Hallo Carmen!
In den ersten Monaten grüßte mich mein Suchtgedächtnis regelmäßig mit irgendwelchen Versuchen, mich wieder an die Flasche zu bringen. Mal charmant und einschmeichelnd, wie nett doch 1-2 Weißbiere wäre, mal rabiat und brutal, ähnlich wie bei deinen Schilderungen. Die brachiale Methode war und ist für mich viel gefährlicher.
Der charmanten Methode habe ich innerlich erwidert: "Ach Du schon wieder, lebst Du auch noch? Du hast keine Chance bei mir." Das wirkte rasc h und zeitnah.
Die Abstände, in denen sich das Suchtgedächtnis meldet, werden immer größer. Später liegen Wochen und Momnate dazwischen. Meinen letzten heftigen Suchtdruck hatte ich vor 1 1/2 Jahren in der Adventszeit.
Bleib am Ball, Du bist in der Lage, dem Druck zu trotzen.
Der gute Dante schrieb mir bei meinem ersten richtig heftigen Anfall nach ca. 3 Monaten Abstinenz (sinngemäß): "Jede Trigger-Abwehr macht dich für die Zukunft stärker." Ja, das stimmt. Du merkst, der Druck dauert nicht ewig und ist letztlich auszuhalten. Wenn er erst mal abgeklungen ist, fühlte ich mich gleich, als hätte ich ein wichtiges Match gewonnen. Das waren dann Glücksormone pur und unverfälscht, nicht durch eine bio-chemische Substanz bewirkt.
Weiter so.
Gruß
Carl Friedrich