Beiträge von Carl Friedrich

    Seit dem letzten Bier sind es bald 100 Tage.


    Ich war jetzt viel bei Freunden und zum Grillen, wo die mächtig Bechern. Gedanklich bin ich oft woanders. Beim abräumen und auflesen der Kronkorken denke ich eher mal bewusst dran, dass es ja Bier war.

    Überschätz Dich und Deine "grandiosen" Fähigkeiten nicht. Das ist kein Freibrief für die Zukunft.

    Ich habe so manche "Akrobaten" wie Dich erlebt, es dauerte nie lange, bis sie wieder tranken.

    Du bist für meinen Geschmack viel zu nahe am Alkohol dran. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Deine Sucht wieder heftig meldet.

    Schau einfach mal genau so gründlich in die Grundbausteine rein, wie Du jetzt Trinkern beim Saufen zuschaust und anschließend deren Korken aufsammelst. Dann dürfte sich ein gewaltiger Unterschied auftun.


    Mein Fazit: Beim Thema Sucht hast Du noch einige Lücken zu schließen.

    Wir können nicht alles im Voraus planen und berücksichtigen. Da gilt es dann zu improvisieren, Du scheinst es ja ganz gut hinbekommen zu haben. Falls es wirklich triggert und nicht nur ein Gedanke an den früheren Konsum aufblitzt, rate ich stets neben dem großen Schluck aus der Wasserpulle, zum raschen Ortswechsel. Eine neue Umgebung setzt neue Reize und nicht überall lungern trinkende Zeitgenossen herum.

    Für den nächsten Besuch hast Du es jetzt auf dem Schirm.

    Alles Gute.

    Ich möchte allen Lesern hier, egal ob gläubig oder nicht, ein ruhiges und beschauliches Osterfest wünschen.


    @Neulinge im ersten Jahr: Es zwingt Euch niemand, sich zu Alkoholtrinkern oder zu Feiern (Osterfeuer, Familientreffen) zu gesellen, bei denen der Alkohol ziemlich weit oben auf der Agenda steht. Dazu seid Ihr nicht verpflichtet. Achtet auf Euer Wohlbefinden und räumt Eurer Abstinenz die Prio 1 im Leben ein. Alles andere ist letztlich nur minder bedeutsam. Nur so haben viele der langjährig Abstinenten den Ausstieg geschafft.


    In diesem Sinne, trefft die richtigen Entscheidungen und alles Gute.

    Nach 3 Monaten und schon Besuch von trinkenden Gästen. das erscheint mir zu vorschnell und riskant zu sein.


    Bild Dir bloß nichts darauf ein, dass es gut gegangen ist.

    "Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht" (Volksmund) oder "der Alki hockt solange bei Trinkern, bis er selbst wieder säuft."

    Warum? Das ist das Wesen der Sucht. Sie hat nur eins im Sinn, uns wieder an die Flasche zu bringen.


    Ich habe so manchen Zeitgenossen getroffen, die sich genau so leichtsinnig verhielten wie Du. Sie sind alle rückfällig geworden.


    Dies als Mahnung, Dein eigenes Verhalten mal kritsich zu reflektieren und zukünftig anders zu reagieren. In Deiner Bude "muss" niemand trinken. Du als Gastgeber bestimmst, was auf den Tisch kommt. Ein gerade mal "notdürftig Angetrockneter" wie Du sollte sich von von trinkenden Zeitgenossen erst mal gründlich fern halten.


    Warum gab es überhaupt Alkohol bei Dir im Ausschank? Hast Du ihn extra für die Gäste bevorratet?

    In diesem Sinne frohe Ostern

    Was für ein Ausdruck: "Biermonster". So habe ich es noch nie empfunden. In der Anfangszeit ist es am schwersten, an den alkoholischen Angeboten vorbei zu kommen. Ich ging mit Tunnelblick durch die Märkte und suchte zielstrebig die Abteilungen auf, in denen ich was zu erledigen hatte.


    Mittlerweile nehme ich so Angebote, egal ob groß oder klein, allenfalls beiläufig wahr.

    Monster sind es für mich jedenfalls nicht. Einfach nur Reklame für Sachen, die ich weder benötige, noch kaufen möchte.

    Meine Gedanken dazu waren direkt: Die Welt wird nun mal nicht trockener, nur, weil ich nicht mehr saufe.

    Dem schließe ich mich nahtlos an.

    Ich richte mich nach mir, nicht nach dem Alkohol und den Formen seiner Anpreisung. Letzteres habe ich lange genug getan, das reicht für dieses eine Leben.

