Beiträge von Cadda

    Lea ist mir zuvor gekommen.

    Ich hab eben gedacht, ich lese nicht richtig.

    Gesellschaft leisten, bis der Alkoholiker sich tot gesoffen hat.

    Könnte man ja gern tun, wenn man allein vor diesem Weg steht.

    Aber die Kinder müssen diese Gesellschaft zwangsläufig mit leisten.

    Wie groß dieses Problem ist, mag auf dem Weg noch nicht ersichtlich sein.

    Welche Spuren dieses „Gesellschaft leisten“ hinterlässt, ist hier im Forum nachzulesen.

    Ich kenne es von mir, dass ich die Tatsache, dass mein Partner, alkoholabhängig ist, oft zumindest weitgehend verdränge und dann jedes Mal wieder aus den Wolken falle, wenn ich ihn erwische - und ich frage mich, was für ein Spiel wir da eigentlich miteinander aufführen?

    Es liest sich nicht nach Trennung, wenn Du immer wieder aus Wolken fällst und von einem Spiel berichtest, welches ihr da aufführt.

    Kannst du, liebe Cadda, dich selbst und andere als ein menschliche Wesen mit all dem Schlamassel, den ein lebendiges seelisches Leben mit sich bringt, annehmen?

    Ja das kann ich.

    Wenn mir das Schlamassel für mich aber zu groß wird, muss ich es abstreifen.

    Das habe ich getan. Als Säuferin von meinem eigenen Schlamassel und danach als Co-Abhängige vom Schlamassel meines saufenden Partners.

    LG Cadda

    Ein interessantes Thema, danke dafür!

    Meiner Meinung nach, können auf die eine Seite der Suchtwaage auch Dinge, die keinen Stress erzeugen. Ein Spaziergang, ein bewusstes Frühstück beim Bäcker, das Lesen der vielen Geschichten im Forum, die ein richtig gutes Gewicht erzeugen.

    Du hast heute morgen zum Beispiel mit der Eröffnung dieses Themas ein kleines Gewicht auf die Waage gelegt, welches durch die kommenden Beiträge sicherlich schwerer wird.

    LG Cadda

    Hallo Zabeth.

    Was sich für mich geändert hätte, wenn er mir gesagt hätte, dass er nicht trocken ist? Ich hätte mich getrennt, denn so geht man in einer Bezeihung miteinander um. Man spricht offen und ehrlich miteinander und trennt sich, wenn es nicht mehr passt.

    Nun ist ja der umgekehrte Fall eingetreten:

    Du hast ihn erwischt und weißt, dass er nicht trocken ist. Er war also nicht offen und ehrlich und daher passt es nicht mehr und dann trennt man sich, wie Du selbst schreibst.

    Die Voraussetzungen aus Deinem Zitat sind also da. Doch Du hast Dich ja nun auch nicht getrennt oder?

    Das ist eben das Merkmal der Co-Abhängigkeit. Es wird sich mit dem Problem und Verhalten des Alkoholikers befasst. Warum tut er dieses oder jenes oder warum tut er es nicht?

    Dabei sollte die Frage sein: Warum mache ICH dies oder das oder warum ziehe ICH keine Konsequenzen aus den gegebenen Umständen?

    LG Cadda

    Guten Morgen.

    Klasse, dass die Werte so gut sind!

    Mein Wochenende war sehr gut. Ich war bei meiner Familie zu Besuch und wir waren lecker essen. Gestern sind wir dann noch 16km gewandert und Abends hab ich mich dann nochmal auf mein Rennrad geschwungen und war 60km unterwegs. Somit war auch die Nacht super - hab über 9h durchgeschlafen :)


    So könnte es weitergehen! Ich hoffe, dass ich stabil bleibe!

    Das nenne ich mal einen aktiven Tag!!! Da hätte ich auch gut schlafen können :mrgreen:

    LG Cadda

    Hallo.

    Dein Arm kann noch so stark sein, die Therapeuten und Ärzte noch so gut…. Bringt nichts. Sie muss es wollen und erreichbar sein.

