Beiträge von Cadda

    Guten Morgen Mare,

    so wie Dein Mann Dich demütigt, wäre ich eher stolz auf mich (an Deiner Stelle), wenn Du ihn nicht gefahren hättest.

    Ich denke, hier ist auch bereits das Problem: Der falsche Ansatz.

    Du hast den Irrglauben, dass es Dich stolz machen kann, dass Du "durchhältst". Deshalb betonst Du vermutlich auch, dass Deine Therapeutin sagt, dass sie sich wundert, dass Du noch funktionierst.

    Das scheint Dir Anerkennung zu geben in Deinen Augen. Es lässt Dich stolz sein.

    Wie gesagt ist das aber der falsche Ansatz und ein Irrglaube. Stolz sein könntest Du, wenn Du nicht den "einfachen Weg" (ich schreibe es bewusst, weil mir klar ist, dass es für Dich gerade nicht einfach ist) gehst und ihm alles recht machst, sondern Dich für DICH einsetzt. Diese Demütigungen nicht zu lässt.

    Es wäre schön, wenn Du Dich da trotz der Krankheit besser abgrenzen könntest. Dass es Dir emotional schwer fällt, verstehe ich natürlich. Aber Du kannst so nicht mit Dir umspringen lassen, das wird Dich doch auf Dauer total kaputt machen und es ist absolut gar nichts, worauf Du stolz sein solltest. Stolz sein, dass Du schlecht behandelt wirst, Dich ausnutzen lässt und das irgendwie durchhältst?

    Vielleicht könntest Du beginnen, indem Du hier von Dir schreibst. Wie WW schon fragte, mal berichten, wie es Dir unahängig von ihm geht.

    Überlegen, wie Du es schaffen könntest Dich abzugrenzen und nicht das Gegenteil zu erarbeiten.

    Ich hoffe, Du verstehst, was ich mit meinem Beitrag sagen will und dass ich es gut meine mit den Äußerungen dieser (für Dich sicherlich nicht angenehmen) Gedanken.

    LG Cadda

    Mein Mann hat mir immer zur Seite gestanden. Ohne ihn hätte ich jeden Lebensmut verloren. Und er unterstützt mich auch jetzt seit ich nicht mehr trinke. Ich denke es gibt auch noch mehr Alkoholiker die durch die Unterstützung ihrer Cos ihr leben verändern konnten. Das wird hier nicht gerne gelesen, ist aber auch eine Wahrheit

    So eine Einstellung ist jedoch „Futter für jede Co-Abhängigkeit“.
    Eines darf nicht vergessen werden: Hier ist quasi die Zentrale der Alkoholiker, die es gepackt haben oder packen wollen.
    Bei der Mehrheit sieht es leider ganz anders aus.
    Der Co-Abhängige wird immer und immer wieder enttäuscht und durch das was ich zitiert habe, immer wieder angehalten, zu hoffen.

    Ich finde, es ist eine enorme Belastung, die einem Co-Anhängigen auferlegt wird, wenn es heißt, dass der Alkoholiker quasi den Lebensmut verliert, wenn Co. sich trennt.

    LG Cadda

    Hallo Alexa,

    ich finde es toll, dass Du alles für Dich aufgeschrieben hast. Denn es ist richtig, dass solche Dinge gern mal verblassen, wenn sie verdrängt werden.

    Ich bin froh, dass Du in eine Wohnung ziehst und Dein Leben in Freiheit anfangen kannst. Ich wünsche Dir dafür alles Gute. Und schreib immer gern auf, was bei Dir drückt.

    LG Cadda

    Meinungen und Erfahrungen übers schminken :)

    Ich fürchte, Du stehst da einfach etwas auf dem Schlauch. Elly hat Dir schon in Deinem Thread erklärt, dass das "Überschminken" im übertragenen Sinne gemeint war.


    Liebe Blume,

    ich kann sehr gut verstehen, dass Dich die Kritik trifft. Hier lesen eben auch erwachsene Kinder Alkoholiker mit, die sich in die Lage des Kindes versetzen und eben darauf hinweisen wollen, dass man (in dem Fall Du) keine heile Welt vorkaukeln kann.

    Dass Du nicht sofort handlungsfähig bist, kann ich jedoch auch nachvollziehen, denn nach 3 Jahren Trockenheit trifft Dich der Rückfall natürlich hart und Du musst Dich vermutlich erst einmal sortieren.

