Beiträge von Carl Friedrich

    Nicht jeder passt in jede Gruppe, das ist wie in der Schule oder in Vereinsmannschaften. Es muss schon irgendwie passen.


    Vielleicht magst Du ja noch mal die ein- oder andere austesten.


    ich habe auch mal nach meiner ambulanten Therapie eine besucht und das gar über 16 Monate lang. Nachher hat sie mir nichts mehr gebracht, besonders nervig waren die permanenten Raucherpausen. Ich fühlte mich irgendwie deplatziert.


    Sport ist immer gut, eine prima Abwechselung. Die frühere Saufzeit muss mit Leben, mit positiven Beschäftigungen gefüllt werde, die Dir Freude bereiten. Und da hast Du ja schon einiges auf die Beine gestellt.


    Weiter so.

    Hallo im Forum!

    Ob und welche Therapie für Dich in Betracht kommt, kann ich nicht sagen. Hör Dir erst mal in Ruhe den Vorschlag der Suchtberaterin an.

    Ich habe seinerzeit eine ambulante Therapie durchlaufen. Mir hat der 3-Klang aus Forum, Therapie und Fachliteratur gut getan. Alle 3 Bausteine haben gut ineinander gegriffen. In der Therapie fand ich die Ausführungen der Rückfälligen sehr eindrucksvoll.

    Leber (Child B), Polyneuropathie

    Das deutet für mich -aus der Ferne betrachtet- auf eine heftige Folge des Alkoholabusus hin. Falls dem so sein sollte, dann hast Du jetzt die Wahl: Willst Du leben, dann lass die Finger weg vom Alkohol.


    Sagt Dir eine gewisse "Naddel" was, dann schlag mal nach, die Dame ist die Tage mit 60 an der Krankheit verstorben. Das wäre dann die zwangsläufige Alternative.

    Hier im Forum findest Du stets einen Ansprechpartner, auch wenn es mal besonders drückt.


    Lies Dich ein, stimm Dich mit der Suchtberatung ab und gehe behutsam Schritt für Schritt. Es haben selbstverständlich schon einige Leute den Weg aus der Flasche gefunden, die ähnlich tief im Dilemma steckten wie Du.

    Dafür drücke ich die Daumen.

    Glückwunsch, der Einstieg ist Dir gelungen. Jetzt gilt es, am Ball zu bleiben, ohne leichtsinnig zu werden.

    Einfach konsequent Schritt für Schritt weiter laufen und Dich von gelegentlichen Grüßen vom Suchtgedächtnis nicht nervös machen lassen.

    Falls das Suchtgedächtnis doch mal nerven sollte, bitte hier sofort und ohne Umschweife melden. Hier ist fast immer jemand, der Dir zumindest "zuhört" und so dass Du Druck aus dem Kessel lassen kannst.

    Das erste Jahr war für mich mit den größten Herausforderungen verbunden, da war ich ab- und an auch mal wackelig unterwegs. Daher Blick nach vorne und einfach weiter laufen.

    Da lese ich, dass eine gewisse "Na....." im Alter von 60 Jahren an den Folgen ihres jahrelangen Alkoholabusus gestorben sei. Nennt sich so wertneutral "Multiorganversagen".

    Hinter so was verbirgt sich allzu oft ein elendes Verrecken.

    So traurig das Einzelschicksal auch wirkt, so sehr ist es mir Ansporn und Bestätigung zugleich, meinen Weg konsequent fortzusetzen, denn er ist für mich alternativlos. Ich habe mich damals für das Leben entschieden und genau das will ich, leben. Dem wird alles andere als minder bedeutsam untergeordnet.

    Daher gelten m.E. weiterhin 3 elementare Grundsätze:


    1. Das erste Glas stehen zu lassen.


    2. Sorgt dafür, dass es Euch gut geht.


    3. Dem Alkohol und heftig trinkenden Zeitgenossen nicht hinterherzulaufen.


    Macht was daraus.

    Meine sozialen Kontakte sind auch echt zurück gegangen seit ich nicht mehr trinke


    ich hatte dem Mann noch eine Nachricht geschickt aber warte seit 14 Tagen auf Antwort

    Ich habe mal irgendwo von einer Dame gelesen, die nach ihrem gelungenen Ausstieg aus dem aktiven Part der Sucht feststellte: "Und dann war nichts mehr wie es mal war."


    Das kann ich genau so bestätigen.


