Beiträge von Equinoxe

    Hallo Frei,

    das hört sich ja erstmal nicht so gut an.

    Wenn ich das richtig sehe, warst du jetzt 3 Wochen dort und hast das Gefühl, daß du in dir letztendlich nicht weiter bist als vorher.
    Meinst du, daß sich da in den nächsten Wochen noch was getan hätte?

    Ich finde es gut, daß du auch in die "Geschlossene" gehen möchtest.
    Ich habe mir mein Handwerkszeug hier regelrecht anlesen können. Alleine schon das Lesen der Erfahrungen, Veränderungen und Sichtweisen Anderer haben mir immens weitergeholfen. Ich durfte mich hier quasi in Richtung Trockenheit lesen. Ganze freds habe ich in mich aufgesaugt.
    Die Grundbausteine und die gesammelten Erfahrungen Anderer waren die Grundlage meiner bisherigen Abstinenz.

    Vertrau auch du dir, dein bisher geschriebenes liest sich gut. Das Grundzeug besitzt du bereits.

    Und, du gibst wenn du zu nehmen bereit bist. Glaub mir :wink:

    Das Grundzeug besitzt du.

    LG Martin

    Hallo Carl Friedrich,

    und nachträglich alles Gute zum Geburtstag und zum zurückgelegten halben Jahr.

    Sicherlich gibt es zu einem gehobenen Essen auch eine gehobene "Trinkkultur". Eine die dem Gastronom dann auch eine gehobene Spanne beschert.

    Ich sehe das aber auch so mit dem "es gehört gefühlt fast zwangsweise dazu".
    Heute darf ich aber auch ganz beruhigt so etwas puristisches wie Wasser dabei genießen.

    LG Martin

    Zitat

    Immerhin ich denke schon immer wieder über Demut nach. Das alleine schon weckt in mir positivere Gefühle,


    Dann les wenn du magst nochmal unter diesem Aspekt meine (hoffentlich nicht!:shock: :wink:) letzten Worte.

    Es ist das was ich in mir fühle und was mir auch schon manchesmal weitergeholfen hat. Ohne höhere Macht, es in mir erwachsen.

    LG und einen schönen Sonntag

    Martin :

    Hallo Calida,

    ich finde es klasse, daß du da offen und ehrlich warst und dich hier mitgeteilt hast. Solche Situationen können nunmal auftreten. Bei Jedem.

    Auch freue ich mich, daß du nicht getrunken hast.

    Ja, und versuche in dich zu fühlen, ob oder was da (in der letzten Zeit?) in dir gearbeitet haben könnte. Ob da vielleicht innere Spannungen oder Ähnliches waren.
    Bei mir waren es ganz konkrete Anlässe, die in mir Gedanken erwachsen ließen, die gefühlt gar nicht mir gehörten.

    Auch die Idee mit dem eigenen ganz persönlichen Brief find ich richtig gut.

    Bleib dran und dabei

    LG Martin

    Zitat

    Immer nur diese ekelhaft Abhängigkeit, die aus 2 Menschen Sklaven macht.......


    Ich würde sagen, daß dies sehr häufig der Fall ist. Auch vollkommen unabhängig von irgendeiner offensichtlichen Suchtproblematik. Zumeist auch vollkommen unbewußt.

    Viele Beziehungen, wenn nicht sogar die Meisten, beruhen meiner Meinung nach auf einer Sehnsuchts (da ist das Wort schon wieder, das Wort Sucht stammt meines Wissens nach von suchen) - und teilweise sogar Erwartungshaltung. Auf einer „Sehnsuche“ oder gar Erwartung nach einem gewissen Maß an Erfüllung, Zufriedenheit, Glücksgefühlen, Anerkennung, Verständnis, Befriedigung... ,diese Gefühle von jemand Anderem zu bekommen und zu fühlen.
    Insofern macht man sich dann nicht in irgendeiner Form selbst zum Sklaven wenn man auch nur irgendeine Beziehung eingeht? Auch eben zum Sklaven seiner selbst? Machen die Beteiligten das dann nicht jeweils selber und sind dann enttäuscht wenn der andere Part nicht so funktioniert, wie man es sich ersehnt (hat)?

