Beiträge von Cadda

    Hallo Pgauguin,


    Wir sind hier ja nun noch im Vorstellungsbereich. Das Forum richtet sich an bekennende Alkoholiker, die eine lebenslange Abstinent anstreben.


    Vor einer Freischaltung in den offenen Bereich solltest Du Dir daher darüber klar sein. Sag Bescheid, wenn Du da zu einer Klarheit gekommen bist.


    LG Cadda

    Witzig… und ich dachte eben „Mmmh. Das hab ich überlesen, dass sie auch Kinder hat“, habe aber voll und ganz auf Stern vertraut :lol:


    Ich find es klasse, dass Du so am Ball bleibst und konsequent Dein Ziel verfolgst.


    LG Cadda

    Hallo Lotta.


    Das war auch mein Gedanke. Vom alkoholfreien Januar zum alkoholfreien Bier den Weg übers „wenig trinken“ wieder zurück zum Anfang…


    Ich drück Dir die Daumen, dass Du eine Wohnung findest!


    LG Cadda

    Hallo Nova,

    Und er meint, er arbeitet jetzt auf jeden Fall an sich, weil er weiß, dass ich mich nur noch unter bestimmten Voraussetzungen mit ihm treffen würde.

    Inwiefern arbeitet er denn an sich? Ein Alkoholiker kann nicht auf Dauer "an sich arbeiten". Das würde bedeuten, dass er es kontrollieren will und das geht nicht auf Dauer. Wenn ein Alkoholiker sich kontrollieren könnte, müsste er nicht an sich arbeiten und wäre zudem auch kein Alkoholiker.



    Und er meint, er arbeitet jetzt auf jeden Fall an sich, weil er weiß, dass ich mich nur noch unter bestimmten Voraussetzungen mit ihm treffen würde

    Da hat er Dir den Grund doch gleich mitgeliefert. Er möchte das nur machen, weil er Dich treffen will. nicht für SICH weil er alkoholkrank ist und aus der Sucht raus will. Das ist zum Scheitern verurteilt.


    Kenne ich übrigens. Hab ich ja mal erzählt, dass ich meine eigene Wohnung hatte und wir uns nur noch treffen wollten, wenn er nichts getrunken hat. War ganz schön anstrengend, da mal einen Termin zu finden ;)

    Und WENN er denn mal (angeblich!!!) nichts getrunken hatte, kannst Du Dir ja vorstellen, dass es auch nicht gerade ein tolles Gefühl ist, wenn man weiß, dass er sich nach dem Treffen wieder die Birne zuschüttten wird.


    Überhaupt: An sich arbeiten?! Das ist Blödsinn. Wenn ich Alkoholiker bin, dann will ich entweder raus aus der Sucht (bedeutet lebenslange Abstinenz und wenn er sich auch nur ansatzweise mit der Sucht beschäftigt hätte, dann wüsste er es, dass es nichts dazwischen gibt) oder eben nicht raus aus der Sucht.


    Er würde mehr verzichten und er merkt, dass ihm das gut tut.

    Er würde mehr verzichten bedeutet wieder: Weniger trinken, versuchen das zu kontrollieren. Klappt nicht (siehe oben).


    Dass ihm das gut tut, wird er nicht erst jetzt festgestellt haben. Ein Alkoholiker weiß selbstverständlich, dass es ihm gut tut, nichts oder weniger zu trinken. Deshalb nimmt er sich ja auch immer und immer wieder vor, weniger zu trinken. Klappt aber nicht (siehe oben).


    Also Fazit: Es hat sich nichts geändert, außer dass er Dir diese Dinge gesagt hat, die Dich wieder ins Straucheln geraten lassen. Ich sage ja gar nicht, dass er das nicht wirklich so meint oder vielleicht sogar will. Ich sage gar nicht, dass er Dich bewusst anlügt, um Dich bei sich zu halten und nicht wirklich was ändern wollen würde. In dem Moment wo er Dir das sagt, will er das vielleicht wirklich so.

    ABER: Das spielt null komma null eine Rolle, denn es wird so nicht funktionieren. Also verpuffen seine Worte in dem Moment wo er sie ausspricht auch direkt in der Luft....