    Sogar Albert Einstein könnte mir Zahlen nicht nahelegen, weil ich es nicht verstehen kann und auch keine Lust habe, das zu ändern. Also können 500 Mathematiker vor mir stehen und reden/handeln, die besten von dieser Erde… Bringt nichts.

    Selbst wenn Du das Gefühl hast, es ist besser, wenn Du bei ihr bist… das mag auf Zeit funktionieren. Eine Zeit lang zusammen reißen geht, aber auf Dauer ist das kein Zustand.

    Wie versorgt sie denn betrunken Euren Sohn? Du schreibst, dass Du Dich um 100 % um ihn kümmerst.

    Aber Du arbeitest doch und sie ist mit ihm zu Hause oder habe ich das falsch verstanden?

    Deine Situation tut mir wirklich leid, gerade auch weil eine Lösung wegen Deines Sohnes wohl echt schwierig ist.

    Aber was Deine Frau angeht, ist es so, wie alle schreiben: Nur sie selbst kann sich helfen (lassen).

    Du kannst wiederum nur Dir selbst helfen.

    LG Cadda

    Ich kenne das. Wenn ich das alles lese, kommt bei mir dieses Gefühl der Hilflosigkeit hoch, als wäre es gestern gewesen, dabei ist es ein paar Jahre her.

    Beleidigungen, völlig aus der Luft gegriffene Vorwürfe, wirre Texte, Liebeserklärungen, Drohungen. Und ich immer dabei zu erklären, erklären, erklären und nochmals erklären, versuchen den Verstand zu erreichen, immer wieder und immer wieder.

    Diese ganze Energie, die in der Luft verpufft und ihn nicht erreicht. Kein Funken Energie hat etwas gebracht. Alles umsonst.

    Irgendwann habe ich all die Dinge „auf mir sitzen lassen“ und mir die Energie gespart. Und zwar so lange, bis es sich nicht mehr anfühlte, als ob ich etwas auf mir sitzen lassen muss, weil es mir irgendwann egal wurde.

    Ich wünschte, ich hätte meine Energie schon viel früher gespart und seine negativen Dinge ins Leere gehen lassen.

    Er säuft übrigens immer noch. Heute reden andere Menschen auf ihn ein und vergeuden ihre Energie.

    Schade eigentlich :S

    kann ich einen Menschen einfach fallen lassen, wohl wissend, dass er untergehen kann?

    Er hat Dich bereits fallen lassen. Du reagierst lediglich auf sein Verhalten, falls Du gehst. Es ist lediglich eine Konsequenz, die er von Dir abverlangt.

    Untergehen wird er auch mit Dir an seiner Seite, wenn er untergeht.

    Du wirst ihn davor nicht schützen können.

    Im Gegenteil. Dadurch, dass sich für ihn wenig ändert und es bequem bleibt, bleibt er möglicherweise noch länger unverändert in seiner Situation.

    Möglicherweise wäre eine Trennung sein Tiefpunkt.

    Wobei Du Dich darauf nicht verlassen solltest. Manche Alkoholiker erreichen ihren Tiefpunkt nie.

    Ich kann Dir nur sagen, dass es sich aus der Ferne in Freiheit einfacher beobachten lässt, ob wirklich eine Veränderung stattfindet. Sich abzugrenzen, um selbst wieder das Gefühl der Freiheit zu haben, ist wichtig.

    Hab ich mittendrin auch nicht gedacht, dass ich damit glücklicher sein könnte. War aber ganz schnell der Fall :)

    LG Cadda

    Es ist ein ziemlich typisches Verhalten, die Schuld fürs Trinken beim Partner zu suchen „Kein Wunder, dass ich trinke….“.

    Du sagst, er wird nicht gewalttätig und neigt nicht zu Ausbrüchen.

    Aber Du beschreibst, dass sich seine Persönlichkeit verändert hat und er Dich belügt. Das reicht natürlich vollkommen aus, um unglücklich zu sein. Schlimmer geht immer….

