Alba, ich schreibe hier immer so wie ich denke, und das werde ich auch jetzt tun.
Ich denke nicht, das der Gaul schon tot ist, aber Du bist gerade heftig dabei, ihn totzureiten.
Es gibt viele Gründe für Dein Verhalten, die in DEINER Vergangenheit liegen, aber das wird im Endeffekt nichts am Resultat ändern, nämlich am toten Gaul.
Noch ist da aber noch was zu retten...denn Dein Lebensgefährte ist noch da, und er scheint hart im Nehmen zu sein.
Weisst Du, was mir immer wieder einfällt, wenn ich bei Dir lese, Alba?
"Die Liebe ist ein Kind der Freiheit"
So sagt man...und ich glaube, so ist es auch.
Desweiteren ist sie immer ein Geschenk, man kann sie nicht erzwingen, nicht erbetteln und man muss auch nix extra dafür tun.
Aber Liebe braucht auch Pflege.
Ich denke, um eine gute Beziehung führen zu können, braucht es auch Freiheiten und es bedeutet aus meiner Sicht, auch den anderen immer wieder loszulassen, ohne Angst, das er vielleicht nicht wieder kommt, sondern im Guten, mit Wohlwollen und Vertrauen zum anderen.
Alba, ich stelle es mir ganz schrecklich vor, nach Hause zu kommen und nicht zu wissen, was mich erwartet.
Dein Mann macht da irgendwas Outdoormäßiges und bei der (freiwilligen) Rückkehr weiß er ja nie, wie Du drauf bist.
Entweder lässt Du ihn gar nicht erst rein, ignorierst ihn erstmal, oder rennst selbst weg etc.
Meene Jüte, so behandelt man nicht mal ein ungezogenes Kind, weil das geradezu unmenschlich wäre.
Es erinnert mich hier ebenfalls an Geschichten von Angehörigen, die sich manchmal nicht nach Hause trauen, weil sie nie wissen, wie der besoffene und unberechenbare Trinker so drauf ist.
Das ist eine andere Sache...ich weiß!..
aber die Angst und die Traurigkeit über dieses Zustand ist vielleicht ähnlich?
Wenn mein Mann ein paar Tage wegfahren möchte, würde ich ihn eher dazu ermuntern anstatt das irgendwie madig zu machen. Ich weiß ja das er wieder kommt. Und zwar mit neuen Erlebnissen, Eindrücken und die würde er mit mir teilen wollen, ich muss nicht überall dabei sein.
Ich kenne übrigens viele Männer, die auch mal allein unterwegs sind oder ausschließlich mit ihren Kumpels Motorradtouren machen über ne Woche oder ähnliches.
Warum um Himmels Willen sollte man ihnen diese Freiheit denn nicht lassen?
Und umso schöner ist es doch, wenn sie wieder da sind.
Darum verstehe ich Dein Verhalten auch nicht, es müsste doch gar nicht son Stress sein, nur weil er mal 2-3 Tage weg ist.
Auch er ist doch bisher immer wieder gekommen!
Alba, ich sehe es ähnlich wie Anekan...man kann sich nicht mehr auf die Probleme des anderen stürzen, die der Alk mit sich brachte. Dein Lebensgefährte trinkt nun schon seit längerer Zeit nicht mehr. Tja, und dann wird man auf einmal mit seinen eigenen Problemen konfrontiert...und das ist sicher nicht einfach.
Besonders wenn eine problematische Vergangenheit existiert.
Mein Gedanke war heute übrigens auch, ehe ich die anderen gelesen hatte:
Ihr braucht Hilfe von außen. Als Paar, wenn ihr das weiterhin sein wollt.
Aber auch Du als Einzelperson könntest vielleicht gut von einer Therapie profitieren.
Aber vielleicht solltest Du Dir vorher im Klaren sein, was Du wirklich willst.
Denn momentan ist es ja nur ein hin-und her zwischen "ich will Dich-Ich will Dich nicht".
Und ganz ehrlich Alba, mir tut Dein Lebensgefährte auch wirklich leid wegen diesem Hin-und Hergeschubse, auch wenn Du das nicht hören magst.
Bisher ist er noch zurück gekommen, aber irgendwann wird er das vielleicht nicht mehr tun, weil er das nicht mehr aushält.
Und auf seine Trockenheit muss er sich auch sehr kümmern und ewiger Stress mit der Lebensgefährtin ist dabei sicher nicht grade förderlich.
Ich sehe aber auch Deine Probleme und Nöte! Und da denke ich eben, das Du auch dringend Hilfe brauchst.
Denn wenn diese Beziehung letztendlich doch scheitern sollte, sind damit nicht Deine Probleme weg...dann wird der nächste Partner damit konfrontiert.
Übrigens...meine Hochachtung, das Du hier so offen schreibst. Finde ich sehr beeindruckend und ich denke, so kann man auch am besten Hilfe bekommen.
LG Sunshine