    Wegen der Tatsache, dass man so leicht ins Straucheln gerät, wird einem Co. ja auch immer wieder geraten, den Kontakt abzubrechen. Weil es einen immer und immer wieder zurückhaut.


    Freue Dich auf Deinen Umzug. Freue Dich auf Deine Wohnung. Freue Dich auf das Gefühl, wenn Du den Liebeskummer los bist und Du gefühlsmäßig frei bist. Das wird toll, glaub mir das :)


    LG Cadda

    Guten Morgen pgauguin,


    viele denken anfangs, dass es gerade richtig ist, den Alkohol vor sich stehen zu lassen. Das ist es aber nicht. Gerade am Anfang wäre es richtig, Dich zu schützen. Natürlich kannst Du vor dem Alkohol nicht weglaufen, denn er ist überall. Aber Du solltest ihm auch nicht entgegengehen und das Zuhause gehört einfach alkoholfrei, damit machst Du es Dir wesentlich leichter.


    Du hast zwar nun schon eine Woche nichts getrunken, aber überlege Dir trotzdem ob Du vorsichtshalber noch einmal zum Arzt gehst. Es geht ja letzendlich nicht nur (wenn auch hauptsächlich) darum, die Gefahren eines kalten Entzuges zu vermeiden.

    Auch wenn Du nun schon eine Woche nüchtern bist, ist es auch für die Psyche ein großer Schritt. Es ist nie verkehrt, dem Arzt einfach mit auf dem Weg zu geben "Ich bin alkoholabhängig und möchte da raus". Dann kann er Dich einmal durchchecken und weiß es einfach zukünftig und Du wirst dann sicherlich irgendwie Erleichterung verspüren. So berichten es zumindest viele.


    Wie dem auch sei ist es gut, dass Du hier bist. Da Du etwas unsicher zu sein scheinst, wie Du Dich am besten verhältst, sende ich Dir einmal unseren Artikel über die Grundbausteine. Da steht einiges drin:



    LG Cadda

    Hallo Paul,


    Auch wenn Du das nicht so gern wolltest, aber: Den Ratschlag "Geh zum Arzt" gebe ich Dir trotzdem, denn wenn Du plötzlich den Alkohol absetzt (einen kalten Entzug machst) kann das gefährlich werden. Hier mal ein Artikel dazu.



    Den Ratschlag "Such Dir Hilfe" muss ich Dir tatsächlich nicht mehr geben, denn das hast Du bereits erledigt, indem Du hier bist :)

    Das freut mich sehr und wird Dir sicherlich eine große Unterstützung sein. Wir sind hier ein Selbsthilfeforum und indem Du Dich hier angemeldet hast, konntest Du Dich ja auch schon zu einem großen Schritt durchringen.


    Wann hast Du denn zuletzt etwas getrunken?


    LG Cadda

    Guten Morgen,


    ich hatte meinen Text ursprünglich im geschützten Bereich verfasst. Doch ich werde ihn bewusst hier hinein setzen, weil ich mich nicht dafür schämen muss, wie es ist:


    Ihr wisst ja, dass ich oft schmunzelnd von meiner Zuckersucht berichtet habe. Das hat ab heute ein Ende, denn ich werde das Ganze nun anders angehen, als bisher. Dass ich immer wieder darüber lachen kann, ob nun hier im Forum oder in meinem Umfeld, bei mir auf der Arbeit oder sonst wo... das hat nicht gerade dafür gesorgt, dass es mich nach vorne bringt. Das ist wie das Schön-Reden damals bei der Alkoholsucht.


    Dass ich immer wieder bei Tag 1 anfange zeigt mir, dass es so nicht funktioniert, wie ich es bisher getan habe. Ich weiß inzwischen sehr genau, was mein Problem ist. Das Problem nennt sich Binge Eating und ist definitiv eine Esstörung, die ich da entwickelt habe. Es ist wie damals, als ich hier Jahre lang im Forum gelesen habe, theoretisch schon so gut Bescheid wusste und es einfach nur noch TUN musste. Endlich handeln. Zum Arzt und die Selbsthilfe.


