Beiträge von Cadda

    Hallo Sonnenschein.

    Ich nehme an Deiner Geschichte teil, auch wenn ich weniger als zu anderen Zeiten hier im Forum bin und mich nicht so einbringe. Ich finde es klasse, was Du alles geschafft hast und wie Du Dich mit Dir und Deinen Themen auseinander setzt.

    Deine Frage, ob es richtig wäre, Deine Gefühle und Wahrnehmungen Deinem Vater mitzuteilen, kann ich nicht beantworten, das kommt aufs eigene Empfinden an.

    Wenn es Dich mehr belasten würde, wenn danach weniger Kontakt ist oder Dein Vater es komplett anders sieht, würde ich es lassen. Wenn seine Reaktion Dir unwichtiger ist, als das Bedürfnis, Deine Gefühle und Gedanken loszuwerden, würde ich es machen.

    Ich bin aktuell in einer vergleichbaren Situation und habe mich noch nicht entschieden. Aber dazu berichte ich in den nächsten Tagen in meinem eigenen Buch…


    Ich verstehe jedenfalls Deinen Zwiespalt sehr gut.

    LG Cadda

    Ich freue mich, von Dir zu lesen, Rennschnecke. Du nimmst Deine Selbsthilfe ernst, schaust genau hin, was Dir gut tut und was nicht, das ist letztendlich wichtiger, als die Frage in welchem Bereich Du schreibst und liest.

    Suchtverlagerung mit Süßigkeiten… hier im Forum immer wieder zu lesen und ich kenne es auch.

    Einschätzung, dass sich bei mir außer der weiterhin absolut wertgeschätzten Abstinenz nicht viel geändert hat. Nur dass ich abends auf meinem neuen Sofa 2 Becher Tee statt größere Mengen Bier trinke - und mich immer wieder wundere und freue, dass es alkfrei genauso gut und sogar besser geht.

    Die Tatsache, dass Du Deine Abstinenz absolut wertschätzt und Dich freust, dass es alkfrei genauso gut oder sogar besser geht, finde ich jetzt nicht so wenig Veränderung :)


    LG Cadda

    … und was die „bessere Hälfte“ angeht… Die bleibt in der Zeit in Magdeburg, ich werde allein zum Treffen kommen :saint:

    Hotel ist schon gebucht, brauche eine gute halbe Stunde nach Bertingen.

    Meine bessere Hälfte und ich haben Urlaub und ich werde einen Kurztrip mit unseren bikes in der Nähe planen, so dass ich entweder am Freitag oder am Samstag den Tag über zu Besuch zu Euch komme. Ich freue mich schon sehr darauf :)

    Guten Morgen,

    Wenn ich das Trinken meines Mannes ignoriere, mich selbst weiter in den Mittelpunkt stelle, nicht diskutiere, nicht aktiv versuche Einfluss zu nehmen, nichts entschuldige...bin ich dann nicht Co, obwohl ich mit ihm zusammen lebe? So war es bei mir ja viele Jahre.

    Ich denke, dass es darauf ankommt, ob Du es gern anders gehabt hättest, also dass Dein Mann nicht trinkt. Wenn das der Fall ist und Du trotzdem mit ihm zusammen geblieben bist oder bleibst, finde ich das schon co-abhängig, weil quasi ein Zustand geduldet wird, den man (in dem Fall Du) nicht möchte. Du hast ja selbst geschrieben, dass Du später auch Angst hattest, als es um sein Leben ging.

    Wenn Du z. B. selbst trinken würdest, Dir keine Sorgen um den Alkoholkonsum Deines Mannes machen würdest, es wirklich aus tiefsten Herzen ok für Dich ist, dass er trinkt und Dir nicht wünschen würdest, dass es anders wäre. Dann wäre die Welt für Dich in Ordnung und ich würde es nicht co-abhängig finden, sich nicht zu trennen. Sobald aber das innere Gefühl sich wünscht, dass es anders laufen würde und man sich trotzdem nicht trennen "kann", läuft es meiner Ansicht nach eben nicht gesund ab, weil man keine gesunde Grenzen für sich selbst setzen kann, indem man sich an erste Stelle stellt und sich aus dieser Beziehung trennt.

    Passiert also etwas gegen meinen eigentlichen Willen und ich verbleibe in der Situation, dann empfinde ich es als co-abhängig (oder wenn Alkohol keine Rolle spielt emotional abhängig, was ähnliche Muster hat).

    Schon sein Anblick hat mir gereicht um viele Emotionen in mir hochkochen zu lassen, Wut, Ekel, Resignation um nur einige zu nennen. Co-abhängig würde ich mich deshalb bezeichnen weil ich mir das viele Jahre gefallen ließ.

    Das beschreibt es auch sehr gut. Selbst wenn sich nicht in das Trinken eingemischt wird, nicht kontrolliert wird oder ähnliches, passiert etwas in einem und dennoch bleibt man in der Situation wenn man co-abhängig ist.

