Beiträge von Carl Friedrich

    manche „outen“ sich zu Beginn, andere auf dem Weg und noch andere auf ihrer Zielgeraden ( und die kann erst nach Wochen, Monaten, Jahren ) erreicht sein.

    Das bleibt jedem selbst überlassen, ob und wer überhaupt eingeweiht wird. Ich binde es sicherlich nicht jedem Fragesteller auf die Nase, sondern habe den Kreis sehr eng gezogen und dabei bleibt es. Ich werde nur sehr selten mal gefragt, warum ich nichts trinke, und dann eher von solchen Personen, die ihren eigenen Konsum besser mal kritisch beleuchten sollten.

    Viele Wege führen zum Ziel

    in diesem, unseren Fall gibt es leider nur einen Weg.

    Es gibt viele Gründe für ein Abgleiten in den Alkohol und mehrere Wege wieder hinaus. Alle Wege haben jedoch ein paar Gemeinsamkeiten: Das erste Glas stehen zu lassen, dem Alkohol, insbesondere zechfreudigen Leuten, nicht hinterher zu laufen, sondern mal für eine längere Zeit, bis eine gewisse Festigung eingetreten ist, dem Alk, so gut es eben geht, aus dem Weg zu gehen. Dazu noch mögliche Gedanken aus dem Hirn zu verbannen, irgendwann ginge doch noch mal was mit dem Stoff.

    Ist das normal, dass es nicht linear besser wird? Ich habe oft an Alkohol gedacht - hatte Bierdurst vom feinsten. Beim Kochen war ich nervös, hektisch. "Etwas" hat mir gefehlt....

    Du hattest einen ordentlichen Suchtdruck, da mussten wir (fast) alle mal durch. Das gehört zum Aussteigen einfach dazu.

    Anfangs werden viele Aspiranten durch eine Woge der Euphorie getragen. Aber auch die läuft mal aus und dann ist ein Wellental angesagt. Setz Dich nicht unter Druck. ich behaupte nach über 7 1/2 Jahren mal, dass eine gewisse Grundfestigung erst nach ca. 1 Jahr eintritt. In den ersten Jahren kommt es häufiger noch zu Suchtdruck. Aber Du hast ja gelernt, dass dieser nicht ewig dauert und durchaus zu überstehen ist. Beim nächsten Mal fällt es Dir leichter.

    Leg Dir mal eine Strategie zurecht. Schau mal hier rein: Strategien gegen Suchtdruck

    Grund für Deinen Druck ist Dein Suchtgedächtnis, dass sich leider als solches nicht deinstallieren lässt. Es funktioniert ähnlich einer Software, die jetzt von der Software Abstinenz überlagert ist, jedoch ab- und an zu zicken beginnt.

    Mir ist der Druck in den ersten Jahren häufig begegnet, insbesondere als ich in Situationen kam, in denen ich früher getrunken habe. Mal wurde ich vom Suchtgedanken fein umschmeichelt, mal drückte es brutal auf mich ein. Meistens war jedoch "feine" Variante im Anmarsch. Nach ein paar Malen hatte ich mich eingestellt, und den aufgekommenen Suchtgedanken innerlich begrüßt und mir selbst gesagt: "Ach, Dich gibt es auch noch. Du hast keine Chance, also troll Dich lieber." Dazu entweder einen Ortswechsel durchgeführt oder irgend etwas begonnen, was mir Freude machte.

    Jetzt habe ich schon mehrere Jahre keinen Druck mehr gehabt, ich weiß jedoch, dass er jederzeit aufkreuzen kann. Da bin ich hoffentlich gewappnet.

    Mich wundert allerdings, das beispielsweise Du, C.F , immer wieder extrem auf dieses Thema anspringst.

    Vielleicht doch nicht so ganz im Reinen mit Deiner Krankheit bzw. dem Sprechen darüber?

    Ich gebe nur Neueinsteigern alternative Hinweise, die von der Vorgehensweise einiger Herrschaften hier etwas abweichen. Gerade im Offenen Bereich tummeln sich die Neueinsteiger, die Tipps von erfahreneren Usern durchaus gebrauchen können.

    Im Reinen bin ich mit mir wohl, nur ist meine Erfolgstaktik eine etwas andere.

    Was hier auffällt, dass gewisse User, die erfolgreich unterwegs sind, meinen, dass nur ihre eigene Vorgehensweise erfolgversprechend sei und recht geringe Abweichungen von diesem Kurs abgetan werden.

    Ich gehe derweil meinen Weg weiter, der so falsch auch nicht gewesen sein kann...20 Jahre ohne Alk sprechen für sich..

