Beiträge von lütte69

    Im Forum lese ich fleißig mit und bin auf einige Beiträge von Süchtigen gestoßen, wo sie beschreiben wie dankbar sie sind, dass Ihre Frau an ihnen fest hält. Das sie dadurch den heilungs Prozess positiv beeinflussen und den süchtigen mehr Kraft geben all das umzusetzen (so lass ich es für mich heraus)

    Liebe Hope, was Du da beschreibst, sind Alkoholiker, die eine Krankheitseinsicht haben und aktiv was dagegen tun wollen. Das sehe ich bei Deinem Partner aber nicht. Von daher empfinde ich das Du Dich an etwas klammerst, was Dein Leiden und das deiner Kinder verlängert. Ich bin damals gegangen ohne großartig an die Zukunft zu denken. Ich wusste, dass ich so nicht weiter leben wollte. Ich habe keine Ultimaten gesetzt sondern bin einfach (was für mich wirklich nicht einfach war) gegangen. Ich würde auch nicht sagen, ich will ne Pause von ..... Monaten. Da reißt er sich für die Zeit zusammen und danach? Kannst Du nicht in die Nähe von Familie/Freunden ziehen, die Dich unterstützen? Und erstmal Dein Leben nach Deinen Wünschen und Vorstellungen einrichten? Wenn er wirklich ernsthaft gegen seine Krankheit angeht, gibt es sicher auch einen Weg zurück und falls nicht, hast du trotzdem ein zufriedenes Leben.

    Ich wünsche Dir Mut, Kraft und Geduld

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Maria,

    so ging es mir vor 10 Jahren. Ich hatte Bauchschmerzen beim nach Hause kommen und ein schlechtes Gewissen, wenn ich was für mich unternahm und dabei noch Spaß hatte. Mein armer Mann saß derweil alkoholisiert auf der Couch, hat sich bemitleidet und auf Gott und die Welt geschimpft. Ich bin wie auf Eiern nach Hause und war froh, wenn er schon eingeschlafen war. Das ist kein schönes Leben. Dann fand ich dieses Forum und begann mein Leben zu ändern. Zu Anfang waren da so viele Fragen. Natürlich war ich diejenige, die ein Problem hatte, natürlich trank er nicht mehr als die anderen, natürlich war ich die Böse, die immer meckert und rumkommandiert. Ich hab mich nach solchen Gesprächen, in denen es um den Alk ging, immer so richtig mies gefühlt. Irgendwann hatte ich die Nase voll und bin gegangen, heimlich und mit ganz schlechtem Gewissen. Damit war das Thema nicht erledigt, aber ich konnte leichter Grenzen setzen und zur Ruhe kommen.

    Am Ende ist es egal, was er sagt, wo er sich Bestätigung holt. Du fühlst dich an seiner Seite nicht mehr wohl. So wie es sich liest, wird er den Alkohol nicht lassen, also ist es an Dir, Dir zu überlegen, wie Du leben möchtest.

    Viel Kraft und Geduld wünsche ich Dir.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Marie,

    Ich würde gerne mal mitgehen zu einem Termin. Ist das üblich?

    Warum, hast Du Angst vor Kontrollverlust? Mein Mann hat auch gesagt, dass die bei der Suchtberatung ihn nicht als Alkoholiker sehen. Da ist erstmal alle Luft aus mir gewichen, ich hab total an mir gezweifelt. Mir ging es doch mit seinem Konsum so schlecht, ich war unglücklich - war ich falsch? Nein, ich bin richtig, wie ich bin. Wenn ich ein Problem mit seinem Alkoholkonsum habe, kann ich meinen Mann darum bitten, es zu lassen. Wenn er das nicht macht, muss ich schauen, was für mich der richtige Weg ist, damit es mir besser geht.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Pamela,

    das ist ja echt heftig bei Dir. Du bist erstmal an gar nix Schuld. Kannst Du die Situation verlassen, wenn er brüllt? Am besten wäre es, wenn Du woanders hin könntest. Das hört sich beim Lesen schon gewalttätig an. Pass bitte auf dich auf.

    Ich würde gerne wissen was er sich dabei denkt ? Ob er weiß was er hier alles macht……und ob er weiß das er nur beleidigende Sachen sagt ?

    Verbrauch damit nicht deine Energie, sondern denk an Dich, wie du heil aus der Sache raus kommst.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Das ist doch völlig in Ordnung liebe Erna. Mir ging es zu Anfang genauso. Ich hatte viel zu viel mit mir selbst zu tun und war froh um die Hilfe, die ich hier bekam. Deine Prio 1 ist doch Deine Trockenheit und es wird die Zeit kommen, wo Du Deine Erfahrungen weiter geben kannst. Mach dir mal keinen Druck oder ein schlechtes Gewissen.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Liebe Mollyfisch,

    ich habe mal rotzfrech Auroras Spruch kopiert.

    • "Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist "gestern", der andere "morgen". Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist."