    Ansonsten rate ich zur Vorbereitung. Es ist allseits bekannt, dass um die Feiertage herum halt besonders viel "Stoff" angepriesen wird. Wer sich vorher mental auf optische Belästigungen bei Einkaufen einrichtet, wird zumindest nicht mal so eben überrascht und womöglich auf dem falschen Fuß erwischt. Ich sage immer : "Gute Vorbereitung ist die halbe Miete."


    Gutes Gelingen

    Kenne ich von mir auch. Die Abstände wurden jedoch immer größer. Das sind Grüße vom Suchtgedächtnis, die mir zeigen, dass sie -die Sucht- noch da ist. Sie meldet sich bei mir halt ab- und an mal.


    ich habe damit meinen Frieden gemacht. Solche Grüße sehe ich inzwischen positiv, sie halten meine Erinnerung wach und verhindern, mich für geheilt zu halten. Denn das wäre fatal und der erste Svhritt in Richtung Rückfall.

    Es kamen mehrere Punkte zusammen

    • familiärer Stress
    • Hunger/Durst
    • plötzliche und unvorbereitete Konfrontation mit früherem Saufort und Trinkern
    • Ergebnis: Saufdruck.


    Du hast es ausgehalten und Dich mitgeteilt. das nimmt schon mal Druck aus dem Kessel.


    Falls Ihr das nächste Mal eine solche Örtlichkeit aufsucht, bereite Dich mental darauf vor, dass Trink- und Verzichtsgedanken aufkommen können. So habe ich es im ersten Jahrgehandhabt, es hat mir geholfen. Gute Vorbereitung ist die halbe Miete.

    Dazu der alt bekannte Rat, erst mal viel Wasser rein kippen und sofortiger Ortswechsel. Eine andere Umgebung setzt ganz andere Reize, raus aus der alten "Säuferwelt".

    ich hätte mich halt generell über eine Einladung gefreut, auch als Nichttrinker.

    Und dann? Absagen oder hingehen und den anderen beim Saufen zuschauen und deren Gelaber zu hören. Ich sehe es als sehr vorteilhaft an, nicht mehr von ehemaligen Mittrinkern angesprochen oder eingeladen zu werden. Denn eins steht fest, die hätten eh gesoffen. Und so etwas optisch und akustisch zu ertragen, ist mir mittlerweile zu viel, das tue ich mir nicht mehr an.


    Im Übrigen handelt es sich bei den wehmütigen Erinnerungen um ziemlich direkte Grüße Deines Suchtgedächtnisses. Aus Dir spricht die Sucht und die will nur eins, Dich wieder ans Saufen bringen.


    Such Dir ein paar sinnvollere Beschäftigungen, die nicht mit Deinen früheren Mitsäufern verknüpft sind.

    Gestern kamen zwei Einladungen für große Feste hier im Dorf hereingeflattert.

    Mir wurde klar,welche Feier-Situation dort sein wird

    Ich habe mit meinem Mann gesprochen und ganz klar gesagt ,dass ich nicht mitfeiern werde.

    Gute und richtige Entscheiung. An Veranstaltungen, bei denen heftig getrunken wird und der Alk letztlich im Vordergrund steht, nehme ich nicht teil. Das ist der falsche Ort für mich. Und zwar nicht, weil ich mich für gefährdet halte, sondern weil ich den Anblick und den Lärm einer Sauferei im Kopf einfach nicht mehr aushalte. Dafür ist mir meine Zeit eindeutig zu schade. So was tue ich mir nicht mehr an.

    Zum Glück habe ich eine Frau, die keine "Feiernudel" ist und so was auch nicht mag.

    Wenn Deinem Mann nach Mitfeiern sein sollte, kann er ja alleine gehen.

    Die Unterscheidung ist mir bekannt. Als Rückfall soll es nur bezeichnet werden, wenn in alte Trinkmuster verfallen wird.

    Die Unterscheidung erinnert mich irgendwie an die Diskussionen


    • "Alki light" (habe nie mehr als 2 Pullen Wein täglich getrunken)
    • bin nur psychisch und / oder physisch vom Alk abhängig gewesen

      Ist jedoch letztlich egal.

      Ein Rückfall liegt für mich nur vor, wenn wissentlich Alkohol getrunken wird. Das ist der Unterschied zum versehentlichen Konsum wie z.B. das falsche Glas erwischt (ich würde es schon vorher riechen) oder Alk in Saucen, Desserts o.ä.

    Du warst mit der Einkaufssituation überfordert. Deine Denke ist noch schwer vom Alkohol geprägt, daher springt Dein Suchtgedächtnis sofort wieder an.

    Klar, zu den Feiertagen wird mehr auf den Alk in Läden und Prospekten hingewiesen. Der Alk dient den Läden als Lockmittel, denn viele Kunden tätigen neben dem Alkoholerwerb, noch ihre übrigen Einkäufe, und sei es zur Tarnung.

