Beiträge von Carl Friedrich

    Kann passieren und ist folgenlos geblieben. Also demnächst besser aufpassen, um auf Nummer sicher zu gehen.


    Ob Du wirklich akut rückfallgefährdet warst, weiß ich nicht, denn Du dürftest früher ja kein Bittergedöns, sondern andere Sachen gesoffen haben.


    Ich habe auch schon mal etwas Tiramisu im Restaurant bei meiner Frau genascht. Sie meinte, es wäre nichts drin. War aber, wie ich später heraus schmecken konnte. Auch dürfte ich im Restaurant schon mal in Saucen etwas mit Alk gegessen haben. Wirkung auf mich: Null.


    Ich habe mich davon nicht verrückt machen lassen. Ein Rückfall ist etwas ganz anderes, zumindest für mich. Wenn ich bewusst das trinke, was ich früher missbräuchlich gesoffen habe. Der unbewusste Konsum einer Flüssigkeit, die Alk in Minimaldosis aufweist, ist zwar nicht komplett risikolos, aber auch nicht das große Drama, zumindest für mich.


    Nach der Entdeckung des Malheurs gilt es, auf sich zu achten, ob sich irgendein Verlangen nach Alk einstellt und zukünftig genauer hinschauen. Ist alles eine Frage der Übung.

    Möchte gern die Zeit zurück drehen

    Das habe ich mir so oft gewünscht, aber mich damit abgefunden, dass ich es nicht kann. Mir erklärte mal ein langjährig Abstinenter zu diesem Wunsch: "Das Leben wird nach vorne gelebt und nach hinten verstanden (hoffentlich)."


    Ja so ist es. Mit diesen Erfahrungen kann ich mein Leben für mich so gestalten, dass es sich lebenswert anfühlt, auch wenn nicht immer eitel Sonnenschein ist.


    Weiterhin alles Gute.

    Die konstante Wucht des Cravings kann ich bei mir nicht feststellen. Bei mir verliefen diese speziellen Grüße des Suchtgedächtnisses zumeist sehr mild. Nur ganz selten, einmal nach 3 Monaten und dann nach mehreren Jahren der Abstinenz wieder fielen sie sehr heftig aus, dass es mich förmlich durchschüttelte.


    Ich hoffe, es legt sich mit der Zeit bei Dir.


    Übrigens, Glückwunsch zu Deinem 1 Jahr.

    ich werde sagen ich lege Mal paar Monate mind für heuer eine Pause ein ,und im neuem Jahr wie du es sagst

    Ich habe gemeint: Erst 1 komplettes Jahr "ohne" und erst danach, also in 12 Monaten, folgt der Taktikwechsel und nicht schon in ein paar Wochen. Sonst kommen die Zechbrüder schon zum "Prosit Neujahr" mal eben rüber.

    Vielleicht hilft ja folgende Taktik:


    "Ich habe beschlossen, für 1 Jahr mal komplett auf Alk zu verzichten und danach schau ich mal."


    Nach Jahresablauf bleibst Du dann bei der Abstinenz, weil sie Dir gut bekommt und Du Dich besser, gesünder und freier fühlst.


    Aber dennoch bin ich verwundert, dass Dir an einem Abend unter der Woche und gleich von 3 Nachbarn etwas angeboten wird.


    Könnte es sein, dass die werten Herren selbst ein Problem mit dem Stoff haben?

    Ich sage bei der Arbeit gar nix.

    So habe ich es auch gehandhabt. Warum schlafende Hunde wecken?

    Anders sieht es natürlich bei Leuten aus, die auf der Arbeit als Trinker aufgefallen sind. Wenn die dort nachweisen, etwas aktiv gegen die Sucht unternommen zu haben, dürfte sich das sicherlich nicht nachteilig auswirken.


    ich habe nur die eingeweiht, die es wirklich was angeht, die ach so netten Arbeitskollegen gehören da sicherlich nicht zu.

