Beiträge von Carl Friedrich

    Malzbier, Flasche sieht aus wie Bierflasche, fühlt sich an wie Bierflasche, Bier im Namen drin...

    Testest du die Grenzen aus?

    Gute Frage.

    Mein Therapeut pflegte zu sagen: "Alles was aussieht wie Alkohol, riecht wie Alkohol und schmeckt wie Alkohol ist tabu." Daran halte ich mich seit Jahren.

    Ob Malzbier mich triggern kann, weiß ich nicht. Ich teste es bei mir nicht aus. Die Flaschen und passenden Gläser sind mir optisch zu nah am Original. Das heißt nicht, dass es für andere gefährlich oder ungefährlich ist. Wir sind schon alle sehr verschieden.

    Der Vergleich mit Apfelsaft hinkt m.E. doch sehr. Ich habe mich nicht mit Apfelsaft abgeschossen und er wird in anderen Gefäßen angeboten als z.B. Bier.

    Vielleicht lässt sich eine Parallele zu Balsamico und Essig ziehen. Beides konsumiere ich problemlos. Es darf nur nicht zu sehr nach Wein schmecken oder duften.

    Nur frisch Abstinenten, die noch wackelig und sich selbst überschätzend unterwegs sind, würde ich vom Malzbier grundsätzlich abraten. Wenn der Rat in den Wind geschlagen wird, dann ist es halt so.

    Sinn und Zweck einer SHG wie dieser ist es nun mal, auf möglicherweise riskantes Verhalten hinzuweisen. Leider reagieren so einige Neulinge hierauf schon pikiert.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Da gibt es zwei Möglichkeiten, Carl Friedrich: Entweder die Brille endlich mal wieder aufsetzen

    Hanseat : Bezüglich meiner Brille mach Dir mal keine Gedanken. Mein Durchblick reichte bislang aus, mich seit Jahren unfallfrei abstinent zu halten.

    sonst Strg-Taste gedrückt halten und mit dem Rausrad spielen. Mit Strg+0 geht's wieder zurück auf Normalgröße.

    Das liest sich doch gleich freundlicher und zielführender.

    Aber das ist jetzt nicht mehr nötig, da die Schriftgröße verbessert wurde.

    Hah ihr habts voll Recht, so hB ich das gar nicht betrachtet.... :/

    Wegen meiner anderen Krankheit spricht mich eh keiner auf Alkohol an, aber ich krieg halt deren Saufgeschichten mit, da geh ich halt weiterhin einfach weg.

    Ich weiß ja nicht, was Du beruflich machst und wie Deine Kollegen so sind. Bei mir auf der Arbeit schwätzt keiner vom Saufen. Warum auch? Könnte es nicht sein, dass diejenigen, die solche Geschichten erzählen, selbst ein gestörtes Verhältnis zur Droge haben?

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo!

    Träume vom Alkoholkonsum sind normal. Hatte ich auch schon mehrmals. In den Träumen wird unser leben verarbeitet und zu dem gehört auch die lange Phase des Saufens. Der Traum hat nichts zu bedeuten. Die Abstände der Träume werden immer größer. Wann ich das letzte Mal von Alk geträumt habe, weiß ich schon gar nicht mehr, so lange ist es her.

    Bleib bei der Suchtberatung am Ball. Sich professionelle Hilfe zumindest mal anzuhören, schadet niemand. Ist halt wie auch sonst mit der Abstinenz. Schritt für Schritt gehen. Und die ersten Schritte bist Du ja bereits hinter Dir.

    Was macht die Fachliteratur? Schon was beschafft?

    Gruß

    Carl Friedrich

    Also bei Dir das große Orchester, bei mir war es das kleine (ambulante Therapie), zuzüglich dieses Forum und Fachliteratur.

    Eine analoge SHG habe ich auch mal für ca. 16 Monate nach meiner Therapie besucht, aber das war nichts für mich.

    Am Ende meiner ambulanten Therapie gab man mir den Rat mit auf den Weg: "Den ersten Schritt in Richtung Rückfall macht man, wenn man sich nicht mehr regelmäßig mit der Krankheit befasst."

    Wie das Befassen aussieht, ist jedem selbst überlassen. Dazu genügt mir dieses Forum hier voll und ganz.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo Christian!

    Ich lebe seit dem dem 01.05.2015 unfallfrei abstinent.

    Du weist durchaus Parallelen zu mir auf.

    Job, Familie und Führerschein waren die ganze Zeit vorhanden. Saufpausen waren zur Selbsttäuschung möglich. Nur ganz am Ende, im April 2015 konnte ich nicht mehr ohne. Da wurde mir der eigene Suff peinlich.