    Ich habe mich in der Anfangszeit mit Tunnelblick durch die Läden bewegt, alles so gut es eben ging ausgeblendet und bin schnurstracks und schnellen Schrittes zu dem übrigen Sortiment gelaufen. Auch an der Kassenzone habe ich den Blick auf die Flachmänner vermieden.

    Das hat sich bei mir mit der Zeit eingependelt. Mittlerweile ist es mir egal, was da so alles angeboten wird.


    Mit zunehmender Dauer der Abstinenz wird auch die Einkaufssituation sich bessern, ist halt nur eine Frage der Zeit und somit der persönlichen Reifung.

    Rumaroma

    Schmeckt nach Rum und ist daher (für mich) obsolet.


    Ich habe mich immer gefragt, was der Schnaps in Torten soll. Wird der etwa reingepanscht, um eine vermeintlich mindere Qualität zu kaschieren? Ich habe das schon zu Saufzeiten nicht kapiert, damals habe ich nur sehr selten Kuchen gefuttert, sondern lieber gleich ein Weißbier aufgemacht.

    Meine Abstinenz hat sich eingeschliffen und ich weiß worauf ich zu achten habe. Das läuft bei mir ganz automatisch ab, das muss ich mir gar nicht mehr extra vornehmen.

    Und wenn mal irgendwo was Alk drin ist und ich habe es unwissentlich verzehrt, dann verfalle ich nicht gleich in Panik. Ich will gar nicht wissen, ob und ggf. wie oft ich in Restaurants mal etwas alkhaltiges in Saucen, Dressings oder Desserts verspeist habe. Ich achte schon darauf, aber absolut ausschließen kann ich es nicht. Bislang hat das bei mir in all den Jahren keinerlei Irritationen ausgelöst.


    Wer sich unsicher ist, sollte konsequent fragen, aber selbst dann ist durchaus möglich, dass die Küche infolge von Eile und Arbeitsstress aus purer Gewohnheit irgendwas Alk hineinmengt.

    Ich versuche gerade, einen Weg zu finden, wie ich nüchtern bleiben kann und trotzdem wichtige Menschen in meinem Leben behalte.

    Das liegt nicht an Dir, sondern an ihnen. Du hälst trinkenden "Freunden" letztlich einen Spiegel vor. Ob der Anblick sie erfreut, steht auf einem anderen Blatt. Ein Nichttrinker unter Trinkern, stört ungemein und zwar die Trinker.


    Gleichzeitig merke ich auch, dass ich neue Wege und vielleicht auch neue Kontakte brauche, die besser zu meinem neuen Leben passen.

    So ist es. Mein Lebensstil passt nicht zu den früheren Bekannten/Freunden, die immer noch bechern. Das gemeinsame Bindeglied war der Alkohol. Ich habe den Kontakt zu früheren Mittrinkern komplett einschlafen lassen.

    Ich habe zu Beginn meiner Abstinenz mal irgendwo gelesen: "Und dann ist nichts mehr so, wie es mal war." Das trifft auf mich voll und ganz zu.

    Schau mal bei Alex auf dem Weg nach. Frühere Kumpels wollten sich mal melden, wenn was ohne Alkohol läuft. Läuft aber nicht.

    Wo Alk alles verbaut sein kann. Da ging ich heute nach dem Training zu dem stadtbesten Konditor, um ein paar Kalorien nachzuladen. Mein Blick fiel auf eine interessant aussehende Torte mit dunklem Kakaoüberzug. Auf meine Frage, was das für eine sei, gabs zur Antwort: " .... mit Rum." Dabei hatte die gar keinen alk-typischen Namen. Ich habe sie nicht bestellt.


    Gerade für die Neulinge, immer Augen auf, manchmal ist Alk dort hinein gepanscht, wo es nicht sofort vermutet wird.

    gestern Abend war für mich anstrengend. Ich hatte Saufdruck war unruhig und nervös.

    Du hättest Dich auch hier mitteilen können, hier ist immer jemand, der bei aktutem Suchtdruck "zuhört" (mitliest) und Beistand leisten kann. Ist der Druck erst mal nieder geschrieben, ist schon mal ein gutes Stück von ihm aus dem Kessel gelassen.


    Ich bin bei Suchdruck gerne raus in die Natur, entweder mit dem Rad anständig kurbeln oder strammen Schrittes durch die Landschaft gelaufen bzw. auch ins Fitnesstudio gefahren. Der Druck war meist schnell wieder verschwunden. Mir hat also Aktivität und nicht passives Verharren geholfen.


    Dies nur mal als kleiner Anstubser.


    Ich wünsche ein ruhiges Wochenende.