    Ich weiß bei meinen Fressanfällen keinen anderen Ausweg mehr. Ich bekomme zwar mein Gewicht durch das Joggen immer wieder in den Griff, aber darum geht es nicht. Es geht darum, dass ich mich absolut unwohl fühle mit den Verhaltensweisen. Ich decke mich regelrecht mit Essen (vorzugsweise Naschen) ein, um dann abends so richtig Gas zu geben. Manchmal esse ich den ganzen Tag irgendetwas. Ich bin völlig überfressen und esse abends auf dem Sofa aber trotzdem noch ohne Ende. Das ist nicht gesund und ich fühle mich absolut beschissen und das nun seit soooo langer Zeit. Ich bekomme das einfach nicht allein in den Griff, obwohl ich genau weiß, was man tun sollte. Ich denke so oft, dass es doch nicht sein kann, dass ich die Alkoholabhängigkeit stoppen konnte und das nicht. Obwohl man es doch vom Grundsatz her gleich angehen sollte. Notfallkoffer, Ablenkung usw.


    Nun bin ich an dem Punkt angekommen, wo ich einfach das mache, was ich mir immer als letzten Ausweg im Hinterstübchen gelassen habe:

    Es komplett gleichzusetzen wie damals und so werde ich es nun auch machen:

    Zum Arzt gehen und Selbsthilfe!


    Um das zu untermauern außerdem mit offenen Karten spielen. Es nicht mehr belächeln. Nicht mehr sagen: "Ich esse halt gern" und mich gemeinsam lustig machen. Nein, so nicht mehr. Sondern: Ich habe eine massive Esstörung entwickelt und werde jetzt etwas dagegen tun, indem ich mir helfen lasse.

    Punkt.


    Ich möchte jetzt gar nicht das Thema Esstörung hier vertiefen, denn wir sind hier ja schließlich ein Alkoholikerforum.

    Näheres werde ich daher zukünftig nicht mehr hier im offenen Bereich schreiben, denn es soll hier ja nur um das Thema Alkoholsucht gehen.


    Ich fand es aber ganz angemessen, das hier offen zu schreiben, weil sich Folgendes vom Grundsatz her gleicht:


    Eine Sucht ist kein Grund sich zu schämen. Es ist eine psychische Erkrankung bei der man sich helfen lassen kann. Man muss nur den ersten Schritt gehen und der ist eben nicht nur "sich eine Sache vorzunehmen", sondern zu HANDELN. Es ist keine Schande, um Hilfe zu bitten, es ist keine Schwäche, sondern eine Stärke.


    Der Arztbesuch z. B., der hier immer wieder als "das brauche ich nicht, meine Werte sind gut" abgetan wird, der kann so wichtig sein. Weil er einfach ein erster offizieller Schritt ist. Ich weiß noch ganz genau, wie sehr mir damals, als ich aufhören wollte zu trinken, der Arztbesuch bevor stand. Und hinterher war ich sooooo erleichtert. Es war wie ein Startschuss. Deshalb kann ich nur Jedem raten, das zu tun. Weil in dem Moment aus dem Reden ein Handeln wird.


    LG Cadda

    Hallo Kloane,


    es tut mir so unendlich leid!!!


    Du schreibst, dass Du weiterhin trocken bist, denn was würde es nützen…

    Das ist sehr gut!!


    Bitte melde Dich, falls Du mal auf andere Gedanken diesbezüglich kommen solltest, rechtzeitig hier.


    Natürlich nicht nur dann. Auch einfach so, zum „reden“.


    LG Cadda

    Guten Morgen Marli,


    ich finde ehrlich gesagt gar nicht, dass es unbedingt etwas bringt, zu vergleichen, ob man Kindern etwas anmerkt oder nicht. Manche zeigen es, manche nicht. Manche nehmen es bewusst wahr, manche nicht.


    Du hast ja selbst beschrieben, dass sie ihn von unten bis oben mustern. Bedeutet, dass es schon soweit ist, dass sie es nicht nur unbewusst wahrnehmen, sondern ganz bewusst.

    Meine Kinder haben damals auch zunächst nicht mehr geäußert als "Du bist irgendwie so komisch". Das ist dasselbe, als würden sie mich mustern, so wie Deine Kinder es bei Deinem Mann tun.


