen. Hat zwar auch fast 3 Monate gedauert. Denn zu meiner Entgiftung war ich vor Ort auch schon 5 Wochen in einer psychiatrischen Klinik. Ich hatte solche Angst, dass es ohne mich auf Arbeit nichts mehr weitergeht . Meine Schuldgefühle erdrückten mich fast. Ich hatte mich bereits aufgegeben. Ich sah aus meinen vielen Problemen zur damaligen Zeitpunkt keine Auswege mehr.
    Durch das Schreiben konnte ich Gegenwart und Vergangenes für mich aufarbeiten. Ich konnte nun mit klarem Kopf und ungetrübten Augen, wie auf mich selbst sehen. Die Erkenntnisse waren furchtbar. Doch das, was ich aus der Langzeittherapie für mich mitnehmen konnte und was ich über mich selbst wieder herausgefunden habe und unbeschreiblich.
    Der Weg war nicht einfach. Eine Achterbahn der Gefühle und ich habe viele Tränen vergossen. Doch das war es wert. Auch wenn ich das am Anfang noch nicht sehen konnte.
    Durch Stressbewältigung am Arbeitsplatz, Selbstsicherheitstraining, 4 Gruppentherapien und ein wöchentliches Einzelgespräch bin ich behutsam an alles herangeführt worden. Ich war selbst erstaunt, was noch alles möglich ist.
    Ich habe jetzt noch Urlaub und nutze die Tage. Gehe viel raus und habe gestern meinen Fitnesskurs begonnen mit Nutzung der Schwimmhalle. Da habe ich gestern 5 Stunden zugebracht. Durch die Wassergymnastik in der Klinik habe ich schon eine gute Kondition aufgebaut. War selbst erstaunt. Kein Muskelkater heute.
    Doch das Alleinsein wieder zu Haus ist nicht so einfach. Mein Sohn lebt zwar noch bei mir, doch durch seine Schichten sehen wir uns sehr selten. In den letzten Jahren habe ich mich von allem sehr zurückgezogen. Auch von meiner Familie. Ich wollte keinen mit meinen Problemen belasten und hab mich immer tiefer in den Sumpf reingezogen.
    Ich habe zwei Leben gelebt. Das eine auf Arbeit . Immer freundlich, immer mit einer Maske auf dem Gesicht. Überstunden bis zum Umfallen. Hat ja keiner zu Hause gewartet. Meine Arbeit war mein einziger Lebensinhalt. Wenn ich zu Hause war und die Wohnungstür hinter mir zu machte, war ich ausgepowert. Wollte nur noch alles vergessen und wenigstens mal 2 Stunden schlafen (hatte 10 Jahre Schlafstörungen). Um abschalten zu können, half mir damals nur eins. Mein „Freund, der Alkohol“.
    Auch jetzt denke ich noch immer an ihn. Aber seit dem 6.3.2008 bin ich trocken und habe bisher allen Versuchungen wiederstanden.
    Das es ohne mich auf Arbeit nicht geht, den Zahn musste ich mir ziehen lassen. Aber meine Kollegen haben bemerkt, dass mein Arbeitsgebiet für einen allein nicht zu schaffen ist.
    Gestern hatte ich eine Situation, da wurde ich doch wankelmütig. Ich hatte mich schon gewundert, dass sich meine Tochter über Tage nicht gemeldet hat. Sie lebt seit 4 Jahren in USA. Als ich eine Mail an sie absandte, worin ich schon besorgt nachfragte, melde sie sie sich. Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht. Sie lag im Krankenhaus. Blut im Bauchraum. Sie hat tierische Schmerzen gehabt. Hat mit Absicht alles von mir ferngehalten. Es geht ihr immer noch nicht so besonders und ich kann ihr nicht helfen. Das wäre für mich früher eine typische Situation gewesen, um zu trinken. „Dann wäre alles nicht so schlimm gewesen.“ Den Selbstbetrug habe ich nun endlich erkannt. Hinterher war alles noch viel schlimmer.
    Ich möchte einfach klar sein, wenn ich mit ihr rede und auch am nächsten Tag noch alles wissen, was sie mir erzählt hat.
    Ich weiß auch nicht, wenn ich erst mal anfange zu schreiben, kann ich immer nicht damit aufhören. Doch für den Anfang will ich es erst mal belassen.
    Ich freue mich über Eure Meinungen und Anmerkungen.
    Einen schönen Tag wünscht Euch Iv