    Und von derTeilnahme an irgendwelchen Betriebsfeiern (Achtung es geht auf Weihnachten zu) rate ich im ersten Jahr eh ab.

    Ich benutze den Ausdruck "trocken" für mich auch nicht, sondern rede von "abstinent" und das schon mehr als 9 Jahre. Mir gefällt der Ausdruck u.a. deswegen nicht:

    Trocken war ich schon so mit bisschen über einem Jahr….irgendwie verbinde ich immer damit, wenn vom ‚Trockensein‘ gesprochen wird, dass ich jetzt die Windel weglassen kann

    Aber ganz egal, welches Adjektiv Du benutzt, wichtig ist nur, dass Du mit Deinem Leben ohne Alkohol klar kommst. Die langjährig Abstinenten haben das hinbekommen, ob sie jetzt abstinent, trocken, alkoholfrei oder sonst was sind.


    Daher achte nicht so sehr auf Begrifflichkeiten, sondern auf Dich. Damit hast Du in den ersten beiden Jahren genug zu tun.

    Ich kann mir nur grad nicht vorstellen, dass es mir hilft, wenn ein Therapeut mein ganzes Leben vor sich ausgebreitet sehen will.

    Hallo!

    Ich habe seinerzeit eine ambulante Therapie durchlaufen und meine Suchtgeschichte mit dem Therapeuten aufgearbeitet. Die eine Ursache gab es nicht. Alkoholismus ist eine komplexe Sache und zumeist nicht auf monokausale, sondern multikausale Ursachen zurückzuführen. Es sind halt mehrere Faktoren zusammengekommen, die bei mir den Suff bewirkt haben, aber einzeln auseinander dividieren ließ es sich nicht.


    Hier im Forum habe ich mal, was auch auf mich zutrifft, gelesen: "Ich habe zu viel gesoffen und den Absprung verpasst."


    Warst Du mal bei der Suchtberatung?

    Froh bin ich, dass ich meinen Saufkontakten klipp und klar gesagt habe, dass ich Alkoholiker bin und mein Leben nun nüchtern bestreiten werde. Die meisten haben sich seitdem auch nicht mehr gemeldet…

    Das gemeinsame Bindeglied war der Alkohol. Fällt der weg, ist auch die Beziehung am Ende. So war es bei mir. Zu den alten Mitzechern ist der Kontakt komplett eingeschlafen. Es passt nüchtern einfach nicht.


    ich gehe mal davon aus, die Herren dürften sich bei Dir auch nicht mehr melden.


    Weiterhin viel Erfolg.

    Ich sehe, hier sind einige Therapien gegenüber kritisch eingestellt.


    Hat denn jeder der Kritiker incl. einiger Mods denn eine solche Therapie gemacht? Es scheint mir, dass gerne gerade von solchen Leuten gegen Therapien gemeckert wird, die nie eine Alkoholtherapie, sei es stationär oder ambulant, gemacht haben.

    Ich habe eine ambulante Therapie durchlaufen, die mich unterstützt hat, einen stabilen Weg aus der Flasche zu finden. Deshalb halte ich Pauschalkritik an Therapien für völlig verfehlt.


    Nur die Therapie allein reicht nicht aus. Es muss im Zuge der Zeit die innere Einstellung zum Alkohol und zum Trinken verändert werden. Ich habe seinerzeit noch als Trinker, auf Druck meiner Familie hin, den Kontakt mit der Suchtberatung aufgenommen und mich über das I-net, Fachliteratur, diesem Forum und den Therapeuten letztlich bis heute aus dem Griff der Flasche lösen können. Die Therapeuten und die Ausführungen einiger Teilnehmer, insbesondere der Rückfälligen, waren mir wichtige Ratgeber und passten häufig 1:1 zu den Beiträgen hier.


    I.Ü. kann dezenter Druck von außen z.B. Familie, Arbeitgeber, Führerscheinstelle, als zusätzliche Befeuerung des eigenen Ausstiegswunsches sehr dienlich sein.


