Beiträge von Carl Friedrich

    Hallo!

    Danke der Nachfrage.

    Angesichts der momentanen Lage in D hoffe ich mal, dass mein Kontakt zum besagten Virus, wenn er denn kommt, nicht so heftig ausfällt.

    Ansonsten haben wir uns gut vorbereitet. Können zur Not 2 Wochen Quarantäne ohne weitere Einkäufe klar kommen.

    Ich habe mir abgewöhnt, irgend etwas zu planen. Zur Zeit wird ausschließlich auf Sicht gefahren.

    Ich befürchte jedoch, dass uns alle dieser verdammte Virus noch einige Monate fest im Griff haben wird.

    Zum Glück saufe ich nicht mehr, sonst hätte ich bestimmt etlichen Stoff gebunkert und jeden Tag einen prima Vorwand, mich zu betrinken und sei es nur, um mich scheinbar innerlich zu desinfizieren.

    Ich wünsche alles Lesern, gesund und gut über die nächsten Hürden zu kommen.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Carmen!

    Streich das Wort Schuld einstweilen. Niemand ist schuld daran, dass sie/er eine Krankheit hat. Wir tragen aber für sie die Verantwortung. Und der kommen wir nach, indem wir was gegen sie tun.

    Im Vergleich zu Krebs, Aids u.a. haben wir eine vergleichsweise gut zu behandelnde Krankheit. Wir müssen uns nicht durch Bestrahlungen und Chemo quälen. Wir werden auch sonst nicht mit der chemischen Keule traktiert. Wir müssen einzig und allein etwas unterlassen, nämlich Alkohol zu konsumieren. Das ist in der Tat schon schwer genug, aber durchaus zu schaffen.

    Die Krankheit zu akzeptieren, das dauerte bei mir bestimmt mehrere Monate, wenn nicht gar mehr als 1 Jahr. Und wer hat schon gerne eine Krankheit und dann noch eine, die bei vielen als asozial gilt. Vielleicht hilft es dir, die Krankheit zunächst zu respektieren, bis zur Akzeptanz ist es ein längerer Weg, der vor allem Zeit braucht, viel Zeit.

    Ich habe mir in den ersten Jahren gesagt: "Andere mögen zwar mit Alkohol umgehen können, ich kann es nicht. Aber dafür kann ich andere Dinge, die sie nicht beherrschen."

    Vielleicht kannst Du ja damit was anfangen.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Der einzig wahre Weg ist der, der mich in eine zufriedene Abstinenz führt.

    Ein Alt-Kanzler hat mal zutreffend darauf hingewiesen, entscheident sei, was hinten raus kommt. Wenn da zufriedene Abstienz steht, ist alles richtig gemacht worden.

    Die Wege, die wir nehmen sind schon mal unterschiedlich, wichtig ist, das Ziel zu erreichen. Den Königsweg dahin, den gibt es m.E. nicht.

    Es ist wie mit der Aufgabe von Hamburg nach München zu kommen. ich kann fliegen, den Zug nehmen, über unterschiedliche Straßen auch den PKW, das Fahrrad nehmen oder einfach zu Fuß laufen. Sogar per Schiff käme ich dort hin. :grinning_squinting_face:

    Das Beachten der Grundbausteine ist sicherlich eine hervorragende Richtschnur. Ich habe sie zwar nicht alle, jedoch überwiegend befolgt. Jedoch nicht, weil sie hier wie eine Art Verfassung abgelegt sind, sondern weil ich sie nach gründlicher Prüfung mittels Therapie, Literaturstudium und Forum für mich als richtig und gut erkannt habe. Dennoch gehe ich persönlich in 2 Punkten nicht mit den Grundbausteinen überein, habe es noch nie und werde es wahrscheinlich auch nie tun. :wink:

    Gruß
    Carl Friedrich


    Wenn 2 Alkoholiker genau den selben Weg der Nüchternheit gehen wird einer von denen mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder rückfällig.

    Hallo!

    Manche benötigen halt einen oder mehrere Rückfälle, bis sie es doch schaffen.

    Nicht jeder Rückfällige säuft sich zu Tode, sondern benötigt halt einen oder mehrere Anläufe.

    ich vergleiche es mal mit Sporttrainern, es gibt "Schleifer" un d es gibt "Flüsterer", die die Spieler pädagogisch geschickt zur Leitungssteigerung bringen.

