Beiträge von Carl Friedrich

    Hallo!

    Ich bin zufrieden und abstinent aber ich habe Angst vor einem Rückfall.

    Ersetze doch einfach das Wort Angst durch Respekt. Das klingt doch schon viel besser. Wer Angst hat, macht es sich unnötig schwer.

    Wer Respekt hat, handelt vorsichtig.

    Ich habe mir den Respekt vor der Krankheit bewahrt. Manche sagen auch Demut, das klingt mir jedoch zu unterwürfig.

    Manchmal bewirken Worte schon eine Menge für das eigene Selbstbewusstsein. So war es zumindest bei mir.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo!

    Mir hat es anfangs geholfen, mich selbst bei Trinkgedanken zur Ordnung zu rufen: "Halt! Stopp! Da stimmt was nicht. Das geht überhaupt nicht". Es ist mir häufig gelungen, das Gedankenkarussel durch diesen Ordnungsruf zu stoppen. Zugleich habe ich sofort begonnen, irgend etwas anderes zu machen, das mich ablenkte. Manchmal nutzt auch ein zusätzlicher Ortswechsel, der neue optische und somit andere gedankliche Reize setzt.

    Mittlerweile benötige ich diese Taktik nicht mehr. Es wird halt mit den Jahren immer besser und die nich nichtalkoholische Routine hat sich gründlich eingeschliffen.

    Probier einfach mal aus, was Dir hilft.

    Gruß

    Carl Friedrich

    ich möchte lesen, dass es sehr wohl beim ersten Anlauf möglich ist!!!

    Hallo!

    Ich bin so ein Beispiel. Es gibt hier im Forum mehrere User, die nie rückfällig geworden sind.

    Der Satz: Der Rückfall gehört zur Krankheit, ist daher nicht schlüssig. Er dient nur dazu, den nächsten Rückfall im Vorhinein schön zu reden, für sich selbst eine Ausrede zu haben und sich letztlich selbst etwas vorzumachen.

    Die ersten 4... 6 Wochen waren bei mir die schlimmsten, ich hangelte mich von Tag zu Tag. Fast anfallartig schossen mir die Gedanken durch den Kopf: „ jetzt was trinken, so schlimm ist das ja gar nicht, ich könne ja immer wieder aufhören“ .

    Deshalb wird gerne empfohlen, die ersten Monate die 1-Tages-Strategie anzuwenden. Morgens nach dem Wachwerden nimmt man sich vor: "Heute trinke ich nicht."

    So kommt dan Tag zu Tag und Woche zu Woche.

    dieser „Druck“ hält nicht lange an, nach ein paar Minuten und genügend Ablenkung, ist er wieder weg und ich war immer froh nicht nachgegeben zu haben.

    Ds kann ich genau so bestätigen. Ablenkung ist das A und O. Dazu: Viel Wasser trinken, am besten mit Kohlensäure, damit der Magen schon mal gut gefüllt ist. Auch mal schauen, ob evt. Hunger vorliegt. Ein hungriger Bauch kann Suchtverlangen auslösen.

    Und dann mit Dingen ablenken, die einem Freude bereiten. Was hast Du vor Deiner Saufzeit gemacht? Kannst Du da vielleicht anknüpfen?

    Ich bin anfangs viel aufs Rad gestiegen und habe kräftig gekurbelt, jedoch nicht in Richtung der nächsten Tränke.

    Der Suchtdruck hält nie stundenlang an, der verschwindet wieder. Und die Abstände werden immer größer.

    Mir schrieb der gute Dante anfangs mal: "Jede Triggerabwehr macht Dich für die Zukunft stärker." Genau so ist es.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo Helmut!

    Glückwunsch zu Deinem ersten Jahr in Freiheit.

    Ja, wir haben alle viele zu lange gebraucht, bis wir die nötige Einsicht hatten. Manchmal habe ich mir schon gedacht, warum bin ich nicht schon 10 Jahre früher ausgestiegen? Wahrscheinlich war ich einfach noch nicht so weit.