    Ich würde es schade finden, wenn Du Dich hier wieder zurückziehst. Meistens gilt es dort, wo es am meisten piekt, einmal genauer hinzuschauen.

    Ich persönlich finde es gut, wenn Du versuchst, etwas positives für Dich und Dein Kind zu machen, dabei aber nicht zu vergessen, dass es nicht auf Dauer gelingen wird, Dich da abzugrenzen, wenn es so läuft, wie Du beschrieben hast, mit Deinem Mann.

    Du hast ja bereits angedroht, wenn er den Rückfall nicht stoppt, Konsequenzen zu ziehen. Ich denke, dass hier einfach nur an Dich appelliert werden wollte, dass Du das nicht in den Hintergrund rücken lassen solltest, um Deinem Kind und auch Dir diesen Kummer zu ersparen.

    LG Cadda

    Guten Morgen Bernard,

    Irgendwie scheint sich etwas in mir zu verändern…

    Kannst Du beschreiben, was Du meinst? Also was sich verändert? War das darauf bezogen, dass es gut läuft oder auf die Probleme, die Du danach beschreibst?

    Irgendwie scheint meine Energie einfach nicht für den ganzen Tag zu reichen.

    Manchmal ist es ja auch so, dass man einfach erschöpft vom Tag ist. Wenn man dann früher etwas getrunken hat, bemerkt man die Energielosigkeit ja nicht mehr so sehr.

    Nüchtern sein bedeutet ja auch automatisch mehr Bewusstsein. Könnte ja sein, dass Du das einfach jetzt wahrnimmst, wenn Dein Körper sagt "So nun ist genug, komm zur Ruhe".

    Ebenso wie mit dem Schlafen. Bewusstsein, innere Unruhe... Ich wünsche Dir, dass sich das mit der Zeit legt. Vielleicht solltest Du Deinem Körper etwas mehr Zeit geben.

    LG Cadda

    Ich finde Ausreden und Lügen anstrengend….empfinde aber ein ‚weil ich nicht mehr möchte‘ oder ‚weil ich in meinem Leben jetzt genug gesoffen habe‘ oder Ähnliches nicht als Ausreden oder Lügen.

    Ich denke, dass ich ein Problem damit hätte zu sagen: Ich mache mal eine Pause, weil ….
    Ein entschlossenes ‚nie wieder‘ zu kommunizieren finde ich schon wichtig….egal, wie offen oder verschlossen man mit seiner Sucht umgeht.

    Genau so sehe ich es auch. Ist ein großer Unterschied und ich empfinde das Vorgehen aus dem ersten Satz auch als völlig ok. Hauptsache es sagt aus „Nie wieder“, dann bleibt kein Türchen offen, auch nicht für Fragende.

    Huhu Hera.

    Mich fragt keiner mehr, ob ich was trinken möchte, obwohl mein "alkoholfreies Jahr" inzwischen doppelt so lange geht

    Das wäre in meinem Bekanntenkreis unmöglich gewesen. Ich kenne welche, da wissen die Bekannten besser, wann die Zeit um ist, als der Pausierende selbst ;)

    Und ich meine damit keine Freunde. Da reicht ein Besuch auf einer Gemeindeversammlung und man würde gelöchert werden.

    Es kommt also auch immer auf die Gegebenheiten an.

    LG Cadda

    Ich habe die Ausführungen von Carl-Friedrich nicht als „in Frage stellen“ von Hartmuts „Achtung Kommentar“ verstanden.

    Sondern lediglich so, dass es auch auf einen selbst ankommt und man auf sich selbst, seine eigene Sicherheit usw schauen sollte und es sich eben unterschiedlich verhält.

    Für mich gehört bei Entscheidungen auch Folgendes dazu:

    Wie lebe ich? Wie zufrieden bin ich mit meiner Abstinenz? Nicht nur, wie lange bin ich abstinent.

    Urlaub KANN gefährlich sein. Ja. Aber für mich gibt es im Alltag Dinge und Situationen, die 10 Mal risikoreicher sind, als ein All-in-Urlaub, wie DAS hier zum Beispiel:

    Ich hatte am Sonntag gefühlt stundenlang sog. Saufdruck, nachdem ich meinem Mann am Samstag Bier geholt hatte als Belohnung für den Abschluss unserer Hausrenovierung…

    Ein perfektes Beispiel fürs Thema, ehrlich gesagt.