    Dafür habe ich großen Respekt. Dein Weg passt zur Dir und z.B. zu Hartmut. Ihr benötigt Euren Kurs, der Eurem Wesen entsprechen dürfte. Mit einem anderen Kurs hättet Ihr womöglich Euer Ziel nicht oder nur deutlich schwieriger erreicht.

    Ich bin auch ans Ziel gelangt, auch wenn' s bei mir erst mehr als 7 1/2 J. sind.

    Wohl gemerkt: So großartig unterscheiden sich unsere Kurse nicht. Es handelt sich letztlich um Feinjustierungen, mehr auch nicht. Jedoch solche, die gut zu mir und wohl auch einigen anderen hier passen.

    Was ich die Tage beobachten durfte, dass unser bisheriger Bäcker irgendwas an seinen Broten verändert hat. Ich tippe auf irgendwelche beigemengten Enzyme, die den Appetit anregen. Ich aß mehrere Scheiben Brot und wurde nicht satt, sondern immer hungriger. Die Parallele zum früheren Kontrollverlust nach dem ersten Weißbier war verblüffend.

    Heute morgen machte ich dann die Probe aufs Exempel und fuhr zu einem Bioladen und deckte mich dort ein. Ist zwar etwas teuerer, aber mein individuelles Sättigungsgefühl setzte wieder ein, ich bin jetzt nach 3 Stunden immer noch satt.

    Am meisten schwadronieren

    Danke für das Kompliment :wink:

    Die Arbeitswelt ist genau so verschieden wie die jeweiligen Menschen.

    Das Outing am Arbeitsplatz hängt auch von der jeweiligen Tätigkeit ab. Wer schon etwas aufgestiegen ist und eigene Entscheidungs-; Delegations- und Anweisungskompetenzen hat, wird kritischer beäugt als jemand, der nur mechanisch das abarbeiten darf, was sich andere so ausgedacht haben.

    Und Leute, die seit etlichen Jahren nicht mehr arbeiten, aus welchen Gründen auch immer, sind leider nicht ganz auf dem Laufenden und erzählen letztlich aus längst vergangenen Zeiten.

    In meiner Therapie habe ich von erfahrenen Therapeuten gelernt: "Wen Sie alles informieren, entscheiden alleine Sie selbst und sonst niemand." Das hat mich überzeugt und daran halte ich mich.

    Wichtig ist es, zu sich selbst gnadenlos ehrlich zu sein. Alles andere sind bloße Lippenbekenntnisse ( so in etwa las ich es die Tage bei achelias). Das sehe ich genau so.

    So sehr unterscheiden sich die Wege der Freunde des komplett offenen Umgangs gar nicht von meinem. Relevant ist allein das erzielte Ergebnis, nämlich eine stabile Abstinenz. Manche benötigen halt diese "offensive Spielweise", weil sie hierdurch Schutz erfahren. Andere, dazu zähle ich mich, versuchen es halt mehr mit einer defensiveren Herangehensweise und das mit Erfolg..

    Es gibt zig Gründe für ein Abgleiten in den Alkoholismus (halt ein multikausales Geschehen) und mehrere Wege wieder hinaus. Der individuelle Weg muss halt passen.

    Wichtiger als sich in allen Einzelheiten an Handlungsempfehlungen einzelner Personen zu halten , sind die folgenden Aspekte:

    • Das erste Glas stehen zu lassen
    • Nicht dem Alkohol und trinkfreudigen Personen hinterher zu laufen, nennt sich Risikominimierung, nämlich den Alkohol auf Distanz zu halten
    • Rückhaltlose Akzeptanz der Krankheit incl. Befreiung von dem Gedanken, irgendwann gehe doch noch mal was mit dem Stoff.

    Erst als ich das innerlich umgesetzt hatte, wobei es mit dem Entfernen des letztgenannten Gedankens einige Monate dauerte, war ich in der Lage, mich zu befreien.

    Was andere darüber denken oder aus zweiter Hand gehört haben, jedoch selbst nicht erlebt hatten, kommt bei mir in die Schublade „Hypothetische Panikmache.“

    Sorry, aber ich war unmittelbar dabei, jedoch nicht als Hauptdarsteller ;) . Daher mache ich keine Panik, sehe das Ganze aber auch nicht unbedarft.

    Es geht mal wieder um das alte Thema, soll ich es z.B. auf der Arbeit anderen auf die Nase binden oder nicht. Manche teilen es halt mehr oder weniger ungehemmt mit, ich bevorzuge bei so einem sensiblen Thema die leisen Töne und nenne es Selbstschutz und Risikominimierung.