    So ist es auch bei uns Alkis. Der Flüsterer wäre ein schlechter Trainer für mich, für Hartmut und noch einige andere. ich benötigte eine härtere Ansprache, damit was bei mir ankommt. Aber so war ich schon als Schüler. Die knallharten Lehrer waren meine besten. Die "weicheren" Vertreter hatte ich nicht immer für voll genommen. Ist halt so. Kann halt nicht aus meiner Haut raus.

    Es gibt verschiedene Lern- und Trainingsmethoden. Wenn nachher das Ergebnis stimmt, ist doch alles in Butter.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Hartmut!

    Ich fand an anderer Stelle von dir den herrlichen Satz:

    „Wahre Worte sind nicht immer schön. Schöne Worte sind nicht immer wahr“

    Ich habe mir erlaubt, diesen in meinen eigenen Sprachgebrauch zu überführen.

    Dankend
    grüßt
    Carl Friedrich


    trocken werden geht nur ganz ohne Alkohol. Und damit ist der Weg für alle gleich!

    -Verzicht auf Alkohol-

    Das ist für sich genommen, absolut richtig.

    Die Schwierigkeit besteht halt darin, den Neueinsteiger auf diesen Kurs zu bringen. Und da ist ein jeder nun mal verschieden. Die Holzhammermethode funktioniert bei einigen Herrschaften, andere wollen sanft und behutsam angestoßen und gelenkt werden, weil sie nur so ans Ziel kommen können. :wink:

    Gruß
    Carl Friedrich


    Nur leider kann das bei einigen Neuen gar nicht richtig wirken, da sie sich schon längst wieder in ihr Schneckenhaus zurückgezogen haben, durch den manchmal verständnislos wirkenden Ton.

    Nicht desto trotz würde ich mir wünschen, dass so mancher Neuer sich hier nicht so schnell abschrecken lässt.

    Ich glaube nicht, dass es allein der Ton ist, der abschreckt. Hinzu tritt das Bezahlmodell, mit dem das Forum seit mehr als 1 Jahr gefahren wird. Entweder der Neuling blecht nach kurzer Zeit oder er wird abgeschaltet.

    Gruß
    Carl Friedrich, für den als Altfall noch eine Sonderregelung gilt, der jedoch doch auch schon mal ausgesteuert wurde.

    Aber ob ich das neun Jahre so machen kann?
    Ich sollte in kleineren Schritten denken. Bis 2024 bleibt das aktuelle Stellwerk noch am Netz. Nach der Schließung sind es dann noch vier Jahre bis zur Rente.

    Hallo!

    Die kleinen Schritte sind es, die uns weiter bringen. Wir gehen kontinuierlich und beständig auf dem Pfad der Abstinenz und so machen wir es auch im Job. Schritt für Schritt.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Seit dem bin ich frei. Nun seit fast 2,5 Jahren und ich hätte damals niemals gedacht, dass ich es nicht mehr als Verzicht, sondern als Gewinn sehen würde, keinen Alkohol mehr zu trinken. Hätte ich gewusst, dass sich meine Gefühle da mit der Zeit dahingehend verändern, hätte ich vermutlich früher meinen Entschluss in die Tat umzusetzen.


    Hallo Cadda!

    Ja, das habe ich auch mehrmals gedacht, warum bist Du nicht schon viel früher ausgestiegen, sagen wir mal so 10 Jahre. Antwort: ich war einfach noch nicht so weit. Es klingt zwar abgedroschen: "Alles hat seine Zeit, alles braucht seine Zeit." Auf mich trifft der Spruch jedenfalls zu.

    Gruß
    Carl Friedrich


    mittlerweile zur Rente rückwärts zählend & sich dabei albern vorkommend, weil es ja immerhin noch fast neun Jahre sind.

    Hallo Dante!

    Rein verstandesmäßig stimmt es. Andererseits sind es die Emotionen, die sich melden. Insbesondere dann, wenn langjährige Kollegen sich in den Ruhestand verabschieden. :wink:

    Also alles normal. Meine Restlaufzeit ist ähnlich lange.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Wie kann sich Suchtdruck denn noch äußern? Vielleicht ist die Frage blöd. Aber wie gesagt dachte ich immer, wenn jemand von Suchtdruck spricht, sind diese oben beschriebenen Gedanken gemeint.

    Hallo!