    Den Fall von 2 Menschen die jeweils mit und in sich ihren eigenen Lebensweg gehen und verwirklichen und zusammen ein Stück des Lebensweges gemeinsam teilen, sich ergänzen und stützen, der ist wohl nur sehr schwer und vollends zu realisieren. Vielleicht ist das sogar unmöglich?
    Einfach weil unser inneres Bedürfnis uns, vielleicht sogar lebenslang, nach etwas suchen lässt, was es vielleicht gar nicht gibt oder es nicht vollends zu unserer Zufriedenheit funktionieren wird?
    Von daher auch mein Gedanke, ob es erstmal hilfreich ist, es in irgendeiner Form zu versuchen sich selbst auch zu lieben und akzeptieren zu lernen.

    Einen gefühlt etwas klareren Kopf wollte bei mir erst erarbeitet werden. Er ist Grundvorraussetzung um überhaupt etwas erreichen zu können. Davor war bei mir die absolute Abstinenz Grundvorraussetzung.
    Ob und wie es bei einem anderweitig Abhängigen erforderlich ist kann ich nicht mal ansatzweise beurteilen.

    Mir ist das Wichtigste, daß ich leben darf. Jetzt gerade in diesem Augenblick. Ich sehe es nicht mehr als Selbstverständlichkeit, eine Art Versicherung des Lebens.
    Einiges kann ich nicht verändern oder beeinflussen, bestenfalls versuchen zu lernen es zu akzeptieren. Bei anderen Dingen habe ich aber zumindest jetzt eine Wahlmöglichkeit daran zu arbeiten. Primär in, an und mit mir.

    LG Martin

    Zitat

    also war es ein co-abhängiges Trinken...gibt es so etwas?


    Ich denke ja. Die Konstellation, daß beide es sich im Alkholismus "gemütlich gemacht" haben ist wohl durchaus möglich. Eine Form von Anpassung oder auch gesucht und gefunden.

    Es ist nur meine Betrachtungsweise zum Begriff Rückfall.
    Worte lassen sich naturgemäß verschieden interpretieren. Ein jeder hat seine eigene Sichtweise und "Wahrheit". Suche du dir deine Begrifflichkeit und Anschauung hierzu, die für dich am Hilfreichsten ist.

    Irgendein Maß an Katz- und Maus Spiel wird es für meine Begriffe immer und in jeder Beziehung geben. Die Frage ist für mich eher, inwieweit beide Seiten damit zufrieden leben können. Zumeist kann es ein Jeder für sich selbst entscheiden, was er will, was ihm gut tut.
    Und mit wieviel Katz oder Maus man leben will oder kann.
    (Gleiches natürlich auch für sie)

    Dann lass das mit der Selbstliebe mal wirken. Überlege dir dabei, was das Wertvollste ist, was du besitzt.

    Hallo Wildflower,

    und gings dir dabei und gehts dir jetzt insgesamt besser?

    Zitat

    Ich möchte auch erstmal mit mir ins Reine kommen.


    Mit ihm?

    Das mit dem Bier sehe ich wie Dante.

    Für meine Begriffe war das demnach auch wohl kein Rückfall bei dir, dafür müsstest du erstmal trocken werden im Kopf. Somit nur eine kurze Pause?
    Siehe deinen Satz....


    Zitat

    Hört das erst auf, wenn ich mich neu verliebe irgendwann?


    Erstmal in dich?


    LG Martin

    Hallo csqn,

    es freut mich zu lesen daß du bisher Abstand halten konntest.
    Fällt es dir denn zeitweise auch schwer? Hast du Druck?
    Beschäftigst du dich auch anderweitig und weitergehend mit dem Thema ?

    Zitat

    Ob bei mir eine Alkoholkrankheit oder ein problematisches Trinkverhalten vorliege, kann er nicht beurteilen und verwies mich zur Klärung dieser Frage auf Fachleute.

    Hast du denn dieser Richtung zwischenzeitlich auch was unternommen?

    LG Martin

    Hallo Wildflower,

    Zitat

    Aber vielleicht ist es einfach so, wie es ist, vielleicht gibt es keine tieferen Gründe

    Sicherlich auch ein Gesichtspunkt bezüglich Antworten. Es ist halt einfach manchmal so, daß keine direkten Antworten auf Beiträge kommen. Sowas geschieht schon mal, habe es in manch thematisch anderen Foren auch schon gesehen.
    Ich denke nicht, daß das an dir und deinem Geschriebenem liegt. Da stehen so einige Punkte drin, die einen erstmal auch sprchlos machen und daß man soetwas wohl erstmal sacken lassen muß. Ich denke, daß dort so Einige mit dir mitfühlen.
    Es ist halt so, daß es in einem Forum immer nur einen gewissen Pool grad aktiverer Schreiber gibt. Manchmal ergeben sich dann auch eben situationsbedingt auch solche Situatuionen.
    Es hat für meine Begriffe nichts mit dir und deiner Person zu tun, du schreibst für meine Begriffe sehr gut und reflektiert.