    Wenn andere mit diesem Thema anders verfahren, dürfen sie es gerne tun, mich stört es nicht. Unterschiedliche Herangehensweisen entsprechen nun mal der Lebenswirklichkeit. Welcher Kurs für den einzelnen Probanden der bessere ist, vermag ich nicht zu beantworten, ich bleibe bei meinem und der ist verdammt gut, zumindest für mich.

    Dieses viel propagierte "Outing" kann auch schnell nach hinten losgehen

    Das kann ich nur unterstreichen.

    Kleine Kostproben aus meinem Berufsalltag:

    1) Dem Gutachter ... können wir den Auftrag nicht erteilen, der ist trockener Alkoholiker. Wenn der wieder säuft, wird es nichts mit dem Gutachten. Den Auftrag erhielt ein anderer.

    2.) Der Mitarbeiter ... ist trockener Alkoholiker, der hat einen Fehler gemacht (verschwiegen wird, dass wir alle welche machen). Der hat bestimmt wieder getrunken. Der arme Kerl stand da wie ein begossener Pudel.

    Ein Bekannter aus meiner ehemaligen Therapie sitzt mit Freistellung im Betriebsrat eines größeren Unternehmens. Er rät ausdrücklich davon ab, sich zu outen, sofern man nicht am Arbeitsplatz als Trinker aufgefallen ist. Das sehe ich genau so.

    Spätestens wenn Mitarbeiter um eine Beförderung, einen interessanten Auftrag, andere Dinge im Betrieb oder in der Behörde konkurrieren bzw. Fehler zu erläutern sind, kann aus dem Outing schnell ein gewaltiger Makel werden, der dem Betreffenden schaden kann. Der Betreffende erhält schnell den berühmten Ende DEr KArriere Stempel. Die betreffende geläufige Abkürzung in unserer Gegend habe ich mal optisch hervor gehoben.

    Da fangen die Scheichs von Katar an, sich einen Pluspunkt verdienen zu wollen. Alkoholverbot in den Stadien. Feine Sache. Und plötzlich knickt die Fifa ein. Aus Überzeugung? Wohl kaum.

    Neben den deutschen Spielen bin ich mal gespannt, ob die Freunde der Gewalt von der sonderbaren Insel dort unten aufschlagen und wie herzlich dann die Begrüßung durch die Ordnungshüter ausfällt?

    Natürlich ist die Wiedererlangung meines FS ein großer Motivator, aber momentan fühle ich keinen Suchtdruck..

    Für wen willst Du trocken werden? Für die Führerscheinstelle oder für Dich?

    Vergangenes WE war ich mit Kumpels unterwegs...alle haben Bier getrunken...hat mir nix ausgemacht. Wir haben sogar Witze darüber (meine Sucht) gemacht.

    So eine Runde ist für einen frisch Abstinenten hoch riskant und hat schon zu vielen Rückfällen geführt.

    Dies nur mal zum Nachdenken.

    Hallo und willkommen!

    Du hast schon ein gutes Stück Weg erfolgreich zurückgelegt, Glückwunsch.

    Habe noch regelmäßig Kontakt zu den Leuten aus der Therapie. Ich weiß wie wichtig es ist dran zu bleiben. Therapieende war der 31.10. - die meisten sind schon jetzt Rückfälllig oder gar ganz in alte Verhaltensmuster abgestürzt.

    Du siehst, dass Abstinenz kein Selbstläufer ist und wir am Ball bleiben sollten.

    Ich darf keinen Alkohol trinken sondern: Ich möchte keinen Alkohol trinken.

    Das kenne ich aus mehreren Fachbüchern.

    Erst heißt es: Ich darf nicht trinken. Das dient der Absicherung in den ersten Tagen und Wochen, um überhaupt mal festen Grund unter die Füße zu bekommen.

    Später dann: Ich will nicht trinken. Dann entwickelt sich die grundsätzliche Festigung der Abstinenz.

    Irgendwann erreichst Du dann das Stadium: Ich brauche nicht trinken.

    Letzteres habe ich erst nach ca. 2 - 3 Jahren erreicht. Aber das ist individuell verschieden, dass kann auch schneller eintreten als bei mir.

    Wichtig sind m.E. 2 Dinge:

    1.) Den Gedanken aus dem Hirn zu vertrieben, irgendwann gehe vielleicht doch noch mal was mit dem Stoff.