    Es werden sich neue Kontakte jenseits des gemeinsamen Konsums von Alkohol auftun. Du fängst ja heute damit an.


    Ich wünsche euch allen einen schönen entspannten Tag und ganz besonders Carl Friedrich !

    Vielen lieben Dank.

    am 1. Mai aufgehört

    Aufgehört am Abend des 30.04. so gegen 21.00.


    Gerade an einem Tag, wo überall gesoffen wird.

    Den Leuten bin ich instinktiv aus dem Weg gegangen und geradelt. Es war mir von Anfang an klar, dass ich heftigen Trinkern besser die kalte Schulter zeige, halt Risikominimierung.

    allen kritischen Erfahrungen und Bemerkungen standgehalten ;)

    Eine Vielzahl ging auf Dein Konto. ^^

    Vor genau 10 Jahren habe ich das letzte Mal getrunken, bevor ich die leeren Flaschen in den Keller brachte.

    Wie ich mich heute fühle? Frei und unbeschwert. In den Anfangsjahren habe ich mir selbst mal die Frage gestellt, warum ich nicht schon viel früher ausgestiegen bin? Eine vernünftige Antwort habe ich nie gefunden, es war halt die Sucht mit all ihren Facetten, die mich in ihren Bann gezogen hatte. Mittlerweile habe ich meinen Frieden mit meinem Werdegang gemacht.

    Für morgen steht nichts Großes an, außer dass es mal ins Fitnesstudio geht und für abends habe ich einen Tisch bei einem Japaner reserviert. 10 Jahre müssen halt gefeiert werden, wenn auch im kleinen ehelichen Kreis.

    Den Neuen hier wünsche ich ein offenes Auge, den nötigen Respekt vor der Krankheit und allzeit ein glückliches Händchen bei ihren Entscheidungen. Habt keine Angst, mit der nötigen Ruhe und vor allem Distanz zu trinkenden Zeitgenossen ist schon ein wichtiger Schritt gemacht.


    In diesem Sinne alles Gute.

    Heute habe ich mich meiner Arbeitskollegin anvertraut


    Außerdem kann ich jetzt mit ihr darüber sprechen und kann mich ihr mitteilen wenn es mir nicht gut geht.

    Deine Kollegin ist nicht für Dich und Deine Abstinenz verantwortlich, das ist allein Deine Aufgabe.

    Ob sie insoweit Stillschweigen bewahrt?

    Ich weiß nur, dass Dinge bei uns auf der Arbeit nie lange geheim bleiben. Es ist immer nur eine Frage der Zeit, bis sie einmal komplett durch's Haus getragen werden. Und so eine Geschichte eignet sich doch prima zum Tratschen.

    Aus dem Grund habe ich keine so scheinbar netten Arbeitskollegen eingeweiht, das war mir viel zu riskant. Ich bin dort nie als Trinker in Erscheinung getreten, daher bestand dazu keinerlei Veranlassung.

    Ich weiß, es gibt hier Forianer, die es wie Du halten und so einige Zeitgenossen ihrer Umgebung einweihen, weil sie sich davon einen persönlichen Schutz versprechen. Ich habe nur Leute informiert, die es wirklich was angeht. Arbeitskollegen oder Vorgesetzte gehören nicht dazu.

    Ich hoffe, Deine Vorgehensweise geht für Dich auf.

    Volksdroge Nr. 1

    Da denke ich persönlich eher an Nikotin und die dämliche, stinkende Qualmerei, aber dann folgt auch schon der Alk.

    Ich glaube, wenn man abstinent lebt, fallen einem solche Dinge viel öfter auf.

    Stimme ich voll zu. Genau so bin ich zu früheren Zeiten andern Betrachtern aufgefallen.

    kleinen 0,3er-Flaschen

    Kenne ich. Die 0,5 wurden mir gerade in der schönen Jahreszeit zu schnell warm und schal, daher habe ich gerne die 0,3er genommen. Zum Ausgleich wurde halt die Schlagzahl erhöht.

    Fotos nur sehr selten ohne ein Glas Sekt, Wein oder Bier sieht. Oder [noch bezeichnender!] man sieht nur z.B. einen Tisch auf einer Terrasse, gerichtet auf die Berge oder das Meer und: ein Glas mit etwas Alkoholischen drin mit vielen Grüßen aus dem Urlaub oder von sonst wo.