    Wie ich im Nachhinein gefahren habe, haben sie bereits da schon richtig extrem darunter gelitten, wenn sie diese Veränderung an mir wahrgenommen haben. Es ist befremdlich für Kinder und macht bereits dann etwas mit ihnen. Und das sind nur die Situationen die Du selbst wiederum an den Kindern bemerkst. Du bist ja auch ziemlich mit Dir und Deinem Mann beschäftigt. Ich wette, dass Du so manche Empfindungen der Kinder gar nicht bemerkst. Zumal Kinder ja oft auch einfach gerade wegen der Veränderungen die sie bemerken, die Normalität weiterleben.


    Wie oft kommt es vor, dass man ein Gespräch führt und denkt ,die Kinder spielen gerade und nehmen das gar nicht wahr. Und dann kommt ein Satz und man merkt: Oh, sie haben alles mitbekommen.

    Kinder bekommen so wahnsinnig viel mit und es prägt sie. Da kann man noch so sehr den Eindruck haben "Ach, so schlimm ist es nicht".


    Was das Thema Trennung angeht: Logisch denkt man als Mutter "das kann ich den Kindern doch nicht antun", weil es dann ein Erlebnis ist, was erstmal ein Drama auslösen kann. So eine Alkoholkrankheit in der Familie ist aber auch ein Drama. Dieses Drama dümpelt so über die Jahre vor sich hin, während eine Trennung sich dann nach außen bemerkbar macht. Das Drama für die Kinder, was aber so vor sich hinläuft ist nicht weniger schlimm, nur weil die Auswirkungen nicht so krass zu merken sind, wie bei einer Trennung! Ich glaube, das ist vielen nicht bewusst.


    Meine Kinder waren beide noch klein, als ich mich von meinem Mann trennte (er trank zwar nicht, aber es gab andere Gründe, die zur Trennung führen mussten). Ich habe lange überlegt, ob ich den Kindern die Trennung antun kann. Als es soweit war, da war es ein Drama:

    Meine Jungs haben abends geweint und gesagt, sie wollen zu Papa. Ich war oft verzweifelt und habe mir immer wieder die Frage gestellt, ob ich den Kindern das antun kann, da mir mit voller Wucht gezeigt wurde, wie sie leiden. Aber ich habe mir immer gesagt, dass sie auch leiden, wenn ich bleibe, nur eben still und sehr viel länger.

    Ich habe es durchgezogen, so hart es auch war. Das ist inzwischen sehr viele Jahre her, meine Jungs sind Jugendliche. Ich habe im Laufe der Zeit nun schon so oft gehört, dass sie froh sind, dass wir nicht zusammen leben, weil sie sich noch sehr genau daran erinnern können, wie es war, als wir noch zusammenlebten. Obwohl sie so klein waren.


    Außerdem bekommen sie auch jetzt die Charakterzüge ihres Vaters mit und konnten - je älter sie wurden - immer mehr verstehen, weshalb ich nicht bleiben konnte.

    So wird es auch mit Deinen Kindern sein. Wenn sie größer sind, kann man sich erklären. Oft muss man das auch gar nicht, weil sie es selbst sehen. Denn er wird ja ihr Papa bleiben und sie werden weiterhin sehen, wenn er trinkt. Das Verständnis wird da sein und sie werden Dir dankbar sein, dass Du in ihrem Sinne entschieden hast.


    Klar ist es schwer. Aber mit solchen Argumenten wie "das Zuhause verlieren, der schöne Garten..." stößt Du zumindest bei mir auf Granit. Ich hatte ein wunderschönes Haus mit meinem Mann gebaut, mit wunderschönem Garten. Es war MEIN Traumhaus, ich habe mir alles ausgesucht, wir haben selbst gebaut. Meine Kinder haben sich in dem Haus und Garten pudelwohl gefühlt. Aber diese Stimmung die zu Hause herrschte. Die hat alles, aber auch alles getrübt.


    Nach der Trennung sind wir zunächst in einer kleinen Wohnung im Obergeschoss gelandet. Wenn ich mit den Kindern raus wollte, musste ich mit ihnen auf den Spielplatz gehen. Du kannst Dir sicherlich vorstellen, was für eine Umstellung das war.