    Es freut mich, dass Dir die Langzeittherapie viel gebracht hat. Ich bin den Weg über eine ambulante Therapie + Forum + Fachliteratur gegangen. Bei mir hat es so geklappt. Ich bin jetzt bei knapp 7 Jahren.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo!

    Kurz und knapp: Suchtdruck ist das schier unwiderstehliche Verlangen nach Alkohol.

    Hat Dein Mann dieses Verlangen nicht, dann hat sein Verhalten wohl andere Ursachen.

    Er ist jetzt clean. Die Zeit, die früher fürs Saufen draufging, muss jetzt auf andere Weise sinnvoll genutzt werden z.B. durch Arbeit, Hobbies und sonstige Dinge, die dem Tag Struktur geben und ihn ausfüllen.

    Was hat ihm denn vor seiner Saufzeit Freude bereitet? Kann er dort vielleicht anknüpfen?

    Gruß

    Carl Friedrich

    Aber gut, am Dienstag sind es 5 Monate ohne Jim und Jonny und ich kann sagen es geht mir gut damit.

    Hallo!

    Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber das Gift noch nach den Vornamen derjeweiligen Flaschenetiketten zu nennen, wirkt auf mich arg bagatellisierend. Es klingt, als würdest Du über ehemalige Freunde reden. Der Alkohol war nie mein Freund. Deiner etwa?

    Ich spreche nur noch von Alkohol als solchem und unterscheide nicht zwischen Bier, Bierarten, Wein, Schnaps und was es noch so an Zeug gibt.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo!

    Das Träumen vom Alkoholkonsum gehört einfach dazu. Wir verarbeiten in unseren Träumen unser Leben und dazu gehört leider auch die Phase des exzessiven Saufens.

    Ich träume noch mehrfach im Jahr, nicht monatlich, vom Konsum. Mal stört er mich nach dem Erwachen, mal ist es mir wurscht. Mal trinke ich ihn mit Abneigung, mal mit scheinbarem Genuss.

    Ich mache mir darüber keine tiefer gehenden Gedanken mehr.

    Ich kann nur raten, die Sache tiefer zu hängen und in einem Traum bloß nicht einen unmittelbar bevorstehenden Rückfall zu sehen.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo Roselia!

    Glückwunsch zu Deinem ersten Jahr.

    ..ich zähle schon lange die Tage nicht mehr .. ist das der Punkt endlich frei zu sein?

    Grüße an Alle, dich sich noch an mich erinnern. ;)

    Die Freiheit beginnt m.E. in dem Augenblick, in dem Du den Alkohol nicht mehr brauchst, er Dir letztlich egal ist, er Deinen Tagesablauf nicht beeinflusst, Du emotionslos an ihm vorbei gehen kannst, Deine Augen beim Betreten eines Lokals nicht automatisch in Richtung Trinkenden wandern und Dich der Konsum von Alkohol durch andere nicht berührt.

    Bei mir hat es deutlich länger als 1 Jahr gedauert. Nach einem Jahr hatte ich ein gewisses Fundament gesetzt, auf das ich aufbauen konnte und immer noch kann.

    PS. Ich habe mich immer noch nicht geoutet.. Ich lebe nüchtern und bezeichne mich weiterhin nicht als Alkoholikerin. ;) Nur so kann ich mit meiner Sucht umgehen.

    Lebst Du immer noch nach dieser Vorgehensweise?


    Weiterhin alles Gute

    wünscht

    Carl Friedrich

    Hallo!

    Ich drücke mal die Daumen, dass der nächste Versuch, das dämliche Qualmen aufzugeben, von Erfolg gekrönt sein wird. Teste mal die 1-Tagesstrategie: "Heute rauche ich jedenfalls nicht." Kommt der Druck, beschäftige Dich mit anderen Dingen, die Dir Freude bereiten.