    Kenne ich zur Genüge. Das Posten der Bilder ist doch letztlich nur eine Art von Selbstdarstellung und der Alk ist halt für viele mit dem Begriff der "schönen Momente des Lebens" verklammert. Leider ist halt unsere Gesellschaft ziemlich "versoffen". Sie wird jedoch allein dadurch, dass ich die Flasche weggeworfen habe, nicht einen Deut besser.


    Im Laufe der Jahre fällt mein Blick jedoch nicht mehr auf die Tische der anderen und ich nehme nur noch beiläufig, zumeist gar nicht mehr wahr, ob und was dort getrunken wird. Mein Blick ist nicht mehr so alkoholfixiert wie in meinen Anfangsjahren. Auch meine sinnliche Wahrnehmung musste sich umstellen und ich denke, es ist mir gelungen. Dafür bedarf es aber Zeit, viel Zeit und genau die habe ich. Wie habe ich es so schön gelesen und gehört: "Ihr habt die Uhr, wir haben die Zeit."

    In dem Buch "Röhr- Sucht, Hintergrund und Heilung" (Empfehlung von Userin Thalia) wird das Thema Wut beleuchtet. Daran muss ich bei den letzten Beiträgen denken.


    Der Aussteiger ist wütend, die Wut richtet sich gegen sich selbst und ggf. auch gegen andere. Mir scheint, hier sind einige sehr wütend, weil sie diese schlecht beleumundete Krankheit haben. Nur haben die anderen User damit nichts zu tun, gesoffen hat schließlich jeder für sich selbst und trägt daher für sein eigenes Malheur die alleinige Verantwortung.


    Auch ich war anfangs mal wütend. Es hat eine Weile gedauert, bis sich das legte. Es war bei mir eine Phase, die zwar wieder mal aufflackerte, aber spätestens nach 2 Jahren war das Thema für mich durch.

    Ich hatte schon Nebenjobs, das ist kein Problem sofern es keine Nachtschicht ist, das kann ich problemlos machen, und ja ich bin in ÖD.

    Es geht nicht darum, ob Du es rein faktisch machen kannst, sondern ob Du es auch rechtlich darfst. Ggf. benötigst Du noch eine Nebentätigkeitsgenehmigung Deines Hauptarbeitgebers und die Entgeltfrage der Verrechnung mit Deinen Bezügen bedarf ebenfalls der Klärung, sonst kann es bei Deinem Hauptarbeitgeber Ärger geben.

    Falls Du im ÖffD beschäftigt bist, dann informier Dich mal, ob Du so einen Nebenjob überhaupt annehmen darfst und ob Dein Zusatzverdienst auf Deine Bezüge angerechnet werden. Der öff. Dienstherr mag es nicht so gerne, wenn seine Leute "fremdgehen".

    Heftig wird es bei Beamten, insbesondere wenn sie vorzeitig auf eigenen Antrag oder wegen Dienstunfähigkeit in Ruhestand gehen. Dann wird bis auf einen Kleckerbetrag fast alles auf die Pension/Bezüge angerechnet, zumindest bis zum regulären Renten-/Pensionsalter.


    Gute Infos hierzu gibt es auf den Seiten der Finanzverwaltung, in NRW beim LBV.

    Augen auf beim Einkauf: Im Discounter kam ich an einem Gewürzregal vorbei, in denen Chiliflocken angeboten wurden. Wir nehmen die ja gerne zum Schärfen. Was durfte ich lesen: Chiliflocken-Bourbon. Habe sie nicht gekauft. Ich glaube zwar nicht, dass die in Bourbon getaucht und dann getrocknet wurden, eher dürfte etwas Chemiepampe mit Bourbonaroma versprüht worden sein. Aber so gepanschte Chilis wollen wir definitiv nicht.

    Aber was es nicht alles gibt. Auch am Gewürzregal empfiehlt es sich, selbst bei scheinbar einfachen Produkten lieber etwas genauer hinzuschauen und auf Nummer sicher zu gehen.

    Ich sehe es positiv, dass mir so was auch nach all den Jahren noch auffällt. Schnell hat man sich vergriffen.

    Unabhängig davon, dass mir niemand eine Laudatio für meinen Weg in die Trockenheit gehalten hat und sich viele nur mit Höflichkeitsfloskeln bedienten und sie es toll fanden, kam da nichts. Es ist ja nichts Besonderes für Nicht-Alkoholiker.

    Genau so ist es.

    Ein Nichtalki kann nicht einschätzen, wie hart der Ausstieg aus der Droge ist. Nichts oder wenig zu trinken ist für ihn völlig normal.