    Ich finde darauf einfach keine standfeste Antwort, außer, dass es sich für mich nicht richtig anfühlt, mir Unbehagen bereitet, weil ich dem Alkohol nicht vertraue und ich diesen Ausdünstungs-Geruch am Tag danach einfach widerlich und abstoßend finde.

    Und das ist Grund genug für Menschen, die nicht co-abhängig sind, sich zu trennen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob da Argumente wie mit dem Zucker kommen oder sonst was. Wenn Deinen Partner Dein Zuckerkonsum stört, könnte er sich ja auch trennen. Es kommt ja nicht auf das Verhalten der anderen Person an, sondern darauf, ob das Verhalten mir SELBST etwas ausmacht.

    Ich selbst habe einige Jahre (als ich selbst noch getrunken habe) mit einem Alkoholiker zusammen gelebt. Ich habe kontrolliert, versucht ihn vom trinken abzuhalten, mir demütigende und beleidigende Dinge gefallen lassen, weil ich das Verhalten auf den Alkohol geschoben habe. Ich habe alles versucht, mein Verhalten so anzupassen, dass er nicht wütend ist oder weniger trinkt. Es war ein Eiertanz, ein Spießroutenlauf. Nach einigen Jahren, als ich selbst aufhörte zu saufen, konnte ich mich trennen. Ich hatte eine eigene Wohnung. Danach bildete ich mir ein, ich könne mit ihm eine Beziehung weiterführen, nur eben räumlich getrennt, weil ich ja nichts mehr von seinem Saufen mitbekommen würde und mich nur mit ihm treffen würde, wenn er nicht trinkt.

    Und was hat es genützt? Ich konnte nicht mehr kontrollieren, auf ihn einreden, ihn vor anderen in Schutz nehmen oder so tun, als würde er schlafen, wenn Besuch kam, damit sie ihn so nicht sehen. Ich konnte sein Handy nicht mehr weglegen, damit er keine Beleidigungen in die Welt hinaus sendet. Ich habe mich nicht mehr eingemischt, ob er trinkt oder nicht, ich habe ihn einfach machen lassen.

    Aber es drehte sich in Gedanken trotzdem alles um ihn und das Trinken. Ich fragte mich, ob wir uns wohl sehen können oder ob er sich nicht an die Abmachung hält und trinkt. Ich überlegte, was er wohl gerade macht, ob es ihm gut geht oder ob er schon irgendwo zusammengebrochen rumliegt. Ich habe mich ständig mit dem Thema beschäftigt, es hat mir Kraft geraubt und ich war ständig abhängig davon, wie er sich verhält, ob es mir und der Beziehung gut geht oder nicht. Ich hatte keinen Einfluss. Viel zu lange habe ich diesen Zustand für mich geduldet und das bezeichne ich definitiv als co-abhängig.

    Inzwischen habe ich meinen Selbstwert zurück, der auch mit der Zeit, in der ich nicht mehr trank, wieder wuchs. Ich würde mal behaupten, dass ich nach den ganzen Jahren nicht mehr in so eine Situation geraten würde. Anteile hatte ich für mich aber schon immer in mir, obwohl ich kein EKA bin. Bereits in meiner Ehe habe ich mir viel zu viel gefallen lassen und bin in Situationen geblieben, wo andere längst Grenzen gesetzt hätten und gegangen wären (und das obwohl Alkohol kein Thema war).

    Diese Muster stecken meiner Meinung nach in einem drin aus verschiedensten Gründen und dann ist es natürlich in einer Beziehung mit einem Alkoholiker ein gefundenes Fressen für Menschen mit Co-Anteilen, in der Situation zu verbleiben und somit seine eigenen Bedürfnisse zurückzustellen oder sich einzureden, es wäre gar nicht so schlimm.

    Am wichtigsten bei dem Thema ist es wohl seinen eigenen Wahrnehmungen zu vertrauen. Das ist meiner Meinung nach der Grundstein für eine mögliche Veränderung.

    LG Cadda

    weil was haben meine jetzt bald 17 jahre trocken sein mit der co fraktion zu tun? weil komisch ist, meine ex-frau konnte mir sofort den ausgang zeigen ohne mit der wimper zu zucken...

    Wenn Deine Frau Dir sofort den Ausgang zeigen konnte ohne mit der Wimper zu zucken, dann war sie vermutlich auch nicht co-abhängig. Nicht jeder Angehörige ist co-abhängig.

    Zum Rest Deines Beitrages kann ich nur sagen, dass ich nicht verstehe, weshalb Du Dich so angegriffen fühlst über die Sichtweise von Sonnenschein. Mich verärgert ihre Sichtweise jedenfalls nicht und selbst wenn, dann würde ich es ihr anständig sagen.
    Wo genau piekt es denn bei DIR, dass Du (wiederholt) so schnell an die Decke gehst?

    LG Cadda

    Und wenn man schon die ganze Unterhaltung darauf runterbricht dass wir Cos halt so sind, denke ich mir: gut so, man darf gerade als Co nicht alles runterschlucken was einem so gesagt wird ;)

    Auf den Punkt gebracht.