    Die Qualmerei konnte ich ebenfalls schon mehrere Jahre vorher von jetzt auf gleich aufgeben. Da redete ich mir noch ein, irgendwann höre ich genau so leicht das Saufen auf. Ganz so einfach war es dann nicht, es bedurfte schon eines gewissen Drucks durch die Familie. Es ist halt oft so, dass der Anstoß, endlich was zu tun, von außen gesetzt wird, z.B. durch Familie, Arbeitgeber, Führerscheinstelle...

    Nur muss dann im Kopf ein Prozeß einsetzen. Man muss für sich und nicht nur zum Gefallen Dritter aus der Sucht aussteigen. Das ist dann noch schwer genug.

    Darf ich fragen, ob Du eine Therapie gemacht hast?

    Gruß

    Carl Friedrich

    ich habe bei der Arbeit nicht erzählt, dass ich Alkoholiker bin. Und das habe ich auch nicht vor.

    Nicht, weil es mir peinlich ist, sondern weil die das mal gar nix angeht.

    Bei der Arbeit gibt es keinen Alkohol und die Freizeit verbringen wir nicht zusammen.

    Alkohol wird bei der Arbeit nicht thematisiert, warum sollte ich da sagen: Ach, was ich noch sagen wollte….

    Exakt meine Einstellung. Wer dagegen auf der Arbeit als Trinker aufgefallen ist, für den wäre womöglich eine andere Vorgehensweise ratsam.

    Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Forianer es für nötig halten, möglichst vielen Fragenden die eigene Krankengeschichte unter die Nase zu reiben. Ich möchte mit so was im Alltag z.B. auf der Arbeit auch nicht konfrontiert werden. Das möchte ich von Kollegen gar nicht hören. Die sollen ihren Job vernünftig machen und gut ist. Gerade auf der Arbeit kann einem eine zu offensive Vorgehensweise schnell auf die Füße fallen.

    Wohl gemerkt, es muss ein jeder seinen eigenen Weg finden. Und wem die totale Offensive dem nützt und ihn clean hält, dann macht er für sich alles richtig. Nur sollte man nicht so vermessen sein, den eigenen Stil zum alleinigen Maßstab, insbesondere für Einsteiger, erheben zu wollen.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo Dieter!

    Wenn Dich Dein Weg stabil clean hält, dann machst Du für Dich alles richtig. Glückwunsch.

    Mein Weg sieht etwas anders aus :wink:

    Stolz auf eine Krankheit kommt bei mir nicht auf. Wer ist schon gerne krank? Ich lege Deine Nachricht mal dahingehend aus, dass Du stolz bist, Dich dem Griff der Flasche entzogen zu haben. Darauf kannst Du in der Tat stolz sein, da viele es halt nicht schaffen, aus welchen Gründen auch immer.

    Ich leide nicht an Minderwertigkeitskomplexen, weil ich gesund lebe. Im Gegenteil. Ich stehe zu diesem gesunden Leben, in dem Alkohol und sonstige Drogen nichts verloren haben. Das hat nichts mit Rumeiern, Hadern, Hampeln und was weiß ich noch zu tun. Ich bin mit mir absolut im Reinen, ohne gleich jede neue Bekanntschaft in Kenntnis zu setzen. Vor diesem Hintergrund befürchte ich bei mir keinen Rückfall, ausschließen kann ich ihn schon allein aus Gründen des Respekts vor der Krankheit nicht.

    Wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe: Es gibt viele Wege in den Suff hinein, aber auch mehrere Wege wieder hinaus. Ich habe meinen gefunden, der sich von Deinem etwas unterscheidet, jedoch im Kernpunkt identisch zu sein scheint, nämlich das erste Glas stehen zu lassen.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo!

    Oder willst Du einfach nicht, weil Du dich schämst? Die Scham ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt beim Ausstieg aus der Sucht.

    Ich kann nur raten, Kontakt zu Suchtberatung aufzunehmen. Bitte doch einfach um einen anderen Therapeuten, da Du mit besagten Herrn nicht klar kommst.

    So weit ich mich erinnere, haben Sunshine und Hartmut es ohne Therapie geschafft.

    Gruß

    C. Friedrich

    Das Thema Therapie beschäftigt mich noch sehr. Hierzu schreibe ich evtl. später oder morgen. Irgendwie habe ich Angst davor.

    Hallo!

    Angst war mir nicht, nur etwas mulmig. Ich habe mir vor dem ersten Gruppentreffen nur gedacht: "So tief bist Du gesunken, dass Du hier hin musst."
    Aber den meisten anderen Deiner Mitstreiter geht es ganz genau so. Anfangs finden es alle nicht sonderlich prickelnd. Sie haben alle dasselbe Problem. Mit der Zeit hat man schon Leute kennen gelernt und kann sich schon vor Beginn der jeweiligen Einheit oder in Pausen unterhalten.

