Hallo Hazel,
Dein Partner hat leider gar nichts im Griff. Er ist alkoholabhängig und die Alkoholkrankheit kann man nicht im Griff haben. Um da rauszukommen, funktioniert weniger trinken nicht, das klappt - wenn überhaupt - nur kurzfristig und dann wird es immer schlimmer. Es ist also unnötig, zu kontrollieren, was oder wie viel er trinkt. Fakt ist: Er trinkt und er ist nicht einsichtig.
Wer damit argumentiert, dass er ja nicht schlägt .... da fällt mir nichts mehr zu ein. Denn: Schlimmer geht immer. Das macht das eigene Leid nicht weniger dramatisch.
Diese Aussagen, dass er sich Hilfe holt, dass er Dir Seiten übers Internet sendet: Das ist einfach, um Dich zu beruhigen, zu besänftigen und hinzuhalten. So wie Du ihn beschreibst, hat er null Einsicht. Deshalb kann er sich den Weg in einen Entzug oder in eine Therapie auch absolut sparen, denn dann kommt nichts an. Die können einem keine Gehirnwäsche verpassen. Es muss klicken.
Du fragst, ob es hier Partner gibt, die sich Hilfe geholt haben. Ja, die gibt es. Aber es gibt hier noch viel mehr Partner, die sich keine Hilfe geholt haben und so wie es sich liest, gehört Deiner leider dazu.
Nun denkst Du vermutlich, dass das ja ein ganz schrecklicher Beitrag von mir ist, aber es gibt sehr wohl eine gute Sache: DU kannst Dir helfen. Nämlich, indem Du da raus kommst. Du schreibst, dass Du bereits Jahre lang mit einem Alkoholiker verheiratet warst. Nun bist Du wieder mit einem zusammen. Du solltest also aus diesem Muster aussteigen, damit Du Dir und Deinem Kind ein schöneres Leben gestalten kannst.
Du sagst, dass Du etliche Stellen abgeklappert hast, keiner hilft. Nun gut, ich war nicht dabei, das kann ich nicht beurteilen. Was aber Tatsache ist: Du bist hier ein einer Selbsthilfegruppe gelandet. Du könntest anfangen, daran zu arbeiten, herauszufinden, was bei DIR nicht stimmt. Warum Du Dir das alles gefallen lässt. Warum Du Dir und Deiner Tochter das antust. Warum Du nicht "einfach" gehst, um nicht mehr vor lauter Übelkeit zu brechen, sondern endlich wieder ein zufriedenes Leben führen zu können. Warum Du nicht gehst, um Deiner Tochter vorzuleben, dass es so nicht normal ist.
Bei dem, was Du beschreibst und Deiner verzweifelten Suche nach Hilfe fällt mir folgender Satz ein:
Jemand muss sich in Therapie begeben wegen eines Menschen, der sich NICHT in Therapie begibt und diese eigentlich nötig hätte.
Wenn Du mit Deiner Tochter gehst und Dir ein zufriedenes Leben ohne einen Alkoholiker an Eurer Seite aufbaust, wird es mit Sicherheit automatisch weniger werden mit der Übelkeit und dem Leid. Der Weg ist eigentlich so naheliegend. Wie könnte es Dir leichter fallen, diesen zu gehen?
LG Cadda