    Aber weißt Du, was in das neue "Zuhause" eingekehrt ist? Eine andere Stimmung und Ruhe für die Kinder!! Das hab ich nie bereut, dafür mein Haus und Garten aufgegeben zu haben.


    Ja, es kamen bei mir dann auch andere Zeiten, weil ich später vermehrt trank und dann auch extrem. Für die Probleme war ich dann selbst verantwortlich. Meine Kinder mussten also noch weiter leiden. Bis ich selbst nicht mehr konnte und endlich aufhören konnte zu trinken. Sie haben also noch sehr viel mitbekommen in ihrem Leben und ich habe soweit es geht versucht, den Schaden wieder zu begrenzen.

    Ich bin also nicht hier, um Dir zu sagen, wie toll ich bin und wie super ich das alles gemeistert habe. Ganz im Gegenteil, ich habe extrem viel verbockt.


    Aber einfach wegen des Themas "Trennung", obwohl die Kinder leiden könnten, wollte ich das hier alles schreiben. Denn sie leiden bei einer Trennung nicht mehr, als wenn sie in der Situation bleiben müssen. Sie leiden anders, still und ohne großen Knall. Aber sehr viel länger, als bei einer Trennung.


    LG Cadda

    Hallo ChrisMoon,

    Und wenn man erst mit sich selbst sehr gut klarkommen muss, psychisch gesund sein muss und das Leben lieben muss um eine Beziehung eingehen zu dürfen. Dann dürften ungefähr nur 20 % der Menschen überhaupt einen Partner haben.

    Das stimmt tatsächlich. Deshalb ist es für so viele Menschen ja auch dauerhaft (am Anfang ist das klar und verständlich) die komplette Welt zusammengebrochen, wenn sie verlassen werden.

    Deshalb suchen sich diejenigen, die nicht allein glücklich sein können auch meistens sofort jemand Anderen.


    Viele Leute die erkrankt sind sagen "wenn ich meinen Partner nicht hätte, würde ich das alles gar nicht schaffen" Was ist mit denen? Sind das alles Abhängige? Die alleine nicht klarkommen?

    Im Grunde genommen ja.


    Das ist jetzt etwas dämlich zu lesen was ich sage aber:

    Was ist mit Leuten die sich einen Hund zulegen?

    Geh doch alleine in den Wald! Sitz doch abends alleine in deiner Wohnung! Warum holt man sich einen Hund? Der ist dazu da um sein Leben zu bereichern weil man alleine einfach nicht so happy ist als mit einem Hund.

    Ich gehe sehr gern allein in den Wald. Ich sitze auch sehr gern allein abends in meiner Wohnung. Ich bin zufrieden. WENN ich mir ein Hund holen würde, dann würde er meine Spaziergänge NOCH schöner machen, als sie eh schon sind. Bereichernd sind sowohl Partner, als auch Hunde oder allgemein Tiere. Das ist völlig klar. Es spricht auch nichts dagegen, sich einen Hund zu holen, um glücklich zu sein. Und letztendlich kann man sich genau wie einen neuen Partner auch schnell wieder einen neuen Hund holen, um wieder glücklich zu werden. Da ist nichts verwerfliches dran.


    Der Unterschied ist, dass ich mich mit einem Hund nicht streiten werde oder keine Angst haben werde, dass er mich verlässt (vom Sterben mal abgesehen). Wenn ich aber allein nicht glücklich bin, dann laufe ich Gefahr, dass eine Unverhältnismäßigkeit in einer Beziehung entsteht. Ich fühle mich unsicher, weil ich Angst habe, verlassen zu werden, da ich weiß, dass ich dann unglücklich bin. Das ist Gift für eine Beziehung und so entstehen emotionale Abhängigkeiten.


    Liebe ist einfach was ganz Großes und ich finde es nicht falsch sich danach zu sehnen.

    Natürlich ist Liebe etwas ganz Großes und es ist auch nicht falsch, sich danach zu sehnen. Dennoch wird es mit großer Wahrscheinlichkeit mit der Liebe/Beziehung besser funktionieren, wenn ich auch allein glücklich sein kann und mich dadurch eben nicht unbewusst in eine emotionale Abhängigkeit begebe.