    2.) Der Tat eines erfahrenen Suchtmediziners: den ersten Schritt in Richtung Rückfall macht man, wenn man sich nicht mehr regelmäßig mit der Krankheit befasst.

    Wie das Befassen aussieht, bleibt jedem selbst überlassen, hier im Forum, in einer analogen SHG oder sonst wie. Auch die Abstände des Befassens sind individuell verschieden.

    Gerade in den ersten 3-4 Jahren rate ich, sich zumindest wöchentlich dem Thema zu widmen.

    Das prima funktionierende Suchtgedächtnis hat nämlich seine Tücken.

    Alles Gute auf Deinem weiteren Weg

    wünscht

    Carl Friedrich

    Um noch einen drauf zu setzen: Gerne wird Speisen auch sog. mehrwertiger Alkohol beigefügt, bei dem es sich nicht um "Alkohol" im herkömmlichen Sinne= Trinkalkohol handelt, sondern um sog. Zuckeralkohole oder Zuckeraustauschstoffe, die dem kalorienreduzierten Süßen von Lebensmitteln dienen.

    Ich habe mir diesen Satz von Carl Friedrich zu Eigen gemacht: Sieht aus wie Alkohol, riecht wie Alkohol oder schmeckt wie Alkohol - stehen lassen (zumindest so ähnlich war die Formulierung).

    Genau so ist es m.E. richtig und so habe ich es in meiner Therapie gelernt: Alles was aussieht wie Alkohol, schmeckt wie Alkohol oder duftet wie Alkohol ist tabu.

    Das ist eine ganz einfache, klare, präzise und (zumindest für mich) überzeugende Formel.

    Und wenn ich doch mal versehentlich so ein Stück Kuchen mit richtigem Alk essen sollte oderbereits gegessen habe, dann ist das für mich kein Drama. Ich habe schließlich nicht zu viel Kuchen und Torte gefuttert, sondern Bier und Schnaps gesoffen und das pur und nicht in Süßkram vermengt. Ich weiß, was dann zu tun ist, nämlich den Rest der Speise nicht mehr zu essen. So einfach ist das. Und vielleicht ein wenig darauf achten, ob sich Suchtdruck einstellen sollte. Dann weiß ich wenigstens, wo er herkommt.

    Ich hab auch früher nur selten mit Wein gekocht, ich finde das Theater eh etwas überbewertet.

    Leider ist es eine "Spielart" vieler Küchenchefs, die Saucen mit Weinen oder gar Schnaps zu panschen. Es fiel mir im letzten Urlaub, als wir öfter aus essen waren, noch mal deutlich auf. Ich bin jedoch geübt und habe zur Not einen Vorkoster dabei. Auch haben wir deswegen auch schon mal die Gerichte untereinander getauscht.

    Als Alternative für den Wein für ein Bratengericht haben wir mal dunklen Johannisbeersaft ausprobiert. Uns hat es gemundet. Bislang nahmen wir Traubensaft, jetzt haben wir eine Alternative mehr.

    Den Gedanken an einen alkoholfreien Wein haben wir schnell verworfen. Meine Frau meinte nur, lieber ihr eine gute Flasche Rotwein zu kredenzen. Recht hat sie.

    Ich dachte, diejenigen, die 0,0 draufschreiben, müssen dass auch einhalten können.

    Das dürften sie auch. Aber ein Radler kommt auch in der 0,0 Variante wie ein richtiges Biermischgetränk rüber.

    Ich habe eins gelernt: Alles was aussieht wie Alkohol, riecht wie Alkohol und schmeckt wie Alkohol ist tabu. Daher kann ich nur raten, die Finger von den alkoholfreien Versionen von Bier, Wein und Sekt zu lassen. Sie können heftigen Suchtdruck auslösen, da sie optisch, geschmacklich und geruchlich viel zu nah am Original sind.

    Abgesehen davon dürfen die als alkoholfrei vertriebenen Versionen häufig noch Restalkohol von bis zu 0,49 Vol.% aufweisen.

    Zum Thema Freundeskreis:

    Auch hier hab ich nicht erwähnt, dass ich mit meinem eigenen Kreis gebrochen habe. Jeglichen Kontakt, einfach alles!

    Zu sehr stand bei denen der Alkohol im Mittelpunkt!

    :thumbup: Eine notwendige Maßnahme, die ausschließlich Deinem Schutz dient. Es hat bei mir auch eine Weile gedauert, bis ich das verstanden habe.

    Und heute nach mehr als 7 1/2 Jahren: Es ist nichts mehr so wie es mal war. Und das ist gut und richtig so. Ich habe andere Interessen und für die benötige ich einen klaren Kopf und sicherlich keinen Alkohol.