    Falls mich ein aktiver Alki fragen sollte, was er machen könne wäre mein Rat:

    1. Kontakt zur Suchtberatung

    2. Gang zum Doc

    3. Literatur

    4. I-Net + Foren.


    Diese parallele mehrfache Vorgehensweise, um das Problem ganzheitlich anzugehen und von allen Seiten zu beleuchten. Da ich von Natur aus ein eher kritischer Mensch bin, hinterfrage ich eh sehr viel, da wäre mir nur ein Ratgeber entschieden zu wenig.

    In den ersten Monaten wittert der Neuling gerne akute Gefahr, wenn sich das Suchtgedächtnis mal meldet. Es ging mir genau so. Die Abstände wurden immer größer. Und wenn jetzt ein Gruß kommt:

    Es tut nicht weh, beißt nicht, ist vorübergehend und erinnert dich immer wieder daran, dass die Sucht bestehen bleibt.

    Think positiv.

    Da steht's. ich habe mich daran gewöhnt, dass es sich "gaaaanz" selten mal meldet, dann weiß ich wenigstens, dass ich alles richtig gemacht habe und nicht womöglich in den Aberglauben verfalle, geheilt zu sein und deswegen jetzt mal das eine oder andere Gläschen trinken könne. Daher sehe ich solche Meldungen inzwischen positiv. Es dauerte aber schon ein paar Jährchen, bis sich diese Erkenntnis bei mir einstellte.

    Gestern trudelte eine Nachricht von Nachbarn ein, ob wir (meine Frau und ich) nicht heute Abend auf ein Gläschen (gemeint ist Wein) vorbeikommen möchten. Da nur Leute erscheinen wollen, die sich gerne mal mehr als nur ein Gläschen hinter die Binde kippen und mir so ein Treffen auch im zehnten Jahr zu "alkig" ist, habe ich höflich abgesagt.


    Steht der Alk zu sehr im Mittelpunkt, dann weiß ich genau, dass ich mich nicht wohl fühle. Ich könnte zwar für eine Stunde erscheinen und mich dann verabschieden, das habe ich nicht nötig. Warum auch? Wäre letztlich nur Zeitverschwendung, anderen zuzuschauen, wie sich sich letztlich berauschen.


    Auch meiner Frau, die gelegentlich mal 1 Glas Wein trinkt, geht diese Gesellschaft auf die Nerven.

    Ich bin nicht überrascht, so was ist mir in den ganzen Jahren öfter passiert, mal sanft umschmeichelnd, mal heftig und agressiv. Die Abstände wurden immer größer und meine Reaktion schneller und direkter, weil ich weiß, dass so Gedanken bei mir sehr rasch wieder verfliegen.


    Mittlerweile habe ich auch mit solchen dubiosen "Grüßen" meines Suchtgedächtnisses meinen Frieden gemacht. Diese "Grüße" haben für mich auch etwas Positives. Sie erinnern mich an früher und gleichzeitig daran, nicht den Respekt vor dem Alk zu verlieren und mich womöglich für"geheilt" zu halten. Das Wiederaufflackern des Suchtverlangens als Folge einer empfundenen Heilung mit dem dann womöglich einschießenden Gedanken, ich könne doch jetzt mal wieder ein Normaler etwas trinken, wäre fatal.

    Daher werte ich diese "Grüße" für mich nicht mehr als negativ und komme damit erstaunlich gut klar. Allerdings bin ich auch schon über 9 Jahre unfallfrei am Start, daher ist meine Einschätzung nicht unbedingt die Richtschnur für Abstinente in den Anfangsmonaten und -jahren.

    Zu Beginn meiner Abstinenz hätte ich es als schlimm empfunden, dass ich bei solch einer Veranstaltung nicht mehr dabei sein „darf“ - heute habe ich einfach keine Lust mehr mich so etwas auszusetzen!

    Danke, so geht es mir auch. Ich halte solche Veranstaltungen, bei denen der heftige Konsum im Vordergrund steht, einfach nicht mehr im Kopf auf. Für so was ist mir meine Lebenszeit zu schade.