    LG Cadda

    Guten Morgen.

    Ich habe etwas, das ich hier gern im Offenen teilen würde.

    Am Wochenende war ich auf einer Veranstaltung, wo ich viele Menschen getroffen habe, die ich schon von früher kenne. Mir ist aufgefallen, dass ich schon ewig nicht mehr gefragt werde, warum ich nichts trinke.

    Wer meinen Weg gelesen hat, weiß, dass ich vor fast 7 Jahren, als ich aufhörte zu trinken, komplett offen damit umgegangen bin. Jeder weiß, warum ich aufhörte zu trinken. Am Anfang hatte ich immer noch das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen. Deshalb hab ich auch einigen Leuten von meiner Abhängigkeit erzählt, wo ich jetzt im Nachhinein betrachtet sagen würde "das geht den gar nichts an".

    Über die Jahre habe ich eine Selbstverständlichkeit entwickelt. Wenn jemand, den ich neu kennenlerne mich auf das Thema Alkohol anspricht, sage ich völlig entschlossen, dass ich generell keinen Alkohol trinke. Was vor Jahren vielleicht mit einer Unsicherheit von mir vorgetragen wurde, führte zu Nachfragen. Inzwischen nicht mehr.

    Beispiel: Hab ich mich am Anfang ertappt gefühlt, das Thema war mir unangenehm und ich habe dann verunsichert geantwortet "Nee, ich trinke keinen Alkohol (mehr)" und irgendwie mit der Ausstrahlung vor mich hingestammelt, führte das unter Garantie dazu, dass ich gefragt wurde "Waaas, warum das denn nicht oder Einer geht doch" oder was auch immer.

    Nun stehe ich da wie ein Baum mit entschlossenem Gesichtsausdruck und antworte: "Ich trinke keinen Alkohol. Punkt."

    Da kommt nichts. Das wird sofort aus dem Gesicht gelesen, dass es da keinen Verhandlungsspielraum gibt. Die meisten Leute fragen sich nicht mal mehr irgendwas nachzufragen. "Ach so!" heißt es meistens.

    Dann hab ich mich nach diesem Wochenende gefragt, wie das die Leute nach ein paar Jahren machen, die hier im Forum an Anfang ihres Weges berichten, dass sie entgegnen, dass sie "zur Zeit keinen Alkohol trinken, weil sie auf Diät sind, Sport machen, fahren müssen oder Medikamente nehmen".

    Wenn diese Menschen nach Jahren einige Leute wiederholt wiedertreffen, sagen sie dann immer noch "Ich nehme immer noch Medikamente" oder "Ich muss heute wieder fahren"?

    Ist das nicht auf Dauer anstregend? Man kommt doch dann gar nicht zur Ruhe.

    Das sind so Gedanken, die ich gerade habe.

    Nicht jedem auf die Nase binden "Ich trinke nichts, weil ich trockener Alkoholiker bin" ist ja noch eine Sache, die ich wirklich gut nachvollziehen kann. Denn gerade im Arbeitsleben kann es Probleme geben. Und es geht im Bekanntenkreis auch nicht jeden etwas an, das Argument verstehe ich".

    Aber mit Ausreden um die Ecke kommen, um für den Abend Ruhe zu haben? Das halte ich für keine gute Idee.

    Zumindest ein "Ich trinke grundsätzlich keinen Alkohol (mehr)". So viel Entschlossenheit sollte doch drin sein, um sich das Leben selbst zukünftig zu erleichtern, oder nicht?

    LG Cadda

    Hallo Alexa,

    Dein letzter Beitrag liest sich so schön! Sorge für Dich, tu Dir was Gutes und befreie Dich von Dingen die belasten. Das kann (wie von Linde beschrieben) bei Klamotten anfangen. Entrümpeln, gerade bei Umzug doch so naheliegend.
    Das ist befreiend. Und wer weiß, auf welche Bereiche das noch überschwappt :S

    Guten Morgen Rennschnecke,

    vielen Dank für Deinen Bericht, denn das beschreibt tatsächlich sehr eindrucksvoll, was es mit einem macht, obwohl es einen aktuell nicht stört. Wobei "Stören" ja schon das Unterbrechen der Gedanken ist, die ich eigentlich hätte, in dem Moment, wo ich solche Situationen beobachte. Insofern "stören" solche Situationen natürlich schon in dem Moment mein Hirn :S

    Deshalb drücke ich es mal so aus: Solche Situationen nehme ich sehr wohl wahr, sie "stören" meine Gedanken, doch es fühlt sich für mich in dem Moment deshalb nicht automatisch negativ an. Im Gegenteil, ich bin dann - wie Du auch beschrieben hast - froh, dass ich nicht mehr dazugehöre und das Thema hinter mir liegt.