    Es ist traurig zu lesen, wie sehr Dein Mann sich verändert hat und ich kann vollkommen verstehen, dass es Dir unfassbar schwer fällt, loszulassen :(

    Hallo Maloeoss,

    Heute von seiner Seite der Vorschlag, seinen Alkoholkonsum zu reduzieren.

    Wenn das funktionieren könnte, würde das bedeuten, dass er die Kontrolle darüber hat, was als Alkoholiker nicht möglich ist.

    Könnte er kontrolliert trinken, wäre er kein Alkoholiker.

    Auf meinen Vorschlag, eine Woche lang komplett auf Alkohol zu verzichten kam die prompte Antwort: mache ich nicht.

    Was wäre denn der Vorteil gewesen, wenn er sich darauf eingelassen hätte?

    Es gibt Alkoholiker, die trinken ein ganzes Jahr nichts oder (wie ich) in beiden Schwangerschaften nicht.

    Dadurch wird kein Alkoholiker geheilt.

    Ich kenne jemanden, der ein Jahr verzichtet hat, um sich selbst zu beweisen, es würde auch ohne gehen und um dann mit einem „normalen Konsum“ also weniger weiter zu machen. Funktioniert nicht. Er hat bereits nach wenigen Tagen wie vorher gesoffen, Kontrollverlust.

    Zeitliche Begrenzung bringt leider gar nichts. Der Wunsch nach lebenslanger Abstinenz muss von ihm selbst kommen, um die Alkoholkrankheit zu stoppen. Das ist leider hier nicht der Fall, was mir wirklich leid tut.

    Es geht unendlich vielen so, auch hier im Forum. Du kannst nichts tun, so hart das ist. Jedenfalls nicht für ihn. Nur für Dich.

    LG Cadda

    Guten Morgen Berta,

    vielen Dank für Deine ehrliche Antwort, was das Trinken des alkoholfreien Bieres angeht. Das ist ein klassisches Beispiel und es zeigt sich, worum es eigentlich geht, wenn wir von alkoholfreiem Bier abraten.

    Derjenige, der alkoholfreies Bier trinkt, will meiner Meinung nach das richtige Bier ersetzen, ein ähnliches Gefühl erzeugen. Sieht man daran, dass es dann ein "Problem" gibt, wenn kein alkoholfreies Bier wie in Deinem Fall vorhanden ist.

    Da wird dann ein richtiges Bier zur Alternative, anstatt eine Cola/Fanta/Sprite/Selter.

    Das Suchtverhalten verschwindet nicht durch das Trinken von alkoholfreiem Bier. Ich kenne es aus meinen Schwangerschaften. Ich habe während der Schwangerschaften nicht getrunken, auch nicht mal "ein Glas Rotwein, das nicht schadet". Gar nicht. ABER: Ich trank eben alkoholfreies Bier bzw. diese Fassbrause, weil das Gefühl, diese Flasche vor sich zu haben, dem richtigen Alkohol-trinken am meisten ähnelte. Es war ein Ersatz und als ich nicht mehr schwanger war, wurde das schnell wieder ausgetauscht in richtiges Bier.

    Es ist vom Verstand her einfach - das erste Glas stehen lassen!

    Das ist vom Grundsatz her richtig, aber eben nicht ausreichend. Das Umdenken muss halt auch stattfinden. Nicht mehr "Ich darf kein richtiges Bier mehr trinken, also muss es alkoholfreies sein, um dem Gefühl nahe zu kommen". Sondern eben: Ich möchte kein Bier mehr trinken und brauche daher auch kein alkoholfreies Bier mehr trinken, denn es soll dem Verhalten von früher eben NICHT ähneln".

    Du bist wieder hier, Berta. Der Austausch findet statt. Du kannst auf dem richtigen Weg weiter machen!

    LG Cadda

    Hallo Eldamalu,

    es ist so traurig zu lesen, dass Dein Mann Derjenige ist, der entscheiden darf/kann, ob er sich trennt oder nicht. Du bist nur Zuschauerin des ganzen Dramas, kein aktiver Teil, der mit gestaltet, wie es weitergeht. Es liegt alles in seinen Händen. Und das, obwohl er Derjenige ist, der froh sein müsste, dass Du ihn nicht verlässt. Stattdessen weist er sogar Dich von sich, nicht umgekehrt.