    Zitat

    und vielleicht muss ich diese Situation so annehmen, wie vieles, was ich nicht ändern kann...


    Du hast ein gutes Wissen um gewisse Dinge. Du weißt daß Manches halt eben ist wie es ist. Mach es nicht zu Deinem, es gehört nicht zu dir.

    Du hattest geschrieben, daß du mehrere Kurzzeitherapien hattest. Die aber im Grunde für dich gefühlt wohl "zu kurz" waren um bis innen vordringen zu können. Auch, daß du bei einigen Punkten da noch nicht so weit warst (keine Wertung meinerseits, müsste mir da erstmal seber an die Nase fassen).
    Wie sieht es denn heute aus? Gäbe es dort eine Offenheit und Möglichkeit für dich, dich bezüglich einer Langzeittherapie kundig zu machen, wäre das im Heute eine andere innere Bereitschaft zur Offenheit und Arbeit an dir selbst?
    Du trägst da ja einen ganz schönen Packen mit dir rum. Ich denke, da sind Dinge bei, die auch in Spezialistenhände gehören.

    Mich freut es wirklich daß es dir heute besser geht und ich hoffe, daß du dadurch wieder Energie nachladen kannst.

    Und...schreib von mir aus gerne weiter hier...


    Mit einem lieben Gruß

    Martin

    Zitat

    Weg mit dem Zeug das eh immer wieder an's Saufen erinnert.


    Ich habe da absolut 0 Assoziation zwischen meiner Nikotinsucht und Saufen.

    Aber vielleicht beschreibt Rattenschwanz ja mal seine eigene Erfahrung und Umsetzung hierzu.

    Ich denke auch, daß das nunmal wG nicht jedermanns Sache ist 2 Süchte auf einmal anzugehen wobei der Alk akut wohl im Vordergrund steht. Beides auf einmal anzugehen könnte auch meiner Meinung nach mehr Risiken bergen.
    Ich hatte mit meiner Alksucht in der Anfangszeit schon genug zu tun und auch zu kämpfen.

    Hallo reipi,

    ich habe keine Ahnung was in so einer Abmahnung drinstehen kann, was dort damit seitens des Abmahnenden genau "erfordert" oder angedroht wird.
    Fakt ist wohl und wie du schreibt, daß du alkoholkrank bist, Hilfe benötigst und auch bekommen möchtest. Von daher finde ich die Gedanken von Cherokee recht gut, vielleicht ist da ja was machbar oder spricht deinerseits etwas dagegen?

    Das mit dem Alk als "Medizin" als Symptomatiklinderung zu benutzen kenne ich auch.
    Siehst du denn für dich auch einen möglichen Zusammenhang aus Depressionen und möglicher Steigerung durch Alkohol? Ich habe schon von so Einigen von dieser Schraube gehört, die sich über die Zeit immer weiter zuzieht.

    Zitat

    ...und nicht den Hass auf den Alkohol selbst und was er mit mir angestellt hat

    Ich fragte, weil ich keinerlei Hass auf diese chemische Substanz Alkohol habe oder je hatte. Am Anfang meiner bisherigen Abstinenz eher eine Angst ihn suchtgedankengesteuert weiter trinken zu "müssen" und körperlich noch kranker zu werden. (Das mit dem seelischen Krankwerden konnte ich erst später erkennen)
    Ich habe es dabei von Anfang an so gesehen, daß ich es war, der was mit mir angestellt hat. Es war mein Wille und mein Arm der diese Substanz in meinen Mund befördert hat, wenn auch irgendwann ausgeprägt zwangsweise. Niemand hat mir mein Nervengift eingeflösst.
    Von daher habe ich auch keine Verbindung zu einem Hassgefühl auf Alkohol, schon mal gar nicht, als mir bewusst wurde, daß ich damit nicht umgehen kann. Es sehe das eher als einen großen Respekt.