    Die innere Chemie der Gruppe hängt halt wesentlich von den einzelnen Charakteren ab, die sehr unterschiedlich sein können.

    Man kann es sicherlich auch ohne schaffen, dafür gibt es hier im Forum Beispiele. Letztlich hat mir persönlich die ambulante Therapie etwas gebracht, was ich mitnehmen konnte, sei es die Sichtweise der Therapeuten oder der für mich wichtige Kontakt zu Rückfälligen, die mir sehr plausibel machten, wie schnell sie wieder bei alten Schlagzahlen und noch darüber gelandet waren. Zu der Zeit konnte ich den noch klammheimlich vorhandenen Gedanken verbannen, irgendwann nach 1-2 Jahren bravem Verhalten wieder wie ein Normaler mal was trinken zu können.

    Nimm Deinen Mut zusammen und kontaktiere die Suchtberatung . Klammheimliches Hinausstehlen aus der Sucht ist schwer.

    Gruß

    C. Friedrich

    Was meine Pläne sind? Eine Therapie möchte ich erst beginnen, wenn ich "stabil" nüchtern bin. Oder wie seht ihr das? Ich bin selbst Wissenschaftler und habe bisher Probleme immer so gelöst, dass ich mich bis ins letzte Detail darüber informiert und belesen habe. Eine Lösung kam dann automatisch.

    Ich halte mit meinem Beruf begründet noch etwas hinterm Berg.

    Hallo und willkommen!

    Dein Nickname dürfte schon ein gewisser Hinweis sein.

    Du hast schon mal einen guten Start hingelegt. Aber warum willst Du noch weiter warten? Ich rate Dir, mal Kontakt mit der Suchtberatung aufzunehmen. Ganz unverbindlich.

    Ich bin seit mehr als 6 Jahren clean und habe eine ambulante Therapie durchlaufen. Bevor ich in diese hineinkam, musste ich mich erst mal ein paar Wochen in der Vorgruppe bewähren, um zu schauen, ob ich stationär oder besser ambulant betreut werde. Wer schon in der Vorgruppe Rückfälle produzierte, für den war die stationäre Therapie angesagt.

    Parallel dazu habe ich hier im Forum sehr viele wertvolle Tipps erhalten. Ferner habe ich in der Anfangszeit so einiges an Fachliteratur aus Patienten- und Therapeutensicht gelesen. Sehr empfehlenswert für den Einsteiger sind m.E. ALK von Borowiak und LIEBER SCHLAUS ALS BLAU von Lindenmeyer.

    Falls Du sonst Fragen hast, nur los.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo und willkommen!

    Glückwunsch zu den 13 Monaten.

    Trotzdem gibt es immer wieder Tage wo es nicht so einfach ist stark zu bleiben.

    Das ist in der Anfangszeit ganz normal, dass es immer wieder zu kritischen Momenten kommt. Du hast aber schon über ein Jahr herum, sämtliche Herausforderungen im Jahresverlauf bestanden. Da hast Du sicherlich einiges gelernt, worauf Du Dich jetzt stützen kannst.

    Je länger Du am Ball der Abstinenz bleibst, desto leichter fällt sie Dir, so war es zumindest bei mir. Zwar wird Dich das Suchtgedächtnis sicherlich noch ein paar Male zwicken, aber grundsätzlich weist Du schon, was zu tun ist.

    Ich habe mehrfach mit Rückfälligen zu tun gehabt. Hauptgrund für deren Rückfalle war, dass sie nicht vorbehaltlos zu ihrer Abstinenz standen und statt dessen im Hirn sorgfältig den Gedanke konservierten, irgendwann könne man doch noch mal wie ein "Normaler" was trinken.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo!

    Nicht, dass Du dich über- und den Gutachter womöglich unterschätzst. Vielleicht liege ich auch daneben, da ich Dich nicht persönlich kenne und hier im Forum die soziale Interaktion nun mal nicht gegeben ist. Ist nur so ein Gefühl aufgrund deines aus meiner Sicht "etwas zu selbstsicheren" Stils.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Wie Du merkst läuft alles darauf hinaus glaubwürdig zu sein bzw. das Problem verstanden zu haben.

    Das ist die elementare Grundvoraussetzung. Hinzu tritt, dem Gutachter zu zeigen, dass eine wesentliche Veränderung im Leben und Verhalten stattgefunden hat. Da dürfte es ein Rückfalltäter etwas schwerer haben.