    Wenn ich mir Deine Schilderung mal langsam vor Augen führe und das Wort Zigarette durch Bier ersetze, sehe ich, wie schnell so ein Rückfall geschehen kann.

    Führerschein? Oh, ich würde in Bausch und Bogen durchfallen. Als unserer Nachwuchs den Führerschein machte, habe ich mir mal mehrere Theorieprüfungen angeschaut. Was wichtig war, konnte ich richtig beantworten. Fehler schlichen sich bei den minder bedeutsamen Fragen wie Parkabstand zum Andreaskreuz u.a. ein.

    Letztlich ist die theoretische Prüfung eine reine Fleißaufgabe, verbunden mit dem nötigen Quäntchen Glück, nicht zu viele "unsinnige" Fragen gestellt zu bekommen.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo!

    Gut gemacht.

    - Stationäre Therapie wurde angesprochen, da sehe ich mich aktuell aber nicht, ich denke ich würde es mit ambulanter Therapie schaffen, aber das wird die Zeit nun zeigen.

    Und genau darüber werden die Suchtberater mit Dir sprechen und dann ausloten, welche Form der Therapie für Dich die besten Möglichkeiten bietet.

    Bei meiner ambulanten Therapie war eine "Vorgruppe" vorgeschaltet. Einmal wöchentlich ging es zur Vorgruppe und 1x zum Therapeuten. Wer in dieser Aufwärmphase, die ca. 8 Wochen dauerte, mehr als 1x rückfällig wurde, war nicht für die anschließende ambulante Therapie geeignet.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Edit: Was ich noch fragen wollte; Alkohol will ich nie wieder konsumieren, bis auf das, was unvermeidbar ist. Brot, Säfte, sprich Lebensmittel die eben gären. Wie sieht es mit alkoholfreiem Bier aus? Kann man da, wenn man "stabil" trocken ist ab und an eines trinken, oder triggert dies das Gehirn zu sehr?

    Hallo!

    Gut, dass Du morgen zum Doc gehst.

    Von alkoholfreiem, zumeist alkoholarmen Bier, rate ich ab. Alles was aussieht, riecht und schmeckt wie Alkohol ist tabu, zumindest für mich.

    Mit so einer Plörre überbrückte ich früher meine alkoholfreien Wochen. Irgendwann kam dann der Gedanke auf, ich könne doch mal wieder ein richtiges und schmackhafteres Bier, nämlich das Original trinken. Bei einem ist es dann selbstverständlich nicht geblieben.

    Daher lasse ich die Finger davon.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Weiter so Alex.

    Mir hat am Anfang zur Unterstützung die 1-Tagesstrategie geholfen: Morgens nach dem Wachwerden habe ich mir fest vorgenommen: "Heute trinkst Du nicht." So kam Tag zu Tag, Woche zu Woche ... bis ich dieses Ritual nicht mehr benötigte.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo Stern!

    Vermehrte Zufuhr von Süßigkeiten ist bei vielen Neueinsteigern festzustellen. Sei ein wenig gnädig zu Dir selbst.

    Unsere Körper sind auf Zucker geeicht. Der viele Alkohol wurde früher letztlich in Zucker verstoffwechselt. Und genau an den haben wir den Körper gewöhnt.

    Das lässt mit der Zeit nach. Nur halt in der Weihnachts- und in der Urlaubszeit stopfe ich mehr davon rein.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Heute habe ich ein Foto gesucht. Dabei bin ich auf Bilder zu meinen schrecklichsten Zeiten gestoßen und hätte <X können. Mir ist damals gar nicht so bewusst gewesen, wie sehr man mir das Saufen ansieht. Ich hab mich gar nicht mal so hässlich gefühlt damals.