    LG Martin

    Wenn ich das richtig verstehe, ist dein Führerchein wieder weg oder wird wieder weg sein?
    Was für einen arbeitsmäßigen Druck gibt es denn da bei dir daß du dich auf keinen Fall krank schreiben lassen kannst und du Angst hast die Arbeit zu verlieren?

    Gab es vor 6 Wochen einen ganz bestimmten Auslöser von Außen das Trinken einzustellen? Oder war das aus dem Bauch heraus?

    Hallo reipi,

    die zusätzliche Kontaktaufnahme zu einer Suchtberatung würde ich auch empfehlen, eben weil die Wartezeiten zu Fachärzten oft sehr lang sind.

    Wie du du schreibst, hast du die 6 Wochen erstaunlich gut überstanden. Rein alkoholtecnisch oder auch bezüglich de Depressionen?


    Zitat

    Ich hab so einen Hass auf den Alkohol bekommen und was er mit mir bisher angestellt hat,


    und

    Zitat

    Ich kann nicht damit umgehen...


    Gibt es da nicht einen Widerspruch?


    Ich hoffe, daß du noch Weiteres für dich erreichen kannst. Würd mich freuen weiter von dir zu lesen.

    LG Martin

    Hallo Wildflower,

    Zitat

    Es ist schön, dies hier alles schreiben zu dürfen....


    Ich danke dir für dein Teilen hier.
    Auch durch Schilderungen und Austausch der "anderen Seite" habe ich viel lernen dürfen.
    War es oftmals auch für mich ein Spiegel meiner Selbst und hat mir bei so manchen Dingen weitergeholfen. Es gibt dort oftmals gewisse Parallelen.

    Dieses Gefühl mit der "verpassten Lebenszeit" kennen sicherlich auch viele Betroffene. Es bleibt da wohl nur das eigene Erarbeiten eines Akzeptieren und Abschließen könnens. Es gibt aber Möglichkeiten seine eigene Sicht bewußt nach vorne zu richten, versuchen Gewesenes zu bearbeiten und abzuschließen.
    Du beginnst für meine Begriffe gerade eine gute Wegrichtung...

    Ich wünsche Dir heute eine gutes Erfahrungsgefühl hierzu.

    LG Martin

    Ich dachte dort mehr an deine Frage, ob du das Gespräch nochmals in Richtung seines Alkkonsum ansprechen solltest, die Frage weswegen du urprünglich so direkt gefragt hattest.
    Ich weiß aber nicht, ob das letztendlich einen großen Unterschied macht. Für meine Begriffe greift beides letztendlich sowieso ineinander, auch bei seinem von dir geschilderten Verhalten dir gegenüber.

    Ja, mit der eigenen Hilfe geben können/wollen hatte ich schon den Blick etwas auf Dich gerichtet. Das meinte ich aber nicht abwertend oder ähnliches. Es kann ansonsten schnell zu einer Überforderung werden und für einen Selbst zum Rückwärtsgang werden. Ein selbst Stehenbleiben und selbst nicht Weiterkommen im Leben wäre da noch die gelindere Form.

    Du hast es im letzten Absatz ja schon bemerkenswert formuliert wie du durch dein Verhalten dich selber im Spiegel erkennst..
    Genauso bemerkenswert finde ich , wie du dieses Spiel aus eigener Scham und der deines Gegenübers reflektierst.
    Dir gehts anscheinend, vorsichtig formuliert, selbst nicht wirklich gut.
    Für mich liest sich so Einiges, als wenn du mit so einigen Dingen keinen Frieden mit und in dir schließen konntest. Ich wünsche dir, daß du da was für dich erreichen kannst.

    Wie komme ich da raus?
    Einen pauschalen Königsweg wird es wohl nicht geben. Genauso wenig wie beim Trockenwerden.

    Ich denke durch Arbeit an sich selber. Reflektieren, rauslassen, bearbeiten, üben.

    Dabei Hilfe suchen und annehmen. Möglichkeiten wären zB therapeutische Begleitung, Austausch real oder wie schon hier im Forum.
    (Hier gibt hier auch einen geschlossenen Bereich, der von außen nicht einsehbar ist und nur von Mitgliedern mit erweitertem Zugang zugänglich ist. Dort findet auch schon mal ein durchaus intensiverer Austausch statt, da dort nicht das gesamt Netz mitlesen kann. Eben wenn es einem hier zu "öffentlich" ist.)

    Ich weiß aber nicht, ob oder was du in dieser Richtung schon mal gemacht hast.