    Aber kann ich von meiner Frau erwarten, dass wir den Kontakt zu Ihrem Kreis beenden? (Dieser besteht seit über 30 Jahren)

    Ich finde das geht zu weit! Aaaber ich kann und habe Treffen abgesagt, wo ich wusste das gesoffen wird. (Schützenfest, Hochzeit, Junggesellenabschied etc..)

    Zu Veranstaltungen, auf denen der übermäßige Konsum im Vordergrund steht, bin ich nie mehr gegangen. Warum auch? Das ist nicht mehr meine Welt, da gehöre ich nicht hin, das hielte ich auch im Kopf nicht mehr aus. Das Gesprächsniveau sinkt proportional zum getrunkenen Alkohol bis es auf dem Nullpunkt angelangt ist. Für so was ist mir meine Zeit zu schade.

    Da dieses Problem irgendwie (fast) alle Aussteiger aus der Sucht betreffen kann, habe ich mir erlaubt, einen separaten thread zu eröffnen.

    Meine bislang bei mir bewährten Gegenmaßnahmen bei Saufdruck:

    1.)

    Erst mal inne halten. Evt. sind es ganz andere, profane Dinge wie Hunger oder Durst der Auslöser. Gegen Hunger hilft essen und gegen den Durst Mineralwasser, am besten mit viel Kohlensäure. Haut man sich davon einen 3/4 l zügig rein, ist zumindest das unmittelbare Verlangen nach Alk erst mal gebannt, da der Körper schon mal mit Flüssigem versorgt wurde.

    2.)

    Das sofortige Befassen mit Beschäftigungen, die einem Spaß machen.

    3.)

    Ggf. ein sofortiger Ortswechsel. Eine andere Umgebung setzt erst mal komplett neue Reize und lenkt den Fokus auf wichtigere Dinge als den Alkohol..

    4.)

    Kontaktaufnahme mit Vertrauenspersonen: Partner; Freund; Teilnehmer einer analogen SHG, das Schreiben hier im Forum.

    5.)

    Laufschuhe an und raus in die Natur, rennen, joggen, zügiges Gehen, aber nicht in Richtung der nächsten "Tränke". Alternativ aufs Fahrrad und anständig kurbeln, dass der Puls hoch geht und der Körper sich anstrengen muss. Das lenkt schnell ab.

    6.)

    Bei mir ganz nützlich, mich selbst innerlich zur Ordnung rufen, indem ich mir sage :"Halt! Stopp! Da stimmt was nicht, denn ich will saufen!"

    Gebe ich jetzt nach, fängt die ganze "Sch..." wieder von vorne an.

    7.)
    Wenn der Druck dann wieder weg ist und Körper und Geist wieder im Einklang stehen, mal innerlich beleuchten, was der Auslöser gewesen sein kann. Dafür kommen innere und äußere Reize und Faktoren in Betracht.

    a) Innere: Hat man sich in der letzten Zeit übernommen z.B. auf der Arbeit, in der Familie o.ä. und sucht die Psyche jetzt nach einem Ventil zur Druckregulierung? Dagegen helfen Auszeiten und sofern möglich, das Pensum reduzieren.

    b) Äußere: Die Umgebung und der Umgang sind zu nah am Alkohol dran und wirken optisch, geruchlich und ggf. verbal auf den Probanden ein.

    Leider neigen einige Menschen dazu, nach der einen Ursache zu fragen und zu forschen, die den Druck ausgelöst haben soll. Im Leben sind bei komplexen Prozessen und hierzu zählen die Vorgänge im Suchtgedächtnis, monokausale Ursachen eher selten anzutreffen. Zumeist liegt ein multikausales Geschehen mit mehreren verschiedenen Ursachen zugrunde, die in ihrer Vielschichtigkeit und Addition erst ein bestimmtes Ergebnis bewirkt haben.


    Suchtdruck dauerte bei mir nie stundenlang, sondern war meistens binnen einer Stunde verflogen.

    Nur beim allerersten Mal wurde ich einen ganzen Nachmittag lang gleich mehrfach gepiesackt. Das war bislang jedoch ein Einzelfall.

    Soweit ich informiert bin, wurde bislang fast jeder abstinente Alki irgendwann mal von Suchtdruck heimgesucht. Bei mir vornehmlich dann, wenn ich in Situationen komme, in denen ich früher getrunken habe. Aber auch das legte sich mit der Zeit. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es mich durchaus wieder mal treffen kann. Ich weiß, was dann zu tun ist (hoffentlich).

    Gruß