    Aber das Unterbewusstsein nimmt es halt mit in die nächsten Tage oder Nächte... und genau diese Tatsache ist es, die mir bewusst sein muss, BEVOR ich zu solchen Veranstaltungen gehe.

    Wenn ich dann das Gefühl habe, dass Neid aufkommt, dass ich lieber trinken können würde und nur nicht "darf", dann ist es ein Risiko. Und das ist es eben, was leider bei vielen Alkoholkranken gerade am Anfang noch der Fall ist. Da sind oftmals noch Verzichtgedanken im Spiel und dann sind solche Veranstaltungen wie Geburstage, Konzerte oder auch solche betrieblichen Veranstaltungen eben risikoreich.

    Bin ich mit mir und meiner Krankheit aber im Reinen und schon länger auf meinem Weg, dann sind solche Erlebnisse für mich in Ordnung. Für mich... Für Andere vielleicht auch nach längerer Zeit nicht. Das ist dann etwas, was jeder selbst für sich entscheiden sollte.

    Ich finde es sehr gut, solche Situationen nicht herunterzuspielen, sondern sich in diesem Fall wie Du, ganz bewusst zu machen, was es in einem auslöst und es realistisch zu sehen. Einfach nicht zu unterschätzen, sondern genau hinzuschauen, um diese Situation - auch noch im Nachhinein - mit sich selbst ausmachen zu können.

    LG Cadda

    Dass eine Reha mit geselligem Trinken verbunden ist, obwohl es dort doch um Gesundheit geht, ist schon verrückt. Dort wirst Du mit Sicherheit aber auch Gruppen finden, bei denen das nicht so ist. Fokus auf andere Menschen setzen.

    Kirmes kannst Du ausfallen lassen, bis Du gefestigter bist. Wenn Du dann überhaupt noch Bock drauf hast.

    LG Cadda

    Hallo Wieweiter.

    Erst einmal herzlich Willkommen hier bei uns.
    Du scheinst eine Grenze erreicht zu haben, wenn Du sagst, Du kannst nicht mehr.

    Erstmal ist es gut, dass Du für Dich erkannt hast, dass Du möchtest, dass er geht. Dann hast Du Dich hier gemeldet, dass sind doch schon gute erste Schritte.

    Könntest Du Dich von einem Anwalt beraten lassen? Oder erst einmal woanders hingehen, bis die Situation mit der Wohung und seinem Auszug geklärt ist?

    Wenn Du Dich hier gern austauschen möchtest, klicke bitte nachfolgenden Link an, damit wir Dich für den offenen Bereich freischalten können.

    LG Cadda


    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Daher sehe ich mich lieber als einen Menschen der sich ( selbstverschuldet) eine Alkoholabhängigkeit zugezogen hat

    Was letztendlich allerdings Dasselbe bedeutet.

    ….Und ja, ich weiß- niemand aus diesem Forum ist jemals soweit gewesen auf Parkbänken übernachtet zu haben😉.

    Doch, die gibt es auch. Das Einzige, was sie von den (Alkoholikern) unterscheidet, die das nicht getan haben ist, dass sie entweder ihren Kontrollverlust mit einem Dach übern Kopf hatten oder die Krankheit noch nicht soweit vorangeschritten war.

    Ich hab die letzten 30Jahre täglich 3 bis 7 Bier in mich hinein geschüttet und mir eigentlich nix dabei gedacht…

    Das kann „man“ aber auch nicht mehr damit erklären, dass man in einer Gegend lebt, wo Alkohol an jeder Ecke an der Tagesordnung ist.

    In so einer Gegend lebe ich übrigens auch. Das so viele Menschen so leben, ändert nichts an der Tatsache, dass es Alkoholismus ist. Ich kenne etliche Alkoholiker um mich herum, die keine „leichteren Alkoholiker“ sind, nur weil das ganze Umfeld säuft.

    LG Cadda