    Ja, da nützten die schicksten Klamotten und gemachten Haare gar nichts. Ich hatte einfach so eine richtig versoffene Fratze, anders kann ich das im Nachhinein betrachtet wirklich nicht bezeichnen. I

    Hallo Cadda,

    So ging es mir auch, als ich 2020 meinen neuen Perso abholte und ihn neben den alten von 2010 legte. 10 Jahre älter, aber deutlich frischer und lebendiger, na ja ein bischen Selbstlob musste jetzt einfach sein. ;)

    Ich habe den alten Perso zur persönlichen Abschreckung behalten, falls ich mal auf die Idee kommen sollte, das Saufen wieder zu beginnen.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Darf ich mal fragen warum es so oft heißt ein Glas Wasser mit Kohlensäure… geht es um das Glas Wasser oder ist die Kohlensäure irgendwie noch anderes effektiv?

    Ich emphehle bei Saufdruck erst mal viel Wasser mit Kohlensäure zu trinken. Die Kohlensäure füllt den Magen schneller und stärker aus, als stilles Wasser. Wenn der Magen erst mal voll ist, vergeht einem erst mal der Durst auf ein Bier. Wohl gemerkt, mit der Methode habe ich im ersten Jahr mehrfach und erfolgreich dem Saufdruck widerstanden.

    Aber hier geht es ums Qualmen, da lässt sich das sicherlich nicht 1:1 übertragen.

    Danke für Eure Beiträge.

    Bei mir war es sicherlich die Kombination.

    Emotional rein und aus einer Mixtur von Sachargumenten, beflügelt durch die Androhung der Familie (Therapie oder Trennung) = emotinaler Aspekt, wieder raus.

    Ich werde das demnächst mal bei den Neulingen versuchen, um weniger streng rüber zu kommen, ohne jedoch gleich in "Bauchpinselei" zu verfallen. :wink:

    Wäre das vernunftbegabte Tier "Mensch" dazu in der Lage Gefühl und reale Situationen unabhängig von einander zu betrachten, wäre diese Sucht mit Sicherheit kein so großes Problem.

    Und aus der Betrachtung der beiden Komplexe die vernunftsbezogene Lösung zu wählen, das wäre doch was. Ginge aber leider an der Natur vieler Menschen vorbei. Schade.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo!

    Gute Idee, einen thread zu dem Problem aufzumachen.

    Ich finde nur den gewählten Titel als zu kurz gesprungen, da er lediglich auf Zigaretten und nicht auf sonstige Tabakprodukte bezogen ist.

    Früher habe ich Zigaretten gequalmt und bin erst später auf Zigarillos umgestiegen.

    Wie ist mir der Ausszieg gelungen? Einfach so, ich hatte die Schnauze gestrichen voll von dem morgendlichen Husten, dem Gestank und der beginnenden Kurzatmigkeit. Es war vor rund 10 Jahren, die genaue Zahl weiß ich schon nicht mehr. Ich war an einem Sonntag nachmittag in einer Fußballkneipe und mir gingen nach dem ersten Spiel die Glimmstängel aus, da ich ursprünglich nur ein Spiel schauen wollte und mich dann entschloß, weiter zu bleiben.

    Ich dachte mir trotz locker 1 Promille in der Birne, versuche es doch einfach, mal ein Spiel lang nicht zu rauchen. Es ist mir gelungen, weil ich ja kurzfristig keinen Ersatz beschaffen konnte. Komischer weise hatte ich am nächsten Morgen gar keinen Schmacht auf den Zigarillo, den ich mir sonst wie selbstverständlich zum Kaffee nach dem Frühstück immer gegönnt hatte.

    Ich bin dabei geblieben, wobei ich genau einen kleinen Rückfall hatte, da in einem Humidor noch eine teure Zigarre lag. Im Früsommer nach dem Grillen habe ich die dann noch gequalmt, aber sie mundete mir nicht wie früher. Wahrscheinlich war ich zu dem Zeitpunkt schon entwöhnt.

    Die Aufgabe des Nikotins war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Mir ist es leicht gefallen und bewog mich leider zu dem Trugschluß, die Aufgabe der Sauferei werde mir eines Tages genau so leicht gelingen.

    Gruß

    Carl Friedrich