    Viele Co.Abhängige kommen hier im Forum an, sind verunsichert und trauen sich oftmals nicht, ihre Meinung bis zum Ende zu vertreten, machen lieber gute Miene zum bösen Spiel, um Streit und Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Lieber gut stellen, als in die Schusslinie zu geraten. Ein gewohntes Muster halt.

    Hier und da gibt es dann hier im Forum in Diskussionen mitunter gute Übungsfelder, den „Typisch-Co.-Stempel“ loszuwerden.

    Ich habe in den letzten Tagen jedenfalls einige aus Richtung Co. gelesen, die beim Argumentieren und mit vielen Gedanken positiv über sich (und Andere) hinaus gewachsen sind.

    Es spielt dann letztendlich auch keine Rolle, ob- und wie eine Diskussion beendet wurde. Das für sich stehen und seine eigene Meinung (und Erfahrung) vertreten, kann einem glücklicherweise keiner nehmen.

    LG Cadda

    So lange man das Gefühl hat etwas ‚Durchzuziehen‘ und ‚stark zu bleiben‘, muss man sich noch sehr anstrengen. Irgendwann ist völlig klar, dass Alkohol-Verzicht der völlig falsche Begriff ist, weil man ja auf nichts verzichten muss, sondern einfach was schädliches weglässt.

    Wenn ich z.B. die Jahre zählen würde, in denen ich abstinent lebe, dann bedeutet dass doch aber nicht automatisch, dass ich zähle, um durchzuziehen oder stark zu bleiben.

    Ich kann das doch genau so gut aus dem Grunde zählen, also sozusagen „feiern“, weil mich etwas schon eine bestimmte Zeit sehr glücklich macht (ist vermutlich auch der Grund, weshalb manche Geburtstage zählen…).

    Für mich gibt es einen entscheidenden Punkt:

    Zähle ich, weil ich etwas negativ besetze und hinter mich bringen will oder zähle ich, weil ich mich einfach freue, schon „so und so lange“ glücklich sein zu können aufgrund eines bestimmten Umstandes oder einer Situation?!

    Nur die innere Einstellung und Zufriedenheit mit der Abstinenz hat also meiner Meinung nach etwas damit zu tun, ob ich aus tiefstem Herzen wirklich „trocken“ bin. Nicht die Tatsache, ob ich Freude am zählen habe.

    LG Cadda

    Guten Abend.

    Natürlich könnten höhere Preise die Sucht nicht verhindern. Aber ganz sicherlich dazu beitragen, z.B. jungen Leuten den Einstieg zu erschweren!

    Als Eltern ein Vorbild sein reicht nicht immer. Weiß ich aus eigener Erfahrung. Rauchen und/oder Alkohol war kein Thema. Im Gegenteil. Ich wurde sogar gewarnt, aufgeklärt usw. Alkoholikerin wurde ich trotzdem. Nicht unerheblich war da definitiv, dass das Zeug an jeder Ecke zu Billigpreisen zu haben war.

    Die Preise sind hier wo ich lebe übrigens in den letzten Jahren nicht wirklich teuerer geworden. Das ist mir ebenfalls aufgefallen.

    Natürlich gibt es Eigenverantwortung. Davon haben aber gerade einige junge Leute, die erst anfangen erwachsen zu werden und beginnen, Alkohol zu probieren, manchmal noch nicht so viel.

    Wie dem auch sei… jeder kann doch seine persönliche Meinung dazu haben.
    Deshalb kann ich auch nicht nachvollziehen, weshalb hier so aggressiv auf das Thema reagiert wurde und finde das auch echt überflüssig.

    LG Carina

    Guten Morgen.

    Was hat man mit der Trennung den Kindern nur angetan?!

    Bitte denke so nicht. Was hat man den Kinderm VOR der Trennung angetan, lautet die Frage.

    Das die Reaktionen nun durch die Veränderung ins Rollen kommen, ist doch normal.

    Meine Kinder waren sehr klein, als ich mich trennte und haben oft geweint und waren auffällig im Verhalten. Das hat sich beruhigt, heute sind sie fast erwachsen und haben schon mehrfach von sich aus gesagt, dass es gut war, dass wir als Eltern nicht zusammen gelebt haben.
    Wir haben heute ein gutes Miteinander, auch mit dem Vater, trotz Trennung (er ist allerdings auch kein Alkoholiker).

    Gib ihnen Zeit um zur Ruhe zu kommen und um sich an die Situation zu gewöhnen. Ich finde, Du hast das richtig gemacht.

    LG Cadda

    Liebe Momo, da lese ich die Nachricht über Deine OP und Ungewissheit und kurze Zeit später schon direkt die gute Nachricht!
    Das ist so erleichternd. Ich freue mich sehr, dass Du aufatmen kannst!

    Deine Gedanken zum Thema… Ich nenne es mal „verschenkte Zeit“… kann ich extrem gut nachvollziehen. Ich denke gerade zur Zeit auch sehr viel darüber nach.

    Umso wichtiger, es jetzt besser machen zu können und sich bewusst damit zu beschäftigen, was einem wirklich gut tut und was aus dem Leben weg muss, weil es Energie raubt.

    LG Carina