      (Dalai Lama)

    Gestern ist Vergangenheit, die kannst Du nicht mehr ändern, was morgen sein wird, weißt Du nicht, also ist Heute der Tag zum Leben. Vielleicht nimmst Du Dir jeden Tag eine kleine Sache vor, die dich zufrieden, vielleicht sogar glücklich macht. Es müssen nicht die wahnsinnig großen Veränderungen sein - kleine Tippelschritte hin zur eigenen Zufriedenheit. Geh eben allein ins Kino, wenn es ein guter Film ist oder mit einer Bekannten, einer Freundin, gönn Dir einen Cappu im Café, besuch ein Museum, eine Ausstellung. Jeden Tag zur gleichen Zeit im Park ne Runde drehen. Da kommt man doch auch mit Leuten in Kontakt. Ich glaube, es ist enorm wichtig, mit sich selbst zufrieden leben zu können. Diese innere Zufriedenheit strahlst Du dann auch aus und Du wirst sehen, dann kommt der Rest schon ins Rollen.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Erna,

    ich habe die Mittellinie der Gefühle sehr zu schätzen gelernt. Heißt ja nicht, dass wir nix fühlen, aber diese enormen Ausschläge nach unten und oben brauch ich nicht wirklich. Ich weiß das nach oben zu schätzen und weiß, dass der Ausschlag nach unten auch vorbei geht.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Pamela,

    Du scheinst auf einem richtig guten Weg für Dich zu sein. Du darfst in Deinem TB natürlich schreiben, was immer du möchtest. Es geht halt darum, seine eigenen Anteile zu sehen und in Handlung zu kommen. Das sind für Co-Abhängige schon 2 große Schritte und wir haben hier auch die Erfahrung gemacht, dass es bei einigen - Anwesende immer ausgeschlossen :wink: - leider nur beim Jammern bleibt und das kann natürlich nicht der Weg sein.

    Mir ging es damals ähnlich wie dir. Ich war froh, hierher gefunden zu haben und mir endlich mal alles von der Seele zu schreiben. Selbstverständlich dachte ich, mein Mann müsste nur aufhören zu trinken und dann wäre meine Welt wieder in Ordnung. Ich wollte unbedingt ihn und die Sucht verstehen. Dann wäre es mir sicher leichter gefallen, ihn zu manipulieren. Hat so nicht geklappt. Es hat schon ein bisschen gedauert, meine eigenen Anteile zu sehen und in die Puschen zu kommen. Dabei hat mir halt die räumliche Trennung sehr geholfen.

    Bei dir sieht das alles schon sehr straight aus, wie du in deinem letzten Post geschrieben hast. Vielleicht war das ein bisschen unter gegangen.

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft und Geduld.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Erna,

    habe deinen Weg bis hier her verfolgt. Hier geistert unter anderem der Spruch herum; "Wer vergleicht, verliert". Da ist ganz viel für mich drin. Es ist doch am Ende schietegal, wie es den anderen da draußen geht, das hat doch keinen Einfluss auf dein Leben. Für dich ist doch klar, dass Du Alkoholikerin bist und nur das kann der Maßstab sein. Du willst nie mehr dahin zurück, wo du warst.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Fallenlassen - Loslassen? Heute sage ich, ich treffe eine Entscheidung für mein Wohlergehen. Dafür bin ich verantwortlich. Ich bin ein soziales Wesen und ich tue niemand absichtlich was Böses. Wenn ich mich in einer Beziehung - mit wem auch immer - nicht mehr gut fühle, mich diese Beziehung sogar unglücklich macht, ist es meine Verantwortung dafür zu sorgen, dass es mir wieder gut geht und manchmal heißt das eben jemanden oder eine Situation zu verlassen. Ich weiß, dass das nicht leicht ist und mir gelingt das auch viel zu selten, aber ich übe mich darin. Genau so hat doch unser Gegenüber die Verantwortung für sich. Nimmt er sie - aus welchem Grund auch immer - nicht wahr, so ist das sein Problem und nicht meins. Es hat jetzt 10 Jahre gedauert, bis das auch so wirklich in meinem Innersten angekommen und zu meiner Grundeinstellung geworden ist. Es ist Herausforderung und Erleichterung zu gleich.

    Mein Tipp für die Co's: sorgt dafür, dass es euch gut geht - unabhängig vom Alkoholiker. Das ist eine Entscheidung für euch und nicht gegen euren Alkoholiker.

    Dafür muss ich mir aber im Klaren sein, welche Bedürfnisse, Wünsche, Träume ich habe. Für mich ging das nur mit einer räumlichen Trennung, damit ich zur Ruhe kommen und mich wirklich um mich kümmern konnte und eine Chance hatte, mein Leben wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Das war kein leichtes Unterfangen, vieles in meiner Wahrnehmung hatte sich verschoben, ich musste erst wieder lernen, mich wahr zu nehmen und dazu kamen natürlich die Reaktionen von Außen. Zu Anfang habe ich einige Entscheidungen nur mit dem Kopf getroffen und die Gefühle sind dann irgendwann hinterher gekommen und wollten gesehen werden. Es war so über 2 Jahre eine sehr intensive Zeit mit viel Tränen, Zweifeln, Angst, aber auch guten neuen Erfahrungen. Bis sich das dann alles gesetzt hatte und ich wirklich angekommen bin sind doch so 8-9 Jahre vergangen, aber die Zeit hatte ich ja und es hat sich gelohnt. Die Wege zur eigenen Zufriedenheit sind verschieden, so wie wir Menschen verschieden sind, aber meiner Meinung führen sie nicht neben einem nassen Alkoholiker dahin.

    Wenn jeder für sich sorgt, ist für jeden gesorgt.

    Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst - das heißt für mich nichts anderes, als dass die Selbstliebe der Grund jeder Nächstenliebe ist. Diese beiden Sprüche habe ich mir am Anfang meines Weges sehr zu Herzen genommen und sie begleiten mich noch heute.

    sonnige Grüße

    Lütte