Und doch gibt es noch irgendwo einen Winkel in meinem Gehirn, der über das kontrollierte Trinken nachdenkt. Obwohl ich weiß, daß das eine verdammte Illusion ist, nicht mehr -- der Zug ist schon vor vielen, vielen Jahren abgefahren. Wie kommt das?
Hallo!
Den Gedanken hatte ich in der ersten Zeit auch. Es dauert halt 'ne ganze Weile bis das Suchtgedächtnis überschrieben ist. Mir haben die Ausführungen von Rückfälligen in meiner ambulanten Therapie geholfen, wie schnell sie wieder bei alten Schlagzahlen und noch darüber angelangt waren. Deren Ausführungen harmonierten halten mit der Suchtfibel und anderen Werken der Literatur zu unserer Krankheit.
Setz dich wegen des Gedankens nicht unter Druck. Mach dir nur immer wieder klar, dass es für uns kein Kontrolliertes Trinken geben kann, weil wir nicht kontrollieren können (Kontrollverlust als Indikator für unsere Krankheit).
Irgendwann verflüchtigt sich der Gedanke hoffentlich.
Erwarte nach etwas mehr als 2 Monaten nicht, dass Du schon so weit bist wie andere nach ein paar Jahren. Du hast Jahre gebraucht, um dich in den Schlamassel zu saufen, da brauchst Du auch schon ein Weilchen, um dich wieder frei zu schwimmen.
Ganz allgemein lässt sich festhalten, dass nach ca. 1 Jahr eine gewisse Grundfestigkeit eingetreten ist. Von da an geht vieles leichter, weil es sich entsprechend eingeschliffen hat.
Aber so weit solltest Du auch noch nicht schauen. Mach jetzt erst mal die 3 Monate voll, dann den nächsten Monat usw.
Die nächste Herausforderung steht ja schon vor der Tür: Die Weihnachtszeit.
Gruß
Carl Friedrich