    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit will der GA zumindest hören, dass man sich damit beschäftigt.

    Wenn man sich damit beschäftigt ist das auch gar nicht schwer. Klingt nur sehr verwirrend

    Nicht, dass der Gutachter vor lauter Rechnerei noch auf die Idee kommt, Du willst Dich demnächst an den Grenzwert herantrinken. Das wäre fatal. Ich würde an Deiner Stelle nur dann eine Vorstellung in Alk-Mathe geben, wenn Du konkret darum gebeten wirst.

    Wann steht die MPU denn an?

    Gruß

    Carl Friedrich

    Hallo!

    Meinst Du wirklich, dass der Gutachter eure Rechenkünste überprüfen möchte?

    Gilt sein Augenmerk nicht eher der dokumentierten Einstellung zum Trinken und dem eigenen Alkoholproblem?

    Möchte er nicht eine Änderung in eurem Verhältnis zum Alkohol sehen, dass zudem durch Urintests und weitere Maßnahmen wie eine Therapie und ggf. Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe untermauert wird?

    Gruß

    Carl Friedrich

    Wie mit Rückfälligen umgegangen wird, weiß ich noch nicht, das muß ich dann mal beobachten, noch habe ich ja keinen Rückfall mitbekommen. Mich beschleicht in einem Fall aber schon eine traurige Befürchtung ...

    Ich bin seit 2015 hier dabei und mehrere Rückfälle (nicht bei mir selbst) beobachten können. Hier wurde niemand verdammt, niedergemacht oder verbal auf ihn eingeprügelt.

    Wichtig ist es, zunächst den Rückfall zu stoppen und dann die Gründe für ihn zu klären. Die können vielschichtig sein. Etwas klarer werden die Worte, wenn der Rückfällige versucht, seine Situation zu beschwichtigen und zu bagatellisieren: Nervig ist die dämliche Ausrede, ein Rückfall gehöre halt irgendwie automatisch zur Krankheit dazu. Dem ist nicht so, auch wenn es viele erwischt. Die besagte Ausrede dient gerne dazu, gleich den nächsten Rückfall vorweg anzukündigen.

    Als gemeinsames und verbindendes Element konnte ich bislang bei Rückfälligen beobachten, dass viele von ihnen nicht rückhaltlos hinter ihrer Entscheidung zur Abstinenz standen, sondern sich geheim vorbehielten, irgendwann doch wieder moderat trinken zu können. So lange die Einsicht nicht vorhanden ist, dass Sucht eine Einbahnstraße ist, auf der es kein zurück in ein früheres Stadium gibt, wird es schwer mit der Abstinenz. Durch diesen dämlichen Gedanken wird das blendend funktionierende Suchtgedächnts dauerhaft am Köcheln gehalten und es erreicht bei sich bietender Gelegenheit schnell wieder volle Betriebstemperatur.

    Was ich hier im Forum beobachten konnte, ist die Scham von Rückfälligen. Sie melden sich zum Teil nicht zeitnah, sondern tauchen erst mal eine ganze Weile ab, wurschteln so vor sich hin und melden sich dann mit erheblicher Verzögerung. Einige sind auch ganz abgetaucht, ob wegen eines Rückfalls oder aus sonstigen Gründen, das weiß ich nicht, habe aber so eine komische Vermutung.

    Zum Thema Angehörige: In deren threads tummele ich mich nicht. Ich habe keine Beziehung zu ihnen. Ich funke auf anderen Frequenzen als sie. Daher lasse ich es gleich sein, es sei denn sie schreiben mal im Teil der Ex-Trinker. Aber auch da halte ich mich weitgehend zurück. Es scheint mir rein subjektiv so zu sein, dass hier schreibende Angehörige "verletzt" auftreten und Streicheleinheiten sowie ein Pflaster für ihre geschundene Psyche suchen. Und genau damit kann und werde ich nicht dienen können.

    Gruß

    Carl Friedrich

    Ich auch! Es muss auch die Bespiele geben, die Mut machen an die Liebe zu glauben.

    Hallo Lea. Du kommst aus der anderen Ecke. Mal Dir die Zukunft nicht zu früh zu rosig aus. Dein Partner ist im Zugzwang, er muss liefern. Das nennt sich Bringschuld. Dabei kannst Du ihn unterstützen, aber sei bloß konsequent und dulde kein Rumeiern und dämliche Ausreden, die in Wirklichkeit von der Lösung seines Problems ablenken sollen.

    Meine Familie hat mich unterstützt, jedoch auch klare Bedingungen aufgestellt. Bei uns hat es funktioniert, bei anderen nicht.

    Gruß

    Carl Friedrich