    Ich bin als Single unglaublich glücklich gewesen. Jetzt bin ich in einer Beziehung und noch glücklicher. Sollte ich jedoch verlassen werden oder umgekehrt einfach mal die Nase voll haben, dann werde ich auch wieder allein glücklich sein.

    Das Wissen führt auch dazu, dass ich nicht mehr bereit wäre, mir alles mögliche gefallen zu lassen. Weil ich keine Angst habe vor einem eventuellen wieder Allein-Sein.


    Ich bin mit mir zufrieden und ich gehe wie gesagt auch als Single gern in den Wald und bin gern in meiner gemütlichen Wohnung allein.

    Eine Beziehung ist sozusagen die Kirsche auf der Sahnetorte. Die Kirsche ist lecker, keine Frage. Aber die Torte würde auch ohne Kirsche noch schmecken.


    LG Cadda

    Guten Morgen Nova,


    ich hab die Situation ein wenig damit verglichen, dass ein Alkoholiker sich - gerade am Anfang - auch nicht dort rumtreiben sollte, wo gesoffen wird.

    Von Dingen, die einem nicht gut tun, sollte man sich fern halten.

    Ähnlich war es doch bei Dir. Du weißt, dass Dein Ex Dir nicht gut tut, es war eigentlich vorauszusehen, dass es Dich nach hinten werfen wird, wenn Du auf ihn triffst. Deshalb würde ich solche Situationen - gerade am Anfang - tatsächlich meiden.


    Ich betone dieses - gerade am Anfang - so sehr, weil sich die Zeiten ändern werden. Wenn Du gefestigt bist, werden Dich solche Begegnungen in ein paar Jährchen vielleicht nicht mehr stören. Vielleicht hast Du bis dahin aber auch gar kein Interesse mehr, in der Konstellation Deine Zeit dort zu verbringen.

    Warte ab, manche Dinge ändern sich dann auch von selbst.


    Dann muss ich noch etwas loswerden, ich hoffe, Du nimmst es mir nicht übel. Typisch Co. siehst Du irgendwelche "guten bzw. schmerzlichen" Dinge.

    Er hat zärtlich Deine Hand gedrückt und Dich mit einem liebevollen Blick angesehen....

    Daran halten Deine Gedanken nun fest und Du bist deshalb traurig. Sieh es bitte mal dringend anders:


    Er weiß, dass Eure Beziehung vor allem wegen des Saufens nicht mehr besteht und bietet Dir einen Schnaps an??

    Nicht nur das, er erzählt Dir noch was von irgendwelchen geplanten Partys??

    Und obwohl das alles passiert ist, schämt er sich nicht, sich vor Deinen Augen weiter zu saufen??


    Das ist unfassbar dreist und zeigt ganz deutlich, wie egal ihm das eigentlich ist, wenn er denn nur saufen kann.


    Da nützt auch kein zärtliches (oder schwaches) Handdrücken und kein liebevoller (oder betrunkener) Blick.


    Ich weiß, dass Du jetzt denkst: "Nein, es war wirklich eine zärtliche Berührung und es war wirklich ein reumütiger, liebevoller Blick".

    Ja das ist schön. Aber nicht reumütig und liebevoll genug, um Dir keinen Schnaps anzubieten und sich einen reinzuballern, obwohl er genau weiß, dass genau DAS Dein Problem ist.


    Wenn Du Dir einen Gefallen tun willst, dann geh ihm aus dem Weg. Mach Dir Deine Wohnung schön und versuche jeglichen Kontakt zu vermeiden. Wenn es Dir irgendwann besser geht (und das wird es), dann sieht die Welt diesbezüglich wieder ganz anders aus.


    Ich hätte heute kein Problem mehr, mit meinem Ex in einem Bus zu sein und zu sehen, wie er liebevoll (vor allem voll....) aus der Wäsche guckt und sich einen reinballert. "Prost" würd ich ihm zurufen. "Schönes Leben noch Du Vollpfosten".

    Allerdings wird das nicht passieren, weil ich inzwischen mit anderen Menschen im Bus sitzen würde :)

    Eine Beziehung kann man dann erst gut führen, wenn man alleine leben kann. Dann verliert man sich nicht selbst darin. Denn diese Abhängigkeit sorgt dafür, dass man nicht gleichwertig ist. Man sollte aber auf Augenhöhe sein. Und die Verlustangst ist immer da.