    Ich habe dann Suchtdruck, wenn ich das Verlangen spüre, Alkohol trinken zu wollen. Der bloße Gedanke an Alkohol reicht zumindest bei mir noch nicht aus. Jedoch kann sich aus dem Gedanken der entsprechende Wunsch durchaus noch entwickeln. Auf der Hut bin ich, wenn mir mein inneres Ich vorgaukeln möchte, wie schön doch jetzt 1-2 "Weißbierchen" (Achtung Verniedlichung) wären. Spätestens dann steuere ich aktiv dagegen.

    Gruß
    Carl Friedrich

    die Kicks die ich empfinde, sind mit Drucksituationen nicht vergleichbar.

    Die „Kicks“ wie ich sie nenne, lassen mich immer mal wieder nur die netten Dinge
    des Alkoholmissbrauchs spüren. Dazu zählen vorgegaukelte Entspannung,
    Unzählige falsche I Punkte (Steigerung) nach schönen Erlebnissen.
    Falsche Steigerung der Konzentration bei schwierigen Unternehmungen / Arbeiten.
    Alles das und noch weitere Kick-Punkte sind aber nur der verzehrte Blick eines Alkoholikers.

    Hallo Nobby!

    Danke für die Klarstellung. Diese "Kicks" sind auch mir wohl bekannt. Ich stufe sie als unterschwellige Grüße des Suchtgedächtnisses ein, dass tief in mir drin schlummert, jedoch immer wieder mal zeigt, dass es noch lebt.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hi!

    Ja, Du warst lange weg, zumindest hier im offenen Teil. Lass dich ruhig mal öfter blicken.

    Mit zunehmender Abstienenz entwickeln sich Automatismen. Ich renne nicht mehr in die Fußballkneipe, halte mich von reinen Saufveranstaltungen fern und habe meinen Fokus ganz auf ein alkoholfreies Leben gelenkt.

    Und mir fehlt nichts, im Gegenteil ich habe etwas zurückgewonnen, was ich über viele Jahre verloren hatte: Lebensqualität.

    Nein, das Leben habe ich gewiss nicht vergessen. Nur verkehre ich heute ausschließlich mit Leuten, die kein Alkoholproblem haben und nur moderat mal was trinken, was mich nicht triggert.

    Dennoch halte ich es für richtig, sich in den ersten Monaten der beabsichtigten Abstinenz mal deutlich zurückzunehmen, was den Umgang mit trinkenden Leuten betrifft.

    Und die Zeit, die man früher mit Saufen verbracht hat, kann man durch Wieder- oder Entdeckung von Hobbies prima ausfüllen. Und dadurch knüpft man womöglich neue Kontakte.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Fortsetzung:

    An anderer Stelle schrieb ich bei Waschbär/Nobby: Jetzt bin ich schon über ein Jahr "druckfrei". Das darf gerne so bleiben :grinning_squinting_face:

    An Alkohol habe ich zwischenzeitlich schon ab-und an gedacht, jedoch das schier unwiderstehliche Verlangen, ihn trinken zu wollen/müssen, nicht mehr verspürt.

    Ich bin jedoch auf der Hut.

    Ansonsten geht es mir gut.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Nobby,

    der Weg der Risikominimierung ist auch der meine, auch wenn ich mir heute schon mehr herausnehme als in der Anfangszeit.

    Zu einem Ausstand eines Kollegen gehe ich immer. Allerdings wird in meinem Kollegenkreis bei solchen Ereignissen allenfalls moderat was getrunken. Das stört und triggert mich nicht.

    Den Kegelabend hätte ich auch sausen lassen. Einerseits kann ich mit Kegeln nichts abfangen, zum anderen dürfte dort wesentlich mehr gebechert werden. Auf die Kombination kann ich gut verzichten, sie tue ich mir nicht an.

    Einschränkungen kenne ich auch. Z.B. im Urlaub mal abends in einer Bar an die Theke setzen und den Tag ausklingen lassen. Dort mit nem Wasser hocken, ist schon komisch, daher habe ich das bislang nur selten gemacht. Ich habe dort nicht das Verlangen nach dem Stoff verspürt, aber zu oft an ihn gedacht.

    Dass Du immer noch regelmäßig Drucksituationen verspürst, überrascht mich. Ich bin schon über 1 Jahr völlig druckfrei, weiß aber dass er jederzeit wieder aufkreuzen kann.

    Alles Gute wünscht
    Carl Friedrich