    Das ist irgendwie doppelt bitter beim Lesen.

    Ich wünsche Dir so sehr, dass Du ganz bald Deine Grenze endlich erreichst und handlungsfähig wirst.

    LG Cadda

    Guten Morgen Marli,

    als ich eben Deinen Bericht gelesen habe, da hab ich mich richtig gefreut, was für einen super Schritt Du hingelegt hast.

    Mein Sohn fragte mich, warum wir bei Oma schlafen. Ich habe versucht es ihm zu erklären, habe das erste mal offen mit ihm geredet. Natürlich kindgerecht. Keine Ahnung, ob das richtig war. Aber anlügen wollte ich ihn nicht. Und traurigererweise wusste er was ich meine, als ich ihm gesagt habe, dass Papa manchmal ja so komisch ist. Sagte mir, dass er das auch gemerkt hat und er das doof findet.

    Das hast Du absolut super gemacht. Glaub mir, das ist meiner Meinung nach genau die richtige Art und Weise, auch wenn Dein Sohn noch nicht so alt ist. Er merkt es selbst, das hast Du ja nun sogar von ihm gehört, er findet es doof und er wurde durch das Gespräch durch Dich bestätigt!! Das wird für Deinen Sohn ein gutes Gefühl sein.

    Sieh es mal so: Vorher fühlte er sich mit seinen Wahrnehmungen vielleicht allein oder unverstanden, weil ja niemand etwas getan hat.

    Du hast gestern etwas getan. Du hast gehandelt, weil Du das Deinem Sohn nicht mehr zumuten wolltest. Dadurch hast Du Dich quasi in sein Team begeben, er wird sich sicherlich durch diese Aktion oder durch das Gespräch nicht mehr so allein mit seinen Wahrnehmungen fühlen. Im Gegenteil. Er hat nun das Gefühl bekommen, dass jemand auf ihn aufpasst und ihn schützen möchte.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass Kinder es natürlich nicht toll finden, so eine Reise zu machen, weg von zu Hause, weil es natürlich ungemütlich und unschön ist. Diese Aktion, die Du da gestern gebracht hast, sollten sich aber genau diejenigen mal zum Beispiel nehmen, die zu Hause bleiben würden mit den Gedanken "Ich kann mein Kind doch jetzt nicht aus der Umgebung nehmen.... Ich kann doch nicht einfach mit ihm wegfahren, das ist doch nicht schön. Ich kann ja nichts machen, denn mein Mann geht einfach nicht. Ich möchte nicht, dass mein Kind noch mehr mitbekommt und leidet".

    Es wird so viele Mütter mit genau diesen Gedankengängen geben, die dann einfach bleiben und das Kind lieber der Situation aussetzen anstatt zu handeln.

    Und das ist falsch!!!!!

    Weil es dem Kind mehr schadet, als einen Ausflug zur Oma zu machen, dem Kind zu kurz und kindgerecht (so wie Du) zu sagen, weshalb das nötig ist und ihm damit das Gefühl zu geben, dass die Mutter es schützt!!

    Wirklich Marli, sei stolz auf Dich. Du hast im Sinne des Kindes gehandelt und das war großartig.

    LG Cadda

    Ich hoffe übrigens, dass viele betroffene Mütter das lesen und sich selbst motivieren, wenn sie mal in ähnlicher Lage sind, denn hier wurde wirklich im Sinne des Kindes gehandelt, ohne den bequemen Weg zu gehen.

    Ich habe das selbst auch nicht immer getan. Irgendwann hab ich das dann gemacht und auch ich habe damals gemerkt: So ist es richtig. Nicht der bequeme Weg ist der beste Weg für das Kind. Sondern der Weg, der dem Kind das Gefühl gibt "Ich bin da. Ich sehe die Situation. Ich handele."