    Genau darin liegt das „Geheimnis“!!

    Hallo Moon,


    ich sehe es genau so wie Elly.

    Es gibt doch viele Menschen, die das nur mit Antidepressive in den Griff bekommen und zurück in alte Muster verfallen, wenn sie diese absetzen.


    Ich würde auch mit dem Arzt sprechen. Sicherlich wird Deine Abstinenz auf längere Zeit gesehen auch dafür sorgen, dass es Dir besser geht, aber das allein reicht eben nicht immer aus und das ist doch auch kein Drama. Lass Dir da helfen!


    LG Cadda

    … und das Risiko, dass er zu den Menschen gehört, die es nicht schaffen (genau danach sieht es bei ihm leider aus) nimmst Du in Kauf?


    Und verplemperst Dein eigenes Leben und Deine eigenen Träume?


    Gut, dann ist es so. Es ist ganz allein Deine Entscheidung.


    Helfen können wir Dir dann allerdings genau so wenig wie Du ihm. Du musst an einem Punkt sein, an dem Du etwas ändern möchtest. Ansonsten wird sich auch nichts ändern.


    LG Cadda

    Hallo Lilamila.


    Ich finde das auch ganz toll, dass Du so offen warst. Das ist ein großer Schritt, der Dir helfen wird, ganz bestimmt.


    Die Reaktion Deines Sohnes finde ich toll.


    Bei Deinem Mann sehe ich es auch so, dass ihm sicherlich bewusst wird, dass sich nun Einiges ändern wird. Ob das für ihn positiv ist, wird er vielleicht bezweifeln. Deine Entscheidung hat große Auswirkungen. Das gefällt nicht Jedem.

    Für Dich ist es jedoch richtig und auch wichtig, dass Du Deine Trockenheit lebst und dahinter stehst!

    Gut gemacht!!!


    LG Cadda

    Das Problem ist eben, dass Menschen sich nicht schämen zu sagen: "Ich habe zu hohen Blutdruck und nehme daher Medikamente", aber sobald eine psychische Sache im Spiel ist, schämen zu viele Menschen sich oder wollen sich selbst auch nicht eingestehen: "Ich habe Depressionen und nehme daher Medikamente".


    Dann ist es eben so, dass gegen manche körperliche "Störungen" etwas getan werden kann, wie eben bei meinen Vergleich mit dem Bluthochdruck. Bin ich betroffen, kann ich meine Ernährung umstellen usw. Manchmal hilft es, keine Medikamente nehmen zu müssen oder sie zu reduzieren.


    Wenn ich aber Depressionen habe, dann reicht es eben nicht, mal ein wenig Sonne zu tanken oder Sport zu machen (zumal der Betroffene sich meistens dazu ja gar nicht aufraffen kann). Es läuft eben etwas im Kopf ab (oder eben gerade NICHT ab), was diese Depressionen hervorruft. Das kann mit Antidepressiva nachweislich verändert werden.


    Mir tun dann die Menschen leid, wie der Mann aus meiner damaligen Gruppe, die sich nicht durchringen können, weil sie das Gefühl haben, sie wären schwach, wenn sie es nicht allein schaffen. Damit machen die Personen sich meiner Meinung nach das Leben leider unnötig schwer.


    Aber gut, darin bin ich als Alkoholikerin ja auch Expertin (sich das Leben unnötig schwer zu machen). Ich hätte ja auch schon viel früher um Hilfe bitten können. Aber wie in vielen Dingen muss dafür wohl erst ein Tiefpunkt erreicht sein.


    LG Cadda

    Hallo Tapfere,


    einmal vorweg, damit Du weißt, mit wem Du es zu tun hast: Ich bin eine Frau und trockene Alkoholikerin. Außerdem war ich sehr lange Zeit co-abhängig. Mein Ex-Partner hat mich zeitweise nicht ausgelacht über den "Vorwurf" er sei Alkoholiker und hat phasenweise auch zugegeben, dass er weiß, alkoholkrank zu sein. Er wollte aufhören zu trinken und, und, und, und.