    Irgendwie klingt es für mich schon nach Minderwertigkeitskomplexen, wenn Belobigungen oder Auszeichnungen erwartet werden, nur weil der Konsum von Alk unterlassen wird. Wir sind nicht der Nabel der Welt, sondern einfach Erdbewohner, die lange Zeit das Falsche getan und nach viel zu langer Zeit auf den Pfad der Vernunft zurückgekehrt sind.

    Irgendwie hatte ich das Gefühl, die Gute (sie war übrigens absolut nüchtern) hätte es gerne gehabt, dass wir praktisch ein letztes Mal auf die Vergangenheit und die Zukunft angestoßen hätten. Sagte dies aber nicht direkt.

    Da sie von meiner Krankheit nichts wusste, zog ich mich wieder einmal mit fadenscheinigen Ausflüchten aus der Affaire.

    Getrunken habe ich nichts; die Flasche blieb zu. Die Flasche nicht annehmen, das konnte ich nicht (Ich meine hier: Das brachte ich nicht übers Herz).

    In so einem Fall hätte ich die Flasche wahrscheinlich auch entgegen genommen und zu erst bester Gelegenheit weiter verschenkt.

    Auch hätte ich ihr erklärt, dass ich nicht mehr trinke und daher mit ihr nicht anstoßen kann und werde.

    Ich weiß, andere hier hätten hier anders reagiert.

    Übrigens: Mein ehemaligen Trinkkontakte sind allesamt eingeschlafen. Ich habe keinerlei Kontakt mehr zu Personen, mit denen ich früher mal gemeinsam gezecht habe.


    Irgendwo im I-Net habe ich zu Beginn meiner Abstinenz mal von einer Langzeitabstinenten gelesen: "Und dann war nichts mehr so wie es mal war." Es war mir schon damals klar, dass sie insbesondere ihr privates Umfeld meinte.


    Das ist halt der Preis meiner Freiheit. Ich habe ihn gerne bezahlt. Denn meine Freiheit vom Alkohol ist mein Leben und genau das ist nicht verhandelbar.

    Es hat bei mir schon ein Weilchen gedauert, eher Jahre als Monate, bis sich das bei mir so gesetzt hatte.

    Denkt bitte nicht ich teste mich, es war einfach nur spontan so ergeben.

    Alles richtig gemacht. So bin ich in den ersten Monaten auch vorgegangen. Ich habe selbstverständlich Cafes aufgesucht. Anfangs hätte ich genau sagen können, wenn jemand Alk vor sich stehen hatte. Heute fällt mir so was gar nicht mehr auf. Warum? Jahrelang war mein Blick alkoholbezogen. Diese Verknüpfung galt es zu lösen. das dauerte halt ein Weilchen.


    Ein Test wäre es gewesen, wenn Du in den Biergarten oder eine Kneipe marschiert wärst und um Dich herum nur Biertrinker gesessen hätten.

    Für mich klingt das zu sehr nach einer „Hintertür offen lassen“, zu sehr nach noch „verhandeln“ oder mich auf ein „vielleicht “ einzulassen.

    Ich lasse für mich nichts offen und ich relativiere auch nichts. So ist halt meine Sicht der Dinge, wenn Du meinst, mit dem Vorschlag von Viola für Dich besser klar zu kommen, dann mach es genau so.

    Wir sind alle unterschiedlich, daher gibt es auch differenzierte Einschätzungen. Letztlich entscheident ist das Ergebnis, das am Ende herauskommt und das sollte stabile Abstinenz lauten.


    Und genau dafür wünsche ich alles Gute.

    Wenn du aus vollem Herzen sagen kannst: „ich werde nicht mehr trinken“

    Das habe ich noch nie zu mir gesagt, weil ich es weder wissen, noch garantieren kann. Ich kann nur versprechen, mich intensiv darum zu bemühen, wobei Viola dann wieder beim Versuch landet. Und wer es erst gar nicht versucht, der wird weiter trinken. Daher hinkt der Versuchsvergleich, zumindest für mich.


    Mir persönlich hat die 1-Tagesregel in der Anfangszeit sehr geholfen: "Heute trinke ich nicht!". Das habe ich mir morgens nach dem Wachwerden innerlich geschworen.


    Worin liegt der Unterschied? Im Zeitfenster. Der eine Tag ist gut überschaubar, das "nie mehr" erscheint endlos lang und wenig greifbar. So erging es mir damals.