Und wenn ich unsicher bin, irgendwo hinzugehen, bleibe ich lieber mit meinem Allerwertesten zu Hause oder mache etwas anderes.
Dem stimme ich voll und ganz zu. Risikominimierung nennt sich das.
Es gibt selbst heute noch Veranstaltungen, denen ich nach über 10 Jahren bewusst fern bleibe z.B. unserer letzten Weihnachtsfeier in einem Brauhaus oder einer Silvesterparty in einem bekannten Gastro-Betrieb.
Und wenn die Frage aufkommt, warum ich nicht mehr trinke, genügen vier Worte: Ich bin trockener Alkoholiker.
Ich bin schon ewig nicht mehr gefragt worden und wenn, dann gibt's meine Standartantwort: "Ich trinke keinen Alkohol, weil er mir nicht bekommt." Welchen Reim sich der Fragende darauf macht, ist mir wurscht. Weitere Nachfragen hat es bislang keine gegeben, aber wenn, dann bin ich schlagfertig genug, darauf adäquat zu regieren, ohne gleich mit der Tür ins Haus zu fallen.
Und nur weil sich hier Einzelne dagegen aussprechen und es nicht tun, lieber umschreiben, herumdrucksen und in Erklärungsnot geraten wollen, sollen sie das tun. Aber das bedeutet nicht, dass sie die Mehrheit sind.
Ich bin noch nie in Not geraten. Allerdings bin ich nicht der Typ Mensch, der sich zu intimen Dingen ausfragen lässt. Andere hier im Forum dürfen es gerne als "Herumeiern" bezeichnen, nur teile ich diese Einschätzung nicht. Für mich ist es mein Weg. Mit diesem Kurs bin ich bislang gut gefahren und sehe keinerlei Veranlassung, ihn zu ändern.
Rückhaltlos offen bin ich mir selbst und ausschließlich Personen gegenüber, die es etwas angeht. Das sind nicht allzu viele.
Und was heißt schon "Mehrheit"? Die Mehrheit wovon? Von allen Alkoholikern (zu denen ich selbstverständlich gehöre) im Forum, in Deutschland, der ganzen Welt? Wer hat denn die Mehrheit durchgezählt und festgestellt, natürlich gestützt auf valides Zahlen- und Datenmaterial?
Letzteres nur am Rande, für mich gibt es keinen Kurs, der für gleichermaßen gut und gangbar ist. Entscheident ist wie immer das jeweilige Ergebnis und das lautet stabile, im besten Falle zufriedene Abstinenz. Und letzteres nehme ich für mich in Anspruch.
Der ist doch noch so was von unsicher in solchen "nassen Bereichen" und ist wahrscheinlich froh ungeschoren da raus zu kommen.
An Ereignissen, bei denen der heftige Konsum von Alk im Vordergrund steht, nehme ich nicht teil. warum auch? Dem Neuling rate ich ab, weil die Gefahr des plötzlichen Rückfalls zu groß ist. Ich gehe dort nicht mehr hin, weil mir die gesamte Atmosphäre auf den Geist geht und nicht, weil ich mich als gefährdet sehe.
Wenn mir das Drumherum einer Veranstaltung nicht gefällt, bleibe ich gerne fern und vermisse nichts. Im Gegenteil, ich bin ein freier Mensch und frei in meinen Entscheidungen. Ich weiß, was gut für mich ist und was nicht. Das musste sich bei mir aber auch erst mit der Zeit entwickeln und kam nicht von jetzt auf gleich. In den ersten Jahren rate ich zur o.a. Risikominimierung.