    Hallo teufelchen,

    vielen dank für deine aufbauenden worte. ich hatte schon angst vor eueren reaktionen. aber für deine worte bin ich sehr dankbar. mein rückfall ärgert mich sehr und ich möchte so gern nicht trinken, weil ich ja weiss, dass es mir ja ohne besser geht. aber dann kommt immer diese innere unruhe und die kann ich manchmal nicht aushalten. war jetzt durch urlaub und krankheit 3 wochen zu haus und halt eben ganz allein und da hab ich eben oft langeweile, weil ich momentan auch sehr antriebslos bin. eigentlich hat es schon im vorigem sommer angefangen. partnerprobleme. alles wurde mir zu viel und da hab ich mich in meinen wohnwagen zurückgeszogen und wollte keinen mehr sehen und hören. und eigentlich ist es im persönlichen bereich fast so geblieben. auf arbeit merkt mir keiner was an. ich bin lustig mit meinen kollegen und alle denken ich bin immer gut drauf. manchmal versuche ich mich nach dem job abzulenken. gehe schoppen, gönn mir was aber wenn ich wieder zu haus bin in meiner riesigen wohnung, wo ich auch keine große lust hab, was zu machen, fühl ich mich wieder ganz mies. zur zeit hab ich aber auch keine lust auf arbeit zu gehen. obwohl ich weiss, ich muss eigentlich wieder gehen. morgen ist sprechstunde und ich war 3 wochen nicht da und ohne mich geht das ja wohl schlecht. aber irgendwie hab ich nicht die kraft und da ich durch meine bandscheibenvorfälle doch schon einige tage in disem jahr ausgefallen bin, kann ich es mir garnicht leisten noch weiter zu haus zu bleiben.
    was soll ich bloss machen?
    Iv

    ich weiss nicht, wie ich anfangen soll. es war alles so gut. dann kamen wieder die schrecklichen schmerzen mit meiner bandscheibe. konnte die letzten beiden tage mich kaum bewegen, geschweige dann sitzen. dann die einsamkeit und was hab ich gemacht. leider wieder getrunken. warum seit ihr alle so stark und ich schaff das nicht? ich lese und lese im Forum und ich sehe, wie hier alle durchhaltet aber ich schaff es nicht. nun denk ich mir, was hab ich eigentlich hier verloren, wenn der wille zwar da ist aber ich es trotzdem nicht schaffe. sicher verurteilt ihr mich jetzt und die eure beiträge werden mir sicher nicht gefallen. wie kann man diese innere unruhe bewältigen, dass ist das schlimmste. über eure denaken dazu würde ich mich sehr freuen!
    Iv

    Hallo Evi,

    schön, dass du dich nochmal gemeldet hast. mit den foren komm ich noch nicht so gut klar. du kennst ja nun schon ein bisschen meine geschichte. aber im moment fühle ich mich so antriebslos. hab auch nach zwei bandscheienvorfällen starke schmerzen. möchte mich aber nicht operieren lassen.
    Es ist auch momentan so, dass ich zu nichts lust habe. arme und beine sind schwer. ich hab keine power mehr. ich versteh nicht warum es alles so gekommen ist. ich war früher so aktiv in allem und hatte geduld ohne ende. ich hab mich total verändert.
    wie geht es dir? wäre nett wenn du über deine erfahrungen sprechen könntest.

    Uns lotta danke ich für die aufbauenden worte.
    Danke!

    Iv

    Hallo Jörg,
    vielen dank, dass du dir so viel zeit für mich genomen hast. wo hast du nur die kraft hergenommen, das allein durchzustehen. ich wünschte, ich könnte das auch. grad musste ich mal wieder meinen sohn enttäuschen. wollte ihn zum bahnhof fahren aber gestern nacht hab ich wieder mal meine vorsätze nicht eingehalten. ich hasse mich dafür selbst. warum ist der drang so stark immer wieder schwach zu werden?

    danke nochmal Iv

    Hallo Jörg,
    vielen dank, dass du dir so viel zeit für mich genomen hast. wo hast du nur die kraft hergenommen, das allein durchzustehen. ich wünschte, ich könnte das auch. grad musste ich mal wieder meinen sohn enttäuschen. wollte ihn zum bahnhof fahren aber gestern nacht hab ich wieder mal meine vorsätze nicht eingehalten. ich hasse mich dafür selbst. warum ist der drang so stark immer wieder schwach zu werden?

    danke nochmal Iv

    evi, ich find das so nett, wie du dich um mich bemühst, hab grad so geweint, weil mir meine tochter so fehlt, ich weiss, es geht ihr gut und ich will ihr auch keine stein in den weg legen, aber wie gesagt, ich bin halt mutter, 16 jahre alleinerziehend, das ist so , ich wiss keine worte dafür und das ist auch ein schwieriger punkt in meiner momentanen situaition.
    Iv