    Was ich damit sagen will: Er war schon viel weiter, als Dein jetziger Partner. Wenn ich damals Deine Worte benutzt hätte, dann könnte ich behaupten, dass er mir gefolgt ist mit seiner Einstellung, seinen Worten.


    Was hab ich davon gehabt?? Verschwendete Lebenszeit, denn er säuft immer noch.....


    Ich habe auch immer gedacht, es könnte doch so toll sein, er kann das, also mir ein guter Partner sein. Aber nein, das konnte er nicht, weil er alkoholkrank war und ist.


    Alles das, was Du Dir wünscht, wird mit großer Sicherheit mit ihm nie eintreten. Er ist doch noch nicht mal an dem Punkt angekommen, wo er etwas ändern will. Und selbst wenn er da angekommen ist, würde das auch nicht bedeuten, dass er jemals aufhört zu saufen. Es gibt soooo viele Menschen, die niemals ihren Tiefpunkt erreichen und ihre Alkoholsucht mit ins Grab nehmen.


    Hier triffst Du viele Menschen, die es geschafft haben. Aber auch nur, weil hier quasi die Zentrale derjenigen ist, die es geschafft haben :)


    Es gibt da draussen leider unendlich viele Menschen, die saufen und auch niemals in ihrem Leben damit aufhören. Ist traurig, ist aber so und es ist vor allem deren Entscheidung.


    Was aber wirklich traurig ist: Da gibt es Menschen wie Dich, die ihr ganzes Leben lang vergeblich darauf hoffen, dass es sich ändert, aber das wird es nicht. Und so zieht das Leben an dem Alkoholiker vorbei, der vielleicht sogar gar nicht mal so unzufrieden mit seinem Suff-Leben ist, aber es zieht eben auch an den Co-Abhängigen vorbei, die ihre ganze kostbare Lebenszeit mit ihren Träumen verschwenden, die nicht erfüllt werden.


    Ich wünsche Dir, dass Du die Hoffnung aufgibst.


    Du lässt übrigens keinen kranken Mann im Stich. Er hat Dich schon längst im Stich gelassen, indem er säuft und nichts dran ändern will.


    LG Cadda

    (ich weiß, dass es Leute gibt, die was gegen Medikamente haben, meistens aus Unerfahrenheit heraus. Mir haben Antidepressiva das Leben gerettet)

    Erfahrungsgemäß sind genau die Menschen am meisten gegen Antidepressiva, die es am meisten brauchen würden.


    Ich finde das so schade, weil viele Menschen sich damit wirklich im Weg stehen. Ich habe das in der Gruppe damals bei einer Person erlebt. Er war so depressiv und die Therapeutin hat ihm immer wieder erklärt, dass er das allein nicht in den Griff bekommen wird, weil das Gehirn irgendwelche Boten nicht aktiviert hat (ich kann das nicht widergeben, was da im Gehirn passiert oder eben nicht passiert, aber es klang alles logisch). Jedenfalls wurde ihm immer und immer wieder erzählt, dass es nur mit Hilfe dieser Medikamente funktionieren kann.

    Er hat sich so sehr gesträubt, das tat mir echt leid. Auch das Argument, dass er bei Bluthochdruck doch auch Medikamente nehmen würde, zog nicht. Ihm wurde sogar gesagt, dass man bei Bluthochdruck wenigstens versuchen könnte, es ohne Medikamente zu schaffen, weil man die Funktionen des Körpers dahingehend steuern könnte, aber bei Depressionen eben nicht. Er ist dem ausgeliefert, wenn er kein Antidepressiva nehmen möchte.


    Irgendwann nahm er es und war wie ausgewechselt. Viel ausgeglichener und viel positiver eingestellt. Doch seine Abwehr machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Kaum ging es ihm gut, fuhr er die Antidepressiva wieder runter und schon funktionierte es auch nicht mehr. Ich war dann irgendwann nicht mehr in der Gruppe. Manchmal denke ich an ihn und frage mich, ob er inzwischen für sich akzeptieren kann, dass er sie nehmen sollte, weil sie ihm - wie Du so schön sagtest - das Leben retten könnten.


    LG Cadda